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Zahlenspiele 2008 – Jahresrückblick Teil 1

Ob Zeitschriften, Fernsehsender oder Internetseiten, im Dezember gibt es Jahr für Jahr ein Thema, welches unter Garantie kommt. Nein, nicht der ganze Weihnachtskitsch, sondern der obligatorische Jahresrückblick.

An dieser Stelle wünsche ich euch viel Spaß mit jeder Menge Zahlen und viel unnützem Wissen.

Vorabhinweise:

Die Jahrgänge entsprechen nicht zwangsläufig dem Heftaufdruck. Ich pflege für gewöhnlich nicht im Oktober Neujahr zu feiern. Zudem ist keine Vergleichbarkeit gewährleistet, wenn ich die Februar-Ausgabe von Ende Dezember mit der Februar-Ausgabe von Ende Januar vergleichen würde.

Es werden weder alle Spielehefte behandelt, noch alle im selben Umfang.

360 Live Jahrgang 2008 (01/2008-12/2008)

360 Live 01/2008-06/2008

Das Xbox-Magazin von Richard Löwenstein brachte es 2008 im Durchschnitt auf 86 Seiten Heftumfang. Im Schnitt gab es 74 1/3 redaktionelle Seiten, 9 1/3 Seiten Werbung und 2 1/3 Seiten Eigenwerbung pro Ausgabe.

Zehn Ausgaben hatten jeweils 84 Seiten Heftumfang. Die einzigen Ausnahmen sind 10/2008 mit 92 und 11/2008 mit 100 Seiten. Mit 81,75 redaktionellen Seiten enthält Nr. 11/2008 die meisten redaktionellen Seiten, genauso wie mit 15,25 Seiten die meiste Werbung. Heft 12/2008 darf den unrühmlichen Jahresrekord mit den wenigsten redaktionellen Seiten tragen, gerade einmal 66,5 gibt es – gleichzeitig enthält die Ausgabe vier Seiten Eigenwerbung, bis einschließlich 09/2008 gab es nur zwei. Drei Ausgaben (04/2008, 05/2008, 08/2008) dürfen sich mit je 5,5 Seiten den niedrigsten Anzeigenstand teilen. Alle Ausgaben umfassen insgesamt 1032 Seiten.

Pro Ausgaben wurden in etwa neun Xbox 360 Spiele getestet. Insgesamt gab es 111 Tests, bei zwei Spielen (Viking und Fallout 3) wurde die Wertung in der darauffolgenden Ausgabe in einem erneuten Test nachgereicht.

Nur vier Tests gibt es in 05/2008. In 12/2008 gibt es zwar satte 18 Tests, aber dafür null Previews.

Die drei am höchsten bewerteten Spiele sind:
1. *Indiziert* mit 9,7/10 (Ausgabe 12/2008)
2. Ikura mit 9,5/10 (Ausgabe 05/2008)
3. GTA IV mit 9,3/10 (Ausgabe 06/2008)

In Ausgabe 01/2008 und 04/2008 haben Dark Messiah of Might and Magic: Elements bzw. Viking die höchste Wertung mit 8,7/10. Im Gegenzug hat das schlechteste Spiel in Heft 02/2008 eine Wertung von 7,2 Punkten – Crash of the Titans.

Die „Goldene Himbeere“ dürfen sich gleich vier Spiele teilen. ACME Arsenal (01/2008), World Championship Poker 2 (03/2008), Iron Man (06/2008) und Wall-e (09/2008) – sie alle haben jeweils nur 4,7/10 bekommen.

Die beliebteste Farbe für den hässlichen bunten Rand auf dem Cover ist orange, vier Mal war der Balken in dieser Farbe. Seit 04/2008 ist er aufs Cover aufgedruckt und lässt sich nicht mehr entfernen, Ausnahme ist 06/2008. Die Sonderfarbe Silber kam nur ein mal zum Einsatz.

360 Live 07/2008-12/2008


Bravo Screenfun Jahrgang 2008 (01/2008-12/2008)

Bravo Screenfun 01/2008-06/2008

Langsam, aber sicher wird die Luft für das Spiele-Magazin aus dem Bauerverlag dünn, sehr dünn. Im dritten Quartal 2008 sank die Auflage um rekordverdächtige 71% auf klägliche 14.604 Exemplare. Den erneuten Relaunch durch den neuen Chefredakteur Holger Reher, der seit 05/2008 das Heft führt, kann man als völlige Pleite bezeichnen.

2008 gab es zwei verschiedene Layouts und drei unterschiedliche Coverdesigns. Von der Strategie keine Spiele groß anzupreisen, die die Zielgruppe eh nicht spielen darf, ist man wieder abgerückt. Seit der September-Ausgabe sind wieder Shooter auf dem Cover.

Miss Croft hat es zwei Mal auf den Titel geschafft. Seit Oktober tragen die Coverheadlines keine Spielenamen mehr – Den Einstieg macht Far Cry 2 mit der Headline „Feuer Frei“. Auf dem Cover der Dezember-Ausgabe ist ein Depppenapostroph.

Jede Bravo Screenfun des Jahres 2008 hat 100 Seiten, der komplette Jahrgang umfasst also 1200 Seiten. Alle „extreme“ sind in Ausgabe 01/2008 vereint. Die meisten Anzeigenseiten (11), die wenigste Eigenwerbung (1 Seite), die wenigsten redaktionellen Seiten (88). Ausgabe 10/2008 enthält nur klägliche zwei Anzeigenseiten und zwei Seiten Eigenwerbung, kommt also auf 96 redaktionelle Seiten. Jede Ausgabe von 2008 hat weniger Anzeigenseiten als die jeweilige Ausgabe im Jahr 2007.

Im Schnitt gab es 92 redaktionelle Seiten, 5 4/5 Anzeigenseiten und 2 1/5 Seiten Eigenwerbung pro Ausgabe. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich das Anzeigenaufkommen fast halbiert.

Bravo Screenfun 07/2008-12/2008


GamePro Jahrgang 2008 (02/2008-01/2009)

GamePro 02/2008-07/2008

Weder von der Auflage her noch von den Umfängen her kann man das Jahr 2008 als Glanzstück der GamePro-Geschichte beschreiben.

Die Ausgaben vom April, Mai und November haben den Sprung über die Marke von 100 Seiten geschafft. Die acht zusätzlichen Seiten im April und Mai sind 1:1 in ein Poster geflossen, im November gibt es ausschließlich mehr Werbung.

Klägliche 3 1/4 Seiten haben es in die Ausgabe vom September (10/2008) geschafft. Aufgrund dessen hat das Heft mit 92 3/4 die meisten redaktionellen Seiten. Zählt man die Poster mit, sind es April und Mai mit 95 bzw. 100 Seiten. Satte 27 1/8 Seiten Werbung gibt es im Novemberheft. Das Dezemberheft kommt auf ebenfalls auf beachtliche 24 1/8 Seiten, im Gegensatz zum Vormonat hat man den Heftumfang aber auf 100 Seiten gedeckelt. So bleiben gerade mal 72 1/8 Seiten für redaktionelle Seiten übrig – bei einem Multiformat-Heft.

Der komplette Jahrgang 2008 umfasst 1232 Seiten, pro Ausgabe also 102 2/3 Seiten. 88 2/3 Seiten sind für redaktionelle Inhalte im Schnitt reserviert, knapp 11 Seiten für Anzeigen und 3 1/4 Seiten für Eigenwerbung.

Little Big Planet hat es zwei Mal aufs Cover geschafft. Von Dezember 2002 bis April 2008 kostete eine Ausgabe je € 4,99. Seit Mai 2008 sind es € 5,50. Im Juli wurde die DVD-Hülle für Abonnenten gestrichen. Im 3. Quartal 2008 sackte die Aboauflage erstmals seit dem vierten Quartal 2004 unter die Marke von 10.000.

GamePro 08/2008-01/2009


Games Aktuell Jahrgang 2008 (01/2008-12/2008)

Games Aktuell 01/2008-06/2008

Computec hat das Heft in diesem Jahr wahrlich auf Achterbahnfahrt geschickt. Seit Februar ist das Magazin mit Doppel-DVD ausgestattet. Im Laufe diesen Jahres hatte das Heft vier verschiedene Papiersorten – die alte aus CyPress-Zeiten, billigstes Altpapier durch einen Fehler beim Druckereiwechsel, danach relativ normales Papier und anschließend eine dickere Sorte. Der Preis wurde zwei Mal angehoben, mit Ausgabe 02/2008 von € 2,99 auf € 3,50 und im Oktober auf € 3,90.

Die Ausgaben 03/2008, 06/2008 und 11/2008 sind auch als € 7,99 teure Premium-Ausgaben erschienen. Vermutlich als Abwehrreaktion auf die consolPlus gibt es die Games Aktuell seit Ausgabe 10/2008 auch als Magazin-Ausgabe ohne DVD und Poster für € 1,99. Es sind dieses Jahr zwei Sonderhefte erschienen.

Need for Speed: Undercover hat zwei Coverstorys bekommen, GTA IV schmückt ebenfalls zwei Mal das Cover und darf sich sogar noch ein drittes mit MGS4 teilen.

Der komplette Jahrgang umfasst 1224 Seiten, im Schnitt also 102 Seiten pro Ausgabe. Durchschnittlich sind davon knapp 83 für redaktionelle Inhalte, ca. 12 1/3 für Anzeigen und ca. 6 2/3 Seiten für Eigenwerbung vergeben. Der Anteil an Eigenwerbung hat zugenommen, der Anteil an redaktionellen Seiten wurde reduziert.

Mit 33,5 Seiten Werbung markiert Ausgabe 11/2008 die Jahreshöchstmarke. Den Tiefststand an redaktionellen Seiten weist, wen mag das noch überraschen, natürlich wie es nicht sein sollte, das Dezemberheft auf. Gerade mal 73 1/5 Seiten sind es. Die Januar-Ausgabe hatte noch 88 Seiten für die Redaktion frei gehalten. Gerade einmal 5 1/3 Seiten Anzeigen gab es im Juni. Im September und Oktober hat Computec die Eigenwerbung auf rekordverdächtige 11 Seiten hochgefahren.

Die Games Aktuell ist dieses Jahr wieder in die IVW eingetreten.

Games Aktuell 07/2008-12/2008


GameStar (02/2008-01/2009)

GameStar 02/2008-07/2008

Das Zauberwort in diesem Jahr dürfte für die GameStar „Line extension” gewesen sein. So wurden die World of Warcraft-Hefte zu einer eigenen Reihe ausgebaut und optisch überarbeitet. Zusätzlich hat das Sonderheft ein Sonderheft bekommen, das WoW-Kompendium. Ansonsten hat man die Sonderheftproduktion außerhalb von WoW gegen null gefahren. Außer, dass die Spielebox noch ein zweites Mal für 5 Euro weniger in den Handel kam, ist dieses Jahr dort nichts Weiteres passiert.

Nach rund fünf Jahren der Preisstabilität müssen seit April 31 Cent mehr für die DVD-Ausgabe gezahlt werden. Die XL-Ausgabe wurde ebenfalls um diesen Betrag teurer. Zusätzlich sind dieses Jahr drei XXL-Ausgaben erschienen. Ganz nach Vorbild von Computecs Premium-Ausgaben verpackt auch IDG die GameStar gelegentlich in eine aufwändige Hülle und legte ein paar Gimmicks bei, sodass für Heft und Beilagen € 9,99 ausgegeben werden können.

Der komplette Jahrgang 2008 umfasst 2136 Seiten, eine Ausgabe ist somit im Durschnitt 178 Seiten stark. Davon sind 126 für Inhalte, 48,5 für Werbung und 3,5 Seiten für Eigenwerbung vorgesehen.

Von Januar bis Juni hatte jede Ausgabe 180 Seiten und Juli bis Oktober 172 Seiten. Durch fast 62 Anzeigenseiten erreichte die Novemberausgabe 196 Seiten Gesamtumfang. Das Dezemberheft enthält den Jahreshöchstwert an Werbung, satte 64 Seiten. Unverständlicher Weise wurde der Umfang auf 172 Seiten zurückgefahren, sodass am Ende nur 105 Seiten für redaktionelle Inhalte übrig blieben. Mit 39 1/4 Seiten gab es im September die wenigste Werbung, die März-Ausgabe hat mit 131 die meisten redaktionellen Seiten.

GameStar 08/2008-01/2009


gamesTM (04/2008-01/2009)

GamesTM 04/2008-08/2008

Gescheitert ist sie noch nicht, Erfolg sieht aber anders aus – der zweite Versuch, die gamesTM in Deutschland zu etablieren. Bereits mit Ausgabe drei wächst das Heftformat, mit Ausgabe fünf gibt es ein an das Schwesterheft angelegtes Coverdesign und mit Heft #10 geht es zurück zu den Wurzeln. Allerdings wird die Klebebindung weggespart und vorerst kommt das Heft nur noch zweimonatlich. Mit Heft #9 wurde der Preis moderat um 10 Cent angehoben.

Der komplette Jahrgang (10 Ausgaben) umfasst 1080 Seiten, das entspricht 108 Seiten pro Ausgabe. Einzig die Erstausgabe mit 100 und die Oktober-Ausgabe weichen mit 116 Seiten von diesem Wert ab. Im Schnitt gibt es knapp 86 redaktionelle Seiten, 19 Anzeigenseiten und drei Seiten Eigenwerbung. Die wenigste Werbung ist mit 9 1/3 Seiten in Heft #1, die meiste in Heft #9 mit 25 Seiten zu finden. Mit 90 2/3 Seiten gab es im Juli die meisten redaktionellen Inhalte, mit 79 1/5 Seiten im September die wenigsten.

Die höchste Wertung hat GTA IV mit 9,6/10 in Ausgabe #3 bekommen. Die niedrigste Wertung stammt aus dem Kurztestteil der gleichen Ausgabe, 2,4/10 für Germany’s Next Topmodel. In Ausgabe #8 hat kein Spiel im großen Testteil weniger als 8,1/10 erhalten.

GamesTM 09/2008-01/2009


Teil 2 folgt in den kommenden Tagen.

Lifelog Spielehefte 2007 – Jahresrückblick Teil 2 von 2

Natürlich war auch 2007 nicht alles schlecht und es hat durchaus die ein oder andere Perle neu an den Kiosk geschafft, die Spieleheftlaunches im Überblick:

Buffed 09+10/2007Buffed
Chefredakteur: Heinrich Lenhardt
Segment: MMORPG-Spielemagazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 09+10/2007 (22.08.2007)
Ausgaben derzeit: #3

Lenhardt kann’s noch immer. Buffed – Das Magazin für Rollenspieler ist zweifellos der Heftlaunch des Jahres 2007. Im Gegensatz zur eingestellten eGames hat man sich ganz klar auf den Schwerpunkt Onlinerollenspiele konzentriert und versorgt damit die Leser alle zwei Monate. Das Heft ist im Hochpreissegment angesiedelt, hat allerdings nicht unter den computectypischen Sparmaßnahmen zu leiden. 132 Seiten bestes Papier und sieben Sammelkarten. Das Layout ist erfrischend und nicht das triste Grau-in-Grau. Ebenfalls ungewöhnlich für Computec, der Leser wird endlich mal nicht gesiezt. Die Verkäufe geben dieser Strategie recht, Ausgabe #1 war nahezu ausverkauft und Heft #2 war vielerorts ebenfalls vergriffen. Hoffen wir, dass es so bleibt und sich die anderen Heftes des Verlages an Buffed ein Beispiel nehmen dürfen.

Kids Gamer 01/2007Kids Gamer
Leitende Redakteurin: Silke Menne
Segment: Multiformat Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2007 (12.09.2007)
Ausgaben derzeit: #2

Ein Heft, das die Welt nicht braucht, Kids Gamer reiht sich nahtlos in die uninteressante Massenware des Verlages ein. Das Layout hätte schon im Jahr 2000 niemand mehr von den Socken gehauen und Zielgruppe sind mal wieder die ganz jungen Spieler, die sich beharrlich weigern irgendwelche Zeitschriften zu kaufen. Den großen Erfolg dürfte Computec angesichts 50.000er Druckauflage und vierteljährlicher Erscheinungsweise nicht erwarten. Noch uninteressierter als die Käufer zeigten sich bei Heft #2 die Anzeigenkunden, es gibt nur verlagseigene Werbung.

NMAG 10/2007NMAG
Chefredakteure: Jonas Weise, Marvin Dere
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media
Preis: € 1,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 10/2007 (28.09.2007)
Ausgaben derzeit: #4

Print 2.0? Ausnahmsweise geht Print diesmal nicht digital, sondern den Weg zurück. Aus einem Fanprojekt und einem PDF wird ein gedrucktes Heft. Ausnahmeweise mal kein Prozentsystem oder eine Februar-Ausgabe mit dem EVT vor Weihnachten. NMag ist eine wohltuende Abwechselung am Kiosk. Leider ist man ziemlich vom Lektorat abhängig, in Ausgabe #3 hat man sich da nicht sonderlich mit Ruhm bekleckert. Kein extra Heftumschlag und wohl eine der günstigsten Papiersorten sorgen sicherlich dafür, dass man schon mit relativ geringen Verkäufen schwarze Zahlen schreibt, verpassen dem Heft leider aber ein etwas billiges Image. Zu Unrecht!

PC Games Hardware Extreme 01/2008PC Games Hardware Extreme
Chefredakteur: Thilo Bayer
Segment: PC Spielehardware-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2008 (19.12.2007)
Ausgaben derzeit: #1

Scheinbar scheint es auch einen Markt für Übertaktungsfreaks zu geben, denen einige Seiten im Mutterheft nicht reichen und mehr wollen. PCGX erscheint im Pocket-Format, welches die Konkurrenz für ihre WoW-Sonderheftreihe recht erfolgreich einsetzt. Ob der Markt für dieses wirklich „Special“-Interest-Heft groß genug ist, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen.

play³ 05/2007play³
Leitender Redakteur: Maik Bütefür
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,30
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 05/2007
Ausgaben derzeit: #9

Eine märchenhafte Geschichte ohne Happy End? Inhalt, Ausstattung und Verkäufe haben gestimmt, um CyPress zu retten hat es angesichts des unfassbaren Ausmaßes des PC PowerPlay-Desasters nicht gereicht. Die PlayZone aus dem Stand mit doppelt so hohen Verkäufen geschlagen und auch der GamePro-Konkurrenz gemacht. Und dann? Ja, dann wanderte das Heft von CyPress zu Computec. Die Redaktion wollte nicht wechseln, also lässt man das Heft von den PlayZone-Redis machen. Nebenbei streicht man dreißig redaktionelle Seiten und erntet die CyPress-Lorbeeren in Form von einer beeindruckenden Anzeigenperformance ab. Als wäre das nicht genug, wird auch noch nach der Preisschraube nach oben gedreht. Bitter.

play vanilla 05+06/2007play vanilla
Chefredakteurin: Petra Fröhlich
Segment: Multiformat-Magazin/Frauenzeitschrift
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05+06/2007 (04.04.2007)
Ausgaben derzeit: #5

Das Spieleheft nur für Frauen oder eine Frauenzeitschrift nur Spiele? Eher letzteres. Schön bunt, wenig Tiefe, Casualgames, Sims und Co. Natürlich auch gerne mit Anzeigen, die nur durch Kennzeichnung mit selbigen Wort als solche zu erkennen sind. In der Unternehmenspräsentation vom 3. Quartal 07 wurden noch 40.000 verkaufte Exemplare angegeben, in den aktuellen Mediadaten (Stand: November 07) sind es gerade mal noch 26.000. Wie immer gilt, Verlagsangaben sind mit Vorsicht zu genießen und die saftige Preiserhöhung von 2,50 auf 3,90 dürftige ihr übriges leisten.

SLM – Das Second Life-Magazin 12/2007SLM – Das Second Life-Magazin
Chefredakteur: Peter Vignold
Segment: Spielemagazin
Verlag: Runwayverlag GmbH
Preis: € 3,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/2007 (15.11.2007)
Ausgaben derzeit: #2

Der Hype um Second Life ist längst wieder abgeflaut, trotzdem entschied man sich im Bendorfer Runwayverlag dazu dem Onlinespiel ein eigenes Heft zu spendieren. Als nicht SL-Spieler kann ich die inhaltliche Qualität der 100 Hochglanzseiten nicht beurteilen, die Kollegen von „Das Zeitschriftenblog“ geben dem Magazin keine sechs Monate.

Wii Player 05+06/2007Wii Player – Das Magazin
Redakteur: Christoph Kraus
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,30
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 05+06/2007 (18.04.2007)
Ausgaben derzeit: #5

Entgegen erster Befürchtungen recycelt man nicht die N-Zone noch ein zweites Mal, stattdessen darf man sich eher die Artworks mit der play vanilla teilen. Der Inhalt ist für die viel beschworenen Casualgamer voll in Ordnung. Nun müsste man ihnen noch erzählen, dass es das Heft überhaupt gibt und sie es kaufen oder zumindest mal angucken sollten. Die 68 häufig schon am Kiosk ziemlich zerknickten Seiten finden bislang kaum Käufer. Unabhängig davon, was die Mediadaten sagen.

Außerdem erschien noch folgende Papercut Instantmassenware:
A-Z der Nintendo DS Cheats, Mega PlayStation, Pocket Monster Solutions, PS2 Mega Cheats, X360 Megacheats

Sowie folgende Konsolen-Sonderhefte mit genrefremden Mutterheft:
c’t Special: PlayStation 3; TV Pur präsentiert JUMP

Nekrolog Spielehefte 2007 – Jahresrückblick Teil 1 von 2

Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu. Zeit um zurückzublicken, von welchen Spieleheften wir uns trennen mussten:

EDGE 07+08/2007EDGE
Chefredakteur: Harald Wagner
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,00
Erscheinungsweise: achtwöchentlich
Erstausgabe: 12/2005 (12.10.2005)
Finalausgabe: 07+08/2007 (30.05.2007)
Ausgaben gesamt: #19

Was passiert, wenn man von einer eher mäßigen Übersetzung den Preis im Laufe der Zeit von 2,99 auf satte 5 Euro anhebt und die Erscheinungsweise von vier- auf achtwöchentlich umstellt? Genau, man erhält ein nahezu unverkäufliches Heft. Vom Tod der deutschen Edge dürfte schlussendlich kaum jemand noch etwas mitbekommen haben.

eGames 11+12/2007eGames
Chefredakteur: Stephan Freundorfer
Segment: Online-Spielemagazin
Verlag: Bauer Verlag
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 12/2006 (25.10.2006)
Finalausgabe: 11+12/2007 (24.10.2007)
Ausgaben gesamt: #12

Ein Magazin für Onlinespiele-Spieler? Klingt gar nicht mal so übel, schließlich gibt es kein anderes Heft, welches diese Zielgruppe bedient. Und so geht die eGames auch mit satten 200.000 gedruckten Heften an den Start. Problem an der Sache wieder nur, man ist zu breit aufgestellt, kein Spiel bekommt genug Platz. Weder Shooter noch MMORPG. Die Tatsache lässt sich 1:1 in die Verkaufszahlen übertragen. Erst wechselt man auf zweimonatliche Erscheinungsweise, nur kurz danach ist Schluss. Am Ende dürften es kaum noch erträgliche 20.000 Exemplare gewesen sein.

PC PowerPlay 10/2007PC PowerPlay
Stellv. Chefredakteur: Florian Stangl
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/2004 (19.11.2004)
Finalausgabe: 10/2007 (26.09.2007)
Ausgaben gesamt: #35

Vier Layouts in drei Jahren, einen sich nach der DVD-Affäre dauerhaft im Urlaub befindenden Chefredakteur, Verkaufszahlen von wohl weniger als 50.000 und mit jeder der 35 Ausgaben Verlust gemacht, das ist die Erfolgsbilanz der PC PowerPlay. Als Sahnehäubchen obendrauf verdanken wir dem Heft und dem unfähigen Verlagsleiter Alessandro de Bochdanovits, dass es den CyPress Verlag heute nach zwölf Jahren nicht mehr gibt.

play 04/2007play THE PLAYSTATION
Chefredakteur: Stephan Girlich
Segment: PlayStation Magazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/1997 (27.08.1997)
Finalausgabe: 04/2007 (21.03.2007)
Ausgaben gesamt: #119

Erst von Ex-Chefredakteur Dirk Gemeinhardt abgewirtschaftet, dann von CyPress kaputt gespart. So lassen sich die letzten Jahren der play beschreiben. 20.000 Käufer gab es zuletzt, zu wenig um fortzubestehen. Doch statt eines totalen Relaunches machte man das Heft lieber dicht und startete, zugegeben sehr erfolgreich, die play3. Von selbiger quetscht Computec derzeit nach der CyPress-Pleite allerdings sehr erfolgreich Seele und Inhalt des Heftes aus und erntet bei massiven Kostensenkungen und einer Preiserhöhung die Lorbeeren.

OPM2 04/2007PlayStation 2 – Das offizielle Magazin
Chefredakteur: Christian Blendl
Segment: PlayStation Magazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 01/2001 (23.11.2000)
Finalausgabe: 04/2007 (28.03.2007)
Ausgaben gesamt: #80

Wurde im Zuge des play3-Launches eingestellt. Vorausgegangen war ebenfalls ein starken Auflagenverlust durch einen völligen Fehlgriff beim Relaunch des Heftes und dem Zusammenlegen des Heftinhaltes mit der play THE PLAYSTATION.

PLAYZONE 01/2008PLAYZONE
Leitender Redakteur: Maik Bütefür
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/1998 (11.11.1998)
Finalausgabe: 01/2008 (19.12.2007)
Ausgaben gesamt: #112

Jeder bekommt was er verdient, früher oder später. Die stets fehlerlose und unfehlbare PLAYZONE wurde von den Lesern auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. Ob miserables Layout, gähnend langweilige Texte oder nicht als Werbung gekennzeichnete Anzeigen. Von den ehemals knapp 160.000 Käufern blieben nach zahllosen Fehlgriffen und -tritten nur noch 19.500 übrig. Der Leser ist nicht blöd. Wenn Verlag und Redaktion mit konstruktiver Kritik und Vorschlägen nichts anfangen können, muss man die einzige Sprache sprechen, die immer verstanden wird: Das Heft am Kiosk liegen lassen.

PSX Cheats 01/2007PSX Cheats & Codes
Chefredakteur: Heiner Hink
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: OSP Verlag
Preis: € 4,00
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 04/2000 (30.06.2000)
Finalausgabe: 01/2007 (05.01.2007)
Ausgaben gesamt: #37

Mit Tipps und Tricks-Heften lässt sich im Jahr 2007 kein Blumentopf mehr gewinnen, außer man heißt „World of Warcraft“-Sonderheft. So schließt PSX Cheats & Codes nach knapp sieben Jahren. Der Nachfolger des Publish Verlags, OSP, hat sich von allen seinen PC- und Spielezeitschriften getrennt und gibt heute in erster Linie Sudoku-Hefte heraus.

Lifelog, Teil 2 des Jahresrückblickes folgt in den nächsten Tagen.