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Angesehen: Computec Unternehmenspräsentation I/08

Unternehmenspräsentationen haben natürlich die Aufgabe ein Unternehmen in seinem besten Licht dastehen zulassen. Heute werfen wir mal einen Blick dahinter. Quasi, was halten die Hefte, was Computec verspricht. Stand der Präsentation ist Anfang Februar, zugänglich für jeden Besucher auf computec.de.

Die Schönungen und Fehlerchen in Acht Akten.

Akt 1:

PCG

Die monatliche Seitenzahl der PC Games beträgt 172 Seiten, nicht 176.

Akt 2:

PCA

An eine PC Action mit 176 Seiten kann ich mich praktisch gar nicht erinnern. Bereits vor Monaten hat man den Standardheftumfang auf 148 Seiten heruntergefahren.

Akt 3:

Buffed
Bislang sind von Buffed vier Ausgaben erschienen. Nur der Erstausgabe lag eine DVD bei. Die Angabe beim Copypreis „5,90 € inkl. DVD“ ist somit falsch.

Akt 4:

GA 1

Dem Heft liegt keine DVD-9 mehr bei. Das abgebildete Cover zeigt bereits die Ausgabe mit beigelegter DVD-10. Diese ermöglichen zwar Videos in hoher Auflösung, sind aber extrem empfindlich, da eine beschichtete Oberfläche fehlt.

Akt 5:

GA 2

Die Angabe zur verkauften Auflage beruht auf den IVW-Zahlen I/2007. Danach trat die Games Aktuell aus der IVW aus. Zum einen ist die Auflagenzahl damit schon ein Jahr alt, zum anderen sieht es aus, als sei das Heft noch in der IVW, was jedoch nicht der Fall ist.

Akt 6:

Konsolenhefte

Der Preis bei „Preisaggressiv“ stimmt nicht mehr. Wii Player erhöhte bereits im Dezember von 2,99 € auf 3,30 €.

Die Angaben zu den Heftumfängen sind, naja, diskussionswürdig. Der Fact-Sheet fasst „N-Zone“, „play3“, „OXM 360“ und „Wii Player“ zusammen.

Wii Player hat einen Heftumfang von 68 Seiten. Somit ist die Angabe zum Mindestumfang falsch.

Mir ist nicht bekannt, dass OXM oder N-Zone jemals mehr als 100 Seiten Heftumfang hatten. Da ich beide Hefte aber nicht ganz vollständig habe ist es möglich, dass vor 2007 evtl. mal ein oder zwei Ausgaben über diese Marke kamen.

Das erste, was Computec nach der play3-Übernahme tat, war den Standardheftumfang von 116 auf 100 Seiten zu reduzieren. Ebenso ist nicht zu erwarten, dass dieser wieder steigt. Bei der PlayZone wurde der Heftumfang 03/2006 von 132 auf 100 Seiten gesenkt. Bis zur Hefteinstellung blieb diese Marke einbetoniert.

Akt 7:

Marktumfeld

Wenn ihr schon eure Marktdominanz zeigen wollt, schönt bitte nicht auch noch unnötig das Schaubild. Im Nintendo-Segment mischt das Wii Magazin von Live Emotion mit. Ebenso entsteht der Eindruck, OXM 360 sei das einzige Xbox-Magazin. Auch dies ist falsch. Xbox Games von Live Emotion mischt seit 2003 ebenfalls in diesem Segment mit und Airmotion gibt mit 360 Live das einzige IVW-geprüfte Xbox-Heft heraus.

Akt 8:

PCGH

Sieht man sich die Umfänge der letzten 12 PC Games Hardware-Ausgaben an, so haben lediglich die Ausgaben 04/2007 und 01/2008 die Marke von 188 Seiten erreicht (02/2008 kann ich leider nicht nachprüfen). Überwiegend pendelt der Umfang zwischen 164 und 172 Seiten.

Fazit: Von Kosmetik für die Präsentation wird ordentlich gebrauch gemacht. Der Leser würde sich freuen, wenn die genannten Zahlen tatsächlich der wirklichen Heftausstattung entsprechen würden.

Angesehen: Das neue OXM360

Alle Jahre wieder kommt der Weihnachtsmann und auch alle Jahre wieder arbeiten oder fuschen Redaktionen und Layout am Aussehen des Heftes herum. Die Bravo Screenfun hat das Prozedere bereits letzten Monat erfolgreich über die Bühne gebracht. Beim OXM360 bleibt leider ein fader Beigeschmack zurück.

Auffällig ist zunächst das neue, alte Heftformat. Ab sofort kommt wieder DIN A4 zum Einsatz, das Heft ist also wieder einige Millimeter länger. Zum Devil May Cry 4-Coverartwork fällt mir momentan nur ein, dass ein sehr, sehr ähnliches Motiv bereits den Titel der letzten OPM2 im April zierte. Ansonsten wurde am Cover nicht viel verändert, lediglich die rote Linie unterhalb des Logos entfernt, sodass das Logo etwas klotziger aussieht und sich nicht mehr so gut vom Artwork abhebt.

Nach sieben Seiten Werbung landet man endlich beim Editorial. Leider gehört dies ganz Eindeutig zur Abteilung „kann man getrost überblättern“. »Wir haben renoviert. […] Vieles sieht ein wenig anders aus, vieles ist aber auch gleich geblieben«.

Schön. Wichtig für den Leser ist sicherlich zuerst zu erfahren, dass ihr das Heftformat gewechselt habt. Dass ebenfalls am Wertungssystem Änderungen vorgenommen wurden, ist fürs Editorial nicht so relevant. Noch weniger wichtig ist auch der Hinweis darauf, dass die Schriftgröße erhöht wurde.

Eine kurze Stichprobe bei den XBL-Arcade-Tests ergab, dass die Screenshots im Gegenzug geringfügig verkleinert wurden und die Textmenge exakt die Gleiche blieb. Bei den normalen Tests kann ich diesen Eindruck leider nicht bestätigen, hier sah es für mich rein optisch nach weniger aus. Allerdings habe ich die Texte dort nicht noch mal Zwecks Zeichenzählung abgetippt. Das neue Fazit bietet Platz für ca. 75 Zeichen, beim Alten waren es noch 115.

Die „lustigen“ Web 2.0-Tapeten, wie man sie von pcgames.de kennt, finden sich nun auch immer am oberen Seitenrand bei de facto jedem Artikel. Zu den Redakteursfotos auf der Teamseite (ok, die sollen wohl etwas lockerer wirken) und in den Artikel kann man eigentlich nur sagen, dass dem Fotografen es wirklich gelungen ist, jeden Menschen im denkbar ungünstigsten Winkel abzuknipsen.

Von den Schwesterheften bereits bekannt, ist die Layoutsünde permanent die Spaltenbreite zu ändern. Bei OXM kommt dies zwar nicht ganz so exzessiv zum Einsatz wie bei PlayZone und play3, stören tut es trotzdem.

Sang- und klanglos hat man auch „So werten wir“, „unsere Icons im Überblick“ und die Grafik- und Soundwertung gestrichen. Während man erstere beiden noch verschmerzen kann, wären zumindest ein paar Worte zur Änderung des Wertungssystems nett gewesen.

Viel mehr lässt sich zum neuen OXM360 auch nicht sagen, dann ist das Heft nämlich auch schon wieder zu ende. Den Jahreshöchststand von 22,25 Werbeseiten aus dem Vormonat verfehlte man nur knapp, dafür gab es drei Seiten Eigenwerbung mehr. Unterm Strich kommt ein Rekordtief von 72,5 redaktionellen Seiten heraus. Computec hält natürlich auch bei seinem Xbox-Magazin in den anzeigenstarken „Weihnachtsmonaten“ an der extrem leserunfreundlichen Schiene fest, den Heftumfang bei 100 Seiten zu deckeln.

Was das im Klartext heißt? Mehr Werbung bei weniger Inhalt zum gleichen Preis. Vielen Dank.

Heftvorstellung: Wii-Magazin

BriStein (bzw. jetzt Live Emotion) und Nintendo sind schon so eine Sache für sich. Aus der 64 Power wird Big.N. Obwohl das N64 tot ist, lässt man stattdessen das PlayStation-Magazin PowerStation draufgehen und bringt Big.N zweimonatlich durchs Jahr 2001. Der GameCube startet, die Big.N auch und zwar wieder jeden Monat. 2003 kommt die Xbox-Games auf den Markt und wird zum Erfolg. Big.N bekommt ein neues Gesicht und nennt sich von nun an N-Games. Der Cube hat nun doch nicht so eingeschlagen wie erhofft, erst kommt die N-Games zweimonatlich und zu guter Letzt 1/4 jährlich. Bei der Erscheinungsweise kann man sich ein Testheft auch schenken und mit der im Dezember 2005 erscheinenden Ausgabe 01/2006 ist Schluss. Die Seele der Redaktion bzw. des Verlages schlägt aber immer noch für Nintendo und so kommt ein Jahr später das Wii-Magazin. Nun muss ich auch weiterhin auf ein brauchbares PlayStation-Magazin verzichten, aber das tut hier nichts zur Sache ;)

Titelseite:
Das Cover ist aufgeräumt und das Text/Artwork-Verhältnis stimmt auch. Leider wirken Schrift und die gelbe Farbe inzwischen reichlich altbacken, hier ist man schlicht irgendwann in der Zeit stehengeblieben. Das Heftlogo passt zwar farblich gut zu Nintendo, ist jedoch insgesamt sehr ausdruckslos und bietet am Kiosk einen viel zu geringen Wiedererkennungswert.

Seite 3:
Dass Editorials generell nur ne 1/3 Seite bekommen ist schon lange Tradition beim Verlag. Inhaltlich sind sie jedoch gut vertretbar, enthalten öfters die ein oder andere Anekdote und sind auch in sich stimmig. Der Rest der Seite wird mit einem Retroblog belegt — das „Nähkästchen“ der 64 Power quasi.

Layout:
Allgemein lässt sich folgendes festhalten: Die Zeiten der herrlich bunten Layouts der Lizenzausgaben von Paragon Publishing aus den 90ern sind lange, lange vorbei. Zwar setzte man schon bei den Vorgängerheften auf relativ „ruhige“ Layouts, das Wii-Magazin geht aber noch einen Schritt weiter. Das Heft ist auf strahlendweißes, glattes Papier gedruckt und verzichtet vollständig auf (bunte Artwork) Hintergründe. Sämtliche Farbtöne sind dezent gewählt und an keiner Stelle knallig. Puristisch und aufgeräumt kann man das Gesamtwerk dennoch nicht nennen, dazu jedoch später mehr.

Inhaltliches:
Nach dem Editorial folgt typische BriStein-Kost, jeder der ein Heft des Verlages in den letzten Jahren gelesen hat, wird sich sofort zurechtfinden. Einige Newsmeldungen mit je einem Screenshot, ein Newsflash am Seitenrand, der digitale „Wunschzettel“ Most Wanted und Gamewatch (die Terminübersicht).

Weiter geht’s mit einem Feature, welches man meist auch in ähnlicher Form auch im Schwesterheft Xbox Games sieht.

Der Previewteil ist relativ kurz im Vergleich zu manch anderem Heft und hat auch oft nur Drittelseiten Vorschauen. Angesichts des Zweimonatsrhythmus ist dieses Vorgehen aber auch sinnvoll. In der Heftmitte liegt das obligatorische Din A2-Doppelposter.

Test:
Das Herzstück (und der Kaufgrund) des Heftes. Die Tests sind allesamt liebevoll und gnadenlos Subjektiv geschrieben. Wer darauf nicht steht, sollte sich lieber nach einer Alternative umsehen, wobei die Auswahl eher gering ist.

Grafik, Sound, Spielspaß, Steuerung und Multiplayer werden im 10er-System bewertet, die Endwertung gibt’s in Prozent und den Award ab 90.

An der Optik gibt es jedoch den ein oder anderen Punkt zu bemängeln. Die Balken zeigen die Einzelwertungen nicht wirklich gut erkenntlich an, man braucht erst mal eine Eingewöhnungsphase, bis sich 7/10 und 8/10 auf Anhieb auseinander halten lassen. Der Bildanteil ist hoch, manchmal zu hoch und vor allem ungünstig platziert. Das Layout ist an und für sich dreispaltig. Manchmal liegen die Bilder jedoch so, dass nur Platz für eine und eine halbe Spalte Text ist. Sieht unschön aus und ist auch nicht sonderlich angenehm zu lesen. Der Test von Eledees in Ausgabe 04/2007 ist 4 Seiten lang. Auf der dritten Seite befinden sich jedoch nur Bilder, der Text geht erst auf der vierten weiter. Das behindert den Lesefluss unnötig. Zu guter Letzt schaffen es manchmal auch nur 3 Zeilen in eine Spalte, was ebenfalls in die Kategorie „Kein Weltuntergang, aber müsste trotzdem nicht sein“ fällt.

Es folgen einige Hardwaretests, bevor es mit 14 Seiten „Virtual Console Games“ weitergeht. Jedes Spiel bekommt eine Drittelseite eingeräumt, bestehend aus 17 Zeilen Text und drei Screenshots. Dazu gibt’s eine Endwertung in Prozent, sowie Angaben zu Kosten, Multiplayermodus und Hersteller. Auf sieben weiteren Seiten folgen Nintendo DS-Spiele. Das Layout ist hier durchgängig gelungen, Viertelseiter müssen dennoch eigentlich nicht sein.

Post:
Scheinbar gibt es immer noch Menschen, die gerne schreiben und scheinbar gibt es auch immer noch Verlage, die das gerne abdrucken. Auf gigantischen 6,5 Seiten werden Leserbriefe abgedruckt, die auch mal länger als zwei Zeilen sein dürfen. Das Posthüttenmaskottchen „Onkel Tom“ beantwortet alle abgedruckten Briefe und ist mit seinen Anmerkungen immer wieder für Schmunzler gut.

Tipps und Tricks:
Bei den meisten Heften ist dieser Teil inzwischen rausgeflogen, im Wii-Magazin ist er immer noch im ausreichenden Maße vorhanden. Es gibt Cheats und Tipps auf 4 Seiten in winziger Schrift, sowie eine 6seitige Komplettlösung.

Bestenlisten:
Auf 6 Seiten Erfolgen die Top5 in verschiedenen Genres für Wii, DS und VC, auf 5 weiteren Seiten folgt ein GameCube- und ein Wii-Testindex. Insgesamt geht zwar recht viel Platz dabei drauf, mit 124 Seiten Umfang ist das Wii-Magazin aber das dickste Nintendo-Heft.

Fazit:
Inhaltlich wird nichts falsch gemacht, Sprache, Geschriebenes und Wertungen stimmen. Auch die Übersicht über VC-Games ist bei keinem anderen Heft auch nur Ansatzweise so gut. Nachgebessert werden müsste an einigen Stellen dennoch. Das Layout im Testteil ist teilweise einfach unmöglich und die ganzen grauen Schriften nerven. Logo und Award sollten auch dringend überarbeitet werden, sie sind einfach zu ausdruckslos.

Trotz Sommerpause, die der Verlag auch unter neuem Namen jedes Jahr macht, was gar nicht geht: Die aktuelle Ausgabe wird DREI Monate am Kiosk ausliegen. Leute, das hat bei der N-Games schon nicht geklappt und ein gewisses Maß an Aktualität MUSS einfach gewahrt werden.

Daten und Fakten:
Start: 06. Dezember 2006
Erstausgabe: 01/2007
Verlag: Live Emotion Verlag GmbH
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: EUR 3,50
Redaktionsdirektor: Martin Mirbach
Druckauflage: Nicht bekannt

Frontberichterstattung

Ich bin mir nicht ganz im klaren, wer alles zur Magaziniac-Leserschaft zählt. Vielleicht ist ja der ein oder andere dabei, der sie noch nicht kennt – Gamefront. Die Webseite, gamefront.de sollte so ziemlich jedem Videospieler ein Begriff sein, der mal im Internet unterwegs war, früher oder später bekommt jeder mal eine Gamefront-News zu Gesicht.

Beim Heft hingegen sieht es etwas anders aus. Die Printausgabe erscheint drei bis fünf mal im Jahr (eher drei als fünf) und ist nur in Gameshops und im Abo, nicht aber am Kiosk erhältlich. € 4,90 sind für ein 72 Seiten Schwarz-Weiß-Heft auch alles andere ein Schnäppchen. Dennoch möchte ich jedem „ich finde alle Videospielhefte der heutigen Zeit doof“-Nörgler mal eine Ausgabe ans Herz legen.

Ohne Kioskzwang muss das Cover nicht bis zum Platzen vollgestopft sein und so schaut einem eine wunderschön aufgemachte Resident Evil 4 (Wii)-Titelstory entgegen. Auf dem Cover steht zwar April, erschienen ist die Ausgabe aber erst vor wenigen Tagen. Im Gegensatz zu vielen anderen auf dem Markt, die „ihrer Zeit zwei Monate voraus“ sind, wird die GF meist nicht pünktlich fertig und das Warten aufs aktuelle Heft wird zur Zerreißprobe für die Nerven.

Character Select:
Wer die Redakteursgesichter und Steckbriefe satt hat, wird sich schon über die Teamseite freuen. Den vier Schreiberlingen wird je eine Videospielfigur zugeordnet, Fotos gibt es keine. Die kurzen Texte auf der Seite enthalten oft nette Anekdoten und heben sich wohltuend vom Standardschema ab.

Neues von der Front:
Auf einer spartanisch aufgemachten Doppelseite werden aktuelle Meldungen präsentiert. Auf Grund der dürftigen Erscheinungsweise hat man allerdings nicht lange Freude daran. Dafür ist sowieso eher die Webseite geeignet, im Heft ist die Rubrik eine nette Dreingabe, mehr nicht.

Preview:
Hier bekommt man die erste Gelegenheit sich vom Schreibstil des Heftes zu überzeugen. Die Previews sind meist sehr umfangreich und häufig durch Interviews erweitert.

„Umfangreiche Previews bekomm ich auch bei anderen Heften, warum soll ich die GF dafür lesen?“

Nun ja, wer sich länger von den typischen Kiosktiteln ernährt hat, wird zwangsläufig irgendwelche Schäden davon getragen haben. Umfangreich dürften die meisten mit 6-8 Seiten gleichsetzen, auf denen viele Bilder und wenig Text ist. Bilder gibt es bei der GF auch, allerdings wird sehr sparsam damit ungegangen, häufig muss man sich erst mal daran gewöhnen wieder so viele Infos auf einer Seite zu bekommen.

Test:
Auch ohne Kioskzwang wird leider auf das Prozentsystem gesetzt, allerdings wenigstens in seiner ganzen Bandbreite genutzt und hat keine Inflationserscheinungen nach dem Motto „Macht kaum Spaß, 70%“. Im Testteil gibt es einige Besonderheiten:

Wer Sportspiele mag, sollte um die Gamefront einen Bogen machen, die Redakteure mögen allesamt keine Sportspiele und testen auch keine. Wer hingegen RPGs mag, sowie auf Importspiele steht, ist wesentlich besser bedient. Viele Spiele werden zudem von mindestens zwei Redakteuren (durchgespielt), so dass 40h+ Kaliber wesentlich besser beurteilt werden können als anderswo.

Groß wird die Story eines Spiels nicht breitgetreten, der Part nimmt den kleinsten Teil eines Tests ein. Danach geht es mit der Beschreibung des Spielens und der Technik weiter. Wirklich interessant wird es in den extrem langen und subjektiven Meinungskästen. Nirgendwo sonst kann man sich derartig gut seine Meinung zu einem Titel bilden.

Geht’s anderen Lesern eigentlich genauso? Sobald ich das Heft habe, blättere ich es schnell mal durch und such erst mal gezielt im Testteil nach allem, was weniger als ~60% hat. Die gnadenlosen Verrisse sind einfach herrlich geschrieben und man weiß, woran man ist.

Kleine Kostprobe aus dem Fazit zu „Cake Mania DS“ gefällig? „Da kotzt Dr. Oetker: Dümmliche Backstube für Frustrierte!“

Wer auf staubtrockene und sachliche Texte steht, wird mit dem Heft keine Freundschaft schließen, jeder andere wird es für die lockere Schreibe lieben.

Rubriken:
Im Anschluss an die Tests folgen eine ganze Reihe kleiner Rubriken:
– Magazine Classics: Vorstellung alter Videospielehefte
– Arcade Express: Die Seite für Arcade-Fans
– Online Scout: Hält einem über Onlineentwicklungen auf dem Laufenden.
– Schatztruhe: Seltene Special Editions von Konsolen und Spielen finden hier ihren Platz
– Chatterbox: Interessante Zitate von damals. Was trat ein, welche Aussage wurde zur Luftnummer?
– Kult von gestern: Alte Spieleklassiker
– Ich lebe in: Das Leben in verschiedenen Spielen
– Elenors Shop: Gadgets én masse
– Buch: Spieleliteratur, Kult- und Lösungsbücher aus dem Videospieluniversum
– Biohazard Labor: Der Name sagt es, die Resident Evil-Rubrik
– Retro: Das Gespräch – Zwei Redakteure diskutieren über Spieleklassiker

Ich mag die Jungs von der Gamefront sehr gerne, immerhin bringen sie das zu Papier, was ich seit Jahren am Kiosk vermisse: Ein gut geschriebenes Freakheft mit vielen Reportagen, Interviews und Specials, die ich nicht im Internet finde. Jetzt hab ich sie noch ein kleines bisschen lieber. Mit dieser Ausgabe wurde eine Rubrik eingeführt, die sich mit Blogs aus der Spieleszene befasst. Ihnen hat mein Eintrag zur fun generation so gut gefallen, dass man ihm bzw. der Antwort dazu eine knappe 1/4 Seite einräumte. Fürs Abdrucken (und die kleine Werbung) möchte ich mich an dieser Stelle herzlich bedanken. Freut mich, wenn’s euch gefallen hat.

Briefe zur Front:
Interessant zu erfahren wäre mal, wie viele der dort abgedruckten Leute eigentlich das Heft kennen. Kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass ein normaler Leser solche Mails verfassen würde, wo er doch weiß, was für bitterböse Antworten da kommen werden.

Schöne Spielerei am Rande: Die Statistik zu jeder Ausgabe, was ging zu Bruch, welchen Test wollte niemand machen etc.

Übrigens, nette Antwort auf die Forderung nach einer DVD. Fragt sich warum deutsche Hefte meinen, sie wäre das Wundermittel zum Auflagenwachstum, wo die großen der Welt ganz ohne sie auskommen.

Ticker:
Eine Vorschau aufs nächste Heft kann man sich sparen, da nicht mal Gott selbst den Termin kennt. Also wird die letzte Seite kurzerhand dafür genutzt die interessantesten Newsschnipsel von gamefront.de abzudrucken.

Fazit:
Gamefront ist nicht dazu gedacht ein monatliches Heft am Kiosk zu ersetzen. Wer jedoch außergewöhnliche Berichte mag, seine hart erarbeite Kohle gerne für Importe ausgibt und letztlich auch auf gnadenlose Verrisse steht sollte sich das Heft auf keinen Fall entgehen lassen. Wer einfach nur mal nach Abwechslung oder Lesespaß sucht, darf gerne zugreifen. Wirklich fehlen tut dem Heft nur ein Lektorat.

Daten und Fakten:
Start: 08. Oktober 1995
Erstausgabe: 10/1995
Verlag: Gamefront Verlag
Segment: Multiformat
Erscheinungsweise: sporadisch
Copy-Preis: EUR 4,90
Chefredakteur: Frank Michaelis
Druckauflage: Nicht bekannt

Layoutgeneration Nr. 4 – PC PowerPlay Ausgabe #30

Frisch gestylt startet PC PowerPlay in den Mai. An der Doppelartworkstrategie wird leider erst mal festgehalten, so dass das Two-Worlds-Motiv sich nicht ganz entfalten kann. „Gothic-Flop“ und „Battlefield kann einpacken“ – diese Art von BILDschlagzeile nervt beizeiten, ist zum Glück aber relativ dezent auf dem Cover platziert. Erst beim genaueren Hinsehen fällt ein wichtiger, positiver Punkt auf: Der „Mehr Spiel/Spaß/Service“-Slogan ist verschwunden.

Editorial:
In den letzten Monaten arg von mir gescholten, ist es diesen Monat gelungen. Die Neuerungen werden kurz vorgestellt (wenn auch der Platzseitenhieb nicht hätte sein müssen) – und, Rüdiger wird verabschiedet und das neue Redaktionsmitglied vorgestellt. „Rüdi im Wandel“ ist wirklich ein nettes Detail.

Der Newsteil ist zwar nun eine ganze Ecke bunter, sieht jedoch wesentlich übersichtlicher und strukturierter aus.

Auf Grund der neuen Schrift lässt und der Umstellung auf ein dreispaltiges Layout lässt sich die Textmenge schlecht beurteilen ob man mehr oder weniger bekommt (HomiSite, wo bist du? ;)). Insgesamt macht der Vorschauteil einen sehr übersichtlichen, schlichten Eindruck und lässt sich vom Auge gut erfassen.

Die Teamseite hat sich vom Cynamitegrün verabschiedet, hier dominiert ein wesentlich augenfreundlicheres blau von nun an das Geschehen. Ebenso ist die neue Rubrik(überschriften)art wesentlich angenehmer zu lesen.

Testteil:
Viele massive Kritikpunkte der dritten Layoutgeneration wurden ausgemerzt und so präsentiert sich eine deutlich entschlackte „So testen wir Seite“.

Sprache, USK-Angabe, Preis und Steuerungsgeräte werden nun endlich wieder textlich dargestellt, die platzraubenden Symbole sind verschwunden. Ebenfalls hat man sich vom Säulendiagramm „Direktvergleich“, sowie von der völlig überflüssigen Angabe zur Steuerung verabschiedet. Das Tortendiagramm „Spielelemente“ taucht zwar immer noch auf, ist jedoch wesentlich ansehnlicher geworden.

Ebenfalls dringend nötig war eine Überarbeitung der Top 30 Listen. Diese enthalten zwar nur noch 25 Spiele, die schülerzeitungsähnliche Aufmache ist nun einer professionelleren gewichen.

Die Tests sind allesamt augenfreundlich gestaltet, auch kommt der heile, nicht in der Mitte durchgebrochene Wertungskasten wieder zum Einsatz. Von der Länge her kommen sie mir recht kurz vor, kann aber wie eingangs erwähnt durch die neue Schrift täuschen.

Die Leserbriefe haben eine anständige Länge, für meinen Geschmack darf an diesen Seiten aber noch nachgefeilt werden. Es wirkt einfach noch zu platzverschwenderisch. Vor allem, da man sich auch im Wertungskasten von unnützen grafischen Spielereien getrennt hat, hätte man hier auch noch mal das Radiergummi ansetzen könne.

Nanu, Leserbriefe, jetzt schon? Ja, der dreizehnseitige Magazinteil ist ein Stückchen nach vorne gerutscht, wohingegen sich der Hardwareteil nun am Ende des Heftes befindet. Auf die Erwähnung des WoW-Teils *räusper*, der Tipps und Trick-Seiten habe ich verzichtet.

Fazit:
Den meisten überflüssigen Schnick-Schnack der dritten Layoutgeneration hat man hinter sich gelassen und damit viele Kritikpunkte der letzten Monate ausgemerzt. Das Heft macht einen deutlich besseren Eindruck als die letzten Monate, ob optische Gestaltung, Editorial oder Magazinteil.

Mit 118,5 redaktionellen Seiten wird leider nun ein drittes Mal in Folge ein neuer Tiefststand markiert. Ohne es jetzt speziell an „dieses oder jenes fehlt“ festmachen zu können, so spürt man die fehlenden 20-40 Seiten doch deutlich, hier herrscht dringender Nachholbedarf.

Daten und Fakten:
Start: 24. November 2004
Erstausgabe: 12/2004
Verlag: CyPress GmbH
Segment: PC-Spiele-Heft
Erscheinungsweise: monatlich
Copy-Preis: EUR 2,99 inkl. DVD
Chefredakteur : Martin Deppe
Verkaufte Auflage: 70.464 Exemplare (IVW, IV/2006)