Archiv für August 2008

10/2008 – Die letzte Ausgabe der MAN!AC

Die reißerische Überschrift bitte ich zu entschuldigen, aber es passt einfach zu gut. Pünktlich zum 15. Geburtstag mit der Ausgabe 11/2008 ändert Deutschlands ältestes noch existierende Videospiel-Magazin seinen Titel von MAN!AC zu M! Games.

Mit der Titeländerung einhergehen dürfte ein umfassender Relaunch. Auf der Vorschauseite heißt es dazu:

M! Games-Logo„M!ehr Retro“
„M!ehr Meinung“
„M!ehr Videospiele“

Maniac (verrückt, irre, wahnsinnig) ist weder ein sonderlich positiv behaftetes Wort noch kann man es wirklich mit Videospielen assoziieren. Irgendwo liegt es da schon nahe den Titel „massenkompatibler“ zu machen und ein „Games“ mit einzufügen. Zumindest weiß Frau Müller nun, wo sie das Heft in ihrem Kioskregal einsortieren muss, nämlich neben Games Aktuell, PC Games, Games and More, gamesTM […] und nicht bei „da wo noch Platz ist“.

Hoffen wir, dass es den gewünschten Effekt auf die Verkaufszahlen hat und die Seele des Heftes nicht leidet.

Viel Erfolg Jungs,
wir lesen uns beim Relaunch.

(Quelle: M! Games-Logo -> Man!ac 10/2008, S. 98)

Freude mit den Kundendaten – Part II

Zunächst einmal die Stellungnahme zum Vorfall von Alternate:

„Hallo Herr XXX,

wenn Sie uns die Namen und Adressen der Prämienempfänger schicken, vergleichen wir die Namen und Adressen automatisch mit unserem Kundenstamm. Sollte sich der Kunde bereits im Kundenstamm befinden, wird der Prämienauftrag auf die vorhandene Kundennummer übernommen.

Dies machen wir schon immer so, damit wir Kunden und Adressen nicht doppelt und dreifach im System haben. Wir möchten unsere Kunden und unsere Mitarbeitet nicht unnötig verwirren. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die meisten Kunden sich bei uns melden und nicht Ihre Kundennummer angeben. Wir haben dann meist nur den Namen und die Adresse.
Diese Daten (Adressen) werden bei uns vertraulich behandelt.
Vermutlich ist der Kunde der Annahme, dass die Prämien direkt von der Computec Media AG zum Kunden geliefert werden.“

Sowie das Hinzugefügte von Computec:

„Sie können versichert sein, dass weder Alternate noch Computec mit Ihren Daten leichtsinnig umgeht.“

Folgendes möchte ich noch hinzufügen:
1. In den Aboanzeigen ist nicht ersichtlich, dass Prämien, wie z. B. USB-Sticks durch externe Firmen verschickt werden. Wenn ich einen Sqoops-Gutschein auswähle, ist natürlich klar, woher der kommt, bei „Hardware“ kann ich das nicht sehen.

An dieser Stelle wäre ein Hinweis angebracht.

2. Angesichts der aktuellen Call-Center-Datenhandel-Skandale, wo unseriöse Firmen sich Bankdaten erschlichen haben und Geld für Lotterielose vom Konto der vermeintlichen Kunden abbuchten, ist man in gewisser Weise etwas sensibilisiert bei diesem Thema.

Wenn nun bei einem Hardwareversand Bestellungen auftauchen, die man selbst nicht getätigt hat, entsteht da nun mal ein ungutes Gefühl. Zumal jeglicher Hinweis in der Bestellbestätigung per Mail fehlt, was eigentlich bestellt wurde und von wem.

Was könnt ihr also in Zukunft besser machen?

Vor allem zwei Punkte:
1. Eure Kunden darauf hinweisen, dass der Prämienversender die Kundendaten mit seinen abgleicht, um Doppelungen zu vermeiden.
2. Klar und deutlich bei der Bestellung dazuschreiben, dass es sich um eine Prämie für ein Miniabo handelt, im Sinne von „Wir versenden die Prämie im Auftrag von Computec Media/Aboservice CSJ…“

Das hilft künftige Missverständnisse zu vermeiden – denn von geknackten Kundenkonten mit nicht getätigtem Bestellungen etc. pp hat man wahrlich genug gelesen, um die Alarmglocken schrillen zu lassen, wenn unerwartet irgendwelche Auftragsbestätigungen für nicht selbst getätigte Bestellungen auftauchen.

Das Thema ist hiermit hoffentlich erledigt, zur Sicherheit erwähne ich es aber noch mal:
Ich bin nicht damit einverstanden, dass meine Kundendaten in irgendeiner Weise über die zur Ausübung der von mir gewünschten Diestleitung hinaus, verwendet werden.

Phishing? Nein, nur Datenhandel beim Abo-Dienstleister!

Vorhin habe ich ehrlich gesagt nicht schlecht gestaunt, als eine Mail mit dem Betreff „ALTERNATE Computerversand GmbH Bearbeitungsstatus zu Kundennummer XYZ“ in meinem Mailpostfach bei web.de fand.

Nun, letztes Jahr habe ich bei Alternate meinen PC bestellt und deswegen dort ein Kundenkonto. Bestellt hab ich seit dem nichts mehr dort und aus der Mail ging auch nicht hervor, was ich bestellt haben soll. Deswegen hab ich es zunächst für Phishing gehalten, aber die Kundennummer stimmte mit meiner überein. Also hab ich mich kurzerhand bei Alternate nach knapp einem Jahr wieder eingeloggt, um mal zu schauen, was da los ist. Hat da etwa jemand meinen Account geknackt?

Bei den Versanddaten war zu finden, dass ein „Kingston Data Traveller I 1 GB“ für 0 Euro an meine Adresse gehen soll.

Und dann hat es mir auch schon gedämmert…

Über die gleiche Mailadresse mit der ich mich bei Alternate registriert habe, sind auch die Bestellungen für meine Abos bei Computec getätigt worden. Sowohl bei Alternate als auch bei Computec habe ich bei der Bestellung widersprochen, dass meine Daten „für interessante Aktionen“ weiterverarbeitet werden dürfen.

Nun dürft ihr dreimal raten, was die Miniabo-Prämie beim X3-Abo ist, das ich vor einem Monat bestellt habe. Genau, ein „Kingston Data Traveller I 1 GB“

Sagt mal Leute, euch geht’s noch zu gut oder? Wer zur Hölle hat es euch erlaubt meine Miniabo-Prämie über mein (!) Alternate-Konto zu bestellen und zu versenden. Was kommt als nächstes?

Ganz ehrlich, so eben habt ihr sämtliches Vertrauen, dass ich in euch bzw. euren Abo-Dienstleister hatte, in nur einer Sekunde verspielt.

Abonnements bei Computec Media

Drum prüfe wer sich ewig bindet…

Computec bietet zahllose Varianten und Abomodelle an. Jahresabos mit kleinen Geschenken, Leser werben Leser-Abos mit großen Prämien, „Mega-Abos“ mit Riesenprämie für den Werber und zwei Jahren Laufzeit für den Abonnenten, sowie Miniabos.

Ganz, ganz wichtig ist hierbei der Blick ins Kleingedruckte!
Das Mega-Abo der PC Games Hardware läuft zum Beispiel nicht nur 24 Monate, es verlängert sich auch um weitere zwölf Monate, wenn es nicht sechs Wochen vor Ablauf gekündigt wurde.

Wer sich mit kleineren Prämien zufrieden gibt (Prämien- oder Jahresabo), darf nach einem Jahr jederzeit mit einer Frist von drei Monaten zum Monatsende kündigen. Gleiche Bedingungen gelten im übrigen auch für Geschenkabos.

Und als würde das noch nicht reichen, haben Miniabos bzw. die Abos die sich aus Miniabos entwickeln, wenn man sie nicht kündigt, wieder gesonderte Bedingungen. Hier darf man nämlich jederzeit kündigen.

Bei der SFT gibt es 10% Preisvorteil im Abo, N-Zone DVD bietet theoretische 14% an. Ansonsten wird man regelrecht gezwungen die Prämienabos in Anspruch zu nehmen, normale Abos lohnen nicht. Der Preisvorteil liegt überwiegend im Bereich 5% bzw. „nicht messbar“, es gibt daher keinen lohnenden Kostenvorteil sich zu binden.

Zahlen kann man per Bankeinzug, Rechnung oder Kreditkarte. Bei Bestellung per Post kann man das Pflichtfeld Telefonnummer streichen. Online werden die Daten verschlüsselt übertragen. Man erdreistet sich hier allerdings automatisch einen Haken zu setzen bei „Wir dürfen Sie mit Werbung dichtballern“ – nicht sehr kundenfreundlich.

Im Normalfall liegen die Hefte am Samstag vor EVT im Postkasten, geschützt durch eine dünne Klarsichtfolie. Bei der Druckerei in Polen scherrt man sich allerdings nicht sonderlich um die Druckqualität der Hefte – Ob N-Zone, play3, Games Aktuell oder X3, überdurchschnittlich oft landen ramponierte Exemplare am Kiosk oder bei den Abonnenten. Ramponiert bedeutet z. B. ein mehrfach gebrochener Heftrücken, durchgängig geknickte Seiten oder schlicht Seiten, die durch ein schmieriges Etwas zusammengeklebt sind. Mag den gewöhnlichen Leser vielleicht nicht so stören, den Sammler ärgert es.

Andere Verlage haben mir hier deutlich weniger Frust bereitet, immerhin antwortet der Abodienstleister CSJ schnell und freundlich auf alle Anliegen.

Fazit:
Bei Computec lohnt sich vor allem für Prämienjäger ein Abo, sofern man sich „sein Heft“ sowieso jeden Monat am Kiosk holt. Die Kündigungsfristen sind vertretbar, einzig die der Mega-Abos stößt negativ auf. Sparen kann man leider kaum, schon gar nicht, wenn keine Prämie gewünscht ist und der Zustand der gelieferten Heften ist oft verbesserungswürdig.

Disclaimer:
Die Angaben des Preisvorteils sich auf Deutschland. Lieferzeiten, Heftzustand und Kontakt mit Abo-Service beruhen auf eigenen Erfahrungen mit Abonnements von PlayZone (04/2007-01/2008), N-Zone DVD (seit 04/2007) sowie X3 (seit 09/2008). Zudem play3 und Games Aktuell seit der Übernahme durch Computec.

Blätterwald #9 vom 20. August 2008

Das Monopol von play3 bricht!
Airmotion:
PS3M DummyWenn IDG und Live Emotion kein PlayStation-Heft bringen wollen, muss es eben Richard Löwenstein mit Airmotion tun. Ab dem 22. Oktober kommt PS3M jeden Monat neu an den Kiosk. Die Druckauflage liegt bei vorsichtig kalkulierten 60.000 Exemplaren

Die Ausstattung ist nach bisheriger Planung allerdings mangelhaft. 84 Seiten zum Preis von 3,90 sind kein Schnäppchen. Zusätzlich soll’s noch geklammert werden. Das Schwesterheft 360-Live kostet bei gleicher Ausstattung 30 Cent weniger. Bei gamesTM gibt es 24 Seiten mehr, Klebebindung und man muss trotzdem noch 10 Cent weniger bezahlen.

Bis zum Start herrscht hier noch akuter Handlungsbedarf.

Ob die britische Play von Imagine Publishing wieder das Inhaltslayout liefert, ist noch nicht bekannt – das Logo hat leider keine Ähnlichkeit.

Weitere Verlage:
Gamers.de DummyJink Verlag startet kostenloses Casual-Spieleheft im September
Während Computec ab Oktober seine Games and More für einen Euro verschleudern wird, verschenkt der Jink Verlag das Heft zu seinem Portal Gamers.de. Gedruckt werden sollen zum Start am 22. September 100.000 Exemplare, die an rund 500 Gymnasien, Real-, Gesamt- und Berufsschulen verteilt werden sollen. Ein wenig erinnert das Heftkonzept an CyPress’ „Cynamite Campus“, welches allerdings nie an Hochschulen gesichtet wurde. Auch Cynamite Print hielt sich mangels Anzeigenkundenunterstützung nicht wirklich lange.

Casual boomt…
infamily 05/2008… und jeder Verlag möchte etwas davon abhaben. So auch der Auerbach Verlag, vor allem durch Titel wie Digital Fernsehen oder HD + TV mehr oder weniger bekannt. Seit dem 15. August liegt nun infamily zweimonatlich für € 2,99 am Kiosk. Der Untertitel lautet „Film und Spiel“.

Das Titelthema lautet „Was passiert mit meinem Kind? Pro und Kontra Computerspiele“. Das Cover wird passend von einer kleinen Göre untermalt, die einen N64-Controller (alte Nintendo-Spielkonsole, die im März 1997 nach Europa kam) in der Hand hält.

GamersPlus Leseprobe verfügbar
GamersPlus DummyWährend der Webseiten-Relaunch noch auf sich warten lässt, ist das neue Forum zum PC-Spieleheft GamersPlus inzwischen gestartet. Ebenso lässt sich nun die Ausgabe Null als PDF mit 43 Seiten herunterladen. Auf der Games Convention wird man am Panini-Stand auch Leseproben in gedruckter Form bekommen können.

Neu im Handel: X3 – Das Beste für deine Box

X3 09/2008Was gibt es schöneres als am Samstagmorgen die erste Ausgabe eines neuen Heftes aus dem Postkasten zu ziehen, bevor sie der Kioskkäufer in der Hand hält? Eine heile Ausgabe dem Postkasten nehmen zu können – denn Computecs ausgelagerte Billigdruckerei verschickt mal wieder ramponierte Hefte.

X3 kommt nun doch günstiger auf den Markt, statt der Anfangs geplanten € 3,90 sind es € 3,60. Damit kostet man genauso viel, wie der Mitbewerber 360 Live, hat aber 16 Seiten mehr Umfang. Die 100 Seiten sind nach Computecstandard belegt, will heißen, satte 11,5 Seiten Eigenwerbung.

Für den Heftstart hat man einen ziemlichen Saure-Gurken-Monat erwischt, gerade mal sieben Vorschauen und zwei Tests gibt es. Anzeigenmäßig sieht es mit fünf Werbeseiten auch moderat aus, Klingeltöne müssen nicht gefürchtet werden.

Die ersten Seiten:
Das Cover ist mit der Titelstory beschriftet, ansonsten hat man freien Blick aufs große Artwork, vermeintliche Eyecatcher-Ränder in Neonorange am linken Heftrand gibt es nicht.

Beim Blick ins innere fällt sofort das verschwundene Glänzen des Altpapiers auf, im Gegensatz zum Direktvorgänger OXM hat X3 normales Papier der Sorte PC Games bekommen, dies kommt der Wertigkeit zu Gute.

Das Editorial ist im „Hallo hier sind wir“-Stil geschrieben, für die Erstausgabe kann man das aber durchgehen lassen und die Bildmontage mit „In den Mund geschoben“ von einer Pressekonferenz ist wirklich nett geworden.

Das Inhaltsverzeichnis ist schön übersichtlich geworden, allerdings alphabetisch sortiert und damit ein wenig sinnbefreit, vor allem, weil auf der zweite Seiten noch mal ein alphabetischer Spieleindex vorhanden ist.

Nach der Titelstory geht’s zum Aktuell-Teil, welcher im hübschen Xbox-Grün gehalten ist. Ticker, längere Meldungen, Tops & Flops – alle Standards sind vorhanden. Genau wie eine von Saturn gesponserte Chart-Rubrik, sowie eine übersichtliche Terminliste. Den individuellen Touch bekommen die Seiten durch die Kolumne „WTF?! Gedankenspiele von Maik B.“.

Vorschau und Co.
Herzstück dieser Ausgabe ist der große und ansehnlich gestaltete E3-Bericht auf 26 Seiten. Vorschau ist „Business as usual“, die Wertungstendenzen werden in 10er Schritten angegeben.

Greifen wir an dieser Stelle einen Kritikpunkt auf, der sich mal wieder durchs ganze Heft zieht. Warum in Herrgotts Namen muss ich bei einem dreispaltigen Layout immer wieder dazu übergehen auf zwei Spalten zu wechseln? Leider entsteht hierdurch ein etwas unrunder Eindruck.

Bildunterschriften „schneiden“ die betroffenen Bildteile einfach weg. Text auf transparenten Hintergrund oder die Bildunterschriften gleich unters statt aufs Bild zu schreiben wäre optisch deutlich ansprechender gewesen.

Erwähnenswert ist auch noch, dass die Seitenzahlen auf ihrem schwarzen Hintergrund in einer derart filigranen Schrift geschrieben sind, dass man sie an vielen Stellen kaum noch lesen kann und sie bei Seiten mit dunklem Hintergrund auch suchen muss.

Testteil:
Wertungserklärung und Teamseite sind sehr schön übersichtlich gestaltet und die Awards kann man gut abdrucken. Ab 80% gibt es Silber, 85% sind für Gold fällig und für Platin müssen es 90% sein. Zusätzlich gibt es noch einen Specialaward.

Womit ich nun auch das Wertungssystem verraten hab. Der Spielspaß wird in Prozent gemessen, Revolutionen gibt es erwartungsgemäß keine. Grafik, Sound und Multiplayer werden allerdings im 10er System bewertet.

Die Seite mit der Meinungsmache, wo jeder der Redakteure subjektiv seine Meinung zu den Spielen des Monats äußert, ist in ähnlicher Form auch im Schwesterheft „Games Aktuell“ zu finden.

Leitender Redakteur ist Maik Bütefür, der in gleicher Position die play3 betreut. Die Redaktion setzt sich des Weiteren aus einem normalen Redi, einem Volontär und einem Praktikanten zusammen. Lücken werden mit freien Redakteuren gestopft.

Dafür, dass es nur zwei Spiele zum Testen in die Redaktion geschafft haben, können die Macher nichts. Soul Calibur IV bekommt auch seine vier Seiten.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian wird allerdings auf einer halben Seite in der Rubrik „Reste testen“ abgefertigt. Bei der Testteilgröße absolut unverständlich. Einzelwertungen gibt es nicht, die Endwertung gibt es im 10er System.

Besonders „gut“ kommt hierbei noch, dass die untere halbe Seite von Eigenwerbung für PC Games Hardware und die Seite daneben ebenfalls mit Eigenwerbung für Widescreen Advantgarde belegt ist.

Dieses ätzende Selektieren in Richtung „interessiert unsere Zielgruppe nicht“ ist bereits aus dem Schwesterheft play3 bekannt – Besserung ist hier keine zu Erwarten. Ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem Vorgänger OXM.

Xbox Live:
Microsofts Online-Service bekommt eine nette ausführliche Rubrik. Arcade-News und Tests (jetzt im 10er statt im 5er System bewertet), Onlinenews samt Kolumne, sowie ein Test zu Xbox-Originals werden geboten.

Und der Rest:
Die letzten Seiten werden mit Hardware, Top 5-Listem, sowie Tipps und Tricks gefüllt. Auf Seite 97 gibt es in der Rubrik Finale noch den Screenshot des Monats, eine Gerüchteküche und eine Statistik für die Ausgabe.

Summa summarum ist X3 ein ganz hübsches Heft mit kleineren Detailfehlern geworden. Ob’s sich langfristig lohnt wird sich mit der Nutzung des Platzes nach der E3, also ab nächsten Monat zeigen. Reportagen fehlen doch ziemlich.

Lobenswert möchte ich an dieser Stelle noch mal hervorheben, dass man nicht das Gefühl hat die Kopie eines Schwesterheftes zu kaufen, vom Einheitslayout der „Zone-Familie“ hat man sich glücklicherweise entfernt.

Vorerst fühle ich mich bei 360 Live und Xbox Games jedoch besser aufgehoben, was ein gutes Editorial und eine bissige Schreibe nicht alles bewirken können…

Es war einmal… Dreamcast – Das offizielle Magazin

Dreamcast – Das offizielle Magazin 10/1999Das Cover eines Heftes kann sehr viel über den Inhalt aussagen. Viel Text sagt zum Beispiel, dass ein Heft ein breites Themenspektrum abdeckt und dies möglichst vielen Menschen auch zugänglich machen möchte. Ein großes Artwork und wenig Text deuten darauf hin, dass man vielleicht eine andere Herangehensweise an Spiele hat oder die Zielgruppe ein wenig kleiner ist.

Ein Mensch (natürlich aus Fleisch und Blut und nicht aus Polygonen) auf dem Cover eines Spieleheftes sagt vor allen Dingen folgendes aus:
1. Vorsicht Lifestyle!
2. Finger weg!

Wie die berühmte Faust aufs Auge, treffen diese beiden Eigenschaften exakt auf Futures Dreamcast-Heft zu. Bedingt durch die Erfolge von Future Publishing UK hatte auch Future Deutschland ein, nennen wir es mal „Gesundes Selbstbewusstsein“.

Die erste Ausgabe:

Hallo da draußen!

„Was genau ist Dreamcast?

Eine Frage, zwei Antworten: zum einen die schnellste Spielkonsole, die es auf dem Markt gibt. 128bit schnell, für noch bessere Grafik, noch schnelleres Gameplay und noch größeren Spielspaß. Zum anderen die preisgünstigste Möglichkeit, im Internet zu surfen. Mit einem 33Kbit Modem braucht’s dann nur noch den Stecker in die Telefondose, und ab geht’s: eMailen, Spielstände vom Internet runterladen oder via Internet gegen Freunde spielen. Im Gegensatz zu anderen Spielkonsolen beschränkt sich die Dreamcast-Welt nicht mehr allein aufs heimische Wohnzimmer.

Aber wir sind das offizielle Magazin, also müssen wir das sagen, richtig? Falsch.

Wir sind das offizielle Magazin, aber wir machen keine Werbung. Naja, außer für uns selbst. Im Hinblick auf die Spiele können wir versprechen: Geschönt wird nicht, weggelassen auch nicht. Was uns aber die enge Zusammenarbeit mit Sega erlaubt? Euch ein Magazin zu liefern, das einen neuen Standard setzt. Wir liefern das, was Ihr braucht, um alles aus Dreamcast herauszuholen.

Dazu gehört auch die GD-Rom, die wir als einzige exklusiv in Deutschland unters Volk bringen. Die besten Spiele als Demos, direkt von Sega und den anderen Softwarehäusern. Außerdem in unserer ersten Ausgabe: Alles, was Ihr über die neue Superkonsole wissen müsst.

Willkommen in der Dreamcast-Welt.“
(Editorial 10/1999 – #1)

*uff*

Immerhin kann man nach dem Lesen des schleimigen Editorials in etwa erahnen, was da noch so auf einen zukommt.

Das Cover hat es mit der Dame und dem Joypad schon angedroht, doch was bedeutet Lifestyle in Spieleheften eigentlich?

Nun, Lifestyle in Spieleheften bedeutet nichts Anderes, als dass Menschen die herzlich wenig mit Spielen zu tun haben, in lächerlichen Posen dazu verdonnert werden mit der Konsole oder dem Controller rumzufuchteln, inhaltslose Sätze zu sagen und dabei möglichst cool wirken sollen.

Da man in der Erstausgabe schlecht Leserbriefe präsentieren kann, hat man sich kurzerhand die neue „Superkonsole“ (jedes Mal, wenn dieses Wort erwähnt wurde, klingelte wahrscheinlich irgendwo eine Verlagskasse) geschnappt und hilflose Menschen am Münchener Hauptbahnhof überfallen.

Stefanie (22) aus Dessau verrät uns zum Beispiel, dass der Dreamcastcontroller nicht nur klein und weiß ist, sondern auch noch gut in der Hand liegt und doch so wunderhübsch die Farbe ihres Anzugs hervorhebt.

Klein Alessa (12) aus Neufinsing findet die DC zwar nicht so gut wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, aber immerhin ganz gut für schlechte Zeiten.

Um schnell aus der Wortspielhölle zu entschwinden schauen wir doch mal, was Christian (18) aus Ascholding so zu sagen hat. Nicht viel, er will beim Spielen schließlich nicht gestört werden, aber für ein „Viel besser als die PlayStation, und die Grafik ist echt cool.“ reicht es dennoch.

Jaja, ausgiebiges Bashing der Konkurrenzkonsolen muss schon sein.

In den ersten Ausgaben sind die Tests ganz vorne im Heft in der „JetztDa“-Rubrik. Gewertet wurde Anfang in einem Fünf-Sterne-System als Gesamtwertung, mehr gab’s nicht.

Den Schreibstil könnte man als leicht flapsig oder einfach unsachlich bezeichnen. Als Pro-Punkt von „House of the Dead 2“ wird angeführt, dass der Chefredakteur endlich seinen Frust rauslassen kann – Sternstunden des deutschen Spielejournalismus. Dass Sega häufig über den grünen Klee gelobt wird, versteht sich von selbst.

Besonders hübsch ist auch die grafische Gestaltung der Artikel. Häufig werden Artworks und Screenshots so riesig aufgeblasen, dass man jeden Pixel einzeln zählen kann. Das passende Gegenstück darf natürlich nicht fehlen, 3,5×2,0cm große Screenshots die wahlweise schwarzer oder bunter Pixelbrei sind. Hauptsache so dunkel oder so unscharf, dass sich kaum etwas erkennen lässt – da hilft auch das dicke und weiße Papier des Heftes nicht.

Konsequenterweise betrifft das Problem zu pixelig, zu dunkel, zu unscharf aber auch Bilder in normaler Größe und mit unfassbarer Disziplin zieht man diese „Bildqualität“ auch alle zehn Ausgaben durch.

Lifestyle, richtig, „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ zu Segas Superkonsole ist ein Lifestyleheft. Was gibt es spannenderes als einen gezwungen auf witzig getrimmten Artikel über einen Zockerabend der Redaktion mit Segas Superkonsole? Der um 20Uhr beginnende Zockermarathon endet übrigens schon gegen 3Uhr 50 in der Früh in der Wortspielhölle vom Angelspiel „Get Bass“ – „Meiner ist aber größer als Deiner“.

In „KnackigFrisch“ wird der vermutlich zwölfjährigen Zielgruppe des Heftes dann erklärt, wie man mit Wodka und buntem Fruchtlikör Cocktails passend zu Sonic, Knuckles, Tails und Co. mischt

Weitere Highlights der ersten Ausgabe: Seitenweise Fotos einer Londoner Segaspielhalle, sowie eine kurze Sega-Geschichtsstunde. Dass Sega mit seinem 32X nicht sonderlich erfolgreich war, konnte selbst die Redaktion von „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ für Segas Superkonsole nicht mehr schönreden. Aber 1998 wird ja Dreamcast vorgestellt und die Mischung aus Konsole + PC + Spielhalle wird zur ultimativen Plattform auf dem Spielemarkt, an der keiner mehr vorbeikommen kann.

Erlöst ist man danach immer noch nicht, Previews, also „BaldDa“-Spiele dürfen auch nicht fehlen. Da die Heftausstattung mit 132 Seiten bei den ersten sechs Ausgaben recht üppig ausgefallen ist, ist noch mehr Platz für „Sexy Spielzeug“ (VibrationsPack) vorhanden.

Während der geneigte Leser nun langsam um Gnade bettelt, wird er im Tippsteil „GewusstWie“ mit halbseitigen Pixelmatsch Screenshots gequält, die mit dem Text bestenfalls im Ansatz etwas zu tun haben, aber keinesfalls zur Unterstützung der Lösung dienen.

Dreamcast, Segas Superkonsole hat ein 33Kbit Modem, damit kann man im Internet surfen.

Ihr ahnt was jetzt kommt?

Genau, eine umfangreiche „WildesWeb“ Rubrik – Smileyerklärungen, Surftipps… Aber zum Glück nur in Ausgabe 1.

Auf unglaublichen vier Seiten kann man sich nun anschauen, wie ein Mann in T-Shirt und Unterhose auf einer Klobrille sitzt, wild gestikuliert, mit Armen und Controller rumfuchtelt und dabei Sega Rally 2 spielt – alles klar. Die peinliche Darbietung muss man sich glücklicherweise ebenfalls nur im ersten Heft antun.

Wer sich noch durch eine Kolumne quälen will bzw. mag, kann dies tun und hat die 132 schlimmsten Seiten seines Leserdaseins endlich hinter sich gebracht.

Der weitere Verlauf:
In Ausgabe vier wird das Heftformat ein wenig schmaler, in Ausgabe fünf führt man Wertungen für Grafik und Sound ein und wechselt vom Sternchen zum 10er System. Mit Heft sieben sinkt der Heftumfang auf 100 Seiten und man hört auf sich jeder deutschen Lesegewohnheit zu wiedersetzen und bringt die Vorschauen vor den Tests.

Mit Ausgabe neun hat man endlich begriffen, dass sich keine sau für Menschen mit Dreamcastcontrollern in den Händen auf dem Cover interessiert und es gibt ein hübsches „Ecco – The Dolphin“-Artwork. Im Editorial basht Chefredakteur Thomas Gerhardt fröhlich auf Sonys E3-Stand ein und bedauert die Qualität der noch unfertigen PS2-Spiele. Konkurrenz täte schließlich immer gut, sollte sich aber auf die Spielequalität und nicht auf die Egogröße des Firmenobersten beziehen. Bei ersterem (Spielequalität) hätte Sega America momentan die Nase vorn.

Hallo da draußen!

„Man soll ja immer dann aufhören, wenn’s am meisten Spaß macht, und das tun wir hiermit. Die Ausgabe, die Ihr in den Händen haltet, ist die letzte, die wir machen. Wir haben die beste Konsole der Welt von ihrem ersten Tag in den Windeln begleitet und sind sehr stolz darauf, dass wir dabei waren, als sie ihre ersten Schritte online gemacht hat. Nun zeigt sich, dass Dreamcast ein Begriff ist, den die meisten kennen – und das ist auch gut so. Sega ist damit ein technisches Meisterstück gelungen, dem die PS2 noch folgen muss (und wird). Wir von Future berichten natürlich auch weiter über Dreamcast. Und zwar genauso kritisch, wie bisher. SubZero (der sich endlich einen Namen leisten kann und zwar: Bronco) und viele andere begleiten unsere Konsoole jeden Monat in der Video Games. Wer sie noch nicht kennt, der sollte sofort loslaufen und sie am nächsten Kiosk kaufen. Es gibt nichts Besseres auf dem Markt. Und wir? Nun, wir haben einen Plan. Aber den verraten wir noch nicht.

Hehehe, einfach mal abwarten.“
(Editorial 08/2000 – #10)

Amen!

Und so verabschiedet sich „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ für Segas Superkonsole von seinen Lesern.

In der Regel haben Magazineinstellungen einen faden Beigeschmack, in diesem Fall kann man jedoch einfach nur sagen: Danke, dass euer Elend nicht mal ein Jahr dauern musste.

Anmerkung:
Zitate wurden an neue Rechtschreibung angepasst.

Blätterwald #8 vom 02. August 2008

Computec:
Games and More zur Einführung umsonst
Zumindest für 500 Leute. Dafür muss auf gamesandmore.de die eigene Adresse eingegeben werden. Angaben zum Datenschutz werden allerdings keine gemacht.

Games and More, Update 04. August
Wie dwdl.de berichtet, soll das Heft einen Euro kosten und unter 100 Seiten haben. Ein Datenträger soll nicht beiliegen.

N-Zone bald in neuen Kleidern!
Für Ausgabe 10/2008 ist ein umfangreiches Redesign angekündigt, dies schreibt die N-Zone im aktuellen Heft auf der Vorschauseite.

play3 ist das meistgekaufte PlayStation-Magazin Deutschlands
So steht es dick und fett auf dem Cover. Das wäre es allerdings auch schon, wenn es nur eine einzige Ausgabe verkaufen würde, da es keine Mitbewerber gibt.

play3 mit neuem Wertungssystem
Ab sofort wird die Spielspaßwertung durch Single- und Multiplayer-Wertung ersetzt. Außerdem trennt man sich bei Grafik- und Soundwertung endlich von den lästigen Prozenten und setzt auf das 10er System.

IDG:
GamePro spart
Und zwar bei der Heftausstattung für Abonnenten. Die seit einigen Jahren beilegte Slim-DVD-Hülle wird ersatzlos gestrichen. Umfragen hätten ergeben, sie wäre kaum genutzt worden.

Weitere Verlage:
Ausgecheatet?
Am Ende hat’s für gedruckte Tipps und Tricks scheinbar nicht mehr gereicht. Laut Meldungen zahlreicher Pressegrossisten wurde der „Softsale Cheat Checker Pro“ eingestellt. Letzte Ausgabe wäre demnach die 03/2008.

consolPLUS Leseprobe verfügbar
Auf der kürzlich gestarteten Webseite consolplus.de lässt sich eine rund 50 Seiten umfangreiche Leseprobe der Ausgabe #0 herunterladen.