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Neu im Handel: Games4Girls

Willkommen zum neusten Versuch ein Spielerinnenmagazin zu etablieren. Kandidat der aktuellen Runde ist Paninis weibliches Gegenstück zu Game Master. Kurz um, es geht um ein Magazin für Mädchen im Alter von acht bis 14 Jahren.

Das Cover mit Hannah Montana in rosa-neongrün ist natürlich eine Zumutung, wird aber glücklicher Weise vom beigelegten Extra (drei Harry Potter Sticker für den DS Lite und zwei Touchpens) weitestgehend verdeckt.

Hallo! Du hältst gerade die allererste Ausgabe von Games4Girls in den Händen, dem ersten Magazin rund ums Thema Videospiele nur für dich! […] Und nun viel Lesevergnügen, deine Ginger

Games4Girls 01/2009 Hallo lieber Ginger,
ich bin der Evil und du bist hier im Magaziniac.Blog. Ich denke, dir wird es hier nicht gefallen (kein Rosa, kein Bling-Bling und Glitzer), aber du darfst dich hier trotzdem gerne umschauen. Während du damit beschäftigt bist, schaue ich mich mal in deinem Reich um. Ich bin mir jedoch sicher, unsere Meinung übereinander wird auf Gegenseitigkeit beruhen.

Ich persönlich finde zum Beispiel diesen Psychotest, wie viel „Hannah Montana“ ich bin, mit diesen allgemeinen Fragen, die auch zu jedem anderen Star/Thema/was auch immer passen würden, völlig scheiße.

Natürlich mag ich modische Klamotten, die teuer sind, ich gehe jedoch davon aus, dass meine Mode dir eher missfallen wird. Natürlich „style“ ich mich auch, meine Definition von Styling ist aber nicht mein Gesicht mit Makeup bis zur Unkenntlichkeit zu entstellen – obwohl, frag mich noch mal kurz vor dem nächsten „Wave Gothic Treffen“, vielleicht habe ich dann meine Meinung geändert. Ach, und natürlich verreise ich auch gerne, im Gegensatz zu „Hannah“ wird mir die Kohle nicht in den Arsch geschoben, folglich kann ich nicht mal eben in einen Privatjet steigen. Vielleicht legt aber auch bald der Leipziger Hauptbahnhof einen roten Teppich aus, wenn ich zu meinem wöchentlichen Einkauf vorbeischaue.

Ginger, du scheinst mir wirklich eine Klischeefrau zu sein, erst erzählst du mir was von Videospielen und Ruck-Zuck verlierst du dich in irgendwelchen Nebengeschichten. Vielleicht haben wir von Videospielen auch nur eine etwas andere Definition oder nennst du den Bildschirm in eine Karaokebar auch Videospiel? Dann kann ich natürlich verstehen, warum du dich lang und breit über „High School Musical“ auslässt. Toll finde ich auch deine Rätselseite, vor allem hat es mir dieses Gitterrätsel angetan. Welches Wort ist nicht drin versteckt? Hannah, Twilight, Topmodel? Du versteht, auf was ich hinaus möchte?

Äußerst geschickt ist es übrigens, wie du direkt neben dem Harry Potter-Artikel eine Anzeige für die dazugehörige Stickercollection platziert hast. Vielleicht hättest du das noch in Advertorialform machen müssen. Aber wahrscheinlich kennst du das Wort gar nicht und zum Anderen hätte der Evil dann auch mit dir geschimpft.

Gerade hat der Evil allerdings einen Fuß auf dem Schlauch stehen und fragt sich, was das Nonsensgelaber einiger Sternchen, pardon, die Fun-Star-Sprüche mit Videospielen zu tun haben. Die Idee mit den Mii-Stars auf der selben Seite finde ich toll, ich bin sicher, dass deine Leser alle auf Anhieb dir sagen können, wer dieser Nicolas Sarkozy sein soll.

Eigentlich wollte ich gerade mit dem Nörgeln aufhören, schließlich bist du dann doch irgendwann zum Punkt gekommen und präsentierst mir eine Doppelseite mit kurzen News zu ganzen fünf Spielen und einer Wii-Erweiterung. Nur eine Seite später geht aber auch schon zu einem Gewinnspiel. Aber was lange währt und so weiter… irgendwann kommst du dann ja doch noch zu mehreren Spieltests am Stück. Okay, der Infogehalt tendiert gegen 0 und die Wertung mit den bis zu fünf Sternen interessiert wohl auch keine Sau, aber da sind wir doch schon bei dem interessantesten Punkt angekommen: Braucht es für diese Mädchenspiele wirklich eine Kaufberatung? Wenn du nun sagst, das nächste Spiel in dem irgendwie eine High School Musical-Tussi drin vorkommt wird scheiße, würde es deine Zielgruppe wirklich vom Kauf abhalten? Ich denke eher, dass so lange gequengelt wird, bis die Rotze im Einkaufswagen landet und Mama und Papa endlich ruhe haben.

Vorhin bei der Auswertung des Psychotests hast du mir noch was davon erzählt, dass ich aufpassen soll, nicht zu oberflächlich zu werden. Gut, das ist schon ein paar Seiten her, aber ich möchte dich trotzdem bei den Mode-Spielen noch mal dran erinnern, vor allem bei dem Interview mit einem der Topmodels. Du hast sie fragt, was sie an dem neuen Top-Models-Spiel so toll findet – Nägel lackieren war da unter anderem eine Antwort. Vielleicht hättest du der guten Dame auch noch mal ein paar Tipps mit auf den Weg geben sollen.

Konsequenz ist wohl eher nicht so deine Stärke. Im Test zu „Sophies Freunde: Mein Shopping-Paradies“ erzählst du mir noch, dass die Minispiele keine Herausforderung sind, der Shop langweilig aussieht und das Spielprinzip immer das gleiche ist. Sprich das Spiel ist nach wenigen Minuten langweilig und die 30 Euro landen dafür schnell in der Tonne. Warum gibst du also noch 3/5 Punkten?

Es freut mich aber dennoch, dass du mit „Another Code: R“ wenigstens auch noch mal was weniger casuallastiges ins Heft gelassen hast. Aber diese Horoskopseite mit Tokio Hotel-Illustration hätte nun wirklich nicht sein müssen. Ich bin übrigens sehr Diskussionsfreudig und werde keinem Streit aus dem Weg gehen, auch wenn mich jemand so richtig ärgert. ;)

Fehlen darf in einem Spieleheft natürlich auch nicht die Filmseite, genauso wenig, wie Internetsurftipps. Als müsstest du das SchülerVZ noch irgendwem empfehlen…

Insgesamt würde ich sagen, Ginger, du bist ein ziemlich oberflächliches und aussehensorientiertes Mädel. Ich spiele lieber mit deinem Bruder „Game Master“. Mit ihm kann ich wenigstens etwas tiefgreifendere Gespräche führen und wenn ich mal nicht weiter weiß, kann er mir auch weiterhelfen. Dennoch bin gespannt, wie du dich bis zur zweiten Ausgabe am 18. November entwickeln wirst, vielleicht ist die Hannah-Phase dann schon vorüber.

Bis dahin viel Erfolg,
dein Evil

Daten und Fakten:

Start: 5. August 2009
Erstausgabe: 1/2009
Verlag: Panini Verlags GmbH
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: vierteljährlich
Copy-Preis: € 3,50
Chefredakteur: Jo Löffler / Leitung: Fabian Käufer, Peer Kröger
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #21 vom 01. August 2009

Computec:

Computec hat aufgeräumt: Unternehmenspräsentation III/09
Im Vergleich zur Unternehmenspräsentation aus dem 1. Quartal 2009 gibt es folgendes zu berichten:

- Die Marquad AG hat ihren Anteil an Computec von 90,19% auf 91,4% aufgestockt
- Aus 192 Mitarbeitern wurden ca. 170
- Von ca. 820.000 verkauften Magazinen (davon ca. 119.000 Abonnenten) pro Monat wurden ca. 700.000 verkaufte Hefte pro Monat (davon ca. 100.000 Abonnenten)

Jede Menge Onlineportale wurden dicht gemacht oder aus der Vermarktung genommen:
Filmjury.de und gamesandmore.de sind komplett weg. Playvanilla.de ist nur noch eine Rubrik auf cynamite.de.

Gamesvote.de und ws-avantgarde.de sind aus der Vermarktung genommen. Von der englischen Buffed-Seite, getbuffed.com ist nur noch eine Runes of Magic und WoW-Datenbank über. Gleiches gilt für die russische Buffed-Seite – auch diese ist nur noch eine Datenbank.

Andreas Bertits hat die PC Action verlassen
Andreas war von Oktober 2003 bis Ende Mai 2009 in der PC Action-Redaktion tätig und u. a. für Mods und Maps zuständig.

Florian Brich ist nicht mehr in der Games Group
Als Objektleiter(in) steht nur noch Petra Fröhlich im Heft.

IDG:

GameStar mit limitierter Special-Ausgabe
Die Ausgabe zum 12. Geburtstag der GameStar erscheint bereits am 19. August. Zusätzlich zur regulären Ausgabe gibt es auch eine limitierte Version mit einer Auflage von 3.000 Exemplaren inkl. eines T-Shirts. Erhältlich ist die Ausgabe an den Hauptbahnhöfen von Hamburg, Berlin (Lehrter Bhf), Hannover, Düsseldorf, Köln, Frankfurt, Leipzig, München, Nürnberg und Bonn.

Weitere Verlage:

Games Total lebt weiter, irgendwie
Das grottige Spieleheft von LCD Publishing ist doch nicht eingestellt, zumindest nicht richtig. Ausgabe #2 befindet sich seit einigen Tagen im Handel, trägt allerdings den Namen »Action Stars«. In der Tüte zum Preis von € 3,50 befindet sich billigstes Plastikspielzeug. Darin befindet sich eine weitere Tüte mit besagter »Games Total«.

Neue Posterhefte
»Action Power Extra Pokémon« ab dem 07. August, »Manga Mania« ab 14. August für je € 2,80. Termine wie bei allen Papercut/Verlagsunion-Heften immer unverbindlich.

Blätterwald #20 vom 13. Juli 2009

Computec:

»Wii Player« eingestellt
Nach zwölf Ausgaben, einer Umstellung der Erscheinungsweise und mehrfachen Preiserhöhungen und -senkungen ist Schluss. Mit der Ausgabe 08-11/2009 erscheint Computecs Casualspieleheft »Wii Player – Das Magazin« also zum letzten Mal. Wie auch schon bei »X3«, heißt es, dass man sich vielleicht in einem Sonderheft wiedersehen könnte.

Hans Ippisch bei Computec inzwischen Verlagsleiter
Fast hätten wir die Personalie übersehen, denn Computec hat ohne Pressemitteilung oder ähnlichem Hans Ippisch vom Commercial Director zum Verlagsleiter befördert. Dieser Vorgang geschah bereits im April.

Weitere Verlage:

»Mobile Gamer« #15 kommt noch später
Inzwischen verkommt der EVT von Cybermedias Handheldzeitschrift zum Running-Gag. Nach dem die Frühjahr angekündigte Ausgabe nicht auftauchte, verschob man den Termin auf September. Inzwischen hat man sich dazu entschieden auch diesen ausfallen zu lassen. »Mobile Gamer« #15 kommt, wenn überhaupt noch, erst im November wieder.

Panini erhöht Preis von »ConsolPlus«
Mit der 8. Ausgabe (06/2009 – August) steigt der Preis von € 2,95 auf € 3,50 an.

Consol Media erhöht Preis von »Consol.AT«
Mit der nächsten Ausgabe (06/2009 – August) steigt der Preis von € 3,85 auf € 4,70 an.

»Games4Girls« – Panini launcht Spielemagazin für Mädchen
Computecs eher auf Jungen zielendes Spielemagazin »Kids Gamer« bekommt ab dem 5. August einen weiblichen Gegenspieler vom Panini Verlag. »Games4Girls« soll vorerst vierteljährlich erscheinen, unter dem Label der Zeitschrift »Hey«. Der Preis liegt bei € 3,50, der Umfang dürfte bei um die 50 Seiten liegen. Betreut wird das Heft u. a. vom Ex-CyPressler Fabian Käufer und Ex-Screenfun-Redakteur Peer Kröger.

Neben den für Mädchen üblichen Casualgames wird auch über Stars, Musik und Filme berichtet werden. Zusätzlich wird jeder Ausgabe ein Extra beigelegt.

Golem.de hatte bereits am 1. April [sic] eine News zum Erscheinen des Hefts gebracht. Die Arbeiten am Heft sind übrigens abgeschlossen, auf den Seiten von ach & krach grafik kann man schon erste Blicke ins Magazin werfen.

Neu im Handel: Lissy DS Magazin

»DS Magazin«, das gab’s doch schon mal. Richtig. Und da es das Kinderheft »Neox« nicht mehr gibt, könnte es einem auch relativ Schnuppe sein, dass Ausgabe 01/2009 unter dem Label der Zeitschrift »Lissy« läuft. Könnte.

Leider hat das neue »DS Magazin« von »Lissy« nicht mehr viel mit dem von »Neox« am Hut. Letzteres war zwar auch schon nicht der Weisheit letzter Schluss, man konnte es aber immerhin als männliches Wesen noch ohne größere Schamattacken in den Einkaufswagen legen. Nun heißt es: „Augen zu und durch!“

Mädels, ran an die Geräte!

Lissy DS Magazin 01/2009 Rollenklischees müssen einfach aufrecht erhalten werden und so verwundert es kaum, dass Rosa und Pink die dominierenden Farben sind. Auch das beigelegte Plastikextra schlägt in diese Kerbe. In einem rosa Karton befinden sich drei Touchpens. Einmal in glitzergrün, einmal mit Einhornkopf und einmal in pink – nachtleuchtend.

Das Heft hat einen, sagen wir mal ganz entscheidenden Vorteil: Man erfährt von DS-Spielen, von deren Existenz man außerhalb von Werbeprospekten großer Elektronikmärkten, sonst nichts mitbekommen würde. Ob „Abenteuer auf dem Reiterhof: Das Schwarze Wildpferd“, „Horse Life: Freunde für immer“ oder „My Boyfriend: Meine erste große Liebe“, die ausgewählten Spiele sind allesamt nur für eine Zielgruppe tauglich.

Die Artikel sind, wie für ein Kinderheft üblich, extrem kurz und dünn, dafür aber schön bunt bebildert. Bewertet wird in Schulnoten. Fehlen dürfen natürlich auch nicht die obligatorischen Poster in der Heftmitte. Ansonsten gibt’s noch ein paar Cheats, ein DSi-Feature auf immerhin vier Seiten, eine Hand voll Downloadspiele und Vorschauen zu weiteren Mädchenspielen, wie „Baby Wildkatzen“ oder dem 100. „Sophies Freunde“-Teil.

Fazit:

»Lissy DS Magazin« reiht sich nahtlos in die Versuchsreihe ein, junge und weibliche Leser zu erreichen. Vielleicht klappt das mit dem Mädel auf dem Einhorn als Covermotiv diesmal sogar. Anzeigenkunden sehen das Unterfangen eher kritisch – darauf lässt zumindest nur eine vorhandene Anzeige schließen. Für den normalen Leser ist das Heft nichts, wer dringend neue Touchpens braucht, investiert die € 2,95 und bekommt obendrauf noch 52 Seiten zur Belustigung, ein faires Angebot. Mitgeschrieben am Heft hat übrigens auch der freie M! Games/Man!ac-Redakteur Oliver Ehrle.

Daten und Fakten:

Start: 3. Juli 2009
Erstausgabe: 1/2009
Verlag: VPM Young Media
Segment: Nintendo-Magazin
Erscheinungsweise: sporadisch
Copy-Preis: € 2,95
Chefredakteur: Thomas Hartmann, Jürgen Winzer
Druckauflage: 80.000 Exemplare (Verlagsangabe)

Blätterwald #19 vom 17. Juni 2009

Computec:

PC Games World of Warcraft überarbeitet
1. Der Titel lautet von nun an PC Games MMore: World of Warcraft
2. Der Umfang steigt von 100 auf 116 Seiten
3. Die Frequenz erhöht sich ab Juli von zweimonatlich auf monatlich

X3 geht in die Breite
Die vorerst letzte Ausgabe (siehe Eintrag vom 12. Juni) hat ein neues Format bekommen. Von Din A4 (210x297mm) wurde auf das Heft auf 230x297mm verbreitet. Der Mitbewerber 360 Live nutzt das gleiche Format.

DVD Vision wird teurer
Nach der saftiger Preiserhöhung bei der WSV zieht auch nun auch die DVD Vision nach. Ab Ausgabe 04/2009 kostet das Magazin € 3,90 statt € 3,50. Außerdem wurde der UV-Lack auf dem Cover eingespart.

Neues N-Zone-Sonderheft
Nach über einem Jahr Pause, gibt es mal wieder ein neues N-Zone-Sonderheft. Der Schwerpunkt liegt auf einer Komplettlösung für Pokémon Platin-Edition. Der Preis liegt bei € 4,99, der Umfang bei 84 Seiten + Poster.

Games and More mit DVD
Computec hat dem Heft in der Ausgabe 07+08/2009 eine DVD mit vier Onlinegratisspielen beigelegt. Dabei handelt es sich allerdings um eine Anzeige – auf der DVD befinden sich keine redaktionellen Inhalte.

Weitere Verlage:

Gamefront mit neuem Wertungssystem
Mit der kürzlich erschienenden Ausgabe #55 hat man sich von den Prozenten verabschiedet, alle Wertungen werden nun im 10er System vergeben.

Neue Ausgabe vom DS-Magazin
Erscheint am 3. Juli und kostet € 2,95. Da es Neox nicht mehr gibt, läuft das Heft nun unter dem Label Pferdezeitschrift Lissy…

Neues GameMaster Special
Anfang Juli erscheint ein neues GameMaster-Sonderheft. Dieses kostet statt € 2,99 nun € 3,50.

Sprung im Display: Games Total schon wieder weg
Nach nur einer Ausgabe wird das billig zusammengeschusterte Heft mit PR-Texten von LCD Publishing wieder eingestellt.

Verkaufszahlen ConsolPlus / GamersPlus I/09
ConsolPlus 26.166
GamersPlus 24.533
(Verlagsangabe)

Fürs Archiv:
Die Bravo Screenfun wird nach fast 150 Ausgaben mit der Nummer 06/2009 eingestellt. Ab 2010 soll’s als Beilage weitergehen. Glauben wir das mal, sobald wir es sehen.

Spielehefte am Kiosk 2009 – Eine Sichtung des Bestandes

Aufgrund zahlreicher Nachfragen und des großen Interesses gibt es dieses Jahr erneut eine Sichtung vom Bestand der deutschen Spielepresse. Recycling im Magaziniac.Blog? Nein. Seit der Erstauflage von vor ziemlich genau einem Jahr hat sich etliches getan. So sind nicht nur zahlreiche Hefte neu auf den Markt gekommen, sondern es gab beispielsweise durch die Einführung der Games Group bei Computec oder den Relaunch der Man!ac zur M! Games tiefgreifende Änderungen.

Jedes Heft hat eine neue Beschreibung bekommen, es wird also nichts aus dem Vorjahr wiederverwertet. Ich wünsche eine angenehme Lektüre.

Multiformat:

Bravo Screenfun

Bravo ScreenfunDas Heft ist am Ende, inhaltlich, wie wirtschaftlich. Man mag es kaum glauben, aber die »Bravo Screenfun«, die heute am Kiosk vor sich hin vegetiert, hat mal über 300.000 Exemplare pro Monat am Kiosk verkauft. Vom Schatten seiner selbst zu sprechen wäre noch eine gnadenlose Übertreibung. Klägliche 11.616 Exemplare gingen pro Monat im ersten Quartal 2009 laut IVW noch über den Ladentresen und an die Abonnenten.

Der zweite Redaktionsaustausch versetzte dem Heft den Genickschuss. Leser und Anzeigenkunden nahmen schneller Reißaus als der Bauer Verlag „Kostensenkung“ rufen konnte. Das von der neuen Redaktion erdachte Konzept hat mit Informationsvermittlung nicht mehr viel am Hut. Es erweckt lediglich den Anschein 100 Seiten möglichst schnell und möglichst unübersichtlich zu füllen.

Eine Heilung ist ausgeschlossen, eine Abschaltung der lebenserhaltenden Maßnahmen „Geldhahn zudrehen“ wird mit jedem Monat wahrscheinlicher.

»Bravo Screenfun« ist monatlich inkl. DVD für € 4,50 am Kiosk zu haben.

Nachtrag: Der Titel wird mit der am 20.05. erscheinenden Ausgabe 06/2009 eingestellt.

Computer Bild Spiele

Computer Bild SpieleEuropas größtes Spielemagazin ist sie noch immer, die »Computer Bild Spiele«. Sie ist auch weiterhin die Anlaufstelle für unerfahrene PC- und Konsolenspieler. Doch auch diese Entdecken das Internet immer stärker für sich. Und so verliert auch die »CBS« kontinuierlich Käufer. Zuletzt lag das Minus bei 50.000 Exemplaren. Für Liebhaber günstiger Vollversionen ist sie dennoch unverzichtbar.

»Computer Bild Spiele« DVD ist monatlich für € 2,99 erhältlich. Die Gold-Ausgabe mit 2 DVDs und Top-Vollversion kostet € 4,99 und erscheint ebenfalls monatlich.

ConsolPlus

ConsolPlusDer Österreichimport von Panini. »ConsolPlus« ist meist vom Cover und einigen Titeln ohne USK-Kennzeichnung abgesehen inhaltsgleich mit der »consol.AT«. Das Multiformatmagazin erscheint 8x jährlich und hat in der Regel 116 auf Hochglanzpapier gedruckte Seiten. Einen Retroteil gibt’s auch. Wer es bunt mag und sich online gerne mit „seinen“ Redakteuren austauscht, greift bedenkenlos zu.

»ConsolPlus« kostet € 2,95.

Game Master

Game MasterEs ist doch nur ein Kinderheft…“ Sicher ist es für eine junge Zielgruppe, man sollte sich davon jedoch nicht täuschen lassen. »Game Master« behandelt nicht nur Pokémon und Naruto-Spiele, sondern setzt sich auch gerne mit RPGs für Nintendos DS auseinander. Das Qualitätsniveau wird dabei seit Jahren gehalten. Abgerundet wird das Angebot mit mehr oder minder nützlichem Gimmick. Dies kann sinnloses Plastikspielzeug oder auch eine Aufbewahrungsbox für DS-Spiele sein.

»Game Master« kostet monatlich € 2,99 inkl. Extra.

GamePro

GameProVor kurzem hat man das Logo aufgefrischt, Covergestaltung und Innendesign hat man jedoch vergessen. Optisch wirkt die »GamePro« kalt und ein wenig angestaubt. Unter Alleinstellungsmerkmal lässt sich die DVD verbuchen, sie ist und bleibt unerreicht. Wie so ziemlich das gesamte Marktumfeld, hat die »GamePro« mit sinkenden Auflagenzahlen zu kämpfen und erlebte in den letzten Jahren eine starke Umfangs- und Redaktionsdiät. Ein weiteres Ärgernis: Man weigert sich standhaft eine Korrekturspalte einzuführen, wie sie beim Schwesterheft seit Jahren üblich ist. Nach so manchem Special wäre sie von Nöten gewesen…

Es wird Zeit, dass mal wieder ein frischer Wind durchs Heft weht.

»GamePro« kostet monatlich € 5,50 inkl. DVD.

Games Aktuell

Games AktuellDas Konsolenheft mit der PC-Note. Computec ist sich nach der Übernahme des Magazins von CyPress zunächst nicht so ganz mit der Fahrtrichtung im klaren gewesen. Inzwischen hat man sich trotz Sparens beim Heftumfang für eine hochwertige Ausstattung entschieden. Die Stärke der »Games Aktuell« liegt beim Systemvergleich, wenn ein Spiel für mehrere Plattformen erscheint.

»Games Aktuell« kostet inkl. DVD und Doppelposter € 3,90. Die nackte Heft ohne Beilagen, »Games Aktuell Magazin« genannt, ist für € 1,90. Damit gehört das Heft zu den günstigen am Markt. Beide Varianten erscheinen monatlich.

Games and More

Games and MoreVom Reißbrett an den Kiosk. »Games and More« sollte ein Entertainmentheft für alle sein, vor allem für Casualgamer. Die viel beschworene Zielgruppe weigert sich aber bereits seit Jahren standhaft die für die konzeptionierten Hefte zu kaufen. Das ist bei der »Games and More« nicht anders. Nach dem Anfangs noch etwa 100.000 Exemplare pro Ausgabe abgesetzt haben wollte, sollen es nun nur noch 65.000 sein. Dann kam noch die Wirtschaftskrise und das Zusammenbrechen des Anzeigenmarkts. Und so kostet »Games and More« nun 50 Cent mehr und kommt dieses Jahr von April bis Oktober nur zweimonatlich. Handwerklich ist sie mit Sicherheit nicht schlecht gemacht. Für gerade mal 40 Cent mehr bekommt man aber mit »Games Aktuell Magazin« bereits ein vollwertiges Spielemagazin, wozu also »Games and More« kaufen?

»Games and More« erscheint derzeit zweimonatlich zum Preis von € 1,50 für 68 Seiten, Beilagen gibt es keine.

gamesTM

gamesTMDie britische »gamesTM« ist ein tolles Heft. Deswegen versuchen Verlage rund um den Globus immer wieder das Magazin zu etablieren. Dabei müssen sie leider eine Erfahrung immer und immer wieder machen: Es geht scheinbar nur als Prestigeobjekt.

Und so verabschiedet sich die »gamesTM« immer wieder nach kurzer Zeit vom Markt. Der zweite Versuch auf dem deutschen Markt hält noch an. Allerdings ist das Heft schon ein bisschen teurer geworden, man hat die Klebebindung gestrichen und das Magazin kommt seit dem Jahreswechsel nur noch zweimonatlich. Wir werden sehen, ob sich die Situation im Herbst ändert. Aktuell ist das Anzeigenaufkommen von im Schnitt 20 Seiten pro Ausgabe auf vier klägliche Seiten gefallen – keine schönen Aussichten.

»gamesTM« bietet eine Mischung aus Previews, Tests und einem großem Retroteil, der in Zusammenarbeit mit der englischen Retro Gamer entsteht.

»gamesTM« erscheint derzeit zweimonatlich zum Preis von € 3,90.

GEE

GEEMan kann auch andere Wege gehen. GEE hält sich als „Außenseiter“ bei den Spielemagazinen nun schon seit mehr als fünf Jahren.

Tests haben keine Spielspaßwertung, aber eine GEE kauft man auch nicht wegen der Tests. Sondern aufgrund von Reportagen und Features, der Lust an Nerdstuff und Kolumnen.

Das bringt nicht unbedingt viele Käufer, aber scheinbar genug, um das Heft am leben zu halten und Anzeigenkunden, nach denen sich so manch anderes Magazin die Finger lecken würde.

»GEE« erscheint 8x jährlich zum Preis von € 4,50.

Kids Gamer

Kids GamerWieder ein Versuch eine äußerst kaufkräftige Zielgruppe anzusprechen und wieder klappt er nicht. »Kids Gamer« ist ein Spieleheft für die ganz Junge Spieler. Die Texte sind belanglos, die Erscheinungsweise ein Witz und das Layout eine optische Katastrophe. Was sich bei der Konzeption gedacht wurde, lässt sich für außenstehende nur schwerlich nachvollziehen, besitzt Computec mit seiner alten »Games and More« von 1998 bis 2000 doch Erfahrung im Kindersegment. Große Poster oder Plastikspielzeug zur Verkaufsförderung gibt es nicht. In dem Fall greift die Zielgruppe lieber zur »Game Master« und ist dort günstiger und deutlich besser aufgehoben.

»Kids Gamer« erscheint vierteljährlich. 68 Seiten kosten € 3,50.

M! Games

M! GamesEhemals »Man!ac«. Cybermedia hat die DVD über Bord geschmissen und aus der »Man!ac« das Premiummagazin »M! Games« gemacht. Der Heftumfang liegt bei 108 bis 132 Seiten Hochglanzpapier. Auch wenn das Heft zu weilen etwas chaotisch wirkt, gibt es doch einen hervorragenden Überblick über die Spielelandschaft und hat auch für Importzocker ein Herz.

Abonnenten erhalten ihr Heft zwar nicht unbedingt früher als die Kioskkäufer, dafür sparen sie satte 15% gegenüber Einzelkauf und bekommen noch ein extrem schickes Cover ohne lästige Textaufdrucke, die am Kiosk für die Verkaufsförderung notwendig sind.

»M! Games« erscheint monatlich zum Preis von € 4,50.

Mobile Gamer

Mobile GamerEs ist ein Jammer. Das Heft ist ein optischer Hochgenuss und bietet den besten Überblick über Handheldspiele am deutschen Markt, den man sich wünschen kann. Und dann gibt es nur vier Ausgaben pro Jahr. Aktuell sind’s sogar noch weniger. Aufgrund der schwierigen Marktsituation ist das für Frühjahr geplante Heft sogar ausgefallen. Drücken wir ganz fest die Daumen, dass wenigstens im September das geplante Heft erscheint. Ansonsten müssten wir einen herben Verlust am Kiosk beklagen.

»Mobile Gamer« erscheint eigentlich vier Mal im Jahr zum Preis von € 3,50.

Multimania

Multimania»Multimania« ist eine Art Fanzine für elektronische Unterhaltung und ist im Laufe seines nun schon recht langen Lebens immer dicker geworden. Damit kam leider auch etwas Trägheit, denn die Redaktion schafft es einfach nie ein Heft pünktlich an den Kiosk zu bringen. Das muss endlich besser werden!

»Multimania« erscheint eigentlich zweimonatlich zum Preis von € 3,50.

Nintendo:

N-Zone

N-ZoneDeutschlands „dienstältestes Singleformatmagazin“. Nicht mehr lange und die »N-Zone« ist 150 Ausgaben alt. Fragt sich, ob sie dabei ihren Zenit langsam überschritten hat. Gewiss, die Optik ist ansehnlich und die Redaktion kompetent, Nintendos Casualwahn macht dem Heft aber zu schaffen, das kostet Leser. Da sich auch Anzeigenkunden in vornehmer Zurückhaltung üben, hat Computec die Redaktion stark eingedampft und die Papierqualität auf ein Minimum reduziert. Die Marktführerschaft hat man auch verloren, durch einen kleinen Kunstgriff „monatlich“ ist man aber immer noch die Nr. 1. ;)

»N-Zone« erscheint monatlich am Kiosk zum Preis von € 3,50 bzw. für € 4,56 im Abo mit DVD. Zusätzlich gibt es vierteljährlich Premium-Ausgaben zum saftigen Preis von € 8,90.

Wii Magazin

Wii MagazinWir haben sie alle“. »Wii Magazin« testet und warnt auch vor den zahlreichen Casualgames, um die andere Magazine nur allzu gerne einen weiten Bogen machen. Das Ergebnis sind unterhaltsame Verrisse am laufenden Band. Der Schreibstil ist äußerst subjektiv und das Heft kann sich auf eine äußerst treue Stammleserschaft verlassen, die teils schon zu »64 Power«-Zeiten dabei war. Inzwischen hat man den ewigen Konkurrenten »N-Zone« geschlagen, »Wii Magazin« ist das meistgekaufte Nintendo-Magazin. Beste Ausstattung zum besten Preis bei hoher inhaltlicher Qualität machen sich bezahlt. Leider spielt die Optik nicht mit.

»Wii Magazin« erscheint sieben Mal im Jahr zum Preis von € 3,50. Dafür werden 124 Seiten inkl. großem Doppelposter geliefert.

Wii Player – Das Magazin

Wii PlayerComputec und Casualgamer, Part III:

Wohin will man mit dem Heft eigentlich? Die Frage scheint Computec sich bis heute nicht beantwortet zu haben. Zweimonatlich für € 2,99, zweimonatlich für € 3,30, vierteljährlich für € 3,90, vierteljährlich für 2,90. Das Ziel ist nach zwei Jahren „klar“ definiert.

Nach einem kleinen Hoch hat auch hier die Anzeigenkrise wieder voll durchgeschlagen. Inhaltlich wird ein bunter Mix über Casualthemen für Wii und NDS geboten. Wer’s braucht…

»Wii Player« erscheint vierteljährlich zum Preis von € 2,90 bei 68 Seiten Umfang.

PlayStation 3:

play³

play³2009 wird nicht alles Schlechter. Auch wenn es weiterhin den Anschein erweckt, dass die »play3« weiterhin wie eine Zitrone ausgequatscht wird, ging es trotz Einführung der Zentralredaktion in den letzten Monaten wieder aufwärts mit dem Heft. Die neue Führung von Ex-CyPressler Thorsten Küchler tut dem Heft sichtlich gut. Leseranregungen werden endlich zügig umgesetzt und das Lesen macht wieder Spaß. Rollenspielerherzen schlagen höher, wenn Christian Schönleins RPG-Blut aufs Papier tropft. Möge sich dieser Aufwärtstrend fortsetzen und dafür sorgen, dass Computec Media endlich über den eigenen Schatten springt und den Heftumfang wieder auf 116 bis 132 Seiten zu erhöhen. Die bösen Erinnerungen, als redaktioneller Inhalt zu Gunsten von mehr Anzeigenseiten geopfert wurde, bei gleichzeitiger Preiserhöhung, sollen endlich verblassen.

»play3« erscheint monatlich mit DVD zum Preis von € 5,50, sowie vierteljährlich als Premium-Ausgabe zum Preis von € 9,99.

PlayBlu

PlayBluLang hat’s gedauert, bis sich LiveEmotion wieder an ein PlayStation-Magazin gewagt hat. Inhaltlich hat es sich durchaus gelohnt, denn »PlayBlu« bringt jede Menge Lesespaß. Alleinstellungsmerkmale, wie die Rubrik „Dekadenz des Monats“ überzeugen. Auch über die Heftausstattung lässt sich nicht klagen.

Leider hat man erneut auch alle Schwächen des LiveEmotion-Einheitslayout übernommen. Der Seitenaufbau ist katastrophal unübersichtlich, der Blocksatz teils viel zu stark zusammengetrieben. Und Späße, wie den Tests des Monats noch vors Editorial zu packen sind auch nicht der Weisheit letzter Schluss. All das wäre noch verzeihlich, wenn das Heft denn monatlich käme. Sechs Ausgaben pro Jahr sind für ein PlayStation-Magazin viel zu wenig, eine dreimonatige Sommerpause gar unverzeihlich.

»PlayBlu« erscheint sechsmal pro Jahr zum Preis von € 3,50 inkl. Poster bei 124 Seiten Umfang.

PS3M

PS3MEin schwieriges Kapitel, ein ganz schwieriges. »PS3M« hat vor allem damit zu kämpfen, dass sich viele PS3- und Xbox 360-Inhalte überschneiden. Und so recycelt man zahlreiche Beiträge aus dem Schwesterheft »360 Live«, welches zeitgleich am Kiosk liegt – sogar vor dem Editorial wird nicht halt gemacht. Dies hat zur Folge, dass man sich im Prinzip eins der beiden Hefte schenken kann, nämlich »PS3M«, da dieses 30 Cent teurer ist. PS3-only-user wird dies natürlich weniger tangieren, ein bitterer Beigeschmack bleibt dennoch.

»PS3M« erscheint monatlich mit 84 Seiten Heftumfang, verlangt werden dafür € 3,90. Aktuell gibt es ein 32 Seiten Heft in Heft als Beilage.

Xbox 360:

360 Live

360 LiveBei »360 Live« hat sich in letzter Zeit einiges getan. So wurden die Wertungen gestrafft, die Awardvergabe verändert, das Papier verbessert und aktuell das Layout überarbeitet. Die Optik ist jedoch weiterhin englisch, d. h. es wird viel auf XXL-Bilder gesetzt. Text zu lesen gibt’s dank der kleinen Schrift dennoch genug. Highlight fast jeder Ausgaben sind die Editorials von Richard Löwenstein. Leider gibt es dort ab und an Anfälle von akuter Eigenwerbung, Vorsicht ist daher immer geboten.

»360 Live« erscheint monatlich mit 84 Seiten Heftumfang, verlangt werden dafür € 3,60. Aktuell gibt es ein 32 Seiten Heft in Heft als Beilage.

X3

X3Irgendwie ist Computec glücklos in Sachen Xbox-Magazine. »Xbox Zone« gegen die Wand gefahren, »OXM« zu Tode gespart. Nun hat’s auch den Nachfolger des »offiziellen Xbox-Magazins« erwischt. Heftumfang von 100 auf 84 Seiten runter. Die ohnehin chronisch unterbesetzte und hohen Fluktuationen unterlegene Redaktion wurde kürzlich durch die Zentralredaktion der Computec Games Group ersetzt. Das klappt mal mehr mal weniger gut. »X3« ist optisch eine Bombe und inhaltlich schön strukturiert, der Funke will aber nicht so recht auf Leser und Anzeigenkunden übersprungen. Computec gibt an 19.000 Exemplare absetzen zu wollen, lässt dies aber wie gewohnt nicht durch die IVW bestätigen. Anzeigenkunden sind derzeit kaum bis gar nicht am Heft interessiert.

»X3« erscheint monatlich zum Preis von € 3,60. Der Umfang liegt bei 84 Seiten. Einmal gesenkt hebt Computec ihn nur selten wieder an.

Xbox Games

Xbox GamesDas einzig noch verbliebende Xbox-Magzin der ersten Generation. Verdient hat man sich’s, so setzte man von Beginn an auf eine umfangreiche Ausstattung und einen sehr fairen Preis.

»Xbox Games« hat das beste Preisleistungsverhältnis am Markt und überzeugt durch eine lockere Schreibe. Mittlerweile ist durch die IVW auch bestätigt, was lange geahnt und angenommen wurde: Qualität setzt sich langfristig durch und so verwundert es kaum, dass »Xbox Games« mit großem Abstand Marktführer ist.

Weniger Ruhmreich geht es hingeben beim Layout zu. Es ist das typische LiveEmotion-Chaos und bedürfte eigentlich bei Zeiten eine gründliche Frischzellenkur. Vor allem sollte man Heftnamen und Buchstabensalat im Logo endlich in Einklang bringen und endlich den grau-grünen Matsch entfernen. Ebenso möge man dem Verlag einen Kalender reichen und ihm klar machen, dass der Mai nicht der Monat Juni/Juli ist. Die Mitbewerber haben dies schließlich auch verstanden.

„Xbox Games? Hamm wa nicht!“
‚Na XBG 360 X Games’
„Ach so, hier bitte!“

»Xbox Games« erscheint sieben mal im Jahr zum Preis von € 3,50 bei 124 Seiten Umfang inkl. Poster.

PC-Spiele:

GamersPlus

GamersPlusDer Panini Verlag hat auch das österreichische PC-Spielemagazin »Gamers.AT« zu uns gebracht. Fragt sich angesichts der übermächtigen Konkurrenz ein wenig wozu. Im PC-Sektor ist eine zweimonatliche Erscheinungsweise ein absolutes No-Go, noch längere Sommerpausen erst recht. Das Heft ist schön bunt, wirkt aber etwas konsolig, was vielen PC-Spielern missfallen dürfte. Die Ausstattung ist mit 116 Seiten im Vergleich zu den Magazin-Ausgaben der GameStar oder PC Games auch nicht überragend.

Einen Pluspunkt darf man aber nicht unter den Tisch fallen lassen. Der Leser/Redaktionskontakt ist absolut vorbildlich.

»GamersPlus« erscheint sechs mal im Jahr zum Preis von € 2,95.

GameStar

GameStarSeit Jahren die Referenz für PC-Spieler – das größte und meistabonnierte PC-Spielemagazin in Europa. Abonnenten bekommen ein schickes Abo-Cover, Käufer der DVD-Ausgabe die beste DVD auf dem Markt. Das Wertungssystem „Mit Addition zum Spielspaß“ polarisiert seit langem, hält sich aber (leider) immer noch.

»GameStar« erscheint monatlich als Magazin für € 3,50, als DVD-Ausgabe für € 5,30 und als XL-Version mit 2 DVDs für € 6,30. Bundles und Beilagentüten gibt es derzeit nicht.

PC Action

PC ActionSie war schon immer etwas Anderes und wurde durch ihre Redakteure maßgeblich geprägt. Doch im letzten Jahr hat die »PC Action« ihre zentralen Figuren verloren und ist seit diesem Jahr auch an Zentralredaktion erkrankt.

An den Irrwitz, man ist noch aktueller, wenn man Neujahr bereits in der zweiten Novemberwoche feiert glaubt inzwischen auch niemand mehr. Die Auflage hat’s inzwischen auf unter 40.000 zerbröselt. Und da sage man noch, säge nicht auf dem Ast auf dem du sitzt…

»PC Action« kostet mit DVD € 5,50 bzw. DVD plus Film € 7,90. Vierteljährlich gibt es eine Premiumversion für € 9,99.

PC Games

PC GamesHoch gestiegen und tief gefallen. Einst Vorreiter in Sachen Ausstattung, inzwischen Vorreiter in Sachen Einsparungen. Durch permanente Layoutwechsel in den vergangenen Jahren erfand sich die »PC Games« keines Wegs neu, sondern irrte im Nebel durch die Gegend. Auch bevorzugte man es eher durch besonders dem Heftlayout nachempfundene Anzeigen oder durch das Vorziehen des EVTs aufzufallen als mit Innovationen zu punkten. Die DVD hat noch immer nicht die Qualität der Mitbewerber erreicht.

Derweil sucht man sein Glück eher in Sonderheften. Es wundert, dass dabei überhaupt noch Zeit fürs Hauptheft bleibt. Auch PC Games ist von Zentralredaktion befallen.

»PC Games« erscheint als Magazinausgabe für € 3,50. Die DVD-Version kostet € 5,50. Wer eine zweite DVD und 32 Tipps möchte, kann Extended für € 6,99 erwerben. Alle drei Monate gibt es noch Premium für € 9,99. Außerdem gibt es im monatlichen Wechsel PC Games Magazin + PC Games World of Warcraft bzw. PC Games Magazin + PC Games WoW-Klassenbuch.

Sonstige:

Buffed – Das Magazin

Buffed - Das MagazinSpielemagazinveteran Heinricht Lenhardt schaffte es sich für das »Buffed«-Heft tatsächlich eine gute Ausstattung zu erkämpfen, inzwischen selten für ein Computecmagazin.

»Buffed« zielt in erster Linie auf WoW-Spieler, deckt aber auch die Bedürfnisse anderer Onlinerollenspieler ab und ist einzigartig auf dem deutschen Markt. Es weiß außerdem durch eine liebevolle Gestaltung zu gefallen.

»Buffed« erscheint zweimonatlich mit 132 Seiten zum Preis von € 5,90. Gelegentlich ist eine DVD mit MMO-Client beigelegt.

Die Sims – Das offizielle Magazin

Die Sims - Das offizielle MagazinDie Sims sind zurück und damit bekommen sie auch ein neues Magazin. Und zwar gleich von Anfang an. Wir werden sehen, ob IDGs Strategie Erfolg haben wird.

»Die Sims – Das offizielle Magazin« erscheint ab Juni zweimonatlich zum Preis von € 6,99 inkl. DVD.

GameStar Sonderheft: World of Warcraft

GameStar: World of WarcraftIDG auf dem WoW-Trip. Seit diesem Jahr erscheint das »GameStar WoW-Sonderheft« sogar monatlich. Die Beurteilung der inhaltlichen Qualität überlasse ich WoW-Spielern.

»GameStar Sonderheft: World of Warcraft« erscheint monatlich zum Preis von € 6,99. Inbegriffen sind ein 132seitiges Magazin und ein Poster.

Making Games Magazin

Making Games Magazin»GameStar/dev« hat einen neuen Namen. Das »Making Games« beschäftig sich mit den Hintergründen in der Spielebranche. Besucht Entwickler, spricht übers Programmieren und behandelt Schwerpunkte wie Communitymanagement oder Humor in Spielen.

»Making Games Magazin« erscheint vierteljährlich zum Preis von € 6,90 für 84 Seiten. Erhältlich ist das Magazin ausschließlich am Bahnhofskiosk und im Abo.

PC Games Sonderheft: World of Warcraft

PC Games: World of WarcraftUnd es geht weiter aufwärts, inzwischen 75.000 Exemplare will Computec pro Ausgabe von seinem »PC Games«-Spinoff absetzen. Und das, obwohl das 100seitige Heft fast sieben Euro kostet. WoW ist und bleibt für Nichtspieler ein Rätsel und so überlasse ich WoW-Spielern die Beurteilung des Hefts.

»PC Games Sonderheft: World of Warcraft« erscheint zweimonatlich zum Preis von € 6,99.

Retro

RetroFür alle, die gerne mehr über die Spiele der „guten alten Zeit“ erfahren müssen, sei die »Retro« ans Herz gelegt. Jede Ausgabe setzt sich zudem einen thematischen Schwerpunkt wie Rollenspiele oder Ego-Shooter.

»Retro« erscheint vierteljährlich für 6,95 inkl. CD und ist ausschließlich am Bahnhofskiosk und im Abonnent erhältlich.

Tipps & Tricks:

Dieses Segment ist tot! Es gibt keine regelmäßigen Tippshefte mehr, die sich NICHT um World of Warcraft drehen.

Papercut-Hefte:

Games MagicIn unregelmäßigen Abständen veröffentlicht Papercut in Deutschland verschiedene Tipps und Tricks-Hefte, Tipps-Bücher und Poster mit den Schwerpunkten PlayStation, WoW und Pokémon. Da die Teile häufig nach nur ein bis zwei Ausgaben eingestellt werden oder unter neuem Namen auftauchen, spare ich mir eine genaue Auflistung. Aktuell erhältlich ist zum Beispiel »Games Magic«, ein WoW-Postermagazin.

Abo-only:

Deutschsprachige Magazine, die hier zu Lande nur im Abo erhältlich sind:
consol.AT, Gamers.at, Gamefront, Gaming XP

Vermisst:

»Cheat Commander«. Der letzte verzweifelte Versuch »Softsales Cheat Checker« unter neuem Namen am Leben zu halten dürfte gescheitert sein. Am 28.10.08 erschien die letzte Ausgabe, eine offizielle Meldung zur Einstellung gibt es nicht, dennoch lässt sich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Titel tot ist.

»Gamers.de«. Im Januar erschien die wahrscheinlich letzte Ausgabe des kostenlosen Spielemagazins. Mit nur fünf Ausgaben ein wahrlich kurzes Zwischenspiel.

»Infamily Film & Spiel«. Nach der zweiten Ausgabe verschwunden. Ursprünglich waren vier Ausgaben für dieses Jahr angesetzt, bislang ist jedoch keine davon erschienen. Es heißt so schön, „Der Titel ruht“.

»Level 1«. Wie auch schon im vergangenen Jahr. Das Heft ist nicht tot, aber ich kann einfach keine Ausgaben auftreiben, obwohl nachweislich welche erscheinen.

Zukunft:

Es erwartet uns 2009 noch offizielles Sims 3-Magazin, wie bereits oben kurz vorgestellt. Natürlich weitere 36-Seiten-Hefte von Papercut, ggf. auch von LCD Publishing, bestimmt auch erneut „Postermagazine“ und jede Menge Abschusskandidaten. Denn davon, dass die Anzeigenkrise spurlos an diesem Segment vorbeigeht, ist zu bezweifeln.

Genießt die schönen Tage und kauft mal wieder ein Spielemagazin, die Redakteure werden es euch danken. ;)

Blätterwald #18 vom 01. Mai 2009

Computec:

»Games Aktuell« Magazin nun auch im Abo
Wer sich ein vollwertiges Spielemagazin ohne DVD wünscht, kann sich ab sofort zwölf Ausgaben »Games Aktuell« für 20 Euro pro Jahr nach Hause liefern lassen.

»Games and More« vorerst zweimonatlich
Bereits die aktuelle Ausgabe ist eine Doppelnummer, im Mai erscheint kein Heft. So steht es zumindest in den neuen Mediadaten geschrieben. Weitere Ausgaben gibt es demnach im Juni, August und Oktober. Ab dann soll das Magazin wieder monatlich erscheinen.

»SFT« mit 60 Cent Preisaufschlag
Die Folgen des Anzeigenmarkts und der am Kiosk steil sinkenden Verkäufe scheinen ihren Tribut zu zollen. Ab sofort steigt der Heftpreis von € 3,90 auf € 4,50.

»Widescreen Vision« wird abermals teurer
Der Heftpreis steigt von den ohnehin schon ambitionierten € 5,90 auf € 6,50. Darauf lässt zumindest der gestiegene Abopreis schließen, der nun bei saftigen 73 Euro für zwölf Ausgaben oder € 6,08 pro Heft liegt.

Neue Verkaufszahlen, Unternehmenspräsentation II/2009
»Kids Gamer« soll nun 23.000 Exemplare pro Ausgabe absetzen, bisher wurden 19.000 Exemplare angegeben. Einen unglaubwürdigen Auflagensprung hat zudem die »Widescreen Vision« zu verzeichnen. Just nach dem IVW-Austritt soll die Auflage von 16.000 auf 25.000 Exemplare gestiegen sein. Wenn dem so ist, hätte man nicht austreten brauchen und hätte den Zuwachs wunderbar in einer Pressemitteilung verarbeiten können.

Gab Computec noch 820.000 verkaufte Hefte, davon 119.000 Abonnenten pro Monat in der I/09er Präsentation an, liegt die Gesamtauflage (Verkäufe) aller Computec-Magazine nur noch bei 770.000 Exemplaren, davon 110.000 Abonnenten.

Abgang bei der Games Group
Nach Maik Bütefür vor wenigen Monaten hat nun auch Udo Crnjak die Redaktion der play3 verlassen.

»Play Vanilla« nun auch online offiziell beerdigt
Die letzte News kam am 12. Januar, danach herrschte Stillschweigen über das Fortbestehen von Computecs Frauenonlineportal. Am 29. April wurde das Aus im Forum verkündet. Damit ist etwa ein Jahr nach dem Ende der Printausgabe auch online Schluss. Das Forum wird bei Cynamite integriert.

»X3« Umfang sinkt von 100 auf 84 Seiten.
Die Meldung ist nicht mehr frisch, sondern wird an dieser Stelle der Vollständigkeit halber aufgeführt, da sie im letzten Blätterwald noch nicht bekannt war. Grund dürfte die vollständige Abwesenheit von Anzeigenkunden sein.

IDG:

»Die Sims – Das offizielle Magazin« kommt wieder
Und zwar ab dem 02.06.2009. Der Preis liegt bei € 6,99. Dafür gibt’s ne DVD und 100 Seiten Heftumfang. Zum Start werden 100.000 Exemplare gedruckt. Es versteht sich natürlich von selbst, dass ein Heft ohne Mitbewerber natürlich der Aktualität wegen mit der Nummer 07/2009 erscheinen muss. Zumindest, wenn das Cover schon final ist. Die Erscheinungsweise ist derzeitig zweimonatlich angesetzt.

Live Emotion:

Erste Verschlimmbesserungen bei »PlayBlu«
Da ist das Heft erst vier Ausgaben alt und schon wird dran rumgefuscht. Passend zur Anzeige im Coverstil „Wendecover“ gibt es ein Preview, das am Heftende auf dem Kopf steht. Wäre das nicht schon schlimm genug, gibt es ab sofort den Test des Monats auf den Seiten 2 bis 5.

Mit ähnlichen Späßchen machten sich diverse Computec-Publikationen schon viele „Freunde“ in der Vergangenheit.

Weitere Verlage:

Airmotion rüstet »360 Live« und »PS3M« auf
Ab sofort haben beide Magazine ein 32 Seiten Kaufberater „Heft in Heft“, der in die Mitte des Heftes geklammert ist.

Neuer Look für »360 Live«
Mit Ausgabe 05/2009 präsentiert sich das Heft mit leicht überarbeitetem Layout. Von vermeintlichen Revolutionen hat man zum Glück Abstand genommen.

»Games Magic« #2 erschienen
World of Warcraft macht scheinbar jedes noch schon unscheinbare Etwas zu einem Verkaufshit. Ok, Zahlen sind natürlich keine bekannt, aber erstmals bringt es eins von Papercuts „Posterheften“ auf eine zweite Ausgabe. Das ist insofern besonders, da sich bislang dazu entschied, Hunderttausend Heftnamen zu verbraten, statt einem „Magazin“ auch mal eine Fortsetzung zu spendieren. Seit dem 24.04 für € 2,99 erhältlich, ein riesiges Nordendposter mit ein paar Tipps auf der Rückseite. »TV Gamer« und »TV Mania« sollen jetzt nach entlichen Verschiebungen am 5. Mai erscheinen. Lassen wir uns überraschen.

»Mobile Gamer« #15 erst im September
Vermutlich aufgrund der desolaten Lage auf dem Anzeigenmarkt lässt Cybermedia die für Frühjahr angesetzt Ausgabe ausfallen. »Mobile Gamer« kehrt hoffentlich, so wie auf der Magazinwebseite angekündigt, im September zurück.

Neu im Handel: Games Total

Willkommen zum ersten „Neu im Handel“ im Jahre 2009. Objekt der „Begierde“ ist »Games Total«. Wem das jetzt englisch vorkommt, der sei gleich gewarnt: Es ist nicht Papercut, sondern LCD Publishing – das macht es nicht besser, sondern eher schlimmer.

Die Katze im Sack

Games Total 01/2009Damit potenzielle Käufer nicht gleich am Kiosk verschreckt werden, ist das Heft feinsäuberlich in eine Plastiktüte verpackt. Nach öffnen der selbigen ist man allerdings kurz davor umzukippen. Nicht so sehr wegen des Inhaltes, der sich ja erst noch offenbaren muss, sondern aufgrund des abscheulichen Gestanks, den das matte und farbuntreue Inhaltspapier von sich gibt.

Sonderlich viel gibt es über die Macher nicht zu erfahren, weder ist die Verlagsadresse, noch die Druckerei oder der Vertrieb vollständig angegeben. Von Menschen, die dieses Heft erstellt haben, will ich gar nicht erst anfangen, vermutlich ist es computergeneriert.

Die Mär vom Editorial

„Hi Jungs! Wir begrüßen euch zur ersten Ausgabe von Games Total!

Dieses Heft bringt euch News, Berichte und Infos über die neuesten Spiele. Dazu gibt’s ein paar kniffelige Rätsel und coole Poster.

Und außerdem haben wir ein tolles Geschenk für dich!

Bist du soweit? Na dann schau dir an, was es Neues gibt in der Welt der Gamer!“

Schön, dass es bei einem Heft dieser Gattung überhaupt ein Editorial gibt. Dumm nur, wenn es nicht einen Satz von den Versprechungen halten kann.

News gibt es keine, Berichte kann man die gefühlte Abschrift der Packungstexte nicht nennen, Bloom Box und Pure sind alles, aber nicht aktuell, „eins von sechs Bildern sieht anders aus“ ist kein anspruchsvolles Rätsel, verpixelte Poster sind nicht cool und ein Geschenk hab ich auch nicht gefunden.

Der Reihe nach…

»Games Total« weist keinerlei Heftstruktur auf, deswegen hat man sich ein Inhaltsverzeichnis gleich gespart und beginnt mit einem „Rätsel“. Eine der Little Big Planet-Figürchen sieht anders, welche kann das nur sein? Selbst siebenjährige, die zur Zielgruppe des Heftes noch gerade so gehören dürften, werden hier hoffnungslos unterfordert.

Die Berichte, die ihren Namen eigentlich nicht verdient haben, sind nur wenige Sätze kurz und erwecken den Eindruck, man habe versucht die bunten Hintergründe möglichst nicht mit Beschriftung zu verunstalten. Dabei sind diese noch nicht mal sonderlich hübsch, denn die Artworks wurden so groß gezogen, dass die Kanten ausfransen und teilweise haben die Motive weiße Ränder, weil man nicht mehr Zeit als nötig in Photoshop investieren wollte, um die Bilder von ihrem Originalhintergrund zu befreien.

Qualitätsjournalismus

Abgesehen davon, dass die Texte viel zur kurz sind, fällt vor allen eines auf: Sie sind in einem viel zu guten Deutsch für ein Heft aus England verfasst. Bis auf eine versaute Pluralbildung „Skaters“ sind mir keine groben Schnitzer aufgefallen.

Des Rätsels Lösung ist einfach, wie schlecht: Die Beschreibung der Spiel-„Features“ von Boom Blox findet man wortwörtlich auch auf der Amazonseite. Gleiches gilt auch für die Spielbeschreibung, alles was im Heft steht, lässt ggf. in etwas länger auch bei Amazon ablesen. Einziger Unterschied: Um die Produktbeschreibung bei Amazon lesen zu können, muss ich kein Geld bezahlen und die Webseite ist im Gegensatz zum Heft absolut geruchsneutral.

Bunte Mischung

Damit man die Poster, zumindest Lara und Killzone 2 nicht nutzen kann, befinden sie sich vorausschauender Weise auf der Rückseite eines PR-Textes bzw. eines Fehlersuchbildes und nicht in der Mitte des Heftes. Drei Poster sind dann doch an der Stelle, an der sie sein sollten. Nur, was sagt uns die Zahl drei? Richtig, die eine Posterrückseite ist wieder mit einem „Artikel“ belegt.

Es folgen noch ein paar Weitere belanglose Rätsel (Neunteiliges Puzzle und ein Doppelgänger-Suchspiel) und weiteres PR-Material, wie zu Tom Clancy’s Hawx und FIFA 09. Abgeschlossen wird das Heft mit einem Malbild und damit hat man dann endlich die 36 Seiten hinter sich gebracht, für die immerhin € 2,99 verlangt werden.

Angedroht ist eine zweimonatlich Erscheinungsweise, hoffen wir, dass es dazu nicht kommt.

Daten und Fakten:

Start: 17. April 2009
Erstausgabe: #1/2009
Verlag: LCD Publishing Ltd.
Segment: Multiformat-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: € 2,99
Chefredakteur: Nicht vorhanden
Druckauflage: Nicht bekannt

Blätterwald #17 vom 06. April 2009

Computec:
Veränderung im Vorstand
Per Ad-hoc-Meldung wurde bekannt, dass Johannes S. Gözalan seit dem 31.03.2009 nicht mehr Mitglied im Computec-Vorstand ist. Mehr dazu unter anderem bei DWDL.de und Kress.

Preiserhöhung bei Games and More
Ab der aktuellen Ausgabe kostet das Heft 50 Cent mehr, der Heftpreis steigt somit von € 1 auf € 1,50.

Neue Termine bei der Games Aktuell
Das Heft erscheint von April bis Juli jeweils eine Woche später als zunächst geplant.

Preiserhöhung bei PC Games Hardware
Ebenfalls ab Ausgabe 05/2009 kostet die DVD-Ausgabe der PC Games Hardware mehr. Der Heftpreis steigt von € 4,99 auf € 5,30.

IVW-Austritt
Mein „Lieblingsopfer“ Widescreen Vision ist am 04.03. aus der IVW ausgetreten, neue Verkaufszahlen gibt es, wenn überhaupt, nur noch als Verlagsangabe. Zudem wurde die Coverlackierung eingespart.

Computec Geschäftsbericht 2008

„Gleichwohl sank die verkaufte Auflage (ohne Sonderhefte) 2008 gegenüber dem Vorjahr von 9,1 Mio. Exemplaren auf 8,1 Mio. Exemplare bzw. um 11%, wobei die Vertriebserlöse aufgrund erhöhter Copy-Preise lediglich um 3% sanken. […] Die verkaufte Auflage im margenstarken Abobereich blieb mit 1,3 Mio. Exemplaren nahezu konstant.“ (S. 11)

„Das Eigenkapital der Gesellschaft reduzierte sich im Geschäftsjahr gegenüber dem Vorjahr um rund Mio. EUR 0,5. Das Eigenkapital beträgt damit zum Berichtsstichtag ca. -9% der Bilanzsumme gegenüber -5% zum Bilanzstichtag des Vorjahres. Die Schulden der Gesellschaft stiegen von 105% der Bilanzsumme zum 31. Dezember 2007 auf 109% zum Bilanzstichtag des Geschäftsjahres 2008.“ (S. 46)

Bankschulden wurden jedoch abgebaut, der Titel „PC Games“ gehört wieder Computec. Der Unternehmenswert von Sqoops wurde zum 31.12.08 mit null bewertet (S. 33). Deswegen solle sich die Einstellung der Geschäftstätigkeit von Sqoops 2009 mit weniger als 0,2 Mio. Euro bemerkbar machen (S. 49)

IDG:
GamePro-Frühjahrsputz
Wirklich viel hat sich nicht getan, deswegen gibt’s keinen eigenen Eintrag. Die Änderungen im Einzelnen:
- Neues Logo, Neues Awarddesign
- Vorschaukästen haben nun Positiv- und Negativ-Kästen
- Seite mit Downloadgames überarbeitet
- Neuer Testpart für Downloadcontent
- Interaktiv heißt jetzt Magazin

Weitere Verlage:
GEE wird teurer
GEE hebt den Preis an, das Heft kostet zukünftig € 4,50 statt € 3,90.

Es war einmal… playKULT

Irgendwo, tief in den Bergen Bayerns versteckt, sitzt ein kleines Verlagshaus, auch heute noch. Dieses machte sich durch ein besonders frisches und günstiges PlayStation-Magazin einen Namen. Doch es sollte die Zeit kommen, in der ein Generationswechsel anstand. Und so machten sich die Leser gespannt zum Kiosk ihrer Wahl auf und wollten sich überraschen lassen.

Eine Überraschung war dem Verlag gelungen, allerdings keine positive. »playKULT« trat die Nachfolge von »World of PSX« an und machte alles anders, aber nichts richtig.

Vorgeschichte

»World of PSX« war ein freakiges, preisgünstiges PlayStation-Magazin mit unglaublich unterhaltsamen Leserbriefen und einem Hang dazu außergewöhnliche Themen aufzugreifen, wie „Thrill Kill“ oder einem Programmierkurs für Net Yaroze. »playKULT« bot all dies nicht.

Beim media Verlag hatte man scheinbar kein sonderlich großes Interesse daran, die alte Leserschaft mitzunehmen, anders ist der völlige Inhaltswandel bei »playKULT« nicht zu erklären. Neue Redaktion, neue Anrede (Sie statt ihr), neue Zielgruppe (Einsteiger statt Freaks) und vor allem ein neuer Preis (DM 7,50 statt DM 4,95).

Zum Scheitern verurteilt

playKULT 01/2001Die Gründe, warum »playKULT« nicht funktionieren konnte, waren einfach wie zahlreich.

Zunächst einmal wäre neben dem viel zu hohen Preis die furchtbare Covergestaltung anzuführen. Erfahren hat man über den Heftinhalt eigentlich nichts, in erster Linie ging es darum das Cover mit möglichst vielen Phrasen vollzustopfen „Kurz vorgestellt: Die besten PlayStation-Spiele“, „Aktuelle DVDs im Überblick“ waren die „Hightlights“ in Ausgabe eins.

Ausgabe zwei bemühte sich möglichst alles mit Ausrufezeichen zu versehen „Lückenlos! Neue PS2-Games im Härte-Test!“, „TOP-aktuell! Die besten PSone-Spiele!“ usw. usf.

Ebenfalls beliebt, Handys mit aufs Cover hieven. Sie stellten in der dritten und letzten Ausgabe sogar eine der Coverstorys.

Ein weiterer, wenn nicht sogar der wichtigste Grund zum Scheitern, war der grottenschlechte Schreibstil. Bereits nach der ersten Ausgabe durfte man das Phrasenschwein zur Gattung der bedrohten Tierarten zählen. Die Mischung von zwanghaft lustigen Wortspielen, Schenkelklopfern, seriös-nüchterner Ausdrucksweise, pseudo coolem Getue (Spiele haben Thrill, nicht Nervenkitzel) bei gleichzeitiger Erklärung von KI oder Multiplayer, wollte man einfach nicht freiwillig lesen.

Weitere Stolpersteine zum Glück

playKULT 02/2001Die Erscheinungsweise ist mit zweimonatlich äußerst unglücklich gewählt und unterstreicht noch einmal das schlechte Preisleistungsverhältnis. Es gibt viel zu viele Kurztests bei nur 116 Seiten Umfang, zumal man mit PS2 und PSone beide Sony-Systeme abgedeckt hat und viel auf Gequetsche auf einer Viertelseite hinausläuft. Die Mitbewerber haben einfach mehr geboten.

Das Wertungssystem von 0 bis 10 Punkten in 0,5er Schritten war etwas unglücklich. Es ist seiner Leserschaft nur schwerlich zu vermitteln, warum man beim Vorgängerheft keine zwei Jahre zuvor vom 10er auf das Prozentsystem wechselte und nun wieder eine Rolle rückwärts macht.

Platzverschwendung und ebenfalls nervig: Die Wichtigtuerei auf den Tipps-Seiten vom zuständigen Redakteur.

Letzte Atemzüge

playKULT 03/2001In der dritten Ausgabe versucht man noch ein paar Farbkorrekturen, hat aber schon mit 16 Seiten weniger Umfang zu kämpfen. Ein beigelegter Crazy Taxi-Aufkleber kann diesen Verlust nicht auffangen. Zudem ist beispielsweise die Teamseite der Sparaktion zum Opfer gefallen, ohne dass das Inhaltsverzeichnis davon Kenntnis genommen hat.

Und so verabschiedet man sich mit den Worten „Die nächste playKULT erscheint am 18.05.2001“.

Keine existente Zielgruppe, keine Käufer, kein Kult.

Daten und Fakten:

Erstausgabe: 01/2001 (08.12.2000)
Finalausgabe: 03/2001 (23.03.2001)
Ausgaben gesamt: #3
Verlag: medie Verlagsgesellschaft mbH
Segment: PlayStation 2-Magazin
Erscheinungsweise: zweimonatlich
Copy-Preis: DM 7,50 (€ 3,83)
Chefredakteur: Ulf Schneider
Druckauflage: 90.000 Exemplare (Verlagsangabe)