Archiv für ‘Todesanzeigen’ Kategorie

GEE – Eine langjährige Geschichte ohne Happy-End

Zunächst einmal, es ist eine reife Leistung ein Heft acht Jahre lang 8x jährlich an den Kiosk zu bringen. Diese Zeitspanne haben viele Spielemagazine mal mit mehr (Inside PS3, Wii Player), mal mit weniger ([ple:], gamesTM, deutsche Edge) massentauglicher Ausrichtung nicht geschafft. Dafür meinen vollen Respekt.

„Es kann passieren, was will. Es gibt immer einen, der es kommen sah.“
(Fernandel)

Und doch, so plötzlich und überraschend kommt das GEE-Aus nicht, wie einige vielleicht vermuten. Ein Anfang davon könnte schon die bereits vor einiger Zeit erfolgte IVW-Austritt und die anschließende „Ausgründung“ aus der Redaktionswerft in einen eigenen Verlag gewesen sein. Geprüfte Auflagenzahlen gab’s schon seit Mitte 2008 nicht mehr, die offiziellen aus den Mediadaten 2011 besagen 21.380 verkaufte Exemplare, was angesichts der letzten IVW-Zahlen von II/2008 (17.331 inkl. 8.254 sonstigen Verkäufen) sehr optimistisch erscheint.
Verkaufte Auflage ist nicht alles, ein entsprechender Heftpreis, wie z. B. € 6,95 für eine Ausgabe der Retro oder viele Anzeigen können durchaus reichen, um auch bei kleiner Auflage ein Heft am Leben zu erhalten. Und genau das dürfte der Grund sein, warum die GEE-Einstellung für die meisten so „plötzlich und unerwartet“ kommt – es waren doch stets viele Anzeigen drin.
Viele Anzeigenseiten schon, aber eben wohl keine bezahlten. Gegengeschäfte/Anzeigentausch mit z. B. GamingXP, Big Picture, Retro, MGM Channel, iPhone Bibel, iMusicTV, 13th Street, dazu Eigenwerbung auf den Umschlagsseiten.

Die Auflagenzahlen der großen Spielehefte gehen kontinuierlich bergab, doch von ganz oben ist der Weg deutlich weiter, als wenn man schon fast ganz unten ist und dann weiterfällt. Hier beginnt auch leider ein Teufelskreis. Es hat wenig Sinn die Druckauflage in astronomische Höhen zu schießen, wenn ein Großteil der Hefte unverkauft in der Tonne landet. Also müsste man die Druckauflage auf ein Niveau absenken, dass es in einem gesunden Verhältnis zu den Verkäufen steht. Doch hier gibt es nach unten eben Grenzen. Eine Retro mit ihren 10.000 Exemplaren ist nur im Direktbezug und in den Presseläden an großen Bahnhöfen erhältlich, nicht am normalen Kiosk. Wenn die GEE am Kiosk präsent sein möchte, muss eben eine gewisse Anzahl an Heften gedruckt werden (etwa 30.000 Exemplare), um zumindest eine Grundabdeckung zu bekommen, auch auf die Gefahr hin, dass nur ein Bruchteil der Hefte verkauft wird.

Am Mittwoch den 4. Mai kommt die 61. und (vorerst) letzte Ausgabe in den Handel. 132 Seiten stark, im Gegenzug jedoch zum Preis von € 6,90 statt 4,50. Leider auch nicht mit vielen frischen Inhalten, denn bereits ab Seite 28 geht es mit einem „Best-of GEE“ los, welches sich auch bis zur letzten Seite hinzieht.

Weitergehen soll’s gedruckt 2-4x jährlich mit Specials und monatlich als iPad- und Tablet-Ausgabe. Ohne den Teufel gleich an die Wand malen zu wollen kommen da Erinnerungen an die gescheiterten PDF-Magazine zweier ehemaliger CyPress-Redakteure hoch, denen bereits nach wenigen Monaten die Puste ausging.
Ebenfalls wenig ermutigend sind die ePaper-Zahlen großer Computer-Zeitschriften: Die c’t mit ihrer extrem technikaffinen Leserschaft schafft es immerhin noch 1.239 verkaufte digitale Hefte pro Ausgabe, bei der Computerbild sind es bloß noch 299, bei der Computerbild Spiele kaum noch erwähnenswerte 44 Exemplare.

GEE ist und war ein Liebhaberobjekt und auch ein Liebling vieler Blogger.
Mit Einstellung der regulären Ausgabe haben sich unter anderem Grindthatauthority, Zockworkorange, HomiSite und die Astronautenbar beschäftigt. Zu guter Letzt hat auch das GEE-Forum einen eher ungewohnten Besucheransturm erfahren.

Nekrolog Spielehefte 2009

Die letzten Tage des Jahres 2009 brechen an – Zeit um zu schauen, welche Spielemagazine uns dieses Jahr verlassen mussten. Fünf sind es an der Zahl, darunter auch ein ehemaliges Schwergewicht, Bauers Bravo Screenfun.

Bravo Screenfun

Bravo Screenfun 06/2009Chefredakteur: Holger Reher
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Bauer Verlag
Preis: € 4,50
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 04/1997 (Testausgabe) bzw. 11/1997
Finalausgabe: 06/2009 (20.05.2009)
Ausgaben gesamt: #141

Die Leidensgeschichte der Bravo Screenfun ist lang und von zahllosen verlegerischen Fehlentscheidungen geprägt. Alles begann damit, als dem Heft eine zweite CD beigelegt wurde und der Heftpreis von € 3,00 auf € 3,99 stieg. Mutig so einen Preis bei der jungen Zielgruppe des Heftes zu verlangen. Noch mutiger war es allerdings, ab 2004 den Begleit-CDs oft eine Alterfreigabe von 16 Jahren zu verpassen. Ohne die Waffe Personalausweis musste der damals 16jährige Autor dieses Blogs gelegentlich ohne Bravo Screenfun vom Kiosk ziehen. Es ging weiter, die DVD wurde eingeführt, der Heftpreis stieg abermals auf nun € 4,50 und die Auflage fiel munter weiter. Ein verkorkstes Redesign und zahlreiche 16er und 18er Coverthemen später wurde die Redaktion um Anatol Locker im April 2007 direkt nach dem zehnten Heftgeburtstag vor die Tür gesetzt. Ran durften dann ein paar Jungs um Stephan Freundorfer und Thorsten Küchler, die versuchten ihrer Zielgruppe gerechte Spiele zu servieren. Der Relaunch plante auch, dass die Bravo Screenfun von nun an statt bei den Spieleheften bei den Kinderzeitschriften platziert werden sollte. Die wenigstens Kioskbesitzer folgten der Aufforderung.

Pubertären Jungs mundet es ganz und gar nicht, wenn man ihnen ihr liebstes Spielzeug (Ballerspiele ab 16, besser ab 18) vorenthält und so setzte die Auflagenentwicklung ihre Talfahrt fort. Nur ein Jahr später (ab 05/2008) wurde die Screenfun von Holger Reher Redaktionsteam erstellt oder passender beschrieben: abgewickelt. Der einstmals schicke DVD-Inhalt, geprägt von RPG-Maker-Spielen, verkam zur Trailershow, das ganz hübsche Layout des zweiten Teams wurde durch Marke „Eigenkreation und zwei Minuten“ ersetzt und von Heftinhalt konnte man auch nicht mehr sprechen. Buntbedrucktes Papier mit ein paar versehentlich draufgeklecksten Buchstaben trifft es eher. Die Rückkehr der Coverstorys um Call of Duty, Tenchu, Call of Juarez, Far Cry, Killzone und allem, was sonst für kleine Kinder nicht geeignet ist, brachte keinen Aufschwung mehr. Mit kläglichen 11.616 verkauften Exemplaren aus dem ersten Quartal 2009 und den Worten „die nächste Ausgabe erscheint am…“ verabschiedete sich die Bravo Screenfun am 20.05.2009.

Games4Girls

Games4Girls 02/2009Chefredakteur: Jo Löffler
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Panini Verlags GmbH
Preis: € 3,50
Erscheinungsweise: sporadisch
Erstausgabe: 01/2009 (05.08.2009)
Finalausgabe: 02/2009 (18.11.2009)
Ausgaben gesamt: #2

Panini versuchte sein Glück im Bereich der Kinderspielehefte und wollte eine Game Master für Mädchen machen. Schön bunt, aber wer soll’s kaufen? Kinder in dem Alter wissen ganz genau, was sie wollen und sind dort auch beratungsresistent. Der Versuch war mutig, die zweite Ausgabe, die aktuell noch am Kiosk liegt, verkauft sich aber wohl so schlecht, dass bereits zwei Wochen nach erscheinen von Ausgabe #2 die Hefteinstellung bekannt gegeben wurde. Ein wenig überraschend ist es dennoch, da Panini an anderen Stellen bereits einen deutlich längeren Atem bewies und Ausgabe #3 erst im Mai 2010 erscheinen sollte.

gamesTM

gamesTM 01/2010Chefredakteur: Richard Löwenstein
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Airmotion Games GmbH
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: zuletzt monatlich
Erstausgabe: 04/2008 (05.03.2008)
Finalausgabe: 01/2010 (02.12.2009)
Ausgaben gesamt: #18

Auch Versuch Nummer #2 die gamesTM in Deutschland zu etablieren scheiterte. Dabei wollte Richard Löwenstein doch alles besser machen, als die Vorgänger vom Pro Verlag. Geringerer Preis, bessere Ausstattung, kein übersetzter Eindruck etc. pp. Heftformat größer, anderes Coverdesign, zweimonatliches Erscheinen, Klammerheftung statt Klebebindung und wieder andere Covergestaltung – genützt hat das alles nichts. Die noch am Kiosk befindliche Ausgabe 01/2010 ist die letzte, wenigsten geht sie mit einer ordentlichen Verabschiedung von uns. Aber tröstest euch, auch in den Niederlanden ist bereits 2008 nach einem Dreivierteljahr der Versuch gescheitert das Magazin zu etablieren. GamesTM läuft wohl oder übel nur als Prestigeobjekt von Imagine Publishing in England.

Kids Gamer

Kids Gamer 04/2009Leitende Redakteurin: Silke Menne
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 3,50
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 01/2007 (12.09.2007)
Finalausgabe: 04/2009 (09.09.2009)
Ausgaben gesamt: #9

Was das sollte, weiß Computec wohl selbst nicht, hatte man mit der alten Games and More (1998-2000) doch bereits Erfahrung im Segment der Kinderspielehefte und wusste, wie ein ansprechendes Heft aussehen kann. Kids Gamer hätte um 1995 herum aktuell ausgesehen, wäre aber auch schon damals zu der Zeit aufgrund der Erscheinungsweise absolut überflüssig gewesen. Die Artikel konnten zu keiner Zeit dem direkten Mitbewerber Game Master das Wasser reichen und so wurde Kids Gamer im Zuge der allgemeinen Portfoliobereinigung von Computec aussortiert.

Wii Player – Das Magazin

Wii Player 08-11/2009Leitender Redakteur: Christoph Kraus
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 2,90
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 05+06/2007 (18.04.2007)
Finalausgabe: 08-11/2009 (15.07.2009)
Ausgaben gesamt: #12

Computec versuchte die Wii-Spieler zu erreichen, die man mit einem normalen Spieleheft nicht erreichen kann – und scheiterte. Wer nur Titel á la Wii Fit und Kochkurs für den DS zockt, kauft keine N-Zone, also bekommt er oder sie ein Heft, dass sich nur mit solchen Spielchen befasst. Nützt nur nichts, denn Wii Player lag stets bei den Spieleheften, also dort, wo eben beschriebene Zielgruppe nicht hinschaut. Als Beilage zu einer Fernsehzeitung oder Frauenzeitschrift wäre Wii Player sicherlich ein Renner gewesen, so verstaubte es bestenfalls am Kiosk. Das ewige Hin- und Her mit dem Heftpreis von € 2,99 über € 3,30 zu € 3,90 zu € 2,90 half letztlich auch nicht dem Heft einen klaren Kurs vorzugeben.

Aufmerksamen Lesern wird auffallen, dass noch einige Titel noch fehlen mögen:

  • „X3 – Das beste für deine Box“ war zwar schon offiziell eingestellt, erscheint aber nun als Zweimonatsmagazin zum Sonderheftpreis weiter
  • PC Games Hardware Extreme ist ein Hardware-Magazin und fehlt deswegen in der Liste
  • Games Total, ein Sondermüllprodukt des englischen Abfallproduzenten LCD Publishing, erschien als einzelnes Heft nur einmalig. Eine zweite Ausgabe wurde allerdings im Bundle mit einem weiteren nährwertlosen Kinderheft verkauft. Ob weitere Folgen ist nicht bekannt. Ich halte es wie mit den Papercut-Heften und nehme nur halbwegs ernste Magazine auf
  • Gamers.de Print wurde gratis verteilt, war also nicht normal am Kiosk erhältlich. Mir liegen auch keine Exemplare vor
  • Die Einstellung von Cheat Commander wurde nicht wirklich kommuniziert, die letzte Ausgabe erschien aber bereits 2008
  • Level 1. Der Running-Gag um das Spielemagazin von Raptor Publishing geht ins dritte Jahr. Anfang Januar folgt eine neue Episode über fruchtlose Versuche ein aktuelles Heft zu bekommen

Lifelog Spielehefte 2009 folgt in den kommenden Tagen.

Ring of Death: X3 wird eingestellt

Folgendes traurige Schreiben lag zusammen mit der X3 07/2009 im Postkasten:

Sehr geehrte Abonnentin, sehr geehrter Abonnent,

leider müssen wir Ihnen mitteilen, dass wir das Magazin X3 DAS BESTE FÜR DEINE BOX nach dieser Ausgabe nicht als monatliches Magazin weiterführen. Als Alternative liefern wir Ihnen deshalb unser Magazin GAMES AKTUELL mit DVD pünktlich nach Hause.

Zwei Zitate aus dem Heft:

[…]Im Klartext: Die X3 wandelt sich vom monatlichen Geniestreich zu einem unregelmäßig erscheinenden Sonderheft-Geniestreich.[…]

Bis Bald! X3 erscheint ab sofort nicht mehr monatlich, sondern unregelmäßig.

Die X3-Story ist damit nach elf Ausgaben vorerst Geschichte. Das Heft litt bis auf im November und Dezember an massivem Anzeigenmangel. Auch eine Umfangsreduzierung von 100 auf 84 Seiten konnte nicht mehr helfen, die dazu noch sehr niedrigen Verkaufszahlen besiegelten dann das Aus.

X3-Sonderhefte würde ich mir wünschen. Wetten, dass welche erscheinen werden, werde ich jedoch nicht.

Nekrolog Spielehefte 2008 – Jahresrückblick Teil 3

Und wieder neigt sich ein Jahr seinem Ende zu. 2008 erschienen nur vier Spielehefte zum letzten Mal – zwei Traditionstitel und zwei Neustarter.

Das offizielle Xbox-Magazin

Das offizielle Xbox-Magazin 08/2008Leitender Redakteur: Jean-Reiner Jung
Segment: Xbox-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 7,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 01/2002 (17.07.2002)
Finalausgabe: 08/2008 (23.07.2008)
Ausgaben gesamt: #71

Manchmal überleben sich Konzepte einfach, so geschehen beim offiziellen Xbox-Magazin. Je mehr Breitbandanschlüsse es gibt, desto weniger werden noch Demos auf Datenträgern offizieller Konsolenhefte gebraucht. Wenn zu dem astronomisch hohen Preis noch das Computec’sche Sparkonzept von billigem Papier und minimaler redaktioneller Ausstattung hinzukommt, wird dem Heft leider jede Existenzgrundlage entzogen. Auf ein Xbox-Heft verzichten wollte Computec dennoch nicht und brachte mit X3 einen wirklich gelungenen Nachfolger an den Start.

NMag

NMag 02/2008Chefredakteure: Jonas Weiser, Matthias Heilig
Segment: Nintendo-Magazin
Verlag: IDG Entertainment Media GmbH
Preis: € 1,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 10/2007 (26.09.2007)
Finalausgabe: 02/2008 (25.01.2008)
Ausgaben gesamt: #5

Ein gescheiterter Versuch aus dem Bereich PDF to Print. IDG druckt auf 60 Seiten das Fan-Magazin und verkauft es für € 1,99. Leider ließen sich nicht genügend PDF-Downloader davon überzeugen das Heft auch in gedruckter Version zu kaufen und so endete das Projekt schneller als gedacht. Statt der zunächst sechs geplanten Ausgaben war dann schon nach fünf Schluss.

SLM – Das Second Life Magazin

SLM – Das Second Life Magazin 06/2008Chefredakteur: Peter Vignold
Segment: PC-Spiele-Magazin
Verlag: Runway Verlag GmbH (Bendorf)
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/2007 (15.11.2007)
Finalausgabe: 06/2008 (06.06.2008)
Ausgaben gesamt: #7

Am Hype vorbei produziert. Im November 2007 war das große Interesse an Second Life bereits ein halbes Jahr abgeflaut und trotzdem wagte man einen Versuch mit einer eigenen Zeitschrift – und scheiterte. Das Mai-Heft kam schon arg verspätet in den Handel und danach gingen auch bereits die Meldungen über die Hefteinstellung raus. Ganz weg war das Heft noch nicht, man wollte sich lediglich vom normalen Kioskvertrieb abwenden und nur noch Bahnhöfe und Flughäfen beliefern. Das Juni-Heft kam mit erneut mit riesiger Verspätung in den Handel und nach dem lang und breit die Einstellung bestritten wurde, sorgte am 27. Juni der Insolvenzantrag des Verlages für Gewissheit.

Softsale Cheat Checker Pro

Softsale Cheat Checker Pro 03/2008Chefredakteur: ?
Segment: Tipps-Magazin
Verlag: Softsale GmbH
Preis: € 3,99
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Erstausgabe: 02/2006* (27.01.2006)
Finalausgabe: 03/2008 (25.04.2008)
Ausgaben gesamt: #14*

*Unter diesem Titel.

Bäumchen wechsel dich… Aus „Softsale Cheat Checker PC“ wird „Softsale Cheat Checker Multi“ wird „Softsale Cheat Checker to Go!“ und zum Abschluss „Softsale Cheat Checker Pro“. Geändert hat sich seit 1999 eigentlich nicht viel am Heft, außer dass der Umfang von 100 auf zuletzt 68 Seiten fiel, das Heft gegen Ende nur noch vierteljährlich kam und zu den PC-Spiele-Cheats nach Einstellung der PlayStation-Version auch noch die übrigen Systeme ins Heft integriert wurden. Tot ist das Heft im Prinzip nicht, es lebt zweimonatlich weiter, heißt nun aber Cheat Commander.

„Nachzügler“

Zwei Titel erschienen 2007 zum letzten Mal, ihre Einstellung wurde aber erst 2008 bekannt gegeben:
– play vanilla, das erfolgsresistente Spieleheft für Frauen. 3 Mio. Euro hat’s laut Computec verschlungen, die Lebenszeit betrug nicht mal ein Jahr.
– Sims 2 – Das offizielle Magazin. Die GameStar hatte sich bereits gegen weitere Sims 2 Sonderhefte entschieden und so verwunderte es kaum, dass das erst nach dem Hypesterben gestartete Heft nach bereits einer Ausgabe wieder weg war.

Verschollen?

Vermisst wird zudem Level 1 von Raptor Publishing. Die letzte von mir entdeckte Ausgabe ist Nummer 13 (04+05/2008). Ob danach noch weitere Ausgaben erschienen, kann ich nicht sagen, da ich a) seit jeher extreme Schwierigkeiten hatte das Heft zu bekommen, b) die Raptor-Webseite nur sehr sporadisch aktualisiert wurde und c) der Verlag mir nicht auf Emails geantwortet hat. Aktuell ist sie mal wieder offline bzw. es ist nur ein Teaser zu sehen. Dort ist Level 1 ebenso aufgeführt, wie Raptors Entertainment Titel TNT, der 2008 eigentlich schon ein Revival erleben sollte.

Der letzte Teil des Jahresrückblicks „Lifelog Spielehefte 2008“ folgt in einigen Tagen.

Zurück in der echten Welt – Second Life Magazin von Insolvenz eingeholt

Und nun ging es doch ganz schnell. Die Gerüchte hatten sich in den letzten Tagen verdichtet und inzwischen ist die Gewissheit vorhanden.

Insolvenzantragsverfahren
In dem Verfahren über den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der Runway Verlag GmbH, Dr.-Otto-Straße 50, 56170 Bendorf (AG Koblenz, HRB 20858),

vertreten durch:
Bastian Brübach, Weitersburg, (Geschäftsführer), wird heute, am 27.06.2008 um 14:30 Uhr Uhr mit sofortiger Wirkung gemäß § 21 Abs. 2 InsO dem Schuldner allgemein verboten, Gegenstände ihres Vermögens zu veräußern oder sonst über sie zu verfügen (Allgemeines Veräußerungsverbot). Unter dieses Verbot fällt auch die Einziehung von Außenständen.

56068 Koblenz, 27.06.2008
Das Amtsgericht – Abt. 21
21 IN 194/08

SLM #7Quelle: Insolvenzbekanntmachungen
Bekanntmachungen suchen -> Runway
(keine direkte Verlinkung möglich, da Session-ID für Zugriff erforderlich)

Erste Vorboten waren im April zu vernehmen, als die Mai-Ausgabe rund zwei Wochen später als geplant in den Handel kam. Im Mai kam auch die Juni-Ausgabe einfach nicht in den Handel, die Pressegrossos verschickten munter Mitteilungen zur Hefteinstellung. Auf der Magazin-Webseite wurde das Aus des Heftes heftig dementiert. Am 6.6 schaffte es das Juniheft doch noch in den Handel, allerdings mit extrem schlechter Verfügbarkeit.

Auf der Webseite lesen sich die vergangenen Tage wie folgt:

02.06.08: VÖ für Heft 7 ist Freitag, der 6.6.
12.06.08: Derzeit erreicht ihr die Chefredaktion nur über die Privatadressen.
14.06.08: Bitte beachten: Derzeit ist das Abschließen eines Abos über unsere Homepage NICHT möglich. Wir arbeiten bereits an einem neuen Formular. Vielen Dank für euer Verständnis.
16.06.08: Bei Fragen zu eurem Abo könnt ihr euch an Frau XYZ wenden.
23.06.08: Diese Homepage wird bis auf weiteres nicht mehr geupdated. Alle Abonauten, die immer noch kein Heft erhalten haben, wenden sich bitte per Tele oder Mail an den Verlag.
24.06.08: Trotz aller Mutmaßungen in den Foren: SLM wurde nicht eingestellt! Die Seite hier wird nur nicht geupdatet, da Mats den Verlag verlassen hat und somit derzeit kein Admin zur Verfügung steht. Bitte wendet euch mit allen Fragen wie gehabt an Frau XYZ. Sie kann euch aus Auskunft über die Zukunft des SLM geben und auch die dringende Frage beantworten, wo eure Abos bleiben.

(Mailadressen und Telefonnummern im Zitat entfernt)

Man möge an dieser Stelle das Datum des letzten Newseintrags und das Datum des Insolvenzantrags beachten.

Im Forum auf slinfo.de ist zu vernehmen, dass keiner der Verantworten mehr zu erreichen ist.

Glückwunsch an dieser Stelle an Sebastian und die Kollegen von Das Zeitschriftenblog – statt der prophezeiten sechs sind es dann doch sieben Monate geworden. Mein Beileid an dieser Stelle für die Abonnenten.

Update 07. Juli 2008
Nun auch offiziell auf der Webseite:

Der Runway Verlag hat am 27.06.08 Insolvenz beantragt und das SLM vorerst eingestellt.

Die Redaktion bedankt sich bei allen Lesern und Abonauten für das positive Feedback und die unendliche Geduld mit dem Verlag.

Für Fragen wendet euch bitte an die im Impressum angegebene Telefonnummer von Frau XYZ.

Der Newsticker wurde inzwischen gelöscht.

NMag am Kiosk gescheitert

Es hat nicht sollen sein. Bereits nach der fünften, anstelle von vorläufig sechs geplanten Print-Ausgaben, ist Schluss. Nach dem sich bereits die Gerüchte wegen fehlender Vorschau in Heft 02/2008 verdichteten, kam heute nun die Gewissheit, als weder am Kiosk noch an anderer Stelle Ausgabe 03/2008 auftauchte.

Gegen kurz vor 19Uhr kam die Bestätigung im Forum:

Bezüglich der neuen Ausgabe:
Es tut mir leid euch mitteilen zu müssen, dass keine NMag-Ausgabe mehr am Kiosk erscheinen wird. Stattdessen wird das NMag in komplett neuer Form schon sehr bald wieder auftauchen. Weitere Infos folgen — in einen offenen Brief an euch — bald.

Quelle

Damit ist die Vielfalt am Kiosk wieder ein Stückchen weiter geschrumpft und der Versuch ein weiteres Nintendo-Magazin neben den beiden „üblichen Verdächtigen“ (Computec und Live Emotion) in diesem Bereich zu etablieren  gescheitert.

Nekrolog Spielehefte 2007 – Jahresrückblick Teil 1 von 2

Das Jahr 2007 neigt sich dem Ende zu. Zeit um zurückzublicken, von welchen Spieleheften wir uns trennen mussten:

EDGE 07+08/2007EDGE
Chefredakteur: Harald Wagner
Segment: Multiformat-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 5,00
Erscheinungsweise: achtwöchentlich
Erstausgabe: 12/2005 (12.10.2005)
Finalausgabe: 07+08/2007 (30.05.2007)
Ausgaben gesamt: #19

Was passiert, wenn man von einer eher mäßigen Übersetzung den Preis im Laufe der Zeit von 2,99 auf satte 5 Euro anhebt und die Erscheinungsweise von vier- auf achtwöchentlich umstellt? Genau, man erhält ein nahezu unverkäufliches Heft. Vom Tod der deutschen Edge dürfte schlussendlich kaum jemand noch etwas mitbekommen haben.

eGames 11+12/2007eGames
Chefredakteur: Stephan Freundorfer
Segment: Online-Spielemagazin
Verlag: Bauer Verlag
Preis: € 3,90
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 12/2006 (25.10.2006)
Finalausgabe: 11+12/2007 (24.10.2007)
Ausgaben gesamt: #12

Ein Magazin für Onlinespiele-Spieler? Klingt gar nicht mal so übel, schließlich gibt es kein anderes Heft, welches diese Zielgruppe bedient. Und so geht die eGames auch mit satten 200.000 gedruckten Heften an den Start. Problem an der Sache wieder nur, man ist zu breit aufgestellt, kein Spiel bekommt genug Platz. Weder Shooter noch MMORPG. Die Tatsache lässt sich 1:1 in die Verkaufszahlen übertragen. Erst wechselt man auf zweimonatliche Erscheinungsweise, nur kurz danach ist Schluss. Am Ende dürften es kaum noch erträgliche 20.000 Exemplare gewesen sein.

PC PowerPlay 10/2007PC PowerPlay
Stellv. Chefredakteur: Florian Stangl
Segment: PC-Spielemagazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 2,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/2004 (19.11.2004)
Finalausgabe: 10/2007 (26.09.2007)
Ausgaben gesamt: #35

Vier Layouts in drei Jahren, einen sich nach der DVD-Affäre dauerhaft im Urlaub befindenden Chefredakteur, Verkaufszahlen von wohl weniger als 50.000 und mit jeder der 35 Ausgaben Verlust gemacht, das ist die Erfolgsbilanz der PC PowerPlay. Als Sahnehäubchen obendrauf verdanken wir dem Heft und dem unfähigen Verlagsleiter Alessandro de Bochdanovits, dass es den CyPress Verlag heute nach zwölf Jahren nicht mehr gibt.

play 04/2007play THE PLAYSTATION
Chefredakteur: Stephan Girlich
Segment: PlayStation Magazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 09/1997 (27.08.1997)
Finalausgabe: 04/2007 (21.03.2007)
Ausgaben gesamt: #119

Erst von Ex-Chefredakteur Dirk Gemeinhardt abgewirtschaftet, dann von CyPress kaputt gespart. So lassen sich die letzten Jahren der play beschreiben. 20.000 Käufer gab es zuletzt, zu wenig um fortzubestehen. Doch statt eines totalen Relaunches machte man das Heft lieber dicht und startete, zugegeben sehr erfolgreich, die play3. Von selbiger quetscht Computec derzeit nach der CyPress-Pleite allerdings sehr erfolgreich Seele und Inhalt des Heftes aus und erntet bei massiven Kostensenkungen und einer Preiserhöhung die Lorbeeren.

OPM2 04/2007PlayStation 2 – Das offizielle Magazin
Chefredakteur: Christian Blendl
Segment: PlayStation Magazin
Verlag: CyPress GmbH
Preis: € 6,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 01/2001 (23.11.2000)
Finalausgabe: 04/2007 (28.03.2007)
Ausgaben gesamt: #80

Wurde im Zuge des play3-Launches eingestellt. Vorausgegangen war ebenfalls ein starken Auflagenverlust durch einen völligen Fehlgriff beim Relaunch des Heftes und dem Zusammenlegen des Heftinhaltes mit der play THE PLAYSTATION.

PLAYZONE 01/2008PLAYZONE
Leitender Redakteur: Maik Bütefür
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: Computec Media AG
Preis: € 4,99
Erscheinungsweise: monatlich
Erstausgabe: 12/1998 (11.11.1998)
Finalausgabe: 01/2008 (19.12.2007)
Ausgaben gesamt: #112

Jeder bekommt was er verdient, früher oder später. Die stets fehlerlose und unfehlbare PLAYZONE wurde von den Lesern auf den harten Boden der Realität zurückgeholt. Ob miserables Layout, gähnend langweilige Texte oder nicht als Werbung gekennzeichnete Anzeigen. Von den ehemals knapp 160.000 Käufern blieben nach zahllosen Fehlgriffen und -tritten nur noch 19.500 übrig. Der Leser ist nicht blöd. Wenn Verlag und Redaktion mit konstruktiver Kritik und Vorschlägen nichts anfangen können, muss man die einzige Sprache sprechen, die immer verstanden wird: Das Heft am Kiosk liegen lassen.

PSX Cheats 01/2007PSX Cheats & Codes
Chefredakteur: Heiner Hink
Segment: PlayStation-Magazin
Verlag: OSP Verlag
Preis: € 4,00
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Erstausgabe: 04/2000 (30.06.2000)
Finalausgabe: 01/2007 (05.01.2007)
Ausgaben gesamt: #37

Mit Tipps und Tricks-Heften lässt sich im Jahr 2007 kein Blumentopf mehr gewinnen, außer man heißt „World of Warcraft“-Sonderheft. So schließt PSX Cheats & Codes nach knapp sieben Jahren. Der Nachfolger des Publish Verlags, OSP, hat sich von allen seinen PC- und Spielezeitschriften getrennt und gibt heute in erster Linie Sudoku-Hefte heraus.

Lifelog, Teil 2 des Jahresrückblickes folgt in den nächsten Tagen.