Level 1 – Das Phantom-Spieleheft
Zwei Jahre ist es inzwischen her, dass ich über Level 1 „Das nicht erhältliche Spielemagazin“ schrieb. An der Grundsituation nichts geändert, das Heft ist weiterhin nirgends zu bekommen, der Verlag klatscht aber alle paar Monate ein weiteres, zufälliger Weise vergriffenes Heft in seinen Onlineshop. Zeit Level 1 von Raptor Publishing noch einmal zu beleuchten.
Ein Start mit Hindernissen
Level 1 wurde im September 2006 von Raptor Publishing zum Preis von € 1,99 an den Start geschickt. Problem schon damals, bis auf einen Teaser auf der Verlagswebseite gab es zum Heft keinerlei Infos – auch nicht für die Pressegrossos. Dies führte schon von Beginn an zu der bizarren Situation, dass Level 1 zwar problemlos im Bahnhofsbuchhandel zu finden war, am Kiosk, an der Tanke und im Supermarkt jedoch nicht auftauchte. Ebenfalls im Internet unter pressekatalog.de, wo sich die anderen Raptor-Titel, wie Koneko und Peach tummeln, gab es keine Level 1. Mit der monatlichen Erscheinungsweise hatte man es auch nicht so, weshalb man sich die Vorschau oder zumindest den Erstverkaufstag (EVT) von vornherein schenkte.
Die verlorene Nr. 9
Ein Jahr lang ging das Spiel immerhin gut, auch wenn statt der geplanten zwölf nur acht Hefte erschienen. Nr. 8 (August/September 2007) erschien noch ganz normal. Ausgabe Nr. 9 gibt es nicht oder doch?

Das mit Nr. 10 betitelte Novemberheft konnte ich damals auch noch als Nr. 10 am Bremer Hauptbahnhof erwerben. Nr. 9 hingegen nicht; beim Versuch es nachzubestellen hieß es beim Verlag, das Heft sei vergriffen. Heute hingegen ist Ausgabe Nr. 9 wieder verfügbar, nennt sich allerdings Nr. 10.
Das Jahr 2008
Von Ausgabe Nr. 11 (Dezember 07/Januar 08) an waren für Level 1 nun € 2,90 fällig. Nr. 12 (Februar) erschien wieder ganz normal irgendwann im Februar, danach habe ich die Zeitschrift nie wieder im Handel gesehen – bis heute. Die Raptor-Webseite, eine seit Verlagsgründung bestehende und schlecht gepflegte Dauerbaustelle ging in der Zwischenzeit mal wieder auf Tauchstation. Durch einen glücklichen Zufall wurde mal wieder eine Mail beantwortet und so kam die 13. Ausgabe zu mir nach Hause. Eine Monatsangabe auf dem Heft hat man sich gespart, laut EAN-Code (der Preisstreifen, der auf den Heften drauf ist), handelt es sich dabei um die Mai-Ausgabe.
Danach war absolute Sendepause. Verlagswebseite offline, im Raptorshop, der in der Animezeitschrift Koneko abgedruckt ist, tauchten keine Level 1-Ausgaben mehr auf und das Eigenanzeigenmotiv von Level 1 wurde stets von der März 2007-Ausgabe geschmückt.
2009 – Wir wissen nicht, was wir tun
Im Januar war’s dann endlich soweit, Raptor hat die Webseite endlich wieder ansatzweise mit Inhalt befüllt und einen Shop eingerichtet. Allerdings waren dort nur die ersten fünf Level 1-Ausgaben aufgeführt. Bis Mai sollte es dauern, bis endlich weitere Ausgaben hinzukamen. Das Sammlerherz war allerdings wenig erfreut:

Laut EAN-Code handelt es sich bei Nr. 14 um das Juli-Heft von 2008 – ausverkauft.
Nr. 15 trägt die Angabe „September 2008“, soweit, so nachvollziehbar. Ausgabe Nr. 16 allerdings… gibt es nicht. Laut Shop natürlich schon, dabei handelt es sich um die mit Nr. 17 betitelte Dezember 2008-Ausgabe. Ausgabe Nr. 18 ist inhaltlich mit Ausgabe 17 identisch, hat anstelle von Little Big Planet aber Tomb Raider Underworld als Titelthema und wird im Webshop mit Ausgabe Nr. 15 bezeichnet.
Wer an dieser Stelle noch den Durchblick hat, möge sich bitte melden.
Heft Nr. 18 (im Shop Nr. 17) soll wohl die erste Ausgabe des Jahres 2009 darstellen. Daraufhin folgen zwei Märzausgaben (einmal Killzone 2, einmal Fear 2 als Covermotiv), die als Nr. 18 und 19. bezeichnet werden. Ausgabe Nr. 20 mit Ghostbusters als Coverstory soll irgendwann im Mai/Juni im Handel gewesen sein, zumindest lässt der EAN-Code drauf schließen. Nachbestellen war allerdings nicht möglich, die freundliche Person, die mir kurz auf eine Mail antwortete, weigerte sich allerdings mir eine Bestellbestätigung zu schicken und nur weniger Tage später wurde auch diese Ausgabe von meinem Lieblingsaufdruck geziert: Sold Out
Inzwischen muss man auch bei Raptor Publishing gemerkt haben, dass man eine selten dämliche Verkaufspolitik fährt, wenn man ein Heft hat, welches nur im Onlinehshop zu existieren scheint, in den eigenen Heften jedoch nicht beworben wird und auch sonst irgendwie nicht zu kaufen ist. Deswegen taucht im Dezember Level 1 auch wieder in den Eigenanzeigen auf: Titelstory „Wet“. Die Ausgabe wird am 4. Dezember 2009 in den Onlineshop aufgenommen, wie erwartet, kann man Nr. 21 – 10/2009 nicht nachbestellen, natürlich ausverkauft.
Wohnort: Arsch der Welt?
Nun möchte man vielleicht meinen, der Blogautor wohnt irgendwo in einem kleinen Dörflein, wenn er sich jetzt schon seit mehr als 4.000 Zeichen darüber aufregt, dass er ein Spieleheft trotz zahlreicher Versuche nicht im Handel kaufen kann. Die Suche nach dem Heft am Kiosk trieb den Autor durch vier Bundesländer und namentlich durch die „kleinen“ Städte Bremen, Hannover, Magdeburg und Leipzig, ohne jedoch fündig zu werden.
2010 – Weg frei zu zwölf neuen Ausgaben?
Raptor Publishing ist derweil dabei, sich weiterhin sehr gut in die eigene Tasche zu lügen. Dieses Jahr ist noch keine Ausgabe von Level 1 erschienen, in der Facebook-Gruppe des Verlags heißt es jedoch:

Was meint die Verlagswebseite dazu (seit Januar 2009)?

(Da wird keine Werbung geblockt, das Bild fehlt wirklich)
Und die Mediadaten?
Die gibt es zwar nicht zum freien Download, ein paar Angaben spuckt mediadaten-online.com allerdings auch ohne Bezahlung aus: Erscheinungsweise 9x jährlich, Preis € 3,90, Druckauflage 45.000.
Na dann, eigentlich ist das Heft nun so teuer, dass sich das Anbieten eines Abos lohnen würde. Ansonsten versuch ich am 12. März wieder mein Glück, denn dann soll laut einer Newsmeldung auf Raptor.de die nächste Ausgabe erscheinen und wer weiß, vielleicht kann ich mir den Running-Gag beim Nekrolog-Spielehefte in diesem Jahr schenken.
Sachdienliche Hinweise zu Aufenthaltsorten des Heftes am Kiosk und/oder die Ausgaben 14 bis 21 werden gerne angenommen.
Chefredakteur: Dirk Steiger
Chefredakteur: Robert Bannert
Chefredakteur: ?
Chefredakteur: Frank Erstling
Chefredakteur: Holger Reher
Chefredakteur: Jo Löffler
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Leitende Redakteurin: Silke Menne
Leitender Redakteur: Christoph Kraus


Der große Relaunch. Ganze zehn Jahre hat es gedauert, die CBS sieht nun nicht mehr nach einem Computer Bild-Klon, sondern tatsächlich nach einem Spieleheft aus, auch wenn die riesigen Tabellen natürlich geblieben sind. Die Aufmachung an sich ist wirklich richtig gelungen, hat jedoch mit kleineren Problemen zu kämpfen. Durch das immer noch übergroße Heftformat müssen Artworks des Öfteren auf eine Größe aufgeblasen werden, die die Bildauflösung einfach nicht hergibt, das führt zu Unschärfe und pixeligen Kanten. Das Tiefdruckverfahren, mit dem die CBS aufs Papier kommt, leistet hier auch noch seinen Teil dazu bei, dass Bilder immer ein wenig matschig und unscharf wirken. Bei einem Preis von mittlerweile € 4,99 für die Gold-Version haben ich an die Haptik einfach andere Ansprüche als bei einem Drei-Euro-Ramschtitel.
Wirklich ein schwieriges Unterfangen. Das Heft trägt sehr deutlich die Handschrift von Robert Bannert. Das gibt es heute auch nicht mehr allzu oft, dass man ein Heft aufschlägt und genau weiß, es kann nur von diesem einen Redakteur und von niemandem sonst stammen. Soweit, so wertneutral. Wie im Interview bereits angekündigt, hat Elektrospieler Print einige Reportagen, ein paar kurze Tests, weil’s irgendwie sein muss und viele schöne Artworks. Damit wären wir auch schon wieder beim Thema Robert: Streckenweise wirkt der Elektrospieler so, wie ein Gothic-Magazin und nicht wie ein Spieleheft. Ich befürchte, damit ist das Magazin viel zu speziell, um eine ausreichend große Käuferschaft zu finden. Vom Gegenteil würde ich mich dennoch sehr gerne überzeugen lassen. Ein Highlight aus vergangenen fungeneration Tagen: Auf der letzten Seite befindet sich ein Comic
Hachja, die sogenannten Magbooks. Zeitschriften mit großem Umfang und hohem Preis. € 12,95 lässt sich IDG das gute Stück mit 196 Seiten Umfang und DVD kosten. Der Inhalt zielt nicht ganz auf die GamePro-Leserschaft, denn man hat die „ihr-Anrede“ gegen ein ätzendes Gesieze umgetauscht. Wie bei Copy&Paste üblich, klappt das leider nicht immer und Henry Ernst duzt die Leser zwischendurch auch mal. Ebenso verbleiben nicht mehr gültige Preisangaben in den Texten. Die Optik ist ein leicht abgewandeltes GamePro-Design in weniger bunt. Zudem hat man den monströsen Wertungskasten rausgeschmissen und am Ende einen Kasten mit Pro&Kontra sowie einer Gesamtwertung im Prozentsystem runtergesetzt.
Das Heft macht dort weiter, wo Ausgabe #1 aufgehört hat: Beim Hypen von typischen Mädchenthemen. Nach Hannah-Mania steht nun Twilight auf dem Programm. Inhaltlich hat sich nicht wirklich was getan, soll soweit in Ordnung sein, wenn’s der Zielgruppe gefällt… Die nächste Ausgabe soll erst am 5. Mai kommen. Lustiges Detail am Rande: Der Anzeigenvermarkter hat das Heft bereits von seiner Seite entfernt und eine Meldung zur Hefteinstellung gibt es auch schon – na das sind ja rosige Aussichten.
Es hat sich ausgespielt – auch der zweite Versuch das britische Multiformat-Magazin in Deutschland zu etablieren ist gescheitert. Erfreulich ist zumindest, dass man sich ordentlich verabschiedet und nicht mit den Worten „Die nächste Ausgabe erscheint am…“ verschwindet. So gibt es einige kleine Spielereien, der Slogan „Das unabhängige Mutiformat-Magazin“ wurde durchgestrichen und durch „endgültige“ ersetzt. Auf der letzten Seite gibt es ein kleines „Best of gamesTM“ und man darf sein Wunschdatum für die nächste Ausgabe eintragen. Inhaltlich hat sich in der letzten Ausgabe noch etwas Schönes im Retroteil versteckt: Es findet sich die komplette Final Fantasy-Titelstory der Retro Gamer 69 im Heft.
Satte 11 Monate mussten wir auf eine weitere Ausgabe der Mobile Gamer warten. Anzeigenkrise sei Dank? Die Pause ist jedenfalls so lang gewesen, dass man erstmal ein „neu“ auf den Titel klatschen musste. Apropos Titel: Da prangt leider auch ein neues Logo, das alte mit dem Batteriebalken ist leider Geschichte. Der Inhalt ist gewohnt überragend und zeigt einmal mehr, dass sich auch in schwierigen Zeiten erstklassige Hefte produzieren lassen, bei denen Inhalt, Optik und Preis stimmen. Leider geht es auch hier nicht ohne unerfreuliche Nachrichten, denn weitere Ausgaben der Mobile Gamer sind keineswegs sicher. Für 2010 gibt es erstmal keinen Termin, man überlegt noch zwischen unregelmäßigem Sonderheft (defakto einstellung) und zweimonatlich. Drücken wir ganz Fest die Daumen, kaufen uns unser eigenes Exemplar und hoffen, dass im von der Redaktion angepeilten März ein positives Ereignis am Kiosk liegt. Denn wenn es dieser Tage um ein Spieleheft am Kiosk richtig schade wäre, dann wäre es die Mobile Gamer.
Geschickte Taktik: Erst den Umfang reduzieren, dann das Heft vermeintlich einstellen, es als Sonderausgabe mit dem ursprünglichen Heftumfang wieder erscheinen lassen und dabei noch eine saftige Preiserhöhung von € 3,60 auf € 4,99 vollziehen. Und, es scheint sogar mehr oder minder gut zu klappen. X3 kommt als Zweimonatsmagazin, aber leicht verändertem Konzept wieder.
Dieser Tage gibt es eigentlich nur zwei Themen, Modern Warfare 2 und Assassin’s Creed 2. Letzteres zierte bereits einige Titel (gamesTM, Games and More, PC Games), wird noch weitere zieren (Play3 Sonderheft 01/2010) und ist auch auf der aktuellen PlayBlu vertreten. Damit fällt die Titelstory zwar nicht sonderlich innovativ aus, ist aber zumindest ansehnlich und zieht nach zwei völligen Griffen ins Klo zumindest wieder die Coverbilanz wieder ins Positive. Denn bei LiveEmotion scheint es nur zwei Extreme zu geben: Entweder ist das Cover ganz hübsch und vorzeigbar in der Öffentlichkeit oder es ist so abgrundtief hässlich, dass man es selbst Mitte der 90er gut vor Zuschauern versteckt hätte. Ob hübsch oder hässlich, als Posterbeilage gibt es immer zufällig das Spiel, das auch Covermotiv ist.