Magaziniac intern: Hassliebe InDesign

Für jede Aufgabe benötigt es das passende Werkzeug – und an InDesign führt bei der Zeitschriftenproduktion schlicht kein Weg vorbei.

Zu Beginn meiner Ausbildung zum Mediengestalter im Jahr 2009 hab ich das erste Mal an einem Mac gesessen – und das erste Mal mit InDesign CS2 gearbeitet. Wenn man sich an die Vielzahl an Paletten gewöhnt hat, ist das Programm auch kein Hexenwerk mehr und bereits nach vier Wochen konnte ich mir die Frage stellen, warum ich die Abi-Zeitung damals mit Microsoft Publisher gemacht habe – so schwierig ist das in InDesign doch gar nicht.

Vorgeschichte
Damals (TM) war die Creative Suite von Adobe im Anschaffungspreis auch noch richtig teuer, teils mehrere Tausend Euro, Abomodelle gab es nicht. Ein Update auf eine neue Version gab’s nur, wenn der Rechner einen dazu Zwang – etwas, was Apple und OSX häufiger in den kommenden Jahren tun sollten. Die erste Umstellung kam beim Wechsel von G4 & G5 Power-Macs auf Intel-Macs. CS2 lief nur noch emuliert – war schneckenlahm und stürzte gerne ab – also folgte mein erster großer Versionssprung auf InDesign CS5. Neben der neuen Benutzeroberfläche fiel vor allem eines auf: Nach ein paar Updates machte das Arbeiten richtig Spaß. In der Zeit hat die Software noch richtige und vor allem praktische und sinnvolle Optionen hinzugewonnen, die den Arbeitsalltag erleichtern: Ein Preflight – haben die Bilder die richtige Auflösung, sind sie nicht verzerrt, gibt es Übersatztext? Geil. Auch so Kleinkram, dass Eckeneffekte nicht mehr für alle Ecken identisch sind, man Schriften und Objekte skalieren kann ohne die Maßangaben zu zerschießen – viele Verbesserungen lagen im Detail – InDesign CS2 hatte viele gute Ideen, CS5 hat sie nutzbar gemacht.

Für Version CS6 gab’s keinen Wechselgrund und danach hat Adobe das Abomodell eingeführt, was in der Branche erstmal auf eher wenig Gegenliebe stieß. Wie so oft, wird man in der Applewelt irgendwann dazu gezwungen neue Software zu erwerben, nämlich ab dem Punkt, wo im Zusammenspiel mit einer neuen OSX-Version Bugs auftreten, die die Software nicht mehr nutzbar machen. Über den Distiller lassen sich keine PDFs mehr erstellen, InDesign stürzt beim Beenden ab, Acrobat hat eine komplett zerschossene PDF-Darstellung, wenn man Werkzeuge benutzt und egal wie wenig Bock man drauf hat, über einen Wechsel in Adobes Cloud kommt man nicht mehr herum.

In den folgenden Jahren kommen immer noch mal kleine Detailverbesserungen (QR-Codeerzeugung, verschiebbare Tabellenzellen, Absatzlinien, verbesserte Ausrichtungswerkzeuge, Silbentrennung nach Duden, Benutzeroberfläche in dunkelgrau), Bugfixes, die einem das Layout zerschießen, weil runde Ecken auf einmal wirklich rund wie in Illustrator sind, im großen und ganzen stagniert die Entwicklung jedoch. Nein, ich brauche keine KI-gestützte Bildplatzierung – ich weiß, welchen Ausschnitt ich möchte. Nein, ich will nicht, dass du mir automatisch das Layout verschiebst, wenn ich das Seitenformat für ein anderes Heft anpasse.

Stillstand
Problematisch ist vor allem, dass InDesign gar keine Diagrammfunktionen bereit hält und die von Adobe Illustrator noch immer aus Mitte der 1990er Jahre stammt und nach deren Einführung NIE WIEDER von Adobe angefasst wurde und Diagramme deswegen erstmal immer nach Scheiße aussehen und ein Oberflächeninterface aus der Hölle haben. InDesign kann zwar mit Vektorgrafiken umgehen, aber nur rudimentär. Ein Pinselstrich lässt sich Problemlos als Vektor aus Illustrator rüberziehen, aber eben dann nicht mal als Ganzes bearbeiten, sondern ist in eine kleine Fläche zerlegt, deren Schwungform man nicht mehr mit Pfaden anpassen lassen. Formwerkzeuge? Nur absolut rudimentär vorhanden.
Tabellen mit runden Ecken? Nur möglich, in dem man über Bildrahmen die Tabelle beschneidet. Am Ende kommt man immer zum Ziel, der Weg dorthin ist aber oft komplizierter als es nötig wäre.
Was auch extrem nervig ist: Man braucht im Druck eine Beschnittzugabe, da man nicht randlos drucken kann. Also hat man um die Arbeitsfläche einen in der Regel 3 bis 5mm dicken „Rand“, in den Motive und Flächen weiterlaufen und die am Ende weggeschnitten werden – nicht immer bekommt eine Druckerei das ordentlich hin. Soweit so normal. InDesigns Voreinstellungen haben mit dieser Realität allerdings nicht zu tun. Beschnittmarken, Seiteninformationen, Farbkontrollstreifen und was man noch so alles auf eine Druckseite klatschen kann, werden in der Voreinstellung immer mit dem Abstand von 2,117mm platziert statt die Einstellung aus dem Dokument zu ziehen. Wenn ich 5mm Beschnitt habe, will ich auch, dass meine Beschnittmarken an den Beschnitt anliegen und nicht darin zu sehen sind. Denn dann sieht man sie, wenn eine große Onlinedruckbude mal wieder grob das Heftchen verschnitten hat. Klar, man kann diese Einstellung händisch vornehmen, aber macht das wer? NEIN! Ich sammel seit inzwischen elf Jahren Druckmarken und Seiteninformationen aus dem Beschnitt, weil 4/5 der Anzeigenkunden es einfach nicht hinbekommen.

Bugs aus der Hölle
Aber wenn es nur das wäre… Wie bereits erwähnt, entwickelt Adobe seit vielen Jahren InDesign kaum noch weiter. Trotzdem schaffen sie es immer wieder neue Bugs ins Programm einzuschleppen. Nicht nur kleine nervige Dinge, sondern Sachen, die eine produktive Arbeit unmöglich machen. Normalerweise gilt, arbeite niemals mit Version .0, warte lieber bis Version .1. Im Falle von InDesign 2020 gilt: Arbeite NUR mit Version 15.0.1. Denn mit Version 15.0.2, erschienen im März 2020, hat Adobe die Software komplett zerschossen.

Man arbeitet/erstellt in der Regel sein Dokument lokal, verpackt den Ordner (Bilder und Schriften werden gesammelt), schiebt den Ordner ins Netzlaufwerk, lässt den Redakteur über InCopy dran arbeiten und der Ordner wandet weiter durch den Workflow. Blöd nur, wenn überall Geisterordner mit dem Namen des bearbeitetem Ordner auftauchen, in denen sich lediglich eine „AdobeFnt21.lst“ befindet (eine Auflistung der verwendeten Schriften). Und diese Ordner immer und immer wiederkommen und man irgendwann auch mal den richtigen Ordner samt Dokument löscht. Nach dem Adobe bereits mit 15.0.3 den Bug gefixt haben wollte musste man auf Uservoice zugeben, dass dies nicht der Fall ist – mit inzwischen Programmversion 15.1.1 soll es laut deren Aussage nicht mehr auftreten. Die Kommentare sagen etwas anderes.

Auf einem Apple-Rechner ist die Systemschrift Helvetica Neue. Und Helvetica geht eigentlich immer und passt zu so ziemlich allen. InDesign kann seit Version 15.0.2 mit Apple-Systemschriften (ziemlich egal welche) aber nicht mehr richtig umgehen und behauptetet immer wieder, die Schrift sei nicht vorhanden. Auch dieser „Game Breaking Bug“ ist seit März (Stand heute, 26.8.) nicht behoben.

Seitenzahlen sind in InDesign ein Sonderzeichen, die sich automatisch anpassen. Blöd, wenn daraus dann aus jeder Zahl ein „ss“ wird. Der Bug wurde mit Version 15.1 eingeschleppt – wurde mit 15.1.1 behoben, war aber auch wirklich zu gravierend, um ihn ein halbes Jahr ungefixt zu lassen.

Edit 27.08.20
InDesign 15.1.2 ist heute erschienen. Der „AdobeFnt21.lst“-Bug soll nun wirklich gefixt sein, dafür sind die Seitenzahlen wieder kaputt. Was könnt ihr eigentlich? /Edit

In Photoshop hat sich vor ein paar Jahren ein Problem eingeschlichen, dass ein 1×1 Pixel großes Bild auch 50 MB groß sein kann. Wie das geht? Das Bild ist mit sogenannten „Document Ancestors“ vollgemüllt. Warum ich das gerade jetzt anführe? Nun, ich habe für die nun anlaufende Berichterstattung zur PlayStation 5 mit entsprechenden Bildern zu tun gehabt. Und auch wenn das Bild am Ende nur Briefmarkengroß ist, es frisst viel Speicherplatz, lässt das InDesign-Dokument auch auf teilweise mehrere Hundert MB anschwellen (ausreichend viele „kaputte“ Bilder vorausgesetzt) und ein PDF in „Kleinster Dateigröße“ mit Bildern in lausigster Qualität, die nur noch aus Komprimierungsartefakten bestehen, sind 30 MB groß. Gut, dass bereits 2016 ein wahrlich netter Mensch ein Script geschrieben hat, das den Müll wieder aus den Bildern entfernt. Ach wüssten doch nur Sony, Samsung (bei deren Bildern fing das Drama um 2015 herum an), KSM Anime, Marvel, Disney und Co. von diesem Script…

Das Abomodell von Adobe ermöglicht auch für kleines Geld legal in die Welt der Kreativsoftware einzusteigen. Leider hat es vor allem dazu geführt, dass der Hersteller faul geworden ist und nur noch, sorry, ungetestete Scheiße über die Update-Kanäle ausspielt.

Ich nutze jeden Tag InDesign, an „schlechten“ Tagen auch mal zehn Stunden und ich mag es wirklich gerne. Was Adobe aktuell abliefert ist aber einfach nur noch Müll – So kann ich nicht arbeiten.

Was’n Quark
In den 90er Jahren nutze man zur Zeitschriftengestaltung vor allem ein Programm: QuarkXpress. Die Firma dahinter hat sich noch schlimmer verhalten als Adobe dies heute tut und so verwundert es auch nicht, warum QuarkXpress quasi fast überall durch InDesign ersetzt wurde. Wie eingangs erwähnt bin ich mit InDesign CS2, einer Software von 2005, in die Zeitschriftenproduktion eingestiegen. Warum ist man also überhaupt von QuarkXpress weg, wenn InDesign inzwischen so ein Frickelmonster geworden ist? Die Antwort darauf ist leider viel zu einfach, ein Blick in die Feature-Tabelle von QuarkXpress genügt:

Seit Version 2015 kann Quark Ebenen auf Musterseitenvorlagen. Seit 2016 kann sich die Größe eines Textrahmen an den Text anpassen. Unabhängig davon, was man von Verläufen hält, erst seit 2016 kann Quark diese mit mehr als 2 Farben darstellen. Erst seit 2017 können Texte Schattierungen bekommen. Man kann ebenfalls erst seit dieser Version dem Text eine Kontur verpassen und der Text ist immer noch Text und editierbar. Erst 2019 hat Quark gelernt, dass man auch Tabellenstile, also wie eine Tabelle aussehen soll, verwenden kann. Ebenfalls neu seit 2019: Man kann den Referenzpunkt festlegen, von wo aus ein Objekt gedreht werden soll (links oben, mitte, rechts unten etc.). Quark kann nun auch Bilder in unterschiedlichen Formaten exportieren und speichert diese auch nicht mehr in 72dpi Bildschirmauflösung ab, sondern so, wie man es gerne hätte.

Kurzum, jetzt im Jahr 2020 ist QuarkXpress etwa auf dem Funktionsstand angekommen, den InDesign CS2 im Jahr 2005 hatte – FÜNFZEHN Jahre später. Dahin wechselt man nicht mehr zurück.

Affinity Publisher
Das Programm sieht geil aus, ist spottbillig, hat keine Altlasten und ist superschnell und hat coole Features, was die Gestaltung von Formen betrifft. Und kann auch einigermaßen brauchbar InDesign-Dokumente importieren. Für die Printproduktion ist es dennoch im aktuellen Zustand (Version 1.8.4) nicht geeignet. Warum? Affinity fing mit dem Designer als Illustrator-Killer an und schob dann noch Photo als Photoshop-Konkurrent nach – kommt also aus der Bildbearbeitungsecke. Das schlägt sich auch in der Arbeitsoberfläche nieder: Es gibt keine globalen Ebenen, jedes Objekt, jedes Bild, jedes Textrahmen ist auf einer eigenen Ebene. Selbst bei kurzen Artikeln hat man schnell ein unübersichtliches Schlachtfeld auf dem Rechner.
Komplett disqualifiziert sich Publisher aber im Umgang mit PDFs. Sinn und Zweck eines PDFs ist es, dass es überall identisch aussieht. Und dass ich keine Schriften extra brauche, um das Dokument richtig angezeigt zu bekommen. Affinity Publisher möchte PDFs aber als native Objekte behandeln und bettet diese nicht so wie sie sind ein. Bekommt man also von seinen Kunden ein PDF, in der Schrift noch Schrift ist und nicht in Bilder oder Pfade umgewandelt ist (beides will man nicht), wird das PDF unter Garantie zerschossen. Denn kein normaler Nutzer hat die Hausschriften von Panasonic, Samsung, der Telekom oder auch irgendeiner kleinen Bude auf dem Rechner. Dass Publisher auch sonst mit der Darstellung und der Ausgabe von PDF-Dateien so eine liebe Mühe hat, ist da nur noch eine Randnotitz…

Genug geärgert – nach der Abgabe ist vor der Abgabe. ;)

M! Games – The Last Man Standing

Wenn mir vor 15 Jahren jemand erzählt hätte, was im Jahr 2020 mal mein Lieblingsheft wird, den hätte ich vermutlich mehr als nur dezent seltsam angeschaut. Umso mehr freut es mich, dass es das „Gallische Dorf“ Cybermedia in Mering noch immer gibt.

Der Ist-Zustand
Machen wir uns nichts vor: Der Sektor der Spielehefte ist mausetot – und das nicht erst seit Corona. Die Gründe dafür mögen vielfältig sein, lassen sich am Ende jedoch auf eine einfache Aussage herunterbrechen „Es lohnt nicht mehr wirklich“. Denn auch wenn die Produktionskosten sinken (kleinere Redaktionen, weniger Layouter, Inhalte zwischen verschiedenen Kanälen und Heften tauschen, geringere Druckkosten) – den Schwund an Käufern und Anzeigen ausgleichen können sie nicht. Im Gegensatz zu den Technik-Heften und Testportalen hat sich bei den Spielemagazinen auch kein großer Markt mit Logo-Lizenzen etabliert. Hinzu kommt, dass E-Paper-Verkäufe sehr überschaubar ausfallen und Flatrate-Angebote wie „Readly“ nur Centbeträge pro Leser abwerfen und in Deutschland meinem Geschmack nach nur die GameStar ein richtig gutes Bezahlangebot im Netz hat.

Auch wenn ich immer noch diverse „Zombie“-Hefte kaufe, wirklich Spaß zu lesen bereiten sie mir nicht mehr. Die Optik reißt mich nur noch selten vom Hocker und wenn ich fix mal ein Heft durchblättere, hab ich eigentlich die meisten Inhalte schon online gesehen. Die Datenträger, sofern noch vorhanden, kann man sich auch sparen. In der „guten alten Zeit (TM)“ war die DVD der „GamePro“ ein absolutes Highlight. In der aktuellen Ausgabe gibt es noch 6 Vorschauen, 2 Tests und 3 Specials, darunter eine Folge GameStar TV – immerhin Plus-Content. Keine News, kein Testcheck oder sonst irgendwas, was die DVD legendär machte oder für Archivierungszwecke rechtfertigen würde. Das Videoarchiv heißt heute Youtube.

Damals…
Zur Hochzeit meiner Spielemagazinsammelleidenschaft zogen auch die Klassiker „Mega Fun“, „Fun Generation“, „Video Games“, „Next Level“ in mein Regal und natürlich auch die alten Jahrgänge der „Man!ac“. Die „M!“ mochte ich neben der „XL“ am wenigsten. Die „Fun Generation“ war mein ungeschlagener Favorit, gerade in ihrer letzten Inkarnation (ab 11/99). Nach mittlerweile 11 Jahren als Printmediengestalter muss ich mein Fanboysein doch ein wenig revidieren. Meine Fresse, haben die zwischendrin eine Scheiße zusammenlayoutet. Quarkxpress als DTP-Software war die Hölle [und alternativlos] und bei ständig wechselnden Layoutern ist es auch kein Wunder, dass permanent etwas schief geht. Weil es in den Kommentaren neulich aufgegriffen wurde „Computec spart sich das Lektorat“ – mag sein, der Schaden dürfte sich in Grenzen halten. Denn auch in den 90er und 2000ern wurden die Magazine Korrekturgelesen und die Ergebnisse dazu waren eher mäßig…

Heute…
Die „Man!ac“ bzw. heute „M! Games“ hat den Vorteil, dass sie sich in die moderne Zeit retten konnte und so von den heutigen Entwicklungen profitieren kann.

Gedruckt wird in Deutschland, bei Dierichs Druck in Kassel. Man mag es kaum glauben, aber wenn man die Transportkosten von Ungarn oder Polen nach Deutschland wieder draufschlägt, nimmt sich das preislich kaum noch was – trotz besserer Papierqualität. Hinzu kommt der unschätzbare Vorteil Ansprechpartner zu haben, die verstehen, was man von ihnen möchte, mit ihrem System zur Druckdatenverwaltung umgehen können und Abo- und Variantcover durchaus ohne Mehrkosten anbieten können. Oh und der Versand der Aboexemplare läuft ohne Zwischendienstleister und auf Wunsch in Schutzfolie. Etwas, was Computec und Vertriebs- und Abodienstleister DPV leider nicht mehr gewillt sind zu tun. Deswegen ist dort nur noch mein Abo der „Making Games“ erhalten geblieben, da es das Heft nicht mehr im Bahnhofsbuchhandel gibt – und jede Lieferung ist ein einziges Ärgernis.

Bedingt durch die Tatsache, dass die „M! Games“ sich ihre Inhalte nicht mit anderen Heften teilen muss, konnte sie sich ihr eigenständiges Layout erhalten. Es ist übersichtlich, zeitlos (überwiegend weiße Hintergründe), enthält verspielte Elemente (Infografiken, Freisteller) und noch die Original-Wertungsgesichter der Multiformat-Magazine. Durch Routine und seit Jahren dieselbe Layouterin (Cynthia Grieff) ist es auch wenig fehleranfällig.

Warum mag ich „M! Games“ noch?
Im Heft steht einfach noch eine ganze Menge drin. Egal ob „GamePro“ oder „Games Aktuell“ – bei beiden hab ich eher das Gefühl ein Best-Of der Webseite zu bekommen. In der „GamePro“ 9/20 sind gerade mal 5 Tests, in der „Games Aktuell“ 8/20 sind es 9. Auch die Vorschauen oder Hintergrundberichte sind nicht allzu interessant für mich – kennt man eben schon. Die „M! Games“ 8/20 hat ganze 18 Titel im Test. Dazu noch 26 Download-only-Spiele. Es gibt eben auch ein Leben neben Triple A und Blockbuster. Im Newsteil gibt es Nerdkram, zusätzlich noch eine Importecke. Klar, die Doppelseiten machen den Bock auch nicht fett, sorgen aber dafür, dass man abseits des Mainstreams noch ein bisschen was mitbekommt ohne sich in spezialisierten Youtube-Kanälen verlieren zu müssen.

Cybermedia schafft mit der „M! Games“ etwas, was ihre Mitbewerber bei mir nicht mehr hervorrufen: Das Gefühl in einem Monatsheft rundum informiert zu sein. Dafür gebe ich gerne 5 Euro im Monat aus und hoffe es auch noch lange tun zu können.

IVW-Zahlen IV/2016 – Nichts ist mehr übrig

Wenn man so möchte, endet an diesem Tag die lange Diskussionstradition über die IVW-Zahlen der Spielehefte. Computec Media hat ihre letzten noch in der IVW verbliebenen Hefte (play4, Games Aktuell, PC Games Hardware) nun mit Wirkung zum 31.12. abgemeldet. Dadurch gibt es auch für das vierte Quartal keine Zahlen mehr. Webedia ist mit GameStar und GamePro zum 1.1.2017 ausgetreten – auch hier, keine Zahlen mehr fürs 4. Quartal. Wieder- oder Neueintritte sind in diesem Segment eher unwahrscheinlich. Nur noch Axel Springer für die Computer Bild Spiele ihre Zahlen. Allerdings sind diese auch sind nicht sonderlich ermutigend:

IV/2016 (im Vergleich mit IV/2015)
Computer Bild Spiele: 40.021
(-33,41%/-20.083 Exemplare)

IV/2016 (im Vergleich mit III/2016)
Computer Bild Spiele: 40.021
(-26,87%/-14.707 Exemplare)

IVW-Zahlen III/2016 – GameMasters Abschied

6.325 verkaufte Exemplare – ein Minus von über 60% – mit diesen Zahlen zieht sich Pananis Game Master aus der IVW zurück. Bereits im Mitte August erschien mit Nummer 110 die letzte Ausgabe. Umso überraschender, dass man zum Ende noch mal Zahlen meldete.

III/2016 (im Vergleich mit III/2015)
Computer Bild Spiele: 54.728
(-19,17%/-12.981 Exemplare)

Game Master: 6.335
(-62,86%/-10.703 Exemplare)

GamePro: 12.007
(-15,17%/-2.147 Exemplare)

GameStar: 54.358
(-15,83%/-10.227 Exemplare)

Games Aktuell: 14.196
(-19,53%/-3.445 Exemplare)

PC Games Hardware: 25.618
(-8,49%/-2.377 Exemplare)

play4: 16.844
(-12,58%/-2.425 Exemplare)

II/2016 (im Vergleich mit I/2016)

Der Vergleich mit dem Vorquartal sieht eigentlich gar nicht schlecht aus – mit Ausnahme der GameMaster können alle Hefte zulegen – ein wahrlich ungewohntes Bild.

III/2016 (im Vergleich mit II/2016)
Computer Bild Spiele: 54.728
(+48,17%/+17.792 Exemplare)

Game Master: 6.335
(-59,07%/-9.129 Exemplare)

GamePro: 12.007
(+5,37%/+612 Exemplare)

GameStar: 54.358
(+11,65%/+5.674 Exemplare)

Games Aktuell: 14.196
(+1,18%/+165 Exemplare)

PC Games Hardware: 25.618
(+6,16%/+1.487 Exemplare)

play4: 16.844
(+3,76%/+610 Exemplare)

Quelle: IVW.eu

IVW-Zahlen II/2016 – Rabenschwarz sind meine Kleider

Die Freude über den Auflagenzuwachs bei der Computer Bild Spiele war nur von kurzer Dauer. Im zweiten Quartal 2016 ging’s mit den Verkaufszahlen wieder abwärts – und zwar sehr deutlich. Fast 50% Auflagenminus und ein neues Allzeittief müssen die Hamburger verkraften.
Paninis Game Master kann nach kräftigen Verlusten wieder ordentlich zulegen und überholt mal eben die GamePro und die Games Aktuell. Allerdings erscheint auch nur noch alle zwei Monate eine Ausgabe.

II/2016 (im Vergleich mit II/2015)
Computer Bild Spiele: 36.936
(-47,23%/-33.056 Exemplare)

Game Master: 15.454
(+35,24%/+4.027 Exemplare)

GamePro: 11.395
(-17,94%/-2.491 Exemplare)

GameStar: 48.684
(-23,53%/-14.982 Exemplare)

Games Aktuell: 14.031
(-25,56%/-4.818 Exemplare)

PC Games Hardware: 24.131
(-11,08%/-2.691 Exemplare)

play4: 16.234
(-15,66%/-3.014 Exemplare)

 

II/2016 (im Vergleich mit I/2016)

Im Vergleich mit dem Vorquartal kann GameMaster ein sagenhaftes Plus von über 80% verbuchen, wohingegen die CBS mit fast Minus 55% die Verliererliste anführt.

II/2016 (im Vergleich mit I/2016)
Computer Bild Spiele: 36.936
(-54,42%/-44.106 Exemplare)

Game Master: 15.454
(+81,02%/+6.917 Exemplare)

GamePro: 11.395
(-9,64%/-1.216 Exemplare)

GameStar: 48.684
(-8,15%/-4.321 Exemplare)

Games Aktuell: 14.031
(-15,52%/-2.578 Exemplare)

PC Games Hardware: 24.131
(-11,13%/-3.021 Exemplare)

play4: 16.234
(-9,53%/-1.710 Exemplare)

Quelle: IVW.eu

IVW-Zahlen I/2016 – Das Wunder von Hamburg

Ob Platin Glück bringt? Einen wahrlich seltenen Anblick gibt es in den IVW-Zahlen fürs 1. Quartal 2016 zu bestaunen. Mit einem Plus von fast 15% geht Axel Springers Computer Bild Spiele bei den aktuellen Quartalsauflagen als eindeutiger Sieger hervor. Viel mehr Positives gibt es dann leider nicht zu berichten – im Schnitt geht es um 15% nach unten, Paninis Game Master peilt langsam die Marke von „unter Ferner liefen“ an – satte 40% Verlust gibt es zu verzeichnen. Trotz herunterfahren der Erscheinungsfrequenz und der damit verbundenen längeren Auslage.

I/2016 (im Vergleich mit I/2015)
Computer Bild Spiele: 81.042
(+14,72%/+10.396 Exemplare)

Game Master: 8.537
(-41,47%/-6.048 Exemplare)

GamePro: 12.611
(-15,20%/-2.261 Exemplare)

GameStar: 53.005
(-15,31%/-9.580 Exemplare)

Games Aktuell: 16.609
(-20,72%/-4.342 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.152
(-11,08%/-3.385 Exemplare)

play4: 17.944
(-16,03%/-3.425 Exemplare)

 

I/2016 (im Vergleich mit IV/2015)

Auch im Vergleich zum Vorquartal zählt die CBS natürlich zu den klaren Gewinnern – fast 35% mehr. Angesichts der schlechten Zeiten darf man auch die Minizuwächse von GamePro und PC Games Hardware als schönes Ereignis würdigen.

I/2016 (im Vergleich mit IV/2015)
Computer Bild Spiele: 81.042
(+34,84%/+20.938 Exemplare)

Game Master: 8.537
(-15,05%/-1.513 Exemplare)

GamePro: 12.611
(+0,78%/+97 Exemplare)

GameStar: 53.005
(-11,71%/-7.030 Exemplare)

Games Aktuell: 16.609
(-3,80%/-656 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.152
(+0,02%/+5 Exemplare)

play4: 17.944
(-4,49%/-844 Exemplare)

Quelle: IVW.eu

Relaunch 09/2016 – Heise fährt c’t ohne Not gegen die Wand (Update)

Zeitschriften-Relaunches sind eine ganz schön gefährliche Sache, denn die Erfahrung hat gezeigt: Nur selten ist ein Heft danach optisch und inhaltlich auch wirklich besser. Egal ob GamePro, PC Action, PC Powerplay oder Computer Bild Spiele – nach jeder Komplettüberarbeitung wurden die Hefte entkernt und ihrer Seele beraubt. Unter dem Deckmantel der Modernisierung wurden vor allem der Arbeits- und Produktionsaufwand an den Magazinen so drastisch reduziert, dass auch der letzte Käufer wusste, es handelt sich bloß um Sparmaßnamen. Das hat den weiteren Niedergang der Hefte dann nur noch beschleunigt.

Bisherige leuchtende Ausnahme in diesem Zirkus: Die c’t aus dem Heise Verlag. Die letzte optische Überarbeitung der c’t ist 13 Jahre her – damit wirkte das Magazin zwar vielleicht ein wenig angestaubt und wie aus der Zeit gefallen, lief damit aber erstaunlich gut.

Marktentwicklung
Das gesamte Segment der Computerzeitschriften ist stark schrumpfend. Innerhalb von nur fünf Jahren verlor beispielweise die Chip 46%, PC Magazin und PC Go 65% und die PC Welt sogar 71% ihrer Auflage. Der vergleichsweise geringe Verlust der Chip bzw. der große der übrigen Mitbewerber beruht darauf, dass erstere immer noch die Auflagenzahlen mit Bordexemplaren schönt, wohingegen sich der Rest davon verabschiedet hat.

Axel Springers Computer Bild verlor hingegen echte 54% an Auflage, während es bei Heises c’t bloß 21% waren – bei beiden findet Auflagendoping nur im sehr geringem Maße oder gar nicht statt. Im 4. IVW-Quartal 2015 kam es nun zu folgender Situation: Die c’t verlor wieder ihre gewohnten 3% an Käufern, während die Computer Bild mit fast 20% wieder ordentlich Federn lassen musste.
Damit hatte man auf einmal das Kuriosum, dass die c’t mehr Hefte verkauft als die Computer Bild, rechnet man nur die harten Auflagenzahlen Abo+Kioskverkauf zusammen: 253.934 verkaufte Exemplare bei der c’t gegen 253.114 Exemplare bei der Computer Bild. Ohne nur einen einziger Käufer zu gewinnen hat man es mit stringenter Heftlinie geschafft, Europas größtes Computermagazin zu werden. Eigentlich eine ganz schön komfortable Situation.

Ohne Not Probleme geschaffen
Letztendlich hätte man mit der Situation gut leben können, trotz der Auflagenverluste. Mit c’t Fotografie, Mac&i, und c’t Make stellte man dem Hauptheft in den letzten Jahre drei 9,90 Euro teure Schwesterpublikationen zur Seite. Gleichzeitig hat Heise eine so gute Reputation, dass sie sich es leisten können Anzeigenkunden ans Bein zu pinkeln und nur für ihre Leser zu schreiben. Herz, was willst du mehr?

Für das, was die beiden Chefredakteure zusammen mit der Hamburger Hipster-Agentur „zmyk“ verbrochen haben, braucht man eigentlich nicht viele Worte. „Strg+Z“ oder „Zurück zur letzten Version“ genügen. Aber wo bliebe denn da der Spaß?

Das Relaunch-Desaster
Stilistisch hat sich der Titel nicht verändert, eine bunte Farbe plus ein typisches c’t-Motiv. Allerdings gibt es neue Schriften. Egal wie lange man das Titelthema „Weg von Windows 10“ auch betrachtet, man kommt einfach nicht darüber hinweg zu glauben, die Schrift wäre in der Höhe ordentlich zusammengestaucht worden.

Das Editorial ist seit jeher in einer Monospace-Schriftart verfasst, als hätte man den Text auf einer Schreibmaschine verfasst. Bereits hier kam man nicht drum herum einen neuen Font zu nehmen. Dieser ist jetzt serifenlos und wenn man so möchte, das Gegenteil von dem, was man im Rest des Heftes abgezogen hat. Vor allem ist er eines: Dünner und noch schlechter lesbar.

Wenn sich das Inhaltsverzeichnis nicht bereits auf dem Cover befindet, sollte man dieses schön sauber auf einer Doppelseite gestalten, sämtliche Themen sauber auflisten und zusätzliche noch die Topthemen anfeaturen, damit man Lust auf mehr bekommt. Also genauso machen, wie es bis Ausgabe 08/2016 der Fall war. In der äußeren Spalte auf beiden Seiten die Gesamtauflistung, in den mittleren zusätzlich die Hauptthemen. Jetzt ist alles hintereinander weg aufgelistet und man hat das Gefühl, die drei angeteaserten Hauptthemen sind nur noch irgendwie mit reingestopft worden, um irgendwie den Platz zu füllen. Es lädt jedenfalls nicht mehr zum Stöbern ein, sondern will nur noch überblättert werden – leisten wir dem Drang doch mal Folge.

Beim Newsteil angekommen drängt sich sofort die brennende Frage auf, was denn zur Hölle hier passiert ist. Dass er ein wenig stärker bebildert ist, lässt sich durchaus verschmerzen, auch wenn dadurch natürlich ein wenig Text flöten geht. Allerdings möchte man beim neuen Artikeleinstiegsdesign gleich selbst Hand anlegen und als allererstes den Rahmen des Einstiegsbildes aufziehen. Das ist ein wenig nach Innen eingerückt, was irgendwie falsch und nicht nach gewolltem Designelement aussieht. Blättert man weiter im Heft, verhärtet sich dieser Gedanke, da kein System existiert wie weit die Bilder vom Rand entfernt sind und permanent Springen. Man könnte fast meinen, man hätte ohne Musterseiten gearbeitet. Anfängerfehler.

Je weiter man durchs Heft blättert, desto mehr drängt sich die Frage auf, ob die Gestalter des Layouts jemals etwas von „Absatzformaten“ gehört hat. Headline und Subline-Texte ändern sich permanent in der Größe, jedoch ohne den Eindruck zu erwecken, es wäre ein gewolltes Gestaltungsmittel. Der Platz bestimmt, wie etwas aussieht. Artikelgestaltung aus einem Guss ist ja so spießig.

Das Prozessorgeflüster ist hat einen gefühlt in 10% Cyan getauchten Hintergrund bekommen, der voll nach 90er Jahren aussieht – nur noch ein Verlauf nach Weiß fehlt. Nebenbei gibt es wieder eine völlig sinnfrei ins Heft eingerückte Headline und darunter einen fast faustgroßen Weiß… ähm Blauraum zum Atmen, bevor der Artikel anfängt.

Bisher wechselten sich im Newsteil ein drei- und vierspaltiges Layout ab. Das hatte den Vorteil, dass man relativ problemlos jedes Anzeigenformat unter bekam. Jeder der schon mal das „Vergnügen“ hatte ein zweispaltiges Layout zu setzen, weiß wie das aussieht, wenn eine drei Spalten breite Anzeige reinkommt – richtig scheiße. Auf Seite 27 und 39 findet man solche Lehrbuchbeispiele.

Dass man jetzt auf ein zwei bzw. dreispaltiges Newslayout setzt, führt neben dem negativen optischen Aspekt leider auch zu einem Inhaltlichen. Es passen schlicht weniger Artikel auf die Seite, die dezent größere Schrift tragen ihr Übriges dazu bei. Die großen Weißräume zwischen den Meldungen, ich vergaß – die Luft zum Atmen, sorgen ebenfalls für Informationsverlust. Gleichzeitig ist es optisch so schlecht gemacht, dass man neuerdings Trennlinien einsetzen muss, da die Meldungen sonst trotz der gigantischen Abstände ineinander verfließen.

Die Kurztests, die bisher informativer waren als bei so manchem Heft das Titelthema verdienen nun endlich ihren Namen – sie sind viel kürzer. Endlich mehr Platz für Bilder und nicht für diesen doofen Text.

Eine Frage des Einstiegsbildes
Bei Produkttests setzte man bisher auf freigestellte, d.h. von ihrem Hintergrund befreite, Produktfotos. Das war ansehnlich und einheitlich. Was man jetzt gemacht hat, entspricht keiner klaren Linie mehr. Mal sieht man den hellgrauen Original-Fotohintergrund, mal hat man wiederum sich die Mühe gemacht ein Produkt freizustellen, um es dann vor dunkelgrau, Windows 95 grün oder Windows 95 grün, Farbton 30% zu setzen.

Gipfel von Hässlichkeit und Platzverschwendung ist allerdings Seite 76-77. Einen zweiseitigen Artikeleinstieg, auf dem lediglich Headline, Subline und die Themen der kommenden Seiten aufgelistet sind, hat man in der c’t noch nicht gesehen. Und vor allen Dingen nicht gewollt. Nebenbei kommt hier auch richtig das neue Einstiegsbilddesign zum Tragen. Bisher gab es leicht trashig aussehende, aber stets liebevoll und individuell gestaltete 3D-Renderings im unverwechselbaren c’t-Design. Diese waren sogar so erfolgreich, dass sie ganze Kalender zierten.
Jetzt sind die Artikelaufmacher im Look der verhassten Windows 8-Kacheloptik gestaltet. Das sieht nicht nur scheiße aus, sondern ist auch eine enorme Zeitersparnis. So lässt sich ein Einstiegsbild für einen Artikel in weniger als fünf Minuten gestalten – es dauert nicht mehr Stunden.

Eine Frage der Details
Neu ist z. B. eine kleine Spielerei unter den Seitenzahlen. Bei langen Artikel hat man hier kleine Fortschrittkästchen, die Anzeigen, wie viele Doppelseiten man noch vor sich hat. Ganz nett die Idee, wenn’s auch nicht wirklich was bringt und fehleranfällig ist. Furchtbar sind auch bei Produktvergleichstests die neuerdings mit grau hinterlegten Kästen, die dem Auge wohl als Orientierung dienen sollten. Davon ab, dass es altbacken wirkt: Vor dem neuen Layout hat das Auge keine Orientierungshilfe benötigt, da es sich optisch von alleine ergeben hat.
„Hübsch“ sind auch die Buchkritik-Seiten geworden. Statt drei einspaltiger Kritiken befinden sich nun nur noch zwei im dreispaltigen Layout auf einer Seite. Man hat also das Kunststück fertig gebracht trotz kleinerer Bilder durch die neue Anordnung 33% weniger Inhalt auf einer Seite unterzubringen – Respekt, das muss man erstmal hinbekommen.

Ich habe immer sehr bedauert, dass Heise nie eine „c’v“ – Magazin für Computer und Videospiele gemacht hat. Jetzt im neuen Layout bekommen die Spieletests endlich etwas mehr Platz eingeräumt. Zumindest in der Theorie, denn statt Halbseiter gibt es jetzt Einseiter. In der Praxis gibt es neuerdings eine fast halbe Seite Einstiegsbild, sodass am Ende vielleicht drei Sätze gewonnen wurden.

Selbst die Vorschauseite hat man in der optischen Gestaltung vergeigt – hier ist der Text noch breiter als bei den zweispaltigen Standardseiten – von komfortablem Lesen keine Spur.

Fazit
Was die c’t-Chefredakteure und die Agentur „zmyk“ hier an „Arbeit“ abgeliefert haben ist an Stümperhaftigkeit kaum zu überbieten – das bekommen selbst Mediengestalter Lehrlinge im ersten Lehrjahr besser hin. Das Feedback in den Heise-Foren ist ähnlich vernichtend. Bis auf einen einzigen Beitrag sind allen anderen ausschließlich negativ. Und obwohl das Heft statt zuletzt 196 nun 212 Seiten hat, steht viel weniger drin – fleißige Leser haben das mit PDF2TXT bereits auszählen lassen.

Setzen, 6.

Update
Ich erhielt am 20.04. um 17.18Uhr eine E-Mail von c’t-Chefredakteur Johannes Endres. Dieser nimmt seine Artdirectorin ausdrücklich in Schutz. Sie habe das Konzept nicht entwickelt. Es sei in Zusammenarbeit der beiden Chefredakteure mit der Agentur zmyk entstanden. Für die Darstellung als „Verantwortliche“ möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich entschuldigen.

IVW-Zahlen IV/2015 – Rot sind meine Kleider

Ohne große Umschweife, hier die neuen IVW-Zahlen fürs 4. Quartal 2015. Negative Spiitzenreiter sind Game Master und Computer Bild Spiele, die jeweils rund ein 1/3 ihrer Verkäufe einbüßen. Auch die GamePro ist mit einem Viertel gut dabei. Die restlichen in der IVW verbliebenden Spielehefte kommen mit jeweils rund 15% Minus davon.

IV/2015 (im Vergleich mit IV/2014)
Computer Bild Spiele: 60.104
(-30,27%/-26.093 Exemplare)

Game Master: 10.050
(-36,32%/-5.733 Exemplare)

GamePro: 12.514
(-24,42%/-4.043 Exemplare)

GameStar: 60.035
(-14,79%/-10.422 Exemplare)

Games Aktuell: 17.265
(-14,44%/-2.914 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.147
(-11,51%/-3.530 Exemplare)

play4: 18.788
(-15,22%/-3.372 Exemplare)

IV/2015 (im Vergleich mit III/2015)
Schönrechnen im Vergleich mit dem Vorquartal klappt auch hier nur bedingt. So verliert Paninis GameMaster rund 41% ihrer Auflage. Warum es hier auf zweimonatliches Erscheinen runtergeht, dürfte klar sein. Games Aktuell, PC Games Hardware und play4 dürfen sich darüber freuen, dass ihre Auflage mit einem Minus von je nur 2-3% faktisch stagniert.

IV/2015 (im Vergleich mit IV/2014)
Computer Bild Spiele: 60.104
(-11,23%/-7.605 Exemplare)

Game Master: 10.050
(-40,98%/-6.978 Exemplare)

GamePro: 12.514
(-11,59%/-1.640 Exemplare)

GameStar: 60.035
(-7,04%/-4.550 Exemplare)

Games Aktuell: 17.265
(-2,13%/-376 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.147
(-3,03%/-848 Exemplare)

play4: 18.788
(-2,50%/-481 Exemplare)

Quelle: IVW.eu

Life- und Nekrolog Spielehefte 2015

Willkommen zum traditionellen Magaziniac-Jahresrückblick. Der Lifelog-Anteil ist wieder einmal ziemlich dürftig, denn mal abgesehen dem 20-Seiten-Heft Mac Gamer und von einem aus dem Englischen übersetzten Oneshot zum Thema Minecraft abgesehen, ist nichts Neues im Segment der gedruckter Spielehefte erschienen. Im Gegensatz dazu bekam man dieses Jahr gleich fünf Mal in Deutschland die Chance Lebewohl zu sagen.

So endet nach sechs Jahren Das offizielle Sims-Magazin aus der GameStar GmbH/Webedia. Der Abschied wurde gebührend mit einer Best-of-Ausgabe gefeiert. Gleichzeitig endet damit auch die Ära von Michael Trier bei der GameStar GmbH, der das Unternehmen mit Einstellung des Heftes verlässt.

Wenig Glück hatte Computec mit der Neuauflage der Games and More. Trotz des Mitnahmepreises von 1,99 € machte das Heft zuletzt mit zahlreichen ausgefallenen Ausgaben auf sich Aufmerksam. Sodass 2015 nicht mal mehr die angepeilten fünf Hefte geschafft wurden. Eingestellt wurde das Magazin ganz klassisch mit den Worten „Die nächste Ausgabe erscheint am…“

Auch Totgesagte sterben irgendwann. Als monatliches Heft war die X3 schon nach relativ kurzer Zeit am Ende. Wider erwarten kam das Magazin dann wirklich als unregelmäßiges Special an den Kiosk und berappelte sich zeitweise auf eine saubere zweimonatliche Erscheinungsweise. Genützt hat’s alles nichts, nach einigen ausgefallenen Ausgaben ist mit dem Oktober/November-Heft nach 43 Ausgaben Schluss. Verabschiedung gab’s keine – auch wenn das strategisch sicher nicht ganz unklug gewesen wäre auf das Schwesterheft zu verweisen…

Apropos ausgefallene Ausgaben: Von Robert Bannerts Elektrospieler war in der letzten Zeit nur noch wenig zu hören und zu sehen. Mittlerweile hat es noch ein Heft an den Kiosk geschafft – mit deutlich reduziertem Seitenumfang und dem Hinweis, dass es am Kiosk nicht mehr weitergeht. Natürlich solle dies nicht das Ende des Magazins bedeuten, man wolle bloß Druck aus dem Vertrieb nehmen und bietet zukünftige Ausgaben nur noch über Amazon an. Wir dürfen gespannt sein, wie lange das funktioniert.

Zu guter Letzt bleibt noch das AGM über. Offiziell ist das Magazin noch nicht eingestellt, praktisch erscheinen jedoch keine weiteren gedruckten Hefte mehr. Auf Facebook und auf agm-magazin.de soll’s jedoch weitergehen.

 

Lifelog 2015

 

Mac Gamer

Mac Gamer 01/2015Herausgeber: Wolfgang Meck, Enno Conners
Verlag: mc-arts Einzelfirma/CSW-Verlag
Preis: € 3,95
Ausstattung: 20 Seiten
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2015 (20.02.2015)
Ausgaben derzeit: #4
Webseite

 

Nekrolog 2015

 

AGM (Printausgabe)

AGM 04/2015Chefredakteur: Mikis Wesensbitter
Verlag: AGM GbR
Preis: € 5,00
Ausstattung: 116 Seiten
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2011 (10.06.2011)
Finalausgabe: 04/2015 (28.08.2015)
Ausgaben gesamt: #25
Webseite

 

Die Sims – Das offizielle Magazin

Die Sims – Das offizielle Magazin 06/2015Chefredakteur: Michael Trier
Verlag: GameStar GmbH
Preis: € 6,99
Ausstattung: 100 Seiten inkl. DVD
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2009 (02.06.2009)
Finalausgabe: 06/2015 (16.10.2015)
Ausgaben gesamt: #39
Webseite

 

Elektrospieler (am Kiosk)

Elektrospieler #22Chefredakteur: Robert Bannert
Herausgeber: Agentur Ratz
Preis: € 5,00
Ausstattung: 68 Seiten
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2009 (21.11.2009)
Finalausgabe: #22 (31.10.2015)
Ausgaben gesamt: #22
Webseite

 

Games and More

Games and More 10+11/2015Chefredakteur: Thomas Szedlak
Verlag: Computec Media GmbH
Preis: € 1,99
Ausstattung: 68 Seiten
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 11/2008 (01.10.2008)
Finalausgabe: 10+11/2015 (02.09.2015)
Ausgaben gesamt: #40
Webseite

 

X3

X3 10+11/2015Chefredakteur: Wolfgang Fischer
Verlag: Computec Media GmbH
Preis: € 4,99
Ausstattung: 100 Seiten
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 09/2008 (20.08.2008)
Finalausgabe: 10+11/2015 (16.09.2015)
Ausgaben gesamt: #43
Webseite

 

Österreich:

Im September musste der österreichische MediaXP Verlag Insolvenz anmelden. Seit dem sind sämtliche Webseiten des Verlags offline und das gedruckte Heft erscheint natürlich auch nicht mehr. Noch erreichbar ist die GamingXP-Facebookseite, Infos zum Thema gibt’s allerdings nur bei Wikipedia.

 

GamingXP

Chefredakteur: Peter Konhäusner
Verlag: MediaXP-Verlag
Preis: € ???
Ausstattung: 52 Seiten
Erscheinungsweise: monatlich (10x jährlich)
Erstausgabe: 04/2008 (28.03.2008)
Finalausgabe: September 2015
Ausgaben gesamt: #unbekannt
Webseite

 

England:

Einst war der englische Markt für Konsolenmagazine einer der größten in Europa. Diese Zeiten sind natürlich auch lange vorbei und so sind mit Imagine und Future eigentlich nur noch zwei richtige Spieler übrig geblieben. Nützt nichts, geschrumpft wird weiter. Future stellte würdig (d.h. mit Verabschiedung) PC Format ein, Hardware-Magazin für PC-Spieler. Imagine machte wortlos Pocket World, ein Pokémon- und Kinderspiele-Magzin platt. Angesichts der Tatsache, dass 174 Ausgaben erschienen sind, ein wenig traurig. 131 Ausgaben lang gab es das Xbox-Magazin X360 bzw. zuletzt X-One. Hier gab’s zumindest einen kurzen Hinweis im Editorial.

 

PC Format

PC Format 11/2015Editor in Chief: ?
Verlag: Future Publishing
Preis: £ 4,99
Ausstattung: 100 Seiten
Erscheinungsweise: 13x jährlich
Erstausgabe: 1991
Finalausgabe: 11/2015
Ausgaben gesamt: #310
Webseite

 

Pocket World

Pocket World 174/2015Editor in Chief: Ryan King
Verlag: Imagine Publishing
Preis: £ 4,99
Ausstattung: 36 Seiten + Spielzeug
Erscheinungsweise: 13x jährlich
Erstausgabe: 01/2000
Finalausgabe: 174/2015
Ausgaben gesamt: #174
Webseite

 

X-One

X-One 131/2015Editor in Chief: Ryan King
Verlag: Imagine Publishing
Preis: £ 4,99
Ausstattung: 100 Seiten
Erscheinungsweise: 13x jährlich
Erstausgabe: 9/2005
Finalausgabe: 131/2015
Ausgaben gesamt: #131
Webseite

 

Was sonst noch passierte:

PC Games trat zum 30.06.15 aus der IVW aus. Demnach gibt es nur noch Verlagsangaben zu den Verkaufszahlen +++ Preiserhöhung N-Zone: Gleich 2x genehmigte man sich einen Schluck aus der Preispulle. So ging es mit Ausgabe 5/2015 zunächst von € 3,90 auf € 4,50. Seit 1/2016 sind € 4,90 fällig, zum Ausgleich soll es 1/4jährlich Poster geben+++ Preiserhöhung Xbox Games: Seit Nummer 7+8/2015 sind € 4,90 statt € 3,90 fällig, dazu gibt’s einen lackierten Umschlag und ein neues Titeldesign +++ Preiserhöhung: Games Aktuell DVD kostet seit Ausgabe 7/2015 € 4,90 statt € 3,90, die Magazin-Ausgabe kostet seit 1/2016 nun € 3,50 statt € 2,99 +++ Preiserhöhung GameStar: ab Ausgabe 1/2016 sind für die XL-Ausgabe € 6,99 statt € 6,50 fällig, die Magazin-Ausgabe steigt von € 3,99 auf € 4,99 +++ Preiserhöhung PC Games: Seit Ausgabe 8/2015 sind statt € 6,50 nun € 6,99 fällig, gleichzeitg wurde das Heftformat wieder von 210×275 auf 210×297 vergrößert, Play4 kostet seit Ausgabe 5/2015 nun € 5,99 statt € 5,50 +++ IDG hat GameStar und GamePro Ende April an die Webedia GmbH verkauft +++ Auch Paninis Game Master wurde teurer. Seit 9/2015 sind € 3,70 statt € 3,50 fällig +++ Robert Bannert macht nun wieder die Retro, nachdem sich der CSW Verlag wenig freundschaftlich von der alten Redaktion getrennt hat

 

Was noch passieren wird:

Ab März (23.3.) erscheint GameStar dauerhaft eine Woche früher und damit vor der PC Games (30.3.). Bleibt zu hoffen, dass dadurch nicht ein neues Rennen um den frühsten EVT ausgelöst wird.

Die verkaufte Auflage von Paninis GameMaster sinkt weiter. Da man man sich dennoch nicht vom Heft trennen möchte, senkt man die Frequenz von sechswöchentlich auf zweimonatlich.

Bei der Games Aktuell wurde im Editorial für 2016 ein Relaunch der Webseite angekündigt, auch das Heft soll optisch aufgefrischt werden. Genaue Termine stehen noch nicht.

Raptor Publishing plant wieder 8 Level 1 Ausgaben im neuen Jahr, nachdem es 2015 mit diesem Vorsatz nicht geklappt hat. Zusätzlich soll mit VR Now ein neues Magazin zum Thema virtual reality erscheinen. Geplanter EVT ist der 10.02.2016.

 

Sonderhefte 2015

Buffed Sonderheft: 01/2015 Heroes of the Storm, 02/2015 World of Warships

Computer Bild Spiele: 02/2015 Spielspaß für die ganze Familie, 01/2016 100 Gratisspiele, 01/2016 Spielspaß für die ganze Familie, 01/2016 Disney Infinity

GameStar Black Editon: 05/2015 The Elder Scrolls Online: Tamriel Unlimited, 02/2016 Fallout 4

GameStar Open World: 03/2015 GTA V

GameStar Sonderheft: 04/2015 The Witcher 3, 01/2016 Anno 2205

PC Games Guide: 04/2015, 05/2015, 06/2015, 07/2015 der ultimative Guide für Minecraft

PC Games MMore Sonderheft: 01/2015 Klassenguide Jäger, Schamane, Schurke; 01/2015 Hexenmeister, Mönch, Magier; 01/2015: Druide, Todesritter, Paladin; 01/2015: Krieger, Prister, Jäger

IVW-Zahlen III/2015 – Stagnation

Mit formschönen Minuszeichen starten die wenigen in der IVW verbliebenen Spielehefte ins 3. Quartal 2015. Immerhin: GameStar, PC Games Hardware und play4 verlieren im Vergleich zum Vorjahr weniger als 10% ihrer Verkäufe. Bei der Computer Bild Spiele geht es hingeger unvermindert weiter stark abwärts und leider konnte auch die Games Aktuell ihre positiven Vorzeichen nicht halten. Letztere musste jedoch kürzlich eine satte Preiserhöhung von 3,90 Euro auf 4,90 Euro verkraften – dass diese nicht spurlos an den Zahlen vorbeigeht, dürfte wenig überraschen.

III/2015 (im Vergleich mit III/2014)
Computer Bild Spiele: 67.709
(-23,11%/-20.351 Exemplare)

Game Master: 17.028
(-17,03%/-3.494 Exemplare)

GamePro: 14.154
(-14,85%/-2.469 Exemplare)

GameStar: 64.585
(-4,80%/-3.254 Exemplare)

Games Aktuell: 17.641
(-20,09%/-4.434 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.995
(-9,44%/-2.917 Exemplare)

play4: 19.269
(-6,72%/-1.388 Exemplare)

Vergleicht man die Verkaufszahlen mit dem Vorquartal, sieht es nicht nur weit weniger dramatisch aus – es gibt sogar positive Vorzeichen. GameStar, GamePro und PC Games Hardware legen leicht zu, die play4 hält ihre Auflage faktisch unverändert. Bei Games Aktuell und Computer Bild Spiele gibt es nur ein moderates Minus. Insgesamt kann man hoffen, dass sich die Auflage langsam auf niedrigem Niveau einpendelt. Der einzige Ausreißer kommt von Paninis GameMaster mit einem Plus von fast 50% – hier ging’s nach einer ziemlichen Delle allerdings nur weniger auf Normalniveau hoch.

III/2015 (im Vergleich mit II/2015)
Computer Bild Spiele: 67.709
(-3,26%/-2.283 Exemplare)

Game Master: 17.028
(+49,02%/+5.601 Exemplare)

GamePro: 14.154
(+1,93%/+268 Exemplare)

GameStar: 64.585
(+1,44%/+919 Exemplare)

Games Aktuell: 17.641
(-6,41%/-1.208 Exemplare)

PC Games Hardware: 27.995
(+4,37%/+1.173 Exemplare)

play4: 19.269
(+0,11/+21 Exemplare)

Quelle: IVW.eu