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PS3M – Interview mit Richard Löwenstein zum Heftlaunch

Diesen Mittwoch fällt das Monopol der play3 im Segment der PlayStation-Magazine. Zum bevorstehendem Launch von PS3M habe ich ein für euch ein Interview mit dem Chefredakteur Richard Löwenstein geführt. An der Beantwortung meiner Fragen hat sich zusätzlich Herausgeber Florian Petrich beteiligt.

Evil:
PS3M 11/2008Hallo Richard!
Gut ein Dreivierteljahr nach dem gamesTM-Start lesen wir uns nun wieder, diesmal zum Start eures PlayStation-Magazins „PS3M“.

Nun ist die PlayStation 3 schon eineinhalb Jahre auf dem Markt. Warum macht es so spät nach dem Konsolenlaunch noch Sinn ein neues Heft zu starten? Oder passt das Wort „erst“ in diesem Zusammenhang wohlmöglich sogar besser?

Richard Löwenstein:
Schön, gell?

Ja, womöglich passt das Wort „erst“ sogar besser. Einmal, weil natürlich mehr potenziellen Kunden am Start sind. Außerdem gesteht Sony der PS3 ja einen deutlich längeren Lebenszyklus zu als noch der Playstation 2. Wenn das wirklich so kommt, hätte die Konsole noch fünf bis sieben fruchtbare Jahre vor sich. Und PS3M also auch.

Florian Petrich:
Wir sind ja auch noch ein recht junger Verlag und haben deswegen auch noch ein paar Monate abgewartet. Denn wenn wir was machen wollen, dann richtig.

Evil:
360 Live und gamesTM nutzen jeweils die Layoutvorlagen englischer Hefte. Bei PS3M scheint dies nicht der Fall zu sein. Warum habt ihr euch gegen Imagines „Play“ und für einen eigenen Entwurf entschieden?

Richard Löwenstein:
Das ist richtig, wir arbeiten diesmal ohne Lizenz. Grund? Weil wir inzwischen ein Team aus Redaktion, Druckvorstufe und Organisation aufgebaut haben, die eine Lizenznahme nicht mehr unbedingt vorteilhaft erscheinen lassen. Das durch den Wegfall des Lizenzkaufs gesparte Geld können wir mittelfristig in unsere Leute und in die Heftausstattung investieren. Ach, und außerdem ist ja nicht ausgeschlossen, dass es auf redaktioneller Ebene dennoch eine Kooperation gibt. Im Übrigen hab ich bei Play – und allen anderen Playstation-Magazinen von der Insel – den Eindruck, dass sie sich nicht auf deutsche Verhältnisse übertragen lassen. Die arbeiten alle mit riesigen Bildern, mit sehr wenig Text. Das würde ich deutschen Lesern nicht zumuten wollen.

Evil:
Angekündigt ist PS3M mit 84 Seiten zum Preis von € 3,90. Damit liegt euer PlayStation-Magazin preislich jeweils über ihren Schwesterheften, jedoch bei gleicher Ausstattung oder sogar einem geringeren Umfang. Durch welche Inhalte rechtfertigt sich diese Preisdifferenz?

Florian Petrich:
Zunächst ist es ja so, dass wir in Monaten mit vielen Themen und vielen neuen Spielen den Umfang erhöhen, so gleich zum Start für die erste Ausgabe, die mit 100 Seiten erscheinen wird. Zweitens heben wir den Preis für gamesTM um vorsichtige 10 Cent an mit der nächsten Ausgabe, was hauptsächlich den höheren Papierkosten geschuldet ist. Beide Hefte kosten also 3,90 EUR. Und drittens können wir bei einem Heft für die Xbox 360 einfach nicht von der schönen Zahl 3,60 weg. Und das Allerwichtigste: Bei allen drei Heften kommt es uns auf die inhaltliche, journalistische Qualität an. Eine richtig spannende Seite ist uns deutlich mehr wert, als 10 halbherzige, optisch nicht ansprechende Peripherie-Themen.

Evil:
Play3 musste aufgrund des reduzierten Heftumfangs viel Kritik von mir einstecken, auch weil immer wieder Spiele nicht getestet werden. Wie handhabt ihr das, werden Naruto, Singstar und Co. bei euch ausselektiert oder getestet? Muss ich bedingt durch den Heftumfang auf Reportagen oder ähnliches verzichten?

Richard Löwenstein:
Wir wollen grundsätzlich schon alle Spiele testen. Aus einem „Buzz!“ kann durchaus eine covertaugliche Geschichte werden, so wie wir in der ersten Ausgabe von PS3M ja auch umsetzen. Und „Naruto“ ist doch toll! Es kann und wird allerdings passieren, dass hin und wieder, zum Beispiel im heißen Herbst, mal kein Platz für Reportagen bleibt. Grundsätzlich haben aber auch solche Geschichten ihren festen Platz im Magazin.

Florian Petrich:
Und wenn mal ein Spiel bei uns nicht auftaucht, dann eher deshalb, weil wir daran wenig Gutes und Berichtenswertes finden. Denn einfach nur eine Seite zu füllen wäre schade, wenn so viele wirklich spannende Games gründlicher gecheckt werden könnten.

Evil:
Beim Blick in die Leseprobe musste ich feststellen, dass Previews im 10er System mit 0,5er Abstufungen eingeschätzt werden. Ist das nicht Augenwischerei, wodurch wird eine so genaue Einschätzung gerechtfertigt?

Richard Löwenstein:
Sagen wir’s so: vom Gefühl her hat man als Gamer doch immer wieder mal den Eindruck, dass von zwei eigentlich fast gleichtollen Spielen das eine ja doch irgendwie, irgendwo ein bisschen mehr zündet. Zum Beispiel weil die Ladepausen kürzer sind. Nehmen wir mal an, Bioshock würde ohne Ladepausen auskommen. Dann hätte das Game ein paar Pünktchen hinter dem Komma mehr verdient. Aber vielleicht keine ganze Stelle vor dem Komma. Kurz gesagt: Wertungen mit Nachkommastellen lassen eine deutlich bessere Differenzierung zu, sie lassen sich außerdem gut auf das früher übliche und von vielen liebgewonnene 100-Prozent-Schema übertragen, und sind deshalb keine Augenwischerei. Das gilt für Tests, aber eben auch für Previews. Denn bitte nicht vergessen: für eine ganze Reihe von Previews liegen uns fast vollständige Versionen vor, die einen fast ebenso kompletten Eindruck machen wie Testmuster.

Evil:
Die PlayStation 3 spielt Filme auf Blu-ray ab. Wie umfangreich werdet ihr über Neuerscheinungen berichten oder gehören Filme gar nicht in ein PlayStation-Heft?

Richard Löwenstein:
Doch, gehören sie. Aber Blu-ray bildet sicher nicht den Schwerpunkt. Wir sprechen ein paar Empfehlungen aus.

Florian Petrich:
Wir werden sicher in regelmäßigen Abständen Specials zu den besten Filmen bringen. Aber in erster Linie geht es uns um Games und Gamer. Da wollen wir ein klares Profil.

Evil:
Du/dein, ihr/euer, man, Sie/Ihr. Aus welchen Gründen habt ihr euch für welche Leseransprache entschieden?

Richard Löwenstein:
Du. Gefühlssache. Ich mag die persönliche Anrede, weil sie bei speziellen Textformaten einen sehr dichten und intensiven Stil ermöglicht. Weil die meisten Kollegen in der Redaktion das ähnlich sehen, haben wir uns auf das „du“ geeinigt. Auch wenn der Schreibstil in PS3M grundsätzlich eher erwachsene bzw. anspruchsvolle Leser anspricht, glaube ich doch, dass sich Gamer im Herzen immer einen verspielten Kern bewahren. Um den anzusprechen, halte ich das “Sie” für verkehrt.

Evil:
Momentan wächst die Auswahl an Videospieleheften wieder stärker. Von Heften für einen Euro bis hin zu rund 10 Euro ist alles dabei. Warum sollte ich nun zu PS3M greifen, was sind eure Alleinstellungsmerkmale? Ich möchte an dieser Stelle nicht das Schlagwort „Emotionaler Schreibstil“ hören, das kann ich auch vom Dummycover des Heftes ablesen.

Richard Löwenstein:
Der Schreibstil ist mir aber ein sehr wichtiges Merkmal, sorry, deswegen muss ich’s nochmal erwähnen. Ich glaube nämlich tatsächlich, dass PS3M vor allem deshalb lesenswert ist, weil wir das Gefühlserlebnis über unsere Wortwahl direkt ins Hirn des Lesers injizieren. Klingt doof, ist aber so. Dann arbeiten wir mit einer von großen Geldgebern unabhängigen, jahrelang erfahrenen Redaktion, die sich mit allen Genres und Plattformen bestens auskennt. Wir können gute von schlechten Spielen verlässlich unterscheiden, und die entscheidenden Merkmale auch rüberbringen. Naja, und außerdem ist PS3M hoffentlich hübsch anzuschauen und durch überzeugende Bilder geprägt. Beim Design hat unser Art Director Igor Clukas gute Arbeit geleistet, finde ich. Dazu kommen einige exklusive Ausstattungs-Merkmale – Themen, Analysen, großer Community-Bereich etc.

Florian Petrich:
Ganz wichtig ist die Glaubwürdigkeit. Bei uns sind Leute am Start, denen man ihr Urteil abnimmt, mit denen man diskutieren kann, die im Forum unterwegs sind. Die ihre ehrliche Meinung wiedergeben. Das mag zwar nicht jeder Spiele-Publisher immer schön finden, aber letztlich schafft es Vertrauen bei den Lesern und damit auch ein optimales Umfeld für Anzeigen.

Evil:
Da DVDs langsam wieder den Eindruck erwecken unattraktiver für Käufer zu sein, müssen diese durch etwas Anderes (Große Poster, Aufkleber, Schlüsselbänder etc.) kompensiert werden oder reicht das „pure“ Heft inzwischen auch aus?

Richard Löwenstein:
Also, ich neige dazu, mein eigenes Verhalten auf andere Menschen zu übertragen. Und ich habe wirklich noch NIE ein Heft nur wegen irgendeines Gimmicks gekauft. Sondern immer wegen der Inhalte, der Bilder und der Texte. Bei 360 Live und gamesTM haben wir durch Konzentration auf das Wesentliche schon eine sehr treue Stamm-Leserschaft aufbauen können. Warum sollte das also bei PS3M nicht funktionieren? Was nicht heißen soll, dass wir nicht doch irgendwann ein Schlüsselband beilegen. Oder vielleicht auch mal was wirklich praktisches.

Florian Petrich:
Ich glaube viel zu sehr ans Internet, als dass wir hier Experimente mit einer Art Mini-Offline-Web machen müssten. Auf ps3m.de gibt’s massig Multimedia, echte Interaktivität und vor allem sind wir dort mit Sicherheit schon zwei Schritte weiter, als auf DVD, die ja lange vorproduziert werden muss.

Evil:
Mundpropaganda, Spots auf Giga, ein glänzendes Cover – was kommt von eurer Seite, damit man vom Erscheinen von PS3M auch erfährt bzw. das Heft ab dem 22.10 am Kiosk wahrnimmt?

Florian Petrich:
Klar, das schönste sind für uns immer glückliche Leser, die von ihrem neuen Lieblingsheft erzählen und ihre Freunde für uns begeistern. Aber wir unterstützen das in der Tat mit Spots auf Giga und MTV, mit Medienkooperationen, arbeiten eng mit einer ganzen Reihe von Händlern zusammen, die PS3M promoten. Und wir werden sehr präsent im Internet sein.

Evil:
Vielen Dank an euch beide für das Gespräch.

Daten und Fakten:
Start: 22. Oktober 2008
Erstausgabe: 11/2008
Verlag: Airmotion GmbH
Segment: PlayStation-Magazin
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 3,90
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Druckauflage: 60.000 Exemplare (Verlagsangabe)
Webseite: PS3M

GamersPLUS – Interview mit Thomas Cap zum Heftlaunch

Am 24. Oktober kommt GamersPLUS auch in die deutschen Läden. Kurz vor Erscheinen der Erstausgabe hier zu Lande habe ich für euch ein Interview mit Chefredakteur Thomas Cap geführt.

Evil:
GamersPLUS 11/2008Hallo Thomas,
freut mich, dass du dich freiwillig für ein Interview zur Verfügung gestellt hast.

Thomas Cap:
Kein Problem, in Deutschland kennt uns ja noch nicht jeder und das ändere ich nur zu gerne.

Evil:
Das Cover der Gamers.at 10/2008 erinnert von der Gestaltung her ein wenig an das Abo-Cover eines Mitbewerbers. Traut ihr euch mit denselben Gestaltungs- prinzipien auch an unsere deutschen Kioske oder muss da mit Neonfarben bzw. Gold und Silber nachgeholfen werden?

Thomas:
Dass ein Cover wie eine Abo-Edition aussieht, scheint in Deutschland inzwischen ein großes Kompliment zu sein, darum verstehe ich es mal als solches und sage danke! Natürlich kämpfen wir, wie alle Magazine, mit dem häufigen Problem: „So viele interessante Themen, aber so wenig Platz“ – und auch wir möchten natürlich dem potentiellen Leser schon am Cover viele Highlights der aktuellen Ausgabe verraten. Ganz prinzipiell sind wir aber keine Freunde überladener Covers und möchten dieses Konzept soweit möglich auch beibehalten.

Evil:
Von unseren PC-Spieleheften gibt es zahlreiche Varianten mit einer unterschiedlichen Anzahl an DVDs, Extraseiten und Gimmicks wie Schlüsselbändern. „Pure“ Magazin-Ausgaben sind entweder gar nicht vorhanden oder lassen sich nicht abonnieren. Von euch hingegen gibt es nur eine Version „ohne alles“. Seid ihr damit nicht für einen großen Käuferkreis unattraktiv?

Thomas:
Ich bewundere die Mühe und Arbeit, die viele Kollegen anderer Verlage in ihre DVDs, Sonderausgaben, Beilagen und Extrahefte stecken, und auch der organisatorische Aufwand, der in der Produktion dreier oder mehr unterschiedlicher Ausgaben eines ansonsten identischen Hefts steckt, verlangt Respekt, doch wir denken uns irgendwie: „Kann der Leser nicht all das auch einfacher bekommen?“. Wir leben in einer Zeit, in der das Web allgegenwärtig ist. Wenn sich etwas auf den zur Verfügung stehenden Heftseiten nicht ausgeht, dann gibt es immer noch unsere Websites, unser Forum usw.; gleiches gilt für Downloads und Specials – und was „Goodies“ betrifft: Jeder bekommt gern Geschenke, aber wir bleiben lieber bei einem möglichst günstigen Preis, denn um 2,95 Euro gibt es derzeit nicht viele 116 Seiten starke Hochglanzmagazine. Die Euros, die sich unser Leser dadurch spart, kann er dann natürlich in Goodies investieren – vorzugsweise welche, die nicht gleich in der Ecke landen und verstauben.

Evil:
Ihr seid seit vielen Jahren das erste reine PC-Spielemagazin, das seine Leser duzt. Ist eure Zielgruppe so viel jünger oder wie kommt es zu dieser Entscheidung?

Thomas:
Auch wenn mich mein Marketing für diese Aussage nicht lieben wird, aber ich möchte hier einmal festhalten, dass ich unsere Leserschaft nicht zuallererst als Vertreter ganz spezifischer Alters- und/oder Einkommensstufen sehe. Wir machen ein Magazin für Spieler – wenn sich jemand selbst als solcher versteht, ist er für mich ein potentieller Leser – und da wir im Verlag auch alle Spieler sind, also verdammt viel gemeinsam mit unseren Lesern haben, würde es uns im Gegenteil sogar komisch vorkommen, sie zu siezen. Denn wie reden Spieler untereinander? Siezen sich – auch wildfremde – Leute, wenn sie das erste Mal ein Multiplayer-Spiel miteinander zocken? Mir wäre das nicht aufgefallen und im Heft machen wir es daher auch nicht anders, also sofort per du zu sein.

Evil:
Im News-Teil befasst sich eine Seite mit Spielen auf dem Mac bzw. iPhone. Apple verbinde ich mit Lifestyle und Layout-Abteilungen, nicht mit Spielen. Was für ein Interesse hat ein gewöhnlicher PC-Spieler daran?

Thomas:
Ähnlich wie die vorige Frage: Ich verstehe einfach nicht, warum man immer noch versucht, die Spieler in eine ganz kleine, ganz bestimmte Schublade zu quetschen. Viele vertreten scheinbar immer noch die Ansicht, dass „der Video-/Computer-Spieler“ in der Früh aufsteht, den PC/die Konsole anwirft und dann zockt, bis ihm die Augen zufallen. Aber gerade „wir Spieler“ sollten es eigentlich besser wissen. Spieler haben auch andere, aber sehr wohl gemeinsame Interessen – zum Beispiel Tech Gadgets, bestimmte Bücher, Comics und Filme – solange es in Maßen und in passenden Zusammenhängen passiert, werden wir diese Themen daher am Rande auch durchaus anschneiden.

Evil:
Mit ist aufgefallen, dass ihr einen „Creative Sound Award“ vergebt und damit geworben wird, von welchem Hersteller eure Test-PCs stammen. Führt so was nicht zwangsläufig zu Interessenkonflikten im Hardware-Teil?

Thomas:
Jeder erwartet jetzt von mir wahrscheinlich eine Abhandlung darüber, dass Marketing/Sponsoring und die Redaktion bei uns nichts miteinander zu tun haben. Obwohl das natürlich stimmt, würde es im Fall der Hardware sowieso nichts ändern, weil wir für Hardware und Software getrennte Redaktion haben. Unsere Hardware-Seiten werden vom Team o.v.e.r.clockers betreut, deren große Online-Community auch in Deutschland vielen ein Begriff sein dürfte. Vor jeder Ausgabe machen wir uns nur die Themen und die geplante Seitenzahl aus, den Rest erledigt das Team alleine. Ob unsere Awards gebrandet sind oder nicht oder auf welchen Systemen wir die Spiele testen ist ihnen daher ziemlich egal.

Evil:
Generell bin ich kein Freund von Wertungsdiskussionen und kein Liebhaber des Prozentsystems, fragen muss ich dennoch: Eine große deutsche Spielseite hat in ihrem Test am 11.09. Stalker: Clear Sky ziemlich „abgewatscht“ (39%), mit der Begründung, es sei praktisch unspielbar gewesen. In eurem am 12.09. erschienenem Heft hab ich kein Wort dazu gelesen und der Titel hat 85% bekommen. Fließen Bugs bei euch nicht mit in die Wertung ein?

Thomas:
Hier schneiden wir eigentlich gleich drei nicht ganz einfache Themen an. Wie du bin ich kein Freund von Wertungsdiskussionen – obwohl diese zu meinem Job regelmäßig dazugehören – und das Prozentwertungssystem hat sicher seine Mängel, aber unterm Strich ist es momentan einfach das generell am weitesten akzeptierte. Jetzt zur eigentlichen Frage: Fließen Bugs bei uns nicht in die Wertung ein? Kurze Antwort: Natürlich tun sie das. Wir testen jedes Spiel auf drei grundverschiedenen Testrechnern und im Falle von S.T.A.L.K.E.R. hatten wir mit keinen nennenswerten Problemen zu kämpfen. Dass es den Kollegen anders ging, ist natürlich bedauerlich; dass es gelegentlich auf die richtigen und aktuellsten Treiber oder einfach nur „Glück“ ankommt, ist eine der Schwachstellen des PC-Gamings, die man nicht bestreiten kann.
An dieser Stelle möchte ich aber noch etwas anderes ansprechen: Die anscheinend vorherrschende Meinung, dass ein Magazin/eine Website regelmäßig ein Spiel „vernichten“ muss, da es sonst nicht kompetent/streng/kritisch genug ist. Gerade in den letzten Jahren beschleicht mich immer wieder das Gefühl, dass hinter mancher besonders schlechten Wertung mehr Inszenierung als Tatsache steckt. Da wird mit Klagen und Gegenklagen gedroht, in den Foren kochen die Emotionen über, es wir zu weitgreifenden Boykotten aufgerufen – ein „GZSZ“-Autor könnte es nicht besser machen. Hier sollten manche Kollegen vielleicht besser aufpassen: Am Ende des Tages sind unsere journalistische Kompetenz und Ehrlichkeit oft das einzige, was uns von einem Werbemenschen unterscheidet, und man darf das Vertrauen der Leser nicht missbrauchen – weder in die eine noch die andere (Wertungs-)Richtung.

Evil:
Von euch kommen nur sechs Ausgaben im Jahr, dazu werden auch noch drei Monate Sommerpause gemacht. Als Einkaufsberater fällt GamersPLUS damit wohl flach und so gigantisch groß ist euer Testteil nicht. Aus welchem Grund sollte ich mir euer Heft also zulegen?

Thomas:
Die Sache mit den sechs Ausgaben ist zwar korrekt, gegen die anderen Behauptungen muss ich mich allerdings etwas wehren. „Nur“ sechs Ausgaben bedeutet bei uns ja keine zweimonatige Erscheinungsweise – stattdessen versuchen wir, unsere Termine so zu legen, dass wir genau während der „heißen Phasen“ erscheinen, also wenn besonders viele interessante Titel anstehen. Wir kommen also eigentlich GENAU dann, wenn Kaufentscheidungen anstehen. Auch die Kritik am Umfang ist, finde ich, nicht gerechtfertigt (höre ich zugegebenermaßen auch zum ersten Mal). Sowohl Anzahl als auch Umfang der Tests sind bewusst gewählt. Eines stimmt allerdings: Ja, wir testen nicht jeden Kaffeemaschinen-Simulator, und ja, wir strecken Titel, die man genauso gut auf zwei oder vier Seiten ausgiebig und intensiv testen kann, nicht auf 15 Seiten, nur weil sich die Zahl auf dem Cover gut macht und die Publisher sich sowieso immer viele Seiten wünschen.
Diese beiden Punkte könnten für viele Leser durchaus auch zwei der von dir gesuchten Kaufargumente darstellen. Hinzu kommen der günstige Preis von nur 2,95 Euro und natürlich der Hinweis, den ich mir als Chefredakteur nicht verkneifen darf/kann: Das Heft wird einfach immer so gut wie nur möglich!

Evil:
Wenn ich momentan ans Zeitschriftenregal schreite, werde ich von World of Warcraft-Sonderheften nahezu erschlagen – es liegen aktuell sechs verschiedene aus. Es scheint da also durchaus ein Markt vorhanden zu sein. Auf Anhieb hab ich davon bei euch nichts gesehen. Sind MMORPGs im Heft kein Thema für euch?

Thomas:
Wir sind kein Magazin mit MMORPG-Schwerpunkt, das ist gewiss, aber wir berichten regelmäßig über die wichtigsten Titel und Neuankündigungen. World of WarCraft: Wrath of the Lich King war Cover-Story unserer Nullausgabe auf der GC, in der Erstausgabe von GamersPLUS wird sich außerdem ein ausführliches Tagebuch zu unserer ersten Rundreise durch das neue Add-on finden und dann gibt es auch noch einen Test von Warhammer Online: Age of Reckoning. Ich glaube, das beantwortet die Frage :)

Evil:
Danke fürs Gespräch – wir lesen uns sicherlich zum Launch von GamersPlus am 24.10. wieder.

Thomas:
Gern geschehen! Ich bin gespannt auf dein Feedback und das deiner Leser!

Daten und Fakten:
Start: 24. Oktober 2008
Erstausgabe: 11/2008
Verlag: consol.media / Panini
Segment: PC-Spiele-Magazin
Erscheinungsweise: 6x jährlich
Copy-Preis: EUR 2,95
Chefredakteur: Thomas Cap
Druckauflage: 150.000 Exemplare (Verlagsangabe)
Webseite: GamersPlus

Blätterwald #11 vom 06. Oktober 2008

Computec:
Wii Player senkt Preis
Wenig nachvollziehbar ist die Preisstrategie, die Computec mit seinem Casual-Titel Wii Player fährt. Von € 2,99 ging’s mit Heft 01+02/2008 hoch auf € 3,30, nur um mit Ausgabe 05+06/2008 noch mal eins draufzuschlagen und € 3,90 zu wollen.

Scheinbar wirkte sich die Entscheidung alles andere als positiv auf die Verkaufszahlen aus und so geht es mit dem am 15. Oktober erscheinendem Heft 10-12/2008 auf € 2,90 herunter.

Wii Player bringt Sonderheft
Für den 15.10 ist das erste Wii Player-Sonderheft angekündigt. Der Preis ist mit € 4,99 angegeben, Umfang und Themenschwerpunkt sind nicht bekannt.

Live Emotion:
Handys kommt nicht zurück aus der Sommerpause
Der Live Emotion Verlag stellt sein Handy-Magazin mit der aktuellen Ausgabe (04/2008) ein. Der Ausflug ist damit nach 14 Ausgaben und einem Sonderheft beendet.

Weitere Verlage:
GamesTM erhöht den Preis
Ab der Ausgabe 12/2008 sollen es € 3,90 für das Multiformat-Magazin sein. Der Preisaufschlag ist mit 10 Cent allerdings moderat.

PS3M-Leseprobe
Ebenfalls seit einigen Tagen erhältlich ist die Leseprobe zu Airmotions PS3M. Das PDF kann direkt von der Webseite geladen werden.

Multimania hat sich relauncht
Das Heft für Unterhaltungsmedien aus dem Devil Inc. Presseverlag wurde komplett überarbeitet und kommt mit deutlich hellerer Optik daher. Zudem wurde der Erscheinungsrhythmus verschoben, Multimania kommt nun in jedem ungeraden zweiten Monat.

c’t bringt Spielkonsolen-Special
Das Sonderheft aus dem Heise Verlag für PS3, Xbox 360, Wii und Handhelds kommt ab dem 27.10 an den Kiosk. Wie alle c’t Specials, wird es € 8,50 kosten.

Update, 20.10.08: Das Special wurde auf den 03.11.08 verschoben.

GEE hat den Verlag gewechselt
Statt wie bisher in der Redaktionswerft GmbH erscheint GEE seit kurzem in der GEE Media & Marketing GmbH.

Blu-ray Magazin erscheint
Ab dem 17.10 erscheint im Auerbach Verlag das Blu-ray Magazin. Der Preis wird bei € 1,20 liegen, die Erscheinungsweise ist mit zweimonatlich angegeben. (Preis-Korrektur)

M! Games – Der Name ist ein Anderer, doch die Seele bleibt die Gleiche

Neben allerlei unerfreulichen Dingen, wie Rechnungen und Werbemüll, findet man beizeiten auch Überraschungen im Postkasten, die man gar nicht für möglich gehalten hätte – so auch die M! Games.

M! Games 11/2008 Abo vs. Kiosk


Die wichtigsten Neuerungen
Das Abo-Cover präsentiert sich, vom Logo abgesehen, gänzlich frei von Text und gibt den vollen Blick aufs glänzende Artwork frei. Die DVD ist aus dem Heft geflogen, der Umfang wurde von zuletzt 100 auf 116 Seiten angehoben, die Rückdrahtheftung wurde gegen eine schicke Klebebindung eingetauscht und die Papierqualität wurde stark angehoben. Zusätzlich gibt es noch Retrosammelkarten. Neu ist auch der Preis, der nun bei € 4,50 liegt.

Zurück mit Biss…
Das Editorial klärt ausführlich über das neue Heftkonzept auf und lässt es sich zugleich nicht nehmen auf die Schwesterheft-Artikelrecycling-Praxis von IDG und Computec, sowie deren übermäßigen Praktikanteneinsatz zu schießen.

…und trotzdem heimisch
Trotz der radikalen Änderungen auf der Titelseite fühl man sich von der optischen Gestaltung wie zu Hause, man hat es geschafft die bisherige Seele zu wahren. Nach den üblichen Spielereien, Titelstory und Nachrichten“ folgt ein Extended-Einschub mit einer Liebenserklärung ans NES.

Die Previews sind immer noch sehr farbenfroh, wirken nun dank des guten Papiers deutlich frischer. Das Spielerherz schlägt umso höher, sobald es die Doppelseite mit 1.000 DS-Spiel-Icons entdeckt.

Altbewährtes
Von dem viel diskutierten Ansatz, Wii-Spiele können bei der Grafik nur 7 Punkte erreichen , PS3-Spiele hingegen 10, hat man sich wieder verabschiedet – 10er System für alle. Ein Wiedersehen gibt es zudem mit den Wertungsgesichtern aus vergangenen Tagen von „Müll“ bis „Super“.

Der Testteil endet mit der Vorstellung einiger Casual-Titel, sowie einer Terminliste, was im September sonst noch erschienen ist. Bedingt durch die Tatsache bereits die November-Ausgabe in den Händen zu halten, wirkt dies etwas seltsam.

Extended an neuen Plätzen
Statt den Extended-Bereich an einem Stück ans Heftende zu packen wird er nun mehr oder weniger gleichmäßig im Heft verteilt. Nach dem Nachspiel (Interview mit Hideo Kojima) wird „Nerd-Stuff“ vom Schlüsselband-Sammler eingeschoben. Dem ein oder anderen wird der große Mensch, der fast komplett mit Schlüsselbänder bekleidet über die Games Convention gelaufen ist, schon mal aufgefallen sein.

Danach folgen Onlinetests, Importspiele, ein Technikteil, ein weiteres Interview, sowie die Leserbriefe. Alles natürlich an die neue Heftoptik angepasst, bei Wahrung des Wiedererkennungswertes. Passend zum 15. Geburtstag gibt es auch einen dicken Rückblick, wo noch mal tief im Archiv der „Wertungsfratzen“ gegraben wurde.

Fazit:
Schaut klasse aus und macht Lust auf mehr. Mutig ist der Schritt auf eine DVD zu verzichten und dafür auf eine sehr gute Heftausstattung zu setzen – bei einem doch recht hohen Preis.

Räder wurden keine neu erfunden, stattdessen setzt man auf „back to the roots“ und besinnt sich auf die Stärken von Print: Ausführliche Texte, nicht auf kommentierte Videos.

Blätterwald #10 vom 10. September 2008

Computec:
play3 bringt erstes Sonderheft
Nach etwas über einem Jahr erscheint nun das erste play3-Sonderheft. Das Titelthema lautet „PlayStation 3 – Der ultimative Einsteigerguide“. Kosten wird der Spaß € 4,99.

Games Aktuell zukünftig auch als Magazin-Version
Wer auf die Begleit-DVD verzichten kann, bekommt Games Aktuell ab dem 17.09 auch als Magazin-Ausgabe zum Preis von € 1,90.

Update: Games Aktuell DVD wird teurer
Die DVD-Ausgabe der Games Aktuell erhöht den Copy-Preis von € 3,50 auf € 3,90, dabei liegt die letzte Preiserhöhung noch nicht mal ein Jahr zurück.

IDG:
GameStar/dev wurde zum Making Games Magazin
Die Meldung ist nicht mehr ganz frisch, soll der Vollständigkeit halber aber trotzdem erwähnt werden. Außer am Namen, ändert sich aber nichts.

Weitere Verlage:
consolPlus überzeugt mit Ausstattung
Die deutsche Ausgabe umfasst 116 Seiten und ist ebenfalls auf eine sehr gute Papiersorte gedruckt, der Preis liegt bei € 2,95. Der Anzeigenanteil ist mit 6 Seiten und 3,5 Seiten Eigenwerbung sehr gering. Inwiefern das positiv ist, liegt im Auge des Betrachters.

VU Verlagsunion mit Posterzeug
TV Heroes ab dem 12.09, TV Magic ab dem 19.09 und Games Magic ab dem 26.09.

Kostenpunkt sind jeweils € 2,99. Themen der Posterhefte sind Pokémon, Naruto und ein nicht näher bekanntes. Termine wie immer unverbindlich.

Zudem soll Online Master nun am 23.09 erscheinen, schaun wir mal.

Neuer Name, gleicher Inhalt
Cheat Commander macht dort weiter, wo der Softsale Cheat Checker aufgehört hat. Der Preis von € 3,99 und 68 Seiten Umfang sind unverändert geblieben, lediglich der Inhalt wurde um ein paar Grundlagentipps ergänzt. Die Erscheinungsweise ist nun wieder zweimonatlich.

Imagine Publishing breitet sich weiter in Deutschland aus
Nach dem aktuell schon X360 (360 Live), gamesTM und iCreate in Deutschland erscheinen, ist nun auch Advanced Photoshop ab dem 17.09. dran. Das Hochglanzheftchen ist mit monatlich € 9,90 allerdings alles andere als günstig.

consolPLUS – Interview mit Michael Furtenbach zum Heftlaunch

Am 12. September ist es soweit und das in Österreich sehr erfolgreiche Videospiele-Magazin consol.AT startet unter dem Namen consolPLUS auch in Deutschland. Kurz vor Erscheinen dieser ersten deutschen Erstausgabe habe ich für euch ein Interview mit dem Redaktionsdirekter des consol.MEDIA Verlags, Michael Furtenbach, geführt.

Magaziniac.Blog – Exklusiv-Interview:

Evil:
consolPLUS 10/2008Hallo Michael,
schön, dass du dich bereit erklärt hast, für die Magaziniac-Leser ein paar Fragen zu beantworten.

Warum bist du davon überzeugt, dass sich das Konzept der consol.AT auch nach Deutschland erfolgreich ausweiten lässt? Man hat schließlich schon so manches Lizenzheft scheitern sehen …

Michael:
Das Schöne ist ja, dass wir von keinem Lizenzheft sprechen! consolPLUS ist von den original consol-Redakteuren und wird speziell für den Panini Verlag erstellt. Außerdem ist es sicher keine schnelle Zweitvermarktung, sondern ein eigens Produkt, das komplett in alle anderen consol-Produkte, wie Online, Radio, Video und so weiter, eingebunden sein wird. Wir stehen also zu 100% hinter dem Produkt – und mehr noch: Mit dem Panini Verlag haben wir einen tollen Partner gefunden, der durch seine Produkte, wie Comics, Videospiele-Romane oder Anime-DVDs, schon lange mit der Materie vertraut ist, die Infrastruktur aufweist und ebenso von Spielen begeistert ist, wie wir es sind.

Evil:
Ihr seid hier am Kiosk bislang nicht präsent, habt auf der Games Convention aber Leseproben verteilt. Was tut ihr dafür, dass weitere potentielle Leser, die nicht in Leipzig waren, auf euch aufmerksam werden?

Michael:
Wir waren in den letzten Wochen selbst verwundert, wie bekannt wir schon sind. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an unsere bisherigen deutschen Abonnenten, die oft in Foren die Werbetrommel rühren! Auch unser MP3-Podcast wird schon seit längerer Zeit von mehr deutschen Hörern als von Österreichern konsumiert, und von unserer PDF-Version der Probe-Ausgabe konnten wir inklusive der iTunes-Zugriffe schon mehrere hunderttausend Downloads verzeichnen. Das sind aber eigentlich nur die redaktionellen Dinge – das eigentliche Marketing wird dann noch in den nächsten Wochen vom Panini Verlag übernommen werden.

Evil:
Wird consolPLUS komplett in Österreich produziert oder habt ihr hier bei uns auch noch den einen oder anderen Redakteur sitzen?

Michael:
Im Moment ist die Produktion in Österreich, aber wir werden über kurz oder lang– abhängig vom Erfolg – auch in Deutschland Redakteure anwerben. Anfragen liegen bereits auf unserem Tisch.

Evil:
consol.AT kostet bei euch EUR 3,85, consolPLUS wird bei uns EUR 2,95 kosten. Warum ist unsere Ausgabe so viel günstiger, wird da an der Ausstattung gespart?

Michael:
Nein! Dem Panini Verlag war es von Anfang an sehr wichtig, gemeinsam mit uns ein hochwertiges Magazin auf den Markt zu bringen. Der Preisunterschied hat mehrere Gründe. Erstens ist der deutsche Markt (+ Schweiz) ungleich größer als der österreichische, deshalb kann man mit deutlich höheren Mengen kalkulieren, was im Verhältnis geringere Druckkosten ermöglicht. Zum anderen soll consolPLUS kein Experiment sein, sondern auch durch den Preis zeigen, dass wir uns längerfristig etablieren möchten.

Evil:
Der wohl spannendste Punkt: Ihr habt bei euch in Österreich nicht so mit der Indizierungsproblematik zu kämpfen, habt bei der Berichterstattung also kaum Einschränkungen. Hier sieht das natürlich ein klein wenig anders aus. Werden entsprechende Artikel bei uns geschwärzt, fliegen ganz aus dem Heft oder werden durch andere ersetzt? Erfahre ich in der deutsche Ausgabe überhaupt, dass in der AT-Version mehr drin steht?

Michael:
Ein sehr wichtiges Thema – sowohl für uns als auch für die Leser. Ich kann nur sagen, dass es nicht so schlimm ist, wie es sich vielleicht manchmal darstellt. So kamen wir in der ersten Ausgabe bei keinem geplanten Artikel in die Verlegenheit, irgendwas weglassen zu müssen. Natürlich gibt es in Deutschland Gesetze, an die wir uns halten müssen, aber wir werden unseren deutschen Lesern Lösungen anbieten können. Da sich die beiden Hefte nicht bis auf die letzte Seite gleichen, würde selbst bei einem consol.AT-Artikel, der in Deutschland so nicht gedruckt werden darf, die Seitenzahl nicht reduziert, sondern dieser durch einen mindestens genauso spannenden anderen Artikel ersetzt werden.

Evil:
Kann ich bei Bedarf weiterhin die consol.AT in Deutschland abonnieren?

Michael:
Das ist eine Frage, die noch nicht ganz ausdiskutiert ist. Ich bin mir aber sicher, dass die deutschen Leser ihre consolPLUS-Ausgaben so schätzen werden, dass in weiterer Folge gar keine Notwendigkeit in dieser Richtung entsteht.

Evil:
Hierzulande liegen vielen Heften DVDs zur Aufwertung bei. Ist eine DVD mit redaktionellen Videos für euch kein Thema?

Michael:
Nein, in Zeiten von HD-Videos im Internet investiere ich die Zeit, die für die Produktion einer DVD aufgewendet werden müsste, lieber in gute Reportagen im Heft und zusätzliche Online-Services, die unsere Leser nutzen können. Eine DVD macht in meinen Augen nur das Heft teurer.

Evil:
Wir haben hier zwei Multiformat-Hefte (Konsole only), warum sollte ich mir da consolPLUS holen? Was bietet ihr mir Neues, was ist bei euch anders?

Michael:
consolPLUS ist als Ganzes anders! Klar, wir haben auch Previews und Reviews im Heft – hey, wir sind ein Videospiele,Magazin! ;-) Jedoch ist consolPLUS viel persönlicher als die anderen Magazine. Viele der Hobbys der Redakteure, wie Comics, Musik, Science-Fiction und vieles mehr, fließen extrem stark in das Heft ein. So ist auch unserer erstes Cover sicher mutig, aber es garantiert, dass alle Leser sofort signalisiert bekommen: „Hier bekomme ich etwas Besonderes“. Stolz sind wir auch auf unser Gamemind-„Heft im Heft“, das immer wieder kräftig über den Tellerrand schaut, frei nach dem Motto: „Videospiele, das Universum und der ganze Rest“. Ich bin mir sicher, dass die Videospieler die ab dem 12. September die 2,95 Euro für die erste Ausgabe investieren es nicht bereuen werden!

Evil:
Euer Heft erscheint derzeit acht Mal pro Jahr – wenn ich in die Mediadaten schaue, erkenn ich da kein Muster. Wovon ist abhängig, wann eine Ausgabe erscheint? Ich bin es schließlich gewohnt, dass ich mein Stammheft jeden dritten Mittwoch am Kiosk erblicke.

Michael:
Wir erscheinen immer dann öfters, wenn es mehr zu berichten gibt! Gerade jetzt zum Start im Herbst/Winter erscheinen wir fast monatlich. Das System hat sich ganz gut bewährt. Wir hoffen, auch die deutschen Leser markieren sich schon bald die consolPLUS Termine rot in ihren Kalendern.

Evil:
Wie stehen die Chancen für eine monatliche consolPLUS/consol.AT?

Michael:
Das liegt ganz beim Leser! Der Panini Verlag plant derzeit acht Ausgaben pro Jahr mit uns. Sollten sich aber unsere hochgesteckten Ziele erfüllen, muss das ja nicht so bleiben ;-)

Evil:
Ich muss noch mal zurück zu den Mediadaten. Ende November erscheint bei euch consol.AT #60, bei uns hingegen steht da 01/2009. Nun haben November und Jänner/Januar aber nicht viel miteinander zu tun. Warum nummeriert ihr bei consolPLUS nicht auch einfach die Hefte der Reihe durch und schreibt vorne Ausgabe #3 drauf und daneben brav Dezember 2008?

Michael:
Also am 12. September wird die Ausgabe #1, Oktober/2008 erscheinen … ;-). Wir wissen, wie wichtig vielen Lesern diese Details sind und haben ihnen immer gut zugehört!

Evil:
Kommen wir zum Thema Online: Das Internet ist ja doch ein Schreckgespenst recht vieler Verlage, dem schon viele Leser zum Opfer gefallen sind. Wenn ich Tests und Previews auf der Webseite einer Zeitschrift lesen kann, bevor ich die gedruckte Version in Händen halte, frag ich mich, wozu ich da eigentlich noch Geld ausgeben soll. Wie läuft das bei euch ab?

Michael:
Schreckgespenst? … Wir haben hier in Österreich gegen jeden Trend (auch bei uns schrumpft der Print-Markt) ständig steigende Verkaufszahlen. Der Grund dafür ist, dass in unserem Konzept alle consol-Projekte sehr eng verzahnt sind! In der Tat wissen wir, dass sich die Leute unser Heft kaufen, weil sie von unseren Internet-Produkten begeistert sind. Der Start des MP3-Podcast vor rund zwei Jahren löste einen richtigen Push des Print-Magazins aus.

Evil:
Was habt ihr im Heft, was ich online nicht bekomme?

Michael:
Wir sehen das Heft nicht als einzelnes Objekt! Der typische consol.AT-Leser kauft sich in Österreich ja nicht nur das Heft, sondern ist auch auf unserer Webseite, hört den Podcast und weiß, dass alles ein rundes Ganzes darstellt. Wir arbeiten derzeit sehr hart daran, dass wir genau das auch in der neuen deutschen Ausgabe hinbekommen! Ich könnte natürlich jetzt wieder mit dem Argument kommen, man könnte eine längere Reportage über mehre Seiten lieber im Print als online lesen, bloß kommen solche Sätze meisten auch von Leuten, die noch nicht begriffen haben, dass sich das Leseverhalten der neuen Generation komplett geändert hat. Dem tragen wir meiner Meinung jedoch Rechnung, eben weil wir uns zu jedem unserer Produkte täglich Gedanken machen!

Evil:
Es gibt schon so viele Spiele-Sites und mit consolplus.de ist nun eine weitere hinzugekommen. Gibt es einen oder mehrere Anlässe, warum ich gerade bei euch vorbeischauen sollte?

Michael:
Viele, denn bei keiner Videospiele-Webseite bist du so nahe an der Redaktion! Was andere nur versprechen, erfüllen wir mit unserem Gamemind-Blog, dem Redaktions-Update, dem wöchentlichen MP3-Radio und vielen Kleinigkeiten, weswegen sich unsere Leser bei uns einfach wohlfühlen. Wir reagieren auf alle Anregungen im Forum und gehen in all unseren Medien auf Kommentare zu unseren Produkten ein. Die Leser sollen wissen, dass wir alles lesen, was sie schreiben und ihnen am Herzen liegt. Das klingt jetzt vielleicht geschwollen, aber es ist Fakt – und darauf sind wir stolz!

Evil:
Ein herzliches Dankeschön an dieser Stelle für die Beantwortung der Fragen!

Und wie die erste Ausgabe sich macht, lesen wir hoffentlich bald ;)

Daten und Fakten:
Start: 12. September 2008
Erstausgabe: 10/2008
Verlag: consol.media / Panini
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: 8x jährlich
Copy-Preis: EUR 2,95
Chefredakteur: Alexander Amon
Druckauflage: 150.000 Exemplare (Verlagsangabe)
Webseite: consolplus

10/2008 – Die letzte Ausgabe der MAN!AC

Die reißerische Überschrift bitte ich zu entschuldigen, aber es passt einfach zu gut. Pünktlich zum 15. Geburtstag mit der Ausgabe 11/2008 ändert Deutschlands ältestes noch existierende Videospiel-Magazin seinen Titel von MAN!AC zu M! Games.

Mit der Titeländerung einhergehen dürfte ein umfassender Relaunch. Auf der Vorschauseite heißt es dazu:

M! Games-Logo„M!ehr Retro“
„M!ehr Meinung“
„M!ehr Videospiele“

Maniac (verrückt, irre, wahnsinnig) ist weder ein sonderlich positiv behaftetes Wort noch kann man es wirklich mit Videospielen assoziieren. Irgendwo liegt es da schon nahe den Titel „massenkompatibler“ zu machen und ein „Games“ mit einzufügen. Zumindest weiß Frau Müller nun, wo sie das Heft in ihrem Kioskregal einsortieren muss, nämlich neben Games Aktuell, PC Games, Games and More, gamesTM […] und nicht bei „da wo noch Platz ist“.

Hoffen wir, dass es den gewünschten Effekt auf die Verkaufszahlen hat und die Seele des Heftes nicht leidet.

Viel Erfolg Jungs,
wir lesen uns beim Relaunch.

(Quelle: M! Games-Logo -> Man!ac 10/2008, S. 98)

Blätterwald #9 vom 20. August 2008

Das Monopol von play3 bricht!
Airmotion:
PS3M DummyWenn IDG und Live Emotion kein PlayStation-Heft bringen wollen, muss es eben Richard Löwenstein mit Airmotion tun. Ab dem 22. Oktober kommt PS3M jeden Monat neu an den Kiosk. Die Druckauflage liegt bei vorsichtig kalkulierten 60.000 Exemplaren

Die Ausstattung ist nach bisheriger Planung allerdings mangelhaft. 84 Seiten zum Preis von 3,90 sind kein Schnäppchen. Zusätzlich soll’s noch geklammert werden. Das Schwesterheft 360-Live kostet bei gleicher Ausstattung 30 Cent weniger. Bei gamesTM gibt es 24 Seiten mehr, Klebebindung und man muss trotzdem noch 10 Cent weniger bezahlen.

Bis zum Start herrscht hier noch akuter Handlungsbedarf.

Ob die britische Play von Imagine Publishing wieder das Inhaltslayout liefert, ist noch nicht bekannt – das Logo hat leider keine Ähnlichkeit.

Weitere Verlage:
Gamers.de DummyJink Verlag startet kostenloses Casual-Spieleheft im September
Während Computec ab Oktober seine Games and More für einen Euro verschleudern wird, verschenkt der Jink Verlag das Heft zu seinem Portal Gamers.de. Gedruckt werden sollen zum Start am 22. September 100.000 Exemplare, die an rund 500 Gymnasien, Real-, Gesamt- und Berufsschulen verteilt werden sollen. Ein wenig erinnert das Heftkonzept an CyPress’ „Cynamite Campus“, welches allerdings nie an Hochschulen gesichtet wurde. Auch Cynamite Print hielt sich mangels Anzeigenkundenunterstützung nicht wirklich lange.

Casual boomt…
infamily 05/2008… und jeder Verlag möchte etwas davon abhaben. So auch der Auerbach Verlag, vor allem durch Titel wie Digital Fernsehen oder HD + TV mehr oder weniger bekannt. Seit dem 15. August liegt nun infamily zweimonatlich für € 2,99 am Kiosk. Der Untertitel lautet „Film und Spiel“.

Das Titelthema lautet „Was passiert mit meinem Kind? Pro und Kontra Computerspiele“. Das Cover wird passend von einer kleinen Göre untermalt, die einen N64-Controller (alte Nintendo-Spielkonsole, die im März 1997 nach Europa kam) in der Hand hält.

GamersPlus Leseprobe verfügbar
GamersPlus DummyWährend der Webseiten-Relaunch noch auf sich warten lässt, ist das neue Forum zum PC-Spieleheft GamersPlus inzwischen gestartet. Ebenso lässt sich nun die Ausgabe Null als PDF mit 43 Seiten herunterladen. Auf der Games Convention wird man am Panini-Stand auch Leseproben in gedruckter Form bekommen können.

Es war einmal… Dreamcast – Das offizielle Magazin

Dreamcast – Das offizielle Magazin 10/1999Das Cover eines Heftes kann sehr viel über den Inhalt aussagen. Viel Text sagt zum Beispiel, dass ein Heft ein breites Themenspektrum abdeckt und dies möglichst vielen Menschen auch zugänglich machen möchte. Ein großes Artwork und wenig Text deuten darauf hin, dass man vielleicht eine andere Herangehensweise an Spiele hat oder die Zielgruppe ein wenig kleiner ist.

Ein Mensch (natürlich aus Fleisch und Blut und nicht aus Polygonen) auf dem Cover eines Spieleheftes sagt vor allen Dingen folgendes aus:
1. Vorsicht Lifestyle!
2. Finger weg!

Wie die berühmte Faust aufs Auge, treffen diese beiden Eigenschaften exakt auf Futures Dreamcast-Heft zu. Bedingt durch die Erfolge von Future Publishing UK hatte auch Future Deutschland ein, nennen wir es mal „Gesundes Selbstbewusstsein“.

Die erste Ausgabe:

Hallo da draußen!

„Was genau ist Dreamcast?

Eine Frage, zwei Antworten: zum einen die schnellste Spielkonsole, die es auf dem Markt gibt. 128bit schnell, für noch bessere Grafik, noch schnelleres Gameplay und noch größeren Spielspaß. Zum anderen die preisgünstigste Möglichkeit, im Internet zu surfen. Mit einem 33Kbit Modem braucht’s dann nur noch den Stecker in die Telefondose, und ab geht’s: eMailen, Spielstände vom Internet runterladen oder via Internet gegen Freunde spielen. Im Gegensatz zu anderen Spielkonsolen beschränkt sich die Dreamcast-Welt nicht mehr allein aufs heimische Wohnzimmer.

Aber wir sind das offizielle Magazin, also müssen wir das sagen, richtig? Falsch.

Wir sind das offizielle Magazin, aber wir machen keine Werbung. Naja, außer für uns selbst. Im Hinblick auf die Spiele können wir versprechen: Geschönt wird nicht, weggelassen auch nicht. Was uns aber die enge Zusammenarbeit mit Sega erlaubt? Euch ein Magazin zu liefern, das einen neuen Standard setzt. Wir liefern das, was Ihr braucht, um alles aus Dreamcast herauszuholen.

Dazu gehört auch die GD-Rom, die wir als einzige exklusiv in Deutschland unters Volk bringen. Die besten Spiele als Demos, direkt von Sega und den anderen Softwarehäusern. Außerdem in unserer ersten Ausgabe: Alles, was Ihr über die neue Superkonsole wissen müsst.

Willkommen in der Dreamcast-Welt.“
(Editorial 10/1999 – #1)

*uff*

Immerhin kann man nach dem Lesen des schleimigen Editorials in etwa erahnen, was da noch so auf einen zukommt.

Das Cover hat es mit der Dame und dem Joypad schon angedroht, doch was bedeutet Lifestyle in Spieleheften eigentlich?

Nun, Lifestyle in Spieleheften bedeutet nichts Anderes, als dass Menschen die herzlich wenig mit Spielen zu tun haben, in lächerlichen Posen dazu verdonnert werden mit der Konsole oder dem Controller rumzufuchteln, inhaltslose Sätze zu sagen und dabei möglichst cool wirken sollen.

Da man in der Erstausgabe schlecht Leserbriefe präsentieren kann, hat man sich kurzerhand die neue „Superkonsole“ (jedes Mal, wenn dieses Wort erwähnt wurde, klingelte wahrscheinlich irgendwo eine Verlagskasse) geschnappt und hilflose Menschen am Münchener Hauptbahnhof überfallen.

Stefanie (22) aus Dessau verrät uns zum Beispiel, dass der Dreamcastcontroller nicht nur klein und weiß ist, sondern auch noch gut in der Hand liegt und doch so wunderhübsch die Farbe ihres Anzugs hervorhebt.

Klein Alessa (12) aus Neufinsing findet die DC zwar nicht so gut wie „Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, aber immerhin ganz gut für schlechte Zeiten.

Um schnell aus der Wortspielhölle zu entschwinden schauen wir doch mal, was Christian (18) aus Ascholding so zu sagen hat. Nicht viel, er will beim Spielen schließlich nicht gestört werden, aber für ein „Viel besser als die PlayStation, und die Grafik ist echt cool.“ reicht es dennoch.

Jaja, ausgiebiges Bashing der Konkurrenzkonsolen muss schon sein.

In den ersten Ausgaben sind die Tests ganz vorne im Heft in der „JetztDa“-Rubrik. Gewertet wurde Anfang in einem Fünf-Sterne-System als Gesamtwertung, mehr gab’s nicht.

Den Schreibstil könnte man als leicht flapsig oder einfach unsachlich bezeichnen. Als Pro-Punkt von „House of the Dead 2“ wird angeführt, dass der Chefredakteur endlich seinen Frust rauslassen kann – Sternstunden des deutschen Spielejournalismus. Dass Sega häufig über den grünen Klee gelobt wird, versteht sich von selbst.

Besonders hübsch ist auch die grafische Gestaltung der Artikel. Häufig werden Artworks und Screenshots so riesig aufgeblasen, dass man jeden Pixel einzeln zählen kann. Das passende Gegenstück darf natürlich nicht fehlen, 3,5×2,0cm große Screenshots die wahlweise schwarzer oder bunter Pixelbrei sind. Hauptsache so dunkel oder so unscharf, dass sich kaum etwas erkennen lässt – da hilft auch das dicke und weiße Papier des Heftes nicht.

Konsequenterweise betrifft das Problem zu pixelig, zu dunkel, zu unscharf aber auch Bilder in normaler Größe und mit unfassbarer Disziplin zieht man diese „Bildqualität“ auch alle zehn Ausgaben durch.

Lifestyle, richtig, „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ zu Segas Superkonsole ist ein Lifestyleheft. Was gibt es spannenderes als einen gezwungen auf witzig getrimmten Artikel über einen Zockerabend der Redaktion mit Segas Superkonsole? Der um 20Uhr beginnende Zockermarathon endet übrigens schon gegen 3Uhr 50 in der Früh in der Wortspielhölle vom Angelspiel „Get Bass“ – „Meiner ist aber größer als Deiner“.

In „KnackigFrisch“ wird der vermutlich zwölfjährigen Zielgruppe des Heftes dann erklärt, wie man mit Wodka und buntem Fruchtlikör Cocktails passend zu Sonic, Knuckles, Tails und Co. mischt

Weitere Highlights der ersten Ausgabe: Seitenweise Fotos einer Londoner Segaspielhalle, sowie eine kurze Sega-Geschichtsstunde. Dass Sega mit seinem 32X nicht sonderlich erfolgreich war, konnte selbst die Redaktion von „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ für Segas Superkonsole nicht mehr schönreden. Aber 1998 wird ja Dreamcast vorgestellt und die Mischung aus Konsole + PC + Spielhalle wird zur ultimativen Plattform auf dem Spielemarkt, an der keiner mehr vorbeikommen kann.

Erlöst ist man danach immer noch nicht, Previews, also „BaldDa“-Spiele dürfen auch nicht fehlen. Da die Heftausstattung mit 132 Seiten bei den ersten sechs Ausgaben recht üppig ausgefallen ist, ist noch mehr Platz für „Sexy Spielzeug“ (VibrationsPack) vorhanden.

Während der geneigte Leser nun langsam um Gnade bettelt, wird er im Tippsteil „GewusstWie“ mit halbseitigen Pixelmatsch Screenshots gequält, die mit dem Text bestenfalls im Ansatz etwas zu tun haben, aber keinesfalls zur Unterstützung der Lösung dienen.

Dreamcast, Segas Superkonsole hat ein 33Kbit Modem, damit kann man im Internet surfen.

Ihr ahnt was jetzt kommt?

Genau, eine umfangreiche „WildesWeb“ Rubrik – Smileyerklärungen, Surftipps… Aber zum Glück nur in Ausgabe 1.

Auf unglaublichen vier Seiten kann man sich nun anschauen, wie ein Mann in T-Shirt und Unterhose auf einer Klobrille sitzt, wild gestikuliert, mit Armen und Controller rumfuchtelt und dabei Sega Rally 2 spielt – alles klar. Die peinliche Darbietung muss man sich glücklicherweise ebenfalls nur im ersten Heft antun.

Wer sich noch durch eine Kolumne quälen will bzw. mag, kann dies tun und hat die 132 schlimmsten Seiten seines Leserdaseins endlich hinter sich gebracht.

Der weitere Verlauf:
In Ausgabe vier wird das Heftformat ein wenig schmaler, in Ausgabe fünf führt man Wertungen für Grafik und Sound ein und wechselt vom Sternchen zum 10er System. Mit Heft sieben sinkt der Heftumfang auf 100 Seiten und man hört auf sich jeder deutschen Lesegewohnheit zu wiedersetzen und bringt die Vorschauen vor den Tests.

Mit Ausgabe neun hat man endlich begriffen, dass sich keine sau für Menschen mit Dreamcastcontrollern in den Händen auf dem Cover interessiert und es gibt ein hübsches „Ecco – The Dolphin“-Artwork. Im Editorial basht Chefredakteur Thomas Gerhardt fröhlich auf Sonys E3-Stand ein und bedauert die Qualität der noch unfertigen PS2-Spiele. Konkurrenz täte schließlich immer gut, sollte sich aber auf die Spielequalität und nicht auf die Egogröße des Firmenobersten beziehen. Bei ersterem (Spielequalität) hätte Sega America momentan die Nase vorn.

Hallo da draußen!

„Man soll ja immer dann aufhören, wenn’s am meisten Spaß macht, und das tun wir hiermit. Die Ausgabe, die Ihr in den Händen haltet, ist die letzte, die wir machen. Wir haben die beste Konsole der Welt von ihrem ersten Tag in den Windeln begleitet und sind sehr stolz darauf, dass wir dabei waren, als sie ihre ersten Schritte online gemacht hat. Nun zeigt sich, dass Dreamcast ein Begriff ist, den die meisten kennen – und das ist auch gut so. Sega ist damit ein technisches Meisterstück gelungen, dem die PS2 noch folgen muss (und wird). Wir von Future berichten natürlich auch weiter über Dreamcast. Und zwar genauso kritisch, wie bisher. SubZero (der sich endlich einen Namen leisten kann und zwar: Bronco) und viele andere begleiten unsere Konsoole jeden Monat in der Video Games. Wer sie noch nicht kennt, der sollte sofort loslaufen und sie am nächsten Kiosk kaufen. Es gibt nichts Besseres auf dem Markt. Und wir? Nun, wir haben einen Plan. Aber den verraten wir noch nicht.

Hehehe, einfach mal abwarten.“
(Editorial 08/2000 – #10)

Amen!

Und so verabschiedet sich „Dreamcast – Das offizielle Magazin“ für Segas Superkonsole von seinen Lesern.

In der Regel haben Magazineinstellungen einen faden Beigeschmack, in diesem Fall kann man jedoch einfach nur sagen: Danke, dass euer Elend nicht mal ein Jahr dauern musste.

Anmerkung:
Zitate wurden an neue Rechtschreibung angepasst.

Blätterwald #8 vom 02. August 2008

Computec:
Games and More zur Einführung umsonst
Zumindest für 500 Leute. Dafür muss auf gamesandmore.de die eigene Adresse eingegeben werden. Angaben zum Datenschutz werden allerdings keine gemacht.

Games and More, Update 04. August
Wie dwdl.de berichtet, soll das Heft einen Euro kosten und unter 100 Seiten haben. Ein Datenträger soll nicht beiliegen.

N-Zone bald in neuen Kleidern!
Für Ausgabe 10/2008 ist ein umfangreiches Redesign angekündigt, dies schreibt die N-Zone im aktuellen Heft auf der Vorschauseite.

play3 ist das meistgekaufte PlayStation-Magazin Deutschlands
So steht es dick und fett auf dem Cover. Das wäre es allerdings auch schon, wenn es nur eine einzige Ausgabe verkaufen würde, da es keine Mitbewerber gibt.

play3 mit neuem Wertungssystem
Ab sofort wird die Spielspaßwertung durch Single- und Multiplayer-Wertung ersetzt. Außerdem trennt man sich bei Grafik- und Soundwertung endlich von den lästigen Prozenten und setzt auf das 10er System.

IDG:
GamePro spart
Und zwar bei der Heftausstattung für Abonnenten. Die seit einigen Jahren beilegte Slim-DVD-Hülle wird ersatzlos gestrichen. Umfragen hätten ergeben, sie wäre kaum genutzt worden.

Weitere Verlage:
Ausgecheatet?
Am Ende hat’s für gedruckte Tipps und Tricks scheinbar nicht mehr gereicht. Laut Meldungen zahlreicher Pressegrossisten wurde der „Softsale Cheat Checker Pro“ eingestellt. Letzte Ausgabe wäre demnach die 03/2008.

consolPLUS Leseprobe verfügbar
Auf der kürzlich gestarteten Webseite consolplus.de lässt sich eine rund 50 Seiten umfangreiche Leseprobe der Ausgabe #0 herunterladen.