Neu im Handel: Games4Girls
Willkommen zum neusten Versuch ein Spielerinnenmagazin zu etablieren. Kandidat der aktuellen Runde ist Paninis weibliches Gegenstück zu Game Master. Kurz um, es geht um ein Magazin für Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren.
Das Cover mit Hannah Montana in rosa-neongrün ist natürlich eine Zumutung, wird aber glücklicher Weise vom beigelegten Extra (drei Harry Potter Sticker für den DS Lite und zwei Touchpens) weitestgehend verdeckt.
Hallo! Du hältst gerade die allererste Ausgabe von Games4Girls in den Händen, dem ersten Magazin rund ums Thema Videospiele nur für dich! […] Und nun viel Lesevergnügen, deine Ginger
Hallo lieber Ginger,
ich bin der Evil und du bist hier im Magaziniac.Blog. Ich denke, dir wird es hier nicht gefallen (kein Rosa, kein Bling-Bling und Glitzer), aber du darfst dich hier trotzdem gerne umschauen. Während du damit beschäftigt bist, schaue ich mich mal in deinem Reich um. Ich bin mir jedoch sicher, unsere Meinung übereinander wird auf Gegenseitigkeit beruhen.
Ich persönlich finde zum Beispiel diesen Psychotest, wie viel „Hannah Montana“ ich bin, mit diesen allgemeinen Fragen, die auch zu jedem anderen Star/Thema/was auch immer passen würden, völlig scheiße.
Natürlich mag ich modische Klamotten, die teuer sind, ich gehe jedoch davon aus, dass meine Mode dir eher missfallen wird. Natürlich „style“ ich mich auch, meine Definition von Styling ist aber nicht mein Gesicht mit Makeup bis zur Unkenntlichkeit zu entstellen – obwohl, frag mich noch mal kurz vor dem nächsten „Wave Gothic Treffen“, vielleicht habe ich dann meine Meinung geändert. Ach, und natürlich verreise ich auch gerne, im Gegensatz zu „Hannah“ wird mir die Kohle nicht in den Arsch geschoben, folglich kann ich nicht mal eben in einen Privatjet steigen. Vielleicht legt aber auch bald der Leipziger Hauptbahnhof einen roten Teppich aus, wenn ich zu meinem wöchentlichen Einkauf vorbeischaue.
Ginger, du scheinst mir wirklich eine Klischeefrau zu sein, erst erzählst du mir was von Videospielen und Ruck-Zuck verlierst du dich in irgendwelchen Nebengeschichten. Vielleicht haben wir von Videospielen auch nur eine etwas andere Definition oder nennst du den Bildschirm in eine Karaokebar auch Videospiel? Dann kann ich natürlich verstehen, warum du dich lang und breit über „High School Musical“ auslässt. Toll finde ich auch deine Rätselseite, vor allem hat es mir dieses Gitterrätsel angetan. Welches Wort ist nicht drin versteckt? Hannah, Twilight, Topmodel? Du versteht, auf was ich hinaus möchte?
Äußerst geschickt ist es übrigens, wie du direkt neben dem Harry Potter-Artikel eine Anzeige für die dazugehörige Stickercollection platziert hast. Vielleicht hättest du das noch in Advertorialform machen müssen. Aber wahrscheinlich kennst du das Wort gar nicht und zum Anderen hätte der Evil dann auch mit dir geschimpft.
Gerade hat der Evil allerdings einen Fuß auf dem Schlauch stehen und fragt sich, was das Nonsensgelaber einiger Sternchen, pardon, die Fun-Star-Sprüche mit Videospielen zu tun haben. Die Idee mit den Mii-Stars auf der selben Seite finde ich toll, ich bin sicher, dass deine Leser alle auf Anhieb dir sagen können, wer dieser Nicolas Sarkozy sein soll.
Eigentlich wollte ich gerade mit dem Nörgeln aufhören, schließlich bist du dann doch irgendwann zum Punkt gekommen und präsentierst mir eine Doppelseite mit kurzen News zu ganzen fünf Spielen und einer Wii-Erweiterung. Nur eine Seite später geht aber auch schon zu einem Gewinnspiel. Aber was lange währt und so weiter… irgendwann kommst du dann ja doch noch zu mehreren Spieltests am Stück. Okay, der Infogehalt tendiert gegen 0 und die Wertung mit den bis zu fünf Sternen interessiert wohl auch keine Sau, aber da sind wir doch schon bei dem interessantesten Punkt angekommen: Braucht es für diese Mädchenspiele wirklich eine Kaufberatung? Wenn du nun sagst, das nächste Spiel in dem irgendwie eine High School Musical-Tussi drin vorkommt wird scheiße, würde es deine Zielgruppe wirklich vom Kauf abhalten? Ich denke eher, dass so lange gequengelt wird, bis die Rotze im Einkaufswagen landet und Mama und Papa endlich ruhe haben.
Vorhin bei der Auswertung des Psychotests hast du mir noch was davon erzählt, dass ich aufpassen soll, nicht zu oberflächlich zu werden. Gut, das ist schon ein paar Seiten her, aber ich möchte dich trotzdem bei den Mode-Spielen noch mal dran erinnern, vor allem bei dem Interview mit einem der Topmodels. Du hast sie fragt, was sie an dem neuen Top-Models-Spiel so toll findet – Nägel lackieren war da unter anderem eine Antwort. Vielleicht hättest du der guten Dame auch noch mal ein paar Tipps mit auf den Weg geben sollen.
Konsequenz ist wohl eher nicht so deine Stärke. Im Test zu „Sophies Freunde: Mein Shopping-Paradies“ erzählst du mir noch, dass die Minispiele keine Herausforderung sind, der Shop langweilig aussieht und das Spielprinzip immer das gleiche ist. Sprich das Spiel ist nach wenigen Minuten langweilig und die 30 Euro landen dafür schnell in der Tonne. Warum gibst du also noch 3/5 Punkten?
Es freut mich aber dennoch, dass du mit „Another Code: R“ wenigstens auch noch mal was weniger casuallastiges ins Heft gelassen hast. Aber diese Horoskopseite mit Tokio Hotel-Illustration hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ich bin übrigens sehr Diskussionsfreudig und werde keinem Streit aus dem Weg gehen, auch wenn mich jemand so richtig ärgert. 😉
Fehlen darf in einem Spieleheft natürlich auch nicht die Filmseite, genauso wenig, wie Internetsurftipps. Als müsstest du das SchülerVZ noch irgendwem empfehlen…
Insgesamt würde ich sagen, Ginger, du bist ein ziemlich oberflächliches und aussehensorientiertes Mädel. Ich spiele lieber mit deinem Bruder „Game Master“. Mit ihm kann ich wenigstens etwas tiefgreifendere Gespräche führen und wenn ich mal nicht weiter weiß, kann er mir auch weiterhelfen. Dennoch bin gespannt, wie du dich bis zur zweiten Ausgabe am 18. November entwickeln wirst, vielleicht ist die Hannah-Phase dann schon vorüber.
Bis dahin viel Erfolg,
dein Evil
Daten und Fakten:
Start: 5. August 2009
Erstausgabe: 1/2009
Verlag: Panini Verlags GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: € 3,50
Chefredakteur: Jo Löffler / Leitung: Fabian Käufer, Peer Kröger
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Rollenklischees müssen einfach aufrecht erhalten werden und so verwundert es kaum, dass Rosa und Pink die dominierenden Farben sind. Auch das beigelegte Plastikextra schlägt in diese Kerbe. In einem rosa Karton befinden sich drei Touchpens. Einmal in glitzergrün, einmal mit Einhornkopf und einmal in pink – nachtleuchtend.
Damit potenzielle Käufer nicht gleich am Kiosk verschreckt werden, ist das Heft feinsäuberlich in eine Plastiktüte verpackt. Nach öffnen der selbigen ist man allerdings kurz davor umzukippen. Nicht so sehr wegen des Inhaltes, der sich ja erst noch offenbaren muss, sondern aufgrund des abscheulichen Gestanks, den das matte und farbuntreue Inhaltspapier von sich gibt.
Chefredakteur: ?
Chefredakteure: Alexander Amon / Jo Löffler
Chefredakteure: Thomas Cap, Johannes Posch, Jo Löffler
Chefredakteur: Martin Weber
Chefredakteur: Thomas Szedlak
Chefredakteur: Peter Konhäusner
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Chefredakteur: Dirk Steiger
Chefredakteur: Uwe Funk
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Chefredakteur: Richard Löwenstein
Leitender Redakteur: Manfred Reichl
PlayBlu bringt alle Stärken und Schwächen eines LiveEmotion-Magazins mit und genau das macht es eben so liebenswürdig. Schwächen, weil das Logodesign mal wieder wenig ausdrucksstark ist und Tests, wie der von Need for Speed: Undercover mit einer Seite komplett voller Screenshots beginnen und einen klaren Layout-Aufbau vermissen lassen. Stärken, weil der Schreibstil einfach angenehm frisch ist und € 3,50 für 108 redaktionelle Seiten auf edlem, weißen Papier mehr als fair sind (Gesamtumfang 124 Seiten, davon: Poster 8, Werbung 4, Eigenwerbung 4).