Archiv für ‘Neu im Handel’ Kategorie

Lifelog Spielehefte 2008 – Jahresrückblick Teil 4

Fallenden Auflagen zum Trotz: 2008 haben verhältnismäßig viele Spielehefte einen Fuß auf den deutschen Markt gesetzt, mehr als noch ein Jahr zuvor. Wirklich neu sind etliche Titel allerdings nicht.

gamesTM gab es 2003/2004 schon mal, ConsolPlus und GamersPlus sind an den deutschen Markt angepasste Versionen ihrer österreichischen Schwesterhefte. GameStar WoW wird seit Anfang 2008 lediglich als eigenständige Sonderheftreihe geführt. X3 ist praktisch der direkte Nachfolger zum OXM. Cheat Commander macht dort weiter, wo der Softsale Cheat Checker Pro aufgehört hat. Infamily, ein Film- und Spielemagazin für Eltern aus dem Auerbach Verlag, ersetzt mehr oder weniger die Zeitschrift Nemo, die in ähnlichen Zielgruppengewässern fischt und aus dem gleichen Verlag stammt.

Die österreichische GamingXP ist das Heft zu einer seit Jahren existierenden Webseite. Gamers.de Print ist auch nur der gedruckte Ableger einer Webseite.

„Echte“ Neustarts sind die PlayStation-Magazine PS3M und PlayBlu, sowie Computecs Casualheft Games and More.

Cheat Commander

Cheat Commander 05/2008Chefredakteur: ?
Segment: Tipps & Tricks-Magazin
Verlag: Softsale GmbH
Preis: € 3,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05/2008 (26.08.2008)
Ausgaben derzeit: #2

Mutig oder einfach nur trotzig? Wirklich vom Hocker reißen kann man dieser Tage nur noch eine Hand voll Leute mit Tipps- und Tricks-Heften, außer es dreht sich um World of Warcraft. Trotzdem hält die Softsale GmbH seit Jahren an ihrer Cheatsammlung fest. Wenn’s scheinbar zu schlecht läuft, bekommt das Heft eben einen neuen Namen verpasst. Aktuell hat man sich vom zu sperrigen Namen „Softsale Cheat Checker Pro“ getrennt und nennt das Heft Cheat Commander. Der EVT wurde von Freitag auf Dienstag verlegt und die Erscheinungsweise wieder auf zweimonatlich erhöht. Ob’s das Heft retten kann? Vielleicht sollte man auch mal WoW als Auflagendoping testen, Computec und IDG sind damit jedenfalls sehr zufrieden.

ConsolPlus

ConsolPlus 01/2008Chefredakteure: Alexander Amon / Jo Löffler
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Consol.media / Panini Verlag
Preis: € 2,95
Erscheinungsweise: 8x jährlich
Erstausgabe: 01/2008 (12.09.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Dieses Jahr entschied man sich beim Panini Verlag die österreichische Ausnahmeerscheinung von Spielemagazin auch nach Deutschland zu bringen. Die Druckauflage zu beginn mit 150.000 Exemplare ist äußerst mutig gewesen. Aktuell werden 35.261 verkaufte Exemplare und eine Druckauflage von 120.000 Exemplaren angegeben. Spannend wäre zu erfahren, auf welchem Niveau die Auflage sich letztlich einpendelt und ob es für Panini genug sind, um das sehr gut ausgestattete und sehr günstige Heft auf Dauer zu halten.

Die deutsche Ausgabe muss im Vergleich zu ihrer AT-Version bei den Covermotiven zurückstecken und natürlich aufgrund unseres Jugendschutzgesetzes auf ein paar Artikel oder auf die Nennung einiger Spiele verzichten. Posterbeilagen gab’s bei uns bisher auch keine.

GamersPlus

GamersPlus 01/2008Chefredakteure: Thomas Cap, Johannes Posch, Jo Löffler
Segment: PC-Spiele-Magazin
Verlag: Consol.media / Panini Verlag
Preis: € 2,95
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Erstausgabe: 01/2008 (24.10.2008)
Ausgaben derzeit: #2

GamersPlus ist die deutsche Version der Gamers.AT. Alles was für die ConsolPlus gilt, kann man auch auf die GamersPlus übertragen. Die Druckauflage ist von 150.000 inzwischen auf 120.000 runter. Eine Meldung zu den Verkaufszahlen gibt es noch keine, lässt aber darauf schließen, dass es keine 70.000 Exemplare sind. Problematisch ist bei der GamerPlus vor allem die Erscheinungsweise mit sechs unregelmäßig erscheinenden Ausgaben pro Jahr. Das sind angesichts der übermächtigen Konkurrenz durch GameStar und PC Games viel zu wenig. Die Erscheinungsweise mag ein Alleinstellungsmerkmal sein, allerdings eines, auf das man gut verzichten kann. Im Vergleich zu den Mitbewerber unterscheidet sich GamerPlus vor allem in zwei Punkten: Leseranrede ihr/euch statt Sie und es gibt nur eine datenträgerlose Version, keine zehn Heftvarianten mit unterschiedlichen vielen Seiten, DVDs und Gimmicks.

Gamers.de

Gamers.de 09/2008Chefredakteur: Martin Weber
Segment: Multiformatmagazin
Verlag: Jink Verlag OHG
Preis: kostenlos
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/2008 (??.09.2008)
Ausgaben derzeit: #4

Ein Gratisspielehefte, gab’s ja schon lange nicht mehr… Die Druckauflage soll bei 100.000 Exemplaren liegen, die an Deutschlands Schulen verteilt werden sollen. Nun überlegt man kurz, wie viele Mitglieder eigentlich das SchülerVZ hat und kommt schnell darauf, wie viele Schüler das Heft in natura zu Gesicht bekommen. Die von mir besuchte Schule gehört natürlich nicht zum Verteilungsgebiet, was bei der geringen Auflage allerdings nicht wirklich überrascht. Wer’s trotzdem lesen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder man lädt sich das PDF von der Webseite herunter oder man lässt sich das Heft im Abo zum Selbstkostenpreis schicken. Schön bunt die Gestaltung ja, bei den Texten merkt man allerdings, dass es nichts kostet.

Games and More

Games and More 11/2008Chefredakteur: Thomas Szedlak
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 1,00
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 11/2008 (01.10.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Ein Spieleheft für nur einen Euro, die Idee hat es ja noch nie vorher gegeben. ;)

Die Optik ist ganz in Ordnung, die Texte sind ebenfalls ok und wenn man nichts zum Lesen hat und eine Überbrückung bis zum nächsten Zug braucht, macht man auch nichts falsch. Gründe, warum man zum Stammleser werden sollte, hab ich allerdings keine griffbereit und für nur 99 Cent mehr gibt es mit Games Aktuell Magazin bereits ein vollwertiges Spiele-Magazin. Wozu also Games and More kaufen?

GamingXP

GamingXP 04/2008Chefredakteur: Peter Konhäusner
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: GamingXP
Preis: € 2,69 (Abo nach Deutschland)
Erscheinungsweise: monatlich (10x jährlich)
Erstausgabe: 04/2008 (28.03.2008)
Ausgaben derzeit: #8

Bei GamingXP handelt sich es um einen besonderen Härtefall. In Österreich wird das Heft zum Großteil gratis verteilt, es lässt sich dort aber auch für € 21,90 pro Jahr abonnieren. Nach Deutschland sind es € 26,90 für zehn Ausgaben. Das Layout wirkt, vom Cover abgesehen, eher zweckmäßig als schick, die Texte haben teilweise einen recht anstrengenden Schreibstil und Tests ohne Screenshots vom Spiel gehen gar nicht. So gibt es zum Beispiel beim Sonic-Test nur ein Sonic-Artwork zu sehen, optische Eindrücke von diesem Titel bekommt der Leser im Heft nicht zu sehen.

Gelegentlich liegt für Abonnenten auch mal eine Kleinigkeit bei, wie ein Kugelschreiber oder es klebt ein handgeschriebenes Zettelchen auf einer zweiten Ausgabe im Briefumschlag mit den Worten „zum Weiterreichen an Freunde“ dabei – das Heft aufwerten können solche Gesten letztlich nicht. Für umsonst ist das Magazin in Ordnung, für € 2,69 ist GamingXP angesichts vollwertiger Alternativen, die entweder weniger (Games Aktuell Magazin) oder nur unwesentlich mehr kosten (ConsolPlus), viel zu teuer.

gamesTM

gamesTM 04/2008Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Airmotion Games GmbH
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: derzeit zweimonatlich
Erstausgabe: 04/2008 (05.03.2008)
Ausgaben derzeit: #10

Ob je ein Verlag mit dem Prestigetitel gamesTM glücklich werden wird? Ich hab da so meine Zweifel. 2003/2004 war der Pro Verlag schon nicht erfolgreich und in den Niederlanden wurde auch gerade die erst im April gestartete Lizenzausgabe platt gemacht. Aktuell kommt gamesTM bei uns nur noch zweimonatlich, auch wenn sich das in naher Zukunft wieder ändern soll. Vom Traum das Heft langfristig auf den Umfang des Originals zu bringen, darf man sich wohl verabschieden, außer der Verlag gewinnt plötzlich im Lotto und kann sich das Prestigeobjekt schlechthin leisten. Schade drum, denn das britische Original ist ein wirklich hervorragendes Heft.

GameStar World of Warcraft-Magazin

GameStar World of Warcraft 01/2008Chefredakteur: Dirk Steiger
Segment: World of Warcraft-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media GmbH
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2008 (25.01.2008)
Ausgaben derzeit: #6

So weit nach unten die Auflagenkurven vieler Spielehefte auch zeigen, ein Segment gibt es, das den Verlagen Freude bereitet – die World of Warcraft-Hefte. Seit 2008 hat IDG seine WoW-Reihe komplett aus den normalen Sonderheften rausgegliedert und optisch überarbeitet. Verkaufszahlen werden zwar keine genannt, so schlecht können sie aber nicht sein – das GameStar WoW-Magazin bringt mit dem WoW-Kompendium bereits weitere Sonderhefte heraus.

Infamily

Infamily 05/2008Chefredakteur: Uwe Funk
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Auerbach Verlag
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: Vierteljährlich
Erstausgabe: 05/2008 (15.08.2008)
Ausgaben derzeit: #2

Ein Spieleheft für Erwachsene mit Kindern. Die Idee gefällt mir, um den Inhalt zu beurteilen bin ich allerdings nicht alt genug. ;)

Statt der Anfangs geplanten zweimonatlichen Erscheinungsweise kommt das Heft nun allerdings vierteljährlich – dürfte wie auch schon bei allen Versuchen diverser Verlage zuvor schwierig sein die angepeilte Zielgruppe zum Kauf des Heftes zu bewegen.

PlayBlu

PlayBlu 01/2009Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: LiveEmotion GmbH
Preis: € 3,50
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Erstausgabe: 01/2009 (19.11.2008)
Ausgaben derzeit: #1

PlayBlu ist mein persönlicher Favorit der 2008er-Neustarter. Der lockere Schreibstil und das Preisleistungsverhältnis sind im Segment der PlayStation-Hefte ungeschlagen. Leider sind für 2009 nur sechs Ausgaben veranschlagt, so dass man leider kaum drum herum kommen wird, fremd zu lesen.

PS3M

PS3M 11/2008Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Airmotion Games GmbH
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 11/2008 (22.10.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Ein ungeschriebenes Naturgesetzt bei den deutschen Spielemagazinen lautet: PlayStation-Magazine laufen immer. Da gamesTM nicht gerade der Auflagenüberflieger ist und auch 360 Live kontinuierlich an Auflage verliert, versucht sich Richard Löwenstein nun an einem PlayStation-Magazin – diesmal ohne Lizenz aus England. € 3,90 für 84 Seiten sind allerdings auch nicht wirklich ein Schnäppchen. Wer keine DVD braucht, sollte trotzdem einen Blick riskieren, das Heft liest sich wirklich gut.

X3

X3 09/2008Leitender Redakteur: Manfred Reichl
Segment: Xbox-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,60
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/2008 (20.08.2008)
Ausgaben derzeit: #5

Oh wunder, oh wunder. Computec hat mit dem OXM-Nachfolger X3 ein wirklich klasse Heft gemacht. Das Layout ist ein Genuss für die Augen und € 3,60 für 100 Seiten normales Papier sind auch angemessen. Leider fehlen Reportagen und ob es wirklich sinnvoll ist, schon ab 80% Spielspaß einen Award rauszurücken, ist auch diskussionswürdig. Spannend wird 2009 zu sehen, wie sich das Heft unter der Games Group-Einheitsredaktion entwickeln wird.

Und sonst?

Natürlich steuerte VU Verlagsunion wieder einige Tippshefte und -bücher bei:
Online Gamer präsentiert: World of Warcraft, Total Gamer Cheats, Tipps & Secrets für PS3+ PS2, Mega Games Bible, Mega Gamer Extra

Und Heise ließ es sich nicht nehmen Konsoleros wieder den Mund wässrig zu machen:
c’t Special: Spielkonsolen

Ein Herz für Spieler hatte auch die MacLife mit ihrem zweiten „Mac Games“-Sonderheft.

Des Weiteren gab es wieder zusätzliche Heftvarianten, Games Aktuell und play3 erhielten Premium-Ausgaben, GameStar führte eine XXL-Version ein.

Über die Masse der Sonderhefte der Spielemagazine 2008 kann sich auch niemand beklagen, eine Auswahl:

Games Aktuell GTA IV / Jahresrückblick; GameStar Vollversionen / WoW Kompendium; Game Master Nintendo DS Special / Jahresrückblick; Neox: DS Magazin; N-Zone Super Smash Bros. Brawl; PC Action Assassin’s Creed / Poster / GTA IV /Budgetspiele / Retro; PC Games Adventures / Rollenspiele / Windowstunig / WoW Einsteigerbibel / Sacred 2 / C & C AR2; play3 PS3-Einkaufsführer / PS2-Special; Wii Player Casual Games

Neu im Handel: PlayBlu

„Comin’ Home“

Jeden Monat landen unzählige Hefte im Briefkasten, vom Hocker gehauen hat mich aber schon seit einer ganzen Weile keines mehr. Wie soll man auch Vorfreude auf ein Heft haben, wenn man 50% des Inhalts bereits online gelesen hat und man nach dem ersten Durchblättern sich die Frage stellt, ob man die € 3,60 oder € 5,30 dafür bezahlt hat, um verlagseigene Werbung bestaunen zu dürfen. Den heutigen Briefumschlag habe ich zum ersten Mal seit dem Tod des guten OPM2s (08/2005) mit einem leuchten in den Augen geöffnet.

PlayBlu 01/2009PlayBlu bringt alle Stärken und Schwächen eines LiveEmotion-Magazins mit und genau das macht es eben so liebenswürdig. Schwächen, weil das Logodesign mal wieder wenig ausdrucksstark ist und Tests, wie der von Need for Speed: Undercover mit einer Seite komplett voller Screenshots beginnen und einen klaren Layout-Aufbau vermissen lassen. Stärken, weil der Schreibstil einfach angenehm frisch ist und € 3,50 für 108 redaktionelle Seiten auf edlem, weißen Papier mehr als fair sind (Gesamtumfang 124 Seiten, davon: Poster 8, Werbung 4, Eigenwerbung 4).

Der Heftaufbau ist im Prinzip identisch mit den Schwesterheften: News, Feature, ein viel zu kurzer Previewteil, jede Menge Tests, Handheld, Poster, Technik, Filme, Leserbriefe, Bestenlisten. Was ist nicht mehr gibt sind Tipps und Lösungen, stattdessen sind mehr Hardwaretests vorhanden.

Ein absolutes Highlight ist die „Dekadenz des Monats“. Auf einer ganzen Seite wird ein 120.000-Euro-Fernseher von Sharp „humorvoll“ bearbeitet.

Zeit um sich auf die Faule Haut zu legen, gibt es dennoch nicht. Die Rubriküberschriften sind nur unwesentlich größer als die Fließtextschrift, Schriftformatierungen sind teilweise fehlerhaft und stellenweise ist der eigentlich schöne Blocksatz so gequetscht, dass kaum noch ein Zeichenabstand zu erkennen ist. Leider sind auch einige böse Rechtschreibschnitzer durch die Korrektur gerutscht, wodurch der positive Gesamteindruck leider ein wenig getrübt wird (Idiotenapostroph – Das tat echt weh!).

Wo wir gerade beim Thema viel zu tun sind, die Anzeigenabteilung sollte dringend ein paar Überstunden schieben. Ob Michel Kieselstein nun weg ist oder nicht, gerade mal vier Anzeigenseiten haben es ins Heft geschafft, davon vermutlich zwei auch noch aus einer Anzeigenkooperation. Diese Leistung ist im November schlicht indiskutabel, wo z. B. der Mitbewerber play3 knapp 25 Seiten aufweisen kann. Von den lieben Grüßen der PR-Manager auf der Leserbriefseite kann man sich nicht wirklich was kaufen.

Rein aus purem Eigennutz, damit Spielraum für Investitionen in die Heftausstattung geschaffen werden kann und das Heft ein solides Fundament bekommt, muss hier dringend etwas getan werden. Dass PlayBlu, wie einst Play Games aus der Sommerpause nicht zurückkommt, würde ich nur schwerlich verkraften. Apropos Sommerpause, so sehr der Redaktion auch ihr Urlaub gegönnt sei: Laut Terminplan dreieinhalb Monate Sommerpause gehen gar nicht. Insofern hoffe ich, dass die Verkaufszahlen sich in eine Richtung bewegen, dass man häufiger in den Genuss von PlayBlu kommt.

Trotz all der Kritik:
Willkommen zu Hause – schön, dass es euch gibt.

P.S.: Dies hier ist der 100. Eintrag im Magaziniac.Blog.

Neu im Handel: c’t Special Spielkonsolen

Auch in der Institution der PC-Zeitschriften gibt es Spielkinder und denen haben wir zum zweiten Mal ein Konsolen-Special zu verdanken. „c’t Medien 01/2009 – Spielkonsolen“ hat einen Umfang von 164 Seiten und kostet € 8,50 inkl. DVD mit Yellowdog-Linux für PS3.

Konzeption:
c’t Special Spielkonsolen Das Heft besticht durch das c’t-typische zweckmäßige Layout. Bunte Hintergründe gibt es keine, Bilder nur als Artikelaufmacher oder wenn sie von nutzen sind. Bei Überschriften wird als Stilmittel Kleinschreibung genutzt und die Schriftart wurde 1998 auch schon von PlayStation Games und später der GamePro genutzt.

Konzeptioniert ist das Special als eine Art Übersicht über den Konsolenmarkt, weswegen Artikel wie „Kultur der Videospiele“ oder eine Konsolenübersicht unvermeidlich sind. Letztere ist recht technisch gehalten und erzählt z. B. etwas über die Transferrate der Grafikchip-Anbindung von Microsofts Xbox 360, die Leistungsaufnahme im Ruhezustand und den Lautstärkepegel in Sone bei verschiedenen Situationen. Auch Schwächen wie die lang dauernde Zwangsinstallationen vieler PS3-Titel bleiben nicht außen vor. Ähnlich konzeptioniert ist auch die „Mobilkonsolen“-Übersicht von PSP, DS Lite und iPod Touch.

Den Hard- bzw. Zubehörteil, den man im Normalfall ganz hinten bei Konsolenheften findet, hat man kurzerhand nach vorne gezogen. Unter anderem werden LCD-Fernseher und Lenkräder auf insgesamt 18 Seiten vorgestellt.

Durchgängig im ganzen Heft werden mehr oder minder lustige Wortspielüberschriften verwendet. Ein Forcefeedback-Lenkrad wird zum Schoßvibrator, Assassin’s Creed zum „Schläfer in Jerusalem“, Bully: Die Ehrenrunde zu „Wir Kinder aus bullybü“ und Final Fantasy X zum „Sündenfall im Paradies“, um einige Beispiele zu geben. Das erinnert Zeitweilen an die PC Action, zum Glück gibt es mit „Kirschblütenfest“ bei Okami oder Fliegender Zirkus“ bei Little Big Planet auch ausnahmen.

Inhaltliches:
Der Testteil deckt 100 Meisterwerke aus sechs Genres ab. Weil sich z. B. Little Big Planet, Rez HD, GTA IV und Okami aber nur bedingt miteinander vergleichen lassen, gibt es keine Top 100.

Untypisch für die c’t gibt „zur leichteren Orientierung“ ein 10er Bewertungssystem, gut so! Von dem dürfen sich alle Prozentfetischisten nun erstmal 87,375 von 100 Scheibchen abschneiden. Alle vorgestellten Titel bekommen zwischen 0,5 und einer Seite Platz eingeräumt, die einen Absatz zuvor erwähnten 10/10-Spiele, sowie die weiteren „Aufmacher“ Spiele der jeweiligen Genres bekommen eine Doppelseite. Stören müssen einen die vermeintlichen Kurztests allerdings nicht, auch auf einer halben Seite wird ein guter Eindruck vom Spiel vermittelt und Spaß zu lesen machen die Artikel allemal, wenn zuckersüße japanische Kinderlieder bei Loco Roco 2 die Gehörgänge verkleben.

Dass das hochpreisige Sonderheft eher eine ältere Leserschaft anvisiert, wird auch durch den Elterntipp am Ende jedes Tests deutlich. Zudem gibt’s neben der USK-Freigabe noch eine Altersempfehlung der Redaktion mit auf den Weg.

Nicht fehlen darf auch nicht eines der Lieblingsthemen der c’t – Netzwerkeinrichtung. Weitere Reportagen und Artikel gibt es außerdem zu „Video on Demand vs. Blu-ray Disc“, „Filme kodieren“, „Verkabelung“ ein PS3-Festplattenwechsel, ein neues Gehäuse für die Xbox 360, wie Linux auf der PS3 läuft, die Wii-Fernbedienung am PC und zu guter letzt ein Einblick in die Hacker- und Homebrew-Szene.

Fazit:
Unter der Leitung von Hartmut Gieselmann ist ein teures, aber hervorragendes Konsolenspecial entstanden. Die Zielgruppenausrichtung ist dabei interessant, weil einerseits durch die „Best of“-Funktion „Coregamer“ nur bedingt angesprochen werden, für Casualgamer aber wiederum zu viel technisches Verständnis vorausgesetzt wird. Kurzum, man findet ein Spieleheft, welches es in der Form kein zweites Mal zurzeit am Kiosk ist.

Nach dem fast vollständigen Lesen dieses Magazins bleibt eigentlich nur folgendes zurück: Ich will mehr! Jeden Monat! Gebt mir eine c’v – magazin für computer und videospiele!

Daten und Fakten:
Start: 03. November 2008
Erstausgabe: 01/2009
Verlag: Heise Zeitschriften Verlag
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: einmalig
Copy-Preis: € 8,50
Leitung: Hartmut Gieselmann
Druckauflage: 50.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Neu im Handel: PS3M

Endlich, mehr als ein Jahr hat das Warten gedauert, bis es wieder ein PlayStation-Magazin ohne Computec’sche Beteiligung gibt. Hat sich die lange Zeit gelohnt?

PS3M 11/2008PS3M erscheint in der Airmotion Games Verlags GmbH und hat demzufolge zwei Schwesterhefte, 360 Live und gamesTM. Im Gegensatz zu diesen setzt PS3M nicht auf eine Layoutlizenz auf, sondern ist eine Eigenentwicklung. Allerdings hat man sich sehr stark bei der Xbox-Schwester inspirieren lassen. Logogestaltung, Coverdesign, Heftformat. Alles ist irgendwo ähnlich, der Unterschied liegt in erster Linie bei PlayStation-Blau statt Xbox-Grün und einer etwas runderen Schriftart. Bedingt durch verhältnismäßig viel Werbung (13 bzw. 15 Seiten) liegt der Heftumfang bei beiden Heften derzeit bei 100 Seiten.

Der Aktuell-Teil beginnt mit einem großen Screenshot als Aufmacher, der „5 in 5 Sekunden“ Kasten wurde übernommen und mit neuem Inhalt gefüllt. Die „Das haut rein“-Spalte wurde in der „PS3-Version“ gespiegelt, enthält aber den gleichen Inhalt.

Für Überschriften verwendet PS3M im Gegensatz zu 360 Live eine sehr filigrane Schrift. Diese wirkt allerdings etwas kraftlos und eignet sich eher weniger zur Blickorientierung. Ansonsten erinnert das Heft sehr stark an englische Vorbilder mit ihren riesengroßen Screenshots, schmalen Extrakästen und einem recht bunten Layout.

Um es vorweg zu nehmen: Wer eine Xbox 360 sein eigen nennt und bereits 360 Live liest, muss sich den Kauf von PS3M sehr genau überlegen. Denn von den Exklusiv-Spielen abgesehen sind die Artikel in beiden Heften mehr oder weniger gleich. Natürlich sind mal ein paar Absätze umgeschrieben, was sich auch kaum vermeiden lässt, wenn der eine Tomb Raider Artikel sechs, der andere vier Seiten hat. Manchmal sind sie dann aber auch so gleich, dass ein PlayStation-Pad eine A-Taste bekommt.

Vorschauartikel enthalten einen Wertungstipp im 10er System mit 0,5er Einstufungen. Das ist mir entschieden zu genau und befeuert letztlich nur den Prozentfetischismus, den man sich dann einige Monate später in den Foren antun darf. Ob im Test nun eine 8,6 oder 8,7 herausspringt, spürt man als Spieler eh nicht und hilft in Glaubenskriegen „FIFA oder PES“ auch nicht weiter. Immerhin, die Einzelwertungen für Grafik, Sound und Steuerung erfolgen im 10er System, dazu bekommen ganz lesefaule Menschen noch ein paar Stichwörter geliefert. Wer sich aufgrund der Anfangs erwähnten sehr großen Screenshots nun um die Textmenge sorgt sei beruhigt, die kleine Schriftgröße gleicht es wieder aus.

PS3- und PSP-Teil sind im Heft separat, in der Rubrik Community wird der gesamte Onlinebereich inkl. Networkgames, sowie der Leserteil abgedeckt. Ein kleines DinA3-Poster gibt es auch, allerdings befindet sich der Rockband-Test auf der Rückseite – hoffentlich nur eine kleine Produktionspanne.

Fazit:
PS3M ist nett anzuschauen, liest sich gut und liefert insgesamt eine solide Leistung ab. Der Gesamteindruck wird leider durch starkes Artikelrecycling gedrückt, sollte der Umfang nach Weihnachten auf 84 Seiten zurückgehen, ist das Heft mit seinen € 3,90 leider auch nicht ganz günstig. Wer keine beigelegte DVD brauch und nur im Besitz von Sony-Konsolen ist, sollte dennoch mal reinschauen – Abwechslung beim Lesen schadet nicht.

Daten und Fakten:
Start: 22. Oktober 2008
Erstausgabe: 11/2008
Verlag: Airmotion Games Verlags GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: € 3,90
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Neu im Handel: Games and More

Alle Systeme ein Heft, gigantische Druckauflage und das alles zum konkurrenzlosgünstigen Mitnahmepreis von nur einem Euro. Mit dem Heft wird der stätig wachsende Kreis von Casualgamern erschlossen.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Nein, ich habe nicht die Pressemitteilung der Video Games Aktuell aus dem Jahre 2003 recycelt. Bei dem beschriebenen Heft „Games and More“ handelt es sich um Computecs neusten Versuch mal wieder unter anderem einige der Millionen von Wii- und Nintendo-DS-Käufer zu erreichen, die beharrlich einen Bogen um „Wii Player – Das Magazin“ machen.

Missglückter Einstieg
Was erwartet man, wenn man ein neues Heft aufschlägt und auf die dritte Seite blickt? Genau, ein „Hallo hier sind wir und wir wollen dieses und jenes“. Was zum guten Ton eines Heftes gehört, fehlt bei Games and More völlig – das Editorial. Völlig ohne Vorbereitung bekommt der geneigte Käufer das Inhaltsverzeichnis präsentiert und kann sich sofort vom Nichtinhalt des Heftes überzeugen.

Newshighlights
Erwartungsgemäß beginnt Games and More auch wie jedes andere Spieleheft zu erst mit den News. Abgedruckt werden hierbei höchst spannende Meldungen wie „GTA IV: Erfolgreichstes Spiel“, Computecs BÄM-Award, Auszeichnungen für Britney und Tokio Hotel, sowie Harry Potter lässt in New York die Hüllen fallen.

Games: Alle Highlights aus der Spielewelt
Games and More 11/2008Der Rubrikname lässt ein wenig hoffen, wobei – Singstar wurde ja schon auf dem Cover angedroht. Die Titelstory erstreckt sich dann doch über ganze vier Seiten und stellt einige Spiele vor, die von der Redaktionsleitung der play3 sonst großzügig aussortiert werden. Die optische Aufmachung ist in der Theorie sogar ganz ansehnlich, problematisch wird’s dann, wenn die dünne, weiße Schrift im rot-braunen Farbverlauf versinkt.

Eingeschoben werden Hits für die Weihnachtszeit, wobei es sich hier um nichts Anderes als um eine auf vier Seiten aufgeblasene Releaseliste handelt, nett bebildert und mit ein paar kurzen Texten aufgelockert.

Tatsächlich haben es auch noch ein paar Artikel in den Vorschauteil geschafft – Need for Speed: Undercover, Tomb Raider: Underworld und Litte Big Planet sind sogar ganz hübsch aufgemacht und sind inhaltlich auch in Ordnung.

Zum Abschluss gibt es noch mal eine knappe Übersicht über DS-Software, wie Gehirn-Jogging, Kochkurs und English Training. Die Beschreibung der Titel fällt dabei immer sehr dürftig aus.

Auf in die Testschlacht!
Ausführlich wird das Testsystem erklärt, wobei dazu gar nicht viele Worte verloren werden müssen. Spiele können entweder „mies“, „ok“, „gut“, „sehr gut“ oder „super“ sein – das ist im Prinzip alles. Die fünf Test-Gebote sind obligatorisch.

Die Tests sind zielgruppengerecht geschrieben und Heftoptik überrascht dadurch, dass relativ viel Text vorhanden ist, Bilder nicht dazu genutzt werden, um die Seite irgendwie zu füllen und sämtliche Hintergründe weiß sind.

Von der Auswahl der Spiele darf man keine großen Überraschungen erwarten, Star Wars, Spore, Buzz!, Sims und ähnliche Titel warten.

and more: Alle Entertainment-Highlights.
Wirkliche Überraschungen darf man hier nicht erwarten. Die Filme sind „powered by“ Widescreen-Vision, die Musiktests von SFT und die Redaktions-Charts natürlich von Nowdio. Tiefgang sollte bei den Techniktests nicht erwarten, bei den Produktabbildungen wurde tief in die Photoshop-Kiste gegriffen.

Spaß mit Excel
Die letzten Seiten des Heftes sind mit haufenweise Tabellen gefüllt. Eine Doppelseite über Budgetspiele und -filme, Toplisten für alles und jeden: Action- und Partyspiele, Smartphones, Heimkinoanlagen und Flachbildfernseher für 1.400 bis 5.200 Euro, die alle durchgängig „super“ abgeschnitten haben.

Leserbriefe oder auch FAQ
Was im Editorial fehlt (da nicht vorhanden) muss halt wo anders nachgeholt werden.
Kann ich ein Abo haben? Nein
Bleibt der Preis bei 1 Euro? Ja (schlechte Witze spare ich mir an dieser Stelle)
Welche Spiele kommen ins Heft? Eine kleine Auswahl, was Anderes ist bei 68 Seiten ja auch gar nicht möglich.
DVD, Film, Vollversion? Nein. Aber das haben viele vor uns auch schon gesagt.

Was war vor 10 Jahren?
Oh Gott, ich werde alt. Erster MP3-Player, Nokia 5110 und Gran Turismo. Man hätte den Platz auch schlimmer verschwenden können.

Was will Games and More eigentlich?
Darüber bin ich mir wie bei Computecs bisherigen Versuchen im Casualgefilde zu wildern nicht ganz im klaren. Die Optik ist von ein paar kleinen Fehlgriffen abgesehen sehr ruhig und ansprechend und wirkt durchaus erwachsen. Die Spieleauswahl passt wie „Faust aufs Auge“, ist unterm Strich aber nicht allzu umfangreich.

Viel zu lesen gibt es nicht, mit 68 Seiten ist das Heft nicht nur sehr kurz, es enthält auch nur 53,5 redaktionelle Seiten, von denen auch noch vier in Tabellen verschwinden. Die Anzeigen sind nicht immer sehr zielgruppenspezifisch und auch von der Klingelton-Pest wird man nicht verschont. Ebenso wie zu erwarten, dadurch aber auch nicht besser werdend, wird das verlagseigene Crossmarketing fast bis auf die Spitze getrieben – lediglich ein vierseitiges Lobgehudel auf Sqoops fehlt – aber was nicht ist kann noch immer werden…

Neu im Handel: X3 – Das Beste für deine Box

X3 09/2008Was gibt es schöneres als am Samstagmorgen die erste Ausgabe eines neuen Heftes aus dem Postkasten zu ziehen, bevor sie der Kioskkäufer in der Hand hält? Eine heile Ausgabe dem Postkasten nehmen zu können – denn Computecs ausgelagerte Billigdruckerei verschickt mal wieder ramponierte Hefte.

X3 kommt nun doch günstiger auf den Markt, statt der Anfangs geplanten € 3,90 sind es € 3,60. Damit kostet man genauso viel, wie der Mitbewerber 360 Live, hat aber 16 Seiten mehr Umfang. Die 100 Seiten sind nach Computecstandard belegt, will heißen, satte 11,5 Seiten Eigenwerbung.

Für den Heftstart hat man einen ziemlichen Saure-Gurken-Monat erwischt, gerade mal sieben Vorschauen und zwei Tests gibt es. Anzeigenmäßig sieht es mit fünf Werbeseiten auch moderat aus, Klingeltöne müssen nicht gefürchtet werden.

Die ersten Seiten:
Das Cover ist mit der Titelstory beschriftet, ansonsten hat man freien Blick aufs große Artwork, vermeintliche Eyecatcher-Ränder in Neonorange am linken Heftrand gibt es nicht.

Beim Blick ins innere fällt sofort das verschwundene Glänzen des Altpapiers auf, im Gegensatz zum Direktvorgänger OXM hat X3 normales Papier der Sorte PC Games bekommen, dies kommt der Wertigkeit zu Gute.

Das Editorial ist im „Hallo hier sind wir“-Stil geschrieben, für die Erstausgabe kann man das aber durchgehen lassen und die Bildmontage mit „In den Mund geschoben“ von einer Pressekonferenz ist wirklich nett geworden.

Das Inhaltsverzeichnis ist schön übersichtlich geworden, allerdings alphabetisch sortiert und damit ein wenig sinnbefreit, vor allem, weil auf der zweite Seiten noch mal ein alphabetischer Spieleindex vorhanden ist.

Nach der Titelstory geht’s zum Aktuell-Teil, welcher im hübschen Xbox-Grün gehalten ist. Ticker, längere Meldungen, Tops & Flops – alle Standards sind vorhanden. Genau wie eine von Saturn gesponserte Chart-Rubrik, sowie eine übersichtliche Terminliste. Den individuellen Touch bekommen die Seiten durch die Kolumne „WTF?! Gedankenspiele von Maik B.“.

Vorschau und Co.
Herzstück dieser Ausgabe ist der große und ansehnlich gestaltete E3-Bericht auf 26 Seiten. Vorschau ist „Business as usual“, die Wertungstendenzen werden in 10er Schritten angegeben.

Greifen wir an dieser Stelle einen Kritikpunkt auf, der sich mal wieder durchs ganze Heft zieht. Warum in Herrgotts Namen muss ich bei einem dreispaltigen Layout immer wieder dazu übergehen auf zwei Spalten zu wechseln? Leider entsteht hierdurch ein etwas unrunder Eindruck.

Bildunterschriften „schneiden“ die betroffenen Bildteile einfach weg. Text auf transparenten Hintergrund oder die Bildunterschriften gleich unters statt aufs Bild zu schreiben wäre optisch deutlich ansprechender gewesen.

Erwähnenswert ist auch noch, dass die Seitenzahlen auf ihrem schwarzen Hintergrund in einer derart filigranen Schrift geschrieben sind, dass man sie an vielen Stellen kaum noch lesen kann und sie bei Seiten mit dunklem Hintergrund auch suchen muss.

Testteil:
Wertungserklärung und Teamseite sind sehr schön übersichtlich gestaltet und die Awards kann man gut abdrucken. Ab 80% gibt es Silber, 85% sind für Gold fällig und für Platin müssen es 90% sein. Zusätzlich gibt es noch einen Specialaward.

Womit ich nun auch das Wertungssystem verraten hab. Der Spielspaß wird in Prozent gemessen, Revolutionen gibt es erwartungsgemäß keine. Grafik, Sound und Multiplayer werden allerdings im 10er System bewertet.

Die Seite mit der Meinungsmache, wo jeder der Redakteure subjektiv seine Meinung zu den Spielen des Monats äußert, ist in ähnlicher Form auch im Schwesterheft „Games Aktuell“ zu finden.

Leitender Redakteur ist Maik Bütefür, der in gleicher Position die play3 betreut. Die Redaktion setzt sich des Weiteren aus einem normalen Redi, einem Volontär und einem Praktikanten zusammen. Lücken werden mit freien Redakteuren gestopft.

Dafür, dass es nur zwei Spiele zum Testen in die Redaktion geschafft haben, können die Macher nichts. Soul Calibur IV bekommt auch seine vier Seiten.

Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian wird allerdings auf einer halben Seite in der Rubrik „Reste testen“ abgefertigt. Bei der Testteilgröße absolut unverständlich. Einzelwertungen gibt es nicht, die Endwertung gibt es im 10er System.

Besonders „gut“ kommt hierbei noch, dass die untere halbe Seite von Eigenwerbung für PC Games Hardware und die Seite daneben ebenfalls mit Eigenwerbung für Widescreen Advantgarde belegt ist.

Dieses ätzende Selektieren in Richtung „interessiert unsere Zielgruppe nicht“ ist bereits aus dem Schwesterheft play3 bekannt – Besserung ist hier keine zu Erwarten. Ein deutlicher Rückschritt gegenüber dem Vorgänger OXM.

Xbox Live:
Microsofts Online-Service bekommt eine nette ausführliche Rubrik. Arcade-News und Tests (jetzt im 10er statt im 5er System bewertet), Onlinenews samt Kolumne, sowie ein Test zu Xbox-Originals werden geboten.

Und der Rest:
Die letzten Seiten werden mit Hardware, Top 5-Listem, sowie Tipps und Tricks gefüllt. Auf Seite 97 gibt es in der Rubrik Finale noch den Screenshot des Monats, eine Gerüchteküche und eine Statistik für die Ausgabe.

Summa summarum ist X3 ein ganz hübsches Heft mit kleineren Detailfehlern geworden. Ob’s sich langfristig lohnt wird sich mit der Nutzung des Platzes nach der E3, also ab nächsten Monat zeigen. Reportagen fehlen doch ziemlich.

Lobenswert möchte ich an dieser Stelle noch mal hervorheben, dass man nicht das Gefühl hat die Kopie eines Schwesterheftes zu kaufen, vom Einheitslayout der „Zone-Familie“ hat man sich glücklicherweise entfernt.

Vorerst fühle ich mich bei 360 Live und Xbox Games jedoch besser aufgehoben, was ein gutes Editorial und eine bissige Schreibe nicht alles bewirken können…

Neu im Handel: Mega Gamer Extra

Vorurteile sind sicherlich nicht schön, trotzdem war eigentlich schon nach dem Hören des Titels „Mega Gamer Extra“ klar, was da auf uns zukommt – und, ich wurde nicht enttäuscht.Mega Gamer Extra

Zunächst einmal handelt es sich bei dem 36seitigem auf „Spiegelglanzpapier“ gedrucktem 3,50 teuren Heft nicht, wie zuerst angenommen, um ein Papercutheft, sondern wurde von Bromleigh House Ltd. verbrochen. Der Vertrieb ist aber wie erwartet VU Verlagsunion. Namen der Beteiligten, Anschrift oder Impressum sind nicht vorhanden, Ansprechpartner fehlen völlig.

100% Inoffiziell
Wie die Beibehaltung dieses „Slogans“ beweist, ist es um die deutsche Übersetzung nicht gerade gut bestellt. Beispiele gefällig?

Achtet auf eure Gesundheit
„Wenn ihr während einer Mission Schaden erleidet, werdet ihr so lange im geschwächten Zustand bleiben, bis ihr etwas dagegen unternehmt. Die einfachste Weise, Niko wieder zu voller Gesundheit zu verhelfen, besteht darin, ihn etwas essen zu lassen. Sucht einen Würstchenstand am Straßenrand oder begebt euch in einen Schnellimbiss oder ein Restaurant. Dort findet ihr diverse Nahrung, die Niko wieder zu Kräften kommen lässt. Wenn Niko regelmäßig etwas zu essen erhält, bleibt er das Spiel hindurch so gesund wie möglich.“

Es ist nett, nett zu sein
„Beziehungen aufzubauen ist ein Bestandteil von GTA IV. Wenn ihr keine Beziehungen zu den Leuten aufbaut, die ihr kennen lernt, verpasst ihr einen Großteil des Spiels. Erfüllt die Wünsche eurer Freunde, einige Zeit mit ihnen zu verbringen, und geht auf das ein, was sie tun möchten, um ihre Zuneigung zu erhalten.[...]“

Sprachgefühl für wohl geformte Sätze ist bei einem Übersetzungsprogramm nur bedingt vorhanden. Bei den auf Seite 6 folgenden Cheats haben die Würfel darüber entschieden, wie oft der Satz „Denkt daran, dass ihr durch die Verwendung von Cheats keine Erfolge mehr erzielen könnt“ auftaucht. Auch wenn ein Warnkasten sicherlich sinnvoller gewesen wäre, als die viermalige Erwähnung am Ende der jeweiligen Schummelei.

Weiter geht’s mit der Vorstellung der verschiedenen Transportmittel, die Auflistung der zu erreichenden Erfolge und schließlich „Willkommen in Liberty City“, wo dann gleich das nächste Highlight auf euch wartet.

„Laut dem offiziellen PlayStation-2-Magazin dauert es mindestens eine Stunde, um von einer Seite der neuen und verbesserten Liberty City zur anderen zu gelangen.“

Ich erinnere mich, dass auf dem Titel was von 100% inoffiziell prangt. Ihr verlasst euch also trotzdem auf die Informationen eines offiziellen Heftes? Und Moment mal… „laut“? Ihr wollt mir Tipps zu GTA IV geben, habt Liberty City aber noch gar nicht selbst erkundet?

Die Besten werden einfach besser!
Nun soll eine Doppelseite Lobpreisungen auf GTA IV folgen. Neben den faszinierenden Satzkonstruktionen steht auch folgendes geschrieben:

„Das Schusswaffensystem ist drastisch überarbeitet worden. Um noch natürlicher zu wirken, wurde ein Deckungssystem eingeführt, ähnlich wie in Gears of War und Uncharted: Drake’s Fortune.“

Drake’s Fortune hat einen deutschen Titel und vor allem sehe ich da eine Gears of War EU-Version auf dem Index stehen… Aber das kann ja ein kleiner Ausrutscher sein oder eben nicht.

10 Gründe, warum wir Rockstar-Spiele mögen
1. Max Payne (*)
[...]
4. Manhunt (**)
[...]
6. GTA Vice City (***) & San Andreas
7. The Warriors (****)
[...]

* Indiziert am 29.09.2001
** Indiziert am 31.03.2004 (PS2), Beschlagnahmt am 19.07.2004; Indiziert am 26.02.2005 (PC, Xbox), Eingezogen am 21.07.2005
*** Indiziert am 29.03.2003 (geschnittene und als dt. gekennzeichnete Version nicht betroffen)
**** Indiziert am 31.10.2006 (PS2), 31.01.2007 (Xbox)
(Quelle: bpjm.com)
Zudem wird ein fast halbseitiger Screenshot von einer Folterszene aus Manhunt gezeigt.

„Als eins der wohl am meisten missverstandenen Spiele aller Zeiten und sicherlich eins der kontroversesten ist Manhunt in Deutschland verboten worden.“

Danke für die ausführliche Berichterstattung. Übrigens ist „Stealth“ kein eingedeutschtes Wort ;)

Und wo ich schon beim Thema bin, auch beim einseitigen The Darkness-Artikel habt ihr „dt.“ vergessen, für die EU-Version gilt – na, ratet mal… Genau: Indiziert am 27.09.2007.

Jungs, was war das denn?
Mega Gamer Extra sammelt ein paar GTA IV-Infos und untermalt sie mit hübschen Artworks. Bis auf wenige Ausnahmen sind keine englischen Wörter mehr fälschlich durch die Übersetzung gerutscht. Lesespaß kommt trotz nicht auf, die deutschen Sätze wirken stets bemüht und unflüssig. Der hintere Teil des Heftes ist dank des deutschen Erwachsenenschutzgesetzes mit vielen Fallstricken versehen.

Trotz zahlreicher Mängel, ich bin sicher, wir haben uns nicht zum letzten Mal gelesen – auf ein Wiedersehen mit Ultra Gamer Extra Nr. #1 Mega Gamer Extra #2 ;)

Neu im Handel: DS Magazin

Jetzt kommt geballte DS-Power auf dich zu!
Darauf haben alle DS-Fans gewartet: Das neue DS Magazin ist da und liefert dir Infos zu allen angesagten Spielen rund um den Nintendo DS![...]“

Wetten, dass nicht?DS Magazin
Mit dem DS Magazin versucht die Redaktion des recht erfolglosen Kinder-Anime-Heft „Neox“ also an Handheld- bzw. Spielkonsolenmagazin. Schon am Cover (Pokémon, Pokémon und äh Pokémon) wird deutlich, dass wahrscheinlich es ein wenig weit hergeholt ist, von „allen angesagten Spielen rund um den Nintendo DS“ zu sprechen. Wie bei Heften dieser Zielgruppe üblich, darf ein mit Tesafilm aufgeklebter Plastikabfall, in dem Fall drei DS Touchpens und eine Sammelbox für sechs DS-Spiele, natürlich nicht fehlen. Der Spaß umfasst 52 Seiten und kostet € 2,95.

Immerhin ist das Heft übersichtlich in Spielevorschau, Spieletest, Special und Service eingeteilt und weist sogar einen Spiele-Index auf.

Wie bei Zeitschriften für die junge Zielgruppe üblich, geht es in erste Linie um die Optik, die Texte sind eher schmückendes Beiwerk. Ganz im Sinne gewisser Fokusgruppenbefragungen, die leider auch für deutlich erwachsenere Hefte herangezogen werden, ist der Text in drei Kästen gegliedert. Story, Gameplay, Gesamteindruck. Mit drei bis vier Sätzen je Kasten ist dann auch schon alles bzw. das Allernötigste gesagt. Drittelseite gibt es auch, der Infogehalt ist dementsprechend noch geringer.

Im Testteil setzt sich das bekannte Gliederungsschema im selben Umfang fort. Am Ende befinden sich im Infokasten zusätzlich noch Pro- und Kontrapunkte, sowie eine Schulnotenwertung.

In der Mitte des DS Magazins befinden sich sechs Poster, wer an das von „Lego India Jones“ will, muss sich allerdings damit abfinden auch auf zwei Testseiten zu verzichten – sehr ungünstig gelöst.

Die Top 3-Listen sind über fünf Seiten verteilt, auch hier gilt: Schön bunt, Text nebensächlich und maximal vier Sätze. Dies ist scheinbar selbst den Redakteuren zu wenig und so wird zum Beispiel bei Naruto das letzte Wort abgeschn-.

Anschließend gibt es noch eine Seite Cheats und vier Seiten Most Wanted und Erscheinungstermine.

Wie sich das bei Kinderheften gehört, ist ein Gewinnspiel mit vielen Preisen sehr wichtig. Damit es sich für den Verlag auch lohnt, haben die 14 verschiedenen, in unterschiedlicher Anzahl vorhandenen Preise, jeder ein eigenes Keyword. Im Idealfall werden also 14 Premium-SMS zu je 50 Cent an eine Kurzwahl gesendet. So lernen die lieben Kleinen auf ganz praktische Art und Weise den verantwortungsvollen Umgang mit Geld. Dass eine alternative Teilnahmemöglichkeit per Postkarte besteht, wird auf der Gewinnspielseite nicht erwähnt. Lediglich im Impressum befindet sich ein Satz dazu – Ein Impressum wird von (Klein)Kindern unter Garantie nicht gelesen.

Fazit:
Am Ende lässt sich noch mal ganz klar sagen, was schon von Beginn an feststand: Es handelt sich um ein Kinderheft, trotz des hübschen Heftnamens wird nur selektiv für eben diese Zielgruppe berichtet. Von Einhaltung 100% Nintendo DS auf dem Cover oder den Sätzen im Editorial kann also keine rede sein.

Die Art und Weise des Gewinnspielaufbaus ist im Hinblick auf die Zielgruppe arg fragwürdig, überrascht aber leider wenig.

Einen Lichtblick gibt es dennoch, die Optik ist besser als bei vergleichbaren Heften, wie Computecs „Kids Gamer“.

Neu im Handel: gamesTM

„Die besten Games. Im besten Magazin.“
Ein wenig unscheinbar, gar schüchtern schaut sie aus. Ganz in rot, schwarz und weiß ist sie gehalten. Ein großes Artwork ziert ihr Cover. Keine Neonfarben kreischen um Aufmerksamkeit, keine zweihundert Extrakästen wollen das Inhaltsverzeichnis anpreisen. Und doch schreit sie laut, „Jetzt wird’s dreckig: Sex in Games – Warum wir unbefriedigt bleiben“, „Opfer der USK: Vergas – Gibt’s bald gar keine Actionspiele mehr? Eine Analyse“.

Sanft weht das Team auf Seite drei und große Worte werden verkündet, Feedback verschwinde nicht in schwarzen Löchern, sondern werde diskutiert, direkt mit der Redaktion.

Auf die Plätze, fertig, los!
Das Cover sticht, wie Eigangs erwähnt, eben dadurch am Kiosk nicht heraus, weil die Farbe der Marktforschung nicht Einzug aufs Cover gehalten hat. Es ist nicht ein Pünktchen blau zu sehen. Wie auch schon bei 360 Live, ist es gelungen die Balance zwischen Inhaltsverzeichnis und Artwork auf dem Cover zu halten. Es werden zwar nicht weniger als sieben (!) Themen auf Seite 1 angepriesen, dennoch bleibt das Motiv weitgehend von Text verschont und kann seine volle Wirkung entfalten.

Die Schlagzeilen mit „Jetzt wird’s dreckig“ und „Opfer der USK“ kompensieren Neonorange. Aufmerksamkeit wird in diesem Fall durch Text und nicht durch Farben erzeugt. Aufmerksamkeit erzeugen soll ebenfalls ein dem Heft beigelegter Pappkartonzettel mit Eigenwerbung. Das Heft ist mit 210x275mm ist gamesTM ein ganzes Stückchen kleiner als handelsübliche Magazine im DinA4-Format. Der Einleger hat in etwa 300mm Länge und ist deswegen kaum zu übersehen. Leider auch nicht der peinliche Text.

„Die besten Games. Im besten Magazin.“, sowie in Form eines Zigarettenschachtelwarnhinweises „Dieses Heft kann vor fehlgaming schützen“. Böswillig möchte man nun an dieser Stelle fragen, ob Babelfish unterwegs die Puste ausgegangen sei, kennt man die Nichtübersetzung des Wortes „Spiele“ und Kreationen wie „fehlgaming“ sonst nur von dahingeschluderten Übersetzungen überflüssiger Tippsbücher. Genau so will gamesTM aber eigentlich nicht wirken.

Ein weiteres und absolutes „NO GO“ befindet sich rechts oben in der Ecke. Eine unscheinbare 04.

Liebe Leute, dort gehört die Ausgabennummer hin „#01“, nicht ein falscher Monat. Im übrigen ist es auch unverständlich, warum am heutigen 7. März die Aprilausgabe erschienen ist. Natürlich könnte man das branchenübliche Blabla anführen, das muss so. Allerdings stellt man sich die Frage, warum beim Schwesterheft 360 Live es möglich ist, im richtigen Monat zu erscheinen.

Kompromissvorschlag: Dort oben, wo momentan die 04 steht, nummeriert ihr das Heft schön durch, wie sich das gehört. Über den Barcode schreibt ihr von mir aus 04/2008 drauf, die jetzige Lösung widerspricht dem gamesTM-Sammelkonzept vehement.

Leseransprache
Einen weiteren schweren Schock ereilt den geneigten Leser im Editorial. „Schön, dass du vorbei schaust“

Zugegeben, ich reagiere allergisch darauf in einem Spieleheft gesiezt zu werden, aber „du“ muss doch wirklich nicht sein. Ihr/eure wäre als Anrede wesentlich angenehmer gewählt. Ums gleich vorwegzunehmen, allzu viele sorgen machen muss man sich um die Anrede nicht, womit wir auch schon beim Thema wären.

In den meisten Artikeln des Heftes wird auf eine Leseranrede verzichtet und in der „Man-Form“ geschrieben. Das wirkt zwar beim ersten Lesen vielleicht etwas ungewohnt, ist aber ein super Alleinstellungsmerkmal.

Nach dem Editorial folgen die obligatorischen News, ein Terminupdate und eine Seite mit dem Japan-Korrespondenten. Das folgende Interview mit Keita Takahashi überzeugt ebenfalls, ist es doch nicht im typischen Frage/Antwort-Stil geschrieben.

Vorschau – mit mathematischer Genauigkeit.
Maniac tut es, play3 tut es, 360 Live macht es seit kurzem und auch gamesTM hat es leider erwischt. Schrieb man vor einiger Zeit noch Einschätzungen wie „gut“, „überdurchschnittlich“ oder „3/5 Sternen“ darunter, ist man in jüngster Zeit leider dazu übergangen sich mögliche Prozentwertungen aus den Fingern zu saugen, bei denen das Spiel vermeintlich nicht landen wird.

Statt 70-95% steht am Ende des Artikels „Hitpotenzial: 8/10“. Tut das wirklich not, reichen fünf Sterne, Klötzchen, was auch immer nicht mehr? Warum muss man nun Kaffeesatz und Kristallkugel mit dazu tun?

„Beobachtenswert“
oder „worauf man in den nächsten Monaten ein Auge werfen sollte“, so nennt sich eine Doppelseite mit nicht mal Achtelseiten kleinen Kurzpreviews. Wirklich lohnenswert sind die Seiten nicht, für einen informierenden Überblick langt es allemal. Was unbedingt hermuss, sind die Kürzel der Schreiber, die dürfen einfach nicht fehlen und Platz genug ist trotz doppelter Briefmarkengröße noch vorhanden.

Der Übergang vom Vorschau- zum Testteil wird mit zwölf Seiten Reportagen „Jetzt wird’s schmutzig“ und „Generation Game“ getrennt, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen werde.

Test:
Deutlich ist zu merken, dass gamesTM ursprünglich nicht aus Deutschland stammt. Schlichte Eleganz mit ansprechender bildlicher Gestaltung und großem Textaufkommen zu kombinieren ist nicht unbedingt eine Stärke deutscher Layouter. Insofern ist es höchst erfreulich auch hier zu Lande in den optischen Genuss englischer Layoutkünste zu kommen.

Der Testteil ist mit zehn Seiten deutlich unterernährt und verhindert dadurch unbeschwerten Genuss eines wohltuend anderen Schreibstils. Wie auch schon bei den Vorschauen gibt es eine Doppelseite mit Mikrotests. Auch hier fehlen die Redakteurskürzel. Die Einzelwertungen im 10er System für Grafik, Sound und Steuerung fallen bereits bei Halbseitern völlig unter den Tisch – unbedingt nachbessern! Schade auch, dass man es für nötig hielt für den deutschen Markt eine Nachkommastelle in die Wertungen einzubauen.

Ob man in einem Heft, wie der gamesTM, wirklich noch eine Seite Zubehörtests braucht, ist sicherlich auch eine nicht ganz uninteressante Frage.

Retro:
Satte 20 Seiten nimmt diese Rubrik ein. Wirklich Spannend finde ich das Gespräch mit Herrn Warshaw über seine Atari-Pleitetheorien nicht, genauso wenig bietet der Hundertste Aufguss einer Mario Hall of Fame och etwas neues. Wesentlich besser gelungen ist der Doujin-Ka-Bericht über japanische Fan-Spielchen für den PC. Das Will-Wright-Gespräch hat mich persönlich eher weniger interessiert, genauso wie das Making of zu Desert Strike.

Sollte in den Rubriken mal was über Japano-RPGs auftauchen, dürfte es aber wohl auch vielen Lesern so gehen, wir mir diesen Monat ;)

Hefttyptisch gibt es zum Abschluss erneut eine Seite mit Minitests. Kritikpunkte sind die selben wie zuvor. Zur Sicherheit aber nochmal: Ich will wissen, wer die Artikel geschrieben hat!

Community:
Die Rubrik steht unter Sponsoring von Giga Games, was so gar nicht ins Heftlayout passen will. Das eSports auch was anderes als langweiliges Clangeprolle (*SCNR*) sein kann, beweist der Bericht über Doping und Drogen im eSport.

Lesebriefe gibt es in der ersten Ausgabe schon, man hat sich einfach des Heftforums bedient. Wenn ParaPlayer angedruckt wird und so Lieb das von mir geführte Interview mit Richy erwähnt, wo ist denn der Verweis auf Magaziniac geblieben? ;)

Abschlussbemerkungen:

Schreibstil: Die Schreibe weiß durch ihre Art zu gefallen, hat neben dem gelegentlichen du statt ihr aber eine leicht behebbare Schwäche. Nicht jedes „es“ muss ausgelassen werden. Eine Einschränkung des inflationären Gebrauches von „wird’s“, „gibt’s“ etc. wäre wünschenswert.

Interpunktion: Die Kollegen vom NMag mussten es schon ertragen und ihr müsst es nun auch noch mal über euch ergehen lassen. Auch wenn es nach teilweise 20 Jahren wirklich schwer ist sich umzugewöhnen, die Taste neben dem „ß“ ist NICHT FÜR APOSTROPHE! Word macht aus dem Minutenzeichen von alleine ein Apostroph, einfach mal die Taste neben dem „Ä“ antesten. Im ganzen Heft ist somit ein bunter Mix zwischen Apostrophen, Akzenten und Minutenzeichen vorhanden, auch wenn sich das Lektorat sichtlich Mühe gegeben hat, dieses auszubügeln. Also liebe Schreiberlinge, macht es doch gleich von Anfang an richtig, spart euren Lektoren Arbeit und mir Nerven. Siehe hier.

Sonstiges: Die Erstausgabe macht trotz kleinerer Kritikpunkte einen überwiegend gelungenen Eindruck, Klebebindung und Hochglanzpapier geben ein hochwertiges Erscheinungsbild. Ein übersetzter Eindruck entsteht meinem Empfinden her nach nicht. Einen Probekauf sollte man auf alle Fälle in Erwägung ziehen, gamesTM ist kein Einheitsbrei!

P.S. Eine zweite Meinung gibt es auch im HomiBlog.

Daten und Fakten:
Start: 5. März 2008
Erstausgabe: 04/2008
Verlag: Airmotion GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 3,80
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Lifelog Spielehefte 2007 – Jahresrückblick Teil 2 von 2

Natürlich war auch 2007 nicht alles schlecht und es hat durchaus die ein oder andere Perle neu an den Kiosk geschafft, die Spieleheftlaunches im Überblick:

Buffed 09+10/2007Buffed
Chefredakteur: Heinrich Lenhardt
Segment: MMORPG-Spielemagazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 09+10/2007 (22.08.2007)
Ausgaben derzeit: #3

Lenhardt kann’s noch immer. Buffed – Das Magazin für Rollenspieler ist zweifellos der Heftlaunch des Jahres 2007. Im Gegensatz zur eingestellten eGames hat man sich ganz klar auf den Schwerpunkt Onlinerollenspiele konzentriert und versorgt damit die Leser alle zwei Monate. Das Heft ist im Hochpreissegment angesiedelt, hat allerdings nicht unter den computectypischen Sparmaßnahmen zu leiden. 132 Seiten bestes Papier und sieben Sammelkarten. Das Layout ist erfrischend und nicht das triste Grau-in-Grau. Ebenfalls ungewöhnlich für Computec, der Leser wird endlich mal nicht gesiezt. Die Verkäufe geben dieser Strategie recht, Ausgabe #1 war nahezu ausverkauft und Heft #2 war vielerorts ebenfalls vergriffen. Hoffen wir, dass es so bleibt und sich die anderen Heftes des Verlages an Buffed ein Beispiel nehmen dürfen.

Kids Gamer 01/2007Kids Gamer
Leitende Redakteurin: Silke Menne
Segment: Multiformat Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2007 (12.09.2007)
Ausgaben derzeit: #2

Ein Heft, das die Welt nicht braucht, Kids Gamer reiht sich nahtlos in die uninteressante Massenware des Verlages ein. Das Layout hätte schon im Jahr 2000 niemand mehr von den Socken gehauen und Zielgruppe sind mal wieder die ganz jungen Spieler, die sich beharrlich weigern irgendwelche Zeitschriften zu kaufen. Den großen Erfolg dürfte Computec angesichts 50.000er Druckauflage und vierteljährlicher Erscheinungsweise nicht erwarten. Noch uninteressierter als die Käufer zeigten sich bei Heft #2 die Anzeigenkunden, es gibt nur verlagseigene Werbung.

NMAG 10/2007NMAG
Chefredakteure: Jonas Weise, Marvin Dere
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media
Preis: € 1,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 10/2007 (28.09.2007)
Ausgaben derzeit: #4

Print 2.0? Ausnahmsweise geht Print diesmal nicht digital, sondern den Weg zurück. Aus einem Fanprojekt und einem PDF wird ein gedrucktes Heft. Ausnahmeweise mal kein Prozentsystem oder eine Februar-Ausgabe mit dem EVT vor Weihnachten. NMag ist eine wohltuende Abwechselung am Kiosk. Leider ist man ziemlich vom Lektorat abhängig, in Ausgabe #3 hat man sich da nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Kein extra Heftumschlag und wohl eine der günstigsten Papiersorten sorgen sicherlich dafür, dass man schon mit relativ geringen Verkäufen schwarze Zahlen schreibt, verpassen dem Heft leider aber ein etwas billiges Image. Zu Unrecht!

PC Games Hardware Extreme 01/2008PC Games Hardware Extreme
Chefredakteur: Thilo Bayer
Segment: PC Spielehardware-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2008 (19.12.2007)
Ausgaben derzeit: #1

Scheinbar scheint es auch einen Markt für Übertaktungsfreaks zu geben, denen einige Seiten im Mutterheft nicht reichen und mehr wollen. PCGX erscheint im Pocket-Format, welches die Konkurrenz für ihre WoW-Sonderheftreihe recht erfolgreich einsetzt. Ob der Markt für dieses wirklich „Special“-Interest-Heft groß genug ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

play³ 05/2007play³
Leitender Redakteur: Maik Bütefür
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,30
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 05/2007
Ausgaben derzeit: #9

Eine märchenhafte Geschichte ohne Happy End? Inhalt, Ausstattung und Verkäufe haben gestimmt, um CyPress zu retten hat es angesichts des unfassbaren Ausmaßes des PC PowerPlay-Desasters nicht gereicht. Die PlayZone aus dem Stand mit doppelt so hohen Verkäufen geschlagen und auch der GamePro-Konkurrenz gemacht. Und dann? Ja, dann wanderte das Heft von CyPress zu Computec. Die Redaktion wollte nicht wechseln, also lässt man das Heft von den PlayZone-Redis machen. Nebenbei streicht man dreißig redaktionelle Seiten und erntet die CyPress-Lorbeeren in Form von einer beeindruckenden Anzeigenperformance ab. Als wäre das nicht genug, wird auch noch nach der Preisschraube nach oben gedreht. Bitter.

play vanilla 05+06/2007play vanilla
Chefredakteurin: Petra Fröhlich
Segment: Multiformat-Magazin/Frauenzeitschrift
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05+06/2007 (04.04.2007)
Ausgaben derzeit: #5

Das Spieleheft nur für Frauen oder eine Frauenzeitschrift nur Spiele? Eher letzteres. Schön bunt, wenig Tiefe, Casualgames, Sims und Co. Natürlich auch gerne mit Anzeigen, die nur durch Kennzeichnung mit selbigen Wort als solche zu erkennen sind. In der Unternehmenspräsentation vom 3. Quartal 07 wurden noch 40.000 verkaufte Exemplare angegeben, in den aktuellen Mediadaten (Stand: November 07) sind es gerade mal noch 26.000. Wie immer gilt, Verlagsangaben sind mit Vorsicht zu genießen und die saftige Preiserhöhung von 2,50 auf 3,90 dürftige ihr übriges leisten.

SLM – Das Second Life-Magazin 12/2007SLM – Das Second Life-Magazin
Chefredakteur: Peter Vignold
Segment: Spielemagazin
Verlag: Runwayverlag GmbH
Preis: € 3,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/2007 (15.11.2007)
Ausgaben derzeit: #2

Der Hype um Second Life ist längst wieder abgeflaut, trotzdem entschied man sich im Bendorfer Runwayverlag dazu dem Onlinespiel ein eigenes Heft zu spendieren. Als nicht SL-Spieler kann ich die inhaltliche Qualität der 100 Hochglanzseiten nicht beurteilen, die Kollegen von „Das Zeitschriftenblog“ geben dem Magazin keine sechs Monate.

Wii Player 05+06/2007Wii Player – Das Magazin
Redakteur: Christoph Kraus
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,30
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05+06/2007 (18.04.2007)
Ausgaben derzeit: #5

Entgegen erster Befürchtungen recycelt man nicht die N-Zone noch ein zweites Mal, stattdessen darf man sich eher die Artworks mit der play vanilla teilen. Der Inhalt ist für die viel beschworenen Casualgamer voll in Ordnung. Nun müsste man ihnen noch erzählen, dass es das Heft überhaupt gibt und sie es kaufen oder zumindest mal angucken sollten. Die 68 häufig schon am Kiosk ziemlich zerknickten Seiten finden bislang kaum Käufer. Unabhängig davon, was die Mediadaten sagen.

Außerdem erschien noch folgende Papercut Instantmassenware:
A-Z der Nintendo DS Cheats, Mega PlayStation, Pocket Monster Solutions, PS2 Mega Cheats, X360 Megacheats

Sowie folgende Konsolen-Sonderhefte mit genrefremden Mutterheft:
c’t Special: PlayStation 3; TV Pur präsentiert JUMP