Archiv für ‘Weitere Verlage’ Kategorie

Blätterwald #18 vom 01. Mai 2009

Computec:

»Games Aktuell« Magazin nun auch im Abo
Wer sich ein vollwertiges Spielemagazin ohne DVD wünscht, kann sich ab sofort zwölf Ausgaben »Games Aktuell« für 20 Euro pro Jahr nach Hause liefern lassen.

»Games and More« vorerst zweimonatlich
Bereits die aktuelle Ausgabe ist eine Doppelnummer, im Mai erscheint kein Heft. So steht es zumindest in den neuen Mediadaten geschrieben. Weitere Ausgaben gibt es demnach im Juni, August und Oktober. Ab dann soll das Magazin wieder monatlich erscheinen.

»SFT« mit 60 Cent Preisaufschlag
Die Folgen des Anzeigenmarkts und der am Kiosk steil sinkenden Verkäufe scheinen ihren Tribut zu zollen. Ab sofort steigt der Heftpreis von € 3,90 auf € 4,50.

»Widescreen Vision« wird abermals teurer
Der Heftpreis steigt von den ohnehin schon ambitionierten € 5,90 auf € 6,50. Darauf lässt zumindest der gestiegene Abopreis schließen, der nun bei saftigen 73 Euro für zwölf Ausgaben oder € 6,08 pro Heft liegt.

Neue Verkaufszahlen, Unternehmenspräsentation II/2009
»Kids Gamer« soll nun 23.000 Exemplare pro Ausgabe absetzen, bisher wurden 19.000 Exemplare angegeben. Einen unglaubwürdigen Auflagensprung hat zudem die »Widescreen Vision« zu verzeichnen. Just nach dem IVW-Austritt soll die Auflage von 16.000 auf 25.000 Exemplare gestiegen sein. Wenn dem so ist, hätte man nicht austreten brauchen und hätte den Zuwachs wunderbar in einer Pressemitteilung verarbeiten können.

Gab Computec noch 820.000 verkaufte Hefte, davon 119.000 Abonnenten pro Monat in der I/09er Präsentation an, liegt die Gesamtauflage (Verkäufe) aller Computec-Magazine nur noch bei 770.000 Exemplaren, davon 110.000 Abonnenten.

Abgang bei der Games Group
Nach Maik Bütefür vor wenigen Monaten hat nun auch Udo Crnjak die Redaktion der play3 verlassen.

»Play Vanilla« nun auch online offiziell beerdigt
Die letzte News kam am 12. Januar, danach herrschte Stillschweigen über das Fortbestehen von Computecs Frauenonlineportal. Am 29. April wurde das Aus im Forum verkündet. Damit ist etwa ein Jahr nach dem Ende der Printausgabe auch online Schluss. Das Forum wird bei Cynamite integriert.

»X3« Umfang sinkt von 100 auf 84 Seiten.
Die Meldung ist nicht mehr frisch, sondern wird an dieser Stelle der Vollständigkeit halber aufgeführt, da sie im letzten Blätterwald noch nicht bekannt war. Grund dürfte die vollständige Abwesenheit von Anzeigenkunden sein.

IDG:

»Die Sims – Das offizielle Magazin« kommt wieder
Und zwar ab dem 02.06.2009. Der Preis liegt bei € 6,99. Dafür gibt’s ne DVD und 100 Seiten Heftumfang. Zum Start werden 100.000 Exemplare gedruckt. Es versteht sich natürlich von selbst, dass ein Heft ohne Mitbewerber natürlich der Aktualität wegen mit der Nummer 07/2009 erscheinen muss. Zumindest, wenn das Cover schon final ist. Die Erscheinungsweise ist derzeitig zweimonatlich angesetzt.

Live Emotion:

Erste Verschlimmbesserungen bei »PlayBlu«
Da ist das Heft erst vier Ausgaben alt und schon wird dran rumgefuscht. Passend zur Anzeige im Coverstil „Wendecover“ gibt es ein Preview, das am Heftende auf dem Kopf steht. Wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es ab sofort den Test des Monats auf den Seiten 2 bis 5.

Mit ähnlichen Späßchen machten sich diverse Computec-Publikationen schon viele „Freunde“ in der Vergangenheit.

Weitere Verlage:

Airmotion rüstet »360 Live« und »PS3M« auf
Ab sofort haben beide Magazine ein 32 Seiten Kaufberater „Heft in Heft“, der in die Mitte des Heftes geklammert ist.

Neuer Look für »360 Live«
Mit Ausgabe 05/2009 präsentiert sich das Heft mit leicht überarbeitetem Layout. Von vermeintlichen Revolutionen hat man zum Glück Abstand genommen.

»Games Magic« #2 erschienen
World of Warcraft macht scheinbar jedes noch schon unscheinbare Etwas zu einem Verkaufshit. Ok, Zahlen sind natürlich keine bekannt, aber erstmals bringt es eins von Papercuts „Posterheften“ auf eine zweite Ausgabe. Das ist insofern besonders, da sich bislang dazu entschied, Hunderttausend Heftnamen zu verbraten, statt einem „Magazin“ auch mal eine Fortsetzung zu spendieren. Seit dem 24.04 für € 2,99 erhältlich, ein riesiges Nordendposter mit ein paar Tipps auf der Rückseite. »TV Gamer« und »TV Mania« sollen jetzt nach entlichen Verschiebungen am 5. Mai erscheinen. Lassen wir uns überraschen.

»Mobile Gamer« #15 erst im September
Vermutlich aufgrund der desolaten Lage auf dem Anzeigenmarkt lässt Cybermedia die für Frühjahr angesetzt Ausgabe ausfallen. »Mobile Gamer« kehrt hoffentlich, so wie auf der Magazinwebseite angekündigt, im September zurück.

Neu im Handel: Games Total

Willkommen zum ersten „Neu im Handel“ im Jahre 2009. Objekt der „Begierde“ ist »Games Total«. Wem das jetzt englisch vorkommt, der sei gleich gewarnt: Es ist nicht Papercut, sondern LCD Publishing – das macht es nicht besser, sondern eher schlimmer.

Die Katze im Sack

Games Total 01/2009Damit potenzielle Käufer nicht gleich am Kiosk verschreckt werden, ist das Heft feinsäuberlich in eine Plastiktüte verpackt. Nach öffnen der selbigen ist man allerdings kurz davor umzukippen. Nicht so sehr wegen des Inhaltes, der sich ja erst noch offenbaren muss, sondern aufgrund des abscheulichen Gestanks, den das matte und farbuntreue Inhaltspapier von sich gibt.

Sonderlich viel gibt es über die Macher nicht zu erfahren, weder ist die Verlagsadresse, noch die Druckerei oder der Vertrieb vollständig angegeben. Von Menschen, die dieses Heft erstellt haben, will ich gar nicht erst anfangen, vermutlich ist es computergeneriert.

Die Mär vom Editorial

„Hi Jungs! Wir begrüßen euch zur ersten Ausgabe von Games Total!

Dieses Heft bringt euch News, Berichte und Infos über die neuesten Spiele. Dazu gibt’s ein paar kniffelige Rätsel und coole Poster.

Und außerdem haben wir ein tolles Geschenk für dich!

Bist du soweit? Na dann schau dir an, was es Neues gibt in der Welt der Gamer!“

Schön, dass es bei einem Heft dieser Gattung überhaupt ein Editorial gibt. Dumm nur, wenn es nicht einen Satz von den Versprechungen halten kann.

News gibt es keine, Berichte kann man die gefühlte Abschrift der Packungstexte nicht nennen, Bloom Box und Pure sind alles, aber nicht aktuell, „eins von sechs Bildern sieht anders aus“ ist kein anspruchsvolles Rätsel, verpixelte Poster sind nicht cool und ein Geschenk hab ich auch nicht gefunden.

Der Reihe nach…

»Games Total« weist keinerlei Heftstruktur auf, deswegen hat man sich ein Inhaltsverzeichnis gleich gespart und beginnt mit einem „Rätsel“. Eine der Little Big Planet-Figürchen sieht anders, welche kann das nur sein? Selbst siebenjährige, die zur Zielgruppe des Heftes noch gerade so gehören dürften, werden hier hoffnungslos unterfordert.

Die Berichte, die ihren Namen eigentlich nicht verdient haben, sind nur wenige Sätze kurz und erwecken den Eindruck, man habe versucht die bunten Hintergründe möglichst nicht mit Beschriftung zu verunstalten. Dabei sind diese noch nicht mal sonderlich hübsch, denn die Artworks wurden so groß gezogen, dass die Kanten ausfransen und teilweise haben die Motive weiße Ränder, weil man nicht mehr Zeit als nötig in Photoshop investieren wollte, um die Bilder von ihrem Originalhintergrund zu befreien.

Qualitätsjournalismus

Abgesehen davon, dass die Texte viel zur kurz sind, fällt vor allen eines auf: Sie sind in einem viel zu guten Deutsch für ein Heft aus England verfasst. Bis auf eine versaute Pluralbildung „Skaters“ sind mir keine groben Schnitzer aufgefallen.

Des Rätsels Lösung ist einfach, wie schlecht: Die Beschreibung der Spiel-„Features“ von Boom Blox findet man wortwörtlich auch auf der Amazonseite. Gleiches gilt auch für die Spielbeschreibung, alles was im Heft steht, lässt ggf. in etwas länger auch bei Amazon ablesen. Einziger Unterschied: Um die Produktbeschreibung bei Amazon lesen zu können, muss ich kein Geld bezahlen und die Webseite ist im Gegensatz zum Heft absolut geruchsneutral.

Bunte Mischung

Damit man die Poster, zumindest Lara und Killzone 2 nicht nutzen kann, befinden sie sich vorausschauender Weise auf der Rückseite eines PR-Textes bzw. eines Fehlersuchbildes und nicht in der Mitte des Heftes. Drei Poster sind dann doch an der Stelle, an der sie sein sollten. Nur, was sagt uns die Zahl drei? Richtig, die eine Posterrückseite ist wieder mit einem „Artikel“ belegt.

Es folgen noch ein paar Weitere belanglose Rätsel (Neunteiliges Puzzle und ein Doppelgänger-Suchspiel) und weiteres PR-Material, wie zu Tom Clancy’s Hawx und FIFA 09. Abgeschlossen wird das Heft mit einem Malbild und damit hat man dann endlich die 36 Seiten hinter sich gebracht, für die immerhin € 2,99 verlangt werden.

Angedroht ist eine zweimonatlich Erscheinungsweise, hoffen wir, dass es dazu nicht kommt.

Daten und Fakten:

Start: 17. April 2009
Erstausgabe: #1/2009
Verlag: LCD Publishing Ltd.
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 2,99
Chefredakteur: Nicht vorhanden
Druckauflage: Nicht bekannt

Blätterwald #17 vom 06. April 2009

Computec:
Veränderung im Vorstand
Per Ad-hoc-Meldung wurde bekannt, dass Johannes S. Gözalan seit dem 31.03.2009 nicht mehr Mitglied im Computec-Vorstand ist. Mehr dazu unter anderem bei DWDL.de und Kress.

Preiserhöhung bei Games and More
Ab der aktuellen Ausgabe kostet das Heft 50 Cent mehr, der Heftpreis steigt somit von € 1 auf € 1,50.

Neue Termine bei der Games Aktuell
Das Heft erscheint von April bis Juli jeweils eine Woche später als zunächst geplant.

Preiserhöhung bei PC Games Hardware
Ebenfalls ab Ausgabe 05/2009 kostet die DVD-Ausgabe der PC Games Hardware mehr. Der Heftpreis steigt von € 4,99 auf € 5,30.

IVW-Austritt
Mein „Lieblingsopfer“ Widescreen Vision ist am 04.03. aus der IVW ausgetreten, neue Verkaufszahlen gibt es, wenn überhaupt, nur noch als Verlagsangabe. Zudem wurde die Coverlackierung eingespart.

Computec Geschäftsbericht 2008

„Gleichwohl sank die verkaufte Auflage (ohne Sonderhefte) 2008 gegenüber dem Vorjahr von 9,1 Mio. Exemplaren auf 8,1 Mio. Exemplare bzw. um 11%, wobei die Vertriebserlöse aufgrund erhöhter Copy-Preise lediglich um 3% sanken. […] Die verkaufte Auflage im margenstarken Abobereich blieb mit 1,3 Mio. Exemplaren nahezu konstant.“ (S. 11)

„Das Eigenkapital der Gesellschaft reduzierte sich im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um rund Mio. EUR 0,5. Das Eigenkapital beträgt damit zum Berichtsstichtag ca. -9% der Bilanzsumme gegenüber -5% zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Die Schulden der Gesellschaft stiegen von 105% der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2007 auf 109% zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2008.“ (S. 46)

Bankschulden wurden jedoch abgebaut, der Titel „PC Games“ gehört wieder Computec. Der Unternehmenswert von Sqoops wurde zum 31.12.08 mit null bewertet (S. 33). Deswegen solle sich die Einstellung der Geschäftstätigkeit von Sqoops 2009 mit weniger als 0,2 Mio. Euro bemerkbar machen (S. 49)

IDG:
GamePro-Frühjahrsputz
Wirklich viel hat sich nicht getan, deswegen gibt’s keinen eigenen Eintrag. Die Änderungen im Einzelnen:
- Neues Logo, Neues Awarddesign
- Vorschaukästen haben nun Positiv- und Negativ-Kästen
- Seite mit Downloadgames überarbeitet
- Neuer Testpart für Downloadcontent
- Interaktiv heißt jetzt Magazin

Weitere Verlage:
GEE wird teurer
GEE hebt den Preis an, das Heft kostet zukünftig € 4,50 statt € 3,90.

Es war einmal… playKULT

Irgendwo, tief in den Bergen Bayerns versteckt, sitzt ein kleines Verlagshaus, auch heute noch. Dieses machte sich durch ein besonders frisches und günstiges PlayStation-Magazin einen Namen. Doch es sollte die Zeit kommen, in der ein Generationswechsel anstand. Und so machten sich die Leser gespannt zum Kiosk ihrer Wahl auf und wollten sich überraschen lassen.

Eine Überraschung war dem Verlag gelungen, allerdings keine positive. »playKULT« trat die Nachfolge von »World of PSX« an und machte alles anders, aber nichts richtig.

Vorgeschichte

»World of PSX« war ein freakiges, preisgünstiges PlayStation-Magazin mit unglaublich unterhaltsamen Leserbriefen und einem Hang dazu außergewöhnliche Themen aufzugreifen, wie „Thrill Kill“ oder einem Programmierkurs für Net Yaroze. »playKULT« bot all dies nicht.

Beim media Verlag hatte man scheinbar kein sonderlich großen Interesse daran, die alte Leserschaft mitzunehmen, anders ist der völlige Inhaltswandel bei »playKULT« nicht zu erklären. Neue Redaktion, neue Anrede (Sie statt ihr), neue Zielgruppe (Einsteiger statt Freaks) und vor allem ein neuer Preis (DM 7,50 statt DM 4,95).

Zum Scheitern verurteilt

playKULT 01/2001Die Gründe, warum »playKULT« nicht funktionieren konnte, waren einfach wie zahlreich.

Zunächst einmal wäre neben dem viel zu hohen Preis die furchtbare Covergestaltung anzuführen. Erfahren hat man über den Heftinhalt eigentlich nichts, in erster Linie ging es darum das Cover mit möglichst vielen Phrasen vollzustopfen „Kurz vorgestellt: Die besten PlayStation-Spiele“, „Aktuelle DVDs im Überblick“ waren die „Hightlights“ in Ausgabe eins.

Ausgabe zwei bemühte sich möglichst alles mit Ausrufezeichen zu versehen „Lückenlos! Neue PS2-Games im Härte-Test!“, „TOP-aktuell! Die besten PSone-Spiele!“ usw. usf.

Ebenfalls beliebt, Handys mit aufs Cover hieven. Sie stellten in der dritten und letzten Ausgabe sogar eine der Coverstorys.

Ein weiterer, wenn nicht sogar der wichtigste Grund zum Scheitern, war der grottenschlechte Schreibstil. Bereits nach der ersten Ausgabe durfte man das Phrasenschwein zur Gattung der bedrohten Tierarten zählen. Die Mischung von zwanghaft lustigen Wortspielen, Schenkelklopfern, seriös-nüchterner Ausdrucksweise, pseudo coolem Getue (Spiele haben Thrill, nicht Nervenkitzel) bei gleichzeitiger Erklärung von KI oder Multiplayer, wollte man einfach nicht freiwillig lesen.

Weitere Stolpersteine zum Glück

playKULT 02/2001Die Erscheinungsweise ist mit zweimonatlich äußerst unglücklich gewählt und unterstreicht noch einmal das schlechte Preisleistungsverhältnis. Es gibt viel zu viele Kurztests bei nur 116 Seiten Umfang, zumal man mit PS2 und PSone beide Sony-Systeme abgedeckt hat und viel auf Gequetsche auf einer Viertelseite hinausläuft. Die Mitbewerber haben einfach mehr geboten.

Das Wertungssystem von 0 bis 10 Punkten in 0,5er Schritten war etwas unglücklich. Es ist seiner Leserschaft nur schwerlich zu vermitteln, warum man beim Vorgängerheft keine zwei Jahre zuvor vom 10er auf das Prozentsystem wechselte und nun wieder eine Rolle rückwärts macht.

Platzverschwendung und ebenfalls nervig: Die Wichtigtuerei auf den Tipps-Seiten vom zuständigen Redakteur.

Letzte Atemzüge

playKULT 03/2001In der dritten Ausgabe versucht man noch ein paar Farbkorrekturen, hat aber schon mit 16 Seiten weniger Umfang zu kämpfen. Ein beigelegter Crazy Taxi-Aufkleber kann diesen Verlust nicht auffangen. Zudem ist beispielsweise die Teamseite der Sparaktion zum Opfer gefallen, ohne dass das Inhaltsverzeichnis davon Kenntnis genommen hat.

Und so verabschiedet man sich mit den Worten „Die nächste playKULT erscheint am 18.05.2001“.

Keine existente Zielgruppe, keine Käufer, kein Kult.

Daten und Fakten:

Erstausgabe: 01/2001 (08.12.2000)
Finalausgabe: 03/2001 (23.03.2001)
Ausgaben gesamt: #3
Verlag: medie Verlagsgesellschaft mbH
Segment: PlayStation 2-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: DM 7,50 (€ 3,83)
Chefredakteur: Ulf Schneider
Druckauflage: 90.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #16 vom 03. März 2009

Computec:
Play3 mit leicht verändertem Coverdesign
Künftig ist das Cover etwas farbintensiver, die DVD-Spalte wurde mit knallgelb hinterlegt und die grafischen Trennelemente wurden etwas verändert.

Neues Play3-Sonderheft
Tipps und Tricks oder Komplettlösungen sind scheinbar immer noch gefragt, also werden sie wieder in einem € 4,99 teuren Sonderheft auf 100 Seiten untergebracht. Ab 04.03 im Handel.

Update Verkaufszahlen
Neue Unternehmenspräsentation, neue Verkaufszahlen der nicht IVW-gemeldeten Hefte:

Auflage laut Unternehmenspräsentation (UP) I/09
Games and More: 65.000 verkaufte Exemplare (-40.000 gegenüber Mediadaten 09)
PC Games WoW: 75.000 verkaufte Exemplare (+5.000 gegenüber UP IV/08)
Kids Gamer: 19.000 (+/- 0 gegenüber UP IV/08)
X3: 19.000 (+/- 0 gegenüber UP IV/08)
Wii Player: 19.000 (+ 1.000 gegenüber UP IV/08)

IDG:
GamePro wird überarbeitet
Kein April-Scherz. Am 1. April kommt die GamePro mit neuem Logo an den Kiosk. Bleibt zu hoffen, dass auch der Rest vom Heft eine überfällige Frischzellenkur bekommt.

Weitere Verlage:
Multimania mit neuem Logo
Das Magazin hat zu seinem kürzlich neu erworbenen Look auch noch ein neues Logo spendiert bekommen. Der Untertitel des Magazins lautet nun „Das Magazin für zeitgenössische multimediale Kultur“.

Neue Retro-Ausgabe
Am 10. März steht eine neue Ausgabe des Magazins »Retro« an. Schwerpunkt diesmal: Ego-Shooter. Das Magazin ist im Bahnhofsbuchhandel oder online hier für € 6,95 erhältlich.

Es war einmal… XBM

Wir schreiben das Jahr 2002, es ist noch nicht allzu lange her, da sind dem Frankfurter Pro Verlag sein Nintendo-Magazin »Nintendo Fun Vision« und der Handheld-Titel »Fun Color« abgesoffen. Auch das einzig verbliebende Schwesterheft »Mausklick« hat seine besten Tage bereits vor langer Zeit gesehen. Was liegt also näher, wenn man ohne Kohle wieder zu einem Big-Player aufzusteigen möchte, als sich an Lizenzen aus dem Vereinigten Königreich zu bedienen? Pate stehen durfte für diesen Versuch das Xbox-Heft »XBM« von Paragon Publishing.

Zwei Tage vor dem Deutschlandstart der Xbox kommt auch die deutsche »XBM« am 12.03.2002 an den Kiosk. Angelegt vorerst als Sonderheft mit 116 Seiten zum Preis von € 5,90. Die Optik ist, um es vorsichtig auszudrücken, sehr englisch. Der Text wird von der Fülle der Layoutelemente und der Bildermasse förmlich erdrückt. Wirklich tragisch ist das allerdings nicht, die Tests sind weder sonderlich informativ noch kommt viel Freude beim Lesen auf.

Endwertungen gibt es gleich zwei. Am Ende des Textes ein subjektives „Score“, im Wertungskasten eine Gesamtwertung, die sich aus dem Durchschnitt der Einzelwertungen in Grafik, Sound, Gameplay und Dauerspaß zusammensetzt.

Kleines Detail am Rande: Nach 98 Seiten ist dem Heft das gute Papier ausgegangen, ab Seite 99 wird’s rau statt glänzend und schwarz wird grau.

Gut neun Monate soll es nun dauern, bis das neue Baby das regelmäßige Licht der Welt erblickt. Nun in Neongrün erstrahlt „Das Xbox-Mag im XXL-Format“ vierteljährlich am Kiosk, der Preis ist bei € 5,90 geblieben. Dafür gibt’s nun nur noch 100 Seiten. Das englische Mutterheft hat in der Zwischenzeit sein Layout überarbeitet und somit sieht auch die deutsche Ausgabe anders aus. Bunt isses immer noch, gigantische Screenshots gibt es weiterhin, aber immerhin wirkt das Heft nicht mehr ganz so schrecklich überladen. Die Score-Wertung am Ende des Fließtextes ist verschwunden und die Gesamtwertung ist kein Durchschnitt der Einzelwertungen mit Kommastelle mehr, sondern wird davon unabhängig im 10er System vergeben.

Die Erscheinungsfrequenz sollte bei »XBM« auch weiter ein planloses Verwirrspiel bleiben. Halten wir fest:
Ausgabe 1: Neun Monate
Ausgabe 2: Drei Monate

In Ausgabe drei wird ein Leserbrief abgedruckt, dass die Erscheinungsweise viel zu selten sei. Richtig entgegnet die Redaktion, deswegen habe man nun auch auf zwei Monate verkürzt – Heft #3 ist die April/Mai-Ausgabe. Nun dürft ihr raten, wie lange wohl Ausgabe vier am Kiosk liegen darf, genau: Es sind wieder drei Monate.

Immerhin, im vierten Heft befindet sich ein Feature, das ich immer wieder gerne lese – „50 Dinge, die wir hassen“. Die Redaktion klagt Spieleentwickler wegen fünfzigfacher Erfüllung des Tatbestandes „Dummheit, Unoriginalität und Langeweile“ an.

Ein paar Beispiele gefällig? „Hier kam noch keiner durch…“ – Unfaire Passagen bei Splinter Cell, Hitman 2 und Blinx. „Schalter, Schalter an der Wand“ – Ätzende Schalterätsel bei Turok und Buffy. Zu langsam gewesen? Dann lauft noch mal die 100 Meter zurück und probiert es erneut durch die Tür zu kommen. „Reine Kopfsache“ – Gegner bei Splinter Cell, die nach Kopfschüssen böse werden. Unzerstörbares Holz in V-Rally 3; Checkpoints nur für menschliche Spieler bei Arcaderacern gültig. Speicherpunkte: „Sind Sie sicher, dass Sie speichern wollen?“, „Wirklich?“ und viele andere mehr. Für solche Späße sind die € 5,90 dann auch mal wirklich gerne investiert.

Mittlerweile sind haben wir schon mehr als die Hälfte des Jahres 2003 hinter uns gebracht und mit »Xbox Games« ist für € 3,50 ein 124seitiges Xbox-Heft auf den Markt gekommen, allerdings zweimonatlich. Damit gibt es keinen wirklichen Anlass mehr »XBM« zu kaufen. Bei Pro Verlag sieht man das naturgemäß anders und so kommt »XBM« ab September monatlich. Der Preis geht allerdings nur auf € 4,99 runter, dafür hat man den Heftumfang auf 84 Seiten zusammengestrichen und die Klebebindung ist auch passé.

Immerhin muss man sich die wenigen Heftseiten nicht mit Werbung teilen, denn die Anzeigenverkäufer scheinen ihre Arbeit quittiert zu haben. Somit ließe es sich dann auch erklären, warum die Kohle über den Heftpreis wieder reinkommen muss.

Im Oktober muss auch das gute Papier der Schere zum Opfer fallen. Gekocht wird im November, nämlich Einheitsbrei im Feature „Es ist immer das Gleiche“. Für ein RPG benötigt man so zum Beispiel fünf Pfund extreme Höhenangst (Hauptfiguren können weder Springen noch über Äste oder Gräser laufen), 20 Kilo gestohlenes Eigentum, fünf Teenager-Helden und einen Liter „Held wider willen“. Weitere schöne Zutaten aus anderen Genres: „Die letzten ihrer Art – 1 Kilo“, „Juwelen und Münzen – 16 Packungen“, „Crashs ohne Explosionen“ [und Kratzer, anm. des Autor]. Sehr unterhaltsam und seine € 4,99 wert.

Vorbei ist es im Dezember nicht nur mit der Leuchtkraft des Grüntons auf dem Cover, sondern auch mit der monatlichen Erscheinungsweise. »XBM« kommt von nun an wieder zweimonatlich und kostet, welch Überraschung, wieder € 5,90. Ebenfalls eine „große“ Überraschung, der Umfang geht natürlich nicht wieder auf 100 Seiten hoch.

Mit der Ausgabe vom Februar/März 2004 ist im Prinzip die komplette Redaktion verschüttgegangen. Sie hat sich wohl mehr oder weniger im Streit aus dem Staub gemacht, um mit Raptor Publishing einen eigenen Verlag hochzuziehen. Den gibt es im Gegensatz zum Pro Verlag auch heute noch und von der Strategie mit den britischen Lizenzheftchen ist man auch abgerückt.

XBM 03/2004Besonders spaßig ist auch die Leserumfrage im selben Heft. Diese wird nämlich eine Ausgabe später als Begründung herangezogen, warum die April/Mai-Nummer völlig anders aussieht (Gebe dem Layout eine Note von 1 bis 6). Schon blöd, wenn das englische Mutterheft mal wieder das Layout ändert und man dem deutschen Leser nur eine Übersetzung präsentieren kann – da bleibt kein Platz für große künstlerische Eigenleistungen.

Das April/Mai-Heft ist auch gleichzeitig die letzte Ausgabe und besteht redaktionstechnisch nur noch aus dem neuen Chefredakteur Oliver Gubba und der Redakteurin Gesa Schäfer. Die Abschiedsworte lauten „Die nächste Ausgabe erscheint am 28. Mai“.

Ein wenig schade ist’s am Ende doch ums Heft, schließlich werden keine unterhaltsamen Features mehr kommen. Aber mal ehrlich, der Verlag kann doch nicht ernsthaft geglaubt haben, für € 5,90 würde jemand ein 84seitiges Xbox-Heft kaufen. Inoffiziellen Angaben zufolge waren es keine 5.000 Käufer mehr zum Schluss.

Wen’s interessiert: Chefredakteur Oliver Gubba hat im November 2004 sich mit dem „Wichtel Verlag“ selbstständig gemacht und versucht die übersetzten Digicam-Heftchen des Pro Verlags weiterzuführen. Erfolg hatte er allerdings keinen, der Verlag hat es nur etwa ein 3/4 Jahr gemacht.

Daten und Fakten:

Erstausgabe: 01/2002 (12.03.2002)
Finalausgabe: 03/2004 (26.03.2004)
Ausgaben gesamt: #10
Verlag: Pro Verlag GmbH
Segment: Xbox-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 5,90
Chefredakteur: Oliver Gubba
Druckauflage: 40.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #15 vom 06. Februar 2009

Computec:
Update: 10.02.2009
Maik Bütefür ist mehreren nicht genannten Quellen zu folge seit Ende letzter Woche nicht mehr bei der play3 bzw. bei Computec.

Weitere Infos folgen sobald offizielle Stellungnahmen vorliegen.

Computecs Gamesshop Sqoops dicht
Und da war am 03. Februar Schluss mit Shopping. Man kann nicht behaupten, Computec hätte nicht ausreichend Werbung für Sqoops gemacht. Genützt hat dies alles nichts, per Adhoc-Meldung wurde das Aus verkündet.

Die Forenreaktionen sind ernüchternd:

Gut zu wissen, diese penetrante Werbung auf Computec-DVDs nervt schon seit Jahren. Teilweise konnte man sie weder abbrechen noch überspringen. (silencer1)

Seht ihr die Tränen in meinem Gesicht: :) ? (dsr159)

d.h.: ein nervender Trailer weniger auf der DVD. :ugly: (crackajack)

+ ein bisschen Schleichwerb … *hust* … ich meinte natürlich Service-Dienstleistung weniger auf der Webseite.

edit: Tut mir natürlich trotzdem leid für die Angestellten des Unternehmens. (SoSchautsAus)

vielleicht besinnt man sich künftig wieder auf das kerngeschäft, nämlich magazine.
wünschenswert wärs jedenfalls. (Bonkic)

und weniger eigenwerbung im heft.. :ugly: (Huskyboy)

Quelle: Videogameszone.de, pcgames.de

Fragt sich, ob das Marketing immer so sinnvoll eingesetzt wurde…

Wenig Mitleid haben auch die Kollegen von BooCompany.

Computec weiter im Minus
Noch eine Adhoc-Meldung. Diesmal geht’s um das vorläufige Konzernergebnis. Unterm Strich kommt ein Minus von 1,0 Mio. Euro heraus. Sqoops sei Dank.

Play3 zieht Preis an
Von einer schlechten Meldung zur nächsten: Play3 kostet ab März wahrscheinlich € 5,50. Im Aboshop wurde der Preis für ein Jahresabo von € 59,50 auf 63 Euro angehoben.

N-Zone ist das meistverkaufte monatliche Nintendo-Magazin
Kein Witz, das Heftcover wurde in den Mediadaten angepasst. Das Spiel mit der Nr. 1-Position wird ins Absurdum geführt. Wii Player ist wahrscheinlich auch das meistverkaufte dreimonatliche Nintendo-Magazin, da braucht’s nicht mal die IVW für. ;)

PC Games Hardware Premium senkt den Preis einmalig
Und zwar von € 9,99 auf € 8,99. Dafür gibt es keine Silbertüte mehr und das Extraheft wird ins Heft geklebt. Die 32 Extraseiten zu WoW werden hinter den 32 Extraseiten des Extended-Teil platziert. Damit hat das Heft seinen ursprünglichen Heftumfang von ca. 200 Seiten sogar übertroffen.

IDG:
Neues Papier für GamePro und GameStar
Beide Hefte werden ab den aktuellen Ausgaben 03/2009 auf ein etwas glatteres und glänzenderes Papier gedruckt.

Weitere Verlage:
Raptor mit neuer Webseite
Raptor Publishing hat nach langem Kampf seine Webseite überarbeitet. Man bleibt der Tradition treu, alles ist wieder nur zu einem Viertel fertig. Immerhin, für Mitte Februar ist eine neue Level 1-Ausgabe angekündigt.

Verlagsunion/Papercut verbreitern „Marken“-Zahl ihrer Poster- und Heftreihen
Nach »TV Heroes präsentiert Nationaler Pokédex-Poster« und »TV Magic präsentiert Naruto« im Oktober 2008, »Games Magic präsentiert World of Warcraft« im November 2008 folgten in den vergangen Tagen »TV Megastars präsentiert Pokémon Pokédex für Alima Poster«, »Game Power präsentiert Poké-Master« und heute nun »TV Master präsentiert Pokémon Poké-Dex Magazin«.

Auf das euch die Ideen nie ausgehen werden, ihr irgendwann merkt, dass „Posters“ nicht die korrekte Pluralbildung von Poster ist und die Hefte in Großbritannien, nicht Grossbritannien gedruckt werden. Ach was sag ich, »TV Mania« steht ja schon in den Startlöchern…

Blätterwald #14 vom 28. Januar 2009

Computec:
Thorsten Küchler wird Redaktionsleiter für die Computec Games Group
Thorsten Küchler, ehemals stellvertretender Chefredakteur der Games Aktuell und Bravo Screenfun, wird ab Februar Redaktionsleiter von Computecs Games Group.

PC Games Package wird teuer
Scheinbar hat Computec keine Lust mehr auf das ewige Auf und Ab vom Preis der Magazin-Ausgabe. PC Games Magazin kostet nun auch in den WoW-Monaten € 3,50. Der Preis des Packages erhöht sich demzufolge von € 9,99 auf € 10,49.

IDG:
Word of Warcraft jetzt jeden Monat
GameStar erhöht die Frequenz seines WoW-Magazins von zweimonatlich auf monatlich. 01/2009 – Februar ist seit dem 23.01. für 6,99 erhältlich. Die normale GS-Sonderheftreihe ruht scheinbar, zumindest gibt es nur noch WoW-Hefte im Shop.

Weitere Verlage
Airmotion rüstet 360 Live und PS3M auf
Ab sofort gibt es Hochglanzpapier für die Hefte. Das Wertungssystem soll nun strenger werden bzw. die Bandbreite besser ausnutzen. Im Gegenzug gibt es den Award nun schon bei 8.0/10 Punkten statt wie bisher bei 8.5/10.

Update: 29.01.2009
Verkaufszahlen consolPlus/GamersPlus
Panini hat Verkaufszahlen für seine beiden neuen Spieletitel veröffentlicht:
consolPlus IV/08: 35.261
GamersPlus IV/08: 30.194

VU Verlagsunion wieder mit neuen Miniheften und Poster-Magazinen
Aktuell liegt »Game Power präsentiert Poké-Master« im Handel zum Preis von € 3,49. Weitere Ausgaben unter verschiedenen Titeln sind angekündigt. Bleibt zu hoffen, dass nicht alle „Posters“ beinhalten.

Archiv:
Aufgrund weniger Nachrichten erschien die letzten sechs Wochen kein Blätterwald. Der Vollständigkeit halber werden die vergangenen Ereignisse kurz an dieser Stelle festgehalten:

Computec:
Neue Preisrunde für PC Action und PC Games
PC Action DVD und PC Games DVD kosten € 5,50 statt € 5,30. PC Games Magazin kostet statt € 3,30 nun € 3,50. Die übrigen Varianten bleiben unverändert vom Preis

play3-Sonderheft
Am 07.01.2009 erschien erste play3-Sonderheft 2009, Thema: „Die besten Horror-Games für PlayStation 3 und Xbox 360“. Der Spaß ist nicht ganz billig, € 6,99 kostet das Heft.

Neue Leitung für X3
Manfred Reichl hat die Leitung von X3 übernommen. Maik Bütefür kümmert sich wieder ausschließlich um die play3.

Es war einmal… Konsolen Szene

Es ist nicht immer ganz einfach für einen Außenstehenden nachzuvollziehen, was im Kopf eines Verlagsleiters vorgeht. Manchmal müssen sich die entsprechende Personen jedoch die Frage gefallen lassen, welche bewusstseinserweiternden Substanzen sie konsumiert haben – so auch im Fall der „Konsolen Szene“.

Das Cover sieht, mit Ausnahme des kleinen Bildes mit der Beschriftung „Unter der Lupe: Kopierstationen“ noch ganz gewöhnlich aus. Ein Blick auf die erste Anzeige des 68seitigen Magazins und das Editorial lassen gleich zu beginn tief blicken – bis nach Hongkong.

… und die Konsolenwelt dreht sich weiter !!!

Mit unserer Erstausgabe der Konsolen Szene setzen wir den Startschuß zu etwas neuem, wir werden euch in die Videospiele Szene entführen. Unser junges Team ist seit jeher von der Videospiele- und Konsolenwelt fasziniert und hat etliche Stunden vor dem Flimmerkasten verbracht. In einem Moment der Unbeherrschtheit über firmenpolitische Falschmeldungen in verschiedenen Videospielzeitschriften haben wir uns dazu entschlossen, manche Dinge in der Videospielszene auf den Punkt zu bringen, und allen Videospielfans ein vollkommen unabhängiges Magazin anzubieten. Wir berichten für euch unabhängig über alle Themen und Neuheiten der Videospiele Welt. Wir nehmen im Gegensatz zu allen anderen Videospielmagazinen keine Rücksicht auf die internen Marktpolitiken der verschiedenen Hersteller. Deshalb liegt uns auch daran gewisse Themen nicht einfach zu ignorieren, oder diese einfach kurz und uninformativ abzuwerten. Denn schließlich würde es die Videospielewelt in ihrem heutigen Dasein ohne euch nicht geben!

Viel Spaß beim lesen!

Inhaltlicher Nonsens…

Wir tun etwas, was es noch nie zuvor gegeben hat und setzen den Startschuss zu einem völlig neuen Magazin. Nur wir haben die Weisheit mit Löffeln gefressen, sind wirklich unabhängig, bringen manches auf den Punkt, vieles aber auch nicht und sorgen dafür, dass die Sonne immer scheint.

Nebenbei scheißen wir auf sämtliche Regeln der alten und neuen Rechtschreibung, denn wir sind so unabhängig, dass wir unsere eigene Schreibweise erschaffen haben!!!

Direkt neben dem katastrophalen Editorial erstrahlt eine Anzeige zu einer N64-Modul-Kopierstation und gibt einen guten Einblick auf den weiteren Heftinhalt.

Zu Beginn gibt man sich mit Inhaltsverzeichnis und Newsflash ganz klassisch und beweist nebenbei, dass farbige Hintergrundmotive schon immer mit Vorsicht zu genießen waren. Weiße Schrift kann man am dunklen, unteren Rand zwar gut lesen, auf dem gelben Auge des Glubschviehs wird der Versuch die News zu entziffern zu einem Kraftakt.

Auch der Bericht über Earthworm Jim ist von „Sega´s eigenem Magazin“, „Shiny´s Tür“ und „Interplay´s Wahl“ abgesehen, nicht die vollständige Katastrophe. Interessanter wird’s hingegen bei dem Artikel „PlayStation Generation“. In diesem wird schnell der Ursprung der Abkürzung PSX erklärt, bevor man dazu übergeht den Wechseltrick für Importspiele, Sonys neue PlayStation-Baureihe und den „Superchip“ vorzustellen. Mit dem „Superchip“ kann man „Originalspiele, sowie alle Sicherheitskopien abspielen, welche man auf jedem PC mit eingebautem CD-Brenner erstellen kann“. Eine Schnelleinbauanleitung ohne Bilder gibt es ebenfalls. Völlig ohne Zusammenhang ist in die journalistische Nichtleistung ein MDK-Artwork eingebaut.

Zwischendurch wird auch über die Umsetzung des „Action Hit’s“ Forsaken fürs N64 berichtet und man erfährt, dass der Autor des Artikels vor kurzem das Spiel noch auf „Sony´s Traumkonsole“ zockte und diese leider ihre Grenzen erreicht hat.

Man hat eben ein Herz für den „3D-Shooter Fan“, nein „3D Shooter Fans“ *arg* nun hab ich’s, „3D-Shooter“.

… und rechtliche Grauzonen

Wem das Prozentsystem der heutigen Spielemagazine immer noch zu ungenau ist, die Entscheidung zwischen 80% und 81% ist ja wirklich schwer, wäre mit Konsolen Szene glücklich geworden.

Das Herzstück des Heftes, der elfseitige Bericht über die N64-Modulkopierstationen, kürt System Nr. 1 mit 92,5% zum Testsieger. System Nr. 2 bekommt lediglich 56,7% und System Nr. 3 nur noch 55% – die Namen schenke ich mir an dieser Stelle.

Alle Geräte werden ausführlich vorgestellt und ihre Bedienung erklärt. Ein Gerät kann sogar „MPEG Video CD’s“ abspielen. Die Bedienung eines anderen sei allgemein aber eher kompliziert und manche Funktionen nur für „Programmiererfreek’s“ verwendbar.

Der nächste Artikel handelt kurz, knapp und ungenügend über „Video Games @ World Wide Web“. Nebenbei hat man gerade vergessen, dass man seine Leser seit dem Editorial eigentlich duzt und entscheidet sich lieber fürs „sie“, selbstverständlich kleingeschrieben. Nebenbei kommt man zum Schluss, dass die Webseiten von Sega, Nintendo und PlayStation nicht informativ sind, die Konsolenseite des Herausgebers dieser Zeitschrift aber der Gral der Erleuchtung sei.

Zur Abwechslung ist mal wieder ein nichtssagender Bericht über ein Spiel dran (Blue Stinger), bevor es nach dem Poster zur „Babewatch-Wahl“ geht. Weiter im Programm über den Sprung von Pixelhelden in die Realität, wie z. B. Laras Sprung in ein Ärzte-Video.

Hübsch ist auch die „Spielvorstellung“ zu Ridge Racer Type 4. Die „Rennsimulation“ bekomme durch Echtzeitbeleuchtung ein extrem realistisches Fahrgefühl. Fahrzeuge blieben zwar weiterhin unkaputtbar, dafür würden sämtliche Unfallsequenzen neu gestaltet. Zur Aufhübschung des Artikels wird ein vom Fernseher abfotografiertes Bild und ein Foto von Namcos Messestand gezeigt.

Nach so viel Einsatz in Sachen Vorschau und Kaufberatung ist dringend wieder ein Kapitel für Leute ohne Kleingeld nötig, kurz um, es geht um „Emu´s“. Wie es rechtlich für deren Programmierer aussieht, solle im Artikel unerwähnt bleiben, interessant sei eh nur die Verwendung des „Emu´s“ zum Spielen. Vor allem von Nintendo „Emu´s“. Ach, und beachten „sie“, die Redaktion könne keine Auskunft über Rom-Seiten geben.

Neun Seiten später philosophiert man darüber, ob ein PlayStation-Emulator für Windows Konkurrenz für Net Yaroze sei und stellt eine lustige Vergleichstabelle zwischen N64, PlayStation 2, Dreamcast und Project X auf, wo man irgendwelche Werte errät, die Tabellenzelle mit „geheim“ ausfüllt oder sie gleich vergisst mit Inhalt zu befüllen.

Schwerpunkte setzen ist wichtig, also noch schnell drei Seiten zu einem CD-Duplicator, mit dem man „CD’s“ ohne Einsatz von „PC’s“ vervielfältigen kann.
Bevor man noch ein paar Bilder sieht, wie sich ein Grafiker im Jahre 98 die PS2 vorstellte, verreißt man noch mal Off-Road Challenge fürs N64. Das Angebotene stehe in keinem Verhältnis zum Preis und eigentlich müsse das Spiel gratis angeboten werden – so schließt sich dann der Kreis…

Daten und Fakten:

Start: 11.11.1998
Erstausgabe: 01/1999
Finalausgabe: 01/1999
Ausgaben gesamt: #1
Verlag: ART Medienverlag (Austria)
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: DM 3,90 (€ 1,99)

Blätterwald #13 vom 10. Dezember 2008

Computec:
DVD Vision ist zurück
Kostet € 3,50 und hat 100 Seiten Umfang. Die Erscheinungsweise ist zunächst zweimonatlich, jeden zweiten Mittwoch eines geraden Monats gibt es also eine neue Ausgabe. Das Heft schaut äußerlich so aus, wie zu CyPress-Zeiten – inkl. Glanzcover und Rückdrahtheftung. Innen drin steckt allerdings eine ganz normale Widescreen ohne Kino-Teil. Das Layout ist gleich, selbst die furchtbaren halbseitigen Editorials wurden übernommen.

Games and More Auflage
300.000 hat Computec nach eigener Angabe davon gedruckt. Jetzt sind in den Mediadaten von 2009 die ersten Verkaufszahlen angegeben. 105.000 Exemplare will man abgesetzt haben, eine IVW-Meldung, die dies bestätigen könnte, gibt es nicht.

N-Zone mit neuem Erstverkaufstag
Ab Februar verschiebt sich der EVT um eine Woche nach hinten. N-Zone erscheint damit zukünftig jeden zweiten Mittwoch des Vormonats. Die Märzausgabe ist ab dem 11. Februar im Handel.

PC Action mit neuem Erstverkaufstag
Computecs zweites PC-Spieleheft zieht den EVT um eine Woche nach vorne. Die Heftnummerierung wird damit erneut einen großen Schritt weiter in die Lächerlichkeit gezogen. PC Action erscheint zukünftig jeden zweiten Mittwoch des Vorvormonats. Im Klartext bedeutet dies, dass die März-Ausgabe am 14. Januar erscheinen wird.

PC Games Hardware Extreme kommt häufiger
In Kürze erscheint PCGHX zweimonatlich, statt wie bisher vierteljährlich. Die Umstellung geschieht allerdings nicht mit der am 19. Dezember erscheinenden Ausgabe 01/2009, sondern erst am 25. März mit 02/2009. Dies führt dazu, dass Ausgabe 01/2010 ende November erscheinen wird. Die Verkaufte Auflage wird mit 19.000 Exemplaren angegeben.

play3 zieht Anzeigenpreis an
Die positive Auflagenentwicklung hat zur Folge, dass eine Seite (1/1) nun € 6.900 statt wie bisher € 6.100 kostet.

SFT senkt Anzeigenpreis
Der Auflagenrückgang zeigt nun auch für Anzeigenkunden erste Folgen. Der Preis für eine Seite sinkt von € 14.900 auf € 10.500.

Widescreen Vision mit noch mehr Leserschwund
In den 2009er Mediadaten gibt Computec die selbst ermittelte Leserreichweite nur noch mit 50.000 an. 2008 sollen es noch 74.000 gewesen sein. (Leserreichweite nicht mit verkaufte Auflage verwechseln). Der Anzeigenpreis für Umschlagsseiten sinkt, der Preis für 1/4 bis 1/2 große Seiten steigt geringfügig.

Wii Player das Magazin mit Nummerierungsquatsch?
Laut Mediadaten erscheint die Ausgabe Januar-März am 21. Januar, was nur bedingt sinnig ist. Dafür verschiebt sich ab Juli die Nummerierung. Am 15.7 kommt Ausgabe August bis November, so weit, so gut. Das Heft vom Oktober kommt eine Woche später, noch dieses Jahr, nämlich erst am 21.10. Dafür erscheint dort dann auch schon die Ausgabe Dezember bis Februar. Man kann nur auf einen Tippfehler hoffen…

Inzwischen will man 22.000 Käufer haben. In der Unternehmenspräsentation IV/08 waren noch 18.000 angegeben. IVW-Zahlen zur Untermauerung gibt es natürlich keine.

X3 Auflage
Wie auch schon in der Unternehmenspräsentation IV/08 gibt Computec die verkaufte Auflage in den 2009er Mediadaten mit 19.000 Exemplaren an. Geändert haben soll sich demnach nichts, IVW-Zahlen gibt es keine.

Rest
Gerne hätte ich auch noch zwei Zeilen zu Kids Gamer geschrieben – eigene Mediadaten gibt es diesmal jedoch keine. Ebenso taucht DVD Vision derzeit noch an keiner Stelle auf.

Weitere Verlage:
gamesTM ab August wieder monatlich
Auch die kommenden Ausgaben des Multiformatheftes liegen zwei Monate am Kiosk. Im einzelnen handelt es sich laut Planung um die Nummern 3+4, 5+6, 7+8. Mit 09/2009 soll es ab August wieder monatlich weitergehen.

PDF-Magazin von Robert Bannert
Elektrospieler nennt sich das Baby und wird von Robert Banner gemacht, der in den vergangenen Jahren schon Chefredakteur verschiedener Spielehefte, wie zum Beispiel fun generation und players war. Optisch erinnert es ein wenig an Maniac-Extended, inhaltlich passt es stellenweise zur fun.generation. Wer auf RPGs und Japanozeug steht, darf gerne mal reinschauen, die Lesbarkeit auf nicht Widescreen-TFTs ist aber noch ausbaufähig in meinen Augen. Downloaden kann man die ersten beiden Ausgaben auf dieser Seite.