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Angesehen: Mobile Gamer #12

Wer sein Herz ausschließlich den Handhelds schenkt, hat es oft nicht leicht. Da gehen die mobilen Helden in den großen Testteilen unter oder werden nahezu komplett auf kläglichen Viertelseitern abgespeist. Dass es auch anders und sogar sehr gut geht, zeigt der Cybermedia Verlag mit „Mobile Gamer“

Kurzgeschichtlicher Hintergrund
Wirklich kioskkompatibel sind Gameboy und Co., von den Pokémonspielen abgesehen, in der Vergangenheit nie gewesen. Dies zeigt sich auch recht deutlich an der Magazinlandschaft. Ende 1998 versuchte sich der BriStein Verlag mit Pocket Power an einem Gameboytitel, stellte diesen Mitte ’99 aber bereits mit der zweiten Ausgabe wieder ein. Die vom Pro Verlag im Herbst 1999 gestartete Fun Color brachte es dann schon auf ein paar mehr Ausgaben, ging letztlich 2001 wieder unter. Mal mehr, mal weniger erfolgreich versuchten in der gleichen Zeit, durch den Pokémonhype beflügelt, weitere aus dem Englischen übersetze Titel hier Fußzufassen, scheiterten häufig aber nach nur wenigen Ausgaben. Ein ernstzunehmender Versuch ein Gameboymagazin zu etablieren kam mit dem Titel „Advance“ erneut von BriStein ende 2001. 132 Seiten, € 4,90 teuer und vierteljährliches Erscheinen. Nach fünf Ausgaben wurde das Projekt Anfang 2003 jedoch ebenfalls beerdigt.

2005 brachte eine Kuriosität mit sich. So wurde vom Prime Verlag „Mobile Player“ angekündigt. Das Heft sollte am 25.05.2005 erscheinen und wurde auch in Richard Löwensteins „Cube Magazin“ beworben. An den Kiosk geschafft hat es der Titel jedoch nie.

Zum PSP-Launch kam von CyPress die wenig glanzreiche Leistung „PSP – Das offizielle Magazin“ (mit Heft #3 zu „play portable“ umgetauft) und nur wenige Tage später Cybermedias „Mobile Gamer“.

Mobile Gamer – Das Heft
Geboten werden 100 Seiten zum Preis von € 3,50, der Werbeanteil liegt bei unter 10%. Pro Jahr erscheinen vier Ausgaben. Hier liegt auch gleich die Achillesferse des Magazins, denn die vier Hefte werden nicht vierteljährlich unters Volk gebracht, sondern wie folgt:

Zweimonatlich als Oktober/November bzw. Dezember/Januar-Heft. Die nächste Ausgabe erscheint zwar erneut im Abstand von zwei Monaten, liegt aber von Februar bis Mai aus. Abschließend gibt es noch ein Heft für die lange Sommerpause von Juni bis September.

Dies führt unweigerlich dazu, dass eigentlich nur in den Herbst und Wintermonaten so etwas wie Aktualität geboten ist, im Frühjahr bzw. Sommer ist diese nur in geringen Ansätzen noch vorhanden. Bedingt durch die extrem langen Pausen sammeln sich dann auch etliche Spiele drin, die zahlreiche Minitests zur Folge haben.

Mobile Gamer – Das Layout
Mobile Gamer #12Das Cover versucht den Spagat von Klatschvoll und großes Artwork, beweist bei der Motivwahl jedoch ein eher unglückliches Händchen. Der Innenteil überzeugt jedoch vollends. Auf die runden Web 2.0-Ecken wird verzichtet, man setzt lieber auf schräge, eckige Kanten und setzt sich wohltuend ab. Artworks kommen nur sehr sparsam zum Einsatz, beschränkt wird sich in der Regel auf Screenshots. Comicfiguren oder freigestellte Fotos werden nicht verwendet, die Redakteursköpfe befinden sich auf neutralen, bläulichen Hintergründen. Insgesamt macht das Layout einen klaren, ansehnlichen und erwachsenen Eindruck.

Negativ anzumerken ist die konsequente Weigerung die richtigen Zeichen für Interpunktion zu verwenden. Stur wird jedes Apostroph doch ein Minutenzeichen ersetzt und Anführungszeichen unten sind auch nicht vorhanden. Stattdessen gerade Anführungszeichen, was sich noch ansatzweise verschmerzen ließe, häufig kommen auch ausschließlich schließende Anführungszeichen oben zum Einsatz.

Mobile Gamer – Der Inhalt
Ein Newsteil macht bei der eingangs erwähnten langen Auslagezeit nicht wirklich Sinn und ist deswegen auch recht knapp gehalten. Es folgen eine Hand voll Previews. Seuchenartig verbreitet hat es sich inzwischen auch schon bei Vorschauartikeln sich eine Prozentprognose aus den Fingern zu saugen, die Entwicklung macht leider auch bei „Mobile Gamer“ nicht halt. In der zwölften Ausgabe (Juni-September 2009) hat man sich im Aktuellteil Casualtiteln wie „Mein Englisch-Coach“ oder „Mindstorm“ angenommen. Diese werden glücklicher Weise im 10er System bewertet. Bevor es zu den Tests geht, gibt es noch ein Feature zum Thema „Good Bye Gameboy“.

Bei den Tests gibt ein bis zwei sehr ausführliche Meinungskästen mit persönlicher Redakteurswertung im 10er System. Grafik, Sound und Multiplayer werden ebenfalls im 10er System bewertet, der Spielspaß wird in Prozent ausgewürfelt.

Interessant dürfte für die DS-Spieler der Extrakasten „DS-Faktor“ sein, in dem auf den Einsatz von Dualscreen, Touchscreen und Mikrofon gesondert eingegangen wird und somit eine bessere Einschätzung des Spiels ermöglicht. Bei den 1/6 Seiten Tests fällt dieser Komfort natürlich flach.

Der anschließende Serviceteil enthält etwas Technik, ein Heldenporträt (aktuell Donkey Kong), Leserbriefe und Tipps. Der von der großen Schwester „MAN!AC“ bekannte Extended-Teil darf auch hier nicht fehlen. Behandelt werden hier einige Handyspiele, GBA-Überbleibsel, PSone-Spiele für die PSP, Pocket-PC-Games und eine kleine Reportage (Game & Watch)

Abgeschlossen wird das Heft mit einem Retrorückblick, in diesem Fall „Die Schlümpfe“ und dem Ausblick zum nächsten Heft. Ein genauer Erscheinungstermin ist leider nicht angegeben, der Leser muss sich mit „Ende Monat XYZ“ begnügen.

Mobile Gamer – Das Fazit
Im Prinzip lässt sich „Mobile Gamer“ nicht viel zu schulden kommen. Die optische Gestaltung ist überwiegend stimmig, das Heft ist an die Bedürfnisse von Handheldspielern angepasst und auch die Texte sind in Ordnung. Die Specials sind nett und bedingt durch die Ausrichtung bekommt man in keinem anderen Heft auch nur ansatzweise so viele Infos zu NDS und PSP, wie hier.

Der größte und eigentlich auch einzige wirkliche Kritikpunkt ist die Erscheinungsweise. Vier Ausgaben im Jahr sind viel zu wenig, vor allem wegen den großen Abständen in den wärmeren Monaten.

Schaut’s euch einfach mal an und genießt ein gutes Videospielheft.

Angesehen: consol.AT – Das österreichische Videospiele-Magazin

Multiformat, hübsches Cover, Hochglanzpapier, kein Datenträger – war ja klar, dieses Heft kommt nicht aus Deutschland.

consol.AT unterscheidet sich maßgeblich von seinen deutschen Mitbewerbern. Zum Beispiel durch die Covergestaltung. Neben der verlagstypischen Patriotismusfahne bekommt das Coverartwork immer sehr viel Platz eingeräumt und wird nicht übermäßig durch Text verschandelt. Zudem verzichtet man auf den Preistreiber Zwangs-DVD und kann sich so eine hässliche DVD-Spalte sparen.

Auf den ersten Blick wirken € 3,85 im österreichischen Handel bzw. € 4,38 im Abo nach Deutschland recht hoch. Zieht man nun ein deutsches Heft heran, relativiert sich das wieder. gamesTM kostet bei uns € 3,80 am Kiosk, drüben sind € 4,20. Ösis zahlen für unsere Hefte in der Preislage 40 Cent mehr (Computec will für seine € 3,90-Hefte sogar 60 Cent mehr in Österreich haben), wir müssen für die consol.AT 53 Cent mehr bezahlen.

Vergleicht man nun noch das Verhältnis redaktionelle Seiten/Anzeigen hat die consol.AT sowieso gewonnen. Bei den Konsolenheften schlägt sich nur unser Live Emotion Verlag mit Xbox Games und Wii Magazin besser. Im Gegensatz zu den deutschen Mitbewerber ist der Umfang nicht bei 100 Seiten festbetoniert oder wird mit Postern nach oben getrickst. Die Zahl der redaktionellen Seiten liegt bei etwas über 100, bei uns sind es zwischen 80 und 90. Zu Weihnachten ist es allerdings wie bei uns auch, der Umfang geht werbebedingt hoch, an der Zahl der redaktionellen Seiten tut sich nichts.

Das Editorial hat eine wechselnde Aufmachung, bleibt in seinen Grundzügen aber gleich. Der Newsteil nimmt sich nicht viel mit seinen deutschen Kollegen, ungewohnt ist die Hardware nach den News.

Die Previews folgen nahtlos. Eine Trennung zu den vorherigen Seiten durch eine Introseite oder Werbung gibt es nicht, auch wenn dies wünschenswert wäre. Die Previews sind wie bei der Maniac sehr bunt und optisch aufwändig. Im Gegensatz zum Schwesterheft Gamers.AT fabriziert man hier allerdings keinen Overkill und auch die Schrift der Extrakästen ist nicht so ein Fehlgriff.

Die immer mal wieder auftauchende consol.AT-Formel erinnert an die Spielereien längst vergangener Multiformattage von fun generation, Mega Fun und Video Games. Bereits bei den Previews wird deutlich, consol.AT sei jedem EU-Importspieler ans Herz gelegt, der deutsche „Erwachsenenschutz“ greift hier nicht. Und so zeigt man bei Ninja Gaiden 2 auch gleich die volle Härte auf den dank Hochglanzpapier brillant wirkenden Screenshots.

Im Prinzip unterscheidet sich die Teamseite nicht wirklich von den deutschen Heften, Fotos, Wertungserklärung usw. Um den Nerdfaktor noch zu steigern gibt es auf der Seite noch die Börsenkurse der Publisher. Den Award gibt’s ab 90%, das macht bei uns nur Live Emotion so. Witzig ist auch das Impressum, so sieht bei uns höchstens ein Fanzine aus. Keine Kontaktadressen, Telefonnummern etc.

Auffällig bei den Tests: Keine Redakteursgesichter, zu Grafik, Sound und Handling gibt es keine Einzelwertungen, sondern kurze Texte. Gerade bei den Kurztests sind diese allerdings etwas nichtssagend.

Wertungen gibt es für Single- und Multiplayer im Prozentsystem, von der 10er Wertung hat man sich leider schon sehr früh getrennt.

consol.AT kommt acht mal im Jahr, das ist deutlich zu selten. Bedingt durch diesen Makel gibt es leider sehr viele Kurztests. Gestaltungstechnisch gibt es dort die Unsitte, Tests auch über 1,5 oder 2,5 Seiten erstrecken zu lassen. So was kennt man eigentlich nur noch von der Gamefront oder dem offiziellen PlayStation-Magazin aus dem Hause Weka von 8/96-5/99. Inzwischen mogeln sich zwar keine Akzente mehr ein, die Apostrophe stehen aber dennoch immer mal wieder auf dem Kopf.

Auf den Testteil folgen die Downloadgames. Die Farbvergabe bei PS3 und Wii entspricht nicht der Logik bzw. der allgemeinen Annahme. Nintendo wird mit rot oder Gamecubebedingt auch mit lila in Verbindung gebracht. Die PlayStation ab der zweiten Generation mit blau. Hier ist es genau umgekehrt, PS3 rot, Wii blau.

Die Handhelds befinden sich direkt dahinter und sind optisch genauso wie die stationären Konsolen aufgebaut. Anschließend gibt es noch Handyspiele, die Rubrik ist leider mit einem T-Mobile-Branding verseucht.

Nun folgen noch ganz regulär die Leserbriefe und damit ist das Heft im Prinzip angeschlossen. Nicht ganz, dann folgt das quasi „Heft in Heft“ Gamemind.

Dieses beginnt mit einem gigantischen zweiseitigen Retroscreenshot, bevor der Offtopicbereich mit Comic und DVD-Vorstellungen folgt. Die Seiten sind ok und haben sich in vielen Heften des Konsolengenres etabliert, Das Wertungssystem ist ein wenig sinnbefreit, füllen sich die fünf Kästchen mit Sternen wohl in 0,25er Schritten, was sich nicht mehr wirklich gut erkennen lässt. Gamemind hält ansonsten noch Rätsel, Reportagen und Retro bereit und ist eine absolute Bereicherung für das Heft.

Nach der Vorschau ist häufig noch nicht Schluss. Oft findet sich auf den letzten Seiten des Heftes in Kombination mit einem Doppelcover noch Berichte oder Reportagen. Diese sind stehen natürlich auf dem Kopf. Das macht wenig Spaß zu lesen und hinterlässt häufig einen sehr faden Beigeschmack. Denn Computec nutzt(e) dieses Mittel leider sehr häufig, um strunzdoofe Werbeformen zu verwenden. Wie diese bei der PlayZone zum Einsatz kamen, hab ich ja schon an anderer Stelle erwähnt…

Trotz kleinerer Makel, wie die gerade erwähnten umgedrehten Artikel ist die consol.AT ein hervorragendes Heft, welches inhaltlich und von der Gestaltung her locker mit GamePro und Maniac mithalten kann. Der Preis für die gebotene Ausstattung ist völlig ok, als Liebhaber von etwas härteren Spielen kommt man an Heften aus dem Ausland eh nicht vorbei. Größtes Manko ist die zu seltene Erscheinungsweise mit der dadurch zu geringen Aktualität und zu wenigen Tests.

Daten und Fakten:
Start: September 2000
Erstausgabe: 09/2000
Verlag: consol.media Verlags GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: 8x jährlich
Copy-Preis: EUR 3,85 (Österreich)
Chefredakteur: Alexander Amon
Druckauflage: 28.000 Exemplare (Verlagsangabe)
Webseite: consol.AT

Fünf Jahre Xbox Games

Liebe Xbox Games,

zwar wirst du erst offiziell am 08. Mai fünf Jahre, aber da Ausgabe 03/2008 dieses Jahr schon etwas früher am Kiosk liegt, steht es dir natürlich auch zu jetzt schon zu feiern. Dafür möchte ich dir herzlich gratulieren.

Schließlich hast du einen steinigen Weg hinter dir. Bist als letztes Xbox-Magazin der ersten Generation gestartet und trotzdem hast du deine Mitbewerber XBM und Xbox-Zone mit Bravour geschlagen. Du bist nicht nur das Xbox-Heft mit dem günstigsten Preis, dem besten Papier, sondern auch das mit den meisten Seiten und das einzige mit regelmäßigem DIN A2-Poster.

Schauen wir doch mal auf deine äußeren und inneren Werte.

Blass ist dein Logo, und wenig ausdrucksstark. Wiedererkannt wirst du eigentlich nur durch die häufig düsteren Covermotive und am Preis von gerade mal € 3,50, den du seit der Erstausgabe hältst. Auf der verlagstypischen Drittelseite Editorial führt uns dein Chef Martin Mirbach im Schnitt alle zwei Monate in die Welt der Xbox ein. Durch schwankende Erscheinungstermine kommst du manchmal auf sechs, manchmal auf sieben Ausgaben pro Jahr. Gedruckt wirst du auf feinstes, weißes Papier. Man ermöglicht dir damit brillante Farben und ein edles Auftreten. Am Anfang beginnst du uns mit News und Erscheinungsterminen zu versorgen. Wer in den vergangenen Jahren je eine Schwester von dir las, wird sich sofort in dir zurecht finden. Diese Ausgabe hast du natürlich ein großes Geburtstagsgewinnspiel für uns vorbereitet, bevor du uns in einem Feature bei Soundsystemen schmachten lässt. Inzwischen hast auch du die Wichtigkeit von Previews erkannt und bringst mal etwas größere, deine knappen Drittelseiter werden wir aber wohl nie vergessen können.

Du und dein Verlag nutzen wohl als einzige das leidige Prozentsystem voll aus, vergabst 96% für „Bioshock“ und 15% für den Sondermüll „Conspiracy: Weapons of Mass Destruction“. Bei Awards bist du manchmal etwas knauserig und gibst sie erst ab 90% raus. Bei den fünf Einzelwertungen für Grafik, Sound, Gameplay, Dauerspaß und Multiplayer packst du deine Würfel beiseite und bewertest lediglich auf einer etwas groben Fünferskala.

Natürlich weißt du, dass wir alle nur Menschen und keine Maschinen sind, deswegen bewertest du bewusst subjektiv und hast einen herrlich lockeren Schreibstil. Das Layout wird wohl deine große Schwäche bleiben, ob du je lernst, dass man Spalten nicht halbiert, nur damit übertrieben viele Screenshots auf eine Seite passen? Dass man den Lesefluss nicht ständig durch Bilder und Extrakästen unterbrechen sollte? Du solltest da dir da dringend Nachhilfe nehmen.

Ein Blatt nimmst du nie vor den Mund, so erfreust du uns regelmäßig mit zünftigen Verrissen. Auch für Sportler hast du ein Herz, importierst regelmäßig US-Games. Fest zu dir gehören auch kleine Lesertests, wo die Wertungen und Meinungen deiner Leser mit denen deiner Eltern verglichen werden.

Bei Hardware lass dir jedoch sagen, pack den Kaffeesatz beiseitige, auch wenn es mich mitunter köstlich unterhält, wenn ein Akku-Set 72% bekommt.

Die DVD-Tests lässt du dir leider nicht austreiben, dein vierspaltiges Layout empfinde ich hier aber als sehr viel angenehmer als die drei von den vorherigen Seiten.

Herzstück eines jeden Heftes deines Verlages sind natürlich die Leserbriefe. Was würden wir nur ohne Onkel Tom tun? Sei doch so gut und spendier ihm mehr als zwei Seiten Posthütte.

Fest binden werde ich mich allerdings nicht an dich. Außer, du kommst zukünftig im Schutzumschlag und mit 15% Preisvorteil zu mir ins Haus. Denn zum Normalpreis mit Aboaufkleber verschandelt mag ich dich nicht.

Noch immer hast du Tipps und Tricks-Teil im Heft, bietest jede Ausgabe eine Komplettlösung, vielen Dank dafür. Deinen Abschied nimmst du mit sechs Seiten Bestenlisten und neun Seiten Testindex, vielleicht manchmal etwas viel des Guten.

Trotz deiner vielen Vorzüge muss ich mit bedauern feststellen, dass sowohl auf die Verkaufszahlen als auch die Anzeigenperformance bezogen, deine beiden Wettbewerber dir hart zu schaffen machen. Was machst du falsch, warum bekommst du zu Weihnachten nie etwas vom großen Anzeigenkuchen ab? Liegt es an deinen lediglich zweimonatlichen Erscheinen oder bist du einfach nur zu schüchtern und man kennt dich nicht?

Dennoch wünsche ich dir alles Gute zum Geburtstag,
feier schön und auf die nächsten fünf Jahre!

Dein Evil

Statistik:
33 Ausgaben
4102 Seiten
Die dickste Ausgabe: 06/2007 (134 Seiten inkl. 2 Doppelpostern)
Die dünnste Ausgabe: — (keine hatte weniger als 124 Seiten)
Die meiste Werbung: 01/2006 (12,5 Seiten)
Die wenigste Werbung: 03/2008 (3 1/3 Seiten)
Die meisten redaktionellen Seiten: 05/2003 (116 inkl. Poster)
Die wenigsten redaktionellen Seiten: 01/2006 (106,5 inkl. Poster)
4 überlebte Schwesterhefte (Handyplex, N-Games, Play Games, Next)
4 verschiedene Layouts
3 verschiedene Heftlogos (Xbox Games, XBG Games, XBG 360 Games)
2 Sonderhefte (Xbox Games Lösungen; 360 Games)
2 überlebte Mitbewerber (XBM, Xbox-Zone)
1 Verlagswechsel (Media Pro bv/BriStein -> Live Emotion)
1 verschlissenen festen Redakteur
0 Redaktionsumzüge

Daten und Fakten:
Start: 08. Mai 2003
Erstausgabe: 03/2003
Verlag: Live Emotion Verlag GmbH
Segment: Xbox-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Angesehen: Games Aktuell 04/2008

Die Games Aktuell hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Gestartet bei CyPress einst als 84seitiges Ramschheft für einen Euro, inzwischen bei 100 Seiten (vereinzelnd etwas mehr) mit DVD für 3,50 angekommen. Doch wie hat sich das Heft bei Computec entwickelt? Der selbe beispielslose Abwärtstrend wie bei der play3 oder doch die letzte Bastion? Zeit für einen Kontrollbesuch.

Die äußeren Werte:
Die Seitenzahl wurde in den November/Dezember-Ausgaben nicht auf 100 betoniert. Dass es bei mehr Werbung auch mehr redaktionelle Seiten gibt, kennt man von Computec gar nicht.

Im Februar wurde der Heftpreis auf € 3,50 erhöht, jedoch wieder ein kleiner Preisvorteil im Abo eingeführt. Die beigelegte DVD-9 wurde leider Gottes durch eine verlagstypische DVD-10 ersetzt. Zwar sind jetzt HD-Videos möglich, jedoch hat man nun mit einer extrem empfindlichen zweiseitigen DVD zu kämpfen.

Beim Druckereiwechsel im Februar vergriff man sich bei der Papiersorte und präsentierte dem Leser das gleiche Klopapier, wie es auch bei N-Zone und OXM 360 zum Einsatz kommt. Zwar korrigierte man dieses Verbrechen schon bei der nächsten Ausgabe, dennoch blieb die Qualität unter dem Niveau der alten Sorte.

Seit der Märzausgabe erscheint die Games Aktuell ebenfalls vierteljährlich in einer € 7,99 teuren Premiumausgabe mit Poster und Schlüsselband. Der regulären Aprilausgabe liegt ebenfalls lose ein großes Poster bei. Zum einen scheint es vorerst als reguläres Gimmick dabei zu sein, zum anderen kommt man durch die nicht vorhandene Einheftung gar nicht erst auf die Idee die Seiten des Posters dem Heftumfang hinzuzuzählen.

Die inneren Werte:
Mit „Ihr habt es so gewollt!“ beginnt Chefredakteur Thomas Szedlak die Worte seines meist sehr guten Editorials. Ich kann darauf nur antworten, „Ja, haben wir!“. 65% der Umfrageteilnehmer auf cynamite.de haben sich dafür ausgesprochen sich endlich von der Sie-Anrede zu verabschieden (Stichwort: Junge Leserschaft, unpassende Leseransprache). Zudem tauchten auch immer wieder Leserbriefe zu diesem Thema auf.

Nun heißt es also endlich „Euer Games Aktuell-Team“. Die Änderung kommt ein wenig überraschend, stößt Leserfeedback bei Computec doch häufig auf eher taube Ohren, zumal sich geradezu verbittert ans „Sie“ geklammert wird.

Los geht’s mit einem kurzen, aber recht textlastigen Newsteil. Als Auflockerung gibt es eine Portion „Zitat des Monats“ und eine „Nummernrevue“, letztere diesen Monat mit Mario Kart. Leider hat sich wieder ein Sqoops-Gutschein mit eingemogelt. Die Penetranz, mit der Computec seinen Onlineshop bewirbt, löst inzwischen nur noch abstoßende Reaktionen aus.

Der Vorschauteil wird in den Foren aufgrund der häufigen „sehr gut“ vergabe gerne belächelt, vergessen wird jedoch, dass bei einem Multiformatmagazin einschließlich PC immer ein Platzmangel herrscht und bei den Previews die Priorität auf Highlights gelegt wird.

Während man die leider viel zu seltenen Reportagen in vielen Heften hinten im Magazinteil versteckt, präsentiert die Games Aktuell sie prominent vor den Tests.

Der Testteil weiß sowohl durch Schreibstil, als auch durch die Optik zu gefallen. In einigen Tests, wie beispielsweise bei UEFA Euro 2008, kommen große Panoramascreenshots zum Einsatz, die hervorragende Einblicke ins Spiel liefern. Problematisch mit optischer Gestaltung und Textmenge wird es allerdings, wenn ein Spiel für sehr viele Plattformen erscheint. Dann nimmt der Wertungskasten auch mal zwei komplette Textspalten in Beschlag.

Die Handheldsektion dürfte gerne noch ein wenig ausgebaut werden, nur in den seltensten Fällen bekommen Spiele dort eine Seite, es überwiegen die Viertelseiter.

Ein absolutes Highlight kommt zum Abschluss des Heftes, die Leserbriefe mit „Onkel Emmerling“. Sarkasmus und Zynismus vom Feinsten. „Onkel Tom“ vom Wii Magazin und von der Xbox Games kann Frank Emmerling allerdings nicht schlagen, dafür gibt es zu wenig Leserbriefe ;)

Kontrolle bestanden
Thomas Szedlak und Team ist es auch nach der Übername des Heftes von CyPress durch Computec geglückt die inhaltlichen Qualitäten zu halten und das Maximum aus den Umständen herauszuholen. Luft nach oben ist zwar immer vorhanden, jedoch schaffen sie es mit kleinen Verbesserungen die Leser bei Laune zu halten.

Insofern, alles Gute für die Zukunft und verteidigt eure Linie, ihr macht einen guten Job :)

Angesehen: Computec Unternehmenspräsentation I/08

Unternehmenspräsentationen haben natürlich die Aufgabe ein Unternehmen in seinem besten Licht dastehen zulassen. Heute werfen wir mal einen Blick dahinter. Quasi, was halten die Hefte, was Computec verspricht. Stand der Präsentation ist Anfang Februar, zugänglich für jeden Besucher auf computec.de.

Die Schönungen und Fehlerchen in Acht Akten.

Akt 1:

PCG

Die monatliche Seitenzahl der PC Games beträgt 172 Seiten, nicht 176.

Akt 2:

PCA

An eine PC Action mit 176 Seiten kann ich mich praktisch gar nicht erinnern. Bereits vor Monaten hat man den Standardheftumfang auf 148 Seiten heruntergefahren.

Akt 3:

Buffed
Bislang sind von Buffed vier Ausgaben erschienen. Nur der Erstausgabe lag eine DVD bei. Die Angabe beim Copypreis „5,90 € inkl. DVD“ ist somit falsch.

Akt 4:

GA 1

Dem Heft liegt keine DVD-9 mehr bei. Das abgebildete Cover zeigt bereits die Ausgabe mit beigelegter DVD-10. Diese ermöglichen zwar Videos in hoher Auflösung, sind aber extrem empfindlich, da eine beschichtete Oberfläche fehlt.

Akt 5:

GA 2

Die Angabe zur verkauften Auflage beruht auf den IVW-Zahlen I/2007. Danach trat die Games Aktuell aus der IVW aus. Zum einen ist die Auflagenzahl damit schon ein Jahr alt, zum anderen sieht es aus, als sei das Heft noch in der IVW, was jedoch nicht der Fall ist.

Akt 6:

Konsolenhefte

Der Preis bei „Preisaggressiv“ stimmt nicht mehr. Wii Player erhöhte bereits im Dezember von 2,99 € auf 3,30 €.

Die Angaben zu den Heftumfängen sind, naja, diskussionswürdig. Der Fact-Sheet fasst „N-Zone“, „play3“, „OXM 360“ und „Wii Player“ zusammen.

Wii Player hat einen Heftumfang von 68 Seiten. Somit ist die Angabe zum Mindestumfang falsch.

Mir ist nicht bekannt, dass OXM oder N-Zone jemals mehr als 100 Seiten Heftumfang hatten. Da ich beide Hefte aber nicht ganz vollständig habe ist es möglich, dass vor 2007 evtl. mal ein oder zwei Ausgaben über diese Marke kamen.

Das erste, was Computec nach der play3-Übernahme tat, war den Standardheftumfang von 116 auf 100 Seiten zu reduzieren. Ebenso ist nicht zu erwarten, dass dieser wieder steigt. Bei der PlayZone wurde der Heftumfang 03/2006 von 132 auf 100 Seiten gesenkt. Bis zur Hefteinstellung blieb diese Marke einbetoniert.

Akt 7:

Marktumfeld

Wenn ihr schon eure Marktdominanz zeigen wollt, schönt bitte nicht auch noch unnötig das Schaubild. Im Nintendo-Segment mischt das Wii Magazin von Live Emotion mit. Ebenso entsteht der Eindruck, OXM 360 sei das einzige Xbox-Magazin. Auch dies ist falsch. Xbox Games von Live Emotion mischt seit 2003 ebenfalls in diesem Segment mit und Airmotion gibt mit 360 Live das einzige IVW-geprüfte Xbox-Heft heraus.

Akt 8:

PCGH

Sieht man sich die Umfänge der letzten 12 PC Games Hardware-Ausgaben an, so haben lediglich die Ausgaben 04/2007 und 01/2008 die Marke von 188 Seiten erreicht (02/2008 kann ich leider nicht nachprüfen). Überwiegend pendelt der Umfang zwischen 164 und 172 Seiten.

Fazit: Von Kosmetik für die Präsentation wird ordentlich gebrauch gemacht. Der Leser würde sich freuen, wenn die genannten Zahlen tatsächlich der wirklichen Heftausstattung entsprechen würden.

Angesehen: Das neue OXM360

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und auch alle Jahre wieder arbeiten oder fuschen Redaktionen und Layout am Aussehen des Heftes herum. Die Bravo Screenfun hat das Prozedere bereits letzten Monat erfolgreich über die Bühne gebracht. Beim OXM360 bleibt leider ein fader Beigeschmack zurück.

Auffällig ist zunächst das neue, alte Heftformat. Ab sofort kommt wieder DIN A4 zum Einsatz, das Heft ist also wieder einige Millimeter länger. Zum Devil May Cry 4-Coverartwork fällt mir momentan nur ein, dass ein sehr, sehr ähnliches Motiv bereits den Titel der letzten OPM2 im April zierte. Ansonsten wurde am Cover nicht viel verändert, lediglich die rote Linie unterhalb des Logos entfernt, sodass das Logo etwas klotziger aussieht und sich nicht mehr so gut vom Artwork abhebt.

Nach sieben Seiten Werbung landet man endlich beim Editorial. Leider gehört dies ganz Eindeutig zur Abteilung „kann man getrost überblättern“. »Wir haben renoviert. […] Vieles sieht ein wenig anders aus, vieles ist aber auch gleich geblieben«.

Schön. Wichtig für den Leser ist sicherlich zuerst zu erfahren, dass ihr das Heftformat gewechselt habt. Dass ebenfalls am Wertungssystem Änderungen vorgenommen wurden, ist fürs Editorial nicht so relevant. Noch weniger wichtig ist auch der Hinweis darauf, dass die Schriftgröße erhöht wurde.

Eine kurze Stichprobe bei den XBL-Arcade-Tests ergab, dass die Screenshots im Gegenzug geringfügig verkleinert wurden und die Textmenge exakt die Gleiche blieb. Bei den normalen Tests kann ich diesen Eindruck leider nicht bestätigen, hier sah es für mich rein optisch nach weniger aus. Allerdings habe ich die Texte dort nicht noch mal Zwecks Zeichenzählung abgetippt. Das neue Fazit bietet Platz für ca. 75 Zeichen, beim Alten waren es noch 115.

Die „lustigen“ Web 2.0-Tapeten, wie man sie von pcgames.de kennt, finden sich nun auch immer am oberen Seitenrand bei de facto jedem Artikel. Zu den Redakteursfotos auf der Teamseite (ok, die sollen wohl etwas lockerer wirken) und in den Artikel kann man eigentlich nur sagen, dass dem Fotografen es wirklich gelungen ist, jeden Menschen im denkbar ungünstigsten Winkel abzuknipsen.

Von den Schwesterheften bereits bekannt, ist die Layoutsünde permanent die Spaltenbreite zu ändern. Bei OXM kommt dies zwar nicht ganz so exzessiv zum Einsatz wie bei PlayZone und play3, stören tut es trotzdem.

Sang- und klanglos hat man auch „So werten wir“, „unsere Icons im Überblick“ und die Grafik- und Soundwertung gestrichen. Während man erstere beiden noch verschmerzen kann, wären zumindest ein paar Worte zur Änderung des Wertungssystems nett gewesen.

Viel mehr lässt sich zum neuen OXM360 auch nicht sagen, dann ist das Heft nämlich auch schon wieder zu ende. Den Jahreshöchststand von 22,25 Werbeseiten aus dem Vormonat verfehlte man nur knapp, dafür gab es drei Seiten Eigenwerbung mehr. Unterm Strich kommt ein Rekordtief von 72,5 redaktionellen Seiten heraus. Computec hält natürlich auch bei seinem Xbox-Magazin in den anzeigenstarken „Weihnachtsmonaten“ an der extrem leserunfreundlichen Schiene fest, den Heftumfang bei 100 Seiten zu deckeln.

Was das im Klartext heißt? Mehr Werbung bei weniger Inhalt zum gleichen Preis. Vielen Dank.

Heftvorstellung: Wii-Magazin

BriStein (bzw. jetzt Live Emotion) und Nintendo sind schon so eine Sache für sich. Aus der 64 Power wird Big.N. Obwohl das N64 tot ist, lässt man stattdessen das PlayStation-Magazin PowerStation draufgehen und bringt Big.N zweimonatlich durchs Jahr 2001. Der GameCube startet, die Big.N auch und zwar wieder jeden Monat. 2003 kommt die Xbox-Games auf den Markt und wird zum Erfolg. Big.N bekommt ein neues Gesicht und nennt sich von nun an N-Games. Der Cube hat nun doch nicht so eingeschlagen wie erhofft, erst kommt die N-Games zweimonatlich und zu guter Letzt 1/4 jährlich. Bei der Erscheinungsweise kann man sich ein Testheft auch schenken und mit der im Dezember 2005 erscheinenden Ausgabe 01/2006 ist Schluss. Die Seele der Redaktion bzw. des Verlages schlägt aber immer noch für Nintendo und so kommt ein Jahr später das Wii-Magazin. Nun muss ich auch weiterhin auf ein brauchbares PlayStation-Magazin verzichten, aber das tut hier nichts zur Sache ;)

Titelseite:
Das Cover ist aufgeräumt und das Text/Artwork-Verhältnis stimmt auch. Leider wirken Schrift und die gelbe Farbe inzwischen reichlich altbacken, hier ist man schlicht irgendwann in der Zeit stehengeblieben. Das Heftlogo passt zwar farblich gut zu Nintendo, ist jedoch insgesamt sehr ausdruckslos und bietet am Kiosk einen viel zu geringen Wiedererkennungswert.

Seite 3:
Dass Editorials generell nur ne 1/3 Seite bekommen ist schon lange Tradition beim Verlag. Inhaltlich sind sie jedoch gut vertretbar, enthalten öfters die ein oder andere Anekdote und sind auch in sich stimmig. Der Rest der Seite wird mit einem Retroblog belegt — das „Nähkästchen“ der 64 Power quasi.

Layout:
Allgemein lässt sich folgendes festhalten: Die Zeiten der herrlich bunten Layouts der Lizenzausgaben von Paragon Publishing aus den 90ern sind lange, lange vorbei. Zwar setzte man schon bei den Vorgängerheften auf relativ „ruhige“ Layouts, das Wii-Magazin geht aber noch einen Schritt weiter. Das Heft ist auf strahlendweißes, glattes Papier gedruckt und verzichtet vollständig auf (bunte Artwork) Hintergründe. Sämtliche Farbtöne sind dezent gewählt und an keiner Stelle knallig. Puristisch und aufgeräumt kann man das Gesamtwerk dennoch nicht nennen, dazu jedoch später mehr.

Inhaltliches:
Nach dem Editorial folgt typische BriStein-Kost, jeder der ein Heft des Verlages in den letzten Jahren gelesen hat, wird sich sofort zurechtfinden. Einige Newsmeldungen mit je einem Screenshot, ein Newsflash am Seitenrand, der digitale „Wunschzettel“ Most Wanted und Gamewatch (die Terminübersicht).

Weiter geht’s mit einem Feature, welches man meist auch in ähnlicher Form auch im Schwesterheft Xbox Games sieht.

Der Previewteil ist relativ kurz im Vergleich zu manch anderem Heft und hat auch oft nur Drittelseiten Vorschauen. Angesichts des Zweimonatsrhythmus ist dieses Vorgehen aber auch sinnvoll. In der Heftmitte liegt das obligatorische Din A2-Doppelposter.

Test:
Das Herzstück (und der Kaufgrund) des Heftes. Die Tests sind allesamt liebevoll und gnadenlos Subjektiv geschrieben. Wer darauf nicht steht, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen, wobei die Auswahl eher gering ist.

Grafik, Sound, Spielspaß, Steuerung und Multiplayer werden im 10er-System bewertet, die Endwertung gibt’s in Prozent und den Award ab 90.

An der Optik gibt es jedoch den ein oder anderen Punkt zu bemängeln. Die Balken zeigen die Einzelwertungen nicht wirklich gut erkenntlich an, man braucht erst mal eine Eingewöhnungsphase, bis sich 7/10 und 8/10 auf Anhieb auseinander halten lassen. Der Bildanteil ist hoch, manchmal zu hoch und vor allem ungünstig platziert. Das Layout ist an und für sich dreispaltig. Manchmal liegen die Bilder jedoch so, dass nur Platz für eine und eine halbe Spalte Text ist. Sieht unschön aus und ist auch nicht sonderlich angenehm zu lesen. Der Test von Eledees in Ausgabe 04/2007 ist 4 Seiten lang. Auf der dritten Seite befinden sich jedoch nur Bilder, der Text geht erst auf der vierten weiter. Das behindert den Lesefluss unnötig. Zu guter Letzt schaffen es manchmal auch nur 3 Zeilen in eine Spalte, was ebenfalls in die Kategorie „Kein Weltuntergang, aber müsste trotzdem nicht sein“ fällt.

Es folgen einige Hardwaretests, bevor es mit 14 Seiten „Virtual Console Games“ weitergeht. Jedes Spiel bekommt eine Drittelseite eingeräumt, bestehend aus 17 Zeilen Text und drei Screenshots. Dazu gibt’s eine Endwertung in Prozent, sowie Angaben zu Kosten, Multiplayermodus und Hersteller. Auf sieben weiteren Seiten folgen Nintendo DS-Spiele. Das Layout ist hier durchgängig gelungen, Viertelseiter müssen dennoch eigentlich nicht sein.

Post:
Scheinbar gibt es immer noch Menschen, die gerne schreiben und scheinbar gibt es auch immer noch Verlage, die das gerne abdrucken. Auf gigantischen 6,5 Seiten werden Leserbriefe abgedruckt, die auch mal länger als zwei Zeilen sein dürfen. Das Posthüttenmaskottchen „Onkel Tom“ beantwortet alle abgedruckten Briefe und ist mit seinen Anmerkungen immer wieder für Schmunzler gut.

Tipps und Tricks:
Bei den meisten Heften ist dieser Teil inzwischen rausgeflogen, im Wii-Magazin ist er immer noch im ausreichenden Maße vorhanden. Es gibt Cheats und Tipps auf 4 Seiten in winziger Schrift, sowie eine 6seitige Komplettlösung.

Bestenlisten:
Auf 6 Seiten Erfolgen die Top5 in verschiedenen Genres für Wii, DS und VC, auf 5 weiteren Seiten folgt ein GameCube- und ein Wii-Testindex. Insgesamt geht zwar recht viel Platz dabei drauf, mit 124 Seiten Umfang ist das Wii-Magazin aber das dickste Nintendo-Heft.

Fazit:
Inhaltlich wird nichts falsch gemacht, Sprache, Geschriebenes und Wertungen stimmen. Auch die Übersicht über VC-Games ist bei keinem anderen Heft auch nur Ansatzweise so gut. Nachgebessert werden müsste an einigen Stellen dennoch. Das Layout im Testteil ist teilweise einfach unmöglich und die ganzen grauen Schriften nerven. Logo und Award sollten auch dringend überarbeitet werden, sie sind einfach zu ausdruckslos.

Trotz Sommerpause, die der Verlag auch unter neuem Namen jedes Jahr macht, was gar nicht geht: Die aktuelle Ausgabe wird DREI Monate am Kiosk ausliegen. Leute, das hat bei der N-Games schon nicht geklappt und ein gewisses Maß an Aktualität MUSS einfach gewahrt werden.

Daten und Fakten:
Start: 06. Dezember 2006
Erstausgabe: 01/2007
Verlag: Live Emotion Verlag GmbH
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: Nicht bekannt

Frontberichterstattung

Ich bin mir nicht ganz im klaren, wer alles zur Magaziniac-Leserschaft zählt. Vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der sie noch nicht kennt – Gamefront. Die Webseite, gamefront.de sollte so ziemlich jedem Videospieler ein Begriff sein, der mal im Internet unterwegs war, früher oder später bekommt jeder mal eine Gamefront-News zu Gesicht.

Beim Heft hingegen sieht es etwas anders aus. Die Printausgabe erscheint drei bis fünf mal im Jahr (eher drei als fünf) und ist nur in Gameshops und im Abo, nicht aber am Kiosk erhältlich. € 4,90 sind für ein 72 Seiten Schwarz-Weiß-Heft auch alles andere ein Schnäppchen. Dennoch möchte ich jedem „ich finde alle Videospielhefte der heutigen Zeit doof“-Nörgler mal eine Ausgabe ans Herz legen.

Ohne Kioskzwang muss das Cover nicht bis zum Platzen vollgestopft sein und so schaut einem eine wunderschön aufgemachte Resident Evil 4 (Wii)-Titelstory entgegen. Auf dem Cover steht zwar April, erschienen ist die Ausgabe aber erst vor wenigen Tagen. Im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Markt, die „ihrer Zeit zwei Monate voraus“ sind, wird die GF meist nicht pünktlich fertig und das Warten aufs aktuelle Heft wird zur Zerreißprobe für die Nerven.

Character Select:
Wer die Redakteursgesichter und Steckbriefe satt hat, wird sich schon über die Teamseite freuen. Den vier Schreiberlingen wird je eine Videospielfigur zugeordnet, Fotos gibt es keine. Die kurzen Texte auf der Seite enthalten oft nette Anekdoten und heben sich wohltuend vom Standardschema ab.

Neues von der Front:
Auf einer spartanisch aufgemachten Doppelseite werden aktuelle Meldungen präsentiert. Auf Grund der dürftigen Erscheinungsweise hat man allerdings nicht lange Freude daran. Dafür ist sowieso eher die Webseite geeignet, im Heft ist die Rubrik eine nette Dreingabe, mehr nicht.

Preview:
Hier bekommt man die erste Gelegenheit sich vom Schreibstil des Heftes zu überzeugen. Die Previews sind meist sehr umfangreich und häufig durch Interviews erweitert.

„Umfangreiche Previews bekomm ich auch bei anderen Heften, warum soll ich die GF dafür lesen?“

Nun ja, wer sich länger von den typischen Kiosktiteln ernährt hat, wird zwangsläufig irgendwelche Schäden davon getragen haben. Umfangreich dürften die meisten mit 6-8 Seiten gleichsetzen, auf denen viele Bilder und wenig Text ist. Bilder gibt es bei der GF auch, allerdings wird sehr sparsam damit ungegangen, häufig muss man sich erst mal daran gewöhnen wieder so viele Infos auf einer Seite zu bekommen.

Test:
Auch ohne Kioskzwang wird leider auf das Prozentsystem gesetzt, allerdings wenigstens in seiner ganzen Bandbreite genutzt und hat keine Inflationserscheinungen nach dem Motto „Macht kaum Spaß, 70%“. Im Testteil gibt es einige Besonderheiten:

Wer Sportspiele mag, sollte um die Gamefront einen Bogen machen, die Redakteure mögen allesamt keine Sportspiele und testen auch keine. Wer hingegen RPGs mag, sowie auf Importspiele steht, ist wesentlich besser bedient. Viele Spiele werden zudem von mindestens zwei Redakteuren (durchgespielt), so dass 40h+ Kaliber wesentlich besser beurteilt werden können als anderswo.

Groß wird die Story eines Spiels nicht breitgetreten, der Part nimmt den kleinsten Teil eines Tests ein. Danach geht es mit der Beschreibung des Spielens und der Technik weiter. Wirklich interessant wird es in den extrem langen und subjektiven Meinungskästen. Nirgendwo sonst kann man sich derartig gut seine Meinung zu einem Titel bilden.

Geht’s anderen Lesern eigentlich genauso? Sobald ich das Heft habe, blättere ich es schnell mal durch und such erst mal gezielt im Testteil nach allem, was weniger als ~60% hat. Die gnadenlosen Verrisse sind einfach herrlich geschrieben und man weiß, woran man ist.

Kleine Kostprobe aus dem Fazit zu „Cake Mania DS“ gefällig? „Da kotzt Dr. Oetker: Dümmliche Backstube für Frustrierte!“

Wer auf staubtrockene und sachliche Texte steht, wird mit dem Heft keine Freundschaft schließen, jeder andere wird es für die lockere Schreibe lieben.

Rubriken:
Im Anschluss an die Tests folgen eine ganze Reihe kleiner Rubriken:
- Magazine Classics: Vorstellung alter Videospielehefte
- Arcade Express: Die Seite für Arcade-Fans
- Online Scout: Hält einem über Onlineentwicklungen auf dem Laufenden.
- Schatztruhe: Seltene Special Editions von Konsolen und Spielen finden hier ihren Platz
- Chatterbox: Interessante Zitate von damals. Was trat ein, welche Aussage wurde zur Luftnummer?
- Kult von gestern: Alte Spieleklassiker
- Ich lebe in: Das Leben in verschiedenen Spielen
- Elenors Shop: Gadgets én masse
- Buch: Spieleliteratur, Kult- und Lösungsbücher aus dem Videospieluniversum
- Biohazard Labor: Der Name sagt es, die Resident Evil-Rubrik
- Retro: Das Gespräch – Zwei Redakteure diskutieren über Spieleklassiker

Ich mag die Jungs von der Gamefront sehr gerne, immerhin bringen sie das zu Papier, was ich seit Jahren am Kiosk vermisse: Ein gut geschriebenes Freakheft mit vielen Reportagen, Interviews und Specials, die ich nicht im Internet finde. Jetzt hab ich sie noch ein kleines bisschen lieber. Mit dieser Ausgabe wurde eine Rubrik eingeführt, die sich mit Blogs aus der Spieleszene befasst. Ihnen hat mein Eintrag zur fun generation so gut gefallen, dass man ihm bzw. der Antwort dazu eine knappe 1/4 Seite einräumte. Fürs Abdrucken (und die kleine Werbung) möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Freut mich, wenn’s euch gefallen hat.

Briefe zur Front:
Interessant zu erfahren wäre mal, wie viele der dort abgedruckten Leute eigentlich das Heft kennen. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein normaler Leser solche Mails verfassen würde, wo er doch weiß, was für bitterböse Antworten da kommen werden.

Schöne Spielerei am Rande: Die Statistik zu jeder Ausgabe, was ging zu Bruch, welchen Test wollte niemand machen etc.

Übrigens, nette Antwort auf die Forderung nach einer DVD. Fragt sich warum deutsche Hefte meinen, sie wäre das Wundermittel zum Auflagenwachstum, wo die großen der Welt ganz ohne sie auskommen.

Ticker:
Eine Vorschau aufs nächste Heft kann man sich sparen, da nicht mal Gott selbst den Termin kennt. Also wird die letzte Seite kurzerhand dafür genutzt die interessantesten Newsschnipsel von gamefront.de abzudrucken.

Fazit:
Gamefront ist nicht dazu gedacht ein monatliches Heft am Kiosk zu ersetzen. Wer jedoch außergewöhnliche Berichte mag, seine hart erarbeite Kohle gerne für Importe ausgibt und letztlich auch auf gnadenlose Verrisse steht sollte sich das Heft auf keinen Fall entgehen lassen. Wer einfach nur mal nach Abwechslung oder Lesespaß sucht, darf gerne zugreifen. Wirklich fehlen tut dem Heft nur ein Lektorat.

Daten und Fakten:
Start: 08. Oktober 1995
Erstausgabe: 10/1995
Verlag: Gamefront Verlag
Segment: Multiformat
Erscheinungsweise: sporadisch
Copy-Preis: EUR 4,90
Chefredakteur: Frank Michaelis
Druckauflage: Nicht bekannt

Layoutgeneration Nr. 4 – PC PowerPlay Ausgabe #30

Frisch gestylt startet PC PowerPlay in den Mai. An der Doppelartworkstrategie wird leider erst mal festgehalten, so dass das Two-Worlds-Motiv sich nicht ganz entfalten kann. „Gothic-Flop“ und „Battlefield kann einpacken“ – diese Art von BILDschlagzeile nervt beizeiten, ist zum Glück aber relativ dezent auf dem Cover platziert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt ein wichtiger, positiver Punkt auf: Der „Mehr Spiel/Spaß/Service“-Slogan ist verschwunden.

Editorial:
In den letzten Monaten arg von mir gescholten, ist es diesen Monat gelungen. Die Neuerungen werden kurz vorgestellt (wenn auch der Platzseitenhieb nicht hätte sein müssen) – und, Rüdiger wird verabschiedet und das neue Redaktionsmitglied vorgestellt. „Rüdi im Wandel“ ist wirklich ein nettes Detail.

Der Newsteil ist zwar nun eine ganze Ecke bunter, sieht jedoch wesentlich übersichtlicher und strukturierter aus.

Auf Grund der neuen Schrift lässt und der Umstellung auf ein dreispaltiges Layout lässt sich die Textmenge schlecht beurteilen ob man mehr oder weniger bekommt (HomiSite, wo bist du? ;) ). Insgesamt macht der Vorschauteil einen sehr übersichtlichen, schlichten Eindruck und lässt sich vom Auge gut erfassen.

Die Teamseite hat sich vom Cynamitegrün verabschiedet, hier dominiert ein wesentlich augenfreundlicheres blau von nun an das Geschehen. Ebenso ist die neue Rubrik(überschriften)art wesentlich angenehmer zu lesen.

Testteil:
Viele massive Kritikpunkte der dritten Layoutgeneration wurden ausgemerzt und so präsentiert sich eine deutlich entschlackte „So testen wir Seite“.

Sprache, USK-Angabe, Preis und Steuerungsgeräte werden nun endlich wieder textlich dargestellt, die platzraubenden Symbole sind verschwunden. Ebenfalls hat man sich vom Säulendiagramm „Direktvergleich“, sowie von der völlig überflüssigen Angabe zur Steuerung verabschiedet. Das Tortendiagramm „Spielelemente“ taucht zwar immer noch auf, ist jedoch wesentlich ansehnlicher geworden.

Ebenfalls dringend nötig war eine Überarbeitung der Top 30 Listen. Diese enthalten zwar nur noch 25 Spiele, die schülerzeitungsähnliche Aufmache ist nun einer professionelleren gewichen.

Die Tests sind allesamt augenfreundlich gestaltet, auch kommt der heile, nicht in der Mitte durchgebrochene Wertungskasten wieder zum Einsatz. Von der Länge her kommen sie mir recht kurz vor, kann aber wie eingangs erwähnt durch die neue Schrift täuschen.

Die Leserbriefe haben eine anständige Länge, für meinen Geschmack darf an diesen Seiten aber noch nachgefeilt werden. Es wirkt einfach noch zu platzverschwenderisch. Vor allem, da man sich auch im Wertungskasten von unnützen grafischen Spielereien getrennt hat, hätte man hier auch noch mal das Radiergummi ansetzen könne.

Nanu, Leserbriefe, jetzt schon? Ja, der dreizehnseitige Magazinteil ist ein Stückchen nach vorne gerutscht, wohingegen sich der Hardwareteil nun am Ende des Heftes befindet. Auf die Erwähnung des WoW-Teils *räusper*, der Tipps und Trick-Seiten habe ich verzichtet.

Fazit:
Den meisten überflüssigen Schnick-Schnack der dritten Layoutgeneration hat man hinter sich gelassen und damit viele Kritikpunkte der letzten Monate ausgemerzt. Das Heft macht einen deutlich besseren Eindruck als die letzten Monate, ob optische Gestaltung, Editorial oder Magazinteil.

Mit 118,5 redaktionellen Seiten wird leider nun ein drittes Mal in Folge ein neuer Tiefststand markiert. Ohne es jetzt speziell an „dieses oder jenes fehlt“ festmachen zu können, so spürt man die fehlenden 20-40 Seiten doch deutlich, hier herrscht dringender Nachholbedarf.

Daten und Fakten:
Start: 24. November 2004
Erstausgabe: 12/2004
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PC-Spiele-Heft
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 2,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Martin Deppe
Verkaufte Auflage: 70.464 Exemplare (IVW, IV/2006)