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IVW-Zahlen II/2008 – Kein Spaß mehr am Bildschirm

Verkaufte Auflage II/2008: (Vergleich mit II/2007)
Bravo Screenfun: 22.105
(-60,5% / -33.838 Exemplare)

Computer Bild Spiele: 263.113
(-17,5% / -55.891 Exemplare)

GameStar: 179.272
(-14,9% / -31.305 Exemplare)

GamePro: 41.082
(-14,9% / -7.161 Exemplare)

Game Master: 53.149
(+13,0% / +6.100 Exemplare)

PC Action: 50.967
(-21,5% / -13.921 Exemplare)

PC Games: 137.699
(-20,4% / -35.305 Exemplare)

PC Games Hardware: 74.999
(-8,8% / -7.281 Exemplare)

SFT: 181.673
(-10,5% / -21.389 Exemplare)

360 Live, Games Aktuell, GEE, N-Zone und play3 melden nicht vorab. Die Zahlen folgen in genau einer Woche. Außerdem gibt es dann mit Buffed einen Neuzugang.

IVW-Zahlen I/2008 – play3 ist Marktführer

Angesichts des Sparkurses, den Computec play3 verordnet hat, ist dieses Ergebnis mehr als nur bedauerlich. Die restlichen, nicht vorab gemeldeten Zahlen:

Vergleich I/08 mit I/07
play3: 43.767 (k. V. m.)
Games Aktuell: 42.392 ( ??% / -8.863 Exemplare)
N-Zone: 23.549 (-13.74% / -3.751 Exemplare)
360-Live: 20.607 (k. V. m.)
GEE: 19.317 (-3.84% / -771 Exemplare)

Die hübsche Gesamtübersicht inkl. Abonnentenzahl und Druckauflage, gibt es wie üblich auf evil.to bei den IVW-Zahlen.

Widescreen Vision schwänzt dieses Quartal übrigens wegen einer Konzeptionsänderung. Dass diese bereits IV/07 vollzogen wurde, scheint nicht zu interessieren.

IVW-Zahlen I/2008 – Auflösungserscheinungen?!

Mittlerweile vergeht kein Quartal mehr ohne dramatische Verluste. Die Zahl des Tages: -25%

Soviel geben GameStar und PC Games aktuell ab und stürzen damit unter die psychologisch wichtigen Marken. Ebenso schrammt die PC Action nur hauchdünn an einem Totalschaden vorbei.

Die Zahlen im einzelnen: (Vergleich I/08 mit I/07)
Bravo Screenfun: 29.704 (-57,5% / -40.170 Exemplare)
Computer Bild Spiele: 334.391 (-19,3% / -79.928 Exemplare)
GameStar: 187.281 (-25,2% / -62.932 Exemplare)
GamePro: 42.767 (-15,6% / -7.909 Exemplare)
Game Master: 49.926 (-30,4% / -21.835 Exemplare)
PC Action: 53.505 (-24,3% / -17.215 Exemplare)
PC Games: 140.364 (-24,9% / -47.906 Exemplare)
PC Games Hardware: 83.908 (-13,0% / -12.576 Exemplare)
SFT: 185.534 (-17,7% / -39.892 Exemplare)

(Quelle: PZ-Online)

N-Zone, GEE und Co. melden nicht vorab.

IVW IV/2007 – Der Nachschlag: 360 Live, GEE

Seit heute sind die komplettes Zahlen verfügbar und so wundert es nicht, warum N-Zone und Kids Zone dieses Mal nicht vorab gemeldet haben. Computecs Nintendo-Heft büßt ein Viertel seiner Auflage ein und kommt nun auf nur noch 23.373 Exemplare. Kids Zone blüht zurzeit dasselbe, was die Screenfun schon hinter sich hat, Minus 50% auf 25.282 verkaufte Hefte.

Die Übernahme der DVD Vision-Abonnenten und der Relaunch zur Widescreen-Vision haben dem Heft gar nichts gebracht, die Käufer zeigen für € 5,90 bei lächerlichen 100 Seiten Umfang Computec die Rote Karte. Die Auflage geht um 27% nach unten, auf 22.293 Exemplare. Von den ~6.500 DVD Vision-Abonnenten konnte man gerade mal 3.000 rüberretten, ansonsten hätte es wohl noch schlechter ausgesehen.

GEE legt wieder mal um knapp 22% zu und kommt auf 19.639 Verkäufe. Allerdings fallen davon 8.337 Exemplare auf sonstige Verkäufe, das Auflagenverhältnis bleibt also extrem ungesund. Ähnlich verhält es sich bei der SFT. Inzwischen werden mehr Hefte in sonstigen Verkäufen, Lesezirkel und Bordexemplaren abgesetzt als im Einzelhandel und mit Abos.

Eine erfreuliche Meldung zum Abschluss: Erstmals hat sich ein Xbox-Heft in die IVW getraut, 21.684 Exemplare setzt 360 Live ab.

IVW IV/2007 – GamePro schlägt Screenfun

Viel Neues gibt es nicht von der IVW-Front zu berichten. Die Verluste liegen auch im 4. Quartal 07 meist zwischen 15 und 30%. Einzig GamePro und PC Action sind mit einem Minus von 7,1 bzw. 9,1 relativ glimpflich davongekommen.

Ob die N-Zone ein Plus aufweisen kann, ist zum derzeitigen Zeitpunkt nicht bekannt, die Zahlen wurden nicht beim VDZ-Auflagendienst veröffentlicht. Genauso stehen GEE samt Sonderverkäufe noch aus.

Computer Bild Spiele büßt mehr als 1/4 ihrer Auflage ein und kommt nun noch 329.915 Exemplare. GameStar und PC Games halten jeweils ihre „psychologisch“ wichtigen Marken und kommen mit je 16% Verlust auf 201.847 bzw. 160.673 verkaufte Hefte.

Erneut eine sehr bittere Pille schlucken musste die Screenfun-Redaktion. Das Schreckgespenst von Halbierung der Auflage ist zwar verflogen, dennoch geht es erneut um knapp 30% nach unten. Erstmals liegt man damit nun 2.170 Exemplare hinter der GamePro.

Besonders Interessant wäre an dieser Stelle noch zu erfahren, wie sich die kaputt gesparte play3 und Games Aktuell schlagen. Letztere darf sich laut Abo-Webseite über eine Preiserhöhung um 51 Cent auf 3,50  ab 02/2008 freuen. Natürlich hält sich Computec hier mit Zahlen bedeckt, vielleicht wird der kommende Geschäftsbericht etwas Aufschluss geben.

Und nun warten wir gemeinsam auf die Pressemitteilung, dass PC Games gegenüber die Vorquartal ein Plus erzielt hat ;-)

Trugbild GEE-Erfolg

„GEE verzichtet auf Wertungen“, „Nehmt euch am GEE-Cover mal ein Beispiel“, „GEE konnte gegen den Trend wieder an Auflage“ gewinnen.

Eigentlich sehen die Zahlen doch ganz nett aus, +1,77% im dritten Quartal und an der PlayZone ist man schon vorbeigezogen und auch die N-Zone befindet sich in Schlagdistanz.

Das interessiert am Kiosk bloß niemanden. Dort wurden gerade mal 4.500 Exemplare pro Heft im 3. Quartal abgesetzt, satte 70% weniger als im Vorjahr.

Aber die verkaufte Auflage ist doch…

Das ist der Knackpunkt, diese setzt sich nämlich aus folgenden Bestandteilen zusammen: Verkäufe im Einzelhandel + Abo (die harte Währung), sowie den „optionalen“ Bestandteilen. Das sind im einzelnen sonstige Verkäufe, Lesezirkel und Bordexemplare.

Bei der GEE haben die sonstigen Verkäufe um knapp 120% zugenommen, sie belaufen sich aktuell auf 18.285 Exemplare. Vor einem Jahr waren es „bloß“ 8.423.

Wo ist da denn nun das Problem? Für sonstige Verkäufe muss der Verlag nur 10% des Heftpreises in Rechnung stellen bzw. darf bis zu 90% Rabatt gewähren. Die Gewinnmarge ist bei sonstigen Verkäufen also eher gering.

Bordexemplare haben zum Großteil den symbolischen Preis von einem Cent – soweit ist es bei der GEE dann aber doch noch nicht gekommen.

Aber liebe GEE, du befindest dich in guter Gesellschaft, die SFT generiert inzwischen auch mehr als 50% ihrer Auflage durch „optionale“ Bestandteile…

IVW III/2007 – Überraschung?!

Auf den ersten Blick natürlich nicht – oder doch?

Die Bravo Screenfun darf satte 37% abgeben und kommt nun mehr auf nur noch 51.104 verkaufte Hefte. Computer Bild Spiele verliert ein fünftel seiner Käuferschaft und liegt bei 368.328 Exemplaren. Gleiches gilt auch für die GameStar, 202.749 sind es nur noch, genauso wie für die PlayZone. Hier ging es allerdings von 24.797 auf gerade mal 19.524 runter. Angesichts der Übernahme von play3 durch Computec dürften die Tage der PlayZone langsam gezählt sein.

Hart getroffen hat es auch die PC Games, sie büßt rund 1/4 ihrer Käufer ein und kommt auf gerade Mal noch 155.247.

Die GamePro verliert 8,4% ihrer Käufer und kommt damit vergleichsweise glimpflich davon, 45.931 verkaufte Hefte sind es aktuell.

Das einzige Plus kommt, wie auch schon die Quartale zu vor, von der N-Zone. 4,2% auf nunmehr 25.685 Exemplare. Hier dürfte der Wii immer noch Zugkraft geben.

Zur eigentlichen Überraschung aber: PC Action liegt bei 76.767 verkauften Exemplaren und damit leicht über auf Vorjahresniveau (37 verkaufte Hefte mehr).

Was fällt auf?
Genau, „wir sind für die breite Masse“ GameStar und PC Games (und auch die PC PowerPlay, wenn es noch Zahlen geben würde) haben mal wieder ordentlich verloren. Die Action mit ihrer sehr „speziellen“ Zielgruppe konnte ihre Auflage auf Vorjahresniveau halten.

Seit ihrem Relaunch ist die Screenfun auf ganz junge Leser ausgelegt und auch hier geht es nur nach unten, und zwar ordentlich.

Zu guter Letzt noch die PlayZone, nach deren Redesign man sich auch fragen musste, „ist das wirklich euer ernst, was ihr da jeden Monat abliefert?“

Währenddessen bastel ich mal ein „Patentrezept“ und wir lesen uns im nächsten Eintrag wieder ;-)

Die super IVW-Zahlen: -114.976, -34.737 [...]

Einfach nur mal wirken lassen. Mehr folgt, sobald die kompletten Zahlen vorliegen.

IVW-Zahlen II/2007

Es gibt keine Zahlen zur Games Aktuell (Konzeptionsänderung?), keine Zahlen zur PlayZone (warum auch immer), keine Zahlen zur play3 (wohl doch noch nicht eingetreten?). PCPP ist letztes Quartal ausgetreten, soll aber bei 50.000 liegen.

PC PowerPlay – Verkaufszahlen I/2007

Wie im letzten Blogeintrag erwähnt, gab es für die PC PowerPlay keine IVW-Zahlen für das erste Quartal 2007. CyPress konnte sich dennoch durchringen eine Verlagsangabe für die durchschnittlichen Heftverkäufe I/2007 herauszugeben:

PC PowerPlay Verkaufszahlen 01/2007

Holen wir nun die IVW-Zahlen von vor einem Jahr heran und rechnen kurz nach.
I/06 – 113.536 verkaufte Exemplare
I/07 - 71.650 verkaufte Exemplare

Entspricht einen Minus von 36,89%. Interessant hierbei wäre natürlich zu erfahren, wie viel vom Auflagenverlust durch Einsparung der Vollversionen aufgefangen werden konnte. Kleiner Trost, auf Grundlage dieser Zahlen liegt man mit 931 Exemplaren mehr ganz knapp vor der PC Action.

Quellen:
cypress.de -> Mediadaten -> IVW-Zahlen
ivw.eu

IVW-Zahlen I/2007 – Es geht nur bergab und niemanden überrascht es

…OK nicht ganz.

Stand der Dinge:
Zwei der IVW gemeldeten Spielehefte können ein Plus verzeichnen. Dabei handelt es sich zum einen um die GEE. Die kann zwar um fast 30% zulegen, die verkaufte Auflage besteht aber fast immer noch zur hälfte aus den sogenannten „sonstigen Verkäufen“, trotz alledem wird die Marke von 20.000 verkauften Heften nur gerade so überschritten.

Zum anderen um die N-Zone mit einem Plus von knapp 20%. Sieht auf den ersten Blick zwar nicht schlecht aus, allerdings markierte man vor einem Jahr ein Allzeittief – der Push durch die Wii-Konsole hält sich also auch in Grenzen.

Schaut man in den PC-Spiele-Sektor, so geben die hier vertretenen Heften gut 10-20% ihrer Auflagen ab, die Videospielhefte müssen 20-30% abgeben. Einen genauen Überblick über die Lage kann man sich dennoch nur schlecht verschaffen. So sind OPM2 und play kurz vor ihrem Ende aus der IVW-ausgetreten, die PC PowerPlay ist nach massivsten Verlusten in den letzten Monaten scheinbar aus der IVW geflüchtet (Quelle: ivw.eu, Stand 28.04.07 01.00h) und das ganze Segment der Xbox-360-Hefte ist gar nicht erst gemeldet gewesen. Wenn das OXM mit rund 18.000 verkauften Heften laut Verlagsangabe die Marktführerschaft für sich beansprucht, lässt das natürlich auch tief blicken.

Besondere Negativschlagzeilen machte in den letzten Monaten die Screenfun, die teilweise jeden zweiten Käufer verlor. Konsequenzen soll es inzwischen auch gegeben haben, Gerüchten zufolge wird das Heft nun in Hamburg, deutlich kostengünstiger, von einer neuen Redaktion betreut werden.

Fragt man nach den Gründen für die massiven Verluste, kann man aus einem Füllhorn an Begründungen wählen. Meistgenannt sind allerdings die folgenden zwei: Die allgemeine Konsumzurückhaltung und das Internet.

Klingt erst mal auch plausibel. Wenn man weniger Geld zur Verfügung hat, spart man als erstes an Zeitschriften ein als auf andere Dinge zu verzichten. Beim Thema Geldeinsparen landet man auch gleich beim Internet. DSL sei dank ist man auf Videos und Demos auf Heftdatenträgern nicht mehr angewiesen, News, Vorschauen und Testberichte gibt es hier umsonst, aktueller – und umfangreicher. Genau an dieser Stelle drängt sich unvermeidlich die Frage auf: „Ist das Problem nicht vielleicht doch hausgemacht?“.

PC-Sektor:
Sehen wir uns zuerst die PC-Spielehefte an. Auf dem deutschen Markt gibt es zurzeit GameStar, PC Action, PC Games und PC PowerPlay.

PC Action zielt mehr auf Action- und Multiplayerspieler, visiert mit ihrer Schreibe eher den männlichen pubertierenden Leser an. Die übrigen drei fischen mehr oder weniger in den gleichen Gewässern.

Statt sich eine Nische zu suchen, versucht man alle mitzunehmen. Profis, Neueinsteiger, die von den Stammlesern gefürchteten Casualgamer, alte und junge Zocker. Frei nach dem Motto „viel hilft viel“ — wir sprechen irgendwie jede Zielgruppe an und jede Zielgruppe kauft unser Heft.

Das man mit diesem Konzept bestenfalls einen Blumentopf gewinnen kann, dürfte die PC PowerPlay langsam festgestellt haben. Das Heft befindet sich in seinem dritten Lebensjahr, hat mit der Mai-Ausgabe 2007 die dritte Neuausrichtung bzw. sein 4. Layout bekommen.

Da nützen Dumpingpreis und Vollversion nichts, genauso wenig wie 2 oder mehr der Teile und immer noch das günstigste Heft im Segment zu sein. Nach dem ewigen Zielgruppenhickhack („c’t light“, „PC Games Kopie“, „DAUs an die Macht“) ist man zwischen bei einer Lightvariante des ersten Konzepts angekommen, nur eben ohne Vollversion. Bei einer Lebensdauer von 7-12 Ausgaben je Ausrichtung wird selbst der treuste Stammleser irgendwann entnervt das Handtuch werfen. Alle Änderungen werden im übrigen nur auf Wunsch der Leser durchgeführt, die sich prompt durch das Kaufen von 30.000 Heften weniger dafür bedanken.

Die GameStar ist zwar nicht fehlerfrei, hat im Punkt Beständigkeit aber eine weiße Weste aufzuweisen. Leider sah man sich auch hier an den von Computec ausgelösten Gruppenzwang gebunden, lässt die Juni-Ausgabe im April erscheinen und rüstet das Heft mit 1-3 Vollversionen aus. Um die Verkaufszahlen irgendwie zu halten entschloss man sich dazu noch eine zweite DVD beizupacken.

Bei Computec geht man neben Nummernchaos (Februar-Ausgabe erscheint vor Weihnachten) und Vollversion noch einen weiteren Weg. Die PC Games gibt es in Sage und Schreibe sieben (!) Varianten: Magazin, 2CDs, DVD, DVD ab 18, Plus (Abonnement, nur noch für Bestandskunden), Extended und Premium.

So gibt es monatlich für einen Euro mehr 32 Extraseiten zu irgendeinem Schwerpunktthema und erreicht damit in etwa den Heftumfang von vor einigen Jahren. Wer bereit ist das doppeltes des normalen Heftpreises hinzublättern kann sich alle drei Monate auch eine Wundertüte mit mehr oder weniger sinnvollen Dingen wie Schlüsselanhängern, Postern und Bügelbildern kaufen. Begründung für den ganzen Kram, man möchte seinen Lesern etwas zusätzliches bieten.

Konsoleros:
Kommen wir nun zu den Konsolenheften. Diese haben in den vergangenen Jahren einen beispiellosen Abwärtstrend hingelegt und statt zu versuchen ihm irgendwie entgegen zu wirken haben sie sich in beispielloser Art und Weise immer weiter reingeritten. Im November vergangenen Jahres stellte ich die Frage, ob die play THE PLAYSTATION im Kampf „Print gegen Internet“ die Zukunft verschlafen hat. Diesen Punkt greife ich jetzt noch mal auf und zwar nicht mehr auf ein einzelnes Heft bezogen. Wer sich ein beliebiges „aktuelles“ Konsolenheft am Kiosk greift und ein bisschen drin blättert wird die Frage meist wohl mit „ja“ beantworten können.

Etwas gedrucktes kann nie die Aktualität des Internets erreichen. Da nützt es auch nichts, wenn das Juni-Heft bereits im Dezember am Kiosk läge. Die Gründe, warum ich ein Heft gegenüber einer Webseite vorziehe sind folgende:

Das Vorurteil mag längst überholt sein, dennoch halte ich Heftredaktionen immer noch für kompetenter als irgendwelche Onlinemagazine. Zu dem hab ich gerne alle Infos schön übersichtlich in einem Heft als sie mir umständlich, wohlmöglich von flashverseuchten Webseiten, zusammensuchen zu müssen. Ich hab auch lieber was in der Hand, was ich überall in Ruhe lesen kann als vor dem Bildschirm kleben zu müssen.

In der Falle:
Leider befinden sich gerade die Konsolenheften in einem absoluten Teufelskreis. Der begann mit einem Auflageneinbruch, der irgendwann einfach kommen musste – es kann nicht immer nur nach oben gehen. Problem ist/war, dass man diesen einfach nicht hinnehmen wollte. Also versuchte man auf Biegen und Brechen das Heft zu überarbeiten und es für mehr Leute zugänglich zu machen. Stammleser sind mit solchen Änderungen eher selten einverstanden, weil das Heft ein gewisses Anspruchsniveau halten soll und sich das als äußerst schwierig gestaltet, wenn man die breite Masse ansprechen will. Es kommen neues Layout und leicht angepasste Zielgruppe, man verliert mehr Käufer als man hinzugewinnt. Dieses Spielchen kann sich nun einige Male wiederholen, bis so viele Käufer weg sind, dass es an die Substanz des Heftes geht.

Die Redaktionen werden kleiner, der Heftumfang schrumpft, denn irgendwie muss man die gesunkenen Einnahmen auffangen, am einfachsten durch Einsparungen. Auf 100 statt 148 Seiten kann man deutlich weniger berichten. Überall muss die Schere angesetzt werden. Da kommt es schon mal dazu, dass das Herzstück eines normalen Konsolenheftes einen Kollaps erleidet (Anm.: GEE ist kein normales Konsolenheft ;) ). Da werden auch mal 4 gute Titel auf einer einzigen Seite mit je ca. 80 Wörtern abgespeist. Die W-Fragen „Worum geht’s?“, „Wie spielt’s sich?“, „Was ist gut, was ist schlecht?“ lassen sich auf so wenig Platz nicht mal ansatzweise beantworten. Nur auf eine nicht aussagekräftige Prozentzahl am Ende zu gucken kann es wirklich nicht sein.

Was passiert? Man fühlt sich schlecht informiert, muss sich seine Infos wo anders besorgen — im Internet, kostenlos und wesentlich umfangreicher. So schließt sich der Kreis, das Heft wird von noch weniger Menschen gekauft. Irgendwann ist dann der Punkt erreicht, in dem ein Magazin dann vor dem Aus steht.

Die Konsequenz:
Die Verlage müssen den ersten Schritt machen um den Teufelskreis zu durchbrechen, der Leser wird es nicht tun und wäre auch schön dumm, wenn er es täte. Wenn die Auflage trotz aller Einsparaktionen hochginge, gäbe es auch keinen Grund wieder irgendwas hoch zustufen, weil’s doch gut läuft.

Um den Kreis von Konsolen und PC-Spieleheften wieder zu schließen, das Problem der Hefte ist das gleiche: Massiver Auflagenverlust.

Das einzige Mittel, welches einzufallen scheint ist das Heft mit zwei DVDs, Spielevollversionen, Schlüsselbändern und anderen Gadgets auszustatten. Auf die Frage, warum man den ganzen Rotz nicht weglässt lautet die Antwort schlicht: Man würde noch mehr Käufer verlieren.

Wenn die Leute eure Hefte nur noch wegen der beigelegten Extras kaufen und nicht mehr wegen des Inhaltes, solltet ihr vielleicht folgende Frage stellen, liebe Spielepresse:

„Haben wir vielleicht etwas falsch gemacht, wenn die Leute unser Heft nur noch wegen seiner Beilagen und nicht mehr wegen des Inhaltes kaufen?“

Und nu?
Das ist wohl die spannendste aller Fragen und ein Patentrezept habe ich auch nicht, dennoch möchte ich ein paar Denkanstöße mit auf den Weg geben:
- Tauscht euch intensiv mit euren treusten Lesern aus, ihr Feedback ist wesentlich wertvoller als das von irgendwelchen Telefonumfragen/Zeugnissen. „Beurteilen Sie das Layout: Sehr gut, gut, in Ordnung, Änderungsbedarf. Nächste Frage [...]“

- Wenn ihr eine tolle Idee habt, testet sie „live“, ob sie am Ende beim Leser ankommt, kann kein Test an Fokusgruppen beweisen. Klappt etwas nicht, seid so ehrlich und gebt es zu statt bis zum nächsten großen Redesign an missglückten Ideen festzuhalten.

- Schaut euch die Hefte aus euren Hochzeiten an, welche dort vorhandenen Sachen sind im laufe der Jahre verloren gegangen?

- Sucht euch etwas, das euch auszeichnet. Nur ein Wertungssystem ist ein bisschen mager um sich von Mitbewerbern abzuheben

- Nur mit Stammkäufern kann man langfristig planen, denn sie halten zu einem – auch im Sommerloch.