Archiv für ‘Weitere Verlage’ Kategorie

Blätterwald #16 vom 03. März 2009

Computec:
Play3 mit leicht verändertem Coverdesign
Künftig ist das Cover etwas farbintensiver, die DVD-Spalte wurde mit knallgelb hinterlegt und die grafischen Trennelemente wurden etwas verändert.

Neues Play3-Sonderheft
Tipps und Tricks oder Komplettlösungen sind scheinbar immer noch gefragt, also werden sie wieder in einem € 4,99 teuren Sonderheft auf 100 Seiten untergebracht. Ab 04.03 im Handel.

Update Verkaufszahlen
Neue Unternehmenspräsentation, neue Verkaufszahlen der nicht IVW-gemeldeten Hefte:

Auflage laut Unternehmenspräsentation (UP) I/09
Games and More: 65.000 verkaufte Exemplare (-40.000 gegenüber Mediadaten 09)
PC Games WoW: 75.000 verkaufte Exemplare (+5.000 gegenüber UP IV/08)
Kids Gamer: 19.000 (+/- 0 gegenüber UP IV/08)
X3: 19.000 (+/- 0 gegenüber UP IV/08)
Wii Player: 19.000 (+ 1.000 gegenüber UP IV/08)

IDG:
GamePro wird überarbeitet
Kein April-Scherz. Am 1. April kommt die GamePro mit neuem Logo an den Kiosk. Bleibt zu hoffen, dass auch der Rest vom Heft eine überfällige Frischzellenkur bekommt.

Weitere Verlage:
Multimania mit neuem Logo
Das Magazin hat zu seinem kürzlich neu erworbenen Look auch noch ein neues Logo spendiert bekommen. Der Untertitel des Magazins lautet nun „Das Magazin für zeitgenössische multimediale Kultur“.

Neue Retro-Ausgabe
Am 10. März steht eine neue Ausgabe des Magazins »Retro« an. Schwerpunkt diesmal: Ego-Shooter. Das Magazin ist im Bahnhofsbuchhandel oder online hier für € 6,95 erhältlich.

Es war einmal… XBM

Wir schreiben das Jahr 2002, es ist noch nicht allzu lange her, da sind dem Frankfurter Pro Verlag sein Nintendo-Magazin »Nintendo Fun Vision« und der Handheld-Titel »Fun Color« abgesoffen. Auch das einzig verbliebende Schwesterheft »Mausklick« hat seine besten Tage bereits vor langer Zeit gesehen. Was liegt also näher, wenn man ohne Kohle wieder zu einem Big-Player aufzusteigen möchte, als sich an Lizenzen aus dem Vereinigten Königreich zu bedienen? Pate stehen durfte für diesen Versuch das Xbox-Heft »XBM« von Paragon Publishing.

Zwei Tage vor dem Deutschlandstart der Xbox kommt auch die deutsche »XBM« am 12.03.2002 an den Kiosk. Angelegt vorerst als Sonderheft mit 116 Seiten zum Preis von € 5,90. Die Optik ist, um es vorsichtig auszudrücken, sehr englisch. Der Text wird von der Fülle der Layoutelemente und der Bildermasse förmlich erdrückt. Wirklich tragisch ist das allerdings nicht, die Tests sind weder sonderlich informativ noch kommt viel Freude beim Lesen auf.

Endwertungen gibt es gleich zwei. Am Ende des Textes ein subjektives „Score“, im Wertungskasten eine Gesamtwertung, die sich aus dem Durchschnitt der Einzelwertungen in Grafik, Sound, Gameplay und Dauerspaß zusammensetzt.

Kleines Detail am Rande: Nach 98 Seiten ist dem Heft das gute Papier ausgegangen, ab Seite 99 wird’s rau statt glänzend und schwarz wird grau.

Gut neun Monate soll es nun dauern, bis das neue Baby das regelmäßige Licht der Welt erblickt. Nun in Neongrün erstrahlt „Das Xbox-Mag im XXL-Format“ vierteljährlich am Kiosk, der Preis ist bei € 5,90 geblieben. Dafür gibt’s nun nur noch 100 Seiten. Das englische Mutterheft hat in der Zwischenzeit sein Layout überarbeitet und somit sieht auch die deutsche Ausgabe anders aus. Bunt isses immer noch, gigantische Screenshots gibt es weiterhin, aber immerhin wirkt das Heft nicht mehr ganz so schrecklich überladen. Die Score-Wertung am Ende des Fließtextes ist verschwunden und die Gesamtwertung ist kein Durchschnitt der Einzelwertungen mit Kommastelle mehr, sondern wird davon unabhängig im 10er System vergeben.

Die Erscheinungsfrequenz sollte bei »XBM« auch weiter ein planloses Verwirrspiel bleiben. Halten wir fest:
Ausgabe 1: Neun Monate
Ausgabe 2: Drei Monate

In Ausgabe drei wird ein Leserbrief abgedruckt, dass die Erscheinungsweise viel zu selten sei. Richtig entgegnet die Redaktion, deswegen habe man nun auch auf zwei Monate verkürzt – Heft #3 ist die April/Mai-Ausgabe. Nun dürft ihr raten, wie lange wohl Ausgabe vier am Kiosk liegen darf, genau: Es sind wieder drei Monate.

Immerhin, im vierten Heft befindet sich ein Feature, das ich immer wieder gerne lese – „50 Dinge, die wir hassen“. Die Redaktion klagt Spieleentwickler wegen fünfzigfacher Erfüllung des Tatbestandes „Dummheit, Unoriginalität und Langeweile“ an.

Ein paar Beispiele gefällig? „Hier kam noch keiner durch…“ – Unfaire Passagen bei Splinter Cell, Hitman 2 und Blinx. „Schalter, Schalter an der Wand“ – Ätzende Schalterätsel bei Turok und Buffy. Zu langsam gewesen? Dann lauft noch mal die 100 Meter zurück und probiert es erneut durch die Tür zu kommen. „Reine Kopfsache“ – Gegner bei Splinter Cell, die nach Kopfschüssen böse werden. Unzerstörbares Holz in V-Rally 3; Checkpoints nur für menschliche Spieler bei Arcaderacern gültig. Speicherpunkte: „Sind Sie sicher, dass Sie speichern wollen?“, „Wirklich?“ und viele andere mehr. Für solche Späße sind die € 5,90 dann auch mal wirklich gerne investiert.

Mittlerweile sind haben wir schon mehr als die Hälfte des Jahres 2003 hinter uns gebracht und mit »Xbox Games« ist für € 3,50 ein 124seitiges Xbox-Heft auf den Markt gekommen, allerdings zweimonatlich. Damit gibt es keinen wirklichen Anlass mehr »XBM« zu kaufen. Bei Pro Verlag sieht man das naturgemäß anders und so kommt »XBM« ab September monatlich. Der Preis geht allerdings nur auf € 4,99 runter, dafür hat man den Heftumfang auf 84 Seiten zusammengestrichen und die Klebebindung ist auch passé.

Immerhin muss man sich die wenigen Heftseiten nicht mit Werbung teilen, denn die Anzeigenverkäufer scheinen ihre Arbeit quittiert zu haben. Somit ließe es sich dann auch erklären, warum die Kohle über den Heftpreis wieder reinkommen muss.

Im Oktober muss auch das gute Papier der Schere zum Opfer fallen. Gekocht wird im November, nämlich Einheitsbrei im Feature „Es ist immer das Gleiche“. Für ein RPG benötigt man so zum Beispiel fünf Pfund extreme Höhenangst (Hauptfiguren können weder Springen noch über Äste oder Gräser laufen), 20 Kilo gestohlenes Eigentum, fünf Teenager-Helden und einen Liter „Held wider willen“. Weitere schöne Zutaten aus anderen Genres: „Die letzten ihrer Art – 1 Kilo“, „Juwelen und Münzen – 16 Packungen“, „Crashs ohne Explosionen“ [und Kratzer, anm. des Autor]. Sehr unterhaltsam und seine € 4,99 wert.

Vorbei ist es im Dezember nicht nur mit der Leuchtkraft des Grüntons auf dem Cover, sondern auch mit der monatlichen Erscheinungsweise. »XBM« kommt von nun an wieder zweimonatlich und kostet, welch Überraschung, wieder € 5,90. Ebenfalls eine „große“ Überraschung, der Umfang geht natürlich nicht wieder auf 100 Seiten hoch.

Mit der Ausgabe vom Februar/März 2004 ist im Prinzip die komplette Redaktion verschüttgegangen. Sie hat sich wohl mehr oder weniger im Streit aus dem Staub gemacht, um mit Raptor Publishing einen eigenen Verlag hochzuziehen. Den gibt es im Gegensatz zum Pro Verlag auch heute noch und von der Strategie mit den britischen Lizenzheftchen ist man auch abgerückt.

XBM 03/2004Besonders spaßig ist auch die Leserumfrage im selben Heft. Diese wird nämlich eine Ausgabe später als Begründung herangezogen, warum die April/Mai-Nummer völlig anders aussieht (Gebe dem Layout eine Note von 1 bis 6). Schon blöd, wenn das englische Mutterheft mal wieder das Layout ändert und man dem deutschen Leser nur eine Übersetzung präsentieren kann – da bleibt kein Platz für große künstlerische Eigenleistungen.

Das April/Mai-Heft ist auch gleichzeitig die letzte Ausgabe und besteht redaktionstechnisch nur noch aus dem neuen Chefredakteur Oliver Gubba und der Redakteurin Gesa Schäfer. Die Abschiedsworte lauten „Die nächste Ausgabe erscheint am 28. Mai“.

Ein wenig schade ist’s am Ende doch ums Heft, schließlich werden keine unterhaltsamen Features mehr kommen. Aber mal ehrlich, der Verlag kann doch nicht ernsthaft geglaubt haben, für € 5,90 würde jemand ein 84seitiges Xbox-Heft kaufen. Inoffiziellen Angaben zufolge waren es keine 5.000 Käufer mehr zum Schluss.

Wen’s interessiert: Chefredakteur Oliver Gubba hat im November 2004 sich mit dem „Wichtel Verlag“ selbstständig gemacht und versucht die übersetzten Digicam-Heftchen des Pro Verlags weiterzuführen. Erfolg hatte er allerdings keinen, der Verlag hat es nur etwa ein 3/4 Jahr gemacht.

Daten und Fakten:

Erstausgabe: 01/2002 (12.03.2002)
Finalausgabe: 03/2004 (26.03.2004)
Ausgaben gesamt: #10
Verlag: Pro Verlag GmbH
Segment: Xbox-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 5,90
Chefredakteur: Oliver Gubba
Druckauflage: 40.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #15 vom 06. Februar 2009

Computec:
Update: 10.02.2009
Maik Bütefür ist mehreren nicht genannten Quellen zu folge seit Ende letzter Woche nicht mehr bei der play3 bzw. bei Computec.

Weitere Infos folgen sobald offizielle Stellungnahmen vorliegen.

Computecs Gamesshop Sqoops dicht
Und da war am 03. Februar Schluss mit Shopping. Man kann nicht behaupten, Computec hätte nicht ausreichend Werbung für Sqoops gemacht. Genützt hat dies alles nichts, per Adhoc-Meldung wurde das Aus verkündet.

Die Forenreaktionen sind ernüchternd:

Gut zu wissen, diese penetrante Werbung auf Computec-DVDs nervt schon seit Jahren. Teilweise konnte man sie weder abbrechen noch überspringen. (silencer1)

Seht ihr die Tränen in meinem Gesicht: :) ? (dsr159)

d.h.: ein nervender Trailer weniger auf der DVD. :ugly: (crackajack)

+ ein bisschen Schleichwerb … *hust* … ich meinte natürlich Service-Dienstleistung weniger auf der Webseite.

edit: Tut mir natürlich trotzdem leid für die Angestellten des Unternehmens. (SoSchautsAus)

vielleicht besinnt man sich künftig wieder auf das kerngeschäft, nämlich magazine.
wünschenswert wärs jedenfalls. (Bonkic)

und weniger eigenwerbung im heft.. :ugly: (Huskyboy)

Quelle: Videogameszone.de, pcgames.de

Fragt sich, ob das Marketing immer so sinnvoll eingesetzt wurde…

Wenig Mitleid haben auch die Kollegen von BooCompany.

Computec weiter im Minus
Noch eine Adhoc-Meldung. Diesmal geht’s um das vorläufige Konzernergebnis. Unterm Strich kommt ein Minus von 1,0 Mio. Euro heraus. Sqoops sei Dank.

Play3 zieht Preis an
Von einer schlechten Meldung zur nächsten: Play3 kostet ab März wahrscheinlich € 5,50. Im Aboshop wurde der Preis für ein Jahresabo von € 59,50 auf 63 Euro angehoben.

N-Zone ist das meistverkaufte monatliche Nintendo-Magazin
Kein Witz, das Heftcover wurde in den Mediadaten angepasst. Das Spiel mit der Nr. 1-Position wird ins Absurdum geführt. Wii Player ist wahrscheinlich auch das meistverkaufte dreimonatliche Nintendo-Magazin, da braucht’s nicht mal die IVW für. ;)

PC Games Hardware Premium senkt den Preis einmalig
Und zwar von € 9,99 auf € 8,99. Dafür gibt es keine Silbertüte mehr und das Extraheft wird ins Heft geklebt. Die 32 Extraseiten zu WoW werden hinter den 32 Extraseiten des Extended-Teil platziert. Damit hat das Heft seinen ursprünglichen Heftumfang von ca. 200 Seiten sogar übertroffen.

IDG:
Neues Papier für GamePro und GameStar
Beide Hefte werden ab den aktuellen Ausgaben 03/2009 auf ein etwas glatteres und glänzenderes Papier gedruckt.

Weitere Verlage:
Raptor mit neuer Webseite
Raptor Publishing hat nach langem Kampf seine Webseite überarbeitet. Man bleibt der Tradition treu, alles ist wieder nur zu einem Viertel fertig. Immerhin, für Mitte Februar ist eine neue Level 1-Ausgabe angekündigt.

Verlagsunion/Papercut verbreitern „Marken“-Zahl ihrer Poster- und Heftreihen
Nach »TV Heroes präsentiert Nationaler Pokédex-Poster« und »TV Magic präsentiert Naruto« im Oktober 2008, »Games Magic präsentiert World of Warcraft« im November 2008 folgten in den vergangen Tagen »TV Megastars präsentiert Pokémon Pokédex für Alima Poster«, »Game Power präsentiert Poké-Master« und heute nun »TV Master präsentiert Pokémon Poké-Dex Magazin«.

Auf das euch die Ideen nie ausgehen werden, ihr irgendwann merkt, dass „Posters“ nicht die korrekte Pluralbildung von Poster ist und die Hefte in Großbritannien, nicht Grossbritannien gedruckt werden. Ach was sag ich, »TV Mania« steht ja schon in den Startlöchern…

Blätterwald #14 vom 28. Januar 2009

Computec:
Thorsten Küchler wird Redaktionsleiter für die Computec Games Group
Thorsten Küchler, ehemals stellvertretender Chefredakteur der Games Aktuell und Bravo Screenfun, wird ab Februar Redaktionsleiter von Computecs Games Group.

PC Games Package wird teuer
Scheinbar hat Computec keine Lust mehr auf das ewige Auf und Ab vom Preis der Magazin-Ausgabe. PC Games Magazin kostet nun auch in den WoW-Monaten € 3,50. Der Preis des Packages erhöht sich demzufolge von € 9,99 auf € 10,49.

IDG:
Word of Warcraft jetzt jeden Monat
GameStar erhöht die Frequenz seines WoW-Magazins von zweimonatlich auf monatlich. 01/2009 – Februar ist seit dem 23.01. für 6,99 erhältlich. Die normale GS-Sonderheftreihe ruht scheinbar, zumindest gibt es nur noch WoW-Hefte im Shop.

Weitere Verlage
Airmotion rüstet 360 Live und PS3M auf
Ab sofort gibt es Hochglanzpapier für die Hefte. Das Wertungssystem soll nun strenger werden bzw. die Bandbreite besser ausnutzen. Im Gegenzug gibt es den Award nun schon bei 8.0/10 Punkten statt wie bisher bei 8.5/10.

Update: 29.01.2009
Verkaufszahlen consolPlus/GamersPlus
Panini hat Verkaufszahlen für seine beiden neuen Spieletitel veröffentlicht:
consolPlus IV/08: 35.261
GamersPlus IV/08: 30.194

VU Verlagsunion wieder mit neuen Miniheften und Poster-Magazinen
Aktuell liegt »Game Power präsentiert Poké-Master« im Handel zum Preis von € 3,49. Weitere Ausgaben unter verschiedenen Titeln sind angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass nicht alle „Posters“ beinhalten.

Archiv:
Aufgrund weniger Nachrichten erschien die letzten sechs Wochen kein Blätterwald. Der Vollständigkeit halber werden die vergangenen Ereignisse kurz an dieser Stelle festgehalten:

Computec:
Neue Preisrunde für PC Action und PC Games
PC Action DVD und PC Games DVD kosten € 5,50 statt € 5,30. PC Games Magazin kostet statt € 3,30 nun € 3,50. Die übrigen Varianten bleiben unverändert vom Preis

play3-Sonderheft
Am 07.01.2009 erschien erste play3-Sonderheft 2009, Thema: „Die besten Horror-Games für PlayStation 3 und Xbox 360“. Der Spaß ist nicht ganz billig, € 6,99 kostet das Heft.

Neue Leitung für X3
Manfred Reichl hat die Leitung von X3 übernommen. Maik Bütefür kümmert sich wieder ausschließlich um die play3.

Es war einmal… Konsolen Szene

Es ist nicht immer ganz einfach für einen Außenstehenden nachzuvollziehen, was im Kopf eines Verlagsleiters vorgeht. Manchmal müssen sich die entsprechende Personen jedoch die Frage gefallen lassen, welche bewusstseinserweiternden Substanzen sie konsumiert haben – so auch im Fall der „Konsolen Szene“.

Das Cover sieht, mit Ausnahme des kleinen Bildes mit der Beschriftung „Unter der Lupe: Kopierstationen“ noch ganz gewöhnlich aus. Ein Blick auf die erste Anzeige des 68seitigen Magazins und das Editorial lassen gleich zu beginn tief blicken – bis nach Hongkong.

… und die Konsolenwelt dreht sich weiter !!!

Mit unserer Erstausgabe der Konsolen Szene setzen wir den Startschuß zu etwas neuem, wir werden euch in die Videospiele Szene entführen. Unser junges Team ist seit jeher von der Videospiele- und Konsolenwelt fasziniert und hat etliche Stunden vor dem Flimmerkasten verbracht. In einem Moment der Unbeherrschtheit über firmenpolitische Falschmeldungen in verschiedenen Videospielzeitschriften haben wir uns dazu entschlossen, manche Dinge in der Videospielszene auf den Punkt zu bringen, und allen Videospielfans ein vollkommen unabhängiges Magazin anzubieten. Wir berichten für euch unabhängig über alle Themen und Neuheiten der Videospiele Welt. Wir nehmen im Gegensatz zu allen anderen Videospielmagazinen keine Rücksicht auf die internen Marktpolitiken der verschiedenen Hersteller. Deshalb liegt uns auch daran gewisse Themen nicht einfach zu ignorieren, oder diese einfach kurz und uninformativ abzuwerten. Denn schließlich würde es die Videospielewelt in ihrem heutigen Dasein ohne euch nicht geben!

Viel Spaß beim lesen!

Inhaltlicher Nonsens…

Wir tun etwas, was es noch nie zuvor gegeben hat und setzen den Startschuss zu einem völlig neuen Magazin. Nur wir haben die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind wirklich unabhängig, bringen manches auf den Punkt, vieles aber auch nicht und sorgen dafür, dass die Sonne immer scheint.

Nebenbei scheißen wir auf sämtliche Regeln der alten und neuen Rechtschreibung, denn wir sind so unabhängig, dass wir unsere eigene Schreibweise erschaffen haben!!!

Direkt neben dem katastrophalen Editorial erstrahlt eine Anzeige zu einer N64-Modul-Kopierstation und gibt einen guten Einblick auf den weiteren Heftinhalt.

Zu Beginn gibt man sich mit Inhaltsverzeichnis und Newsflash ganz klassisch und beweist nebenbei, dass farbige Hintergrundmotive schon immer mit Vorsicht zu genießen waren. Weiße Schrift kann man am dunklen, unteren Rand zwar gut lesen, auf dem gelben Auge des Glubschviehs wird der Versuch die News zu entziffern zu einem Kraftakt.

Auch der Bericht über Earthworm Jim ist von „Sega´s eigenem Magazin“, „Shiny´s Tür“ und „Interplay´s Wahl“ abgesehen, nicht die vollständige Katastrophe. Interessanter wird’s hingegen bei dem Artikel „PlayStation Generation“. In diesem wird schnell der Ursprung der Abkürzung PSX erklärt, bevor man dazu übergeht den Wechseltrick für Importspiele, Sonys neue PlayStation-Baureihe und den „Superchip“ vorzustellen. Mit dem „Superchip“ kann man „Originalspiele, sowie alle Sicherheitskopien abspielen, welche man auf jedem PC mit eingebautem CD-Brenner erstellen kann“. Eine Schnelleinbauanleitung ohne Bilder gibt es ebenfalls. Völlig ohne Zusammenhang ist in die journalistische Nichtleistung ein MDK-Artwork eingebaut.

Zwischendurch wird auch über die Umsetzung des „Action Hit’s“ Forsaken fürs N64 berichtet und man erfährt, dass der Autor des Artikels vor kurzem das Spiel noch auf „Sony´s Traumkonsole“ zockte und diese leider ihre Grenzen erreicht hat.

Man hat eben ein Herz für den „3D-Shooter Fan“, nein „3D Shooter Fans“ *arg* nun hab ich’s, „3D-Shooter“.

… und rechtliche Grauzonen

Wem das Prozentsystem der heutigen Spielemagazine immer noch zu ungenau ist, die Entscheidung zwischen 80% und 81% ist ja wirklich schwer, wäre mit Konsolen Szene glücklich geworden.

Das Herzstück des Heftes, der elfseitige Bericht über die N64-Modulkopierstationen, kürt System Nr. 1 mit 92,5% zum Testsieger. System Nr. 2 bekommt lediglich 56,7% und System Nr. 3 nur noch 55% – die Namen schenke ich mir an dieser Stelle.

Alle Geräte werden ausführlich vorgestellt und ihre Bedienung erklärt. Ein Gerät kann sogar „MPEG Video CD’s“ abspielen. Die Bedienung eines anderen sei allgemein aber eher kompliziert und manche Funktionen nur für „Programmiererfreek’s“ verwendbar.

Der nächste Artikel handelt kurz, knapp und ungenügend über „Video Games @ World Wide Web“. Nebenbei hat man gerade vergessen, dass man seine Leser seit dem Editorial eigentlich duzt und entscheidet sich lieber fürs „sie“, selbstverständlich kleingeschrieben. Nebenbei kommt man zum Schluss, dass die Webseiten von Sega, Nintendo und PlayStation nicht informativ sind, die Konsolenseite des Herausgebers dieser Zeitschrift aber der Gral der Erleuchtung sei.

Zur Abwechslung ist mal wieder ein nichtssagender Bericht über ein Spiel dran (Blue Stinger), bevor es nach dem Poster zur „Babewatch-Wahl“ geht. Weiter im Programm über den Sprung von Pixelhelden in die Realität, wie z. B. Laras Sprung in ein Ärzte-Video.

Hübsch ist auch die „Spielvorstellung“ zu Ridge Racer Type 4. Die „Rennsimulation“ bekomme durch Echtzeitbeleuchtung ein extrem realistisches Fahrgefühl. Fahrzeuge blieben zwar weiterhin unkaputtbar, dafür würden sämtliche Unfallsequenzen neu gestaltet. Zur Aufhübschung des Artikels wird ein vom Fernseher abfotografiertes Bild und ein Foto von Namcos Messestand gezeigt.

Nach so viel Einsatz in Sachen Vorschau und Kaufberatung ist dringend wieder ein Kapitel für Leute ohne Kleingeld nötig, kurz um, es geht um „Emu´s“. Wie es rechtlich für deren Programmierer aussieht, solle im Artikel unerwähnt bleiben, interessant sei eh nur die Verwendung des „Emu´s“ zum Spielen. Vor allem von Nintendo „Emu´s“. Ach, und beachten „sie“, die Redaktion könne keine Auskunft über Rom-Seiten geben.

Neun Seiten später philosophiert man darüber, ob ein PlayStation-Emulator für Windows Konkurrenz für Net Yaroze sei und stellt eine lustige Vergleichstabelle zwischen N64, PlayStation 2, Dreamcast und Project X auf, wo man irgendwelche Werte errät, die Tabellenzelle mit „geheim“ ausfüllt oder sie gleich vergisst mit Inhalt zu befüllen.

Schwerpunkte setzen ist wichtig, also noch schnell drei Seiten zu einem CD-Duplicator, mit dem man „CD’s“ ohne Einsatz von „PC’s“ vervielfältigen kann.
Bevor man noch ein paar Bilder sieht, wie sich ein Grafiker im Jahre 98 die PS2 vorstellte, verreißt man noch mal Off-Road Challenge fürs N64. Das Angebotene stehe in keinem Verhältnis zum Preis und eigentlich müsse das Spiel gratis angeboten werden – so schließt sich dann der Kreis…

Daten und Fakten:

Start: 11.11.1998
Erstausgabe: 01/1999
Finalausgabe: 01/1999
Ausgaben gesamt: #1
Verlag: ART Medienverlag (Austria)
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: DM 3,90 (€ 1,99)

Blätterwald #13 vom 10. Dezember 2008

Computec:
DVD Vision ist zurück
Kostet € 3,50 und hat 100 Seiten Umfang. Die Erscheinungsweise ist zunächst zweimonatlich, jeden zweiten Mittwoch eines geraden Monats gibt es also eine neue Ausgabe. Das Heft schaut äußerlich so aus, wie zu CyPress-Zeiten – inkl. Glanzcover und Rückdrahtheftung. Innen drin steckt allerdings eine ganz normale Widescreen ohne Kino-Teil. Das Layout ist gleich, selbst die furchtbaren halbseitigen Editorials wurden übernommen.

Games and More Auflage
300.000 hat Computec nach eigener Angabe davon gedruckt. Jetzt sind in den Mediadaten von 2009 die ersten Verkaufszahlen angegeben. 105.000 Exemplare will man abgesetzt haben, eine IVW-Meldung, die dies bestätigen könnte, gibt es nicht.

N-Zone mit neuem Erstverkaufstag
Ab Februar verschiebt sich der EVT um eine Woche nach hinten. N-Zone erscheint damit zukünftig jeden zweiten Mittwoch des Vormonats. Die Märzausgabe ist ab dem 11. Februar im Handel.

PC Action mit neuem Erstverkaufstag
Computecs zweites PC-Spieleheft zieht den EVT um eine Woche nach vorne. Die Heftnummerierung wird damit erneut einen großen Schritt weiter in die Lächerlichkeit gezogen. PC Action erscheint zukünftig jeden zweiten Mittwoch des Vorvormonats. Im Klartext bedeutet dies, dass die März-Ausgabe am 14. Januar erscheinen wird.

PC Games Hardware Extreme kommt häufiger
In Kürze erscheint PCGHX zweimonatlich, statt wie bisher vierteljährlich. Die Umstellung geschieht allerdings nicht mit der am 19. Dezember erscheinenden Ausgabe 01/2009, sondern erst am 25. März mit 02/2009. Dies führt dazu, dass Ausgabe 01/2010 ende November erscheinen wird. Die Verkaufte Auflage wird mit 19.000 Exemplaren angegeben.

play3 zieht Anzeigenpreis an
Die positive Auflagenentwicklung hat zur Folge, dass eine Seite (1/1) nun € 6.900 statt wie bisher € 6.100 kostet.

SFT senkt Anzeigenpreis
Der Auflagenrückgang zeigt nun auch für Anzeigenkunden erste Folgen. Der Preis für eine Seite sinkt von € 14.900 auf € 10.500.

Widescreen Vision mit noch mehr Leserschwund
In den 2009er Mediadaten gibt Computec die selbst ermittelte Leserreichweite nur noch mit 50.000 an. 2008 sollen es noch 74.000 gewesen sein. (Leserreichweite nicht mit verkaufte Auflage verwechseln). Der Anzeigenpreis für Umschlagsseiten sinkt, der Preis für 1/4 bis 1/2 große Seiten steigt geringfügig.

Wii Player das Magazin mit Nummerierungsquatsch?
Laut Mediadaten erscheint die Ausgabe Januar-März am 21. Januar, was nur bedingt sinnig ist. Dafür verschiebt sich ab Juli die Nummerierung. Am 15.7 kommt Ausgabe August bis November, so weit, so gut. Das Heft vom Oktober kommt eine Woche später, noch dieses Jahr, nämlich erst am 21.10. Dafür erscheint dort dann auch schon die Ausgabe Dezember bis Februar. Man kann nur auf einen Tippfehler hoffen…

Inzwischen will man 22.000 Käufer haben. In der Unternehmenspräsentation IV/08 waren noch 18.000 angegeben. IVW-Zahlen zur Untermauerung gibt es natürlich keine.

X3 Auflage
Wie auch schon in der Unternehmenspräsentation IV/08 gibt Computec die verkaufte Auflage in den 2009er Mediadaten mit 19.000 Exemplaren an. Geändert haben soll sich demnach nichts, IVW-Zahlen gibt es keine.

Rest
Gerne hätte ich auch noch zwei Zeilen zu Kids Gamer geschrieben – eigene Mediadaten gibt es diesmal jedoch keine. Ebenso taucht DVD Vision derzeit noch an keiner Stelle auf.

Weitere Verlage:
gamesTM ab August wieder monatlich
Auch die kommenden Ausgaben des Multiformatheftes liegen zwei Monate am Kiosk. Im einzelnen handelt es sich laut Planung um die Nummern 3+4, 5+6, 7+8. Mit 09/2009 soll es ab August wieder monatlich weitergehen.

PDF-Magazin von Robert Bannert
Elektrospieler nennt sich das Baby und wird von Robert Banner gemacht, der in den vergangenen Jahren schon Chefredakteur verschiedener Spielehefte, wie zum Beispiel fun generation und players war. Optisch erinnert es ein wenig an Maniac-Extended, inhaltlich passt es stellenweise zur fun.generation. Wer auf RPGs und Japanozeug steht, darf gerne mal reinschauen, die Lesbarkeit auf nicht Widescreen-TFTs ist aber noch ausbaufähig in meinen Augen. Downloaden kann man die ersten beiden Ausgaben auf dieser Seite.

Blätterwald #12 vom 27. November 2008

Computec:
Entlassungen?
Wie sicheren Quellen zu entnehmen ist, sind Joachim Hesse (stellv. Chefredakteur) und Harald Fränkel nicht mehr Mitglied der PC Action-Redaktion.

Update 28.11.08: Die Meldung wurde von Petra Fröhlich um 7.44h im PC Action-Forum bestätigt.

DVD Vision Sonderheft?
Für den 10. Dezember ist ein DVD Vision Sonderheft angekündigt. Es soll zum Preis von € 3,50 in den Handel kommen. Weitere Infos folgen sobald sie verfügbar sind.

Kinder ihr müsst tiefer in die Tasche greifen
Kids Gamer kostet zukünftig € 3,50 statt € 2,99.

N-Zone Premium wird abermals teurer
Was macht man, wenn die Auflage fällt, man aber trotzdem mehr Umsatz machen möchte? Richtig, man zieht den Preis der vierteljährlichen Premium-Ausgaben an. Von € 7,90 geht es nun auf € 8,90 hoch. Fragt sich, wer das alles bezahlen soll.

PC Action Package – Bundles sind in
PC Games Magazin gibt’s seit Ewigkeiten im Doppelpack mit dem WoW-Sonderheft und aktuell gibt es auch PC Action DVD im Pack mit dem GTA IV-Sonderheft. Der Preis liegt bei € 9,90, einen Preisvorteil gegenüber Einzelkauf gibt es nicht.

IDG:
GameStar-Karriere-Package
Auch bei IDG lässt man es sich nicht nehmen GameStar Magazin und GameStar WoW für € 9,98 zu verkaufen. Nun gibt es inzwischen auch GameStar Magazin und Making Games Magazin für € 6,99. Man bekommt GameStar Magazin also rechnerisch für 9 Cent.

Weitere Verlage:
Airmotion – Weniger gamesTM im Handel
In den Mediadaten für 2009 für die Druckauflage der gamesTM nun nur noch mit 40.000 Exemplaren angeben. Das entspricht einer Reduzierung von 20.000 Exemplaren. Scheinbar hat gamesTM demzufolge bislang weniger Käufer als erhofft gefunden.

Update 29.11.08: Außerdem wurde die Klebebindung durch eine Klammerheftung ersetzt. Zudem macht das Heft eine „Winterpause“ und kommt auch im Februar mit einer Doppelnummer (3+4) wieder…

Devil Inc. erhöht bei Multimania Heftumfang
Ab sofort gibt es 100 statt bisher 76 bis 84 Seiten, im Gegenzug steigt der Preis von € 2,90 auf € 3,50.

Falke Media – Spielen auf dem Mac
Seit kurzem liegt das zweite Mac Life Spielesonderheft „Mac Games“ im Handel. Der Preis liegt bei € 9,90 für 116 Seiten inkl. DVD.

Auerbach Verlag zieht Preis des Blu-ray-Magazins an
Das Blu-ray-Magazin geht mit Ausgabe #2 mit regulärem Heftumfang und einem normalen Preis von € 3,60 an den Start.

Auerbach Verlag – Infamily kommt seltener
Statt wie angekündigt zweimonatlich kommt infamily nur noch vierteljährlich an den Kiosk.

Game Master Special
Am 3. Dezember erscheint ein Jahresrückblick-Sonderheft zum Preis von € 2,99.

Neues Blu-ray-Heft: Blu-ray-Welt
Das Heft soll € 2,80 kosten und im Michael E. Brieden Verlag erscheinen. Der Verlag hatte bereits in den vergangenen Jahren unter dem Titel „DVD Welt“ Testjahrbücher veröffentlicht.

Neu im Handel: c’t Special Spielkonsolen

Auch in der Institution der PC-Zeitschriften gibt es Spielkinder und denen haben wir zum zweiten Mal ein Konsolen-Special zu verdanken. „c’t Medien 01/2009 – Spielkonsolen“ hat einen Umfang von 164 Seiten und kostet € 8,50 inkl. DVD mit Yellowdog-Linux für PS3.

Konzeption:
c’t Special Spielkonsolen Das Heft besticht durch das c’t-typische zweckmäßige Layout. Bunte Hintergründe gibt es keine, Bilder nur als Artikelaufmacher oder wenn sie von nutzen sind. Bei Überschriften wird als Stilmittel Kleinschreibung genutzt und die Schriftart wurde 1998 auch schon von PlayStation Games und später der GamePro genutzt.

Konzeptioniert ist das Special als eine Art Übersicht über den Konsolenmarkt, weswegen Artikel wie „Kultur der Videospiele“ oder eine Konsolenübersicht unvermeidlich sind. Letztere ist recht technisch gehalten und erzählt z. B. etwas über die Transferrate der Grafikchip-Anbindung von Microsofts Xbox 360, die Leistungsaufnahme im Ruhezustand und den Lautstärkepegel in Sone bei verschiedenen Situationen. Auch Schwächen wie die lang dauernde Zwangsinstallationen vieler PS3-Titel bleiben nicht außen vor. Ähnlich konzeptioniert ist auch die „Mobilkonsolen“-Übersicht von PSP, DS Lite und iPod Touch.

Den Hard- bzw. Zubehörteil, den man im Normalfall ganz hinten bei Konsolenheften findet, hat man kurzerhand nach vorne gezogen. Unter anderem werden LCD-Fernseher und Lenkräder auf insgesamt 18 Seiten vorgestellt.

Durchgängig im ganzen Heft werden mehr oder minder lustige Wortspielüberschriften verwendet. Ein Forcefeedback-Lenkrad wird zum Schoßvibrator, Assassin’s Creed zum „Schläfer in Jerusalem“, Bully: Die Ehrenrunde zu „Wir Kinder aus bullybü“ und Final Fantasy X zum „Sündenfall im Paradies“, um einige Beispiele zu geben. Das erinnert Zeitweilen an die PC Action, zum Glück gibt es mit „Kirschblütenfest“ bei Okami oder Fliegender Zirkus“ bei Little Big Planet auch ausnahmen.

Inhaltliches:
Der Testteil deckt 100 Meisterwerke aus sechs Genres ab. Weil sich z. B. Little Big Planet, Rez HD, GTA IV und Okami aber nur bedingt miteinander vergleichen lassen, gibt es keine Top 100.

Untypisch für die c’t gibt „zur leichteren Orientierung“ ein 10er Bewertungssystem, gut so! Von dem dürfen sich alle Prozentfetischisten nun erstmal 87,375 von 100 Scheibchen abschneiden. Alle vorgestellten Titel bekommen zwischen 0,5 und einer Seite Platz eingeräumt, die einen Absatz zuvor erwähnten 10/10-Spiele, sowie die weiteren „Aufmacher“ Spiele der jeweiligen Genres bekommen eine Doppelseite. Stören müssen einen die vermeintlichen Kurztests allerdings nicht, auch auf einer halben Seite wird ein guter Eindruck vom Spiel vermittelt und Spaß zu lesen machen die Artikel allemal, wenn zuckersüße japanische Kinderlieder bei Loco Roco 2 die Gehörgänge verkleben.

Dass das hochpreisige Sonderheft eher eine ältere Leserschaft anvisiert, wird auch durch den Elterntipp am Ende jedes Tests deutlich. Zudem gibt’s neben der USK-Freigabe noch eine Altersempfehlung der Redaktion mit auf den Weg.

Nicht fehlen darf auch nicht eines der Lieblingsthemen der c’t – Netzwerkeinrichtung. Weitere Reportagen und Artikel gibt es außerdem zu „Video on Demand vs. Blu-ray Disc“, „Filme kodieren“, „Verkabelung“ ein PS3-Festplattenwechsel, ein neues Gehäuse für die Xbox 360, wie Linux auf der PS3 läuft, die Wii-Fernbedienung am PC und zu guter letzt ein Einblick in die Hacker- und Homebrew-Szene.

Fazit:
Unter der Leitung von Hartmut Gieselmann ist ein teures, aber hervorragendes Konsolenspecial entstanden. Die Zielgruppenausrichtung ist dabei interessant, weil einerseits durch die „Best of“-Funktion „Coregamer“ nur bedingt angesprochen werden, für Casualgamer aber wiederum zu viel technisches Verständnis vorausgesetzt wird. Kurzum, man findet ein Spieleheft, welches es in der Form kein zweites Mal zurzeit am Kiosk ist.

Nach dem fast vollständigen Lesen dieses Magazins bleibt eigentlich nur folgendes zurück: Ich will mehr! Jeden Monat! Gebt mir eine c’v – magazin für computer und videospiele!

Daten und Fakten:
Start: 03. November 2008
Erstausgabe: 01/2009
Verlag: Heise Zeitschriften Verlag
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: einmalig
Copy-Preis: € 8,50
Leitung: Hartmut Gieselmann
Druckauflage: 50.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Neu im Handel: PS3M

Endlich, mehr als ein Jahr hat das Warten gedauert, bis es wieder ein PlayStation-Magazin ohne Computec’sche Beteiligung gibt. Hat sich die lange Zeit gelohnt?

PS3M 11/2008PS3M erscheint in der Airmotion Games Verlags GmbH und hat demzufolge zwei Schwesterhefte, 360 Live und gamesTM. Im Gegensatz zu diesen setzt PS3M nicht auf eine Layoutlizenz auf, sondern ist eine Eigenentwicklung. Allerdings hat man sich sehr stark bei der Xbox-Schwester inspirieren lassen. Logogestaltung, Coverdesign, Heftformat. Alles ist irgendwo ähnlich, der Unterschied liegt in erster Linie bei PlayStation-Blau statt Xbox-Grün und einer etwas runderen Schriftart. Bedingt durch verhältnismäßig viel Werbung (13 bzw. 15 Seiten) liegt der Heftumfang bei beiden Heften derzeit bei 100 Seiten.

Der Aktuell-Teil beginnt mit einem großen Screenshot als Aufmacher, der „5 in 5 Sekunden“ Kasten wurde übernommen und mit neuem Inhalt gefüllt. Die „Das haut rein“-Spalte wurde in der „PS3-Version“ gespiegelt, enthält aber den gleichen Inhalt.

Für Überschriften verwendet PS3M im Gegensatz zu 360 Live eine sehr filigrane Schrift. Diese wirkt allerdings etwas kraftlos und eignet sich eher weniger zur Blickorientierung. Ansonsten erinnert das Heft sehr stark an englische Vorbilder mit ihren riesengroßen Screenshots, schmalen Extrakästen und einem recht bunten Layout.

Um es vorweg zu nehmen: Wer eine Xbox 360 sein eigen nennt und bereits 360 Live liest, muss sich den Kauf von PS3M sehr genau überlegen. Denn von den Exklusiv-Spielen abgesehen sind die Artikel in beiden Heften mehr oder weniger gleich. Natürlich sind mal ein paar Absätze umgeschrieben, was sich auch kaum vermeiden lässt, wenn der eine Tomb Raider Artikel sechs, der andere vier Seiten hat. Manchmal sind sie dann aber auch so gleich, dass ein PlayStation-Pad eine A-Taste bekommt.

Vorschauartikel enthalten einen Wertungstipp im 10er System mit 0,5er Einstufungen. Das ist mir entschieden zu genau und befeuert letztlich nur den Prozentfetischismus, den man sich dann einige Monate später in den Foren antun darf. Ob im Test nun eine 8,6 oder 8,7 herausspringt, spürt man als Spieler eh nicht und hilft in Glaubenskriegen „FIFA oder PES“ auch nicht weiter. Immerhin, die Einzelwertungen für Grafik, Sound und Steuerung erfolgen im 10er System, dazu bekommen ganz lesefaule Menschen noch ein paar Stichwörter geliefert. Wer sich aufgrund der Anfangs erwähnten sehr großen Screenshots nun um die Textmenge sorgt sei beruhigt, die kleine Schriftgröße gleicht es wieder aus.

PS3- und PSP-Teil sind im Heft separat, in der Rubrik Community wird der gesamte Onlinebereich inkl. Networkgames, sowie der Leserteil abgedeckt. Ein kleines DinA3-Poster gibt es auch, allerdings befindet sich der Rockband-Test auf der Rückseite – hoffentlich nur eine kleine Produktionspanne.

Fazit:
PS3M ist nett anzuschauen, liest sich gut und liefert insgesamt eine solide Leistung ab. Der Gesamteindruck wird leider durch starkes Artikelrecycling gedrückt, sollte der Umfang nach Weihnachten auf 84 Seiten zurückgehen, ist das Heft mit seinen € 3,90 leider auch nicht ganz günstig. Wer keine beigelegte DVD brauch und nur im Besitz von Sony-Konsolen ist, sollte dennoch mal reinschauen – Abwechslung beim Lesen schadet nicht.

Daten und Fakten:
Start: 22. Oktober 2008
Erstausgabe: 11/2008
Verlag: Airmotion Games Verlags GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: € 3,90
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)

PS3M – Interview mit Richard Löwenstein zum Heftlaunch

Diesen Mittwoch fällt das Monopol der play3 im Segment der PlayStation-Magazine. Zum bevorstehendem Launch von PS3M habe ich ein für euch ein Interview mit dem Chefredakteur Richard Löwenstein geführt. An der Beantwortung meiner Fragen hat sich zusätzlich Herausgeber Florian Petrich beteiligt.

Evil:
PS3M 11/2008Hallo Richard!
Gut ein Dreivierteljahr nach dem gamesTM-Start lesen wir uns nun wieder, diesmal zum Start eures PlayStation-Magazins „PS3M“.

Nun ist die PlayStation 3 schon eineinhalb Jahre auf dem Markt. Warum macht es so spät nach dem Konsolenlaunch noch Sinn ein neues Heft zu starten? Oder passt das Wort „erst“ in diesem Zusammenhang wohlmöglich sogar besser?

Richard Löwenstein:
Schön, gell?

Ja, womöglich passt das Wort „erst“ sogar besser. Einmal, weil natürlich mehr potenziellen Kunden am Start sind. Außerdem gesteht Sony der PS3 ja einen deutlich längeren Lebenszyklus zu als noch der Playstation 2. Wenn das wirklich so kommt, hätte die Konsole noch fünf bis sieben fruchtbare Jahre vor sich. Und PS3M also auch.

Florian Petrich:
Wir sind ja auch noch ein recht junger Verlag und haben deswegen auch noch ein paar Monate abgewartet. Denn wenn wir was machen wollen, dann richtig.

Evil:
360 Live und gamesTM nutzen jeweils die Layoutvorlagen englischer Hefte. Bei PS3M scheint dies nicht der Fall zu sein. Warum habt ihr euch gegen Imagines „Play“ und für einen eigenen Entwurf entschieden?

Richard Löwenstein:
Das ist richtig, wir arbeiten diesmal ohne Lizenz. Grund? Weil wir inzwischen ein Team aus Redaktion, Druckvorstufe und Organisation aufgebaut haben, die eine Lizenznahme nicht mehr unbedingt vorteilhaft erscheinen lassen. Das durch den Wegfall des Lizenzkaufs gesparte Geld können wir mittelfristig in unsere Leute und in die Heftausstattung investieren. Ach, und außerdem ist ja nicht ausgeschlossen, dass es auf redaktioneller Ebene dennoch eine Kooperation gibt. Im Übrigen hab ich bei Play – und allen anderen Playstation-Magazinen von der Insel – den Eindruck, dass sie sich nicht auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen. Die arbeiten alle mit riesigen Bildern, mit sehr wenig Text. Das würde ich deutschen Lesern nicht zumuten wollen.

Evil:
Angekündigt ist PS3M mit 84 Seiten zum Preis von € 3,90. Damit liegt euer PlayStation-Magazin preislich jeweils über ihren Schwesterheften, jedoch bei gleicher Ausstattung oder sogar einem geringeren Umfang. Durch welche Inhalte rechtfertigt sich diese Preisdifferenz?

Florian Petrich:
Zunächst ist es ja so, dass wir in Monaten mit vielen Themen und vielen neuen Spielen den Umfang erhöhen, so gleich zum Start für die erste Ausgabe, die mit 100 Seiten erscheinen wird. Zweitens heben wir den Preis für gamesTM um vorsichtige 10 Cent an mit der nächsten Ausgabe, was hauptsächlich den höheren Papierkosten geschuldet ist. Beide Hefte kosten also 3,90 EUR. Und drittens können wir bei einem Heft für die Xbox 360 einfach nicht von der schönen Zahl 3,60 weg. Und das Allerwichtigste: Bei allen drei Heften kommt es uns auf die inhaltliche, journalistische Qualität an. Eine richtig spannende Seite ist uns deutlich mehr wert, als 10 halbherzige, optisch nicht ansprechende Peripherie-Themen.

Evil:
Play3 musste aufgrund des reduzierten Heftumfangs viel Kritik von mir einstecken, auch weil immer wieder Spiele nicht getestet werden. Wie handhabt ihr das, werden Naruto, Singstar und Co. bei euch ausselektiert oder getestet? Muss ich bedingt durch den Heftumfang auf Reportagen oder ähnliches verzichten?

Richard Löwenstein:
Wir wollen grundsätzlich schon alle Spiele testen. Aus einem „Buzz!“ kann durchaus eine covertaugliche Geschichte werden, so wie wir in der ersten Ausgabe von PS3M ja auch umsetzen. Und „Naruto“ ist doch toll! Es kann und wird allerdings passieren, dass hin und wieder, zum Beispiel im heißen Herbst, mal kein Platz für Reportagen bleibt. Grundsätzlich haben aber auch solche Geschichten ihren festen Platz im Magazin.

Florian Petrich:
Und wenn mal ein Spiel bei uns nicht auftaucht, dann eher deshalb, weil wir daran wenig Gutes und Berichtenswertes finden. Denn einfach nur eine Seite zu füllen wäre schade, wenn so viele wirklich spannende Games gründlicher gecheckt werden könnten.

Evil:
Beim Blick in die Leseprobe musste ich feststellen, dass Previews im 10er System mit 0,5er Abstufungen eingeschätzt werden. Ist das nicht Augenwischerei, wodurch wird eine so genaue Einschätzung gerechtfertigt?

Richard Löwenstein:
Sagen wir’s so: vom Gefühl her hat man als Gamer doch immer wieder mal den Eindruck, dass von zwei eigentlich fast gleichtollen Spielen das eine ja doch irgendwie, irgendwo ein bisschen mehr zündet. Zum Beispiel weil die Ladepausen kürzer sind. Nehmen wir mal an, Bioshock würde ohne Ladepausen auskommen. Dann hätte das Game ein paar Pünktchen hinter dem Komma mehr verdient. Aber vielleicht keine ganze Stelle vor dem Komma. Kurz gesagt: Wertungen mit Nachkommastellen lassen eine deutlich bessere Differenzierung zu, sie lassen sich außerdem gut auf das früher übliche und von vielen liebgewonnene 100-Prozent-Schema übertragen, und sind deshalb keine Augenwischerei. Das gilt für Tests, aber eben auch für Previews. Denn bitte nicht vergessen: für eine ganze Reihe von Previews liegen uns fast vollständige Versionen vor, die einen fast ebenso kompletten Eindruck machen wie Testmuster.

Evil:
Die PlayStation 3 spielt Filme auf Blu-ray ab. Wie umfangreich werdet ihr über Neuerscheinungen berichten oder gehören Filme gar nicht in ein PlayStation-Heft?

Richard Löwenstein:
Doch, gehören sie. Aber Blu-ray bildet sicher nicht den Schwerpunkt. Wir sprechen ein paar Empfehlungen aus.

Florian Petrich:
Wir werden sicher in regelmäßigen Abständen Specials zu den besten Filmen bringen. Aber in erster Linie geht es uns um Games und Gamer. Da wollen wir ein klares Profil.

Evil:
Du/dein, ihr/euer, man, Sie/Ihr. Aus welchen Gründen habt ihr euch für welche Leseransprache entschieden?

Richard Löwenstein:
Du. Gefühlssache. Ich mag die persönliche Anrede, weil sie bei speziellen Textformaten einen sehr dichten und intensiven Stil ermöglicht. Weil die meisten Kollegen in der Redaktion das ähnlich sehen, haben wir uns auf das „du“ geeinigt. Auch wenn der Schreibstil in PS3M grundsätzlich eher erwachsene bzw. anspruchsvolle Leser anspricht, glaube ich doch, dass sich Gamer im Herzen immer einen verspielten Kern bewahren. Um den anzusprechen, halte ich das “Sie” für verkehrt.

Evil:
Momentan wächst die Auswahl an Videospieleheften wieder stärker. Von Heften für einen Euro bis hin zu rund 10 Euro ist alles dabei. Warum sollte ich nun zu PS3M greifen, was sind eure Alleinstellungsmerkmale? Ich möchte an dieser Stelle nicht das Schlagwort „Emotionaler Schreibstil“ hören, das kann ich auch vom Dummycover des Heftes ablesen.

Richard Löwenstein:
Der Schreibstil ist mir aber ein sehr wichtiges Merkmal, sorry, deswegen muss ich’s nochmal erwähnen. Ich glaube nämlich tatsächlich, dass PS3M vor allem deshalb lesenswert ist, weil wir das Gefühlserlebnis über unsere Wortwahl direkt ins Hirn des Lesers injizieren. Klingt doof, ist aber so. Dann arbeiten wir mit einer von großen Geldgebern unabhängigen, jahrelang erfahrenen Redaktion, die sich mit allen Genres und Plattformen bestens auskennt. Wir können gute von schlechten Spielen verlässlich unterscheiden, und die entscheidenden Merkmale auch rüberbringen. Naja, und außerdem ist PS3M hoffentlich hübsch anzuschauen und durch überzeugende Bilder geprägt. Beim Design hat unser Art Director Igor Clukas gute Arbeit geleistet, finde ich. Dazu kommen einige exklusive Ausstattungs-Merkmale – Themen, Analysen, großer Community-Bereich etc.

Florian Petrich:
Ganz wichtig ist die Glaubwürdigkeit. Bei uns sind Leute am Start, denen man ihr Urteil abnimmt, mit denen man diskutieren kann, die im Forum unterwegs sind. Die ihre ehrliche Meinung wiedergeben. Das mag zwar nicht jeder Spiele-Publisher immer schön finden, aber letztlich schafft es Vertrauen bei den Lesern und damit auch ein optimales Umfeld für Anzeigen.

Evil:
Da DVDs langsam wieder den Eindruck erwecken unattraktiver für Käufer zu sein, müssen diese durch etwas Anderes (Große Poster, Aufkleber, Schlüsselbänder etc.) kompensiert werden oder reicht das „pure“ Heft inzwischen auch aus?

Richard Löwenstein:
Also, ich neige dazu, mein eigenes Verhalten auf andere Menschen zu übertragen. Und ich habe wirklich noch NIE ein Heft nur wegen irgendeines Gimmicks gekauft. Sondern immer wegen der Inhalte, der Bilder und der Texte. Bei 360 Live und gamesTM haben wir durch Konzentration auf das Wesentliche schon eine sehr treue Stamm-Leserschaft aufbauen können. Warum sollte das also bei PS3M nicht funktionieren? Was nicht heißen soll, dass wir nicht doch irgendwann ein Schlüsselband beilegen. Oder vielleicht auch mal was wirklich praktisches.

Florian Petrich:
Ich glaube viel zu sehr ans Internet, als dass wir hier Experimente mit einer Art Mini-Offline-Web machen müssten. Auf ps3m.de gibt’s massig Multimedia, echte Interaktivität und vor allem sind wir dort mit Sicherheit schon zwei Schritte weiter, als auf DVD, die ja lange vorproduziert werden muss.

Evil:
Mundpropaganda, Spots auf Giga, ein glänzendes Cover – was kommt von eurer Seite, damit man vom Erscheinen von PS3M auch erfährt bzw. das Heft ab dem 22.10 am Kiosk wahrnimmt?

Florian Petrich:
Klar, das schönste sind für uns immer glückliche Leser, die von ihrem neuen Lieblingsheft erzählen und ihre Freunde für uns begeistern. Aber wir unterstützen das in der Tat mit Spots auf Giga und MTV, mit Medienkooperationen, arbeiten eng mit einer ganzen Reihe von Händlern zusammen, die PS3M promoten. Und wir werden sehr präsent im Internet sein.

Evil:
Vielen Dank an euch beide für das Gespräch.

Daten und Fakten:
Start: 22. Oktober 2008
Erstausgabe: 11/2008
Verlag: Airmotion GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 3,90
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)
Webseite: PS3M