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Spielen statt arbeiten – PES bei CyPress

Nicht nur viele Redakteure sind einem gewissen Fußballspiel gnadenlos verfallen, offenbar konnte auch die CyPress-Geschäftsleitung ihre Finger nicht von der Konsole lassen, wie das folgende Video zeigt:

Immerhin, wer mit spielen beschäftigt ist, kann keine Fehlentscheidungen treffen

Die letzten Worte der DVD Vision

Die Einstellung der DVD Vision war eine der typischen und unschönen. Ihr wurden mit den Worten „die nächste Ausgabe erscheint am 18.10.07“ die Lichter ausgeblasen. Auf den Seiten 64 und 65 im Test der Elviscollection wurde jedoch eine kleine Botschaft versteckt. Einige Buchstaben sind in grau statt schwarz gedruckt, man muss also genau hinschauen. Liest man alle grauen Buchstaben in Reihenfolge, erfährt man, was die Redaktion zur Einstellung ihres Heftes wohl gedacht haben muss.

Wer die Ausgabe 11/2007 nun nicht griffbereit hat, möge nun einen Blick auf den vielleicht letzten „CyPress-Insider“ werfen.

Verraten

und

Verkauft

„Verraten und Verkauft“

ZukunftsVISIONen:
Widescreen startete mit Trailer-DVD und 132 Seiten Heftumfang für € 3,99. Es folgen Spielfilm und 148 Seiten Umfang bei einem Preis von € 4,99. Quasi über Nacht strich man den Umfang ersatzlos auf 100 Seiten zusammen. Es folgte ein Preiserhöhung auf € 5,90 und beim Relaunch zu Widescreen-Vision gingen auch die Spielfilme wieder flöten.

Um es mit einem Wahlkampfslogan auszudrücken: „Gerechtigkeit kommt wieder“. Bei den aktuellen IVW-Zahlen verliert die Widescreen-Vision erdrutschartig 44% der Käufer im Einzelhandel. Gerade Mal noch 14.648 Käufer fanden sich am Kiosk durchschnittlich pro Ausgabe im 4. Quartal 2007.

Ein Name und eine Hülle reichen eben nicht, um die Seele und Käufer einer Zeitschrift zu halten.

Best of Editorial: …fit for fun? (fun generation 11/1999)

Wenn man mit einem Relaunch gründlich daneben gelangt hat, kann man das auf zwei verschiedene Wege wieder gerade biegen. Entweder auf „Joa, alles neu macht der Mai, darum haben wir unser Layout überarbeitet und könn(t)en viel mehr Text auf eine Seite schreiben als bisher“ ohne irgendwelche Fehler einzugestehen, wie es die PC PowerPlay nur allzu gerne getan hat oder man redet Tacheles. Das folgende Editorial stammt noch aus einer Zeit, in der alles besser war ;-)

…fit for fun?

Liebe Leser,

es gibt Momente im Verlagsleben, da sind Konsequenzen unausweichlich – unabhängig von Sympathien. Roberts äußert ambitionierter Versuch, aus der Fun Generation eine fun.generation für den „intellektuellen“ Leser zu konzipieren, ist – offen gesagt – rein im Bezug auf die Verkaufszahlen brutal gescheitert. Das tut uns persönlich extrem leid für ihn – Konzeption hin, Konzeption her. Robert hat sich mit seinem Team in fun.generation reingekniet wie kaum jemand zuvor – bis über gesundheitliche Grenzen hinaus. Wenn der Erfolg trotzdem ausbleibt, kommt das fast einer Tragödie gleich.

Und wenn Dragoslav Stepanovic, weithin anerkannter „Fußball-Philisoph“ und Ex-Trainer von Eintracht Frankfurt und Bayer 04 Leverkusen, in noch so kritischen Situationen mit der lapidaren Bemerkung „Lebe geht weider…“ Optimismus versprüht, dann gilt das in unserem Fall einerseits für Robert, der in führender Position bei CyPress bleibt, und andererseits auch für die Fun Generation. Eine Person mit X-Files-verdächtigen hellseherischen Fähigkeiten wollte uns etwas voreilig und voller Schadenfreude schon mausetot und metertief begraben sehen, doch dem ist nicht so. CyPress gründet auf Fun Generation, das Multi-Mag ist die Mutter allen Erfolges. So ein Magazin lässt man schon aus rein emotionalen Gründen nicht sterben. Einzig eine Woche Verlängerung der normalen Produktionszeit haben wir uns gegönnt, um Fun Generation radikal zu ihren Wurzeln zurückzuführen. Wieder hin zum reinrassigen Spiele(r)magazin, in dem das im Vordergrund steht, was eingefleischte Zocker nun mal interessiert, und das sind Spiele, Spiele und nochmals Spiele. Unabhängig von Hersteller, Plattform und Erscheinungsland stellen wir nahezu ausnahmslos alle verfügbaren Titel vor; von uns selektierte Highlights umfassend, den Rest in kompakter, aber nicht minder kompetenter Form. Oberste Priorität war für diese Ausgabe und wird es auch in Zukunft sein, absolute Knaller-Titel möglichst früh in Testform zu präsentieren. Das ist in dieser fun mit Crash Team Racing und FIFA 2000 für die PlayStation gelungen, Ready 2 Rumble und UEFA Striker begeistern restlos auf dem Dreamcast und auch Rares heißersehntes 3D-Spektakel Jet Force Gemini konnten wir auf den letzten Drücker ins aktuelle Heft nehmen. Natürlich haben wir auch am Layout gefeilt, was durch das veränderte Konzept unumgänglich war. Wir hoffen, der neue Look gefällt!

Ein eminent wichtiger Faktor für eine komplett funktionierende fun ist freilich Video Games- und MAN!AC-Gründervater Winnie Forster, der im Zusammenspiel mit Oliver Ehrle künftig die News und Specials aller Art in der fun steuern und recherchieren wird.

Während also in Höchberg vorrangig die Joypads glühen, liegt unsere News-Center-Zentrale in Winnies Redaktions-Domizil am idyllischen Ammersee. Für die nächste fun wird übrigens an neuen Rubriken gefeilt, lasst Euch überraschen!

Let’s get ready to rumble!

Euer fun-Team

P.S.: Um die Verwirrung um unser Logo noch zu steigern: Aus FunGeneration (06/95 – 04/99) wurde fun.generation (Ausgabe 05/99 – 10/99) und jetzt fun generation (11/99 – ?).
Alles klar?

Das war die PC PowerPlay – Ein Rückblick von Magaziniac

ACHTUNG
Vorher Teil 1 und Teil 2 im Original AUFMERKSAM lesen.

Nach lesen dieses Blogeintrages auch die HINWEISE am Ende des Textes beachten.

Rückblick Teil 1/2

Herbst 2004, das Phrasenschwein ist bereits geschlachtet. Wir hatten ein klares Ziel vor Augen. Irgendwo da vorne musste es sein, oder dahinten, oder fünf Kilometer weiter rechts oder war’s doch links? Jedenfalls sollte nach 1997 wieder ein großes PC-Spieleheft an den Start gehen. Anstelle von neuen Schreiberlingen setzten wir auf Altbekannte und bekamen dadurch kostenlose Werbung in Form von relativ viel Aufmerksamkeit.

Gemeinsam wollten wir eine Alternative zu den angestammten Heften auf den Markt bringen, denn bereits vor uns hatten GameStar und PC Games die älteren Spieler im Visier, wohingegen die PC Action eher jüngere Leser anspricht. CyPress geht es vor dem PC PowerPlay-Launch blendend und während sich Computec, IDG, Bauer und Springer gerade eine ruinöse Vollversionsschlacht liefern, gibt es keinen besseren Zeitpunkt um in den Markt einzusteigen. Da der Dumpingpreis unseres Schwesterheftes Games Aktuell schon nicht dazu taugte, um große Verkäufe zu generieren, gehen wir ebenfalls damit an den Start und verramschen das Heft für 2,99.

Mit einem in fünf Minuten zusammengeschusterten Dummy, geht ein Teil des Teams auf Werbetour. Die Resonanz ist überwältigend. Für 50% der befragten ist das Glas halb voll, für 50% ist es halb leer. Das hastig in Paint erstellte Cover in rot/schwarz hat gegen ein blaues mit Photoshop natürlich keine Chance, deswegen muss hier noch ordentlich nachgebessert werden. Gar nicht so einfach, schließlich ist das halbe Team noch damit beschäftigt für die Konkurrenz zu schreiben. Andere Redaktionen basteln schon mal sechs Monate an ihrer Debütausgabe, die Zeit haben wir allerdings nicht. Deswegen kopieren wir einfach das beste aus GameStar und PC Games um eine PC GamesStar, pardon, PC PowerPlay zu erschaffen.

Die Reihenfolge der Rubriken, die Umfänge der Artikel, einzelne Elemente – das alles ergibt sich relativ schnell, schließlich können auch wir das Rad nicht noch mal neu erfinden, schon gar nicht in der kurzen Zeit.

Mit dem Ergebnis sind wir zufrieden, das Heft fügt sich perfekt in das Kioskbild ein. Vielleicht greift ein GameStar-Käufer versehentlich zum falschen Magazin. Aus dem Stand landet die PC PowerPlay in den roten Zahlen, das angepeilte Ziel ist erreicht. Das Heft selbst wirkt etwas kantig, aber im Endeffekt ist es uns ganz gut gelungen uns alles wichtige an den passenden Stellen zusammenzuborgen. Die Vollversion hat auch einen Keks verdient, dazu später mehr.

Die Stimmung ist so lala, die zweite Ausgabe ist in der Mache, der WoW-Hype beginnt und wir haben wieder eine klasse Vollversion.

PC PowerPlay ist wie gewünscht in der Verlustzone gestartet, alles läuft. Nachts ist es kälter als draußen, heißt es bekanntlich. Doch anstatt Zuhause ist kürzer als zu Fuß, greift fünf Sterne Geschäftsführer Stefan Winners den Bootsjungen ins Ruder. Früher als geplant soll der Dauertiefpreis angehoben werden, weil die angehäuften Verluste schon am Budget der Schwesterhefte knabbern. Außerdem hat eines unserer Schwesterhefte mit einer Preisschlacht „bis aufs Blut“ gedroht. Der höhere Heftpreis dient allerdings nicht um unser Budget zu erhöhen. Stattdessen sollen wir den übersättigten Markt mit zwei Vollversionen weiter verstopfen, ohne dass wir mehr Geld für die Beschaffung kriegen. Das Team ist von der Kostenbremsstrategie und der letzten Handlung von Winners schwer geschockt.

Aber an manchen Tagen hat man Pech und an anderen kann man einfach nicht gewinnen und so verlässt uns auch noch Patrick Hartmann.

Da es zu einfach wäre sich durch Layout und Coverdesign von den Mitbewerbern abzuheben und die Marktforschung ergeben hat, dass blau eine schöne Farbe ist, packen wir Videos im WMV-Format auf die DVD. Der erwartete Auflagenanstieg bleibt aus, noch immer findet uns niemand am Kiosk.

Es ist Juni 2005. Wir müssen zwei Vollversionen bringen und haben aktuell nichts zugkräftiges an Exklusivmaterial. Die Mitbewerber schlafen, sie ignorieren unseren Dumpingpreis. Der Zusammenbruch der New Economy 2000, der 11. September 2001 und die Wiedervereinigung 1990 haben immense Kosten verursacht. Für diese plötzlichen Ereignisse hat der Verlag keine Reserven vorgesehen. Noch dürfen wir Verluste machen, aber unser scheidender Geschäftsführer will eine schwarze Null sehen.

Die Marktforschung hat ergeben, dass der Markt nicht mehr wächst. Aber es ist ja nicht unsere Aufgabe das Heft trotz geringerer Verkäufe auf ein solides Fundament zu stellen.

Das erste Jahr PC PowerPlay ist so gut wie vergangen. Nach dem sehr guten Start gerät der Motor des Heftes ins Stottern, die Suche nach den Ursachen beginnt. Fehler finden wir keine. Die Forenuser, die kritisieren, dass wir kaum von den Mitbewerber zu unterscheiden sind, haben alle unrecht.

Rückblick Teil 2/2

Eigentlich schwingt der Henker schon mit seinem Beil, denn Profitabel kann das Heft mit dem Preis erst ab 150.000 verkauften Exemplaren werden. Doch unser neuer Geschäftsführer sieht das ganze nicht so eng. Also wird nach neuen Nischen gesucht, die noch nicht bedient werden. Die der CBS-Käufer erscheint uns dafür am geeignetsten. Also haben wir uns für „Mehr Spiel. Mehr Spaß. Mehr Service.“ als Heftkonzept entschieden. Jetzt, wo das Heft hopps ist und der Verlag seine Pforten geschlossen hat, können wir ja auch ruhig zugeben, dass das zweite Redesign für die Tonne war. Außerdem tut es uns sehr leid, es den Moderatoren übel genommen zu haben, dass Konzept genauso blöde zu finden, wie wir auch.

Da die PC PowerPlay bereits ordentlich am Schlingern ist und die Onlineauftritte nur aus Foren bestanden (auf pcpowerplay.de hat ja nie jemand Updates gemacht und opm-net wollte ohne Flashplayer nicht laden), muss da was gemacht werden. Aufopferungsvoll übernehme ich die Projektleitung eines neuen Onlineportals mit Fantasienamen. Es wäre schließlich Wahnsinn die Auftritte unserer bekannten Marken Grundzusanieren. Wieder bei Null anzufangen, entwickeln eines Konzeptes, aussehen, etc. pp. kostet schließlich auch viel weniger als das tägliche Posten von News auf unserer Seite. Um es offen zu sagen, ohne PC PowerPlay und Cynamite.de hätte CyPress das Jahr 2007 überlebt.

2006 war ohnehin ein Schicksalsjahr für CyPress. Weiter sinkende Verkaufszahlen, Kostendruck und noch immer wird uns der Geldhahn nicht zugedreht. Wir müssen trotzdem Überstunden machen und dann sind die Forenuser auch noch so gemein und sagen uns jeden Monat, was wir falsch machen. Das Allerschlimmste, die Verkaufszahlen geben ihnen auch noch recht. Am liebsten hätte ich mal den kleinen roten Buzzer im Pentagon gedrückt.

Apropos Waffen: Eine der Waffen eines jeden Spielemagazins sind natürlich exklusive Themen. Und zwar am Besten exklusive Geschichten zu den absoluten Top-Themen – die aber jedes Magazin will. Für tolle Sachen reicht unsere Auflage nicht, also nehmen wir halt mal etwas andere Coverthemen. Gelohnt haben sich Dinge wie Rise & Fall aber nicht. Da hat es auch nicht geholfen drei Mal „Exklusiv“ auf das Cover zu schreiben. Dass das Artwork nur ein drittel des Cover einnimmt, teilweise durch Heftlogo, DVD-Spalte, Schriftzug der Coverstory und Barcode verdeckt wird, hat zum Glück noch Schlimmeres verhindert.

Auch Bioshock war im Hinblick auf die Verkaufszahlen im August 2006 ein glatter Fehlgriff. Das Spiel bzw. das Artwork war Schuld daran, dass trotz unseres nur zwei Ausgaben zurückliegenden, zweiten Redesign und kompletter Neuausrichtung inkl. auf die Straße setzen aller bisherigen Käufer, die Verkaufszahlen nicht stiegen.

Während Cynamite.de die Forenuser weglaufen, schrumpft PC PowerPlay weiter. Auch andere Magazine schrumpfen, allerdings schreiben die auch keine roten Zahlen. Da wir auf die Vollversionen im Jahr 2007 verzichten, nutzen wir die eingesparten Kosten nicht um auf einen grünen Zweig zu kommen, sondern senken lieber wieder den Heftpreis. Mit dem alten Geschäftsführer wäre das ja nicht möglich gewesen.

Der Mutterverlag setzt CyPress eine Gnadenfrist, doch dass Verlustobjekt darf weiterlaufen. Und so kommt es, wie es kommen musste. Computec sagt danke zu Games Aktuell und play3.

Leider mag Computec die Augen vor der Realität nicht länger verschließen und macht die PCPP dicht. Eine Vorschau oder einen Hinweis schreiben können wir allerdings nicht mehr, denn der Chefredakteur ist im Urlaub ;-)

Hinweise:
Ja, dieser Eintrag ist sarkastisch und bitterböse.

Was möchte ich hiermit bezwecken? Nun, so ein persönlicher Rückblick ist immer schön und gut. Wenn man dann noch ein paar kleine Fehler eingesteht, ist der normale Leser damit zufrieden und hinterfragt den Text auch nicht mehr.

Aber, wäre euch aufgefallen, dass:

- das Erscheinen von GameStar XL (Februar 2006) PC Games Extended (April 2006) und Computer Bild Spiele Gold (Juni 2006) kurzerhand um bis zu ein Jahr vorgezogen wurde, auf Juni 2005, wo die Heftpreiserhöhung und die mehr Vollversionen bei der PC PowerPlay kamen?

- die Mitbewerber zum Erscheinen der PC PowerPlay einmalig ein Vollversionsfeuerwerk gezündet haben, aber nie den Hauch von Interesse gezeigt haben den Preis als Gegenmaßnahme zu senken?

- man sich mit 100.000 verkauften Heften angeblich zufrieden zeigt, obwohl das Heft erst ab 150.000 eine schwarze Null abwirft?

- ein Geschäftsführer im Sinne seines Unternehmen handelt, wenn er den Heftpreis anhebt um die Verluste zu reduzieren, damit die anderen Publikationen keinen Schaden nehmen?

- man sich an die eigene Nase fassen muss, dass ein Webauftritt auf das Forum reduziert wird, wenn man ihn einfach nicht aktualisiert?

- man nicht auf die Idee gekommen ist, die Onlineauftritte etablierter Marken auszubauen statt von vorne anzufangen?

- man sich scheinbar nie die Frage gestellt hat, warum die PC PowerPlay unbegrenzt lange immense Verluste einfahren darf und trotzdem ein Wahnsinnsbudget hat, play und OPM2 aber kaputt gespart wurden?

Vermutet jetzt nicht hinter jeder Ecke eine Verschwörung oder ähnliches, aber hinterfragt was ihr lest einfach mal ein bisschen. Zur Not könnt ihr auch mit diesem Eintrag beginnen ;-)

euer Evil

Rote Zahlen der PC PowerPlay – Mir verschlägt es die Sprache

Man mag es kaum glauben, was seit heute im PC PowerPlay-Club steht:

Klarstellung
Florian Stangl
Verfasst am: 15.10.2007, 10:00h

Computec Media hat Cypress nicht gekauft und dann PCP eingestellt, damit ein Konkurrent weniger auf dem Markt ist. Das ist falsch.
Richtig ist, dass der Vogel-Konzern, zu dem Cypress bislang gehörte, einen Käufer für den Verlag oder Teile des Verlags suchte. Und Computec hat Teile übernommen, der Rest des Cypress-Verlags wird – salopp formuliert – dicht gemacht. PCP hat immer rote Zahlen geschrieben, so traurig es ist. Und da es keine Perspektive auf Besserung gibt, hat sich kein Käufer gefunden, der das Heft weiterführen will.

Quelle 

Man hat drei Jahre lang die PC PowerPlay den CyPress-Verlag in den Abgrund reißen lassen, statt irgendwann mal die Notbremse zu ziehen und dem Trauerspiel ein Ende zu setzen. Aber lieber hält man sich über 35 Ausgaben ein absolutes Verlustobjekt, dass sämtliche Gewinne auffrisst und am Ende das Aus für einen kleinen Traditionsverlag der Branche bedeutet.

Und nu? Na ja, wird CyPress eben dicht gemacht. Shit happens!? Die Leichtigkeit bestimmte Dinge zu nehmen möchte ich auch haben, NICHT.

Max-Planck-Str. 13 – Ich über euch, von OPM bis Cynamite

Der Beginn
Es ist Mai 1999 und ich bin fast pleite, meine Ersparnisse sind ausgeben. Dafür gehört mir nun eine PlayStation mit Tekken 3 und Blazing Dragons. Es sind nur noch meine 20DM Taschengeld da. Mein Vater fährt mit mir zu Marktkauf, mit großen Augen stehe ich vor einem riesigen Regal, voll mit Zeitschriften. Ich hab eine PlayStation, ich brauch ein PlayStation Magazin. World of PlayStation… hm, ne keine Demo-CD, play PLAYSTATION.. ne, auch nicht. PlayStation – Das Fun-Magazin nur 5 Demos… Was ist das? Zwei Demo-CDs mit 19 spielbaren Demos? Kann nicht sein, noch mal gucken. Doch es stimmt, das Heft muss ich haben – aber DM 12,80? Mein Vater gibt mir sechs Mark dazu und ich mach mich auf zur Kasse. Einmal „Das offizielle PlayStation Magazin“? Macht DM 12,80!

Ab nach Hause. Demo-CD rein. Best of Fighting, geil! Ich liebe Beat’em-Ups und so viele Demos. Ins Heft geschaut. Wow, über sechs Seiten zur Beat’em-History. Ich liebe dieses Heft. Aber DM 12,80.. ich bekomm doch nur 20 Mark im Monat. Mitte Juli, die Ausgabe 7/99 erscheint. Ihh, da sind ja kaum Tests drin und ich will Cheats, ganz viele Cheats! Ich will PlayStation Solutions!

Die Ausgabe 7/99 mach ich also Pause, doch ich hab wieder verlangen nach einer Demo-CD. PlayStation Zone? Ne, das sieht hässlich aus und der Mann im Editorial macht mir angst. PlayStation – Das Fun Magazin? Die Demo-CD ist immer noch mist, also muss es wieder O.P.M. sein. Sporadisch kommt mir O.P.M. nun ins Haus, es ist immer noch sehr viel Geld. Mitte 2000 bin ich mal wieder blank, doch ich brauch was zu lesen. O.P.M. ist nicht drin. Aber die play PLAYSTATION hat da so ein schickes Tekken Tag Tournament Poster und sieht auch geil aus, glaube die könnte ich mal mitnehmen.

In der Tat schaut sie gut aus, aber was soll ich mit den ganzen Importtests und irgendwie ist’s kein O.P.M…. Weihnachten. „Wer jetzt abonniert, bekommt zehn Hefte des 2000er Jahrgangs geschenkt“. Mama! Ich will ein Abo! Nach langem nörgeln steht fest, ich bekomm das 138DM teure Jahresabo. Freunde. Die PlayStation 2 steht in den Startlöchern, mit ihr auch „Das offizielle PlayStation 2 Magazin“. DM 14,80! Ok, O.P.M. ist ins Abo verfrachtet, ich bekomm inzwischen 30 Mark Taschengeld und ich will was über die PS2 wissen. PlayZone, PSM2, play? Ne, OPM2 wird seine Kohle schon wert sein.

Die Zeit verstreicht, der Euro kommt, ich trag inzwischen Zeitungen aus und hab mehr Geld zur Verfügung Außerdem ist mein erste Leserbrief in der OPM abgedruckt. Im September 2002 steht fest, ich will sie alle! PlayZone, play, players. PlayZone und players sprechen mich nicht an, aber egal. Sammeln! Aber die play… Das Layout, viel besser als im Jahre 2000. Es ist göttlich. Meine Farben, und der Schreibstil – wie konnte ich so lange Zeit nur auf dieses Heft verzichten? Zu Weihnachten bekomm ich meine PS2 mit Final Fantasy X.

Irgendwie ärgern mich aber die wenigen PS1-Tests in der play, schließlich bietet das Schwesterheft OPM viel mehr PS1-Tests. Leserbrief geschrieben und er wurde auch abgedruckt. „Wir sind play und unabhängig vom offiziellen, wage es nicht uns in einen Topf zu werfen“. Just in der Ausgabe wurde das Layout gewechselt und ich fand es ziemlich hässlich. Nach dem Leserbriefreinfall hab ich mich dagegen entschieden einen weiteren zu schreiben. Außerdem wird mein O.P.M. zu grabe getragen, seine Lebensspanne und die der PS1 ist 2003 am Ende angekommen.

Zu Ostern bekam ich ein play-Abo geschenkt und hab seit dem jeden Monat das playplaystation.com-Forum mit ’nem Heft-Thread beglückt. Ja, zitieren in einem PXM-Forum ist schon nicht ganz einfach und will gelernt sein, aber ich geb’ mir mühe.

Inzwischen ist meine Zeitschriftensammlung ein gutes Stück gewachsen und ich hab auch von der fungeneration gehört, die früher mal bei CyPress erschien. Moment mal, CyPress plant Video Games Aktuell? Ein neues Multiformat-Heft von CyPress, für einen Euro?

Ich bin ziemlich heiß drauf und kauf die Erstausgabe gleich vier mal. Aber überzeugen kann’s mich nicht. Schulnoten, Sie-Anrede, so gar kein Vergleich zu OPM2 und play – ich find’s doof.

*schnipp*

PC PowerPlay und Forum
CyPress plant ein neues PC-Spiele-Heft. Ich hab ein paar Leserumfragen ausgefüllt und werd’ von der Marktforschung angerufen. Es geht da um ein PC Spiele-Heft. „PC Spiele“ soll einen richtigen Namen bekommen. PC GamePlay, PC PowerPlay, PC Fun, PC PowerPlayer… Neben weiteren Fragebögen trudeln Logoentwürfe ein und auf der GamesConvention gibt es eine Leseprobe. In meinem damaligen Stammforum schaukeln wir uns gegenseitig hoch. Wir das Heft das Zeug haben PC Games und GameStar abzuschießen? Ich bin sicher, ja!

Dezember 2004, PC PowerPlay erscheint, das Forum geht online. Wieder ein PXM-Board, man ist das hässlich! Gemeinsam mit Forenkumpel Vitek und einigen anderen wird kräftig gegen die Forensoftware gebasht, jede Chance wird mitgenommen.

Im April 2005 ist es soweit, wir haben gesiegt. PC PowerPlay bekommt ein vBulletin. Außerdem bekommt das Forum endlich Mods. Das alte hatte keine und war so manchen Trollangriffen ausgesetzt. Vitek wird Mod, ShadowAngel und Benno haben ebenfalls Angebote bekommen. 05 April 2005, das Forum ist inoffiziell schon online. Wütend fahre ich nach Hause, kein Modposten, warum hab ich keinen bekommen? Gefrustet sitz ich am PC, 19.51h. „Sie habe einen Private Nachricht erhalten“. Absender: Simon Fistrich.

Hallo Evil,

hättest du eventuell Interesse an einem Moderator-Posten?
Gruß,
Simon
PC PowerPlay

Ne, oder? Das ist doch jetzt verarsche? Klar hab ich das! Das Forum geht am 06. April offiziell online und ich bin nun auch als Mod dabei.

Gut, der Anfang lief nicht ganz so glatt, hab ein wenig zu oft Threads geschlossen, aber mit konstruktiver Kritik kann man ja was anfangen. Gegen einen Punkt konnte ich trotzdem nichts machen. „Wie kann man ’nen 16jährigen als Mod einsetzen? Das geht ja gar nicht!“

Klar geht das, sieht man doch ;) . In der Mitte des Jahres hab ich ein wenig an meinem Schreibstil gearbeitet und endlich die Taste fürs Apostroph gefunden. Opm-net bekam Mods und ich war auch dabei.

Leider machte ich da zum ersten Mal schlechte Erfahrungen mit der Marktforschung. Mein (!) OPM2 wurden vom besten Heft der Welt zu einem Kleinkindermagazin umgestaltet. Hässliches Layout und viel, viel weniger Text. Hab ihnen gewünscht, dass sie mit dem Relaunch ordentlich auf die Schnauze fallen. Das hab ich dann auch geschrieben, nur kommt das nicht so gut als „Meinungen zum Heft“-Moderator und so war für 24h bis zur Klärung mein Posten im opm-net futsch.

Meinen Spaß am Kritisieren hab ich trotzdem nicht verloren und so wurde auch im Dezember das erste Redesign der PC PowerPlay unter dem Titel „Der Unglückfall 13, die neue PC PowerPlay“ gehörig zerrissen. Gab natürlich riesigen Ärger, aber da das gesamte Modteam an einem Strang zog, gab es bis auf einen sehr deutlichen Hinweis sich gefälligst zurückzuhalten wenig relativ wenig Konsequenzen.

Leider bzw. mit ein klein wenig Schadenfreude wurde festgestellt, dass der Relaunch nicht den gewünschten Erfolg brachte und man noch mal ran muss. Nach und nach kamen immer wieder kleine Details raus und so entschloss sich das Modteam wieder zu einem gewagten Spielchen:

Russisch Roulette, noch XX Tage. Nichts wird mehr sein wie es war, noch XX Tage. In XX-Tagen beginnt der Untergang.

Ein Countdown zum Erscheinungstermin der Relaunchausgabe mit diesen und ähnlichen Sprüchen zierte die Signaturen der Mods. Diesmal haben wir’s dann doch zu weit getrieben und es hagelte Maulkörbe. Also gut, haben wir später eben im Modforum den neuerlichen Relaunch komplett zerfetzt und nicht ein gutes Haar am Konzept „Mehr Spiel, Mehr Spaß, Mehr Service“ gelassen.

Rückblickend kann man sagen, die Aktion war sicherlich nicht so das Wahre. Schließlich kannten die User keine Details des Relaunches und wir haben schon im Vorfeld ordentlich Stimmung dagegen gemacht. Recht haben wir trotzdem behalten. Die Auflage ging noch weiter runter, das Service-Konzept kann man einfach nur als Pleite bezeichnen.

Cynamite steht in den Startlöchern, CyPress überarbeitet seine Onlineauftritte.
Die Endphase im PC PowerPlay-Forum war schon sehr geil. Das Forum fast komplett eine zusammenhaltende Community und riesen Vorfreude auf das neue Portal. Die Stimmung war gigantisch, nur einige wenige freuten sich nicht so recht.

Leider hatte das zerfetzen der PC PowerPlay-Relaunches, vor allem auch von mir, eine unschöne Konsequenz. Moderatoren verpflichteten sich, CyPress-Hefte nicht mehr öffentlich auseinander zu nehmen. Außerdem kam da noch ein Wehrmutstropfen hinzu. Aus allen bisherigen CyPress-Foren wurden mehr oder weniger wahllos aktive User angeschrieben, ob sie nicht Bock hätten bei Cynamtite Mod zu sein.

Vorbei die Zeiten des eingespielten Modteams und das gemeinsame Auswählen neuer Kollegen. Gerade mit einem Mod namens Half-Baked222 bin ich so gar nicht klargekommen. Wir haben bezüglich Signaturregeln, was User dürfen und was nicht, alter und neuer Rechtschreibung und einigen anderen Kleinigkeiten immer grundverschiedene Positionen vertreten.

Auch sonst im Forum war die Stimmung am kippen. Opm-net-User unzufrieden, PC PowerPlay-User unzufrieden, play-User am meckern und DVD-Vision-User unglücklich. Warum ich jeden einzeln aufzähle? Man wollte unter sich bleiben.

Keine 14 Tage nach dem Start von cynamite.de, am 29.08, hatte ich die Schnauze voll und hab durch einen anderen User mitteilen lassen, dass ich mir eine Auszeit nehme. Zu dem Zeitpunkt war eigentlich schon klar, dass ich nicht mehr zurückkomme, aber erst am 10.9 hab ich meinen Posten niedergelegt. Natürlich mit aller Dramatik ;) . Aber auch anderen Usern, vor allem aus dem PC Bereich gefiel es bei Cynamite nicht und mit Victory Point spalteten sich viele der ehemaligen PCPP-User ab. Im Oktober 2006 war meine moderatorenlose Zeit wieder um und seit dem müssen GameStar Pinboard und GamePro-Forum mit mir leben *g*.

Zurück zu den Heften
Hier und da ein bisschen verbittert bei Cynamite gebasht und schließlich mit entsetzen festgestellt, das OPM2 und play im Oktober die gleichen Hefte wurden. Die Artikel waren mehr oder weniger komplett identisch. Nun war das eingetreten, für das ich 2003 noch ordentlich eins auf den Deckel bekam. Man ist doch nicht mehr unabhängig vom OPM2.

Festgestellt, dass halfbaked doch gar nicht so ein schlechter Mensch ist und wir beide die fungeneration lieben. Die Frage im Forum gestellt, ob die play die Zukunft verschlafen hat und im April 2007 mit entsetzen ansehen dürfen, dass OPM2 und play beide dichtgemacht werden. Play3 in einem Anflug von Enttäuschung für schlecht gehalten und zum ersten Mal das letzte Redesign der PC PowerPlay nicht für grundlegend schlecht empfunden.

Massive Auflagenverluste, IVW-Austritte und schrumpfende Redaktionen haben eines gezeigt, bei CyPress läuft vieles unrund und es könnte bald zu spät sein. Während meines Praktikums bei der GamePro hörte ich die Bombe dann hochgehen, am ersten Tag der GC: Computec übernimmt play3 und Games Aktuell.

Was danach geschehen ist, möchte ich nicht noch mal wiederholen, es liegt zum Teil noch nicht mal eine Woche zurück.

Nur noch die Betrachtung des Ergebnisses.
CyPress ist tot. Einige Teile wandern zu Computec, doch den Verlag, der mich an das Thema Videospielhefte brachte, wird es bald nicht mehr geben. Die letzten Ausgaben von DVD Vision und PC PowerPlay liegen am Kiosk.

Acht von deinen zwölf Jahren stand ich dir fast immer treu zur Seite, bin mit dir durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Habe fast jedes deiner Sonderhefte gekauft, vieles gnadenlos niedergemacht, mich aber auch in so manche Ausgabe verliebt. Meine erste O.P.M. ist bis heute nicht durchgelesen, ihr wusstet wie man 148 Seiten bis zum letzten Millimeter füllt. Schade, dass ihr es in den letzten Jahren vergessen habt.

Danke für acht Jahre Lesespaß. Danke dafür, dass ich eure Foren Moderieren durfte und danke, das ihr von 11/99 bis 01/01 das für mich perfekte Videospielheft herausgegeben habt, auch wenn ich die fun zu ihren Lebzeiten nicht schätzen gelernt habe.
Heft-Statistik:
Periodika:
60x fun
44x OPM
15x Planet Movie
80x OPM2
119x play
35x PC PowerPlay
85x DVD Vision
12x GC Today
51x Games Aktuell
7x play3

Sonderhefte:
9x DVD Aktuell
1x DVD Vision Paramount-Geburtstag
2x Games Aktuell Next Gen
1x Games Aktuell PS3
1x Games Aktuell Tipps und Tricks
1x Game Hits
1x Nintendo DS Sonderheft
2x O.P.M. Sonderheft
1x PC PowerPlay: World of Warcraft
4x play Portable
6x play THE PLAYSTATION Tipps und Tricks
1x PlayStation 2 Kids
15x PlayStation 2 Sonderheft
2x PSP – Das offizielle Magazin
1x Xbox 360 Sonderheft

Macht unterm Strich 508 reguläre Ausgaben und 48 Sonderhefte (ohne Cynamite Print).

Zahlenspiele und Anderes:
- Den Seitenrekord der CyPress-Konsolenhefte hält die play 11/99 mit 180 Seiten Umfang.
- Vom Messeheft und Games Aktuell mal abgesehen hatte jedes CyPress-Heft irgendwann mal eine Klebebindung.
- Benedikt Plass hatte mit nur zwei Ausgaben die kürzeste Amtszeit aller CyPress-Chefredakteure.
- Die letzte Ausgabe der fun generation hatte neben der Zweiköpfigen Chefredaktion nur noch einen Redakteur.
- OPM1 konnte im Jahre 2001 als einziges Konsolenonly-Heft eine verkaufte Auflage von über 100.000 ausweisen. 2003 wurde die magische Marke noch ein einziges Mal vom OPM2 erreicht.
- 119 Ausgaben, kein CyPress-Heft gab es länger als die play.
- Das fünfte PlayStation 2-Sonderheft ist mit € 9,80 das teuerste CyPress-Heft gewesen.
- Das Rennspielsonderheft von OPM1 war mit  7 Mark nicht nur das günstigste aller CyPress-Sonderhefte, sondern auch die einzige OPM-Ausgabe ohne Demo-CD.
- Die Druckauflage der 6/99er OPM lag bei über 400.000 Stück.
- Sechs Ausgaben lang stand “neu” auf dem Titel der PC PowerPlay. Üblich sind normal drei.
- Alle Heftpreise wurden bei der Euroumstellung abgerundet.
- Kein CyPress-Heft kam mit einem Einführungspreis auf den Markt.
- fun generation brachte es auf drei grundverschiedene Heftkonzepte und drei verschiedene Chefredakteure im Jahr 99.
- OPM2 wurde als Marktführer unter den PlayStation-Magazin eingestellt.
- Die höchste IVW-Meldung von CyPress stammt aus dem 2. Quartal 1999 von OPM – 148.269.
- 11.626 Abonnenten im 3. Quartal 2001 für die play. Kein CyPress-Magazin hatte jemals mehr.
- Die Teams von OPM, OPM2 und play verabschiedeten sich bei Einstellung ihrer Hefte von den Lesern.
- Die 172 Seiten starke OPM2 12/2002 hat 55 Anzeigenseiten, kein CyPress-Heft hatte je mehr.
- Niemand mag mich: play 02/2006 hatte nur 3 Anzeigenseiten.
- Video Games Aktuell 8+9/03 hatte nur 60 redaktionelle Seiten, absoluter Tiefststand.
- Die Juni-Ausgabe der PC PowerPlay von 2005 hatte 180 redaktionelle Seiten, absoluter Höchststand.
- Fun Generation, Planet Movie, OPM1, Games Aktuell und DVD Vision hatten alle mindestens eine zweimonatliche Ausgabe.
- fun, OPM1, play und Games Aktuell haben im Laufe der Zeit zum Prozentsystem gewechselt.
- Seit dem Heftlaunch 2003, hat sich der Preis von Games Aktuell verdreifacht.
- Bei nur 35 Ausgaben kommt die PC PowerPlay auf drei Konzeptionsänderungen und vier Layouts.
- Von Planet Movie und fun generation gibt es keine Sonderhefte.
- Jeder Ausgabe der PC PowerPlay hat Verluste gemacht, dennoch wurde das Heft erst mit der Verlags”pleite” eingestellt.
- Bei OPM2 fand nie ein Wechsel des Chefredakteurs statt.
- OPM1 und OPM2 haben nie Geburtstag gefeiert.
- DVD Vision war das erste CyPress-Heft, das seine Leser gesiezt hat.
- Das letzte CyPress-Projekt, Cynamite Campus, ist nie erschienen.
- play PLAYSTATION war das erste unabhänge PlayStation-Magazin in Deutschland. Erwartet wurde eine verkaufte Auflage von 30.000, fast 100.000 wurden es.
- play hat, mit Ausnahme der PlayZone, jeden PlayStation-Mitbewerber überlebt.

Danke

Schön war die Zeit,
euer Evil.

Nachschlag: CyPress / Computec

Die Würfel sind nun also gefallen. DVD Vision wird mit Ausgabe 11/07 nach 85 Heften wortlos dichtgemacht (1), PC PowerPlay geht ebenfalls ohne eine einzige Silbe unter.

Das Wichtigste in aller Kürze:
- Ahmet Iscitürk übernimmt die Objektleitung von cynamite.de und Games Aktuell.
- Thomas Szedlak bleibt Games Aktuell Chefredakteur.
- Cynamite.de wird künftig als powered by Games Aktuell laufen.
- Florian Stangl ist kein Chefredakteur mehr bei Cynamite.de. Er übernimmt künftig eine leitende Position im Bereich neue Medien.
- Objektleiter Konsolen-Magazine wird Florian Brich. Er übernimmt die Position von Harald Wagner, der Leiter vom offiziellen Vista-Magazin wird.
- PC PowerPlay wird eingestellt. Abonnenten können als Ersatzlieferung zwischen PC Games und PC Action wählen.

Quelle: Link

Die Meldungen über CyPress – Der Countdown läuft

Die gesammelten Meldungen der letzten Wochen:

22.08.2007 – Computec Media übernimmt von Cypress die Titel Games Aktuell und Play 3

Die Computec Media AG beabsichtigt, von der Cypress GmbH die Titel Games aktuell und Play 3 sowie verschiedene weitere Assets zum nächstmöglichen Zeitpunkt zu übernehmen. Hierzu haben die Parteien einen Vertrag vereinbart, der unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch das Kartellamt steht.

computec.de

10.09.2007 – Bundeskartellamt segnet Computec-Cypress-Deal ab

Auf der GC – Games Convention war die geplante Übernahme von “Games Aktuell”, “Play 3″ sowie weiterer Assets des CyPress Verlags durch Computec Media Tagesgespräch. Nun gab das Bundeskartellamt grünes Licht für das Vorhaben. Zum 1. Oktober werden die Spielemagazine den Herausgeber wechseln, teilte Computec mit. Keine weiterführenden Informationen lieferte das Verlagshaus, ob und welche weiteren Cypress-Aktivitäten über die genannten hinaus übernommen werden sollen.

gamesmarkt.de

22.09.2007 WÜRZBURG/HÖCHBERG – Cypress steht vor dem Aus

(md) Nach dem Verkauf zweier Zeitschriftentitel an die Fürther Computec Media steht die Höchberger Cypress GmbH, eine Tochter der Vogel Medien Gruppe in Würzburg, vor ihrem Ende. Immerhin: Etwa zwei Drittel der 45 Mitarbeiter werden zu Computec wechseln – oder beim Stammhaus unterkommen. Das teilte Vogel-Chef Claus Wüstenhagen dieser Zeitung auf Anfrage mit.

Ende der 90er war die auf Zeitschriften rund um Computerspiele spezialisierte Cypress GmbH kräftig gewachsen. Doch zuletzt liefen den Cypress-Magazinen die – meist sehr jungen – Leser davon. „Die Szene findet fast nur noch im Internet statt“, so Wüstenhagen. Die Ausbreitung von schnellen Internet-Breitbandanschlüssen zu Flatrate-Konditionen hätte den Magazinen zusehens den wirtschaftlichen Boden genommen.

„Wir haben ein Jahr lang gekämpft“, so Wüstenhagen: „Das jetzt war nicht die Wunschlösung“. Für die auf Medien für Technik-Profis spezialisierte Vogel Medien Gruppe seien Markt und Leserschaft von Cypress allerdings auch nie das Stammgeschäft gewesen, fügte er hinzu.

Würzburger Mainpost

24.09.2007 – Cynamite.de ab dem 1. Oktober bei der Computec Media AG

Cynamite.de hat sich einen festen Platz in der Favoritenliste vieler Internetuser gesichert und das soll sich ab dem 1. Oktober 2007 unter der Flagge der Computec Media AG nicht ändern. Gemeinsam mit dem Cynamite.de-Team will die Computec Media AG weiter am Erfolg des beliebten Multiplattform-Portals arbeiten, um in Zukunft noch mehr topaktuelle Berichterstattung aus der Welt des Electronic Entertainment zu liefern.

Weitere Informationen folgen in Kürze.

http://www.cynamite.de/pc/news/more/cynamitede_ab_dem_1_oktober_bei_der_computec_media_ag/66032/cynamitede_ab_dem_1_oktober_bei_der_computec_media_ag.html

Viele Fragen bleiben offen:
- Wenn die jungen Leser davon liefen, warum man zum Beispiel OPM2 genau auf diese ausrichtete.

- Warum man eine unwirtschaftliche PC PowerPlay so lange am leben hielt, wenn man ein Jahr lang kämpfte. Hätte man nicht alle Kräfte in die anderen Hefte stecken müssen, um diese zu retten? Ständige Layoutwechsel und nicht zuletzt die Rückrufaktion dürften immense zusätzliche Kosten auf der PC PowerPlay-Seite verursacht haben.

- Warum kaufte man CyPress überhaupt, wenn der Verlag gar nicht zum Stammgeschäft passt?

- Was geschieht mit der DVD Vision und ihren restlichen Mitarbeitern?

Wie CyPress gegen die Wand gefahren wurde – Die Ära Bochdanovits

Die Chronik beginnt im Jahre 2003, dort wurden die letzten beiden richtigen Entscheidungen getroffen (Einstellung OPM1 / Planet Movie), danach leistete man sich nur noch Fehltritte, zielsicher einen nach dem anderen…

2003, Februar:
Die play verliert ihr Gesicht. Keine Spielereien mehr, keine Einzigartigkeit. Man ist keine Alternative mehr zum Einheitsbrei.

2003, März:
Eine DVD für die play. Besser spät als nie, aber: Die GamePro und die PlayZone sind mit ihren DVDs bereits etabliert. Die play-DVD hat weder irgendwelche Neuerungen zu bieten, noch ist sie qualitativ dem bisher gebotenen überlegen.

2003, Mai:
Video Games Aktuell kommt auf den Markt. Das Magazin ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie man ein Heft völlig am Leser und am Markt vorbei konzeptionieren kann.

Punkt 1: Wieso nenne ich ein Heft, welches PC und Konsolenspiele testet „Video Games Aktuell“? Wenn ich PC-Spieler ansprechen will, darf ich diese doch nicht mit dem Heftnamen quasi ausschließen.

Punkt 2: Wen spreche ich mit bunter Optik, Gewinnspielen, Schulnoten und letztlich auch dem Taschengeld/Dumpingpreis von einem Euro an? Jugendliche. Wen nicht? Erwachsene. Warum in Gottes Namen sieze ich dann meine junge Leserschaft?

Punkt 3: Wieso sollte ich als Gelegenheitskäufer zu einem Heft greifen, welches aufgrund seiner zweimonatlichen Erscheinungsweise keine Aktualität besitzt? So kann es mir bei Spontankäufen überhaupt nicht zur Beratung beistehen, Mitnahmepreis hin oder her.

Dass ein Heft mit einer Druckauflage von 250.000 Exemplaren, bei einem Preis von nur einem Euro gerade mal über die 100.000er Marke kommt, spricht bände.

2003, Oktober:
Getreu dem Motto „Was beim ersten Versuch scheitert, geht auch beim zweiten Mal schief“ drückt man DVD Aktuell auf den Markt. Copypreis 1,50, Druckauflage 200.000, Frequenz 4x p.a.. Bei Erfolg sollte das Heft monatlich kommen. Mal abgesehen davon, dass man sich vom Hauptheft nur Käufer abzieht, auch wenn man ja mit dem Konzept eine „völlig“ andere Zielgruppe anstrebt: Wer soll mit einem 1/4 jährlichem DVD-Heft etwas anfangen können? Das Fragen sich die Leser bis heute. Aus vierteljährlich wurde 3x p.a. und heute kommt es halbjährlich auf den Markt. Der Umfang liegt noch immer bei 84 Seiten, der Preis wurde um 49Cent auf 1,99 angehoben. Massenmarkt sieht anders aus – hier sind sich Käufer und Anzeigenkunden einig.

2004, Mai:
Vollversionen sind das Allheilmittel. Noch immer kann man mit der Video Games Aktuell keinen Blumentopf gewinnen. Was liegt also näher, dem seit Oktober monatlich erscheinendem Heft, eine CD mit PC-Spiel-Vollversion beizulegen? Gleichzeitig wird der Evt. auf den der Screenfun angepasst. Nebenbei verdoppelt sich der Heftpreis wegen des Datenträgers auf 1,99. Wieder verpennt man es mit der Zukunft zu gehen, die CD (Medium völlig veraltet) enthält neben dem Spiel nichts. Kein einziger redaktioneller Beitrag ist vorhanden. Und der unpassende Name ist noch immer da.

2004, Dezember:
OK, wir sind schon mit Video Games Aktuell für 1€ und DVD Aktuell für € 1,50 auf die Fresse geflogen. Warum nicht noch ein drittes Mal den Versuch wagen? PC PowerPlay geht mit starker Redaktion, DVD-9, Vollversion und 196 Seiten zum Preis von 2,99 an den Start. Eigentlich will man die PC Games überholen und den Spielestern vom Himmel schießen. Die Erstausgabe wandert in etwa 140.000 Mal über die Ladentheken, eine glatte Bauchlandung. Jede weitere Ausgabe wird zum Tritt in die Weichteile, denn es werden von Mal zu mal weniger abgesetzt.

Natürlich ist auch hier wieder das Problem hausgemacht. Die Marktforschung hat das ganze Heftkonzept verwässert (da ist das böse „M“-Wort zum ersten Mal gefallen). Vor sich hat man eine PC GamesStar liegen. Die PC PowerPlay hat mehr oder weniger das Beste aus beiden Heften zusammengeklaut und bietet, mit Ausnahme des Wertungssystems, nichts Neues. GameStar-Leser sind in großer Zahl Abonnenten und deshalb schwerer zu fangen. Und mal ehrlich, wer mit seinem Heft zufrieden ist, wird es nicht wechseln – auch wenn der Mitbewerber 2 € günstiger ist.

2005, Mai:
Alessandro de Bochdanovits wird Geschäftsführer bei CyPress. Bei allem was nun an Entscheidungen getroffen wird, kann man nur noch den Kopf auf den Tisch schlagen. Immer und immer wieder.

2005, Juni:
Die PC PowerPlay hebt den Preis auf 3,60 an. Dafür liegen dem Heft von nun an 2-4 Vollversionen bei. Wie das der Auflage helfen soll, weiß wohl auch niemand, kurze Zeit später geht es auf Talfahrt.

2005, Juli:
Die Video Games Aktuell kostet von nun an 2,90, hat dafür eine DVD beiliegen. Der Titel suggeriert auch weiterhin, dass es sich um ein reines Videospielheft handelt, die DVD ist praktisch hingegen nur für PC-Spieler zu gebrauchen. Den Massenmarkt hat man als Zielgruppe genauso aus den Augen verloren, wie den „Mitnahmepreis“. Das Heft ist weiterhin günstig, aber zum „mal eben so kaufen“ inzwischen zu teuer.

2005, August:
Je jünger die Zielgruppe, desto größer die Auflagenverluste. Was liegt also näher als 20% der redaktionellen Seiten zu streichen, die Textmenge zu halbieren, die Schriftgröße zu erhöhen, die Bilderzahl zu verdoppeln und das Heft mit videospielfremden Inhalten „Entertain Me“, wie billigstem Hip-Hop aufzublasen? Damit will man vor allem jüngere Leser, sowie weibliche Zocker absprechen. Das Heft ist für jeden der bisherigen Käufer (die älter als 13 sind) komplett „unlesbar“ geworden. Man hat mit den Heftrelaunch quasi von heute auf morgen jeden Stammleser auf die Straße gesetzt. Alle Änderungen wurden nach umfangreichen Marktforschungen vorgenommen. Dass OPM2 mit € 6,99 aber viel zu teuer für die Zielgruppe der Kleinkinder ist, scheint niemanden zu interessieren. Genauso wenig, wie dass weibliche Zocker auch gerade zu einem PS2-Heft greifen werden, nur um etwas über Tokio Hotel zu lesen.

2005, September:
PSP – Das offizielle Magazin geht an den Start. 116 Seiten dünn (erscheint 3x jährlich) und 4,99 teuer. Den ohnehin kaum noch vorhandenen Infogehalt des neuen OPM2s reduziert man noch mal um 75%. Die Tests sind unsagbar mies. Man ist zwangsweise auf die Wertungen am Ende angewiesen, weil die Texte keinerlei Infos enthalten, wie gut das Spiel ist. Gleichzeitig heißt es „dein PSP-Magazin-Team“. Auch hier kollidieren Leseransprache und PSP-Käufer wieder völlig miteinander. Ein Achtjähriger kann sich kaum einen 250 € Handheld leisten.

2005, Dezember:
Schnellschüsse bei der PC PowerPlay. Den Thread im Forum nannte ich „Der Unglücksfall 13 – Die neue PC PowerPlay“. Nach dem man nun 12 Ausgaben lang kläglich daran gescheitert war der GameStar Leser abzugreifen, entschied man sich nun die PC Games zu kopieren. Es folgte eine unglaubliche Flut an Bildern und Extrakästen. Alles was man aus dem Fließtext auslagern konnte, wurde ausgelagert. Der „Erfolg“ sprach für sich, die Auflage fiel schneller denn je.

2006 – Neues Jahr, neues Pech. Das Drama um OPM2, play, Games Aktuell und PC PowerPlay geht weiter. Wer dachte, CyPress hätte 2005 schon jeden nur möglichen Bock geschossen, muss noch einmal tief schlucken.

2006, Mai:
Endlich schafft man es das Wort „Video“ aus dem Titel zu streichen – Games Aktuell ist da. Das Heft wird optisch einem Totalrelaunch unterzogen und man wechselt vom Schulnoten zum Prozentsystem. Das erste Mal seit langem wird ein CyPress-Heft durch einen Relaunch nicht schlechter. Aber eine Erfolgsmeldung würde die Bilanz des neuen Geschäftsführers nicht passen und so hat auch diese Geschichte ihren Haken.

Das Heft spricht von der Aufmachung her nun ganz klar Erwachsene an, hat aber die jüngste Leserschaft aller CyPress-Magazine. Was die Auflage davon hält, muss nicht noch mal erwähnt werden.

2006, Juli:
Das Redesign der PC PowerPlay war ein totaler Reinfall. Also wollte man nun beweisen, dass man noch mehr danebengreifen kann. „Mehr Spiel, mehr Service, mehr Spaß“. Zwar trennte man sich endlich vom blauen Logohintergrund, machte ansonsten aber alles falsch, was man nur falsch machen konnte. Ursprünglich wollte man mit der PC PowerPlay ältere Leser ansprechen, sowie den anspruchsvollen Zocker. Nun wollte man neben diesen auch noch die blutigen Einsteiger haben. Das man so eine Zielgruppenbandbreite in einem Heft nicht vereinen kann, ist eigentlich jedem Menschen klar. U.a. führte man Lächerlichkeiten, wie die Steuerungserklärung mit einer Maus ein (als wenn auf dem Faltzettel des Originalspiels das nicht draufstehen würde). Nun wiederholte sich das selbe Spielchen, wie beim OPM2 bereits ein Jahr zuvor. Keiner der bisherigen Leser kann mit dem neuen Konzept etwas anfangen und genauso entwickelt sich auch die Auflage.

2006, August Part 1:
opm-net.de, dvdvision.de, gamesaktuell.de, pcpowerplay.de und playplaystation.com werden eingestampft. Alle Webauftritte sind zwar reichlich angestaubt und benötigen dringends massive Überarbeitungen. Aber die fünf Marken sind etabliert und besitzen einen gewissen Bekanntheitsgrad.

Man nehme etwas Dynamite, eine Priese CyPress und etwas grüne radioaktive Masse. Einmal gut durchschütteln, damit auch alles kaputt geht – Fertig ist Cynamite.

Dass das Kunstwort mit dem Verlagsnahmen spielt, dürfte ein paar „Freaks“ auffallen, aber mal ehrlich: Wen der normalen Leser interessiert es, aus welchem Verlag sein Heft stammt, solange der Inhalt stimmt?

Das Portal ist die reinste Katastrophe – von vorne bis hinten. Eigentlich sollte es schon viel früher kommen, die Arbeiten daran verzögerten sich aber immer weiter. Nur eines stand fest: Es MUSS vor der Games Convention online gehen, um jeden Preis.

Und genau das war zu spüren. Bugs an jeder Ecke. Ein schlecht eingestelltes Forum, massive Serverprobleme, viele Funktionen noch nicht integriert, Inhalte unvollständig. Von Übersicht und Bedienkomfort keine Spur. Viele Dinge hätten sich beheben lassen, wäre mehr Zeit gewesen. Es kann doch irgendwo nicht angehen, seine Mods zwei Tage vor dem Launch auf Fehlersuche zu schicken.

Die konservativen Herren des DVD-Visions-Forum (30 Jahre aufwärts) kann man nicht mit der opm-net-Kiddietruppe (12 Jahre) zusammentun, das führt zu Konflikten. Auf seine Moderatoren will man nicht hören, auch wenn diese teilweise schon jahrelange Erfahrung haben. Die Quittung bekommt er recht bald. Die alten Communitys sind zerstört, ein Großteil der User für immer verloren. Aus 2.000 Postings am Tag werden 1.000 und irgendwann fällt selbst die Marke von 600 Beiträgen am Tag. Das wesentlich kleinere PC PowerPlay-Forum hatte nicht weniger Postings im Schnitt. Aber nicht nur beim Forum lagen Wunschdenken und Realität so dicht beieinander, wie Nord- und Südpol. Für 3,99 im Monat gibt es Zugriff auf Cynamite Gold. Dabei handelt es sich um ein mit GameStar Premium vergleichbares Angebot. Im Jahresabo-Vergleich doppelt so teuer, dafür aber mit Zugriff auf ein winzigkleines Demo- und Videoarchiv. Das PDF-Archiv kam erst viele Monate später. Es zeichnete sich dadurch aus, dass man kein Heft in einem Rutsch runterladen konnte (geht inzwischen bei einigen Heften), dafür aber jeden Artikel einzeln als unkomprimiertes PDF. Gleiches galt auch für die Videos. Die waren in den Anfangstagen absolut nichtssagend, dafür aber gerne mal 100MB groß.

Von den ganzen Technischen und inhaltlichen Mängeln mal abgesehen, sah es auch personell extrem schlecht aus. Die Onlineredaktion wollte man sich aus Kostengründen sparen. Dass man an vielem, aber nicht an allem sparen kann, dämmerte irgendwann. Ändert aber nichts am der Tatsache, dass Simon Fistrich, Gunter Hruby und Co. auch weiterhin ihre Hefte machen müssen.

2006, August Part 2:
Nach dem schon alle Dumpingpreishefte nicht den gewünschten Erfolg erzielen konnten, geht man noch einen Schritt weiter. Neben dem Onlineportal Cynamite.de startet man auch Cynamite als gedrucktes Heft. Die Auflage soll bei 250.000 liegen, bis heute ist aus der angestrebten IVW-Prüfung nichts geworden. Das Heft hat 52 Seiten, erscheint monatlich und kostet nichts. Es soll in Lokals, Szenetreffs, bei NewYorker usw. ausliegen. In freier Wildbahn habe ich es allerdings noch nie gesehen. Die Ausgaben, die ich besitze, habe ich mir allesamt vom Verlag zuschicken lassen. Inhaltlich bekommt man Wischi-Waschi-Texte geboten. Neben dem Cover kann man als Anzeigenkunde auch Artikel kaufen.

2006, Oktober:
Dirk Gemeinhardt wechselt in die Chefredaktion des Cynamite-Heftes, seine Position bei der play übernimmt OPM2-Chef Christian Blendl. Von nun an werden offizielles und unabhängiges PlayStation-Magazin von den selben Personen geführt. Tut aber nicht viel zur Sache. Bereits seit Monaten erscheinen oft wortgleiche Artikel in beiden Hefte, nun ist aber jegliche Trennung aufgehoben. Die play-Texte sind allerdings geringfügig länger. Unfreiwilliges Schmunzeln tritt dabei auf, wenn ein Spiel in OPM2 und play eine unterschiedliche Wertung bekommt, der Text und der testende Redakteur identisch sind.

2007 – Das Jahr der Entscheidung?!

2007, Februar:
Die PC PowerPlay trennt sich von ihren Vollversionen. Sie rechnen sich nicht mehr (sofern sie das je taten). Der Preis sinkt wieder auf 2,99, der Heftumfang auf 148 Seiten.

2007, März:
Eine Ära geht zu Ende. play THE PLAYSTATION wurde so abgewirtschaftet, dass nun nach fast 10 Jahren und 119 Ausgaben Schluss ist. Auch OPM2 streicht nach 80 Ausgaben mit Heft 04/2007 die Segel. Beide Zeitschriften sind unrentabel geworden. Man hat es versäumt mit der Zukunft zu gehen und hat sich falsch positioniert.

2007, April:
Das „PS3-play-Magazin“ hat seinen Arbeitstitel verlassen und nennt sich play³. Wie üblich, bricht man auch hier wieder mit der bisherigen Käuferschicht. Und obwohl es in die Richtung „ältere Leser ansprechen“ gehen soll, schafft man es wieder an der Zielgruppe vorbeizuschießen. Letztlich werden wohl die Verkaufszahlen von OPM2 kompensiert, die der play sind aber weg.

Die PCPowerPlay tritt aus der IVW aus. Dank Verlagsangaben liegt man angeblich ganz knapp vor der „PC Action“.

2007, Mai:
„Alles neu, macht der Mai“. Langsam dürfte ich so jede der Standardphrasen aufgebraucht haben, lässt sich aber nicht vermeiden ;) . Mal wieder ist es Zeit für ein neues PC PowerPlay Layout. Die desaströse Serviceoffensive des letzten Konzepten wird schnell wieder in die Wüste geschickt, doch es gilt das ungeschriebene Gesetz: „Lasse niemals Beständigkeit aufkommen und wechsle das Layout spätestens nach 12 Ausgaben.“

Im Prinzip ist wieder mehr Text auf den Seiten möglich, allerdings ist weniger davon im Heft zu finden. Dafür ist die Redaktion bereits zu stark geschrumpft und Florian Stangl/Simon Fistrich müssen neben dem Heft ja auch noch Cynamite.de machen.

2007, Juni:
Keine Vollversionen mehr bei der Games Aktuell. Auch wenn hier sicherlich der Verzicht eher aus Geldmangel als aus Vernunft geschieht, die Auflage fällt weiter.

Und als hätte man aus den Reinfällen der Vergangenheit nicht schon genug Schaden erlitten, startet man das nächste Geldgrab: Cynamite Campus.
Druck: 200.000
Preis: Kostenlos
Vertrieb: An Unis und Hochschulen

2007, Juli:
Bei den IVW-Zahlen präsentiert sich ein neuer Drückeberger, die Games Aktuell tritt aus.

2007, August Part 1:
Die gesamte Auflage der PC PowerPlay muss eingestampft werden. Auf der DVD hat sich ein Trailer eingeschlichen, in dessen nichtdeutscher Fassung eine Hakenkreuzflagge gehisst wird.

Bei Wikipedia tauchen derweil am morgen des Bekanntwerden Gerüchte auf, dass ein Kopf in der Chefetage des Heftes gerollt ist.

Der finanzielle Schaden muss immens sein und den nur noch 50.000 verkauften Heften, dürfte dieser Zwischenfall sicherlich auch nicht geholfen haben.

2007, August Part 2:
Computec gibt bekannt bei Games Aktuell und play³ übernehmen zu wollen.

Der Anzeigenmarkt liegt man Boden und noch ein Stückchen darunter liegen die Auflagen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass der PC PowerPlay in Kürze der Geldhahn zugedreht wird. Von Anfang an ein Investiotionsobjekt und heute eigentlich nicht mehr, als ein kaum noch zu rettender Sanierungsfall. Den Mut das Ruder herumzureißen hatte bislang niemand und wird wohl auch niemand mehr haben. Auch sonst sieht es beim Verlag düster aus, eine Cashcow hat er jedenfalls nicht mehr im Stall. Die von mir recht geschätzte DVD-Vision hat es wegen ihrer Kontinuität nicht in diesen Blogeintrag geschafft, aber fährt seit langem auch nur noch Zahlen ein, die der fun generation vor Jahren das Genick brachen.

2007, August Part 3:
Die neue PC PowerPlay kommt am 29.08.07 in den Handel. Martin Deppe ist weg (und mit ihm auch leider ein gutes Stück Textqualität), David Bergmann ist nur noch in einem Budgettest vertreten. Um dem Jugendschutz eine Freunde zu machen, lässt man einen 15jährigen den Shooter Stalker testen. Gelungener Einstieg für den neuen V.i.s.d.P..

P.S.
Ich hoffe, ihr könnt euch vorstellen, wie sehr mich diese Entwicklung schmerzt – trotz oder gerade wegen dieses Textes. Denn mit CyPress hat meine Leidenschaft zu Videospielheften im Mai 1999 angefangen.

Tieftraurig über die Entwicklung,
Euer Magaziniac.

PC PowerPlay – Dinge die nicht ins Heft sollten, Part II

Nach dem im letztem Monat bereits der Trailer mit dem Hakenkreuz auf der DVD landete, hat man im September-Heft schon wieder einen dicken Bock geschossen.

Diesmal befindet sich ein zweiseitiger Lesertest zu Stalker im Heft. An sich nichts Schlimmes und ich will mich auch gar nicht über die inhaltliche Qualität aufregen. ABER: Das Spiel hat in Deutschland keine jugendfreigabe, sprich der Titel ist ab 18. Nun werft doch mal einen Blick in das Profil des Testers. Man war auch gleich so gut das Alter mit abzudrucken. Der liebe Junge ist 15.

Leute, was soll der Scheiß? Irgendwo passt es nicht, wenn euer inzwischen Ex-Chefredakteur im Landtag zum Thema Jugendschutz diskutieren darf – ihr gleichzeitig aber eure Vorbildfunktion mit Füßen tretet.

Ein Nachschlag zur September-Ausgabe folgt in den kommenden Tagen.