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Neu im Handel: PlayBlu

„Comin’ Home“

Jeden Monat landen unzählige Hefte im Briefkasten, vom Hocker gehauen hat mich aber schon seit einer ganzen Weile keines mehr. Wie soll man auch Vorfreude auf ein Heft haben, wenn man 50% des Inhalts bereits online gelesen hat und man nach dem ersten Durchblättern sich die Frage stellt, ob man die € 3,60 oder € 5,30 dafür bezahlt hat, um verlagseigene Werbung bestaunen zu dürfen. Den heutigen Briefumschlag habe ich zum ersten Mal seit dem Tod des guten OPM2s (08/2005) mit einem leuchten in den Augen geöffnet.

PlayBlu 01/2009PlayBlu bringt alle Stärken und Schwächen eines LiveEmotion-Magazins mit und genau das macht es eben so liebenswürdig. Schwächen, weil das Logodesign mal wieder wenig ausdrucksstark ist und Tests, wie der von Need for Speed: Undercover mit einer Seite komplett voller Screenshots beginnen und einen klaren Layout-Aufbau vermissen lassen. Stärken, weil der Schreibstil einfach angenehm frisch ist und € 3,50 für 108 redaktionelle Seiten auf edlem, weißen Papier mehr als fair sind (Gesamtumfang 124 Seiten, davon: Poster 8, Werbung 4, Eigenwerbung 4).

Der Heftaufbau ist im Prinzip identisch mit den Schwesterheften: News, Feature, ein viel zu kurzer Previewteil, jede Menge Tests, Handheld, Poster, Technik, Filme, Leserbriefe, Bestenlisten. Was ist nicht mehr gibt sind Tipps und Lösungen, stattdessen sind mehr Hardwaretests vorhanden.

Ein absolutes Highlight ist die „Dekadenz des Monats“. Auf einer ganzen Seite wird ein 120.000-Euro-Fernseher von Sharp „humorvoll“ bearbeitet.

Zeit um sich auf die Faule Haut zu legen, gibt es dennoch nicht. Die Rubriküberschriften sind nur unwesentlich größer als die Fließtextschrift, Schriftformatierungen sind teilweise fehlerhaft und stellenweise ist der eigentlich schöne Blocksatz so gequetscht, dass kaum noch ein Zeichenabstand zu erkennen ist. Leider sind auch einige böse Rechtschreibschnitzer durch die Korrektur gerutscht, wodurch der positive Gesamteindruck leider ein wenig getrübt wird (Idiotenapostroph – Das tat echt weh!).

Wo wir gerade beim Thema viel zu tun sind, die Anzeigenabteilung sollte dringend ein paar Überstunden schieben. Ob Michel Kieselstein nun weg ist oder nicht, gerade mal vier Anzeigenseiten haben es ins Heft geschafft, davon vermutlich zwei auch noch aus einer Anzeigenkooperation. Diese Leistung ist im November schlicht indiskutabel, wo z. B. der Mitbewerber play3 knapp 25 Seiten aufweisen kann. Von den lieben Grüßen der PR-Manager auf der Leserbriefseite kann man sich nicht wirklich was kaufen.

Rein aus purem Eigennutz, damit Spielraum für Investitionen in die Heftausstattung geschaffen werden kann und das Heft ein solides Fundament bekommt, muss hier dringend etwas getan werden. Dass PlayBlu, wie einst Play Games aus der Sommerpause nicht zurückkommt, würde ich nur schwerlich verkraften. Apropos Sommerpause, so sehr der Redaktion auch ihr Urlaub gegönnt sei: Laut Terminplan dreieinhalb Monate Sommerpause gehen gar nicht. Insofern hoffe ich, dass die Verkaufszahlen sich in eine Richtung bewegen, dass man häufiger in den Genuss von PlayBlu kommt.

Trotz all der Kritik:
Willkommen zu Hause – schön, dass es euch gibt.

P.S.: Dies hier ist der 100. Eintrag im Magaziniac.Blog.

PlayBlu – Interview mit Martin Mirbach zum Heftlaunch

Die Familie ist wieder komplett. Am 19. November erscheint bei LiveEmotion wieder ein PlayStation-Magazin. Zum bevorstehenden Heftlaunch hat sich Redaktionsdirektor Martin Mirbach für ein Interview zur Verfügung gestellt.

Evil:
Hallo Martin,
freut mich, dass du dich bereit erklärt hast für ein kleines Interview zur Verfügung zu stehen.

Sowohl 1998 mit PowerStation als auch Ende 2003 mit Play Games – ihr habt nicht vom Start weg ein Heft für die Sony-Konsolen gemacht. Nun betretet ihr quasi wieder als letztes den Ring. Ist die Gefahr nicht groß, dass sich die Mitbewerber schon etabliert haben und für euch kein Platz mehr ist?

Martin Mirbach:
PlayBlu 01/2009Bei nur einem etablierten Mitbewerber im Marktsegment halte ich dieses Risiko für sehr vertretbar. Richard Löwensteins PS3M ist ja ebenfalls ganz frisch geschlüpft und wird sich ihre Leserschaft ebenso wie PlayBlu erst noch verdienen müssen. Als verhältnismäßig kleines Verlagshaus können wir es uns einfach nicht leisten, möglichst früh in den Markt einzusteigen und mit großen Expektanzen zu leben, sondern müssen abwarten, bis die installierte Hardwarebasis unsere Neuerscheinung zu tragen verspricht. Die PlayBlu-Schwesterzeitschrift Xbox Games hatten wir ja ebenfalls deutlich nach dem Launch der Konsole gebracht und das Magazin läuft nun schon seit fast sechs Jahren sehr gut.

Evil:
In den Anfangsjahren waren eure Hefte ziemlich bunt und haben auf englische Lizenzen aufgebaut. Im Laufe der Zeit seid ihr nicht nur eigene Wege bei den Layouts gegangen, sondern habt euch auch vom farblichen Konzept in eine ganz andere Richtung bewegt. Hat sich eure Zielgruppe verändert oder aus welchem Grund setzt ihr mittlerweile auf komplett weiße Hintergründe und eine blassere Farbwahl?

Martin Mirbach:
Die englischen Lizenzen von Paragon Publishing haben wir schon Ende der 90er Jahre nicht mehr genutzt, das ist also sehr lange her. Damals waren sie für uns ein verhältnismäßig leichter und natürlich kostengünstiger Start. Wir haben aber einsehen müssen, dass der deutsche Markt ganz anders tickt und die Leser andere Vorlieben pflegen. Die weißen Hintergründe sind dafür ein Paradebeispiel. In dieser Hinsicht sind unsere Leser erstaunlich konservativ, ihnen geht Lesbarkeit über alles. Das erfährst du aber erst nach einigen Leserbefragungen und Fokusgruppenstudien. Oder durch Aktionen wie „Pimp your XBG!“, bei denen die Leser direkten Einfluss auf das Heftkonzept haben. Gerade in der aktuellen Xbox Games haben wir ja wieder die meist genannten Änderungswünsche umgesetzt. Man könnte also sagen, dass wir ständig versuchen, unsere Magazine am Leser zu justieren.

Evil:
Erzähl mir ein bisschen was zum Heftkonzept der PlayBlu. Hab ich bei dem Untertitel „Das Magazin für PlayStation 3 und Blu-ray“ eine Art Hybrid-Heft zu erwarten, also in etwa zu gleichen Teilen PlayStation 3-Magazin und Blu-ray-Magazin oder wie darf ich mir die Gewichtung vorstellen? Wie viel Platz bekommt außerdem Sonys PSP eingeräumt?

Martin Mirbach:
Die PlayStation 3 ist ein sehr guter Blu-ray-Player, in zahlreichen Audio-/Video-Zeitschriften führt sie als solcher sogar die Referenzlisten an. Viele PS3-Besitzer nutzen ihre Konsole intensiv für klassisches Home Entertainment oder zur Medienverwaltung. Und wer die Ressourcen seiner PS3 wirklich ausschöpfen will, braucht ganz einfach das ordentliche Boxenset und das FullHD-TV. Das sind Tatsachen, an denen wir nicht vorbei können und ich wundere mich schon etwas, dass sie von unseren Mitbewerbern kaum oder gar nicht berücksichtigt werden. Den in Deiner Frage formulierten Widerspruch zwischen „PlayStation 3-Magazin“ und „Blu-ray-Magazin“ finde ich seltsam konstruiert. Die PS3 ist ein Blu-ray-Player, deswegen muss ein PS3-Magazin auch ein Blu-ray-Magazin sein.

Was heißt das für unsere Leser? Neben dem klassischen Konsolenzubehör testen wir in jeder Ausgabe auch ausgewählte Home-Entertainment-Produkte, die in preislich und funktioneller Hinsicht für unsere Leser interessant sind. Das können FullHD-LCDs sein oder AV-Receiver, 5.1-Lautsprechersets oder Surroundkopfhörer. Und wir sagen ganz konkret warum wir ein vorgestelltes Produkt für Spieler empfehlen bzw. bei welchen Spielen es seine Stärken ganz besonders ausspielen und das Spielerlebnis vertiefen kann. Von der Gewichtung bleiben wir aber eindeutig ein Games-Magazin. Die „Bluware“-Strecke ist mit unter 20 Prozent Heftanteil ein interessantes Extra – ebenso wie der PSP-Testteil, den wir je nach Anzahl der Neuerscheinungen mit maximal zehn Seiten gewichten.

Evil:
Play3 hat eine DVD, PS3M wirbt mit emotionalen Schreibstil und einem großen Community-Bereich für sich. Was zeichnet PlayBlu aus, warum sollte ich gerade zu eurem Heft greifen, wenn ich schon ein anderes PlayStation-Magazin lese?

Martin Mirbach:
Gegen ein Magazinkonzept mit Datenträger hatten wir uns schon beim Start von Xbox Games entschieden. Zu Recht, wie die Zeit gezeigt hat. Hier sind ja sämtliche ehemaligen Mitbewerber mit Heft-DVD längst wieder verschwunden. Wie kann ich die Produktions- und Distributionskosten einer DVD an den Leser weitergeben, wenn er die Inhalte früher und/oder kostenlos online findet? Und einen „emotionalen Schreibstil“ halte ich für eine ganz schwache USP. Hey, wir schreiben über Games, über unser Hobby und unsere Leidenschaft. Dass wir das emotional und mit Herzblut machen, ist doch wohl klar. Wir möchten uns durch unsere Themenauswahl unterscheiden, durch die Kompetenz der Redaktion und durch unseren Stallgeruch. Wer das Wii Magazin oder Xbox Games mag, wird auch PlayBlu mögen. Das ist ja immer auch ein Frage des (guten) Geschmacks ;) Und das beste Preisleistungsverhältnis haben wir mit 3,50 Euro für 124 Seiten auch noch!

Evil:
Kommen wir zu einem Punkt, der mir auf dem Cover sauer aufgestoßen ist: 01/2009 Dezember/Januar. Nein, mir geht es nicht um die falsche Ausgabennummerierung. PlayBlu kommt also nur sechs mal im Jahr und soweit ich die Terminliste im Kopf hab, auch noch in unregelmäßigen Abständen. Wie wollt ihr unter solchen Bedingungen mit der Aktualität der Mitbewerber mithalten? Euer letztes monatliches Magazin kam 2003 – besteht da überhaupt eine Chance, dass ihr wieder ein Heft im monatlichen Rhythmus produziert?

Martin Mirbach:
Die Ausgabennummerierung ist schon korrekt so, außerdem wird sie ja vertrieblich vorgegeben. PlayBlu wird sechs Mal jährlich erscheinen und zwar nicht ganz in regelmäßigen Abständen, also zum Beispiel nicht immer am ersten Mittwoch eines ungeraden Monats. Das ist kein Problem, wir halten es mit Xbox Games und Wii Magazin seit Jahren genauso. Und was die Aktualität betrifft, mit wem konkurrieren wir denn in dieser Hinsicht überhaupt? Mit anderen Printmagazinen oder mit Online-Publikationen? Letztlich bestimmen nur unsere Leser, in welchem Rhythmus ein Heft erscheint. Würden die Abverkäufe im zweiten Angebotsmonat spürbar absacken, müssten wir natürlich reagieren. Das ist aber ganz und gar nicht der Fall, also scheint die Aktualität zumindest für die meisten Leser nicht das entscheidende Kaufkriterium zu sein.

Evil:
Im Internet seid ihr nur sehr zögerlich vertreten. Ok, ich sehe den Vorteil, dass nicht schon die Hälfte der Artikel umsonst auf der Webseite verschleudert werden, bevor man das Heft überhaupt am Kiosk erwerben kann. Aber entgehen euch nicht dadurch zahlreiche potenzielle Käufer?

Martin Mirbach:
Du weißt ja aus unserem angeregten Mailwechsel, dass ich auf dieses Thema sehr gern anspringe. Hier will ich es aber ganz kurz machen. Es gibt einige Games-Portale da draußen, die ich richtig gut finde. Die Online-Auftritte unsere Mitbewerber im Printmarkt können da meiner Meinung nach nicht mithalten. Und wir könnten es auch nicht. Also konzentrieren wir uns auf das, was wir besser können, unsere Hefte. Ob uns dadurch Einnahmen in einem anderen Geschäftsfeld entgehen? Sehr gut möglich. Ob wir dadurch ein einziges Heft im Einzelhandel weniger verkaufen? Sicher nicht, allenfalls Abos lassen sich online recht gut generieren.

Evil:
Zum Abschluss würden mich noch zwei Dinge interessieren.
1. Wie wollt ihr PlayBlu bekannt machen? Ein paar Eigenanzeigen in Wii Magazin und Xbox Games werden da kaum reichen. Sind zur Einführung an den Bahnhöfen Sonderplatzierungen gebucht, wird das Heft im Umfeld von Giga Games beworben, gibt es Kooperationen mit Spielehändlern oder hofft ihr schlicht, dass die Mund zu Mund-Propaganda der LiveEmotion-Fans es richten wird?
2. Ich sehe in euren Heften häufig kaum klassische Anzeigen. Muss ich mich vor „redaktionelle Specials“ (Advertorials) fürchten oder liegt es schlicht am geringen Werbeanteil eurer Magazine?

Martin Mirbach:
1.) Die Erstausgabe wird im Regal auffallen, dafür haben wir natürlich gesorgt. Anzeigen-Koops wird es mit einigen auflagenstarken und zielgruppenrelevanten Magazinen etwa aus dem Tuning- oder Sportbereich geben. Handelskooperationen und Sonderplatzierung laufen mit dem EVT der zweiten Ausgabe Mitte Januar richtig an. Mehr möchte ich aber noch nicht rauslassen.
2.) Natürlich, wenn du die Vorjahresausgaben mit den aktuellen Ausgaben vergleichst, ist der Anzeigenanteil deutlich zurückgegangen. Das liegt ganz einfach daran, dass Michel Kieselstein, unser früherer Geschäftsführer und Anzeigenleiter, endgültig ausgeschieden ist, nachdem er uns so lange wie möglich konsultarisch unterstützt hat. Seine neue Tätigkeit lässt ihm dazu leider keine Zeit mehr. Und sein in über 15 Branchenjahren aufgebautes Netzwerk lässt sich nun mal nicht ad hoc übertragen oder ersetzen. Wir sehen aber bereits eine positive Entwicklung und haben weitere Maßnahmen eingeleitet, die diesen Trend nachhaltig stabilisieren werden. Du wirst sicher an dieser Stelle darüber berichten, wenn es soweit ist. Vor redaktionellen Specials oder Advertorials brauchst du dich nicht zu fürchten, warum auch? Muss ja nicht unbedingt schlecht sein, manchmal kommt man dadurch sogar an Hintergrundinformationen, die sonst nicht zugänglich wären. Wir machen so etwas aber sehr selten. Und wenn, dann macht es Sinn und ist natürlich entsprechend kenntlich gemacht.

Daten und Fakten:
Start: 19. November 2008
Erstausgabe: 01/2009
Verlag: LiveEmotion
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: 70.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #11 vom 06. Oktober 2008

Computec:
Wii Player senkt Preis
Wenig nachvollziehbar ist die Preisstrategie, die Computec mit seinem Casual-Titel Wii Player fährt. Von € 2,99 ging’s mit Heft 01+02/2008 hoch auf € 3,30, nur um mit Ausgabe 05+06/2008 noch mal eins draufzuschlagen und € 3,90 zu wollen.

Scheinbar wirkte sich die Entscheidung alles andere als positiv auf die Verkaufszahlen aus und so geht es mit dem am 15. Oktober erscheinendem Heft 10-12/2008 auf € 2,90 herunter.

Wii Player bringt Sonderheft
Für den 15.10 ist das erste Wii Player-Sonderheft angekündigt. Der Preis ist mit € 4,99 angegeben, Umfang und Themenschwerpunkt sind nicht bekannt.

Live Emotion:
Handys kommt nicht zurück aus der Sommerpause
Der Live Emotion Verlag stellt sein Handy-Magazin mit der aktuellen Ausgabe (04/2008) ein. Der Ausflug ist damit nach 14 Ausgaben und einem Sonderheft beendet.

Weitere Verlage:
GamesTM erhöht den Preis
Ab der Ausgabe 12/2008 sollen es € 3,90 für das Multiformat-Magazin sein. Der Preisaufschlag ist mit 10 Cent allerdings moderat.

PS3M-Leseprobe
Ebenfalls seit einigen Tagen erhältlich ist die Leseprobe zu Airmotions PS3M. Das PDF kann direkt von der Webseite geladen werden.

Multimania hat sich relauncht
Das Heft für Unterhaltungsmedien aus dem Devil Inc. Presseverlag wurde komplett überarbeitet und kommt mit deutlich hellerer Optik daher. Zudem wurde der Erscheinungsrhythmus verschoben, Multimania kommt nun in jedem ungeraden zweiten Monat.

c’t bringt Spielkonsolen-Special
Das Sonderheft aus dem Heise Verlag für PS3, Xbox 360, Wii und Handhelds kommt ab dem 27.10 an den Kiosk. Wie alle c’t Specials, wird es € 8,50 kosten.

Update, 20.10.08: Das Special wurde auf den 03.11.08 verschoben.

GEE hat den Verlag gewechselt
Statt wie bisher in der Redaktionswerft GmbH erscheint GEE seit kurzem in der GEE Media & Marketing GmbH.

Blu-ray Magazin erscheint
Ab dem 17.10 erscheint im Auerbach Verlag das Blu-ray Magazin. Der Preis wird bei € 1,20 liegen, die Erscheinungsweise ist mit zweimonatlich angegeben. (Preis-Korrektur)

PlayBlu – Neues PlayStation-Magazin von Live Emotion

Computec hat seit dem 1. Oktober 2007 den Markt der PlayStation-Magazine für sich alleine und fühlt sich in dieser Position auch sichtlich wohl. Aber mit der Zeit des Monopols ist es endlich vorbei. Nach Airmotion mit PS3M im Oktober wird auch Live Emotion, die Macher von Xbox Games und Wii Magazin, wieder ins Segment der PlayStation-Magazine einsteigen.

Das Baby trägt den vollständigen Namen „PlayBlu – Das Magazin für PlayStation 3 und Blu-ray“ und wird ab dem 19. November 2008 erstmalig im Handel sein. Der Umfang wird bei 124 Seiten liegen und der Preis wird € 3,50 betragen. Damit wird PlayBlu das preisgünstigste PlayStation-Magazin.

Gedruckt werden zum Start 70.000 Exemplare, die Erscheinungsweise ist zweimonatlich. Weitere Infos folgen bei Verfügbarkeit.

Blätterwald #6 vom 14. Juni 2008

Bauer Verlag:
Bravo Screenfun
Auch bei der dritten Ausgaben in Folge verweigert die Redaktion die DVD mit Inhalt zu befüllen. Trailer und TV-Serien-Folgen sollen’s richten. Abgebildet ist zur Untermalung, wenn auch klein, das Cover der Hulk-Staffelbox, welche selbstverständlich nicht auf DVD zu finden ist. Derartige Späßchen kennen wir noch aus Rehers DVD-Magazin-Zeit.

Computec Media:
Doppelt verkauft verdient besser!
Aktuell liegt play3-Premium am Kiosk, zum gewohnt überzogenem Preis von € 9,99. Enthalten ist in der Premiumausgabe ein Killzone Doppelposter und ein kleiner Killzone-Aufsteller. Beides könnten genauso gut kostenlose Werbebeilagen sein. Ähnliches hatte die GamePro mit Mortal Kombat schon mal als reguläre Kioskbeilage gebracht, hat es sich nur nicht von den Leser bezahlen lassen. In der Juli 2008-Ausgabe der Games Aktuell klebt eine „Battlefield: Bad Company“ Handgranate auf einer Anzeige als Pappaufsteller.

Herzstück der Plastiktüte ist eine 28-Seiten GTA IV-Komplettlösung. Diese befindet sich praktisch 1:1 auch im € 5,99 teuren Games Aktuell GTA IV-Sonderheft, welches allerdings noch um etwas Beiwerk erweitert wurde. Kleiner Unterschied, die play3-Version ist in „Sie“-Form geschrieben, obwohl das Heft kürzlich die Anrede zu ihr/euer wechselte und die Leser im Editorial der Beilage auch geduzt werden. Wer hat hier gepfuscht? Ist eure Kommunikation derartig schlecht, dass die zuständige Person nicht weiß, welche Heftanrede verwendet wird?

Mehr Werbung für uns, weniger Seiten für die Leser
In der neuen Games Aktuell (Juli 2008) befinden sich insgesamt mehr als 17 Seiten Werbung (+4 Seiten Eigenwerbung). Da der Umfang bei 100 Seiten unverändert blieb, bedeutet das den niedrigsten Stand der redaktionellen Seiten seit 05/2004.

Vista mit Sprung in der Scheibe
Computec stellt das erfolglose Magazin „Windows Vista – Das offizielle Magazin“ zum unbeliebten MS-Betriebssystem mit der Ausgabe 07/2008 am 18. Juni ein. Alle dazu nötigen Vorbereitungen wurden getroffen, auf der Internetpräsenz wurden bereits sämtliche Hinweise auf das Magazin getilgt.

Blick in den Computec Geschäftsbericht 2007:

Fertigungskosten: Durch Reduzierung der Seitenumfänge und Druckauflagen, leicht verbesserte Konditionen im Papier- und Datenträgerbereich, Verringerung von sonstigen Ausstattungsmerkmalen und der Reduzierung von Lizenzkosten für Spielevollversionen und Filme sind Fertigungskosten in Höhe von mehr als 2 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr eingespart worden. (S. 13)

Weitere Einsparungen: Durch Nichtbesetzung von geplanten Stellen sowie der Verringerung von Honorar- und Gemeinkosten konnten die Redaktionskosten gegenüber dem Planungsansatz reduziert werden. Erhebliche Kürzungen sind auch im Marketingbereich vorgenommen worden. Für Handels-, Abonnements- und Anzeigenmarketing sind insgesamt Kosten von 500 TEUR gegenüber Vorjahr eingespart worden. (S. 13)

Quelle: http://www.computec.de/berichte/CMD_Geschaeftsbericht_2007.pdf

consol.media/Panini: Update 16. Juni
ConsolPlus startet am 12. September, GamersPlus am 24. Oktober. Dies berichtet DWDL.de. Der Preis wird bei € 2,95 liegen, die Druckauflage bei je 150.000 Exemplaren.

CSW Verlag:
Retro wird hochwertiger
Mit der kürzlich erschienenen Ausgabe #08 wird das Heft auf bestes Hochglanzpapier gedruckt und in eine Klebebindung eingefasst. Themenschwerpunkt von Heft #08 sind Sportspiele.

Dreamcast-Spieler aufgepasst: Auf der CD befindet sich eine Demo zum kommenden DC-Titel „Wind & Water: Puzzle Battles“, welche direkt auf der Konsole laufen soll.

Holger Reher PR & Verlag:
InSPiN wird schwindelig!
Das DVD-Magazin über TV-Serien und Dokumentationen ist inzwischen mit einiger Verspätung erschienen. Nicht nur ein Monat ging dabei verloren, sondern auch die ein oder andere Seite. Der Umfang schrumpft von 68 auf 52 Seiten. Ob’s an der Doppelbelastung InSPiN/Bravo Screenfun liegt? Wenn man in letztere einen Blick wirft, muss man diese Vermutung jedoch verneinen.

Übrigens, es heißt immer noch Spaß und Fußball – Schweizerdeutsch ist zum Glück noch nicht bei uns eingezogen, auch wenn das Cover etwas Anderes vermuten lässt.

IDG:
GameStar recycelt
Das Sonderheft „Spielebox“ ist kürzlich erneut in den Handel gekommen. Diesmal kostet es allerdings „nur“ noch € 9,99 statt der bisherigen € 14,99. Damit es niemand merkt, wurde es eingeschweißt und ein „Beipackzettel“ aufs Cover gelegt.

Live Emotion:
Handys mit Technikschaden?
Angesichts der aktuellen Preiserhöhungen zahlreicher Hefte bedeuten Preissenkungen nur eines: Nichts Gutes. Das Heft kostet nun € 3,20 statt € 3,50. hat aber auch nur noch 76 Seiten + 16 Seiten Beilage statt der bisherigen 116 Seiten Umfang. Die Tabellen wurden in ein „Heft im Heft“ ausgegliedert. Zudem gibt’s ein neues Format: 287x210mm satt der bisherigen 297x210mm.

Wie es weitergeht, erfahren wir erst im Oktober. Das Heft geht planmäßig in die Sommerpause, die aktuelle Ausgabe wird knapp vier Monate am Kiosk verweilen.

Raptor Publishing:
Level 1 lebt
Irgendwie. Zumindest ist im Raptorshop nun Ausgabe #13 gelistet. Hat’s jemand schon am Kiosk erblickt?

Trivia:
Heute vor ziemlich genau sieben Jahren wurden die letzten Ausgaben von PC Player und PSM2 aus den Regalen geräumt.

Spielehefte am Kiosk – Eine Sichtung des Bestandes

Fallende Auflagen, Monokultur im PlayStation-Segment und bereits einige Todesfälle (NMag Print, play vanilla, Sims 2 – Das offizielle Magazin) sind auch im Jahre 2008 bei den Spieleheften keine Überraschung. Doch was gibt es eigentlich noch Kiosk? Ein kleiner Überblick

Multiformat:

Bravo ScreenfunBravo Screenfun
Der einstige Star am Kiosk ist inzwischen vom Himmel gefallen. Doch wann begann der Abstieg? Als die zweite CD kam und der Preis von € 3,00 auf 3,99 stieg, als die DVD eingeführt wurde und der Preis auf € 4,50 angehoben wurde? Als nach Jahren der Kontinuität ein neues Layout kam, welches optisch Jahre älter aussah als das Vorherige? Oder doch erst, nach dem man die Münchener Redaktion auf die Straße setzte und Inter Games in Hamburg ans Heft lies? Derzeit darf sich Holger Reher an der Screenfun versuchen. Das eigentlich hübsche Layout, welches die Inter Games-Redaktion kurz vor ihrem Rausschmiss einführte ist bereits wieder Geschichte.

Die klassische Heftstruktur ist Geschichte. Getrennt wird nun strikt nach Konsole, Handheld und PC; Tests und Vorschauen werden gemischt. Die Aufteilung wirkt zunächst ungewohnt, wird aber auch nach mehrmaligem anschauen nicht besser. Eingeleitet wird jeweils mit News, es folgen in loser Reihenfolge Tests und Vorschauen, die Charts werden dann irgendwo hingepackt, wo noch Platz ist. Der „Trix“-Teil, dessen Komplettlösungen einst Gold wert war, ist inzwischen leider komplett aus dem Heft verschwunden. Stattdessen platziert man lieber irgendwelche belanglosen Texte schräg (nicht kursiv ;) ) auf den Seiten, was weder hübsch aussieht noch gut zu lesen ist.

Die DVD besteht seit dem Mai-Heft und dem vorerst letzten Redaktionswechsel praktisch nur noch aus Trailern und TV-Serien-Folgen, hat also auch keinen wirklich brauchbaren Nutzen mehr.

Auch wenn ich nicht zur Zielgruppe des Heftes gehöre, selbst wenn ich zehn Jahre zurückdenke, also wieder neun wäre, würden mir die paar gebotenen Spielinfos nicht reichen.

Computer Bild SpieleComputer Bild Spiele
Der Vollständigkeit halber, sei sie mal ausnahmsweise erwähnt. Sie wird ihre Zielgruppe der Neueinsteiger und Gelegenheitsspieler sicherlich bedienen. Auch Vollversionskäufer werden immer mal wieder zuschlagen, wobei sich zuletzt auch „Perlen“ wie Moorhuhn Soccer mehrten. Mit aktuell rund 324.000 verkauften Exemplaren führt sie die Verkäufe aller Spielehefte natürlich auch weiterhin an, trotz gigantischer Auflagenverluste.

GameProGamePro
Wie heißt es so schön, das Cover soll nicht aussehen, es soll verkaufen. Das tut es meist, bis zur ersten IVW-Meldung der play3 führte die GamePro auch längere Zeit die Verkäufe der Konsolen-only-Hefte an. Dossiers und Specials sind immer wieder lesenswert, die DVD ist trotz des Wechsels auf die DVD-10 immer noch sehenswert und für mich immer noch das Nonplusultra. Das Layout lässt in meinen Augen die Spielereien vermissen und das Wertungssystem (6 Einzelwertungen + 4 Rediwertungen = Gesamtwertung) ist zumindest im Forum nicht unumstritten. Das klassische Merkmal eines Multiformatheftes, die Importtests, fehlen.

Games AktuellGames Aktuell
Preisgünstig (€ 3,50 + DVD-10), guter Inhalt, lesenswerte Specials. Fühlt sich trotz des PC-Anteils an wie ein Konsolenheft. In unregelmäßigen Abständen erscheinen auch immer wieder Sonderhefte zu aktuellen Themen. Die Qualität reicht hier von Top (Xbox 360) bis Katastrophal (Next Gen). Auch wenn der „Computec-Effekt“ bei Papierqualität und Einführung einer Premiumausgabe zugeschlagen hat, überwiegt das Positive. Wenn doch nur der Wertungskasten bei Multiformattests nicht so ausufern würde…

Game MasterGame Master
Dieses Heft ist für eine relativ Junge Zielgruppe. Wer Animespiele mag, kommt auf seine Kosten, ansonsten greift man lieber zu anderen Magazinen.

gamesTMgamesTM
Da wir mittlerweile an einem Punkt angekommen sind, an dem die Heftausstattung zur Einsparung nicht weiter heruntergefahren werden kann, steigen die Preise wieder. Insofern wäre es unangebracht an dieser Stelle von teuer bei € 3,80 für 108 Seiten zu sprechen. Das Heft ist eine Lizenzausgabe von Imagine, was sich am hübschen Layout sofort sichtbar wird. Dies ist bereits der zweite Versuch das Heft in Deutschland zu etablieren, der erste scheiterte am Heftpreis, an der Erscheinungsweise, am übersetzten Eindruck und letztlich damit an den Verkäufen. Dies passiert hoffentlich nun nicht noch mal, dafür wurde auch die ein oder andere Anpassung (Wertungssystem) vorgenommen.

GEEGEE
Keines der klassischen Testhefte, keine Wertung am Ende, dafür Storys und Reportagen ohne Ende. Die Erscheinungsweise sind acht Ausgaben pro Jahr, der Preis beträgt € 3,90 für 100 Seiten. Ein seit Jahren ungelöstes Rätsel: Wie schafft es ein Heft mit weniger als 10.000 verkauften Heften am Kiosk sich so lange zu halten und dies noch bei einem Anzeigenaufkommen (17-20 Seiten im Normalfall), bei dem jeder Mitbewerber nur neidisch sein kann?

Kids GamerKids Gamer
Da haben wir wieder eines der Hefte für die theoretisch riesengroße Zielgruppe der sechs bis zwölfjährigen. 19.000 verkaufte Heften (laut Unternehmenspräsentation) bei drei Monaten Auslagezeit und die teilweise vollständige Abwesenheit von Anzeigenkunden zeigt mal wieder nur eines: Man sollte Hefte für reale und nicht für theoretisch vorhandene Zielgruppen erstellen.

MAN!ACMAN!AC
Mit bald 15 Jahren das älteste deutsche Videospielheft. Es überlebte als einziges der Konsolen-Multiformathefte das Massensterben Ende 2000. Der freakige Charakter ging über die Jahre etwas verschütt, die „Ansatzweise Korrektur“ der Ausgabennummern 2006 verweigerte man. So erscheint MAN!AC immer noch im Vorvormonat. Fans von Importspielen werden auf Extraseiten bedient und ein Extended-Teil für besondere Themen ist auch vorhanden.

Mobile GamerMobile Gamer
Ein MAN!AC-Schwesterheft. Wie der Name vermuten lässt, dreht es sich bei dem leider nur vier mal im Jahr erscheinenden Heft alles um tragbare Konsolen. Es ist das einzige Spieleheft, welches sich ausschließlich Handhelds verschrieben hat. Layout und Inhalt können überzeugen, € 3,50 für 100 Seiten sind angemessen. Indiskutabel ist die Erscheinungsweise, zwei zweimonatliche Ausgaben (10+11 bzw. 12+01) gefolgt von zwei viermonatlichen Ausgaben sind das Todesurteil jeglicher Aktualität.

MultiomaniaMultimania
Das Fanzine für Kino, DVD, Spiele und ähnlichem mit teils winzigkleiner Schrift. Ebenfalls kein klassisches Spieleheft, soll dennoch in der Auflistung nicht fehlen.

Nintendo:

N-ZoneN-Zone
Das dienstälteste Nintendo-Magazin und praktisch genauso lange ist es auch schon Marktführer. 2006 war es nach dem Ende von Cube und N-Games auch das einzige Nintendo-Magazin. Von der Ursprungsredaktion ist niemand mehr an Board, was jedoch hier jedoch in keinem Fall negativ zu sehen ist. Papier und Qualität lassen sich leider nicht mehr in einem Wort nennen und das Layout unterstützt auch nicht gerade eine neue Blütezeit. Sehr schade, hier schlummert viel ungenutztes Potenzial. Hoffentlich erwacht es noch mal.

Wii MagazinWii Magazin
Aus 64 Power wurde Big.N und aus Big.N wurde N-Games. Man ging durch viele Höhen und Tiefen, irgendwie hat man es trotz aller Rückschläge geschafft durchzuhalten. Letztlich hat es nicht gereicht und so lag zwischen der letzten N-Games und der ersten Wii-Magazin-Ausgabe ein Jahr Zwangspause. Geboten wird verlagstypische Kost. Wer auf subjektive Tests steht, eine volle Nutzung der Prozentskala will und eine zweimonatliche Erscheinungsweise verschmerzen kann, darf gerne zugreifen. Wer einmal ein BriStein-Heft gelesen hat, wird es sofort wiedererkennen, auch wenn der Verlag sich inzwischen Live Emotion nennt. Verlangt werden für 124 Seiten bestens Papier inkl. Poster sehr günstige 3,50.

Wii Player – Das MagazinWii Player – Das Magazin
Jaja, die Zielgruppe der Casualgamer ist gigantisch groß. Der Inhalt ist ganz nett, haben will es trotz anders lautender Verlagsangabe scheinbar niemand. Der Preis stieg von 2,99 auf inzwischen 3,90. Die Erscheinungsweise wurde von zweimonatlich auf vierteljährlich umgestellt. Vorboten auf ein Ende des Heftes?

PlayStation 3:

play³play³
Die Meinung des Autors zur Heftausstattungs- bzw. Preispolitik dieses Objektes ist bekannt.

Xbox 360:

360 Live360 Live
Da 360 Live auf der Lizenz von Imagines X360 aufsetzt, ist die Erklärung für die gute Optik leicht gefunden. Die Artikel lesen sich gut und sind hübsch anzuschauen. Bisher standhaft hat sich die Redaktion dagegen gewährt den falschen Akzent (Akut) gegen ein Apostroph einzutauschen und die Augenfolter beim „lohnt sich’s“-Kasten ein Ende zu setzen (nein, ich schreibe es nicht, wie es im Heft steht). Am Rande sei noch erwähnt, dass das Wertungssystem von 10er auf 10er in 0,1er Schritten nach einen Forenumfrage umgestellt wurde…

OXM 360Xbox 360: Das offizielle Xbox-Magazin
Das Layout ist von Future Publishing aus England, das Wertungssystem ist deutsch. Seit Gründung im Jahre 2002 (da noch ohne 360) hält man die Redaktion winzigklein und den Umfang bei 100 Seiten. Als Papier kommt das gleiche Unding wie bei der N-Zone zum Einsatz, was angesichts des Heftpreises von € 7,99 eine bodenlose Frechheit ist. Sicherlich wäre auch mehr als die vom Verlag angegebenen 22.000 verkauften Hefte drin, allerdings dürfte dem der Sparkurs im Weg stehen.

Xbox GamesXbox Games
Oder wie laut Logo X Games XBG 360. Das Xbox-Heft aus dem Live Emotion Verlag. Das Heft erscheint seit 2003 und hat alles, was ein Heft des Verlages ausmacht: Unterhaltsame Schreibe, gute Ausstattung bei günstigem Preis, wenig Werbung, zweimonatliches Erscheinen und leider auch ein schwaches Layout.

PC-Spiele:

GameStarGameStar
Der Marktführer bei den PC-Spieleheften. Das Layout wirkt etwas unterkühlt, das Wertungssystem (10 Einzelwertungen zusammenaddiert ergeben den Spielspaß) ist im Forum noch umstrittener als dass der GamePro. Die DVD ist in meinen Augen ungeschlagen. Der aktuelle Chefredakteur ist Ex-Joker Michael Trier.

GameStar erscheint als Magazin, DVD-, XL- und sporadisch als XXL-Ausgabe, sowie als Package Magazin + GS WoW.

PC ActionPC Action
Ist denn heute schon Weihnachten? Nein natürlich nicht. Computec startete 2003 hier den extremsten Fall von Unfug bei der Heftnummerierung und lies eine Ausgabe auf dem Papier einfach ausfallen. Deswegen findet Weihnachten bei der PC Action schon mitte Oktober statt. Das Heft fällt ansonsten durch sein „Unter-Gürtel-Niveau“ auf, durch das es sich bewusst von anderen Magazinen absetzt. Irgendwann führte man aber wieder ernsthafte Bildunterschriften ein. Lieben oder Hassen ist hier die Frage. Die Leseranrede ist unverständlicher Weise „Sie“ gemixt mit Dingen wie „Darauf wartest Du“.

PC Action erscheint als DVD bzw. DVD plus Film-Ausgabe, sowie vierteljährlich als Premiumversion. Die Auflage ist inzwischen leider auf etwa 50.000 Exemplare gefallen.

PC GamesPC Games
Die alte Dame ist nach dem Wegsterben verschiedener Mitbewerber nicht nur das dienstälteste PC-Spieleheft, sie ist auch gründlich in die Jahre gekommen. PC Games hatte zeitweise eine überragende Heftausstattung, allerdings kam sie, wie bei jedem anderen Computec-Heft, mit der Zeit abhanden. Leider war sie auch in anderen Punkten Vorreiter. Ob das Wiederkehren der Vollversionen oder Dezemberheft erscheint in der letzten Oktoberwoche, beide Entwicklungen gehen auf das Konto der PC Games. Das Wertungssystem ist eine Motivationskurve, Kurztests enden mit einer Schulnote. Der Previewteil ist extrem bunt, wohingegen der Testbereich eher farblos gehalten ist. Häufig kommen Sonderwerbeformen und Promotion-Aktionen zum Einsatz, im Heft werden mehrerer Papiersorten unterschiedlicher Qualität verwendet..

PC Games erscheint als Magazin-, DVD-, Extended-Ausgabe, vierteljährlich als Premiumversion und alle zwei Monate als Package mit PCG WoW.

Onlinespiele:

BuffedBuffed – Das Magazin
Oh Wunder, oh Wunder. Man kann bei Computec doch noch Hefte angemessen ausstatten. Gut, 5,90 sind nicht billig. Dafür gibt es 132 Seiten auf Qualitätspapier. Die Optik stimmt auch, das Magazin ist liebevoll gestaltet. Das Heft zielt auf Onlinerollenspieler und wird von Heinrich Lenhardt geleitet. Die verkaufte Auflage wird mit 50.000 Exemplaren angeben.

GameStar WoWGameStar: World of Warcraft
Nach dem die ersten Sonderhefte aufverkauft waren und man sie sich bei ebay versilbern konnte, entschied man sich dieses Jahr dazu sie nach PC Games-Vorbild als eigenständige Reihe auszugliedern und fortzuführen. Der Inhalt sind 132 Seiten im kleineren Format Word of Warcraft zum Preis von € 6,99.

PC Games WOWPC Games: World of Warcraft
Auch hier waren die Sonderhefte so erfolgreich, dass man sie letztlich als zweimonatliche Sonderheftreihe ausgliederte. Inzwischen sollen laut Unternehmenspräsentation 69.000 Exemplare abgesetzt werden und wenn der Trend so weitergeht, überholt man bald noch das Mutterheft. 100 Seiten DinA4 + Poster für € 6,99.

SLMSLM – Das Secondlife-Magazin
Es soll ja den Trend verschlafen haben und ein anonymer Kommentator meinte im alten Magaziniac.Blog, dass spätestens im April Schluss sei. Schaun wir mal, die Hefte sind zuletzt nicht pünktlich erscheinen, auch die Juni-Ausgabe soll nun Ende statt Mitte Mai kommen. Schauen wir mal und lassen uns überraschen.

Tipps & Tricks

Softsale Cheat CheckerSoftsale Cheat Checker Pro
Das letzte noch verbliebende regelmäßig erscheinende Tipps-Heft. Der Preis ist seit erstmaligem Erscheinen 98/99 unverändert. Der Umfang ist inzwischen auf nur noch 68 Seiten geschrumpft.

Online GamerPapercut-Hefte
Das Letzte (huch, eine Doppeldeutigkeit)
Aktuell im Handel wären da zum Beispiel: Total Gamer Cheats, Tipps und Secrets für PS2+PS3, Mega PlayStation und Online Gamer präsentiert: WoW

Die Hefte kosten zwischen € 6,90 und € 7,90. Haben zwischen 84 und 100 Seiten Umfang. Die Tippsbücher sind für € 7,90 bis € 9,90 zu haben. Die Erscheinungsweise ist unregelmäßig. Die Namen wechseln sehr oft, die Übersetzung ist häufig nicht optimal.

Aber wie ich gesehen habe, liest du hier mit, liebe VU Verlagsunion. Und wie durch ein Wunder heißt es nun „unabhängig“ und nicht mehr „inoffiziell“ auf den Covern deiner Hefte ;)

Deutschsprachige Magazine, die hier zu Lande nur im Abo erhältlich sind:
consol.AT, Gamers.at, Gamefront

Vermisst, aber keine offizielle Meldung zur Hefteinstellung bekannt:
Game Face, Level 1

Was uns im Jahr 2008 noch erwartet:

Bereits diese Woche kommt von Anime-Heft „Neox“ ein Nintendo DS-Sonderheft. Garantiert wird uns auch VU Verlagsunion noch mit weiteren Tipps- und Tricks Heften bzw. Büchern beglücken. Und für mindestens drei Hefte könnte es dieses Jahr vielleicht zu eng werden. Also, warten wir gemeinsam auf das Sommerloch und versüßen uns derweil die Wartezeit mit etwas Nettem zum Lesen – wie wär’s mit einer Ausgabe von Neon? ;)

Fünf Jahre Xbox Games

Liebe Xbox Games,

zwar wirst du erst offiziell am 08. Mai fünf Jahre, aber da Ausgabe 03/2008 dieses Jahr schon etwas früher am Kiosk liegt, steht es dir natürlich auch zu jetzt schon zu feiern. Dafür möchte ich dir herzlich gratulieren.

Schließlich hast du einen steinigen Weg hinter dir. Bist als letztes Xbox-Magazin der ersten Generation gestartet und trotzdem hast du deine Mitbewerber XBM und Xbox-Zone mit Bravour geschlagen. Du bist nicht nur das Xbox-Heft mit dem günstigsten Preis, dem besten Papier, sondern auch das mit den meisten Seiten und das einzige mit regelmäßigem DIN A2-Poster.

Schauen wir doch mal auf deine äußeren und inneren Werte.

Blass ist dein Logo, und wenig ausdrucksstark. Wiedererkannt wirst du eigentlich nur durch die häufig düsteren Covermotive und am Preis von gerade mal € 3,50, den du seit der Erstausgabe hältst. Auf der verlagstypischen Drittelseite Editorial führt uns dein Chef Martin Mirbach im Schnitt alle zwei Monate in die Welt der Xbox ein. Durch schwankende Erscheinungstermine kommst du manchmal auf sechs, manchmal auf sieben Ausgaben pro Jahr. Gedruckt wirst du auf feinstes, weißes Papier. Man ermöglicht dir damit brillante Farben und ein edles Auftreten. Am Anfang beginnst du uns mit News und Erscheinungsterminen zu versorgen. Wer in den vergangenen Jahren je eine Schwester von dir las, wird sich sofort in dir zurecht finden. Diese Ausgabe hast du natürlich ein großes Geburtstagsgewinnspiel für uns vorbereitet, bevor du uns in einem Feature bei Soundsystemen schmachten lässt. Inzwischen hast auch du die Wichtigkeit von Previews erkannt und bringst mal etwas größere, deine knappen Drittelseiter werden wir aber wohl nie vergessen können.

Du und dein Verlag nutzen wohl als einzige das leidige Prozentsystem voll aus, vergabst 96% für „Bioshock“ und 15% für den Sondermüll „Conspiracy: Weapons of Mass Destruction“. Bei Awards bist du manchmal etwas knauserig und gibst sie erst ab 90% raus. Bei den fünf Einzelwertungen für Grafik, Sound, Gameplay, Dauerspaß und Multiplayer packst du deine Würfel beiseite und bewertest lediglich auf einer etwas groben Fünferskala.

Natürlich weißt du, dass wir alle nur Menschen und keine Maschinen sind, deswegen bewertest du bewusst subjektiv und hast einen herrlich lockeren Schreibstil. Das Layout wird wohl deine große Schwäche bleiben, ob du je lernst, dass man Spalten nicht halbiert, nur damit übertrieben viele Screenshots auf eine Seite passen? Dass man den Lesefluss nicht ständig durch Bilder und Extrakästen unterbrechen sollte? Du solltest da dir da dringend Nachhilfe nehmen.

Ein Blatt nimmst du nie vor den Mund, so erfreust du uns regelmäßig mit zünftigen Verrissen. Auch für Sportler hast du ein Herz, importierst regelmäßig US-Games. Fest zu dir gehören auch kleine Lesertests, wo die Wertungen und Meinungen deiner Leser mit denen deiner Eltern verglichen werden.

Bei Hardware lass dir jedoch sagen, pack den Kaffeesatz beiseitige, auch wenn es mich mitunter köstlich unterhält, wenn ein Akku-Set 72% bekommt.

Die DVD-Tests lässt du dir leider nicht austreiben, dein vierspaltiges Layout empfinde ich hier aber als sehr viel angenehmer als die drei von den vorherigen Seiten.

Herzstück eines jeden Heftes deines Verlages sind natürlich die Leserbriefe. Was würden wir nur ohne Onkel Tom tun? Sei doch so gut und spendier ihm mehr als zwei Seiten Posthütte.

Fest binden werde ich mich allerdings nicht an dich. Außer, du kommst zukünftig im Schutzumschlag und mit 15% Preisvorteil zu mir ins Haus. Denn zum Normalpreis mit Aboaufkleber verschandelt mag ich dich nicht.

Noch immer hast du Tipps und Tricks-Teil im Heft, bietest jede Ausgabe eine Komplettlösung, vielen Dank dafür. Deinen Abschied nimmst du mit sechs Seiten Bestenlisten und neun Seiten Testindex, vielleicht manchmal etwas viel des Guten.

Trotz deiner vielen Vorzüge muss ich mit bedauern feststellen, dass sowohl auf die Verkaufszahlen als auch die Anzeigenperformance bezogen, deine beiden Wettbewerber dir hart zu schaffen machen. Was machst du falsch, warum bekommst du zu Weihnachten nie etwas vom großen Anzeigenkuchen ab? Liegt es an deinen lediglich zweimonatlichen Erscheinen oder bist du einfach nur zu schüchtern und man kennt dich nicht?

Dennoch wünsche ich dir alles Gute zum Geburtstag,
feier schön und auf die nächsten fünf Jahre!

Dein Evil

Statistik:
33 Ausgaben
4102 Seiten
Die dickste Ausgabe: 06/2007 (134 Seiten inkl. 2 Doppelpostern)
Die dünnste Ausgabe: — (keine hatte weniger als 124 Seiten)
Die meiste Werbung: 01/2006 (12,5 Seiten)
Die wenigste Werbung: 03/2008 (3 1/3 Seiten)
Die meisten redaktionellen Seiten: 05/2003 (116 inkl. Poster)
Die wenigsten redaktionellen Seiten: 01/2006 (106,5 inkl. Poster)
4 überlebte Schwesterhefte (Handyplex, N-Games, Play Games, Next)
4 verschiedene Layouts
3 verschiedene Heftlogos (Xbox Games, XBG Games, XBG 360 Games)
2 Sonderhefte (Xbox Games Lösungen; 360 Games)
2 überlebte Mitbewerber (XBM, Xbox-Zone)
1 Verlagswechsel (Media Pro bv/BriStein -> Live Emotion)
1 verschlissenen festen Redakteur
0 Redaktionsumzüge

Daten und Fakten:
Start: 08. Mai 2003
Erstausgabe: 03/2003
Verlag: Live Emotion Verlag GmbH
Segment: Xbox-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Live Emotion bekommt eine Internetpräsenz – Es geschehen doch noch Wunder

Wer hätte das gedacht? Anfang Dezember hatte ich noch die Nichtpräsenz des Live Emotion Verlages im Web kritisiert und auch nicht damit gerechnet, dass die Jungs jemals eine Webseite für ihren Verlag auf die Beine gestellt bekommen.

Nach geschätzten acht Jahren Blick auf das Stapellauf „bald ist es soweit“-Bild strahlt einen nun im wahrsten Sinne des Wortes das giftgrüne Verlagslogo an. Unter anderem wird eine kleine Infoseite zur Verlagsgeschichte präsentiert. Das Rätsel um Alchemy Publishing, BriStein bv und welche Verlagsnamen sonst noch in den Heften der Bochumer Redaktion standen, wird dabei leider nicht gelüftet, genauso wenig, wie wann SegaPro und SuperPro zum letzten Mal erschienen *mit dem Zaunpfahl wink*.

Ebenfalls hält die neue Verlagsseite endlich eine Terminliste der Hefte parat. Immerhin bekommen Xbox Games und Wii-Magazin dieses Jahr wieder eine Ausgaben mehr, sieben sind es dann an der Zahl. Von einer monatlichen und damit zeitgemäßen Erscheinungsweise ist das zwar noch eine ganze Ecke entfernt, lässt zumindest für die Zukunft aber ein kleines bisschen hoffen.

Und nun schaut mal auf www.live-emotion.de vorbei und schreibt den Jungs ganz viele liebe Mails, dass ihr auch ein Forum für die Hefte möchtet und ein neues PlayStation-Magazin wollt.

Spielepresse in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme

Der letzte Blogeintrag hatte zu Folge, dass ich einen Hinweis bekam, ich würde selbstgerecht Urteilen und keine Lösungsvorschläge parat haben. Nun, ist es meine Aufgabe oder die der Redaktion ein Heft zu produzieren, welches seine Käufer findet?

Den Auflagenschwund sehe ich ganz klar als hausgemachtes Problem an. Zulange wurden versucht Dinge zu retten, die nicht mehr zu retten sind; zu oft wird nur auf Auflagenstrohfeuer gesetzt, die nur einmalig oder kurze Erfolge bringen; zu wenig hat man sich der Weiterentwicklung der Käuferschaft angepasst. Liebe Redaktionen und vor allem liebe Verlagsleitungen: Willkommen in der Gegenwart!

Die Übeltäter
Vier Entertainment-Verlage bestimmen das Geschehen der Spielepresse an deutschen Kiosken. Die beiden großen Computec und IDG, sowie die beiden kleinen Cybermedia und Live Emotion. Dazu gesellen sich noch Axel Springer und Heinrich Bauer mit ihren Zwitterheften (Konsole+PC) Computer Bild Spiele und Bravo Screenfun, sowie die Redaktionswerft mit ihrem „Liebhaber“ Titel GEE und Airmotion mit 360-Live. Die Probleme der einzelnen Hefte und Verlage mögen recht unterschiedlich sein, lassen sich aber auf einen gemeinsamen Punkt reduzieren: Das was produziert wird, wollen immer weniger Leute kaufen.

Der Stand am Kiosk
PC

Nach dem wenig rühmlichen Abgang des Pleitegeiers PC PowerPlay schreien wieder nur noch drei PC-Spielehefte am Kiosk nach Käufern.

PC „wir haben über eine Millionen Leser, aber nur 150.000 Käufer“ Games, „wir sind das meistabonnierte Spieleheft Europas“ GameStar und PC „Flachwitz“ Action.

Um einmalig den schnellen Käufer zu bekommen sind sich Computec und IDG für fast nichts zu schade. Computec erschlägt zum Beispiel den geneigten Leser gern mit einer Vielzahl an Varianten.

Was hätten Sie denn gern?
Das pure „Lesevergnügen“ Magazin, die Ausgabe mit DVD oder doch eher die mit zwei DVDs und 32 Extraseiten + Poster zur Vollversion? Vielleicht aber auch die Plastiktüte zum saftigen Preis von 9,99 zusätzlich mit Poster, Kalender und Eiskratzer (!) oder doch lieber das Package mit Magazin + PC Games World of Warcraft?

Beim Schwesterheft sieht es nur unwesentlich besser aus: Heft + DVD, Heft + DVD + Film oder Heft + Plastik… äh Premiumtüte.

Auch IDG entschied sich diesen Monat nun dazu in den Höchstpreissektor einzusteigen. Neben den Standards Magazin, DVD und XL (2 DVDs) gibt es nun auch eine XXL-Ausgabe. Diese beinhaltet zusätzlich neben der XL-Ausgabe noch ein Extraheft und einen Kalender.

Wenn eine Zeitschrift in fünf verschiedenen Varianten ausliegt, verliert man zwangläufig die Übersicht. Wer hat die Zeit sich jede anzusehen, welche den eigenen Geschmack am besten trifft und vor allem, welches Regal bietet genug Platz um all diese Ausgaben auch zur Geltung zu bringen?

Vor allem bei den PC-Spieleheften gilt: Viel hilft viel.
Vier Vollversionen bei der GameStar XL, drei Spiele bei der PC Action, drei Spiele bei der PC Games Extended. Um zu zeigen, dass die Hefte viel Inhalt haben, ist gleich das Inhaltsverzeichnis mit auf dem Cover abgedruckt. Damit nicht die Gefahr besteht am Kiosk unterzugehen, werden noch die Sonderfarben Gold und Silber, sowie die Neonfarben von Grün, Pink und Orange eingesetzt.

Was passiert nun, wenn alle das machen? Richtig, der Effekt verpufft. Dann liegt ein grell-buntes Farbenmeer vor mir und keiner der Titel erregt meine Aufmerksamkeit. Das Auge weiß gar nicht, wohin es zuerst gucken soll, es fühlt sich überfordert.

Nun könnte man meinen, im Umkehrschluss: Weg mit den Knallfarben und weniger Text aufs Cover. Nein, auch das hilft nicht. Monothematische Cover ohne Text sind Auflagengift. Die Erfahrung durfte die PC Games bereits machen. Wenn beides nicht die Lösung ist, was dann?

Die Mischung macht’s. Leider ist die Games Aktuell aus der IVW ausgetreten und die 360-Live war nie drin, also kann ich mich an der Stelle nur auf die Aussage der Chefredakteure stützen. Beide Hefte setzen auf das Konzept dem Titelstoryartwork viel Platz einzuräumen. Gleichzeitig werden weitere wichtige Themen, maßvoll aber bestimmt in Textform erwähnt. So wird man deutlich auf andere Themen aufmerksam, sollte einen die Coverstory nicht interessieren, wird aber auch nicht gleich erschlagen.

360-Live soll mit diesem Konzept zum meistverkauften, unabhängigen Xbox-Magazin aufgestiegen sein und die Games Aktuell soll sich auch deutlich besser verkaufen als zu Zeiten von „Cover bis auf den letzten Millimeter gefüllt“. Dies sind natürlich nicht die alleinigen Gründe, zu den Inhaltlichen später mehr.

Vollversionen
Durch die Flut des süßen Giftes „Vollversion“ hat man sich den Markt kaputt gemacht. Ob die CBS damit angefangen hat und damit die Schuld trägt oder PCG, GS und Co. weil sie auf diesen Zug aufgesprungen sind, sei dahingestellt. The Partners, 4-4-2-Fußball-Manager oder Carmageddon TDR 2000 sind Vollversionen um der Vollversionswillen. Damit generiert man keine Verkäufe, die Titel haben keine Zugkraft.

Wer nicht gerade sein Hobby zum Beruf gemacht hat und einer „normalen“ Arbeit nachgeht, wird kaum die Zeit haben jeden Monat fünf Spiele komplett durchzuspielen. Die pure Masse an Vollversionen ist nicht nur für den Verlag teuer, sie ist auch schier nutzlos für den Käufer. Ein hochwertiger Titel regt durchaus zum Kauf an, eine Hand voll schlechter hingegen nicht, zumindest nicht mehr. Denn mittlerweile ist auch ein Übersättigungseffekt eingetreten. Die Vollversionen werden eh zwischen allen Heften hin und her gereicht, wenn man noch ein paar Monate Geduld hat, tauchen die meisten Wunschtitel auch im eigenen Heft auf, wenn man mal von Übertiteln wie Diablo II absieht.

Problem an den Vollversionen ist der gefühlte Mehrwert, den ein Heft dadurch erlangt. Auf den möchte man als Käufer natürlich nicht verzichten. Wenn man an kein Heft gebunden ist „Gelegenheitskäufer“, zieht man ein Heft mit Vollversion dem ohne Vollversion vor.

Erschreckend, aber wenig überraschend ist wohl die Nutzungsquote der Vollversionen. Laut Aussagen einiger Redakteure soll sie bei weit unter 10% liegen. Wen wundert’s? Ich werde Racing Simulation 3 nicht noch mal spielen, wenn es zum dritten Mal in einem Heft landet, schon gar nicht, weil mir Rennsimulationen sonst wo vorbeigehen.

Konsole
Die Vorgeschichte

Ende 2000/Anfang 2001 fand die erste, richtig große Marktbereinigung in diesem Segment statt. Das Dreamcast-Aus bedeutete natürlich das Ende für alle Sega-Magazine. Das schwächelnde N64 und der noch weit entfernte GameCube trugen auch Total! und Nintendo Fun Vision zu Grabe und der völlig überhitzte PlayStation-Sektor kostete „Auf der Welle mitschwimm“-Heften wie SuperPlay und Planet for PlayStation genauso das Leben wie den Alteingesessenen World of PlayStation und PowerStation. Da es zu dem Zeitpunkt mit Multiformat sehr schlecht aussah, ging dort allen Heften, bis auf der Man!ac das Licht aus.

Übrig blieben im Prinzip nur die Starken, im einzelnen OPM1 und OPM2, play, PlayZone, N-Zone, Big.N. Die Hefte mit Ramschpreis (PSG und players) strichen die Segel, während die PlayZone ihren zweiten Frühling erlebte und OPM2 Kurs auf die 100.000 nahm. Eitelsonnenschein konnte man das zwar nicht im PlayStation-Sektor nennen, dennoch lief alles verhältnismäßig gut.

In Nintendobereich konnte man leider nicht davon reden. Zwar versuchten sich drei Verlage am Cube-Magazin, erfolg hatte letztlich keiner. Genauso kam die Big.N (später N-Games) nicht mehr über ihr Nischendasein hinaus. Die N-Zone behielt ihre marktdominierende Position, wenn auch auf niedrigem Auflagenniveau.

Der neue Sektor der Xbox-Magazine blieb auch ein kleiner „elitärer“ Kreis. Dahingeschluderte Übersetzungen wie XBM für € 5,90 oder ein seelenloses grau-in-grau à la Xbox-Zone für 6,99 konnten keine Erfolge verbuchen.

Daran den neuen Multiformatbereich aus PS2/GCN/Xbox zu besetzen, zeigten die Verlage nur verhaltenes Interesse. Einzig und allein IDG startete mit der GamePro einen Versuch, der Erfolg haben sollte. Die GamePro ist kein klassisches Multimag mehr, wie die Man!ac sondern irgendwo ein „gewöhnliches“ Konsolenheft ohne Freakcharakter, nur halt für alle Systeme. Der letzte Konsolentestballon vom media Verlag platzte wohl aufgrund der übermächtigen GamePro.

Das geschah danach
Der kurzweilige „Auflagenboom“ verpuffte schnell und es wurde mit den Fehlern begonnen, die wir als Leser heute zu spüren bekommen. Die Technik und das Internet schreiten schnell voran und gehen auch an den Konsoleros nicht vorbei. Resultat: Die Auflagen gehen runter.

Panisch verbrät man zu erst einen Stammleser nach dem anderen, in dem an im Kern guten Heften immer mehr rumfuscht. Da werden Testübersichten mit einem riesigen Zirkus eingeführt um sie nur kurze Zeit später wieder aus dem Heft zu kicken. Marktforschung und Fokusgruppenbefragungen lösen die klassischen Leserumfrage und das Hören auf Leserfeedback größtenteils ab. „Ihr schreibt zu viel, fasst euch kurz!“, „alles wirkt so gedrungen, mehr Bilder, größere Schrift, weniger Text“ sind die dortigen Ergebnisse. Resultat am Kiosk: Die Auflagen gehen runter.

Statt sich zu überlegen, ob die durchgeführten Neuerungen so gut waren reitet man sich immer und immer tiefer in die Probleme. Die Redaktionen schrumpfen und die Umfänge sinken, die Textqualität nimmt rapide ab. Resultat: Die Auflagen gehen runter.

Gefangen im Teufelskreis gehen zum Beispiel der play die Lichter aus.

Jetzt
Aufgrund von Managementfehlern haben wir keinen CyPress-Verlag mehr, Computec konzentriert die Macht derweil bei sich.

Ob die neue play3 von Computec, PlayZone, N-Zone, GamePro etc. . Das was am Kiosk liegt besteht aus 100 Seiten, bei ganz viel Werbung auch mehr, muss aber nicht, hat eine Redaktion von drei-vier Leuten + Praktikanten und geht von den Auflagen nur in eine Richtung – nach unten.

PC-Spiele- und Konsolenhefte – Gemeinsam sind wir schwach
Zurück zum Vorwurf die Probleme sind hausgemacht. Wer erinnert sich nicht gerne daran zurück, wie er die Tage am Kalender bis zur nächste Ausgabe seines Lieblingsheftes runtergezählt hat und am Erscheinungstag zum Kiosk rannte, um sich die neue Ausgabe zu kaufen und anschließend komplett zu verschlingen?

Und heute?
Nach einer Stunde habe ich eine PlayZone komplett durchgelesen. Vielleicht dauert es auch ein paar Minuten länger, weil ich während des ein oder anderen Artikels eingeschlafen bin. Die Ausgabe werde ich danach nie wieder in die Hand nehmen, höchstens um noch mal die Wertungen abzutippen. Bei der GamePro frage ich mich, wie ein Multiformater seinem Namen wirklich gerecht werden will, wenn viele Titel aufgrund des Platzsmangels aus dem Heft fliegen. Oder nur ne halbe oder Drittelseite platz bekommen. Schnell die wichtigsten Fakten runtertippen, für mehr ist kein Platz. Die 800-1200 Zeichen reichen nicht, um einen schönen Text zu schreiben, den man gerne auch noch ein zweites Mal liest.

Weiteres Problem: Die Zahl der festen Redakteure sinkt. Wenn überhaupt, wird der „Redaktionspool“ mit Praktikanten aufgefüllt. Schön in den Job so mal reingucken zu können und auch schön kostengünstig für den Verlag, zwiespaltig für den Leser. Kaum hat man sich an einen Schreiberling gewöhnt, kennt seine Vorlieben, weiß inwieweit sie mit dem eigenen Geschmack übereinstimmen, ist er auch schon wieder weg. Auch die Textqualität schwankt infolge dessen, weil nicht jeder von Haus aus Topartikel abliefert. Gewisse Feinheiten kommen erst nach einiger Übung unter Realbedingungen. Dies soll kein Vorwurf an die Praktikanten sein, es schlummern bestimmt etliche gute Schreiber unter ihnen, aber den Unterschied an Schreiberfahrung liest man in der Anfangszeit leicht mal heraus. Nur kann es nicht Ziel und Zweck sein, im vierteljährlichem Rhythmus, den Lesern neue Leute vorzusetzen, die diese Erfahrungen erst wieder machen müssen.

Wenn ich anführe, wie unterschiedlich die Hefte 1999 waren und wie sehr sie ihr eigenes Profil hatte, bekomme ich als Antwort lediglich: „1999 ist nicht 2007 – vieles von damals funktioniert heute nicht mehr“, sowie das Eingeständnis „man ist näher zusammengerückt, aber wer sich bewegt verliert“.

Ich halte dagegen: Wer sich nicht bewegt, verliert auch.

Hab ich irgendwo geschrieben, dass ich die 40 Seiten Tipps & Tricks zurück will? Nein.

„Was dann?
Tests? Hardware? News? Previews? “Reports” über Raubkopien, Online-Sucht und Killerspiele? Noch mehr Vollversionen? Drei oder vier DVDs? Poster? Booklets?“

Unverständnis
Irgendwie hab ich so das Gefühl, man möchte das eigentliche Problem nicht so ganz verstehen. Ich will nicht noch mehr Beilagen haben. Die sind hin und wieder ganz schön als Geschenk für die treuen Leser, mehr aber auch nicht. Mit einer WoW-Premiumtüte hole ich mir einmalig WoW-Käufer, niemanden sonst. Und denen wird danach auch das Heft wieder egal sein. Diese „Quickwins“ bringen schlicht keinen dauerhaften Erfolg. Den bekommt man nur, wenn man den Leser an das Heft durch gute Texte bindet.

Das Problem ist, Qualität braucht Zeit um sich durchzusetzen. Schnelle Erfolge wie mit einer Knallervollversion oder einem tollen Extra kann man damit nicht erzielen.

Für ein FIFA, Need for Speed, Tony Hawk, WoW-Addon oder einen neuen Sims-Teil brauche ich kein Heft, dass mir sagt, „alles toll, aber das gleiche wie jedes Jahr“. Die Spiele kaufe ich mir unabhängig davon, was eine Zeitschrift sagt. Es hätten auch alle Hefte C&C3 verreißen können und ich hätte es mir trotzdem gekauft.

Ich möchte gerne einen guten Überblick haben, über alles, was im Monat erscheint. Da brauche ich keinen 16-Seiten-Test aber auch keinen Sechstelseiter mit einer Aussagekraft von Null.

Wertungssysteme jenseits von Gut und Böse
Das in Deutschland so weit verbreitete Prozentsystem ist für viele Spiele einfach untauglich geworden. Noch viel schlimmer ist die Art und Weise, wie es zum Einsatz kommt. Ich kann ein Casualgame nicht gerecht bewerten, in dem ich Grafik, Sound usw. zusammenaddiere und meine damit Aussagen zu können, wie viel Spielspaß es macht. Genauso ist es witzlos behaupten zu können ein MMORPG, einen 200h Strategietitel oder wieder auch ein Casualgame mit einer Motivationskurve bewerten zu können. Um Spiele eines solchen Ausmaßes zu testen, hat keine Redaktion der Welt Zeit so lange zu spielen, um eine gescheite Kurve zu zeichnen. Genauso verhält es sich mit Spielen für die Mittagspause. Da will ich ne Viertelstunde am Stück Spaß haben und nicht wissen, ob es mir nach zehn Stunden hintereinander zum Hals heraushängt. Es soll viele Tage kurz Spaß machen und nicht in an zwei Tagen je zehn Stunden, das ist nicht das Ziel solcher Spiele.

Zielgruppe gesucht
Um bei den PC-Heften zu bleiben. Die haben natürlich auch das große Problem, dass viele Spieler an World of Warcraft oder Sims hängen und nichts anderes mehr spielen oder kaufen. Zu beiden Spielen gibt es regelmäßig gut laufende Sonderhefte. PC Games World of Warcraft soll laut Computec 60.000 mal über die Ladentheken wandern und auch buffed Print hat voll eingeschlagen. Kein Datenträger und € 5,90 teuer. Die Zeitschrift war vielerorts ausverkauft, die übriggebliebenen Hefte kann sich der Verlag auch vergolden lassen. Bei Heft #2 sieht es ähnlich aus. Was hat buffed also anders gemacht? Es hat ein frisches buntes Layout und hebt sich vom Einheitsbrei ab. Die Schreibe ist angenehm zu lesen und ausnahmsweise wird der Leser mal nicht gesiezt, obwohl das Heft auch ältere Käufer anspricht. Die Ausstattung ist mit 132 Seiten und Hochglanzpapier gut.

Beklagt wird die Fragmentierung der Zielgruppe. WoW, Guild Wars, Sims, Counter-Strike, GTA, Half-Life. Wie man diese Leute denn noch für neue Spiele begeistern sollte? Schwierige Frage, in der Tat. Nur, warum werden diese Zielgruppen bestenfalls mit sündhaft teuren Sonderheften abgespeist? 40 Seiten Tipps und Tricks für alle möglichen „normalen“ Spiele ziehen nicht mehr, WoW-Instanzenführer werden den Kioskbesitzern aber aus den Händen gerissen. Warum bietet man den MMOlern keine entsprechende Rubrik?

Alte Strukturen
Warum hängt man seit Jahren an dem Schema News, Previews, Tests, Magazin und Hardwareteil, obwohl die Käufer neue Ansprüche haben? Gut, es gibt immer mal wieder zaghafte Versuche mit Reports über Killerspiele, Raubkopien und Onlinesucht – aber wer will die immergleichen Themen lesen? Warum landen Reportagen, warum Casual beispielsweise boomt, in Heften wie GameStar/dev? Von einem nur im Abo oder am Bahnhofskiosk erhältlichen Magazin, haben die wenigsten Leute je gehört. Da nützen auch die spärlichen Eigenanzeigen in den Hauptheften nichts. Wie soll ich als Leser am Kiosk auf neue Inhalte oder besondere Reportagen im Heft aufmerksam werden, wenn solche Themen maximal in einer kleinen Zeile auf dem völlig verstopften Cover angefeaturert werden?

Wenn auf die Frage, was ich denn fürs Heft möchte, nur nach Beilagen gefragt werde, müsst ihr euch nicht wundern, wenn der Leser euch mit der Zeit auf eben diese reduziert und nur bei Gefallen von selbiger zugreift. Die daraus resultierende Konsequenz ist die Abwärtsspirale von Qualität (Texte) und Quantität (Seiten), in der wir uns bereits befinden. Hier muss zwingend ein umdenken stattfinden, denn sonst rennen einem die Leser schlicht und ergreifend weg.

Bei Qualität sind Käufer da, ohne nicht!
Man braucht an dieser Stelle auch nicht mit dem Argument „Der Markt schrumpft“ kommen. Es ist noch kein Jahr her, da wurden unter den Namen OPM2 und play inhaltsgleiche Hefte verkauft. Die Konsequenz war, dass die Auflage der play auf 20.000 fiel. Vor allem 2006 hat man bei CyPress viel falsch gemacht, sehr viel. Man hat an einigen Punkten aber begriffen, dass es auf dem bisherigen weg nicht weiter geht. Eine play ohne eigenes Profil, ohne eigene Inhalte und mit schlechter Ausstattung findet keine Käufer.

Aus der Krise gibt es nur einen Ausweg: Kompletter Neuanfang. Mit siebenköpfiger Redaktion, neuem Look, frischen Texten und guter Heftausstattung geht play3 an den Kiosk. Oh wunder, die Auflagenzahlen erreichen die eines OPM2 – jedoch ohne „das offizielle“ im Namen und ohne die Demo-DVD. Das Argument „Heftfusion“ habe ich auch bereits gehört, zählt jedoch nicht. Denn play3 hat mit Ausnahme der Redaktion nichts mehr mit play und OPM2 gemeint, nicht mal die Leseransprache. Eine Fusion hat also höchstens auf dem Papier stattgefunden. Aus dem Stand heraus verkauft man locker flockig doppelt so viel, wie die PlayZone.

Nach nicht als Werbung gekennzeichneten Anzeigen, dem Streichen von 32 Seiten, mehreren Redesigns und Änderungen aufgrund von „Leserwünschen“ und nicht zuletzt dem Schrumpfen der Redaktion auf klägliche drei Leute plus Praktikanten ist von der ehemaligen Nr. 1 (knapp 160.000 verkaufte Hefte Q. I/00) nicht mehr als ein klägliches Häufchen Elend mit keinen 20.000 Verkäufen übriggeblieben – trotz Premiumvariante. Das Heft dürfte nur noch aus zwei Gründen existieren: Prestige „Unser Verlag hat Magazine für jedes System“ und Querfinanzierung. Alleine könnte sich die PlayZone wohl nicht mehr tragen.

Aus Fehlern lernt man oder eben auch nicht
Das Prinzip „Wir sparen so lange, bis vom Heft nichts mehr übrig ist“, ist brutal gescheitert. Eine PlayZone kauft, mit Ausnahme von ganz wenigen, niemand mehr freiwillig.

Das erste, was Computec nach der Übernahme der play3 gemacht hat, war dem Heft erstmal dreißig Seiten zu streichen in der Kombination „weniger Seiten bei viel mehr Werbung“. Gleichzeitig hat man dem Heft auch seine eigene Redaktion gestrichen. Gut, bis auf ein Redakteur wollte niemand mit rüber zu Computec, allerdings hielt man es auch nicht für nötig die anderen zu ersetzen. Anstelle dessen hat man die PlayZone-Redaktion, um den einzig gewechselten play3-Redakteur auf vier Leute „aufgestockt“ und die play3 kurzerhand mit recycelten PlayZone-Artikeln gefüllt. Die Frage ist, wieso sollte man die Artikel nun in der play3 lesen wollen, wenn man sie schon in der PlayZone nicht lesen will? Da nützt es auch wenig, wenn leitende Redakteure ihre Texte noch mal komplett neu schreiben. Klar, es gibt aufgrund der unterschiedlichen Erscheinungstermine mal „frische“ Artikel, aber wer Artikel im PlayZone-Stil lesen will kauft sich die PlayZone und nicht die play3.

Interessant wäre an dieser Stelle auch mal die Frage an die Verlagsleitung: Würdet ihr die Hefte noch kaufen, die ihr produzieren lasst oder lest ihr sie noch gerne? Manchmal beschleicht einen das Gefühl, die Führungsetage hätte jeglichen Bezug zur Leserbasis komplett verloren.

Auch am Boden des tiefsten Abgrunds, geht es immer noch ein Stückchen weiter nach unten
Redaktion verkleinern, Lesern recycelte Artikel vorsetzen, Seiten streichen. Eigentlich, so müsste man meinen, hätte Computec bereits jedes nur mögliche Register gezogen. Nicht ganz, eines fehlt noch: Eine reale Heftpreiserhöhung (nicht nur relativ durch schlechtere Ausstattung). Genau die hat der play3 bislang noch gefehlt. Der einzig noch fehlende und damit logische Schritt wurde mit Ausgabe 01/2008 vollzogen.

Dass sich all das langfristig nicht positiv auf die Auflage auswirken wird, dürfte klar sein. Aber ist es wirklich das Ziel von über 40.000 wieder bei unter 20.000 zu landen? Für die Verlagsleitung scheinbar schon.

Who the fuck is Live Emotion?
Die Frage stellen sich auch viele andere Menschen. Geht man in Foren oder fragt man Leute in der Schule bzw. auf der Arbeit. Fast niemand kann mit dem Verlagsnamen oder den Heften Wii Magazin und Xbox Games etwas anfangen. „Was’n das? Ich kenn 360-Live und N-Zone, den andern Krams hab ich noch nie gehört“. Beim ehemaligen BriStein Verlag ist die nicht die Qualität das Problem, sondern die Bekanntheit. Aus unerfindlichen Gründen kriegen es die wirklich netten Menschen dort, nicht auf die Reihe selbst die popeligste Webseite zu erstellen. Ok, deren Handy-Zeitschrift hat eine, gepflegt wird sie allerdings kaum. Es gibt keine Verlagsseite mit Logo, Cover der aktuellen Ausgaben und Mediadaten. Auch kein Forum oder sonst irgendwie auch nur den kleinsten Hinweis auf die Existenz dieser Hefte. Wer etwas zu den Zeitschriften sucht, landet mit viel Glück entweder im Pressekatalog oder bei meinen Blogeinträgen. Ich freu mich zwar über jeden neuen Leser, das kann aber eigentlich nicht Sinn der Sache sein.

Print und Online
In Zeiten, in denen das Internet immer mehr an Bedeutung gewinnt, kann und darf man es sich nicht leisten dort überhaupt nicht vertreten zu sein. Die Konkurrenz schläft nicht, schon gar nicht die Online-Magazine. Die haben gegenüber Print zwei ganz entscheidende Vorteile: Auf eine Webseite passt unendlich viel News/Preview/Test rauf und sobald ein Artikel fertig ist, geht er online (sofern nicht irgendwelche Exklusivdeals dies verbieten).

Leserinteressen ändern sich immer mal wieder. Waren es früher Cheats und Tests, sind es heute oft Previews, mit denen Auflage gemacht wird. Die Aktualität von zweimonatlichen Heften von Heften wie Xbox Games und Wii Magazin tendiert gegen null. Für heiße Neuankündigungen kommen sie zu spät und wenn es Preview gibt, kann die monatliche Konkurrenz besagte Titel schon als Test vorstellen.

Eine gute Schreibe allein reicht nicht, um den Aktualitätskampf mit den Wettbewerbern zu gewinnen.

Unter Wert verkauft?
Statt mit einem zu hohen Preis hat die Games Aktuell meiner Meinung nach eher mit einem zu niedrigen zu kämpfen. Ein Euro für Heft mit ca. 100 Seiten (abhängig vom Werbeanteil), 1,99 für das gleiche nur mit Vollversion bzw. CD, 2,99 mit DVD. Egal ob mit oder ohne Datenträger und Vollversionen, den Auflagenerfolg kann man der GA nicht zusprechen. Der extrem niedrige Preis hat so etwas von Wegwerfcharakter. Statt des positiven „kostet nur so wenig, nehme ich mit“ liegt für mich eher ein „kostet nur so wenig, brauch ich nicht“ vor. Dies ist besonders schade, da sich das Heft vom Schulnoten-Trashmag zu einer anspruchsvollen Lektüre mit guten Tests und Specials entwickelt hat. Die inhaltliche Konzeption ist sehr hochwertig, erreicht aber leider nicht die richtigen Leute. Über 50% der Leser sind laut Verlag jünger als 20 Jahre, werden jedoch gesiezt. Ältere Käufer fühlen sich vom Ramschimage eher abgeschreckt – vollkommen zu unrecht. Die Games Aktuell sitzt zwischen allen Stühlen und hat ihren Platz leider noch nicht gefunden.

Unterm Strich bleibt dennoch etwas positives für Verlag UND Käufer: Das Heft soll schwarze Zahlen schreiben. Das ließe zumindest ein kleines bisschen hoffen, vor eventuellen Schnellschüssen der Vorstandsetage verschont zu bleiben.

Geld für Objekte ohne Zukunft
Vollkommen unklar bleibt vor allem eine Frage, warum keine Kapazitäten für anspruchsvolle Hefte frei gemacht werden. Noch weniger lässt sich erklären, warum für Hefte wie Kids Gamer Geld da ist. Große Erwartungen kann man an das Heft angesichts einer 50.000er Druckauflage und vierteljährlicher Erscheinungsweise nicht haben. Nicht viel anders sieht es für das Wii Player-Magazin aus. Sowohl Käufer als auch Anzeigenkunden zeigen sich an den Heften gänzlich uninteressiert.

Da war doch mal was anspruchsvolles… Nein. Die Idee entbehrt nicht einer gewissen Komik. In England ist die EDGE ein Prestigeobjekt des Future Verlages mit einer verkauften Auflage von 30.000 Stück. Gewinn kann man mit dem Heft keinen machen, aber Ansehen bekommen.

Wie soll sich eine 5 Euro teure, schlechte Übersetzung auf dem deutschen Markt etablieren, wenn sie nicht mal im Heimatland auf einen grünen Zweig kommt?

Ein anspruchsvolles Heft für erwachsene Leser zu machen heißt nicht, eine Hand voll ausgewählte Tests ohne jegliche Wertung am Ende zu schreiben, nur Interviews abzudrucken oder Seitenweise irgendwelche Gadgets zu fotografieren (GEE), genauso, wie es nicht damit getan ist ein Heft mit Kolumnen und Reportagen vollzustopfen, den Vorschau und Testteil aber eher hinten anstehen zu lassen (EDGE).

Auf das wir ewig Kinder bleiben!
Junge Leute greifen weniger zu Zeitschriften, geben weniger Geld für sie aus. Die Jugendzeitschriften wie Bravo zeigen es. Mädchenzeitschriften steigen aus dem Segment ganz aus und positionieren sich im Bereich junge Frauen. Trotzdem wird bei den Spieleheften weiterhin auf die junge Leserschaft gesetzt. Obwohl diese nicht größer wird. Es gibt genügend Menschen, die in den 90er mit Video Games und PC Player aufgewachsen sind. Sie spielen immer noch und wollen unterhalten werden, aber warum gibt es für sie kein Magazin?

22.500 Zeichen, Spielepresse in Deutschland – Eine Bestandsaufnahme.
Bestimmt hätte ich auf noch mehr Punkte eingehen können und sicherlich ist auch die ein oder andere Frage unbeantwortet geblieben. Dies soll für den Anfang jedoch erst einmal reichen. Über Feedback würde ich mich sehr freuen, ob per Kommentar, Mail oder icq.

Evil, der Magaziniac.

Heftvorstellung: Wii-Magazin

BriStein (bzw. jetzt Live Emotion) und Nintendo sind schon so eine Sache für sich. Aus der 64 Power wird Big.N. Obwohl das N64 tot ist, lässt man stattdessen das PlayStation-Magazin PowerStation draufgehen und bringt Big.N zweimonatlich durchs Jahr 2001. Der GameCube startet, die Big.N auch und zwar wieder jeden Monat. 2003 kommt die Xbox-Games auf den Markt und wird zum Erfolg. Big.N bekommt ein neues Gesicht und nennt sich von nun an N-Games. Der Cube hat nun doch nicht so eingeschlagen wie erhofft, erst kommt die N-Games zweimonatlich und zu guter Letzt 1/4 jährlich. Bei der Erscheinungsweise kann man sich ein Testheft auch schenken und mit der im Dezember 2005 erscheinenden Ausgabe 01/2006 ist Schluss. Die Seele der Redaktion bzw. des Verlages schlägt aber immer noch für Nintendo und so kommt ein Jahr später das Wii-Magazin. Nun muss ich auch weiterhin auf ein brauchbares PlayStation-Magazin verzichten, aber das tut hier nichts zur Sache ;)

Titelseite:
Das Cover ist aufgeräumt und das Text/Artwork-Verhältnis stimmt auch. Leider wirken Schrift und die gelbe Farbe inzwischen reichlich altbacken, hier ist man schlicht irgendwann in der Zeit stehengeblieben. Das Heftlogo passt zwar farblich gut zu Nintendo, ist jedoch insgesamt sehr ausdruckslos und bietet am Kiosk einen viel zu geringen Wiedererkennungswert.

Seite 3:
Dass Editorials generell nur ne 1/3 Seite bekommen ist schon lange Tradition beim Verlag. Inhaltlich sind sie jedoch gut vertretbar, enthalten öfters die ein oder andere Anekdote und sind auch in sich stimmig. Der Rest der Seite wird mit einem Retroblog belegt — das „Nähkästchen“ der 64 Power quasi.

Layout:
Allgemein lässt sich folgendes festhalten: Die Zeiten der herrlich bunten Layouts der Lizenzausgaben von Paragon Publishing aus den 90ern sind lange, lange vorbei. Zwar setzte man schon bei den Vorgängerheften auf relativ „ruhige“ Layouts, das Wii-Magazin geht aber noch einen Schritt weiter. Das Heft ist auf strahlendweißes, glattes Papier gedruckt und verzichtet vollständig auf (bunte Artwork) Hintergründe. Sämtliche Farbtöne sind dezent gewählt und an keiner Stelle knallig. Puristisch und aufgeräumt kann man das Gesamtwerk dennoch nicht nennen, dazu jedoch später mehr.

Inhaltliches:
Nach dem Editorial folgt typische BriStein-Kost, jeder der ein Heft des Verlages in den letzten Jahren gelesen hat, wird sich sofort zurechtfinden. Einige Newsmeldungen mit je einem Screenshot, ein Newsflash am Seitenrand, der digitale „Wunschzettel“ Most Wanted und Gamewatch (die Terminübersicht).

Weiter geht’s mit einem Feature, welches man meist auch in ähnlicher Form auch im Schwesterheft Xbox Games sieht.

Der Previewteil ist relativ kurz im Vergleich zu manch anderem Heft und hat auch oft nur Drittelseiten Vorschauen. Angesichts des Zweimonatsrhythmus ist dieses Vorgehen aber auch sinnvoll. In der Heftmitte liegt das obligatorische Din A2-Doppelposter.

Test:
Das Herzstück (und der Kaufgrund) des Heftes. Die Tests sind allesamt liebevoll und gnadenlos Subjektiv geschrieben. Wer darauf nicht steht, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen, wobei die Auswahl eher gering ist.

Grafik, Sound, Spielspaß, Steuerung und Multiplayer werden im 10er-System bewertet, die Endwertung gibt’s in Prozent und den Award ab 90.

An der Optik gibt es jedoch den ein oder anderen Punkt zu bemängeln. Die Balken zeigen die Einzelwertungen nicht wirklich gut erkenntlich an, man braucht erst mal eine Eingewöhnungsphase, bis sich 7/10 und 8/10 auf Anhieb auseinander halten lassen. Der Bildanteil ist hoch, manchmal zu hoch und vor allem ungünstig platziert. Das Layout ist an und für sich dreispaltig. Manchmal liegen die Bilder jedoch so, dass nur Platz für eine und eine halbe Spalte Text ist. Sieht unschön aus und ist auch nicht sonderlich angenehm zu lesen. Der Test von Eledees in Ausgabe 04/2007 ist 4 Seiten lang. Auf der dritten Seite befinden sich jedoch nur Bilder, der Text geht erst auf der vierten weiter. Das behindert den Lesefluss unnötig. Zu guter Letzt schaffen es manchmal auch nur 3 Zeilen in eine Spalte, was ebenfalls in die Kategorie „Kein Weltuntergang, aber müsste trotzdem nicht sein“ fällt.

Es folgen einige Hardwaretests, bevor es mit 14 Seiten „Virtual Console Games“ weitergeht. Jedes Spiel bekommt eine Drittelseite eingeräumt, bestehend aus 17 Zeilen Text und drei Screenshots. Dazu gibt’s eine Endwertung in Prozent, sowie Angaben zu Kosten, Multiplayermodus und Hersteller. Auf sieben weiteren Seiten folgen Nintendo DS-Spiele. Das Layout ist hier durchgängig gelungen, Viertelseiter müssen dennoch eigentlich nicht sein.

Post:
Scheinbar gibt es immer noch Menschen, die gerne schreiben und scheinbar gibt es auch immer noch Verlage, die das gerne abdrucken. Auf gigantischen 6,5 Seiten werden Leserbriefe abgedruckt, die auch mal länger als zwei Zeilen sein dürfen. Das Posthüttenmaskottchen „Onkel Tom“ beantwortet alle abgedruckten Briefe und ist mit seinen Anmerkungen immer wieder für Schmunzler gut.

Tipps und Tricks:
Bei den meisten Heften ist dieser Teil inzwischen rausgeflogen, im Wii-Magazin ist er immer noch im ausreichenden Maße vorhanden. Es gibt Cheats und Tipps auf 4 Seiten in winziger Schrift, sowie eine 6seitige Komplettlösung.

Bestenlisten:
Auf 6 Seiten Erfolgen die Top5 in verschiedenen Genres für Wii, DS und VC, auf 5 weiteren Seiten folgt ein GameCube- und ein Wii-Testindex. Insgesamt geht zwar recht viel Platz dabei drauf, mit 124 Seiten Umfang ist das Wii-Magazin aber das dickste Nintendo-Heft.

Fazit:
Inhaltlich wird nichts falsch gemacht, Sprache, Geschriebenes und Wertungen stimmen. Auch die Übersicht über VC-Games ist bei keinem anderen Heft auch nur Ansatzweise so gut. Nachgebessert werden müsste an einigen Stellen dennoch. Das Layout im Testteil ist teilweise einfach unmöglich und die ganzen grauen Schriften nerven. Logo und Award sollten auch dringend überarbeitet werden, sie sind einfach zu ausdruckslos.

Trotz Sommerpause, die der Verlag auch unter neuem Namen jedes Jahr macht, was gar nicht geht: Die aktuelle Ausgabe wird DREI Monate am Kiosk ausliegen. Leute, das hat bei der N-Games schon nicht geklappt und ein gewisses Maß an Aktualität MUSS einfach gewahrt werden.

Daten und Fakten:
Start: 06. Dezember 2006
Erstausgabe: 01/2007
Verlag: Live Emotion Verlag GmbH
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: Nicht bekannt