Relaunch 09/2016 – Heise fährt c’t ohne Not gegen die Wand (Update)

Zeitschriften-Relaunches sind eine ganz schön gefährliche Sache, denn die Erfahrung hat gezeigt: Nur selten ist ein Heft danach optisch und inhaltlich auch wirklich besser. Egal ob GamePro, PC Action, PC Powerplay oder Computer Bild Spiele – nach jeder Komplettüberarbeitung wurden die Hefte entkernt und ihrer Seele beraubt. Unter dem Deckmantel der Modernisierung wurden vor allem der Arbeits- und Produktionsaufwand an den Magazinen so drastisch reduziert, dass auch der letzte Käufer wusste, es handelt sich bloß um Sparmaßnamen. Das hat den weiteren Niedergang der Hefte dann nur noch beschleunigt.

Bisherige leuchtende Ausnahme in diesem Zirkus: Die c’t aus dem Heise Verlag. Die letzte optische Überarbeitung der c’t ist 13 Jahre her – damit wirkte das Magazin zwar vielleicht ein wenig angestaubt und wie aus der Zeit gefallen, lief damit aber erstaunlich gut.

Marktentwicklung
Das gesamte Segment der Computerzeitschriften ist stark schrumpfend. Innerhalb von nur fünf Jahren verlor beispielweise die Chip 46%, PC Magazin und PC Go 65% und die PC Welt sogar 71% ihrer Auflage. Der vergleichsweise geringe Verlust der Chip bzw. der große der übrigen Mitbewerber beruht darauf, dass erstere immer noch die Auflagenzahlen mit Bordexemplaren schönt, wohingegen sich der Rest davon verabschiedet hat.

Axel Springers Computer Bild verlor hingegen echte 54% an Auflage, während es bei Heises c’t bloß 21% waren – bei beiden findet Auflagendoping nur im sehr geringem Maße oder gar nicht statt. Im 4. IVW-Quartal 2015 kam es nun zu folgender Situation: Die c’t verlor wieder ihre gewohnten 3% an Käufern, während die Computer Bild mit fast 20% wieder ordentlich Federn lassen musste.
Damit hatte man auf einmal das Kuriosum, dass die c’t mehr Hefte verkauft als die Computer Bild, rechnet man nur die harten Auflagenzahlen Abo+Kioskverkauf zusammen: 253.934 verkaufte Exemplare bei der c’t gegen 253.114 Exemplare bei der Computer Bild. Ohne nur einen einziger Käufer zu gewinnen hat man es mit stringenter Heftlinie geschafft, Europas größtes Computermagazin zu werden. Eigentlich eine ganz schön komfortable Situation.

Ohne Not Probleme geschaffen
Letztendlich hätte man mit der Situation gut leben können, trotz der Auflagenverluste. Mit c’t Fotografie, Mac&i, und c’t Make stellte man dem Hauptheft in den letzten Jahre drei 9,90 Euro teure Schwesterpublikationen zur Seite. Gleichzeitig hat Heise eine so gute Reputation, dass sie sich es leisten können Anzeigenkunden ans Bein zu pinkeln und nur für ihre Leser zu schreiben. Herz, was willst du mehr?

Für das, was die beiden Chefredakteure zusammen mit der Hamburger Hipster-Agentur „zmyk“ verbrochen haben, braucht man eigentlich nicht viele Worte. „Strg+Z“ oder „Zurück zur letzten Version“ genügen. Aber wo bliebe denn da der Spaß?

Das Relaunch-Desaster
Stilistisch hat sich der Titel nicht verändert, eine bunte Farbe plus ein typisches c’t-Motiv. Allerdings gibt es neue Schriften. Egal wie lange man das Titelthema „Weg von Windows 10“ auch betrachtet, man kommt einfach nicht darüber hinweg zu glauben, die Schrift wäre in der Höhe ordentlich zusammengestaucht worden.

Das Editorial ist seit jeher in einer Monospace-Schriftart verfasst, als hätte man den Text auf einer Schreibmaschine verfasst. Bereits hier kam man nicht drum herum einen neuen Font zu nehmen. Dieser ist jetzt serifenlos und wenn man so möchte, das Gegenteil von dem, was man im Rest des Heftes abgezogen hat. Vor allem ist er eines: Dünner und noch schlechter lesbar.

Wenn sich das Inhaltsverzeichnis nicht bereits auf dem Cover befindet, sollte man dieses schön sauber auf einer Doppelseite gestalten, sämtliche Themen sauber auflisten und zusätzliche noch die Topthemen anfeaturen, damit man Lust auf mehr bekommt. Also genauso machen, wie es bis Ausgabe 08/2016 der Fall war. In der äußeren Spalte auf beiden Seiten die Gesamtauflistung, in den mittleren zusätzlich die Hauptthemen. Jetzt ist alles hintereinander weg aufgelistet und man hat das Gefühl, die drei angeteaserten Hauptthemen sind nur noch irgendwie mit reingestopft worden, um irgendwie den Platz zu füllen. Es lädt jedenfalls nicht mehr zum Stöbern ein, sondern will nur noch überblättert werden – leisten wir dem Drang doch mal Folge.

Beim Newsteil angekommen drängt sich sofort die brennende Frage auf, was denn zur Hölle hier passiert ist. Dass er ein wenig stärker bebildert ist, lässt sich durchaus verschmerzen, auch wenn dadurch natürlich ein wenig Text flöten geht. Allerdings möchte man beim neuen Artikeleinstiegsdesign gleich selbst Hand anlegen und als allererstes den Rahmen des Einstiegsbildes aufziehen. Das ist ein wenig nach Innen eingerückt, was irgendwie falsch und nicht nach gewolltem Designelement aussieht. Blättert man weiter im Heft, verhärtet sich dieser Gedanke, da kein System existiert wie weit die Bilder vom Rand entfernt sind und permanent Springen. Man könnte fast meinen, man hätte ohne Musterseiten gearbeitet. Anfängerfehler.

Je weiter man durchs Heft blättert, desto mehr drängt sich die Frage auf, ob die Gestalter des Layouts jemals etwas von „Absatzformaten“ gehört hat. Headline und Subline-Texte ändern sich permanent in der Größe, jedoch ohne den Eindruck zu erwecken, es wäre ein gewolltes Gestaltungsmittel. Der Platz bestimmt, wie etwas aussieht. Artikelgestaltung aus einem Guss ist ja so spießig.

Das Prozessorgeflüster ist hat einen gefühlt in 10% Cyan getauchten Hintergrund bekommen, der voll nach 90er Jahren aussieht – nur noch ein Verlauf nach Weiß fehlt. Nebenbei gibt es wieder eine völlig sinnfrei ins Heft eingerückte Headline und darunter einen fast faustgroßen Weiß… ähm Blauraum zum Atmen, bevor der Artikel anfängt.

Bisher wechselten sich im Newsteil ein drei- und vierspaltiges Layout ab. Das hatte den Vorteil, dass man relativ problemlos jedes Anzeigenformat unter bekam. Jeder der schon mal das „Vergnügen“ hatte ein zweispaltiges Layout zu setzen, weiß wie das aussieht, wenn eine drei Spalten breite Anzeige reinkommt – richtig scheiße. Auf Seite 27 und 39 findet man solche Lehrbuchbeispiele.

Dass man jetzt auf ein zwei bzw. dreispaltiges Newslayout setzt, führt neben dem negativen optischen Aspekt leider auch zu einem Inhaltlichen. Es passen schlicht weniger Artikel auf die Seite, die dezent größere Schrift tragen ihr Übriges dazu bei. Die großen Weißräume zwischen den Meldungen, ich vergaß – die Luft zum Atmen, sorgen ebenfalls für Informationsverlust. Gleichzeitig ist es optisch so schlecht gemacht, dass man neuerdings Trennlinien einsetzen muss, da die Meldungen sonst trotz der gigantischen Abstände ineinander verfließen.

Die Kurztests, die bisher informativer waren als bei so manchem Heft das Titelthema verdienen nun endlich ihren Namen – sie sind viel kürzer. Endlich mehr Platz für Bilder und nicht für diesen doofen Text.

Eine Frage des Einstiegsbildes
Bei Produkttests setzte man bisher auf freigestellte, d.h. von ihrem Hintergrund befreite, Produktfotos. Das war ansehnlich und einheitlich. Was man jetzt gemacht hat, entspricht keiner klaren Linie mehr. Mal sieht man den hellgrauen Original-Fotohintergrund, mal hat man wiederum sich die Mühe gemacht ein Produkt freizustellen, um es dann vor dunkelgrau, Windows 95 grün oder Windows 95 grün, Farbton 30% zu setzen.

Gipfel von Hässlichkeit und Platzverschwendung ist allerdings Seite 76-77. Einen zweiseitigen Artikeleinstieg, auf dem lediglich Headline, Subline und die Themen der kommenden Seiten aufgelistet sind, hat man in der c’t noch nicht gesehen. Und vor allen Dingen nicht gewollt. Nebenbei kommt hier auch richtig das neue Einstiegsbilddesign zum Tragen. Bisher gab es leicht trashig aussehende, aber stets liebevoll und individuell gestaltete 3D-Renderings im unverwechselbaren c’t-Design. Diese waren sogar so erfolgreich, dass sie ganze Kalender zierten.
Jetzt sind die Artikelaufmacher im Look der verhassten Windows 8-Kacheloptik gestaltet. Das sieht nicht nur scheiße aus, sondern ist auch eine enorme Zeitersparnis. So lässt sich ein Einstiegsbild für einen Artikel in weniger als fünf Minuten gestalten – es dauert nicht mehr Stunden.

Eine Frage der Details
Neu ist z. B. eine kleine Spielerei unter den Seitenzahlen. Bei langen Artikel hat man hier kleine Fortschrittkästchen, die Anzeigen, wie viele Doppelseiten man noch vor sich hat. Ganz nett die Idee, wenn’s auch nicht wirklich was bringt und fehleranfällig ist. Furchtbar sind auch bei Produktvergleichstests die neuerdings mit grau hinterlegten Kästen, die dem Auge wohl als Orientierung dienen sollten. Davon ab, dass es altbacken wirkt: Vor dem neuen Layout hat das Auge keine Orientierungshilfe benötigt, da es sich optisch von alleine ergeben hat.
„Hübsch“ sind auch die Buchkritik-Seiten geworden. Statt drei einspaltiger Kritiken befinden sich nun nur noch zwei im dreispaltigen Layout auf einer Seite. Man hat also das Kunststück fertig gebracht trotz kleinerer Bilder durch die neue Anordnung 33% weniger Inhalt auf einer Seite unterzubringen – Respekt, das muss man erstmal hinbekommen.

Ich habe immer sehr bedauert, dass Heise nie eine „c’v“ – Magazin für Computer und Videospiele gemacht hat. Jetzt im neuen Layout bekommen die Spieletests endlich etwas mehr Platz eingeräumt. Zumindest in der Theorie, denn statt Halbseiter gibt es jetzt Einseiter. In der Praxis gibt es neuerdings eine fast halbe Seite Einstiegsbild, sodass am Ende vielleicht drei Sätze gewonnen wurden.

Selbst die Vorschauseite hat man in der optischen Gestaltung vergeigt – hier ist der Text noch breiter als bei den zweispaltigen Standardseiten – von komfortablem Lesen keine Spur.

Fazit
Was die c’t-Chefredakteure und die Agentur „zmyk“ hier an „Arbeit“ abgeliefert haben ist an Stümperhaftigkeit kaum zu überbieten – das bekommen selbst Mediengestalter Lehrlinge im ersten Lehrjahr besser hin. Das Feedback in den Heise-Foren ist ähnlich vernichtend. Bis auf einen einzigen Beitrag sind allen anderen ausschließlich negativ. Und obwohl das Heft statt zuletzt 196 nun 212 Seiten hat, steht viel weniger drin – fleißige Leser haben das mit PDF2TXT bereits auszählen lassen.

Setzen, 6.

Update
Ich erhielt am 20.04. um 17.18Uhr eine E-Mail von c’t-Chefredakteur Johannes Endres. Dieser nimmt seine Artdirectorin ausdrücklich in Schutz. Sie habe das Konzept nicht entwickelt. Es sei in Zusammenarbeit der beiden Chefredakteure mit der Agentur zmyk entstanden. Für die Darstellung als „Verantwortliche“ möchte ich mich an dieser Stelle ausdrücklich entschuldigen.

27 Antworten zu „Relaunch 09/2016 – Heise fährt c’t ohne Not gegen die Wand (Update)“

  1. Martin sagt:

    Die von dir angesprochene Doppelseite war auch für mich der Punkt, wo es mir gereicht hat. Die anderen Sachen sind hinsichtlich eines „moderneren“ Layouts für mich als Laien noch zu verschmerzen, aber diese Seitenverschwendung ist einfach zuviel.

  2. Calvero sagt:

    „Ich habe immer sehr bedauert, dass Heise nie eine „c’v“ – Magazin für Computer und Videospiele gemacht hat.“

    Echt? Ich fand ja die Texte von Nico Nowarra schon kaum dem ct-Niveau entsprechend. Der neue Autor schreibt zwar viele Seiten voll, aber stilistisch ist das meist doch arg auf Schülerzeitungsniveau. Nur die Texte von Peter Kusenberg sind informativ.

    Dass die ct so viele Seiten für Spielevorstellungen frei räumt, bleibt wohl weiter ein großes Missverständnis.

    • Evil sagt:

      Ich mochte die beiden Specials von Heise zu Spielkonsolen und der PlayStation 3 von Hartmut Gieselmann. Das was so in der c’t an Spielen drin ist, finde ich jetzt auch nicht überragend. Für Unix und Programmierung gibt’s die iX, für Apple die Mac and i, für Bastler die c’t Hack bzw. jetzt Make… ich hätte eben gerne was richtiges für PC- und Videospieler.

  3. Calvero sagt:

    Das Editorial ist seit jeher in einer Monospace-Schriftart verfasst, als hätte man den Text auf einer Schreibmaschine verfasst.

    Doch keine Schreibmaschine. So sahen auch die frühen Computerausdrucke aus:-)

  4. Calvero sagt:

    Jetzt habe ich die neue ct auch mal quergeschaut: Was mir zuerst auffällt sind die kleinen Seitenränder, kann mir kaum vorstellen, dass das der hohen Druck-Schule entspricht.

    Ok, die neuen Schriftarten sind vielleicht Geschmackssache, vieles sieht jetzt aus wie im PC Magazin oder der com!.

    Die Intention hinter allem ist schnell zu erkennen: 1) Bessere Lesbarkeit auf mobilen Devices, also größere Schrift und Verzicht auf zuviele Kästen und Zusatzinfos. Das hilft dann auch gleich 2): Weniger Layout-Arbeit beim Erstellen eines Beitrages. Ich sehe die Dummie-Blindtext-Seiten vor meinen Augen, hier kann auch ein unerfahrener Schreiber mal schnell einen Text ins Layout reinhacken.

    Die Spieleseiten bestätigen all diese Beobachtungen eindrucksvoll: nur ein Spiel pro Seite, dämliche und sinnlos umgebrochene Überschriften, BUs des Grauens („Als erste Fähigkeit entwickelt Jack den „Zeitstopper“: Er erzeugt für wenige Sekunden Zeitblasen, in denen Bewegungen einfrieren.“), nichtssagende Screenshots und dann die Texte!

    Gleich der erste Satz zum Genießen: „Wer rasante Autofahrten am Bildschirm liebt und schwindelfrei ist, der könnte sich in TrackMania Turbo verlieben.“

    Das hätte einem früher jeder ehrbare Textchef um die Ohren gehauen.

    • Calvero sagt:

      Was ich noch vergessen habe: Auch das neue (vor kurzem kommentarlos eingeführte) Papier finde ich unangenehm.

    • Evil sagt:

      Zumindest auf Facebook wurde das Papier damals von Seiten der Redaktion angekündigt. Reflextionsärmer und damit draußen besser lebar. ;)

    • Gabumon sagt:

      Ja, aber wer sitzt den draussen im Garten und liest solche Hefte? Aufm Klo kann ich verstehen aber draussen?

  5. Calvero sagt:

    Die Seiten 62 und 64 sollte man sich auch zu Gemüte führen, eigentlich müsste dafür das Agenturhonorar gekürzt werden. Erst ein iphone freigestellt, oder ist da noch ein ganz leichter Schatten? Auf der folgenden Seite wieder ein Smartphone, diesmal aber mit megahässlichem dunkelgrauen Hintergrund. Das sieht fast so aus, als hätte der Schülerpraktikant die Bildmotive mit Paint erstellt:-) Nachdem er mit einer alten CorelDraw-Cliparts-CD das Aufmacherbild für „Vorsicht Kunde“ gebaut hat. Aber Herr Grell findet im Editorial, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Na klar doch.

  6. Calvero sagt:

    Zum Update: Das lässt ja wirklich tief blicken. Da basteln alleine die Chefredakteure mit einer externen Agentur ein neues Layoutkonzept. Wie die bewährten hausinternen Grafiker und Layouter das finden, kann man dann wohl an der praktischen Umsetzung im aktuellen Heft sehen. An einigen Stellen grenzt das an Arbeitsverweigerung. Aber wer sein eigenes Personal nicht mitnimmt, muss sich über solche Effekte nicht wundern und hat jetzt den Leserzorn noch on top.

    • Evil sagt:

      Ich versteh auch einfach nicht, warum man eine Revolution vom Zaun brechen musste. Die Sonderhefte sehen schließlich auch nach c’t aus und wirken trotzdem auf mich etwas moderner. Daran hätte man sich doch super orientieren können.

      Grade was das mit der Positionierung von Headlines und Bildern soll, ist mir absolut unbegreiflich. Zu beginn meiner Ausbildung wurde da mit ’nem Lineal ein Strich auf dem Ausdruck gezogen und dann hieß es „Warum ist das nicht ordentlich ausgerichtet?“

      zmyk hat ja auch ganz hübsche Sachen gemacht [die sich wie die GEE überhaupt nicht verkauft haben] – also warum lässt man eine Agentur, die vor allem für die Gestaltung von Kultur- und Nischen-Magazinen bekannt ist, auf eine Computer_technik_Zeitschrift los?

      Das ist mir unbegreiflich.

  7. SILen(e sagt:

    Ich habe die c’t ewig gelesen und dann mangels Zeit vor etwa anderthalb Jahren damit aufgehört.
    Zufällig (und aufgrund der Themen auf dem Titel^^) habe ich dann die vorletzte Ausgabe gekauft und mich schon über das andere Papier gewundert.
    Und nun habe ich nach diesem Verriss auch noch das aktuelle Heft gekauft, einfach um mal gut unterhalten zu werden :)

    Ich habe es noch nicht durch und mehr überflogen, aber es ist wirklich ein enormer Rückschritt.
    Dieses „flat design“ wirkt total leblos und die freigestellten Fotos die dann doch wieder mit einem farbigen Hintergrund unterlegt werden wirken einfach billig.
    Die Seele des Hefts ist einfach weg und es ist von der Optik (die Inhalte sind ja immer noch über fast jeden Zweifel erhaben) austauschbar geworden.

  8. Zakh sagt:

    Und?
    Wenn es dem Esel zu wohl wird, geht er aufs Eis.
    Siehe
    Elektrospieler
    GEE

    Und zum Relaunch:
    Wenn zuviel Druckerfarbe drauf ist, verschmiert die Schrift und ist schlecht lesbar, auch wegen der Papierqualität.
    Und die Werbung sieht aus wie der redaktionelle Teil.

  9. Tobias sagt:

    Ich habe schon am Regal bemerkt, dass die Ausgabe anders aussah.
    Als ich dann das Editorial las dachte ich mir nur kurz: „Naja“.
    Beim Weiterlesen wurde mir mulmig. Die c’t geht den Weg der Computerbild und Chip: Viel große Schrift, wenig Inhalt. Um Himmel’s Willen.

    Die Schrift habe ich in einem Magazin von 1995 gesehen. Umstieg auf Windows95. Ob man eher 56 kBaud oder doch noch 28.8 nehmen kann. Bei c’t wird es mit der „Agentur“ als – Achtung, jetzt wird’s peinlich – „hip“ bezeichnet.

    Aber das Schlimmste: Die c’t hat nicht nur ihr gutes Layout über Board geworfen – mit ihr auch sämtliche fähige Redakteure. Das Blatt ist einziges Linux-Hochgejubel dass ich fast aus allen Wolken fiel, als ich die schlecht geschriebene Werbung für das Nischen-OS sah.

    Beispiele im Heft 9/2016
    Seite 82/83. Die Gegenüberstellung von den anderen Betriebssystemen.
    Linux als einziges System mit nur Pluspunkten und einem einzigen Minuspunkt.
    „Stabil, schnell, sicher.“ Stabil?? Schnell ist kein Wunder, das OS kann ja auch nichts. Für jeden Kack muss man erstmal googlen. Treiber sind „unstable“, „Beta“, „experimental“ oder „v0.0.1.2“. „Guter Support“. Ja, nee. Fünfzig Tausend Möchtegern-Nerds und keiner weiß, wie es geht. Das ist kein Support, das ist nervige Fummelei.

    Bei OSX, welches logischerweise und selbst von c’t häufig erwähnt schnell und (recht) sicher ist: Dort taucht der Punkt nicht auf. Negativ: „Erfordert Umdenken“.? Bei Linux nicht?

    Windows 7: Veraltet. Ich bin mir sicher, dass die durchschnittliche Linux-Distribution weitaus weniger kann oder unterstützt als ein Betriebssystem mit überzeugenden Marktanteilen und seit über 6 Jahren bewährt.

    Nächstes Beispiel vom „stabilen“ Betriebssystem Linux?
    Seite 105, linke Spalte: „Kernel-Panic“. Linux friert beim Booten ein, weil „stabil und sicher“. Treiberprobleme. Lösung: „Nach unzähligen Fehlermeldungen verweigert schließlich der Bootscreen seinen Dienst“. Kernel-Parameter NOMODESET muss hinzugefügt werden. Super Betriebssystem!! Muss ich haben; schmiert schon beim Start ab! Und dann muss man Googlen, auf einem Zweitrechner, weil Linux so super duper toll ist. Da muss man gleich mit umsteigen! Hat mich überzeugt.

    KDenlive wird auf Seite 103 als Videoschnittbearbeitung gezeigt. Das Programm wirkt wie Cubasis für Windows 95. c’t regt sich häufig auf, wenn Programme unübesichtlich sind, hässlich aussehen und dergleichen. Bei Linux ist das dann wieder „hip“, wie diese pseudo-jungen, bestimmt Mitt-40er-Jahre-Redakteure das nennen würden.

    In der aktuellen heißt es: „Raspberry-Pi“-Experimente. Überschrift auf dem Cover: „Nerdig“. Ich habe das Ding fallengelassen. Sowas tu ich mir nicht wieder an.

    Nun bin ich Heimatlos. Ich kann entweder die ComputerBild kaufen, welche „lifestyle“ als Bewertungsgrund heranzieht und 80% einer Seite mit einem Bild belegt ist. Die Chip, die jedes Thema im Punkt12-Mittagsjournal-Deutsch für Idioten auf einer einzelnen Seite behandelt oder Linux-c’t. Das ist mir mein Geld nicht wert…

    • Spiritogre sagt:

      Nachdem ich die ct ganz früher immer für eine Art „Bibel“ der Computerberichterstattung und für absolut fachkompetent hielt war schon vor knapp sieben, acht Jahren bei mir da Schicht im Schacht, als es um ein Thema ging, wo ich mich zufällig sehr gut auskenne. Da wurde mir klar, die kochen auch nur mit Wasser.

      Genau genommen ging es um einen Test von günstigen DTP Programmen (0 – 100 Euro). So weit, so gut. In der folgenden Ausgabe fragte dann ein Leser, wie konkurrenzfähig diese Programme denn zu älteren Versionen von Profisoftware wie QuarkXpress oder Indesign seien, die man ja teilweise auch für’n 5er bekommt. Die Antwort von ct war eine Blamage. Die Programme sind alt, da könne ja keiner was mehr mit anfangen. Statt einfach zuzugeben, dass selbst ein uraltes QuarkXPress 5 für 5 Euro oder ein InDesign CS2 (inzwischen ja mal für lau zu haben gewesen) mit diesen ganzen kostenlosen und günstigen Alternativen den Boden aufwischen, aber sowas von.

    • Gabumon sagt:

      CS2 gibts immer noch für Lau.

      Stimmt auch absolut, diese billig DTP Programme sind ein absoluter graus, ich war mal gezwungen mit welchen zu Arbeiten (Tango und Scribus). Hab aus Frust das zeug mit nach Hause genommen, eben durch InDesign gejagd, ne PDF geschrieben und war in 30 Minuten damit fertig. In dem Billiggerümpel hätte ich wohl stunden gebraucht…

  10. Robert Paulsen sagt:

    Haters gonna hate.

  11. Calvero sagt:

    Dem „Echo-Kasten“ auf den Leserforumsseiten der ct 10/2016 fehlt das Namenskürzel des Autoren, das Editorial im Heft davor hatte der Chefredakteur noch stolz selbst verfasst. Es hätte mehr Ablehnung gegeben, als man erwartet habe. Grund wäre der „volle Produktionsgalopp“, aus dem heraus man den Design-Wechsel eingeführt hätte.

    Ich will mich nicht weiter an dieser Debatte beteiligen, sondern nur die geänderten Spieleseiten unter die Lupe nehmen. Diese bestehen nur noch aus vier einseitigen „Spielekritiken“, den Indiekasten und die Spielenews hat man weggespart.

    Aus dem Print-Baukasten: Eine Spielekritik besteht jetzt immer aus Überschrift, Bild, BU, Fließtext und Faktenkasten.

    Schauen wir mal in die Details:

    +++ Ausgabe 10/2016 +++

    Der bereits von mir erwähnte Stephan Greitemeier eröffnet mit dem VR-Titel „Carpe Lucem“ und kloppt uns als Einleitung den folgenden Absatz um die Ohren:

    „Blumen öffnen sich, wenn umgelenkte rote Lichtstrahlen sie treffen. Spiegel, Röhren und Kristalle dienen dazu, das Licht zu den richtigen Punkten zu leiten. So löst man in aller Ruhe Schalterrätsel in den drei traumhaften Umgebungen, die Oliver Eberleis Rätselspiel Carpe Lucem – Seize the Light VR bereitstellt.“

    Alles klar? Dann versteht ihr vielleicht auch die BU:

    „Kein psychedelischer Traum, sondern Carpe Lucem: Der schwebende Wal erscheint im VR-Headset gewaltig.“

    Man könnte eigentlich jeden Satz auseinandernehmen (das überlasse ich gerne einem leidensfähigen Journalismus-Seminar), hier noch ein Kleinod aus dem MXGP2-Test auf der gegenüberliegenden Seite:

    „…bei MXGP2 meinen Bildschirm-Biker fast, die Benzinfahnen riechen und die aufspritzenden Lehmklumpen spüren zu können.“

    Hilfreich die Info in der BU:

    „Bei „MXGP2″ zwingt manche scharfe Kurve den Motocross-Piloten, sich tief hineinzulegen. Dabei kommt es auf die Kombination aus richtigem Winkel und der passender Geschwindigkeit an.“

    Nun gut, man könnte jetzt nörgeln, warum der Spieletitel in der BU plötzlich in Anführungsstrichen steht, ansonsten aber nicht. Auch wollen wir nicht über die tatsächliche Testtiefe spekulieren, auch wenn der 22. Platz von 22 im Screenshot nicht gerade auf große Fahrerfolge schließen lässt.

    Die beiden folgenden Tests darf Konsolenexperte Peter Kusenberg abliefern. Ich vermute mal, er ist nicht für die auch hier sinnfreien BUs verantwortlich und die Entscheidung, beide Seiten indentisch zu layouten, so dass die Überschriften quasi als eine wahrgenommen werden:

    10 000 Schrauben locker Das Fürchten lernen

    +++ Ausgabe 11/2016 +++

    Ok, jetzt hat man gemerkt, dass die Doppelseiten als ein Layout zusammen wirken und Bilder und Überschriften jetzt entsprechend gegenüber versetzt gestaltet.

    Auch diesmal sind 3 Titel in den BUs ohne Anführungszeichen, eines mit. Die Aussagekraft der Bilder ist erbärmlich und macht den Eindruck, als wäre es dem verantwortlichen Bildredakteur sch…egal, was man abdruckt. Dabei sollte es allgemein bekannt sein, dass das Bebildern von Spieletests eine Königsdisziplin ist und viel Mühe erfordert. Ansonsten sehen solche Seiten völlig beliebig aus – qed.

    Ich zitiere mal nur eine BU:

    „McCloud saust in Star Fox Zero über Planeten und versucht trotz der eigenwilligen Steuerung alle Gegner über den Haufen zu schießen.“

    Ja, das steht da wirklich, das hat der Textchef durchgewunken!

    So geht es lieblos und nachlässig weiter: Mal heißt es in den Faktenkästen bei Kopierschutz „Steam“, zwei Seiten weiter plötzlich „Steam-Account“.

    Natürlich lässt uns auch Herr Greitemeier nicht hängen, und eröffnet mit einem weiteren Giganten-Einleitungsabsatz zum lange Nachdenken:

    „Gewaltige Alien-Schiffe bedrohen die Erde. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf einer Schwadron kleiner Raumgleiter, die die feindlichen Konstruktionen von innen zerstören könnten. In den Eingeweiden der Kampfkolosse beginnt ein gnadenloses Rennen gegen die Zeit. Träume von wilden Raumgleiterfahrten nach „Star Wars“-Art werden bei The Coll

    • Calvero sagt:

      upps, ungekürzt:

      „Gewaltige Alien-Schiffe bedrohen die Erde. Die Hoffnung der Menschheit ruht auf einer Schwadron kleiner Raumgleiter, die die feindlichen Konstruktionen von innen zerstören könnten. In den Eingeweiden der Kampfkolosse beginnt ein gnadenloses Rennen gegen die Zeit. Träume von wilden Raumgleiterfahrten nach „Star Wars“-Art werden bei The Collider 2 wahr.“

    • Calvero sagt:

      Bemerkenswert finde ich, dass in dem „Echo-Kasten“ der Kritikpunkt „Weniger Inhalt fürs Geld“ ausdrücklich erwähnt wird, aber nicht klargestellt wird, dass er nicht stimmt. Das einzige Versprechen an die Kritiker ist, dass nichts ungelesen bleibt.

  12. Calvero sagt:

    Das Grafik-Grauen bei „Vorsicht Kunde“ geht übrigens weiter: http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-10-Ein-Amazon-Kunde-warnt-vergeblich-vor-verdaechtigen-Rezensionen-3184563.html. Den schwarzen Button hat man einfach auf einen schwarzen Hintergrund gepappt.

  13. Calvero sagt:

    Bekommt man eigentlich gar nicht mehr die Originalseiten, wenn man das pdf kauft? Dann hätte man mit http://www.heise.de/ct/ausgabe/2016-10-Das-bringt-DirectX-12-in-ersten-Spielen-3187604.html auch nur halb so viel Spaß.

    Im Original hat der Textchef die Überschrift

    Auf die 12

    und die Unterzeile

    Das bringt DirectX 12
    in ersten Spielen

    abgenickt. Die beiden 12en stehen fast genau untereinander, das sieht vielleicht mistig aus. Vielleicht wäre ja „Auf die Zwölf“ eine Alternative gewesen. Oder wenn man auf alle Optik pfeift:

    Das bringt DirectX 12
    in 1. Spielen

  14. Zakh sagt:

    Der nächste Fail bei heise: Download-Portal relauncht
    http://www.heise.de/download/blog/Das-neue-heise-Download-3227885

    • Gabumon sagt:

      Da findet man ja gar nichts mehr, und dieses „Smartphonelayout“ geht mal gar nicht…

  15. Calvero sagt:

    Die Spieletests in der ct wurden scheinbar erheblich zusammengestrichen. Es gibt jetzt nur noch vorne bei den Kurztests zwei Standard-Seiten mit insgesamt 4 Spielen (PC und Konsole). Inhaltlich nur noch eine Inhaltsbeschreibung mit 1-2 Sätzen Einschätzung. Ohne Wertungen (++,+ usw.).

    • Martin sagt:

      Das ist mir auch schon aufgefallen, allerdings waren die Spieletests bei der ct für mich das unwichtigste neben den Kurzgeschichten.

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