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Neu im Handel: NMag

Internet goes offline, NMag wird gedruckt. NMag ist eigentlich ein Nintendo-PDF-Fanzine und hat um die 20.000 Leser, nach dem was ich gehört hab. Das sind nicht wenig und so entschied sich IDG nun vor kurzem dazu das Heft in die Läden zu bringen.

Dankenswerter Weise erscheint die Novemberausgabe nicht schon Ende September und auch sonst hebt man sich erfreulicher Weise vom Einheitsbrei der Branche ab. Los geht’s mit einem kleinen Newsteil, der Spielwiese-Rubrik. Direkt danach sind auch schon die Tests dran. VC-Spiele bekommen statt einer Punktzahl Tendenzpfeile, außerdem befinden sie sich vor allen anderen Reviews im Heft. Auf einer Seite wird das Team vorgestellt und das Wertungssystem erklärt. Hierbei fällt folgendes auf: Es gibt keine lästige Prozentwertung, NMag setzt auf das 10er System – und was noch viel interessanter ist: Die Durchschnittswertung liegt bei 5/10 Punkten und nicht bei 7/10 oder ähnlichem. So wird das neuste Madden eben nur mit 6/10 bewertet (überdurchschnittlicher Titel), wohingegen Tiger Woods eben „nur“ 5/10 bekommt (Durchschnittstitel). Mit neun Seiten ist der Testteil allerdings nicht sonderlich groß und es gibt viele Drittelseiter. Es folgen zwei Features über den Nintendo World Store und das „Seal of Quality“, bevor es mit 19 Seiten Previews weitergeht.

Generell ist festzuhalten: Bilder oben und Text unten, sparsamer Einsatz von Artworks und bunten Texthintergründen.

Letzteres hat auch gute Gründe. Die Papierqualität ist unterirdisch schlecht. Es gibt keinen Umschlag, er ist auf das selbe Papier wie das Heftinnere gedruckt. Die Farben wirken allesamt blass und Weißdarstellung ist auf dem Papier schlicht nicht möglich. So kommt das ganze Magazin leider ziemlich labberig daher und wirkt ein wenig billig. Das ist besonders schade, da in PDF-Form das Layout ziemlich hochwertig aussieht.

Die Textqualität schwankt ein kleines bisschen, beim ersten Probelesen sind mir aber keine groben Schnitzer aufgefallen. Mit Marion Schneider (der GamePro-Lektorin) im Lektorat stimmt auch endlich die Verwendung von ss/ß ;-)

Insgesamt ist NMag ein nettes Heft geworden, Vergleiche mit Wii Magazin und N-Zone zu ziehen wäre an dieser Stelle nicht angebracht.

In diesem Sinne, viel Erfolg Jungs!

Daten und Fakten:
Start: 28. September 2007
Erstausgabe: 10/2007
Verlag: IDG Entertainment Media GmbH
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 1,99
Chefredakteur: Jonas Weise, Marvin Dere
Druckauflage: 40.000 (Verlagsangabe)

Neu im Handel: Pokémon – Das offizielle Magazin

Wer sich über das Thema Pokémon informieren wollte, hatte bislang zwei Möglichkeiten. Entweder man nutzte das Internet oder griff zu einem der Anime-Hefte wie Kids Zone, Mega Hiro oder Game Master. Bedingt durch deren breite thematische Ausrichtung, ist aber kaum Platz ausführlich über alles Wichtige im Pokémon-Sektor zu berichten. Da kommt ein Magazin, nur über Pokémon, gerade recht.

Die Erwartungen
Was stelle ich für Erwartungen an das Heft (junge Zielgruppe ist im Hinterkopf vermerkt)? Ganz klar, jede Menge Infos zu den neuen Versionen Diamant & Perl. Welche Pokémon sind neu, was gibt’s die ersten Minuten zu tun, Stärken und Schwächen der Elemente, Kampftipps, Infos zu den Attacken und neuen Fähigkeiten. Vielleicht noch ein bisschen Hintergrundwissen zu den vorherigen Versionen für GBC und GBA, ein Überblick über die Pokémonspiele, ein Pokédex mit den Fundorten der Monster und Angaben in welcher Version ich sie antreffe. Die TV-Serie, wann läuft sie wo, wie viele Folgen gibt es inzwischen, was ist mit den Kinofilmen?

Die Liste lässt sich beliebig lang fortsetzen und genau das alles bietet Pokémon – Das offizielle Magazin NICHT.

Das Heft
EUR 2,80 soll das gute Stück kosten. Im Preis mit inbegriffen ist jede Ausgabe ein mehr oder minder tolles Extra – im Falle der Erstausgabe sind es drei Daumenkinos. Seiten hat das Heft auch noch, allerdings nicht besonders viele. 36 sind es um genau zu sein.

Damit der Leser nicht von vornherein merkt, wie wenig Inhalt das Heft bietet, wird auf ein Inhaltsverzeichnis gleich ganz verzichtet. Nach dem Editorial bzw. der Vorstellung des Heftextras geht es direkt mit der Vorstellung von Diamant und Perle los.

Über 100 brandneue Pokémon gibt es zu entdecken.

Aha, welche?

Damit wächst die Anzahl der Pokémon insgesamt auf weit über 400.

493 sind es, also eher fast 500.

Neue Pokémon sind aber nicht die einzige Besonderheit der neuen Editionen.

Sag bloß!

Erstmals gibt es auf dem DS verschiedene Tageszeiten.[...]

Boah, wahnsinn!

Das war die erste Seite von drei Seiten des Artikels. Auf der zweiten werden nun die neuen Start-Pokémon, die neue Tauschfunktion, sowie extrem euphorisch die Tageszeiten erwähnt. Auf der dritten und letzten Seite werden Pokétech und die neue Region Sinnoh vorgestellt. Ach ja, viele der bisher bekannten Pokémon können sich nun weiterentwickeln. Toll, was hab ich davon, dass sich Roselia zu Roserade entwickeln kann? Und durch was entwickelt es sich weiter? Level, Steine, Tauschen etc. Eine Antwort wird darauf nicht geliefert, aber man kann sich das offizielle Lösungsbuch kaufen, hilft einem bestimmt weiter und wird wärmsten empfohlen, klasse.

Die Merchandiseproduktion ist voll im Gange und natürlich muss auch der Plastikkrams vorgestellt werden. Vorausschauender Weise hat man sich die Preisangaben geschenkt, ist eh besser die Eltern erst an der Kasse zu schocken.

Seite 8, offizieller Pokédex, endlich!
Was ist das? Besagte Rubrik umfasst doch tatsächlich zwei Seiten und stellt die ersten zwei Start-Pokémon (Pflanze und Feuer) vor. Rund 3/4 der Seite nimmt die Figurenzeichnung ein. Darunter steht folgendes Sätzchen:

Hier sind alle Infos, die du über dieses Pokémon benötigst.

Um was wollen wir wetten, dass dem nicht so ist? Typ, Größe, Gewicht, Fähigkeit – soweit so gut.

Entwicklungen, Fundort, einmalig auftauchen oder beliebig oft?
Die Entwicklungsstufen werden genannt, aber wer will schon die Voraussetzungen dafür wissen (Level, Tausch, etc.)? Und überhaupt, wen interessiert der andere Kram?

Welche Attacken kann denn mein Liebling?
Hör mal Evil, haste die Seite davor nicht gelesen? Offizielles Lösungsbuch! Da steht drin, was du wissen willst! Du glaubst doch nicht ernsthaft, wir würden so was ins Heft schreiben?

Sammelkarten
Der wohl teuerste Posten eines Pokémonfans, die Spielkarten. Beim Inhalt gilt auch hier wieder, erwähnen der Bezeichnung der Neuerung reicht: „Neu: Level X Pokémon“.

Gut, und was bringen mir die?
Lieber Evil, kauf sie dir, dann weißt du es.

Und was kostet der Spaß?
Sag ich dir nicht, du bist blöd :p

Fernsehen zum Lesen
Merke, das Heft hat 36 Seiten Umfang. Ganze zehn Seiten nimmt die „Comicumsetzung“ einer TV-Episode ein, also 1/4 des gesamten Magazins. Unterbrochen wird sie nach fünf Seiten durch Rätsel, Poster, Malbild, Labyrinth, Fehlerbild und Pokémon-Lexikon. Mit ein bisschen mehr Nachdenken bei der Seitenplanung hätte sich das durchaus vermeiden lassen, aber wir wollen ja nicht kleinlich sein. Der Comic selbst ist in Ordnung.

Das große Pokémon-Lexikon, Teil 1
Wenn wir etwas nicht wissen, fragen wir Wikipedia oder schlagen in seltenen Fällen in einem Lexikon nach. In einem Lexikon befinden sich dann ausführliche Informationen zum gewünschten Thema. Soviel zur Theorie.

Unser Pokémon-Lexikon listet nach und nach alle Pokémon auf. Die Angaben beschränken sich auf Nummer, Name, Typ, Größe und Gewicht. Entwicklungsstufen, Editionen, Fundorte etc. pp. fehlen erneut.

Es werden genau 24 Pokémon auf den zwei Seiten aufgelistet. Überschlagen wir doch mal kurz: 24 Pokémon pro Ausgabe, 493 gesamt. Macht gerundet 21 Ausgaben, bis alle durch sind. Bei zweimonatlicher Erscheinungsweise und der Voraussetzung das Heft wird nicht eingestellt und es kommen keine neuen Pokémon in der Zeit dazu, ist das Lexikon in vier (!) Jahren komplett. Na dann, „gotta collect ’em all“.

Der Rest
Die letzten Seiten werden noch mal mit Rätseln und Leserzeichnungen aus den Schwesterheften gefüllt. Übrigens, in der nächsten Ausgabe wartet ein Flipper-Handy als Mega-Extra111

Das Fazit
Ganz klar, Finger weg! Als meinetwegen Achtjähriger kann ich mit Entwicklerinterviews, technischen Details usw. nichts anfangen. Klar, so was erwarte ich auch nicht. Ein Mindestmaß an Informationen muss einfach gegeben sein. Mit „Es gibt PUNKT“ ist niemanden geholfen. Wenn beim Sammelkartenspiel „Level X“ Pokémon erwähnt werden, will ich auch wissen, wofür die gut sind und nicht nur, dass es sie gibt. Und ein paar Attacken und die Entwicklungslevel in den Pokédex zu schreiben sollte wohl drin sein.

Wenn man die Attacken und Entwicklungslevel der Startpokémon wissen will, muss man übrigens nicht das Lösungsbuch kaufen. Ein Blick in das 19 Cent teurere Schwesterheft Game Master genügt. Wer nicht weiterkommt, findet dort auch eine mehrteilige Komplettlösung. Sollte das immer noch nicht reichen, gibt es Linktipps zum pokewiki und bisafans obendrauf.
Daten und Fakten:
Start: 19. September 2007
Erstausgabe: 01/2007
Verlag: Panini Verlags GmbH
Segment: Kids-Spielehefte/Pokémon-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 2,80
Chefredakteur: Jo Löffler
Druckauflage: unbekannt

Neu im Handel: Kids Gamer

Das Kartellamt hat inzwischen der Übernahme von play3 und Games Aktuell zugestimmt und auch sonst launcht Computec munter weiter Zeitschriften. Das neuste Heft trägt den Namen Kids Gamer und wird als Kids Zone Sonderheft geführt. Damit ist auch schon gleich die Zielgruppe definiert, 6-13jährige.

Das Heft beginnt mit dem groß auf dem Cover beworbenen Gewinnspiel. In erster Linie dürfte das Ziel sein möglichst viele Premium-SMS à 49 Cent abzugreifen. Die alternative Teilnahmemöglichkeit (Mitmachcoupon) wird nur unaufällig erwähnt und befindet sich 60 Seiten später im Heft.

Im Special „Die coolsten Handygames“ geht es weiter mit „Fragwürdigkeiten“. Erst werden ein paar Handyspielchen benotet, dann folgt ein advertorialartiger Artikel über Mobile Unlimited und dessen Vorzüge. „Kein Abo, mit 5 Euro pro Spiel wird euch ja nicht so viel Geld aus der Tasche gezogen und ein Limit was ihr im Monat dafür ausgebt, solltet ihr euch auch setzen.“ um es mal zusammenzufassen. Mobile Unlimited gehört zu Computec und welch Zufall, direkt neben dem Artikel befindet sich auch eine Anzeige zum Handyspieldownload-Portal…

Anschließend folgt ein mehr oder minder guter Bericht über das Preisleistungsverhältnis der aktuellen und älteren Konsolen, sowie ein reichlich bebildertes und schmal betextetes Special über „Die besten Hits fürs Taschengeld“

Die heftüblichen Inhalte Vorschau, Tests, Cheats usw. dürfen natürlich nicht fehlen. Die Texte sind allesamt sehr kurz geraten und grundsätzlich bunt hinterlegt. Das Layout wirkt ziemlich Oldschool, da hatte Computecs gescheiterter Screenfun-Konkurrent Games and More vor 7 Jahren mehr zu bieten. Warum der GameCube als tote Konsole noch zum Layoutgerüst gehört lässt sich nicht erschließen, ebenso wenig warum die Xbox 360 grundsätzlich als Xbox betitelt wird. Xbox 360 ist für einen Button zu lang, also warum nicht X360 oder 360? So ist jedenfalls keine Unterscheidung zwischen beiden MS-Konsolen möglich.

Die Textqualität ist für die Zielgruppe Kids Zone sicherlich ausreichend, ob für so ein Heft ausreichend Marktpotenzial vorhanden ist, wage ich vorsichtig zu bezweifeln.

In der Pressemitteilung heißt es zwar:

Mit Kids Gamer spricht Computec eine markenbewusste und kaufkräftige Zielgruppe an. Die jüngste KidsVA-Studie enthüllt bei den 6- bis 13-Jährigen in Deutschland ein Sparguthaben von 4 Mrd. Euro, 1,5 Mrd. Taschengeld und nahezu 1 Mrd. Euro an Geldgeschenken, über die sie oft selbst verfügen dürfen.

Großen Erfolg dürfte man sich angesichts einer Druckauflage von 50.000 und vierteljährlicher Erscheinungsweise nicht so recht zutrauen. Anzeigenkunden machten bisher auch nicht den interessiertesten Eindruck, nur zwei der 68 Seiten sind mit Werbung belegt.

Daten und Fakten:
Start: 12. September 2007
Erstausgabe: 01/2007
Verlag: Computec Media
Segment: Kids-Spielehefte/Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: EUR 2,99
Leitende Redakteurin: Silke Menne (V.i.S.d.P.)
Druckauflage: 50.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Mission: Casualgamer – Ziel: Erreicht?

Wii Player-Logo

Mit der Wii-Konsole und dem DS hat Nintendo eine Konsole/ einen Handheld auf den Markt gebracht, die sowohl neue und bislang unerreichbare Menschen ansprechen als auch solche, die nur selten vor der Konsole hängen, die so genannten Casualgamer. Diese kaufen sich vielleicht alle viertel Jahr mal ein neues Spiel, sind vor allem für EyeToy und Co. zu begeistern und spielen auch gerne Mal Spiele für zwischendurch.

Die Spielergruppe scheint ein ungeheures Ausmaß zu haben, jedenfalls versuchen die verschiedensten Verlage krampfhaft diese Menschen an ihre Hefte zu locken. Hierdurch ergeben sich zahlreiche Probleme. Ein Casualgamer greift wie der Name schon sagt nur gelegentlich zu spielen, genauso wenig kauft er regelmäßig ein Spieleheft. Wenn er zu einem Heft greift möchte er wissen, ob ein Spiel Spaß macht und nicht ob es 16fachen Shader unterstützt. Allgemein wird technisches „Blabla“ nicht so gerne gesehen, auch sollten die Tests keine besonderen Kenntnisse über andere Spiele voraussetzen. Hier ist dann auch der entscheidende Knackpunkt. Tests für Casualgamer müssen vergleichsweise leicht verständlich geschrieben werden. Der regelmäßige Heftleser (die lieben Stammkunden) kommt sich da häufig leicht verschaukelt vor, weil die vermeintlichen Tests eine Aussagekraft von „Schaut euch die Wertung am Ende des Tests an und ihr wisst wie gut das Spiel ist“ haben.

Casualgamern nun ein eigenes Heft zu spendieren ist daher schon mal eine gute Idee. Immerhin kann man es ganz auf ihre Bedürfnisse zuschneiden ohne anderen Leuten etwas wegzunehmen. Wie die Umsetzung bei „Wii Player – Das Magazin“ gelungen ist, schauen wir uns nun ein bisschen genauer an.

Cover:
Menschen bei einem Spielheft aufs Titelbild zu hieven geschieht eher selten und über den Sinn lässt sich sicherlich auf vortrefflich streiten. Fakt ist, wenn sie keinem Spielehelden ähneln, haben sie eine gewisse Neutralität und vergraulen nicht eventuelle Kunden, der mit Genre XY nichts anfangen kann.

Ansonsten dominieren ein warmer gelb-orange Ton und der weiße Hintergrund das Geschehen. Die Schlagzeilen sind aussagekräftig, dennoch nicht reißerisch in Szene gesetzt.

Aktuell:
Die erste Heftrubrik bringt einen bunten Themenmix über ein paar mehr oder weniger aktuelle Spiele. Ganz nett, aber nicht weltbewegend. Erwähnenswert ist höchsten der Spider-Man Artikel. Der besteht aus ziemlich genau 6 Sätzen, bekommt dennoch ganze zwei Seiten eingeräumt, die vor allem von dem Tobey Maguire Bild ausgefüllt werden. Im Anschluss an die Kurzartikel folgt eine Seite mit einer Kolumne mit dem Thema „Nintendo und ich“.

Reportage:
Nach welchem Motto im Heft Blocksatz und linksbündiger Franseltext verwendet wird, ist mir nicht so ganz klar. Der Wii-Bericht ist linksbündig verfasst, der im Prinzip selbe Artikel nur halt für den DS ist im Blocksatz geschrieben. Für Neulinge, auf diese das Heft zielt, sind sie lesenswert und bieten einen guten Kompromiss zwischen Bildern und Infos. Die Reportage zum Thema „Wie entsteht ein Videospiel?“ ist leider etwas arg oberflächlich geraten und auch das Verhältnis von einem Teil Text zu drei Teilen Bildern ist unausgewogen.

Spiele im Fokus ersetzt die typischen Vorschau/Testrubriken. Sie dürfte die umfangreichste im Heft sein, wirkt insgesamt aber etwas kurz, was auch an der mangelnden Vielfalt liegen mag. Sicher interessieren sich die Gelegenheitsspieler vor allem für Jump’n’Runs, Simulationen und Geschicklichkeits-/Denkspiele, dennoch wäre es sicherlich nicht verkehrt gewesen auf den ein oder anderen Blick „über den Tellerrand“ zu gewähren.

Die Bewertung der getesteten Spiele ist denkbar einfach gehalten. „Lohnt den Kauf nicht“, „Guter Titel“, „Pflichtkauf“. Für eine Orientierungshilfe ist das völlig ausrechend, das Herumreiten auf ein paar Prozentpunkten wäre in diesem Heft noch überflüssiger als es sonst schon ist. Die Zielgruppe ist damit bestens bedient.

Die Länge der Artikel ist sehr schwankend, manchmal leider etwas kurz aber überwiegend in annehmbarer Länge.

Mit Shopping-Guide (wer’s braucht…), Gewinnspiel, Leserzeugnis und Lifestylezubehör werden die letzten Seiten gefüllt und schon ist man bei der Vorschau auf Seite 66 für das nächste Heft angekommen.

Fazit:
2,99 sind für gerade mal 68 Seiten nicht gerade günstig, dennoch lohnt sich die Investition, wenn man zur angepeilten Zielgruppe des Heftes gehört. Auf Grund ihrer sehr unterschiedlichen Längen lassen sich die Artikel nicht pauschal als gut oder schlecht abstempeln. Überwiegend werden aber brauchbare Texte abgeliefert, an den sich so mancher Lifestyletitel gerne eine Scheibe abschneiden darf. Frau ist mit „Wii Player – Das Magazin“ übrigens auch weit besser als mit „play vanilla“ bedient.

Am 20. Juni geht’s mit Ausgabe 07+08/2007 weiter. Wünschen kann man sich neben ein paar mehr Seiten Umfang eigentlich nur, dass das vorhandene Potenzial genutzt und weiter ausgebaut wird. Um die Zukunft des Heftes zu sichern, wären ein paar Anzeigenkunden mehr nicht schlecht, es gibt gerade mal drei Seiten Werbung (+ drei vom Verlag). Das Projekt an diesem Punkt scheitern zu sehen wäre jedenfalls bitter.

Daten und Fakten:
Start: 18. April 2007
Erstausgabe: 05+06/2007
Verlag: Computec Media
Segment: Casual-Spielehefte/Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 2,99
Redakteur (V.i.S.d.P.) : Florian Brich
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

play3 – Warum alles anders ist und sich doch nichts geändert hat

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Letzten Monat läutete CyPress das Ende einer Ära ein. Nach fast 10 Jahren oder 119 Ausgaben wurde die play THE PLAYSTATION eingestellt. play PLAYSTATION wurde damals als Gegenpol zum offiziellen PS1-Magazin gestartet und grenzte sich durch ein völlig anderes Konzept komplett vom Mitbewerber ab und wurde zur Erfolgsstory. Als das erste unabhängige PlayStation Magazin wischte es von 98 bis 2000 mit sämtlichen Mitbewerbern den Boden auf, auch wenn diese häufig einen wesentlich günstigeren Heftpreis hatten und überlebte sie bis auf einen alle.

Ein dementsprechend schweres Erbe tritt play³ an und um es vorweg zu nehmen: Der Versuch scheitert kläglich.

Laut Aussage von CyPress wird play³ als erwachsenes Videospielmagazin positioniert. Wie ernst es mit diesem Versuch gemeint ist wird bereits auf dem Cover deutlich. Nicht weniger als 5 Artworks sind auf das Cover gequetscht. Zwei in der DVD-Spalte, drei als „Hauptmotiv“. Nicht nur das Ästhetikgefühl fürs Bild ging dabei über Bord, auch das für die Sprache musste mit der Konstruktion „Größer, schöner, besser – Lara in Bestform!“ dran glauben. Das Fanboyherz wird höher schlagen, wenn es von einem noch schöneren Oblivion als auf der Xbox 360 hört. Vollendet wird die Ansprache des älteren Lesers mit „Spielen, surfen, saugen“ zum Thema PS3-Online.

„Herzlich willkommen liebe Spieler-Gemeinde!“
So wird das Baukasten Editorial eingeleitet. Nach einem „wir sind die neuen, obwohl so neu sind wir gar nicht“ geht es mit „wir sind toll, sind die ersten und haben Exklusivstorys“ weiter. Abschließend wird einem noch gute Unterhaltung gewünscht – von wem ist allerdings nicht ersichtlich. Verständlicher weise wollen weder Chefredakteur noch das play³-Team diesen Text unterschreiben.

Das auf Hochglanzpapier gedruckte Heft beginnt mit einem Special zu den 100 besten PS2-Spielen. Auf 10 recht farblosen, dafür mit Artworks vollgestopften Seiten kann man sich noch mal einen kurzen Überblick über GT 4, MGS, San Andreas und Co. verschaffen.

Der Vorschaubereich beginnt mit Neuankündigungen. In unterschiedlichen Größen werden hier Spiele vorgestellt, für die es noch nicht genug Material für ein Preview gibt. Lobenswert: Man verzichtet hier auf Einschätzungen und Tendenzen in Form von Sternchen.

Mit Assassin’s Creed kommt die erste große Vorschau. Der Umfang ist mit 6 Seiten (5 Preview + 1 Interview) sehr großzügig bemessen, besteht jedoch zu min. 60 Prozent aus Bildern. Zusätzlich gibt es zahlreiche Layoutverbrechen. Leider ist die Spaltenbreite der play³ variabel und leider wird davon auch gebrauch gemacht. Nebeneinander sieht das schon ein wenig unschön aus, übereinander (breite Spalte, Textzitat, schmale Spalte) stört es den Lesefluss. Sollten Meinungskästen auf der linken Seite platziert sein, so ist der Meinungstext rechtsbündig (!) geschrieben. Es tut nicht nur in den Augen weh, es ist auch schwer zu lesen.

Ohne auf jedes einzelne Preview eingehen zu wollen wird man früher oder später auf ein Layoutelement stoßen, welches auch schon PC PowerPlay-Leser zur Weißglut getrieben hat: Ein riesiges Cynamite.de-Sternchen z.B. mit dem Hinweis auf noch mehr Infos, Videos und Bilder auf der Webseite; auf Entwicklertagebücher und auf Ersteindrücke zur PC-Version.

Auf Seite 50 mit dem Beginn der Wertungserklärung zeigen sich gemischte Gefühle auf. Einerseits freut man sich über das „50% = durchschnitt“-Wertungsniveau, andererseits sind Verlust von „Rating“ und „playKING“ zu beklagen. Stattdessen gibt es die übliche Spielspaßwertung im 100er System, sowie einen Einzel- und Mehrspielaward. Die Gestaltung erinnert an eine Web 2.0 Variante der DVD-Vision-Auszeichnung, die Namen sind powered by PlayZone.

Die Teamseite setzt bekanntes von play und OPM2 fort ohne Neuerungen zu bieten. Erwähnenswert ist höchstens noch der Hinweis auf den Hinweis, dass alles subjektiv auf diesen Seiten geäußert wird.

Die Tests bewegen sich zwischen sehr schlicht gestaltet (UEFA Champions League) und optischem Overkill (God of War II), enthalten teilweise auch die aus den Previews bekannten rechtsbündigen Meinungskästen, sowie die ebenfalls schnell nervigen „Zusatzinfos auf Cynamite.de“-Sternchen. Immerhin, es gibt nur einen Halbseiter, die restlichen Spiele bekommen min. eine.

Es folgt der Seviceteil. Von nun an sind Erscheinungstermine, Charts und Bestenlisten gebündelt und nicht mehr über das Heft verstreut.

Mit „online“ folgt eine neue Rubrik. Es wird erklärt, wie man mit der PS3 ins Internet kommt, zudem werden extrem knapp aktuelle Spiele des PlayStation-Stores vorgestellt und im 10er System bewertet. An der Doppelseite Hardware gibt es vielleicht von der Rubrikfarbe abgesehen nichts zu kritisieren.

Die aus OPM2 bekannte völlige Abgrenzung des PSP-Bereiches hat leider auch in play³ Einzug gefunden. Erfreulicher Weise wird man aber nicht mit 3 Seiten abgespeist, sondern bekommt satte 8 Seiten spendiert. Optisch ist er angenehm schlicht gehalten, die Kritikpunkte rechtsbündig und Cynamite-Sternchen will ich an dieser Stelle nicht noch ein drittes Mal breittreten.

Der Tipps und Tricks-Teil war in letzter Zeit sehr umstritten, aktuell besteht er nur noch aus einer Seite, auf der der Inhalt der PDF-Dateien auf DVD aufgelistet ist.

Community tritt für mich die Nachfolge des „Entertain me“ Bereiches an. Der PlayStation 3 Launch „Bericht“ zeigt zu 7/8 Bilder von Mola, Sido und Co. und besteht eigentlich nur aus der Aufzählung von Möchtegernstars. Eine weitere Seite wird verschwendet für die Vorstellung von Clubs auf cynamite.de, eine weitere für die Cynamitebestenlisten (User des Tages, bester Blog etc. pp). Leserbriefseite gibt es auch schon, hier wird das Nonsensgelaber von OPM2 fortgesetzt.

Letzter Teil des Heftes ist eine BluRay-Rubrik. Ähnlich „umfangreich“ wie auch der einstige DVD-Teil. Wer sich nur für Wertungen interessiert, wird damit glücklich werden.

Der König ist tot, es lebe der König? Wohl kaum. Wer die Seele in den letzten Monaten bei der play THE PLAYSTATION vermisst hat, wird weitertrauern müssen. Das Layout ist eine Fusion aus Textgestaltung der Games Aktuell und „schlicht, weiß, bunt“ OPM2. Soll heißen, es wird viel auf keine Hintergrundsbilder gesetzt, dafür werden die Tests viel mit Artworks und riesigen Screenshots gefüllt. Neue Elemente sucht man von den Nervigkeiten der Cynamitesterne abgesehen vergebens, ob Awardgestaltung oder Onlinerubrik, alles hat man schon mal irgendwo in Teils besserer Form bei der Konkurrenz gesehen. Spielereien fehlen von der Teamseite abgesehen gänzlich, der Communitybereich tendiert irgendwo zwischen Platzverschwendung und verarsche.

Beim Versuch ein Spieleheft für die bislang vernachlässigte Gruppe der älteren Spieler zu machen hat man komplett versagt. Mit den Leser siezen und eine kalte Distanz aufzubauen ist es bei weitem nicht getan. Kein Schritt vor, aber viele zurück.

Daten und Fakten:
Start: 18. April 2007
Erstausgabe: 05/2007
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 4,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Stephan Girlich
Druckauflage: 115.000 Exemplare (Verlagsangabe)

play vanilla – Deutschlands erstes Spielemagazin (nur) für Sie

Vor Monaten groß angekündigt und nun seit dem 04. April 2007 im Handel erhältlich, play vanilla, das Spielemagazin für Frauen. Lifestylezeitschriften sind nun wirklich nicht gerade eine Erfindung der letzten Monate und die Idee Casualgamer anzusprechen ist mehr als nur angestaubt. Ein Geschlecht bei einem Spieleheft, in diesem Fall das Männliche, völlig auszuschließen zu wollen ist in der Tat neu.

Eine Packung Klischees, extra groß, bitte!
Schon beim Cover wird eines deutlich, einen tieferen Griff in die Klischeekiste hätte man kaum tätigen können. Rufen wir uns doch einfach noch mal spaßeshalber das Cover einer Frauenzeitschrift in den Kopf und erinnern uns an alle Vorurteile: Stars, Accessoires, Freizeittipps und Diäten. Und was genau bietet uns play vanilla? 69 trendige Spiele für jede Gelegenheit, teurer Ramsch *ähm* coole Accessoires für Ihr Zuhause und last but not least: Schlankmacher Wii und EyeToy im Test.

Wer nun hofft, im Editorial würde es besser werden (Cover muss halt so sein, soll ja verkaufen etc. pp) wird bitter enttäuscht bzw. eines besseren belehrt. Auch hier werden die Geschlechterrollen von der Stange munter weiter propagiert. Die meisten Genres im Spielebereich seien eher was für Männer (Militärspiele, Shooter, Motorsport), wohingegen Frau mehr wert auf Spiele für Herz, Sinn und Verstand gleicher Maßen lege. Außerdem sei das Magazin für alle, denen die meist oberflächliche Berichterstattung einer Fernsehzeitung nicht ausreicht und die kein Technikgequatsche hören wollen.

Aha, Frau ist also kaum in der Lage schwerere Kost als die Fernsehzeitung zu lesen. Fragt sich nur, wie die je ca. 10% weiblichen Leser es bei der PC Games und der GameStar mit ihren Heften klarkommen. Um noch mal zu den Klischees zu kommen, Frauen sind ängstlich und schreckhaft und aus dem Grunde müssen sie auch mit einem „Vorsicht Splatter“-Symbol vor solch grauenhaften Spielen gewarnt werden. Immerhin positiv: Frau wird im Gegensatz zu Mann zugetraut auch mit Wertungen klar zu kommen, die nicht aus 100 Abstufungen, am besten noch mit 3 Nachkommastellen, bestehen – play vanilla setzt auf ein 5er System.

Rubriken

play vanilla Talk:
Allgemein ist bekannt, dass Frau sich für Welt der Stars und Sternchen interessiert mit dem dort verbundenen Klatsch und Tratsch. Verschiedene weibliche Promis (z. B. Anastasia, Collien Fernandes) erzählen nun, warum sie was gerade Spielen.

Belanglos und ohne Nährwert, aber OK, das haben solche Themen nun mal so an sich.

First Look:
Die obligatorische Previewrubrik eines jeden Spielheftes. Die Texte sind arg bildlastig und extrem kurz, gehen aber in Ordnung. Vor allem der vierseitige Bericht zu Assassin’s Creed ist ok.

Short Play:
Die Rubrik beginnt mit MP3-Playern und Handynews, vor allem werden besonders unpraktische Modelle vorgestellt, sowie hässliche Ipodaufkleber und Handytaschen. Die neusten Mobiltelefone ‘frisch vom Laufsteg’ dürfen natürlich auch nicht fehlen. Weiter geht es mit Haufenweise Casualgames fürs Handy, die in extrem kurzen und nichtssagenden Texten, dafür reich bebildert vorgestellt werden. Auf den Seiten 72 bis 75 finden sich einige größere „Tests“. Mehr als eine Spielbeschreibung mit Wertung darunter sollte allerdings nicht erwartet werden. Das Text/Bildverhältnis liegt in etwa bei einem Teil Text und zwei Teilen Bildern.

Happy Hour:
Mit Spielnews und Hardware soll laut Inhaltsverzeichnis dieser Heftteil beginnen, zu Gesicht bekommt man aber überwiegend sündhaftteure Staubfänger, pardon, nützliche Gadgets.

Endlich ist man auch beim lang erwarteten Highlight angekommen, der Titelstory ‘Fit Wii nie’. In an Peinlichkeit kaum zu überbietender Weise (sowohl vom Text als auch von den Bildern) wird man durch das Wii-Sports und EyeToy: Kinetic Combat Workout geführt. Bitte unbedingt weiterblättern um Folgeschäden zu vermeiden. Anschließend folgen wieder einige mehr oder weniger belanglose Tests mit reichlich bunten Bildern zum Sammeln und tauschen.

Ladies Night:
Wie gehabt wird mit einer Doppelseite News und überflüssigem Krams gestartet. Weiter geht es mit einer selten dämlichen Fotostory „Die (PS3) oder ich!“. Überraschung: Es folgen wieder Tests nach altbekanntem Schema, diesmal aber zu Spielen, mit denen sich schon einige Stunden länger vor der Glotze verbringen lassen (z.B. FFXII)

My Vanilla Living:
Fraus liebstes Hobby muss nun ein letztes Mal exzessiv ausgelebt werden: Es folgen weitere teure Einrichtungsgegenstände und ein 13 Seiten Shoppingguide für Konsolen und Handhelds.

„Geht draußen Spielen“, „Deutschlands schönes Pokerface“ und „die schönsten neuen Spiele“. Auch Ausgabe #2 wird dort weitermachen, wo das erste Heft endete.

Bleibt am Ende nur eines zu hoffen:
Möge Frau am Kiosk mündig genug sein und ein paar cm weiter zu einem echten Spieleheft greifen. Wenn play vanilla eines tut, dann das Image zu unterstreichen Frauen als Spieler nicht ernst zu nehmen und leidige Rollenklischees aufrecht zu erhalten.

Als Anmerkung zum Schluss. Auch Mann weiß durchaus ein Casualgame in der Mittagspause oder für zwischendurch zu schätzen, nicht umsonst schießen Portale mit Flashgames wie Pilze aus dem Boden. Genauso ist Frau nicht damit überfordert auch mal zwei Seiten Text mit Inhalt und ohne Technikblabla zu lesen und ein Spiel zu spielen, das über Tamagotchis hinausgeht.

Daten und Fakten:
Start: 04. April 2007
Erstausgabe: 05+06/2007
Verlag: Computec Media
Segment: Spiele/Frauenzeitschrift
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 1,90
Chefredakteurin : Petra Fröhlich
Druckauflage: 100.000 Exemplare (Verlagsangabe)