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Neu im Handel: AGM – Das Medienmagazin

AGM 04/2011Das erste „Neu im Handel“ dieses Jahres gebührt AGM, dem Area Games Magazin. Das Heft gehört zum Spieleportal areagames.de, ist jedoch keine Zweiverwertung der Inhalte. Chefredakteur ist Mikis Wesensbitter. Dem ein oder anderen könnte der Name bekannt vorkommen, falls nicht, er ist auch Chefredakteur der Multimania. Beide Hefte weisen starke Gemeinsamkeiten auf. Das beginnt beim Themenspektrum – neben Spielen werden auch Kinofilme, Bücher, Comics und Animes besprochen –, setzt sich bei der Handschrift des Layouts und leider auch bei der Verfügbarkeit. AGM liegt, zumindest in Leipzig, bei den Kinozeitschriften und nicht bei den Spieleheften herum und ist eher schwierig zu finden. Ähnlich wie bei Multimania ist das Heft auf den klassischen Seiten, wie dem Pressekatalog leider nicht zu finden. Die Unterschieden liegen darin, dass AGM keine Fanzine-Schriftgröße verwendet, eine bessere Ausstattung besitzt und hoffentlich die Erscheinungstermine halten wird.

 

Inhalt und Aufmachung

AGM gliedert sich in fünf Bereiche: Games, Film, Literatur, Lifestyle und Kunst. Weitere Unterteilungen in Vorschau oder Test finden nicht statt. Abgedeckt wird dabei ein bunter Themenstrauß von eher bekannteren Titeln. Bewertet wird mit einem 5-Sterne-System. Auffällig ist vor allen Dingen die sehr großzügige Optik, es wird viel mit großen Bildern und Weißflächen gearbeitet. Das Area-Games-Grün zieht sich als „roter Faden“ durchs ganze Heft. Eine Doppeltseite ist in der Regel nicht mehr als zu einem Drittel mit Text gefüllt. Das muss nicht weiter tragisch sein, man kann auch mit vielen Worten wenig sagen. Genau hier setzt der erste Kritikpunkt an. Am Ende der jeweiligen Rubriken finden sich noch Seiten mit Kurztests (Viertelseitern). Diese sind für meinen Geschmack um einiges knackiger als ihre großen Kollegen und nicht weniger Informativ. Das ist gut für die Kurz- aber schlecht für die Langtests.

 

Kleine Kinderkrankheiten

Beim Blick ins Impressum fällt eine fast endlos lange Liste an redaktionellen Mitarbeitern auf und genau das führt zu einem etwas unrunden Eindruck. Schreibweisen von Konsolen sind nicht einheitlich, genauso wenig, wie die Land&Jahr-Angaben. Vor allem aber die Infotabellen sind unbefriedigend. Bei Spielen beschränken sich die Infos gerade Mal auf Publisher, Plattform und USK – ein bisschen arg wenig. In der Filmrubrik fehlt generell die Längenangabe, bei den Filmtests hat man in der Spaltenbezeichnung das Land vergessen. Auf Technik wird nicht eingegangen, kommt ein bisschen blöd, wenn das Blu-ray-Cover von Black Swan abgebildet ist und im Infokasten DVD steht. Bei Serien wären Infos zur Episodenzahl und Anzahl der DVDs auch nicht verkehrt gewesen. Bei Literatur könnte man sich über eine Preisangabe freuen – durch die Buchpreisbindung sind Schwankungen eher selten. Die Seitenanzahl bei den Kurzrezensionen fehlt, ebenso ist die Info bei Buchreihenvorstellungen nicht vorhanden.
Besonders Ärgerlich: Das von Ex-GEE-Kolumnist geschriebene Buch „Die Soldaten“ gibt es sowohl als einseitige als auch Kurzrezension – vom gleichen Autor.

 

Meinung

AGM gefällt durch seinen breiten Themenmix, die hochwertige Ausstattung (Klebebindung, weißes und glattes Papier) und die hübsche Optik. Zwar ist der Absatz mit den Kritikpunkten recht lang, eigentlich sind es nur Kleinigkeiten, die sich mit Leichtigkeit beheben lassen und nicht mal unter Geschmacksfragen fallen.
Das große Problem liegt meiner Meinung nach vor allen Dingen in zwei Bereichen.
1. Es werden zwar viele Bereiche abgedeckt, aber eben nur mit einer extrem selektierten Auswahl. Die vergleichbare Multimania bietet aufgrund ihrer Fanzine-Aufmachung (winzige Schrift) einfach viel mehr zu lesen und entdecken. Durch den lifestyligen Aufbau der AGM ist das nicht möglich.
2. Als Zeitschriftenliebhaber habe ich meine Freunde am Heft. Ich befürchte allerdings, damit ist der Leserkreis recht überschaubar.

 

Daten und Fakten:

Start: 10. Juni 2011
Erstausgabe: 04/2011
Verlag: Quertz Media GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 5,00
Ausstattung: 124 Seiten
Chefredakteur: Mikis Wesensbitter
Druckauflage: 50.000 (Verlagsangabe)
Webseite: AGM

Lifelog Spielehefte 2010

Diesmal ein klein wenig verspätet, das Lifelog Spielehefte 2010. Die Ausbeute ist dürftig, gerade mal zwei neue Spielehefte kamen auf den Markt, MMO Pro und Inside PS3. Dazu noch zwei periodisch erscheinende Sonderhefte, GameStar Hardware und PC Games PowerPlayer.

 

Inside PS3

Inside PS3 11/2010Projektleiter: Dirk Steiger
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: vierwöchentlich
Erstausgabe: 11/2010 (05.11.2010)
Ausgaben derzeit: #3
Webseite

PS3-Heft von IDG, die Inhalte werden überwiegend von freien Mitarbeitern geliefert. Befindet sich derzeit noch auf der Suche nach sich selbst.

 

GameStar Hardware

GameStar Hardware 01/2011Projektleiter: Daniel Visarius
Segment: PC-Hardware-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media
Preis: € 7,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2011 (30.11.2010)
Ausgaben derzeit: #1
Webseite

Hardware-Heft für PC-Spieler, kommt nur irgendwie zehn Jahre zu spät. Der Print-Boom im Spielesektor ist schlicht vorbei. Zudem gibt es mit der PC Games Hardware eben schon einen seit Jahren etablierten Mitbewerber, der monatlich erscheint und günstiger ist.

 

MMO Pro

MMO Pro 10/2010Chefredaktion: Tanja Menne, Armin Lenz
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: Extent Media Limited & Co. KG
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 10/2010 (14.09.2010)
Ausgaben derzeit: #4
Webseite

WoW-Guides sind scheinbar ein lohnendes Geschäft, denn die MMO-Magazine verkaufen sich auch ohne Beilagen-DVDs für fast 7 Euro ziemlich gut. MMO Pro gleicht seinem Vorbild PC Games MMOre optisch stark, unterscheidet sich jedoch durch die andere Leseranrede und die hübschere Covergestaltung. Auch wenn MMO auf dem Titel prangt, inhaltlich sind Themen abseits von WoW nur in einer Alibi-Menge vorhanden.

 

PC Games PowerPlayer

PC Games PowerPlayer 06+07/2010Projektleitung: Stefan Weiß, Dirk Gooding
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 06+07/2010 (12.05.2010)
Ausgaben derzeit: #4
Webseite

Während Cheatsammlungen inzwischen ausgestorben sind, scheint es noch einen gewissen Markt für Lösungshilfen zu geben. Angereichert wird das ganze noch mit ein paar Reports zu Themen wie Steam oder Half-Life.

Ein Nekrolog gibt es nicht, eingestellt wurden keine Spielezeitschriften – lediglich einige Heftvarianten verschwanden vom Markt. Von Mobile Gamer erschien 2010 keine Ausgabe, dies soll sich im Frühjahr mit dem Nintendo 3DS-Start ändern. Warten wir es ab.

 

Was 2010 sonst noch passierte:

Ultimate Guide Media wollte mit „Ultimate Guide to Online Gaming“ ein MMO-Magazin veröffentlichen. Dieses erschien jedoch nie. +++ Computec hat die letzte CyPress-Altlast entsorgt – cynamite.de ist nun gamesaktuell.de +++ Hannes Linsbauer hat consol.media als Herausgeber verlassen +++ GameStar hat ihr WoW-Heft gleich mehrfach überarbeitet. Aus dem WoW-Sonderheft wurde das MMO-Magazin. Das Format wuchs, die Seitenzahl wurde im Gegenzug um 16 reduziert und hat zum Jahresende die Leseranrede von Sie auf ihr/euch geändert +++ GameStar und GamePro haben einen umfassenden Relaunch erhalten, der dafür sorgte, dass weniger Spiele im Heft landen +++ Panini hat sich aus consolPlus/GamersPlus herausgezogen +++ PC Action + Film wurde eingestellt, zudem wurde das Coverdesign überarbeitet +++ Richard Löwenstein hat den Airmotion Games Verlag und damit 360 Live und PS3M verlassen +++ play3 hat drei Monate in einigen Städten eine Magazin-Ausgabe getestet und sich gegen eine Variante ohne DVD entschieden +++ Papercut schoss das WoW-Posterheft Games Magic ab, um es drei Monate später als Games Hero wieder aufleben zu lassen. Davon erschien jedoch nur ein Heft +++ Papercut veröffentlichte ein Heft mit dem Titel Die besten Spiele-Apps zum Preis von € 6,90 bei 84 Seiten +++ Die nur im Abo erhältliche DVD-Variante der N-Zone wurde eingestellt +++ Elektrospieler erscheint seit Mitte 2010 theoretisch zweimonatlich, praktisch ist aber kein Heft pünktlich in den Handel gekommen +++ GEE hat ihr Layout überarbeitet

 

Eins Auswahl der Sonderhefte:

PlayStation 3 XL – GamePro Sonderheft mit 196 Seiten +++ GameStar Sonderheft Star Craft 2 und WoW Cataclysm +++ PC Games: Rollenspiele; Gratis online spielen; iPhone, iPad & iPod Spiele; Cabal Online; Metin 2; Anno 1404; Star Craft II; Simulatoren +++ play3: Final Fantasy XIII; HD Gaming +++ Lissy DS Sonderheft +++ CBS Topspiele +++ Game Master DS; Jahresrückblick

Neu im Handel: Inside PS3

Lange hat’s gedauert, aber nun kommt endlich ein neues PlayStation-Magazin in den Handel – von einem nicht ganz so kleinem Verlag, genauer gesagt von IDG. Von Außen weiß es zu gefallen und enthält alle Elemente, die den Autor dieses Blogs glücklich machen. Das Heft erscheint Anfang November und es steht 11/2010 vorne drauf und nicht Dezember oder gar Januar. Die Ausgabennummer ist drauf, es wird also hübsch durchgezählt, wie man das von englischen Magazinen kennt (#1). Das Cover ist zwar auch mit Text gefüllt, jedoch fügt dieser sich harmonisch ein und weiß farblich mit dem Artwork zu harmonisieren. Von Außen überzeugt Inside PS3, doch wie sieht es mit den inneren Werten aus? Der Teufel steckt, wie so oft, im Detail…

„Wir sind PlayStation!“

Schön, ihr seid PlayStation, ich bin Magaziniac – damit wäre die Rollenverteilung geklärt. Im Editorial wird man von Dirk Steiger begrüßt, ansonsten bekommt man keine Redakteursgesichter zu sehen. Einzig Redakteur Tobias Veltin verirrt sich noch ein mal als „Rennfahrer“ mit einem Foto ins Heft, denn eine Teamseite oder ähnliches gibt es nicht. Das Editorial endet mit den Worten „Wir freuen uns auf deinen Kommentar“. Damit bestätigt sich leider, was auch schon auf dem Cover angedeutet wurde: Man hat sich bei der Leseranrede für das deutlich jüngere du/dein, anstelle des neutraleren ihr/euer entschieden. Ebenfalls fällt gleich im Editorial auf: Es wird das GamePro-Papier verwendet. Das ist zwar schön glatt, aber eben nicht weiß und das kommt großen Screenshots und Weißflächen nicht zu gute, es wurde wieder am falschen Ende gespart. Wo wir beim Thema sparen sind, der DVD-Inhalt gestaltet sich auch als sehr übersichtlich. Er besteht lediglich aus sechs Testvideos und elf Trailern.

Auf den Inhalt folgt der obligatorische Newsteil, der von einer Kolumne des „Heftmaskottchens“, einem namenlosen Anzugträger, angereicht wird. Es folgt eine Seite Technik über einen Rennspielesitz, bevor es passender Weise mit einem großen Gran Turismo 5-Artikel weitergeht. Dieser unterteilt sich auf Vorschau (8 Seiten, davon eine Doppelseite Einstieg), Lifestylebericht über Rennen auf dem Nürburgring (8 Seiten) und Doppelseite Gran Turismo 1 Flashback.

Ungewohnt und nicht sehr der schnellen Orientierung dienlich: Die Rubrikbezeichnung befindet sich jeweils oben am inneren Rand, die Seitenzahlen dick und fett am äußeren Rand. Prinzipiell weiß das Layout mit seinen doppelseitigen Einstiegen und sehr großen Bildern zu gefallen und auch die Headline- und Initialschrift mit ihren schraffierten Stil sind hübsch anzuschauen. Haken an der Geschichte: Es wirkt auf dem schlechten Papier einfach nicht richtig. Die Optik schreit regelrecht nach einem weißen, dicken und leicht glänzendem Papier. Man kann nicht Lifestyle und Wertigkeit vermitteln, wenn der Präsentationsrahmen nicht stimmt. Etwas unglücklich ist auch der mehr oder minder nahtlose Übergang zwischen Vorschau und Test, der lediglich durch eine Technikseite und eine Anzeige geschieht. Eine Seite zur Testeinleitung mit „So werten wir“ fehlt. Gerade die wäre sinnvoll gewesen, der Wertungskasten von Inside PS3 besteht nur aus Pro- und Kontra-Punkten, einem Fazit und der Endwertung im echten 10er System, d. h. 1-Punkte-Schritte, keine Stellen nach dem Komma. Ich mag das Wertungssystem, aber wenn man sich für etwas, das von der gewohnten Norm abweicht entscheidet, sollte man dies zumindest im ersten Heft ein bisschen erklären.

Die Tests sind überwiegend sehr hübsch gestaltet, sehr bildlastig mit recht kurzen Texten (von zwei Seiten Test ist etwas eine halbe Seite Text). Wie seit den Relaunches bei IDG üblich, ist alles im linksbündigen Flattersatz gehalten und es tauchen wahllos sinnbefreite Zitatkästen auf. Wahlweise auch der Mensch mit Hemd und Krawatte aus der Kolumne, der unnützes Wissen als „Der Insider“ einstreut. Nach den Tests folgt eine Doppelseite PlayStation-Network, eine Seite PlayStation Home und eine Seite PlayStation Plus. Das war’s mit dem Onlineteil, da sind Play3, PS3M und PlayBlu allesamt informativer. Anschließend gibt’s wieder eine Technikseite, ein Bericht über die PES-Meisterschaft auf Mallorca, eine weitere Doppelseite über Motion Capturing und wer hätte das gedacht, noch eine Doppelseite mit einigen kleinen Blu-Ray-Vorstellungen. Das Heft endet dann mit einem Vierseiter über 3D-Technik samt Rechtschreibfehler in der Headline und den obligatorischen Pflichtspielen. Dort taucht dann auch die PSP kurz auf.

Fazit:

Hm… was soll ich sagen. Inside PS3 ist ganz hübsch anzuschauen und gewiss nicht schlecht. Das Problem ist irgendwo nur, Inside PS3 ist ein Fall für „Nice to have“, aber wenn nicht, vermisst man auch nichts. Die Artikel sind kurz, bildlastig, mit der Du-Anrede eher gewöhnungsbedürftig und wirkliche Gründe, warum man das Heft unbedingt haben müsste, hab ich auch nicht gefunden. Es wird nichts Außergewöhnliches geboten. Die DVD ist mit Trailern und wenigen Testvideos auch nur sehr knapp bestückt, wenn das so bleibt, braucht die play3 sich keine Sorgen machen. Inside PS3 ist wie Fastfood: Lecker, macht aber nicht satt.

Daten und Fakten:

Start: 5. November 2010
Erstausgabe: 11/2010
Verlag: IDG Entertainment Media
Segment: PlayStation 3-Magazin
Erscheinungsweise: vierwöchentlich (13x/Jahr)
Copy-Preis: € 4,99
Ausstattung: 100 Seiten, DVD
Projektleiter: Dirk Steiger
Druckauflage: 60.000 (Verlagsangabe)
Webseite: InsidePS3.de

Lifelog Spielehefte 2009

Geprägt von der Krise, anders kann man das Spielemagazin-Jahr 2009 nicht beschreiben, große Neugründungen gab es in diesem Jahr keine. So kam nicht ein einziges monatliches Spielehefte auf den Markt. Am Ende haben es dann doch vier Hefte in diese Liste geschafft, von denen sich zwei aber erstmal noch beweisen müssen, denn es gibt von ihnen bislang erst jeweils eine Ausgabe.

Die Sims – Das offizielle Magazin

Die Sims – Das offizielle Magazin 01/2009Chefredakteur: Dirk Steiger
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: IDG Entertainment Media
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2009 (02.06.2009)
Ausgaben derzeit: #4
Webseite

Ein offizielles Sims-Magazin… Nunja, der Inhalt ist sehr stark auf die weibliche Spielerschaft ausgerichtet, soll heißen, äußerst Modebezogen und mit vielen Lifestyleelementen. Übrigens, liebe Grüße von Deinem EA ;)

Elektrospieler

Elektrospieler 01/2009Chefredakteur: Robert Bannert
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: CSW-Verlag
Preis: € 6,95
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2009 (20.11.2009)
Ausgaben derzeit: #1
Webseite

Ambitioniertes Multiformat-Magazin, bei dem Tests nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Hochwertig ausgestattet und sehr bildlastig. Polarisierend.

PC Games Spezial: Runes of Magic

PC Games Runes of Magic 01/2009Chefredakteur: ?
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2009 (06.05.2009)
Ausgaben derzeit: #4

Eine Erfolgsgeschichte wiederholt sich? Wie gut das RoM-Heft läuft, darüber schweigt sich Computec aus. Dennoch entwickelte sich aus einem Special eine regelmäßige Sonderheftreihe, die derzeit zweimonatlich erscheint.

Return

Return 04/2009Chefredakteur: Frank Erstling
Segment: Retro-Multiformat-Magazin
Herausgeber: SIGN SET Werbegrafiken
Preis: € 4,90
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 04/2009 (12.10.2009)
Ausgaben derzeit: #1
Webseite

Retro-Magazin für die 8-Bit-Generation. Sehr hochwertig aufgemacht für ein „Hobbyprojekt“. Derzeit nur auf Bestellung und noch nicht am Kiosk erhältlich.

Und sonst?

VU Verlagsunion versorgte uns wieder mit übersetzter Ware von Papercut und LCD Publishing aus England, allerdings erschienen deutlich weniger Hefte als noch ein Jahr zuvor. Papercut steuerte lediglich Ausgabe #2 vom WoW-Poster »Games Magic« und das Pokémon Poster »TV Mania« bei. Ein weiteres Posterheft mit dem Titel »TV Gamer« erschien nie.
LCD Publishing beglückte uns mit dem 36-Seiten-Heft »Games Total« und den Poster-Magazinen »Manga Mania« und „Action Power Extra“. Ersteres ist bereits nach einer Ausgabe wieder eingestellt, letzteres erschien vor zwei Wochen schon zum dritten Mal.

Als One-Shot von VPM Young Media erschien das »Lissy DS Magazin«. Panini brachte uns das Mädchen-Spieleheft »Games4Girls«, welches nach zwei Ausgaben aber bereits wieder eingestellt wird.

Computec schonte den Geldbeutel seiner Leser, es gab weniger Premium-Ausgaben: PC Action und play3 brachten es auf jeweils drei, von N-Zone erschienen nur noch zwei. Einzig die PC Games brachte es auf die vollen vier Premium-Hefte.

Das Sonderheftprogramm 2009, eine mehr oder minder komplette Übersicht:
Von der Games Aktuell erschien mit „Die Geschichte der Videospiele“ lediglich ein Sonderheft, auch von der N-Zone erschien nur eines zum Thema Pokémon. GamePro hat ein PS3-Kompendium veröffentlicht. Von Buffed gab es immerhin zwei Mal Tipps und Tricks. Gleich vier Mal durfte die play3-Redaktion ran: Ein Horror-Special, Tipps und Tricks, PS3-Slim und Assassin’s Creed 2. Nicht ran durfte die PC Action-Redaktion, es erschienen keine Sonderhefte.

Abgeschossen hat den Vogel wieder einmal mehr die PC Games. Zwei Mal bunte Tipps- und Lösungssammlungen, eine WoW-Bibel und ein WoW-Reiseführer, einmal Anno 1404, einmal Risen, einmal Tipps zu Aion und einmal zu 4Stories.

Neu im Handel: Return

Return 04/2009Die Zeiten, in denen es große Magazinneugründungen im Segment der Spieleheft gab, sind lange vorbei. Zuletzt dominierten unter den Neuerscheinungen eher Ramschtitel oder Zweitverwertungen den Kiosk. Umso erfreulicher ist es, wenn ein kleines „independent“ Heft den Markt betritt – so geschehen mit Return.

Der Titel umfasst 48 Seiten, kostet € 4,90, erscheint vierteljährlich und ist zunächst nur über Direktbestellung auf return-magazin.de und Abo zu haben. Im Gegensatz zum Mitbewerber Retro ist Return durchgängig farbig und auf eine Papiersorte gedruckt, die durchaus hochwertiger als so manches Umschlagspapier ist.

Return ist eine Retrozeitschrift über die 8-Bit-Generation, das Themenspektrum ist sehr C64-lastig, NES, Atari 2600 und Co. finden dennoch ihren Platz.

Was will Return?

Diese Frage ist ernst gemeint und zielt auch nicht darauf die Macher des Heftes, mit denen ich auf der GameCom ein wenig plauschen durfte, niederzumachen.

Die Optik ist ansprechend und kann ein LiveEmotion-Heft locker ausstechen, trotz einer nicht ganz so lesefreundlichen Schriftart. Nun steht ein und fällt ein Heft nicht mit den Kleinigkeiten, an denen ich mich gerne aufhänge, wie Deppenapostrophe, der Missbrauch von Akzenten als Apostrophzeichen, die Verwechslung von Binde- und Gedankenstrichen oder ss/ß-Fehlern, die in Return allesamt zuhauf zu finden sind. Auch nicht damit, dass man wild mit der Leseransprache zwischen Sie, man, ihr/Ihr, euch/Euch hin- und herspringt, sondern ganz einfach mit den Inhalten. Und die konnten mich bei der Erstausgabe von Return einfach nicht überzeugen.

So ist eine Newsrubrik in einem Quartalsheft eher unglücklich. Was interessiert mich zum Beispiel Mitte Oktober noch der GamesCom-Stand von René Meyer und seiner Konsolensammlung? Das ist zwei Monate nach dem Ereignis weder neu noch großartig interessant, da Renés Sammlung bereits häufiger an allen möglichen Stellen thematisiert wurde. Schade um die zwei-drittel Seite Platz. Glücklicher wäre es da vielleicht gewesen das ganze als „Szene Talk“ aufzubauen und von zeitempfindlichen Themen, wie eben alten Messeberichten oder Nonsens „Pac-Man Durchspielzeit-Rekord eingestellt“ einfach die Finger zu lassen.

Ebenfalls nicht überzeugen kann das Interview mit Boris Schneider-Johne. Wer ein wenig im Netz aktiv ist oder ab und an mal in den Retro-Teil eines der normalen Spielehefte schaut, ist schon über ein Boris-Interview gestolpert. Ich gehe einfach davon aus, wer sich für ein Heft wie Return interessiert, das man nur übers Internet finden kann, der kennt auch die einschlägigen Seiten. Das abgedruckte Interview bietet einfach keine neuen Erkenntnisse. Zudem werden die Fragen teils gar nicht richtig beantwortet, ob das Platzmangel oder Boris’ Antworten geschuldet ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Wenn Boris nach einem PowerPlay-Highlight und der Hochzeitphase des Heftes gefragt wird und nur auf die schönen USA-Reisen eingegangen wird, die er im PP-Dienste machen durfte, passt da etwas nicht.

Eine Hand voll Reviews zu neuen (?) C64-Titeln sind in Ordnung, mehr aber auch nicht. Wirklich nett fand ich den unter anderem den Bericht über Donkey Kong Arcade und die Umsetzung auf die verschiedenen Systeme wie beispielsweise Schneider CPC, Sinclair Spectrum und Atari 7800. Genauso, wie den Artikel über den Homebrew-Titel „Lynxopoly“ für Atari Lynx.

Den Artikel „20 Jahre Gameboy“ hätte man sich lieber schenken sollen, das könnte in der Form auch exakt dem Extended-Teil der M! Games (MAN!AC) oder einem GamePro- bzw. Games Aktuell-Special entsprungen sein. So was haut mich nicht vom Hocker und animiert mich nicht dazu noch extra eine Zeitschrift zu kaufen.

Falsche Erwartungshaltung?

Nun hab ich so viel am Heft rumgenörgelt, sodass ich mir selbst die Frage stelle, hatte ich die falschen Erwartungen an Return, hab ich für ein so kleines Projekt die falschen Maßstäbe angelegt? Was hatte ich mir von dem Heft eigentlich erhofft?

Ehrlich gesagt, so genau kann ich das gar nicht beschreiben. Altersbedingt (Jg. 1988) bin ich ohne Telematch, ASM sowie 64’er aufgewachsen und hab von dieser Spielergeneration nichts mitbekommen. Deswegen hätte ich mir gewünscht, mehr aus dieser Zeit fühlen zu können. Was bei mir zurückbleibt, ist der Gedanke „Hey, da hätte man doch so viel draus machen können“. Die Erstausgabe wirkt auf mich einfach, wie eine Zusammenstellung der Retroteile von M! Games und Co. und genau so was will und brauche ich nicht.

Trotzalledem drücke ich den Jungs natürlich für die zweite Ausgabe beide Daumen und werde mir auch noch ein zweites Exemplar bestellen und bezahlen – davon, dass sie mir ein Freiexemplar geschickt haben, können sie das Projekt schließlich auch nicht finanzieren. Würde mich freuen, wenn der ein oder andere Leser vor hier dem Heft dennoch eine Chance gibt und eine Ausgabe ordert.

Daten und Fakten:

Start: 12. Oktober 2009
Erstausgabe: 4/2009
Herausgeber: SIGN SET Werbegrafiken
Segment: Retro-Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: € 4,90
Chefredakteur: Frank Erstling
Druckauflage: Liebhaberobjekt ;-)

Neu im Handel: Games4Girls

Willkommen zum neusten Versuch ein Spielerinnenmagazin zu etablieren. Kandidat der aktuellen Runde ist Paninis weibliches Gegenstück zu Game Master. Kurz um, es geht um ein Magazin für Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren.

Das Cover mit Hannah Montana in rosa-neongrün ist natürlich eine Zumutung, wird aber glücklicher Weise vom beigelegten Extra (drei Harry Potter Sticker für den DS Lite und zwei Touchpens) weitestgehend verdeckt.

Hallo! Du hältst gerade die allererste Ausgabe von Games4Girls in den Händen, dem ersten Magazin rund ums Thema Videospiele nur für dich! […] Und nun viel Lesevergnügen, deine Ginger

Games4Girls 01/2009 Hallo lieber Ginger,
ich bin der Evil und du bist hier im Magaziniac.Blog. Ich denke, dir wird es hier nicht gefallen (kein Rosa, kein Bling-Bling und Glitzer), aber du darfst dich hier trotzdem gerne umschauen. Während du damit beschäftigt bist, schaue ich mich mal in deinem Reich um. Ich bin mir jedoch sicher, unsere Meinung übereinander wird auf Gegenseitigkeit beruhen.

Ich persönlich finde zum Beispiel diesen Psychotest, wie viel „Hannah Montana“ ich bin, mit diesen allgemeinen Fragen, die auch zu jedem anderen Star/Thema/was auch immer passen würden, völlig scheiße.

Natürlich mag ich modische Klamotten, die teuer sind, ich gehe jedoch davon aus, dass meine Mode dir eher missfallen wird. Natürlich „style“ ich mich auch, meine Definition von Styling ist aber nicht mein Gesicht mit Makeup bis zur Unkenntlichkeit zu entstellen – obwohl, frag mich noch mal kurz vor dem nächsten „Wave Gothic Treffen“, vielleicht habe ich dann meine Meinung geändert. Ach, und natürlich verreise ich auch gerne, im Gegensatz zu „Hannah“ wird mir die Kohle nicht in den Arsch geschoben, folglich kann ich nicht mal eben in einen Privatjet steigen. Vielleicht legt aber auch bald der Leipziger Hauptbahnhof einen roten Teppich aus, wenn ich zu meinem wöchentlichen Einkauf vorbeischaue.

Ginger, du scheinst mir wirklich eine Klischeefrau zu sein, erst erzählst du mir was von Videospielen und Ruck-Zuck verlierst du dich in irgendwelchen Nebengeschichten. Vielleicht haben wir von Videospielen auch nur eine etwas andere Definition oder nennst du den Bildschirm in eine Karaokebar auch Videospiel? Dann kann ich natürlich verstehen, warum du dich lang und breit über „High School Musical“ auslässt. Toll finde ich auch deine Rätselseite, vor allem hat es mir dieses Gitterrätsel angetan. Welches Wort ist nicht drin versteckt? Hannah, Twilight, Topmodel? Du versteht, auf was ich hinaus möchte?

Äußerst geschickt ist es übrigens, wie du direkt neben dem Harry Potter-Artikel eine Anzeige für die dazugehörige Stickercollection platziert hast. Vielleicht hättest du das noch in Advertorialform machen müssen. Aber wahrscheinlich kennst du das Wort gar nicht und zum Anderen hätte der Evil dann auch mit dir geschimpft.

Gerade hat der Evil allerdings einen Fuß auf dem Schlauch stehen und fragt sich, was das Nonsensgelaber einiger Sternchen, pardon, die Fun-Star-Sprüche mit Videospielen zu tun haben. Die Idee mit den Mii-Stars auf der selben Seite finde ich toll, ich bin sicher, dass deine Leser alle auf Anhieb dir sagen können, wer dieser Nicolas Sarkozy sein soll.

Eigentlich wollte ich gerade mit dem Nörgeln aufhören, schließlich bist du dann doch irgendwann zum Punkt gekommen und präsentierst mir eine Doppelseite mit kurzen News zu ganzen fünf Spielen und einer Wii-Erweiterung. Nur eine Seite später geht aber auch schon zu einem Gewinnspiel. Aber was lange währt und so weiter… irgendwann kommst du dann ja doch noch zu mehreren Spieltests am Stück. Okay, der Infogehalt tendiert gegen 0 und die Wertung mit den bis zu fünf Sternen interessiert wohl auch keine Sau, aber da sind wir doch schon bei dem interessantesten Punkt angekommen: Braucht es für diese Mädchenspiele wirklich eine Kaufberatung? Wenn du nun sagst, das nächste Spiel in dem irgendwie eine High School Musical-Tussi drin vorkommt wird scheiße, würde es deine Zielgruppe wirklich vom Kauf abhalten? Ich denke eher, dass so lange gequengelt wird, bis die Rotze im Einkaufswagen landet und Mama und Papa endlich ruhe haben.

Vorhin bei der Auswertung des Psychotests hast du mir noch was davon erzählt, dass ich aufpassen soll, nicht zu oberflächlich zu werden. Gut, das ist schon ein paar Seiten her, aber ich möchte dich trotzdem bei den Mode-Spielen noch mal dran erinnern, vor allem bei dem Interview mit einem der Topmodels. Du hast sie fragt, was sie an dem neuen Top-Models-Spiel so toll findet – Nägel lackieren war da unter anderem eine Antwort. Vielleicht hättest du der guten Dame auch noch mal ein paar Tipps mit auf den Weg geben sollen.

Konsequenz ist wohl eher nicht so deine Stärke. Im Test zu „Sophies Freunde: Mein Shopping-Paradies“ erzählst du mir noch, dass die Minispiele keine Herausforderung sind, der Shop langweilig aussieht und das Spielprinzip immer das gleiche ist. Sprich das Spiel ist nach wenigen Minuten langweilig und die 30 Euro landen dafür schnell in der Tonne. Warum gibst du also noch 3/5 Punkten?

Es freut mich aber dennoch, dass du mit „Another Code: R“ wenigstens auch noch mal was weniger casuallastiges ins Heft gelassen hast. Aber diese Horoskopseite mit Tokio Hotel-Illustration hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ich bin übrigens sehr Diskussionsfreudig und werde keinem Streit aus dem Weg gehen, auch wenn mich jemand so richtig ärgert. ;)

Fehlen darf in einem Spieleheft natürlich auch nicht die Filmseite, genauso wenig, wie Internetsurftipps. Als müsstest du das SchülerVZ noch irgendwem empfehlen…

Insgesamt würde ich sagen, Ginger, du bist ein ziemlich oberflächliches und aussehensorientiertes Mädel. Ich spiele lieber mit deinem Bruder „Game Master“. Mit ihm kann ich wenigstens etwas tiefgreifendere Gespräche führen und wenn ich mal nicht weiter weiß, kann er mir auch weiterhelfen. Dennoch bin gespannt, wie du dich bis zur zweiten Ausgabe am 18. November entwickeln wirst, vielleicht ist die Hannah-Phase dann schon vorüber.

Bis dahin viel Erfolg,
dein Evil

Daten und Fakten:

Start: 5. August 2009
Erstausgabe: 1/2009
Verlag: Panini Verlags GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: € 3,50
Chefredakteur: Jo Löffler / Leitung: Fabian Käufer, Peer Kröger
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Neu im Handel: Lissy DS Magazin

»DS Magazin«, das gab’s doch schon mal. Richtig. Und da es das Kinderheft »Neox« nicht mehr gibt, könnte es einem auch relativ Schnuppe sein, dass Ausgabe 01/2009 unter dem Label der Zeitschrift »Lissy« läuft. Könnte.

Leider hat das neue »DS Magazin« von »Lissy« nicht mehr viel mit dem von »Neox« am Hut. Letzteres war zwar auch schon nicht der Weisheit letzter Schluss, man konnte es aber immerhin als männliches Wesen noch ohne größere Schamattacken in den Einkaufswagen legen. Nun heißt es: „Augen zu und durch!“

Mädels, ran an die Geräte!

Lissy DS Magazin 01/2009 Rollenklischees müssen einfach aufrecht erhalten werden und so verwundert es kaum, dass Rosa und Pink die dominierenden Farben sind. Auch das beigelegte Plastikextra schlägt in diese Kerbe. In einem rosa Karton befinden sich drei Touchpens. Einmal in glitzergrün, einmal mit Einhornkopf und einmal in pink – nachtleuchtend.

Das Heft hat einen, sagen wir mal ganz entscheidenden Vorteil: Man erfährt von DS-Spielen, von deren Existenz man außerhalb von Werbeprospekten großer Elektronikmärkten, sonst nichts mitbekommen würde. Ob „Abenteuer auf dem Reiterhof: Das Schwarze Wildpferd“, „Horse Life: Freunde für immer“ oder „My Boyfriend: Meine erste große Liebe“, die ausgewählten Spiele sind allesamt nur für eine Zielgruppe tauglich.

Die Artikel sind, wie für ein Kinderheft üblich, extrem kurz und dünn, dafür aber schön bunt bebildert. Bewertet wird in Schulnoten. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die obligatorischen Poster in der Heftmitte. Ansonsten gibt’s noch ein paar Cheats, ein DSi-Feature auf immerhin vier Seiten, eine Hand voll Downloadspiele und Vorschauen zu weiteren Mädchenspielen, wie „Baby Wildkatzen“ oder dem 100. „Sophies Freunde“-Teil.

Fazit:

»Lissy DS Magazin« reiht sich nahtlos in die Versuchsreihe ein, junge und weibliche Leser zu erreichen. Vielleicht klappt das mit dem Mädel auf dem Einhorn als Covermotiv diesmal sogar. Anzeigenkunden sehen das Unterfangen eher kritisch – darauf lässt zumindest nur eine vorhandene Anzeige schließen. Für den normalen Leser ist das Heft nichts, wer dringend neue Touchpens braucht, investiert die € 2,95 und bekommt obendrauf noch 52 Seiten zur Belustigung, ein faires Angebot. Mitgeschrieben am Heft hat übrigens auch der freie M! Games/Man!ac-Redakteur Oliver Ehrle.

Daten und Fakten:

Start: 3. Juli 2009
Erstausgabe: 1/2009
Verlag: VPM Young Media
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: sporadisch
Copy-Preis: € 2,95
Chefredakteur: Thomas Hartmann, Jürgen Winzer
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Neu im Handel: Games Total

Willkommen zum ersten „Neu im Handel“ im Jahre 2009. Objekt der „Begierde“ ist »Games Total«. Wem das jetzt englisch vorkommt, der sei gleich gewarnt: Es ist nicht Papercut, sondern LCD Publishing – das macht es nicht besser, sondern eher schlimmer.

Die Katze im Sack

Games Total 01/2009Damit potenzielle Käufer nicht gleich am Kiosk verschreckt werden, ist das Heft feinsäuberlich in eine Plastiktüte verpackt. Nach öffnen der selbigen ist man allerdings kurz davor umzukippen. Nicht so sehr wegen des Inhaltes, der sich ja erst noch offenbaren muss, sondern aufgrund des abscheulichen Gestanks, den das matte und farbuntreue Inhaltspapier von sich gibt.

Sonderlich viel gibt es über die Macher nicht zu erfahren, weder ist die Verlagsadresse, noch die Druckerei oder der Vertrieb vollständig angegeben. Von Menschen, die dieses Heft erstellt haben, will ich gar nicht erst anfangen, vermutlich ist es computergeneriert.

Die Mär vom Editorial

„Hi Jungs! Wir begrüßen euch zur ersten Ausgabe von Games Total!

Dieses Heft bringt euch News, Berichte und Infos über die neuesten Spiele. Dazu gibt’s ein paar kniffelige Rätsel und coole Poster.

Und außerdem haben wir ein tolles Geschenk für dich!

Bist du soweit? Na dann schau dir an, was es Neues gibt in der Welt der Gamer!“

Schön, dass es bei einem Heft dieser Gattung überhaupt ein Editorial gibt. Dumm nur, wenn es nicht einen Satz von den Versprechungen halten kann.

News gibt es keine, Berichte kann man die gefühlte Abschrift der Packungstexte nicht nennen, Bloom Box und Pure sind alles, aber nicht aktuell, „eins von sechs Bildern sieht anders aus“ ist kein anspruchsvolles Rätsel, verpixelte Poster sind nicht cool und ein Geschenk hab ich auch nicht gefunden.

Der Reihe nach…

»Games Total« weist keinerlei Heftstruktur auf, deswegen hat man sich ein Inhaltsverzeichnis gleich gespart und beginnt mit einem „Rätsel“. Eine der Little Big Planet-Figürchen sieht anders, welche kann das nur sein? Selbst siebenjährige, die zur Zielgruppe des Heftes noch gerade so gehören dürften, werden hier hoffnungslos unterfordert.

Die Berichte, die ihren Namen eigentlich nicht verdient haben, sind nur wenige Sätze kurz und erwecken den Eindruck, man habe versucht die bunten Hintergründe möglichst nicht mit Beschriftung zu verunstalten. Dabei sind diese noch nicht mal sonderlich hübsch, denn die Artworks wurden so groß gezogen, dass die Kanten ausfransen und teilweise haben die Motive weiße Ränder, weil man nicht mehr Zeit als nötig in Photoshop investieren wollte, um die Bilder von ihrem Originalhintergrund zu befreien.

Qualitätsjournalismus

Abgesehen davon, dass die Texte viel zur kurz sind, fällt vor allen eines auf: Sie sind in einem viel zu guten Deutsch für ein Heft aus England verfasst. Bis auf eine versaute Pluralbildung „Skaters“ sind mir keine groben Schnitzer aufgefallen.

Des Rätsels Lösung ist einfach, wie schlecht: Die Beschreibung der Spiel-„Features“ von Boom Blox findet man wortwörtlich auch auf der Amazonseite. Gleiches gilt auch für die Spielbeschreibung, alles was im Heft steht, lässt ggf. in etwas länger auch bei Amazon ablesen. Einziger Unterschied: Um die Produktbeschreibung bei Amazon lesen zu können, muss ich kein Geld bezahlen und die Webseite ist im Gegensatz zum Heft absolut geruchsneutral.

Bunte Mischung

Damit man die Poster, zumindest Lara und Killzone 2 nicht nutzen kann, befinden sie sich vorausschauender Weise auf der Rückseite eines PR-Textes bzw. eines Fehlersuchbildes und nicht in der Mitte des Heftes. Drei Poster sind dann doch an der Stelle, an der sie sein sollten. Nur, was sagt uns die Zahl drei? Richtig, die eine Posterrückseite ist wieder mit einem „Artikel“ belegt.

Es folgen noch ein paar Weitere belanglose Rätsel (Neunteiliges Puzzle und ein Doppelgänger-Suchspiel) und weiteres PR-Material, wie zu Tom Clancy’s Hawx und FIFA 09. Abgeschlossen wird das Heft mit einem Malbild und damit hat man dann endlich die 36 Seiten hinter sich gebracht, für die immerhin € 2,99 verlangt werden.

Angedroht ist eine zweimonatlich Erscheinungsweise, hoffen wir, dass es dazu nicht kommt.

Daten und Fakten:

Start: 17. April 2009
Erstausgabe: #1/2009
Verlag: LCD Publishing Ltd.
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 2,99
Chefredakteur: Nicht vorhanden
Druckauflage: Nicht bekannt

Lifelog Spielehefte 2008 – Jahresrückblick Teil 4

Fallenden Auflagen zum Trotz: 2008 haben verhältnismäßig viele Spielehefte einen Fuß auf den deutschen Markt gesetzt, mehr als noch ein Jahr zuvor. Wirklich neu sind etliche Titel allerdings nicht.

gamesTM gab es 2003/2004 schon mal, ConsolPlus und GamersPlus sind an den deutschen Markt angepasste Versionen ihrer österreichischen Schwesterhefte. GameStar WoW wird seit Anfang 2008 lediglich als eigenständige Sonderheftreihe geführt. X3 ist praktisch der direkte Nachfolger zum OXM. Cheat Commander macht dort weiter, wo der Softsale Cheat Checker Pro aufgehört hat. Infamily, ein Film- und Spielemagazin für Eltern aus dem Auerbach Verlag, ersetzt mehr oder weniger die Zeitschrift Nemo, die in ähnlichen Zielgruppengewässern fischt und aus dem gleichen Verlag stammt.

Die österreichische GamingXP ist das Heft zu einer seit Jahren existierenden Webseite. Gamers.de Print ist auch nur der gedruckte Ableger einer Webseite.

„Echte“ Neustarts sind die PlayStation-Magazine PS3M und PlayBlu, sowie Computecs Casualheft Games and More.

Cheat Commander

Cheat Commander 05/2008Chefredakteur: ?
Segment: Tipps & Tricks-Magazin
Verlag: Softsale GmbH
Preis: € 3,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05/2008 (26.08.2008)
Ausgaben derzeit: #2

Mutig oder einfach nur trotzig? Wirklich vom Hocker reißen kann man dieser Tage nur noch eine Hand voll Leute mit Tipps- und Tricks-Heften, außer es dreht sich um World of Warcraft. Trotzdem hält die Softsale GmbH seit Jahren an ihrer Cheatsammlung fest. Wenn’s scheinbar zu schlecht läuft, bekommt das Heft eben einen neuen Namen verpasst. Aktuell hat man sich vom zu sperrigen Namen „Softsale Cheat Checker Pro“ getrennt und nennt das Heft Cheat Commander. Der EVT wurde von Freitag auf Dienstag verlegt und die Erscheinungsweise wieder auf zweimonatlich erhöht. Ob’s das Heft retten kann? Vielleicht sollte man auch mal WoW als Auflagendoping testen, Computec und IDG sind damit jedenfalls sehr zufrieden.

ConsolPlus

ConsolPlus 01/2008Chefredakteure: Alexander Amon / Jo Löffler
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Consol.media / Panini Verlag
Preis: € 2,95
Erscheinungsweise: 8x jährlich
Erstausgabe: 01/2008 (12.09.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Dieses Jahr entschied man sich beim Panini Verlag die österreichische Ausnahmeerscheinung von Spielemagazin auch nach Deutschland zu bringen. Die Druckauflage zu beginn mit 150.000 Exemplare ist äußerst mutig gewesen. Aktuell werden 35.261 verkaufte Exemplare und eine Druckauflage von 120.000 Exemplaren angegeben. Spannend wäre zu erfahren, auf welchem Niveau die Auflage sich letztlich einpendelt und ob es für Panini genug sind, um das sehr gut ausgestattete und sehr günstige Heft auf Dauer zu halten.

Die deutsche Ausgabe muss im Vergleich zu ihrer AT-Version bei den Covermotiven zurückstecken und natürlich aufgrund unseres Jugendschutzgesetzes auf ein paar Artikel oder auf die Nennung einiger Spiele verzichten. Posterbeilagen gab’s bei uns bisher auch keine.

GamersPlus

GamersPlus 01/2008Chefredakteure: Thomas Cap, Johannes Posch, Jo Löffler
Segment: PC-Spiele-Magazin
Verlag: Consol.media / Panini Verlag
Preis: € 2,95
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Erstausgabe: 01/2008 (24.10.2008)
Ausgaben derzeit: #2

GamersPlus ist die deutsche Version der Gamers.AT. Alles was für die ConsolPlus gilt, kann man auch auf die GamersPlus übertragen. Die Druckauflage ist von 150.000 inzwischen auf 120.000 runter. Eine Meldung zu den Verkaufszahlen gibt es noch keine, lässt aber darauf schließen, dass es keine 70.000 Exemplare sind. Problematisch ist bei der GamerPlus vor allem die Erscheinungsweise mit sechs unregelmäßig erscheinenden Ausgaben pro Jahr. Das sind angesichts der übermächtigen Konkurrenz durch GameStar und PC Games viel zu wenig. Die Erscheinungsweise mag ein Alleinstellungsmerkmal sein, allerdings eines, auf das man gut verzichten kann. Im Vergleich zu den Mitbewerber unterscheidet sich GamerPlus vor allem in zwei Punkten: Leseranrede ihr/euch statt Sie und es gibt nur eine datenträgerlose Version, keine zehn Heftvarianten mit unterschiedlichen vielen Seiten, DVDs und Gimmicks.

Gamers.de

Gamers.de 09/2008Chefredakteur: Martin Weber
Segment: Multiformatmagazin
Verlag: Jink Verlag OHG
Preis: kostenlos
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/2008 (??.09.2008)
Ausgaben derzeit: #4

Ein Gratisspielehefte, gab’s ja schon lange nicht mehr… Die Druckauflage soll bei 100.000 Exemplaren liegen, die an Deutschlands Schulen verteilt werden sollen. Nun überlegt man kurz, wie viele Mitglieder eigentlich das SchülerVZ hat und kommt schnell darauf, wie viele Schüler das Heft in natura zu Gesicht bekommen. Die von mir besuchte Schule gehört natürlich nicht zum Verteilungsgebiet, was bei der geringen Auflage allerdings nicht wirklich überrascht. Wer’s trotzdem lesen möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder man lädt sich das PDF von der Webseite herunter oder man lässt sich das Heft im Abo zum Selbstkostenpreis schicken. Schön bunt die Gestaltung ja, bei den Texten merkt man allerdings, dass es nichts kostet.

Games and More

Games and More 11/2008Chefredakteur: Thomas Szedlak
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 1,00
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 11/2008 (01.10.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Ein Spieleheft für nur einen Euro, die Idee hat es ja noch nie vorher gegeben. ;)

Die Optik ist ganz in Ordnung, die Texte sind ebenfalls ok und wenn man nichts zum Lesen hat und eine Überbrückung bis zum nächsten Zug braucht, macht man auch nichts falsch. Gründe, warum man zum Stammleser werden sollte, hab ich allerdings keine griffbereit und für nur 99 Cent mehr gibt es mit Games Aktuell Magazin bereits ein vollwertiges Spiele-Magazin. Wozu also Games and More kaufen?

GamingXP

GamingXP 04/2008Chefredakteur: Peter Konhäusner
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: GamingXP
Preis: € 2,69 (Abo nach Deutschland)
Erscheinungsweise: monatlich (10x jährlich)
Erstausgabe: 04/2008 (28.03.2008)
Ausgaben derzeit: #8

Bei GamingXP handelt sich es um einen besonderen Härtefall. In Österreich wird das Heft zum Großteil gratis verteilt, es lässt sich dort aber auch für € 21,90 pro Jahr abonnieren. Nach Deutschland sind es € 26,90 für zehn Ausgaben. Das Layout wirkt, vom Cover abgesehen, eher zweckmäßig als schick, die Texte haben teilweise einen recht anstrengenden Schreibstil und Tests ohne Screenshots vom Spiel gehen gar nicht. So gibt es zum Beispiel beim Sonic-Test nur ein Sonic-Artwork zu sehen, optische Eindrücke von diesem Titel bekommt der Leser im Heft nicht zu sehen.

Gelegentlich liegt für Abonnenten auch mal eine Kleinigkeit bei, wie ein Kugelschreiber oder es klebt ein handgeschriebenes Zettelchen auf einer zweiten Ausgabe im Briefumschlag mit den Worten „zum Weiterreichen an Freunde“ dabei – das Heft aufwerten können solche Gesten letztlich nicht. Für umsonst ist das Magazin in Ordnung, für € 2,69 ist GamingXP angesichts vollwertiger Alternativen, die entweder weniger (Games Aktuell Magazin) oder nur unwesentlich mehr kosten (ConsolPlus), viel zu teuer.

gamesTM

gamesTM 04/2008Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Airmotion Games GmbH
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: derzeit zweimonatlich
Erstausgabe: 04/2008 (05.03.2008)
Ausgaben derzeit: #10

Ob je ein Verlag mit dem Prestigetitel gamesTM glücklich werden wird? Ich hab da so meine Zweifel. 2003/2004 war der Pro Verlag schon nicht erfolgreich und in den Niederlanden wurde auch gerade die erst im April gestartete Lizenzausgabe platt gemacht. Aktuell kommt gamesTM bei uns nur noch zweimonatlich, auch wenn sich das in naher Zukunft wieder ändern soll. Vom Traum das Heft langfristig auf den Umfang des Originals zu bringen, darf man sich wohl verabschieden, außer der Verlag gewinnt plötzlich im Lotto und kann sich das Prestigeobjekt schlechthin leisten. Schade drum, denn das britische Original ist ein wirklich hervorragendes Heft.

GameStar World of Warcraft-Magazin

GameStar World of Warcraft 01/2008Chefredakteur: Dirk Steiger
Segment: World of Warcraft-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media GmbH
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 01/2008 (25.01.2008)
Ausgaben derzeit: #6

So weit nach unten die Auflagenkurven vieler Spielehefte auch zeigen, ein Segment gibt es, das den Verlagen Freude bereitet – die World of Warcraft-Hefte. Seit 2008 hat IDG seine WoW-Reihe komplett aus den normalen Sonderheften rausgegliedert und optisch überarbeitet. Verkaufszahlen werden zwar keine genannt, so schlecht können sie aber nicht sein – das GameStar WoW-Magazin bringt mit dem WoW-Kompendium bereits weitere Sonderhefte heraus.

Infamily

Infamily 05/2008Chefredakteur: Uwe Funk
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Auerbach Verlag
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: Vierteljährlich
Erstausgabe: 05/2008 (15.08.2008)
Ausgaben derzeit: #2

Ein Spieleheft für Erwachsene mit Kindern. Die Idee gefällt mir, um den Inhalt zu beurteilen bin ich allerdings nicht alt genug. ;)

Statt der Anfangs geplanten zweimonatlichen Erscheinungsweise kommt das Heft nun allerdings vierteljährlich – dürfte wie auch schon bei allen Versuchen diverser Verlage zuvor schwierig sein die angepeilte Zielgruppe zum Kauf des Heftes zu bewegen.

PlayBlu

PlayBlu 01/2009Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: LiveEmotion GmbH
Preis: € 3,50
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Erstausgabe: 01/2009 (19.11.2008)
Ausgaben derzeit: #1

PlayBlu ist mein persönlicher Favorit der 2008er-Neustarter. Der lockere Schreibstil und das Preisleistungsverhältnis sind im Segment der PlayStation-Hefte ungeschlagen. Leider sind für 2009 nur sechs Ausgaben veranschlagt, so dass man leider kaum drum herum kommen wird, fremd zu lesen.

PS3M

PS3M 11/2008Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Airmotion Games GmbH
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 11/2008 (22.10.2008)
Ausgaben derzeit: #3

Ein ungeschriebenes Naturgesetzt bei den deutschen Spielemagazinen lautet: PlayStation-Magazine laufen immer. Da gamesTM nicht gerade der Auflagenüberflieger ist und auch 360 Live kontinuierlich an Auflage verliert, versucht sich Richard Löwenstein nun an einem PlayStation-Magazin – diesmal ohne Lizenz aus England. € 3,90 für 84 Seiten sind allerdings auch nicht wirklich ein Schnäppchen. Wer keine DVD braucht, sollte trotzdem einen Blick riskieren, das Heft liest sich wirklich gut.

X3

X3 09/2008Leitender Redakteur: Manfred Reichl
Segment: Xbox-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,60
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/2008 (20.08.2008)
Ausgaben derzeit: #5

Oh wunder, oh wunder. Computec hat mit dem OXM-Nachfolger X3 ein wirklich klasse Heft gemacht. Das Layout ist ein Genuss für die Augen und € 3,60 für 100 Seiten normales Papier sind auch angemessen. Leider fehlen Reportagen und ob es wirklich sinnvoll ist, schon ab 80% Spielspaß einen Award rauszurücken, ist auch diskussionswürdig. Spannend wird 2009 zu sehen, wie sich das Heft unter der Games Group-Einheitsredaktion entwickeln wird.

Und sonst?

Natürlich steuerte VU Verlagsunion wieder einige Tippshefte und -bücher bei:
Online Gamer präsentiert: World of Warcraft, Total Gamer Cheats, Tipps & Secrets für PS3+ PS2, Mega Games Bible, Mega Gamer Extra

Und Heise ließ es sich nicht nehmen Konsoleros wieder den Mund wässrig zu machen:
c’t Special: Spielkonsolen

Ein Herz für Spieler hatte auch die MacLife mit ihrem zweiten „Mac Games“-Sonderheft.

Des Weiteren gab es wieder zusätzliche Heftvarianten, Games Aktuell und play3 erhielten Premium-Ausgaben, GameStar führte eine XXL-Version ein.

Über die Masse der Sonderhefte der Spielemagazine 2008 kann sich auch niemand beklagen, eine Auswahl:

Games Aktuell GTA IV / Jahresrückblick; GameStar Vollversionen / WoW Kompendium; Game Master Nintendo DS Special / Jahresrückblick; Neox: DS Magazin; N-Zone Super Smash Bros. Brawl; PC Action Assassin’s Creed / Poster / GTA IV /Budgetspiele / Retro; PC Games Adventures / Rollenspiele / Windowstunig / WoW Einsteigerbibel / Sacred 2 / C & C AR2; play3 PS3-Einkaufsführer / PS2-Special; Wii Player Casual Games

Neu im Handel: PlayBlu

„Comin’ Home“

Jeden Monat landen unzählige Hefte im Briefkasten, vom Hocker gehauen hat mich aber schon seit einer ganzen Weile keines mehr. Wie soll man auch Vorfreude auf ein Heft haben, wenn man 50% des Inhalts bereits online gelesen hat und man nach dem ersten Durchblättern sich die Frage stellt, ob man die € 3,60 oder € 5,30 dafür bezahlt hat, um verlagseigene Werbung bestaunen zu dürfen. Den heutigen Briefumschlag habe ich zum ersten Mal seit dem Tod des guten OPM2s (08/2005) mit einem leuchten in den Augen geöffnet.

PlayBlu 01/2009PlayBlu bringt alle Stärken und Schwächen eines LiveEmotion-Magazins mit und genau das macht es eben so liebenswürdig. Schwächen, weil das Logodesign mal wieder wenig ausdrucksstark ist und Tests, wie der von Need for Speed: Undercover mit einer Seite komplett voller Screenshots beginnen und einen klaren Layout-Aufbau vermissen lassen. Stärken, weil der Schreibstil einfach angenehm frisch ist und € 3,50 für 108 redaktionelle Seiten auf edlem, weißen Papier mehr als fair sind (Gesamtumfang 124 Seiten, davon: Poster 8, Werbung 4, Eigenwerbung 4).

Der Heftaufbau ist im Prinzip identisch mit den Schwesterheften: News, Feature, ein viel zu kurzer Previewteil, jede Menge Tests, Handheld, Poster, Technik, Filme, Leserbriefe, Bestenlisten. Was ist nicht mehr gibt sind Tipps und Lösungen, stattdessen sind mehr Hardwaretests vorhanden.

Ein absolutes Highlight ist die „Dekadenz des Monats“. Auf einer ganzen Seite wird ein 120.000-Euro-Fernseher von Sharp „humorvoll“ bearbeitet.

Zeit um sich auf die Faule Haut zu legen, gibt es dennoch nicht. Die Rubriküberschriften sind nur unwesentlich größer als die Fließtextschrift, Schriftformatierungen sind teilweise fehlerhaft und stellenweise ist der eigentlich schöne Blocksatz so gequetscht, dass kaum noch ein Zeichenabstand zu erkennen ist. Leider sind auch einige böse Rechtschreibschnitzer durch die Korrektur gerutscht, wodurch der positive Gesamteindruck leider ein wenig getrübt wird (Idiotenapostroph – Das tat echt weh!).

Wo wir gerade beim Thema viel zu tun sind, die Anzeigenabteilung sollte dringend ein paar Überstunden schieben. Ob Michel Kieselstein nun weg ist oder nicht, gerade mal vier Anzeigenseiten haben es ins Heft geschafft, davon vermutlich zwei auch noch aus einer Anzeigenkooperation. Diese Leistung ist im November schlicht indiskutabel, wo z. B. der Mitbewerber play3 knapp 25 Seiten aufweisen kann. Von den lieben Grüßen der PR-Manager auf der Leserbriefseite kann man sich nicht wirklich was kaufen.

Rein aus purem Eigennutz, damit Spielraum für Investitionen in die Heftausstattung geschaffen werden kann und das Heft ein solides Fundament bekommt, muss hier dringend etwas getan werden. Dass PlayBlu, wie einst Play Games aus der Sommerpause nicht zurückkommt, würde ich nur schwerlich verkraften. Apropos Sommerpause, so sehr der Redaktion auch ihr Urlaub gegönnt sei: Laut Terminplan dreieinhalb Monate Sommerpause gehen gar nicht. Insofern hoffe ich, dass die Verkaufszahlen sich in eine Richtung bewegen, dass man häufiger in den Genuss von PlayBlu kommt.

Trotz all der Kritik:
Willkommen zu Hause – schön, dass es euch gibt.

P.S.: Dies hier ist der 100. Eintrag im Magaziniac.Blog.